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M> ,1 LM I.IHRAKV
ANZEIGER
FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
Neue Folge.
ORGAN DES GER^SIANISCHEN MUSEUMS.
Fünfter Band.
Jahrgang 1858.
Nürnberg, im Verlng der arti'^tiscli - literarischen Anf^tnlt des germanischen Museums.
Lei p/. ig, in Commission bei Friedrich Fleischer.
THE J PAlJt cr^TY CENTER
Redaction des Anzeigers:
Freiherr H. v. u. zu Aufsefs, Dr. jur. , erster Vorstand des germanischen Museums.
Aug. V. Eye, Dr. philos., Vorstand der Kunst- und Allerlhunissammlungen.
Karl Frominann, Dr. philos., Vorstand des Archivs und der Bibliothek.
Beiträge
zu vorliegendem Bande haben geliefert:
Andresen, .\n(lr., Dr., II. Conservalor bei der Bililiolhck des
giTtnan. .Miisi-unis.
Barack, K. A., Dr., Si-kretiir und I. Conservalor liti diT BiMio-
thek (los geriii. Museums.
Bartsch, Karl, Dr., Professor an der Universilät zu Rosloik.
Kirlinger, A., Dr., Alumnus des Prieslerseminars zu KoUenburg.
Brückner, G., Professor an der Realschule zu .Meiningen.
Essellen, iM. F., k. pr. Hofrath, in Hamm.
Eslorff, G. O.e., Freih. v., k. nieder!. Kammerherr, auf.Srhlofs
Jäjersburg.
Falke, Jac., Conservalor liei der Kunstsammlung des german.
.Museums (jetzt: fürsll. Liechtensteinischer Bibliothekar in
Wien).
Falke, Johannes, I. Sekretär des gerjnan. .Museums.
Fischer, k. Pfarrer, in Artelshofen.
Oaulsch, Karl, Dr., in Dresden.
Gcnrjler, II. G., Dr., Professor an der Universität zu Erlangen.
(Irehel, Alexander, k. Friedensrichter, in St. Goar.
llahndorf, S., in Cassel.
Hekliir, Enno, 11. Sekretär des german. Museums.
Uerschel, Archivar, in Dresden.
Uiifler, C, Dr., Professor an der Universität zu Prag.
Kelle, Dr., Professor an der Universität zu Prag.
Keller, A. v., Dr., Rector und Professor der Universität Tü-
bingen.
Kühler, Reinh., Dr., grofsherz. Bibliothekar, in Weimar.
Krämecke, Eduard, Dr., Gymnasiallehrer, in Warbiirg.
Kuchenhuch, Kreisgerichtsralh, in .MUnchehert'.
Ledehur, Leop. Freih. v., Director der Kunstkarnnier in Berlin.
Lochner, G. W. K., Dr., k. Sludienrektor, in >ürnberg.
Loli, Wilhelm, Dr., in Cassel.
Lülike, Milhelm, Dr., Professor, in Berlin.
Marmor, J., Dr., praktischer Arzt, in Constanz.
Manch, Eduard, k. Zeichnungslehrer, in Ulm.
Mooyer, E. F., in Minden.
Müller, Job., Dr., Conservator bei der Alterthumssaniinlung des
germ. Museums.
Pfei/fer, Franz, Dr., Professor an der Universität zu Wien.
Primls, C, Reehlspraktikant, in Nürnberg.
Rabus, Leonh., Dr., in Worth (jetzt: Lehrer zu St. Goar).
Beltberr), R. v., in .München
Riinkel, Martin, Dr., Redacteur, in Düsseldorf.
Schmidl, K., Dr., Professor an der theologischen Faculläl tu
Strafshurg.
Schneegans, Ludw , Dr., Sladtarchivar, in Strafshurg (+).
Schönhulh, Ottm., Pfarrer, in Edelfingen.
Schuler von Lihloy, Friedr., k. k. Professor an der Reihtsaka-
demie zu Hermannstadt.
Seiberli, J. S., k. pr. Kreisgerichtsdirektor, in Arnsberg.
Soldan, Wilb., Dr., Professor an der Universität zu Giefsen.
Sommer, G., k pr. Baüinspektor, in .Mirseluirg.
Slaudinger, Jul., Dr. jur., in Cadolzburg.
Stemel, Th., Pastor, in Nutha hei Zerbst.
Slöber, Aug., Professor am Collegium zu MQlhausen.
Trofs, Ludw., Dr., Oberlehrer, in Hamm.
Voigl, Job., Dr., k. pr. geh. Regierungsrath, Professor an der
Universität zu Königsberg.
UiiriilUinir/, l. A., Dr., k. \v. geh. Iliifrath, in Stuttgart.
ll'i'Wcr, Emil, in Zürich.
'Aahn, Jos., Professnrscaudiilal, in Wien.
Z(/;>/', Ludwig, Redacteur, in Münchberg.
Zingerle, Ign. Vinz., Dr , Gymnasiälprofessor, in Innsbruck.
Zu/)//, iL, Dr., grofsb. bad. Hofrath, Professor au der Universität
zu Heidelberg.
WijKlfBEEO. Dm Abonnement de» BUite«,
welchia alle Monat« eraeheinl , wird ganl-
jähriK aiiBenommen nnd betrim nach der
neuesten Postcoiirentlon bei allen Postäm-
tern undBuchhandlUHKen nrutschlands incl.
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1 Thlr. IG Sgr.
Für FraTtkrfieh abonnlrl nian in btrafs-
burg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem-
selben. Nro.23.rueNotreDamedeNaiareth,
und bei der deutschen Buchhandluui» von
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m um DER
fiescbicbte.
Persontn-
geschiilile.
Biofrraphieen.
Nene Pol^e.
F. Klincksieclc , Nr. 11. rue de Lille, oder
bei dem Postamt in Karlsruhe; für A'nj-
land bei Williams & Norgate, U Henriette-
Street Covent-Garden in London ; fUr Xord-
amtrika bei den Postämtern Bremen und
Hamburg. —
Inserate, welche mit den Zwecken des
Anzeigers und dessen wissenschaftlichem
Gebiete in Verbindung stehen, werden aul-
genommen und der Raum einer Coluronen-
ceile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.
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flV]
Fünfter Jiihr£»ana
fe""fe-
1858.
ORGW DES GEini AMS( UFA MUSEUMS.
JM I.
Januar.
Wisseusclialdiiiie .>liltlieiliiiiü;eii.
Heinz t'ber(«%ereli'M liied von I^iclas
^TIufTel. I4e».
Milsretheill von Prof. Dr. C. lloficr zu Prap.
Anno 1461 — so erzählt eine der vielen Nürnbero^er
Chroniken — fing der from Marggraf Albrecht abermals
ein unralh an mit Herzog Liidwieen ans Bayern es beten
seine arme leut kaum ein «enig «icjer aufgebaut kam also
gemeller Morggraf gen ^i^rnbcrg auf das raihhaiis und bat
einen erbarn ralh der stat umb hielf wider den herzoff
Ludwigen wie ers denn wohl um die herni von Miriiherg
verdienet hcl •) als wir kürzlich gehört haben. Also hiel-
ten die herrn so lang rath darüber dafs ihn die weil zu
warten zu lang gedeucht, ging also ungevordert in die
Raihstuben, da wurdl ihm von einem erbarn ralh furgehal-
ten. er het aus kayserlichem recht sein haupt verloren; denn
sie hellen kayserliclie freiheit, dafs nymani in der raihstuben
ohngefordcrl gehen soll hei verlierung des haupls. Da
sprach M. Albrecht: mir nicht mir niibl und ging also wi-
der aufs der rathstiihcn. Zuletzt ward ihm durch herr M-
colaus Mufti ein antwordt wie das ein crbar rath be-
schlossen wäre, in disem krieg still sitzen \ud keiiitni theil
zu helfen; wo aber er oder sein widiTlIiail etwas in diser
slarit zu ihrem krieg dienstlich zu kaufen bette, das solt
beiden Iheilen zu kaufen vergunt sein. Da sprach der Jlarg-
graf Albrecht: Sielie du Muffel m;iul. wie hiislii solang
daran gemuffelt bis du es heraus gemuffelt hast, und schied
also ab. —
1469 am F.richtag vor .tlichaeli hat mau hier Nicolaus
.Muffel zu Nürnberg gehenkt, welcher war ein losung-
herr vnd das darumh das er dem Marggrafen die brief
über die bürg vnd änderst wohin gehüris zugetlelt bei
vnd nam man in von dem Galgen am lag kunigund in der
Fasten vnd führet in Geneschenau, *) daselbs ward er von den
seinen begraben. Darnach kam der schentlich .Marffsraf vnd
die herrn von Nürnberg bei ihrer gerechtigkeit bleiben der
hischoff**) wegen für den Kaiser (Friedrich IV.); aber er
wolt darüber nicht urtheilen, denn er sagt, es wer der
Heier, wie der steler, ein dich wie der ander vnd liefs die
von Nürnberg bei ihrer gerecliligkeit bleiben, deü er wufsl
wohl wie dem Jlarggrafen die brief ankörnen w e-
ren; es were in summa suiTiarum auch des klegers werk
gewesen. —
Diese BUS der Mitte des XVI. Jahrhunderts stammende
Chronik ist nur eine Ueberarbeilung einer früheren , aus
welcher ich schon bei einer anderen Geleireiiheit (Ludwig
von Eyb, S. 83. n. 118) Millhcilungen machte. Der Streit
über das Abhandenkommen werihvollcr Itriefe „über die
hurgk und anderes", welche angeblich Nidas Muffel dem
Mark-rrafen Albrecht unrechtmafsiger Weise zugestellt halte.
*) Es ist kaum nölhig, besonders lu bemerken, dafs der
Verfasser hier Ironie gebraucht.
*) Andere ("hronislen mannen rirliliser Kniireul. I>- Keil.
*•( Kine andere (brnnik siigl iiiil uielir Waliriieil: liriole.
Anzeiger für Kunilc der deuLschen Vorzeit.
Inll mm durch das Gedicht des ^Heintr. l'biTlwerch" in
eine neue Phase. Wohl zeigt sich auch hier, doFs >. MulTel
mit dem Jlorkerafen in näherer Bexii'huns stand, dn sich auf
die Nachricht von seiner Gefaneenselzung die Markirriifin
selbst auf den Wesr muchte, sich persönlich hei den Nilrn-
herser Rulli>herrcn für den Anccschnldislen 7,11 verwenden;
allein von dem «nceschnhliiilen Beirnpe dürfte nach dem
Liede denn doch keine Hede niihr sein und dieser sich
vielmehr in einen sehr abscIuMillclifn Justizmord nufliisen,
welcher an >. .Muffel gcuhl wurde. Es ist mir auffüllend,
dafs ich in Jhillner's, des Mlrnbertfer Sladlschreibers. Hela-
tionen nichts uher diese Anscleeenlieit finiitn konnte. Von
seinen ungedrucklen Annalen hesilze ich kein E.xemplar,
und die gedruckten reichen nicht so weit. Uehrigens ver-
stand es auch .Miillner sehr wohl, von Dingen, welche Nürn-
berg nicht zur Klire gereiclilen, l'nigans zu nclinien.
Das Gedicht fand ich in einem Manuscripte der Bamberger
Bibliothek (Sisu.I, 17), welche dasselbe aus dem Nachlasse
des als Kunstkenner und Hisloriograph der Kunst wohl
bekannten J. Heller erlangte. Auf dem letzten sehr abge-
grilTeneii Blatte war das Gedicht zu lesen, von dessen E.xistenz
diejenigen, welche ihren Studien nach vor »Heu davon hat-
ten Kunde haben mUssen, nichts Niihercs mir zu sagen wufsteu.
1.
>n hört ein sach die i^l nocli iiew
und gar in kurlz ge.-cliehen
Dahey man kennet falsche Ircw
die warheit will ich sehen
von denn (die) im rat zu Nuremberg sint
wie es sich hat verlolfen
Mit pofsheit sein sie gar geswind
das clagen scr des mulTels kind
die hat liic falsdilieil Irolleu.
2.
/i] Nuremberg treibt man grol'sen gewalt
da^ ist ein dag lii'>iinder,
di'U niiifTel man für den höchsten zail,
Das hat mich jmer wunder,
wie das ein rat so tnilzlich was
lind in getorsleii fallen
ein tctzel des rats jni waren in gellal^ (rni li-il
rl. r. im w. ij.'f)
bei den er in der losung safs
das wurdl yn ungliick machen.
3.
Der tucher was sein gut gcscl
Aufs einem falschen lierizen
er scliulTjm all >ein iiiigefell
Got hat (hui?) vor seinen schcrtzen
er ist doch falsch bifs yn sein hawt
als auch die andern latten
das W'il ich singen vberlaut
es ward dem tucher nie getrawl,
das er yn soll verratten.
4.
Jost telzel isl ein biederman
sein tatt thut jii rcwen
der yn des zeucht der leugt yn an
er maini yn mit trewen
er hol die schulde anl's (^=: an des) miilfcls lod
das man yn so ersterbet
er schain dem muflel vast sein not
Jobst telzel das ist dir ein s|)Ot
Das du yii host geerbet.
5.
Der ratt der was von langer zeit
wol vber in ergangen
es scluilT im uiclil dann liafs vnd nein
das si yn legten gefangen
do man die diep viid beswicht legt
do must er innen woiieii
falsclilicil du hast dich geregt
das du sie dailzu hast bewegt
sie wollen sein iiit schonen.
6.
Der hanns im hoff vnd niklas grofs
die sein auch von geslecbten
sie gaben jin den rechten slol's
niil jren falschen prechlcn
vnd swnreii vor dem richlcr weyfs
dieplich liet er entzogen
Tausent gülden bei ircin eyd
Es wirt yn noch selbs wol leyd
das sie yn haben angelogen.
7.
Die selben tzwcn als ich euch sag
der schuld warn sie die rechten
Sie gingen zu Jin alle tag
vnd warn des hcnkers knechte
vnd tetten jm grofs marter an
mit vil vmbstendeii fragen
er sagt das er nie schuld gewann
Der miilTel was ein friiiiiiiur niann
er kund yn nicht ge.-.ageii.
Anzeiger rür Kunde der deutschen Vorzeil.
8.
Sie fraültii yii ffar vnveiholcii
vnd leiten yii vasi neiden
Sag Uli ^vil^ du uns hii>l g:cslolen
der hnnns im hol) Ireyb seil)» das rad
als man die armen nullet
zu {rrul'ser mailer er sie päd
seine worl die wern im alle schad
sie hettea jn schier gelüttet.
9.
Die marler wcrct alle tag
allein mit diesem armen
es ist doch wo! ei» grolse dag
sie hellen kein erparmeii
an jm sie haheii vbelgefaren
als jr die zwen liorl nennen,
kein leyden Ihellen sie jin sparen
vnd wolt er sieh mit hcicht bovaren,
so must er yn bekennen.
10.
Sie twungen jn mit grol'ser swere
Sein leyden was viimalseii
mit vntrew waren sie im gefar,
sie wollen nit erlal'sen
vntz das er jn das ja zusagt
vnd gab sich jn zu schulden,
er sprach als ja was man jn fragt
mit grolser marler er das clagt
vnd mu»l es doch verdulden.
II.
Der MufTei was in grolser vorihl,
und lid es als geduldig
wie wol er hell kein lott verworcht
ydoch gab er sich schuldig
denn er die marler vorcht so scre
der niuclil er iiil enirynnen,
sein not, die was vnmenschlich swere
ein RatI halt des gar kein ere
sie seint nit wol hey sinnen.
(Schlufs folgl.J
l>b<>r rine llaiKlHrlirin «leH liiiariii.
Non Professor Dr. Karl liartscli.
***"kunY'"'"' ^'* VcrotTcntlichung eines von K. J. Schroer aufgefun-
denen Bruchstückes (Presburg, 1U57; Beilege zu >'r. 12 des
Zastände.
Sprache u.
Schrift.
Anzeigers 1857) veranlafst mich, die grade in meinen Hun-
den belindliche Pommcrsfeliler Handschrilt des Liiariii näher
zu besprechen. Sie wurde \ oii ßelliniann enldeckl und in
Pertz' Archiv 9, 539, dann in Haupl's Zeitschrift 5. 371
aufgefilhrl. ohne rials dadurch ihr Veiliiillnirs zu den iihrigen
Bearbellungcn bestimmt wurde. Herr Schroer nimmt, auf
Gödekes „Mittelaller" geslülzt, (dessen Grundrifs scheint er
noch nicht gekannt zu haben) zwei Hecensionen an, zu
deren erster sowohl die Pommersfclder lls. wie das Pres-
burger Bruchstück gehören. Diese Kecension gehört nach
Giideke (Grundrifs S. 70) an da> Ende des 1 3. Jahrliunderls:
sie kann nicht friilier ahgefal'sl sein, weil Verse von Konrad
von \\ iirzbiirg benutzt wurden. Das altere Gedicht des
13. Jahrhunderts, das in einer h'rankfiirler und einer Kopcn-
hugener Handschrift erhalten ist, bezeichnet Schröer nicht
als besondere Recension, sondern fuhrt die Kopenhagener
Handschrift unter den Hss. seiner ersten Bearbeitung auf.
Aber sclion diese früheste erhaltene weist auf ein iilleres
Gedicht hin, das noch dem 12. Jahrh. angehorte, das aber
verloren ist. Klar werden wir in diese Verhaltnisse erst
blicken, wenn Fr. Kulh seine Aufirahe vollendet h;it. Spuren
des alleren Gedichtes aus dem 12. Jahrh. linden Meli noch
in der um 1300 gearbeiteten Recension in unreinen Reimen.
Solche zeig! auch das Presburger Briich.-tuck. sliiheii : flii-
yeit 14. i/eyebeii : det/eii 21. slarc : Wolfharl 25. laue:
derkuiit 52. gangen : renlanden 54. tadeiii : beladen 74,
die zum Tlicil aber jüngere Rohheit sin<l , wie auch ich
saclt : sinacli 72. Iiaid : rayl 108. Die Piiminersfelder
Handschrift (Nr. 2798. Pap. 4. 14. Jahili.) enthalt das
Gedicht auf lil. 77 — 101. L'eberschrift: Dil mer liei/iel
der laiirin. ^Czu berne irax, geseszen Eyn degen so ror
meszen."' Schlufs: ~Uer gab sy eynie byder man Do
to (sol) sy ere tn loh gewaiu"' Dann folgt der Rosengar-
ten. Die Handschrift rührt von einem thüringischen Schrei-
ber her, über das Gedicht gebort einem österreichischen
Dichter. Der Anfang sliminl nicht nur zu dem von Schroer
beiffebrachten Gedichte aus Pez Scr. U, sondern auch zu der
Bearbeitung der Heidin in derselben Pommersfclder Hs.
Bl. 1(). /:■ trai- liic ror gest'szin Eyn heydvii gar ror-
meszin. Koiycndes ist in Bezug auf den Reim hervorzu-
heben. Der Dichter reimt m : n, wie der gleichfalls öster-
reichische Siruker, loliesani : besinn 77' : nndcrian 7S* :
man 78* 98' : an b7' 100* : dan 90* : gcldn 92* 97* :
gan 92* 94". ininnesam : plan 85'' 91* 91' : an 94'.
freissam : an 99' : man 100* 100' : hcslan 10(1* : gan
100*. man : uam 8ü''. dan : naui 101' rndcni : gela-
den 92^ sim : rrum 77^ 82* 100". gezemel : gcirenel 91*.
Andere consonantische l'ngcnauigkcilcn sind lip : siril 80 '
Anzeiffpr fiii Kumli" der deutsclu-n Vorzeit.
8
: iil 98'. Dielleip : arbeit 83'' : gemeil 86* : hrcil 9'.)*
: reil 101*. oheiie : rogele 80"". spannen : anger 81*.
gerani/eii : dannen Itö'". rani : spranc 84''. Aon/ : dranc
85*. sirer/ : gelwerc 96''. 6an/ : spranr 100* (vielleicht
stcunc : spranc?). sluogen : /lugen 83* ist in slitben : ßii-
gen zu bessern, wie das Presbtirscr Brnrhslilck 1 ö. 16 reimt.
degen : geben 86* : leben 89* 9J* 97* 97'' 9b*. (/rffce
: wede 87* ist in biderbe : widere zu veiiindern. derlia-
ben : sagen 9-1''. liez : lief 83'' 86* 86'' liefse sii li in
lie : gie ändern. Der Reim grimme : gewinne (Inliiiili> )
99*" ist wohl auch kaum lieizubehiilten und in sinnen : ge-
winnen zu verbessern. Zu bemerkiMi ist imlscrdem die L'n-
geuaui^keit vocalisch nuslautendcr und mit n schliefsender
Reimwürter, landen : schände 77^ bergen : getwerge 77''.
gesellen : welle TS"", recke : erscrecke (lies erschrecken)
sinne : gewinne (Iniin.) 84*. reinen : bcine 85*.
(/;•; 96''. lange :
S2^
der junge : underdrungen 87''
Stangen ^d%^. bluole : wuoten (wüte lis.) 101*. Diese Reime
künnen ebensogut jüngere Uugenauisrkeit als iiltere Freiheit
sein. Jünger dagegen scheint die eindringende 'Verbindung
s ; z, gras : rergaz 79''. rergaz : was 84'' 88*. Voca-
lisch ungenaue Reimbindungen sind a : o, garten : phorlen
79* 81'' 83'' 94''. orte : harte 101*. Die Auswerl'ung
des /( in niel : diel 96'' ist zunächst mitteldeutsch, aber den
Gedichten des 12. .lalirh. gemeinsam und daher wohl dem
altern Gedichte entlehnt. Auch lif hör (=r lif höher) : vor
100* gehört hierher. Stärkere Ungenauigkcitcn wie berne :
erden 85', niht : du silist (Hs. du seijsl) 93'' können von
fehlerhaftem Texte herrühren, aber auch alt sein. Bernere :
gerne 98'' ist in der von Berne : gerne zu ändern, ebenso
geberden : were 97* in der gebaere : waere. Zeichen der
jünirern Rccension ist endlich die Verkürzung schwacher Prä-
terita im Reim, ranI : llildebranl 87*. meit : cleil 93''.
sanI : zehant 95*. srhill : spill 97*, sowie die Reiniverbiii-
dunif i : ei, was auf das Durchdringen des österreichischen ei
für mild, i fuhrt, hol geleil : zit 79'' 82*. teil : siril 97''.
Vergleichen wir scliinrsiidi den Te.vt des Presbiirirer
Briich>lilcks mit der Pdiiiiiiersiclder H.^. , so stellen sich be-
deutende Vcrschiedenbeilen heraus. Es sliinnien nur die
ersten vier Zeilen, von kliimn AI)U(i(liiiiii.'eii »lisjcseben.
Prcsb. Br. 5 — 3h hat in der Pomm. Ils. nur 12 ganz ver-
.schicdene Verse. Das folgende ist in Pr. kürzer. V. 45 ff.
stimmen wieder, aber gleich darauf gröfsere Verschieden-
heit. Einzelne Verse wie 82 — 89 stimmen wieder. Aber der
Text von Pr. ist so verdorben, dafs schwer zu bestimmen ist,
welcher andere ihm um nächsten kommt. Zur Reccnsion I,
wie Schröer angibt, steht er nicht im nächsten Bezüge.
%«viiisli'M erMte ztiei Mclirii'teii.
Null E. Weiler in Zürich.
Die ersten zwei Schriften L'lr. Zwingli's sind anonym
und iiocli wenig, vielleicht auch gar nicht bekannt, liier
folgen die Titel genau:
Consiliiim ciiiusdaj ex aninio cupientis esse consullü et
Rh«. I'ontl. Dignitati et Christiane religionis träquillitati.
M. D. XXj. Apologia Christi dni nostri pro Marthino Luthero
ad urliem Rhomam. o. 0. (ZUrich). 4 Bl. 4 — In Zürich
(Sladtbibl.j.
Andere Ausgabe :
Consilium cuiusdam e.v aninio cupientis esse consultiim
& R. Pontificis digiiilali, A" t'liri.^tianae religionis lraii(|uilli-
tati. o. 0. u. J. (Augsburg, Sig. Grimm. 1521). 4 Bl.
4. — In Zürich (Stadt- und Kantonsbibl.).
Deutsche Uebersetzuug :
Ratschlag eins der von hertzen begerdt das gnug besehe
des Römischen stuls wirdickeit, und dar zu des Chrislcn-
licbeu Stands Ind. o. 0. u. J. (Zurieb 1521). 6 81. 4. —
In Ziiricb (Stadtbibl.).
liatbscblag ains der von hertzen begert , da» gnug
bcscbecb des riiniisclien stuls wirdigkait etc. o. 0. u. J.
4. — 34. tat. von F. Butsch.
Siiggestio de liberandi super propositioue Hadriani pon-
tificis Romani Nerobergae facta ad principes Gcrmaniac u
(piüdani insenue tum in coiiiune Reip. Cbrislianae, tum pri-
vatim Geriiianiae l'aveiite, scripta.
Me legat (|uiciin(pie defensain velit * Cbristianain Reli-
gionen!. Et Germaniae, libertateni vindicatam.
Am Ende: M.D.XXII. o. 0. (Zürich). 4 Rl. 4. — In
Zürich (Sladlliibl.). NVahrschciiiliili miii Ilager gedruckt, der
vor Froscbower in Zürich war.
Bibliographie.
Haar iiiid Kart der lleiiiHrlirii im
.Mittelalter.
Von Jacob Falke.
In der gesammtcn üufsern Erscheinung des Menschen,
soweit .'•ie von der Mode oder dem individuellen Geschmack
abhängt, ist die llaarlrachl am nieislen charakteristisch, und
es lassen sich uiiMbwcr Beziehungen auffinden nicht blofs
mit der Denkweise ihres Trägers , sondern auch mit cler
ganzen ^alion, der er angehört, und der Zeil, in welcher
er lebt. Je niedriger die Stufe der Civilisalion ist, auf
welcher ein Volk steht, um so mehr wird die \\illkiir des
Einzelnen vor einer allgemeinen Form zurücktreten, und
Leben.
Lobonsbcdiirf
Anzeiger für Kunde der (ieulsclii'ii Vdrzeit.
10
die meisten und kunstvollsten und oft so widerslnnis^en
Haartrachten zeisren sich dann, wenn ein Volk oder auch
eine janze Zeit mit einer glanzvollen Periode hinter sich
in l.uxiis unil Rntartung versinkt. Welche Manni^faltig-keit
von Formen aber das fiiifsami; Haar ziiliir>l, niijo-en sie nun
durch nationale Sitte oder individuelle Laune veranlal'st
sein, zeigt am besten das neu erschienene Buch \(iu Dr. J.
H. Krause: Plotina oder die Kostüme des Haupt-
haares bei den Völkern der alten Welt. Leipzig.
Dyk'sche Buchhandl. 1858. Dafs ein ganzes Buch hlofs
über die Haartrachten der allen Welt geschrieheu werden
kann, wird Niemand NN'undcr nehmen, der mit dem fiegen-
sland selbst und der Weise archaistisch-philologischer Stu-
dien vertraut ist. Es ist auch durchaus nichts dagegen ein-
zuwenden; das Blich lindet seine BeclitTertigung sowohl um
seiner selbst willen, wie wegen des Nutzens, der daraus
für die Geschichte der Kunst und der Sitten hervorgeht. Es
dürfte aber fast nicht minder interessant sein, den Gegen-
stand durch das ganze Mittelalter bis in die Neuzeit zu ver-
folgen ; die Beiträge wären nicht unerheblich, welche da-
durch für eine Geschichte der Sitten und eine Geschichte
der äufseru Erscheinung des Menschen geliefert würden.
Etwas derartiges küuiicii wir freilich nicht im entferntesten
mit diesem Aufsalz bezwecken, der sich des Baumes wegen
beschranken mui's auf eine möglichst kurze, übersichtliche
Darstellung des Ganges, den die Tracht an Haar und Bart
in Deutschland genommen hat. Die weitere Ansfiihrung
findet an anderer Stelle statt.
Es ist bemerkenswerth, wie die Germanen schon von
Anfang an, soweit unsre Geschichte zurückgeht, das berühmte
blonde Haar einer sorgfältigen Pflege unterzogen, einer
Pflege, die in Widerstreit zu stehen scheint mit ihrer mangel-
haften Kleidung und dem Standpunkt ihrer Bildung. Die
zahlreichen Stellen der Alten und die Instrumente, die in
Gräbern aufgefunden sind, lassen an der Suche selbst keinen
Zweifel aufkommen. Das hloude Haar war der Gegenstand
ihrer Eitelkeit, und sie durften um so mehr stolz darauf
sein, als sie bei Kömern und Hcimrrinneu den Neid und die
Begierde nach gleichem Besitz walinic'hinLii Uoriiileii E>
wird ausdrücklich versichert, dafs die germanischen Maiiiier
mehr noch als die Frauen in dieser Beziehung eitel gewesen
seien. Die blonde Farbe — woi unter wir alle Abstufungen
bis zum liolh verstehen dürfen — wird als charakteristi-
sches Slamnieszeichcn ungegeben. Einem etwaigen Mangel
der ISatur aber verstand der Germanc durch künstliche, fär-
bende Mittel zu Hülfe zu kommen. Er hatte dazu Salben
und Seifen ans Ziegenfett und Bucheiiaschc und aus ger-
manischeu Kräutern. Diese kamen im Handel nach Italien,
und ihrer bedienten sich Römer und Römerinnen, um das
geliebte Blond am eigenen Kopfe herzustellen. Wo es nicht
gelang, wurde achtes Haar germanischer Frauen — damals
ein nicht unbedeutender Handelsartikel — unter das eigene
gemischt, oder auch eine Perrücke daraus von mehr oder
minder grotesker Form aufgesetzt.
Die deutschen Männer blieben in ihrer Eitelkeit nicht
bei der Farbe stehen; sie müssen das Haar in verschiedener,
schon erkünstelter Weise getragen haben. Jiivenal spottet
bereits ihrer Haarhörner aus gesalbten Locken. Am auf-
fallendsten trugen sich die Sueven : sie kainmien ihr Haar
aus Stirn, Schlafen und Nacken nach dem Scheitel zu, ban-
den es oben in einen Knoten zusammen und liefseo es dann
wie einen Zopf oder Schweif (llagellum) nach hinten in
den Nacken herunter fallen. Als die Franken etwas später
in der Geschichte auftreten, wird von ihnen dieselbe Sitte
berichtet; doch schoren sie auch die Wangen und das Kinn
und liefsen nur den Schnurrbart zu beiden Seiten des Mun-
des in möglichster Länge herabhangen. Die Sueven trugen
mit den übrigen Germanen den Vollbart.
\\ ir leinen diese Eitelkeit verstehen aus der hölicrn Be-
deutung, welche der Deutsche mit dem Haupthaar ver-
knüpfte. Dasselbe «ar uiiler den germanischen Stämmen,
zusammt dem Bart, durchweg das Zeichen des freien >Ian-
nes, dieser liefs es überall, wenigstens bis zu gewisser Lunge
und unter gewissen Bedingungen, wachsen, während es der
Sklave kurz geschoren trug. Zugleich war es ein Unter-
scheidungszeichen von den Hörnern wie von andern um-
wohuenden Völkern. Auch die Gallier trugen es kurz. Ein
freier Mann, der als Kriegsgefangener, oder durch gericht-
liches L'rtheil, oder als Einsatz des Sjiiels seine Freiheit ver-
lor, hülste zunächst Haar und Bart durch das Schcermesscr
ein. Die Handlung selbst hatte symbolische und rechts-
kräftige Bedeutung. Wer sich Haar und Bart abschneiden
liefs, gab sich damit in die Gewalt desjenigen, der es ab-
schnitt.
Die Frauken unter den Merovingerii machen mit dem
kurzen Haar nur eine scheinbare .\usiiahine. Nach der Er-
obeniiig Galliens legten sie nlshald iiiiler dem FiiiMufs des
Chri>lenthuin> und römischer t'ivili>aliou den llaarsihwcif
uli, doch nicht den Schiiunhart ; das Haar trugen sie hinten
ganz kurz geschnillcn und venu elwas länger, so dufs sie
sich wohl vom l'iifrc-ien unterschieden , aber doch zu den
übrigen Germanen ihrer kurzen Haartracht wegen in (iegcn-
satz treten konnten. Sie waren aber auch die ersten, welche
dauernd und nachhaltig unter dem Einflufs der romischen
Sitte und römischer Bildung standen. Bei ihnen conccutricrtc
sich die Ehre des langen Haupthaares auf den höchsten
11
Anzeiger für Kunde der deulsclit'n Vorzeit.
12
Freien, auf iIcd Könii^ und seine Familie, weshalb die Mero-
vingcr den Namen der „gelocklen Könige" fuhren. Spüter
noch, als ihnen durch die wachsende Macht der Haiisincier
nichts 2ebliebcn war als die W'unle und der Name, safsen
sie noch auf dem Thron mit lang^em, die Schulter uniHiefsen-
dem Haupthaar und uns-eschornem Bart, um den Herrscher
zu spielen. Setzten die Hausmeier oder ein Kronpriilendent
den schwachen König ab, so schnitt man ihm alsobnid Haar
und Bart, um ihn einstweilen fiir den Tlimn iirifahiff zu ma-
chen. Als die Karolitiijcr ziii- Herrschüll auch den könig-
lichen Titel sich beilegten , nahmen sie doch das Vorrecht
der Jlerovinffer nicht an : sie behielten ihr kurzes Haar und
ilen Schnurrbart, wie die andern Fürsten und Freien ihres
Stammes.
Auch bei den Langobarden nimmt in älteren Zeiten
Paulus Diaconus den lan<ren Haarwuchs an Haupt urjd Bart
an: von dem letzteren leitet er, wenn auch wohl fälschlich,
ihren Namen ab. Später, zur Zeit der Konigin Thendelinde
(gleich nach 6(10), trat eine Aenderung ein; sie schoren
Macken und Hinterkopf glatt und liefsen die übrigen Haare,
in der Mille gescheitelt, zu beiden Seiten der Wange bis
zur Tiefe des Mundes herablianjen. So tragen sie sich noch
am Hofe des Aricliis, Herzogs von Benevent, in der 2. Hälfte
des 8. Jahrhunderts, mit einem kurz gehaltenen Bart um
Wangen »ni\ Kinn: Aricljis selbst, vom gricchisclifii Kaiser
des Patriziats gewürdigt, erhall mit dem Pirrpurnianlel auch
Kamm und Scheere Uberschickl, das Haar nadi griechisch-
rümischer Weise zu verschneiden.
Die Sachsen sind noch lange wegen ihres durchgängisr
längeren Haarwuchses bekannt; es aber völlig wachsen zu
lassen, dazu bewog sie nur ein GclUbde, wie es z. B. die
aus Italien vom l.angobardenzuge rilckkehrenden Sachsen
ablegten, als sie von den Schwaben, die sie in ihren allen
Wohnsitzen fanden, geschlagen waren. Sie gelobten, nicht
eher Haar und Bart zu schceren, als bis sie gesiegt hätten.
Solche Gelübde finden sich lifter. So erzählt Tacitus
von den Chatten, dafs sie, sobald sie herangewachsen sind,
Haar und Bart wachsen lassen und es nicht eher ablegen,
als bis sie den ersten Feind getödtet haben. Auch Claudius
Civilis legte in Folge eines Gelübdes sein langes Haar erst
nach der Besiegunc der römischen Legionen ab.
Es liefsen sich der Stellen über <las Haar der germani-
schen Männer in den ältesten Zeiten noch mehrere nnfUhren;
die alten Schriflsliller versehen uns darüber mit ziemlich
reichlichen iNachricbten. Leider werden wir über die Frauen
nicht ebenso unterrichtet; soviel auch von dem Glänze
und der Farbe ihres langen Haares die Rede ist, und so
hoch es die römischen Damen schätzten, so erfahren wir
licrnldik und
Spliragistik.
doch in keiner Weise, in welcher Art es in Deutschland
selbst getragen, oder welche Pflege darauf gewandt wurde.
(Forsetiuug Inltl.)
I ebcr die ^%a|>|ieii mul Siicille der »tlHdt Lehensweise.
t'ullMlallx. Sociale Verhält-
Von Dr. ,1. Marmor zu Conslaiiz.
Die Nacbrielilen, welelie uns die Schnflsleller iiber die
ersten Wappen der Stadt Constanz geben, lassen viel zu
wünschen übrig. Dr. Spelh, Verfasser einer Constanzer
Chronik vom Jiihre 1733, unter dem gräfslichen Titel:
„Conslanlini M. Triarcus triuinphaiis typus ter insignis Acru-
niuuau Metropolis Constantiae, d. i. der in der Constantiniscb-
Dreybogigen Ehren-Porte Constantziscli mit dreifachem Kulim
prangende Glor- Sie«- u. Ehr-reicho Creutz -Schild, oder
etc." sagt auf S. 7: „Das erste Wappen der Stadl habe
eine Burg vorgestellt, und es habe die Stadt solches bis
zum Jahre 297 nach Christi Geburt beibeliullen , als dem
Jahre, in welchem der römische Kaiser Flavius Coiistaiilius,
mit dem Beinamen Cblorus, über die Alemannen in der
Gegend von Constanz einen grofscn Sie? erruiisreii habe.
lieber das zweite Wappen der Stadt, da.N schwärze Kreuz
im weilsen Felde, lauten die auf uns gekommenen Berichte
eben so dunkel. Speth will es zwar mit einem Siege in
Verbindung bringen, welchen Kaiser Conslanlinus, Sulin des
Constantius, im ersten Drittel des vierten Jahrhunderls, nach
Einigen im J. 31b über den Gegenkaiser Ma.ventius un der
Tiber errang, wobei ein strahlendes Kreuz am Himmel er-
schienen sein soll, welches ihm den Sieg versprach. Der
Chronist Gregor .Maiigolt ist jedoch aufrichtiger uud ge-
steht, dafs er den Ursprung dieses Wappens nicht kenne.
Auf S. 9 schreibt er darüber Folgendes:
„Warum die stat Costantz ain schwartz crulz in aim
wifsen Veld im Wappen fürt, hab ich nie lirsuch erfarn
mögen, weder ufs gschrilflen, noch von alten erfarneii luten.
So ich aber ermifs, in was grofser achtung und wirde das
Zaichen des crütz Christi (welches doch sust nit minder
schiiialich und veraclit gwesen, dann diser Zit der galgen)
zur Zit, als die >tiii zu Christen glauben bekert worden
ist, ifwesen sei, und das von «eyen des (recrut/.ijrten Christi,
und das sant Helena (imJar3ll), Coustaiicii lliisfrow, dos
crütz des Herren erfunden, und nachmals ir beider sun, der
grofs Constnntiniis das Zaichen des crütz, in dem er den
Maxentius überwinden >olt, am Himmel gesehen hat (Anno
."^IH teste Abhat, von CrsperLO, wirt nit Wunder sin, ob dis
stat zu gcdächtnus solcher grofsen sacken das Zeichen des
crütz in Wapen cestelt , welche disen w nnderbarlii hen
13
Anzeiger für K'iiiulc der deutschen Vorzeil.
14
Sachen, und voran dem ^ecriitziglen Chrii^to g-lauben geben
liabent. Den rnlen strich aber ob dem criilz herüber, hat
Uiine Sismund im concilio dt-r slat jreben, sampt andren
rrihailen, davon hernach g-esagl «ird.^
Nach dem Raiilzbiiche vom Jahre 1117, S. 120, stellte
der liath der Sladt Conslanz, acht Bitten an den Kaiser Si-
gismund, welcher gerade beim Cdii/.II »riwcsetid « ar, unter
denen die i-iebenle um die VeririMislisriniir bat, dal's die Sladl
einen rollion Zasel (Daikcn, Schwenffel) iiber dem Banner
fuhren dürfe, was ihr auch gewährt wurde. Das Bisthums-
wappen halle ein weifses Kreuz im rollien Felde, ohne den
angegebenen Balken.
Wie die Sladt Conslanz zu verschiedenen Zeiten verschie-
dene A\'oppen führte, so halte sie auch nicht zu nllen Zeilen
die gleichen .Sigille. Unser Chronist Christoph Schullhairs
iiul'sert sich darüber im ersten Bande seiner Colleklaueen
zur Geschichte der Stadt Conslanz auf S. 134 folircuder-
mafsen:
pVon Aller her hiill die Sinti Coslantz dru sigcl ge-
hal)l. ain kiains mit aineni lurii, und ainem gesetzten Zun
an der mur stall, wirl ceuchlel, es syge damals gemacht
worden, als Stadelhofen mit aineui Zun. und nil mit aiuer
mur umbgehen was; das ander sigel hall dry turn, wie
das grolse sigel, was aber nicncn so srrofs. Dise baide
sigel wurden dis Jars (14.321 hinweg gelhun, und das Miw
Silber Secrell oder Sigel gemacht. Das drill grol's sigel
behielt man, der Statt Ehnfftinen zu besifflen."
Von diesen vier Siegeln ist nur noch ein Siugclstock
auf der Sladlkanzlei vorhanden, niimlich der gröfste; alle
übrigen fehlen. Dieser besteht ans Mefsing und hat einen
Durcbme^se^ von 2" 2'" bad. Maises. Auf einer Mauer mit
Zinnen und vier Spilzbogenfenstern nebst ofTenem Sladt-
tbore erheben sich drei ebenlalls mit Zinnen ver-'^ebcne
Thürme, von welchen der milllere der breitesle ist. Von
seinen Zinnen aus biuft nach oben spitzig ein Dach zu, ge-
krönt mit einer Kugel. Jeder der drei Thürme bat drei
spilzboeige Fensler. Die rmschrifl lautet in grol'scn laleini-
schen Leitern: Sigillvm Constancicnsis Civitatis. Dies Sie-
gel fand i(h im den vdrbarjdenen Urkunden im sliidlisclien
Archive zuerst vom Jahre 12'.>G.
Das kleine Siegel mit einem Thürme, von dem Scliull-
haifs spricht, konnte ich an keiner Urkunde auffinden. Hin-
gegen kommt das milllere Siegel mit den drei Tluirnien
mehrmals au Urkunden aus dem 14. und 1 5. Jahrhundert
vor. Es bat 12'/2"' bad. Mafses und gleicht dem grofsen
Siegel einigcrmafsen in der Zeichnung, da sich ebenfalls
drei Thürme auf der Sladlniaucr erheben, deren Thor olTen,
jedoch ohne Flügel ist; der mittlere Thurm, welcher sich
am höchsten erhebt, hat von seinen Zinnen aus kein Dach,
wie der des grofsen Siegels. Die Umschrift, ebenfalls in
lateinlscheu Lettern, lautet: S. Secrelvni Civitatis Constanc.
Einen Siegelstock davon erhielt ich auf galvanoplastischem
Wese.
Der silberne Siegelstock vom J. 1432 ist nicht mehr
vorhanden; hingegen ergibt sich aus einer ziemlich grofseo
Zahl von Wachsahdrücken an Urkunden nach benanntem
Jahre, dal's er in der Grofse und in der Zeichnung voll-
kommen mit einem ebenfalls silbernen Stocke aus dem Jahre
16.38 übereinstimmt. Dieser, welcher 13" bad. Meifses im
Durchmesser enihall , ist die sehr gelungene Arbeil eines
unbekannten Künstlers. Der mittlere Thurm ist hoher als
die zwei übrigen und oben mit Zinnen und vier Erkerchen
gekrönt, wahrend die zwei andern nur drei besitzen. Eben
so zeigt er uns drei Flachen anstatt der zwei der kleinem
Tliürme. Der mittlere hat eine niedere Baie oder Fenster-
oll'nung mit einem Engel darin, und unter derselben zwei
rundbogisre F'eiisler: auf jeder Seitenlliicbe befindet sich
ein riindbogiges Fenster mit zwei Abiheilungen. Die Sei-
lentliüime haben die gleiche Zeichnung. Im offenen Thore
mit dem .'Spitzbogen bclindel sich ein gellugeller Engel, wel-
cher den Schild der Stadt, das schwarze Kreuz im weilsen
Felde mit rolliem Riilken, darüber halt. In etwa halber Hübe
des Thorbogens lauf! eine bezinnle .Mauer nach beiden Sei-
len hin vom Miltelthurme aus, und hat auf jeder derselben
zwei Flrkerlhürmcheu In dreien der vier Scbiefslocher
sieben die ßuchsluben H. C S, wahrscheinlich der Name des
Graveurs, und ijber dem Thorbogen die Jahrznhl 1638.
Die Umschrift helfet: S. Secretum Ciuitatis Conslancieusis.
^^^^^^^^
Ein anderer silberner Siegelstück \on 1(1' _, ba<len"-
schcn Mafses aus dem Jahre 1563, steht an künstlerischer
Ausführung dem vorigen weil nach. Er zciirl das Wappen
der Sladl Conslanz nur mit zwei Bundlhlirnien, die ein nach
oben spitz zulaufendes Dach mit Knopf und Wcllerfahni'
15
Anzeiffor für Kunde der deulsclieii Vorzeit
16
SpUl u. Zeit-
vertreib.
haben. Jeder dieser Thiirme hat vier viereckige OefTnunsen
Dnd eine Scliiersschiirle. Zwischen denselben belindet sich
die bezinnle Sladimauer, in deren olTeneni, lliiffcilüsem Thore
wir einen Fidigaller erblicken. Zu beiden Seilen des Tlio-
res ist das Stadtwappen. Die Tliürmc und die Stadtmauer
stehen auf drei erhabenen Wällen, l'eber der Mauer er-
hebt sich der einfaclie Adler mit dorn Wappen des Erz-
berzogtliums Oestreich als Brustschild. Die Umschrill hiutot
in lateinischen Lettern : S. Der. Slat. Gerichts, zvo. Costantz.
Aufscr diesen drei Siegclstucken der Stiidt besitzt die
Kanzlei derselben noch einen gleichfalls silbernen Stock
des Landgerichts in Tliurgau. welches Cünslanz im ,L 1417
vom Kaiser Sigismiiiid gegen ein Darleihen von .3000 11.
pfandweise erhielt und im Basler I-rieden v(im .1. 1499
wieder verlor. Dasselbe hat 13'" bad. Maises im Durch-
schnitte und in einem inntrn Kreise einen viereckigen
abgerundeten Wappenschild, mit einem von links nach
rechts laufenden Querbalken, durch welchen zwei springende
Löwen von einander geschieden werden. Unten ist das
Stadtwappen angebracht, jedoch noch ohne den rothen Bal-
ken, was dafür spricht, dafs es noch im J. 1417 gemacht
wurde, weil nach diesem Jahre der Balken immer im Wap-
pen erscheint. Die Umschrift lautet in lateinischer Schrift:
Sigillum. iudicij. provincialis. in. Iwrgoew.
Die späteren Siegel der Stadt enthalten nur das Stadt-
wappen. Die ErlaubnilV, mit rotheni Wachse siegeln zu
dürfen, erhielt Constan/, auf Ansuchen im Jahre 1417 vom
Kaiser Sigismund. Vorher siegelte die Stadt in weifsem
Wachse.
]\arli(rfiiclirlir Brnirrkiinit; Aber eine iiK«'
S|ii<*Iknrte.
Vom Herrn Kreisgerichtsralh Kuchen buch zu Munche-
b e rg ist uns in Bezug auf die in Nr. 7 Sp. 21<) 11'. des
vorigen Jahrganges des Anzeigers besprochene Spielkarte
vom 10. Jahrh. ein geftilliges Schreiben zugegangen, das
wir im Auszuge miltheilen:
„Der Ort, wo, und die Zeit, wann die eine der Karten
gefertigt, ist unbestimmt geblieben, weil das auf derselben
hcflndliche Wappen nicht bestimmt sei. Dies Wappen aber
ist das der Stadt Erfurt (und füge ich zu dessen Erläute-
rung eine Zeichnung des am alten Ituthhause daselbst ein-
gemauerten stciiicriii ii \\ nppens bei). Aufser dem in der
.Millc befindlichen gewöhnlichen Wapper. , dem silherneo
Rad im rothen Feld, stehen um dasselbe die vier Wappen
der zu Erfurt gehörig gewesenen firafschaflen: Kapellen-
dorf (schwarz und weifs gethcilt), Vippach ( roth und
weifs getheilt und gespalten), Vargula (schwarze> liad
im weifsen Felde) und Visselbach (rolh und weiß quer
gestreifter Adler im blauen Felde). Auf der Karte sind nur
4 dieser Wappen beim Lüwen vereinigt; der Adler soll
noch auf einer anderen vorkommen. *) Somit durfte es
wohl 7iemlich gewifs sein, dals die Karte in Erfurt gefertigt
ist. Schwieriger ist die Bestimmung der Zeil und des Künst-
lers; doch sei es erlaubt, hier nur Einiges aiizufulireii In
dem Buche: Concordate und Verträge, so zwischen
dem etc. Erzbischoff von Mainz, und der Stadt
Erffurdt auffgericht. Item Concordate etc. zwi-
schen den Fiirsteii zu Sachfsen und der St ad Erf-
furdt, item l'oncord. zwischen dem (Brufen von
Gleichen und der Stad Erffurdt, in Folio (gedruckt
in der freien Stad Erffurdt durch Melchior Sachs-
sen i. J. Chr. 1589) befindet sich auf dem Titel das
Erfurter Wappen mit den 4 Grafschaflswappen in Holzschnitt
und dabei das Monogramm : Briilliot, I. Nr. 9fi6. innerhalb
der Jahreszahl I 534. — In Sebastian Münsters C'osmograpliie
wird bei dem Holzschnitt der Stadt Erfurt (Ausg. v. 1592
S. 971) gesagt, dafs die Zeichnung zu dem.^elhen der Ma-
gister der freien Künste und Aslronomus Heinrich Hopp
in Erfurt besorgt und eingesandt habe. Wäre es nun nicht
mOglicli, dafs das Monogramm von Heinrich Boppcii her-
rührt, dafs vielleicht auch von ihm die Karleu :,'cniacht
sind**) und das Wort hieronymus über dem I.Owen, wo
die Karle schon abgenutzt unil wohl zum Tlieil verloscht
ist, henricus *'*) hcil'sen sollte? Wenigstens wäre es
nuiglich, dafs die Karte von dem Fertiger des Wappens ge-
macht ist, da sich nicht annehmen läfst, dafs zu jener Zeit
mehre Zeichner und Holzschneider in Erfurt gewesen sein
sollten.
*) Auf Herz- Neun.
**) Wir überlassen die Bedenken, welche diese Ansicht er-
regt, dem Leser. Sie ist gleichwohl wnhrschoinlirher,
als ßrcdliols olTenhar unrinblige ßchiiupliing.
*•*) hieronymus isl uniweifelliHfl.
AniM. d. Ited.
(.Mil einer Beiliigc.)
Verintwortlirht! Rrdnction: Dr. Freih. v. n. t. Anfgoi. Dr. A. v. Eye.
Druck von Fr. Cftmpe & äolin in Nürnberg.
Dr. G. K. PrunimRnn.
BEILAGE ZI M ANZEIGER Ell{ KIXDE [)EI{ DEITSIIIEX \()IJZEIT
1858. J\o 1, lamiar.
diroiiilv des ";(i'iiianis(ii(Mi Miisoiiiiis.
\N tnii dir Wechsel des Jiihrcs go« il's liii Jedem , der
über Vergangenheit und Ziikiinfl naehdenkt, zu freudigen, wie
ernsten Betrnrhtungen Anlals gilit , so ninfs der Anlrill des
J.ihres 1858 die Freunde und Vertreter unseres gernianisehen
IViitiunalniuseunis wühl nicht weniger hrezu veranlassen. Doch
gleichwie Aellern Freude einpllnden über das kjallij^c Heran-
wachsen ihrer Kinder, dies aber auch mit jedem Jahre ilineii
grofserc Sorge aulerlegt, so mag es gerechtfertigt sein, wenn
auch hier bei unserer, aus den ersten Kinderjahren herausge-
tretenen Nationalanstalt der freudigen Anerkennung des Se-
gens die ernstere Sorge für deren weiteres (iedeihcn sich bei-
mischt. Ist auch mit Befriedigung die Aufgabe dt's verflosse-
nen Jahres: dem .Museum ein grofsarlii^es Kigcnihnm als des-
sen ewiyen Silz zu schallen und es für die (iegeUHart wohn-
lich einzurichten , ohne den Fortgang der wissenschaniichen
Arbeiten des Museums zu becintriichtigen und diu hiezu be-
stimmten .Mittel zu schwächen, glücklich gelost, so war doch
die Erfüllung dieser Aufgabe so grofs, so anstrengend,
dafs man wohl sagen darf: noch ein solcher Sieg und die
Kraft der Sieger würde vor ühergrofser Anstreugiuig erlahmen.
Dies möge das deutsche Volk wohl vernehineii und beher-
zigen; es möge erwägen, dafs sein Kationalmusenm nicht
auf grofse Vermachtnisse oder Aktienkapital erbaut, sondern
mit leeren Händen begonnen wurde, lediglich gestützt
auf das Vertrauen nachgehender t h il t i g e r B e i h ü I f e
der deutschen Nation in allen Gliedern, vom Für-
sten bis zum schlichtesten Bürger, l'nd dadurch allein
ist auch bereits sein Bestand und weitere r Fort gang ge-
sichert. So freudig uns dies erregt, so beruhigend dies fiir
die Zukunft des Museums ist, so müssen wir doch zur Herstel-
lung unserer schadhaften grofscn Kreuzgiinge und
K irehengebäu de für Aufstellung der griifsern Originale nnd
l'opieen der Denkmale deutscher Kunst und llerrliihkcil bei-
nahe angstlich lra:;en: woher sollen wir dii' Kralle hiezu neh-
men, wenn nicht dem erhabenen Beis|(iele König l.uilwiL's,
der uns die Summe von 500U H. zum vorigen Bau zugehen
liefs, noch andere hohe Gönner nnd Beschützer der deutschen
Kunst und Wissenschaft nachfolgen? Oder sollen wir die
Seele dem Leibe zum Opfer liringen, d. h. die wohlorga-
nisierten .\rbeitcn des Museums zur Vollendung der schrill-
lichen und bildlichen Heperlorien einstellen, nur um grofs-
artige Localitalen vollends ausbauen zu können? Acin,
das geht nicht! .Mögen daher diejenigen, denen (iolt .Macht
oder Reich th um verliehen hat, sieh berufen fühlen, ein
nun wirklich vorhandenes deutsches grofsartiges Na-
tionaleigenthum zum l( u I md zur Verberrln liung
des deutschen Aamens und der deutschen Ballon,
ihrer Geschichte, Kunst und Wissenschaft mit hiezu
ausreichenden Mitteln n n s b n u e n und auf das Schön-
ste herstellen zu helfen! Mögen aber nichts dcsluw eiliger
auch die übrigen S I a in in es genossen aller Lander im
bisherigen Geiste fortfahren, die 3luseumssainm jungen
und .\rbeiten durch Jahresbeiträge zu unicrslülzen !
Dankbar müssen wir bekennen, dafs diese von .Monat zu
.Monat sich iiiehicn und der Kreis der Beitragenden sich immer
weiter ausdehnt, so dafs uns kürzlich sogar aus weitester
Ferne, von New -Orleans, Washington, Cincinnati
und St. Louis nicht unbeträchtliche Jahresbeiträge und Geld-
schenkungen zu unserer innigen Freude zuflössen, wie denn
andererseits auch wieder neue Agenturen mit bereits frucht-
barer Wirksamkeit in Uarmstadt, Giefsen, Kronstadt.
Keichcnhall nnd Torgau errichtet wurden.
Dagegen haben wir den Verlust zweier um die W isscii-
selialt verdienter .Mitglieder unseres Gelehrtenausschusses
durch den Tod des Herrn k. k. Hauptmanns Eduard l'ra-
tobevera, Archivars am Johanneum zu Graz, und des Herrn
Professors Dr. F"r. W. Barthold in Greilswald zu beklagen,
sowie auch der Kreis unserer gelehrleu .Museum.-bcanilcu durch
die Beruluiig des durch seine Schriften wie durch seine Tha-
tigkcit am geniiaii. .Museum gleich ausgezeichneten Dr. Karl
Bartsch als ordentlicher Universilatsprolessor nach Koslock
einen harten Verlust erlitten hat, so chnnd auch dieser Ruf
für das Museum selbst erscheinen miifs.
Zu den bisher das .Museum mit GraliAcvemplaren ihres
Verlages unterstützenden Buclihandluiigeu trat ferner:
290. F. C. Eisen'sclie Hofliiichhandlung in Cöln.
Für nachstehende Geschenke erstalten wir unsern besten
Dank:
I. Für das Archiv.
Fr. Woeate iu Iserlohn:
847. Si hreiben der .\iina W erminkhus, Gemahlin des l'liilipp
von l'adberg, au ihris Bruders Kaspar Frau zu Kluseii-
stein. 1572. N. Fap.-Abschr.
Schweitzer, Stadtpfarrer, in Bamberg :
84b. rrkiinile des Friedrich, Kunz, Burkhard und l'lrich von
Aulsefs über die Stiftung von 2 Sinira horii zum Spital
iu Bamberg durch ihren Ahnherrn Olti. von .\iilsefs.
lab«. N. l'ap. - Abschr.
Keibling'er, Stiftskapitular, in Melk:
bly. Kigcnliandigcs Schreihen des Abtes Ladislaus l'yrker zu
Lilienleld an |Joachiiii Ballus, Kapitular und (iastmeisler
des Stiftes Melk. IMs. l'ap
Nicolaus von Urbanstadt, Kamirall"Zirkscomiiiis.*«r,
in Kijer:
8;)(t. Spriichliriel des Hans von Scckcmlurt mhi Brunn, Land-
richters zu iNurnhirg. in der Slreilsache des .\llirecht
von W irslurg mit Hans von Spnriieck. Ii;!l. l'giii.
19
Anzeigrer für Kunde der deutschen Vorzeit.
20
851. Kaufliritf des Priors Antonius und des huiiventis des
Augustiner-Klosters liei Ciilmhach für ßarlholomiius Hen-
nig zu iViedernsleinnrli über drei Wiesen lu Tenrkcnreut.
1485. Pgm.
852. Kaufbrief des BiirgiTnitisters und Kutlies der Stiidl Kger
für W(df I.oHelhuk zu Kürnherg über 10 Gulden Kwig-
geld. 1497. Psjm.
853. Freibrief des Ables Joaehini von S. (iallen für den Leib-
eigenen Hans Weber von Schwaribaili in der (Iriilseh.ifl
Toggenburg. 1584. Pgm.
854. Urkunde des Rathes der Sladl Eger über die Enllassung
des Andreas iVickherl von Vischernn aus seinen l nter-
Ihanenpflieblen. 1589 Pap.
855. Zeugnifs des Augustin von Krilseh, OberariituiaiiTis zu
Wablsassen, für Ja<ob \\ aydthaafs von Allen-Albernreutb
über seine Entla.ssnng aus der Unterthanenpflicbt. 1653.
Papier.
856. Urkunde der Aeblissin Euphrosin:i und des ganzen Kon-
ventes des Klara -Klosters in Eger über die Entlassung
ihres Untirlhanen .Vmlreas Kriderich. 1653. Pap.
857. Urkunde des Johann Christoph Brusrhen Aon Neunburg,
Sjndicus der .'>tadt Eger, über die Entlassung seines Un-
terthanen Nirolaus Worsuh von Sebleida. 1667. Pap.
858. Üeburlsbrief des Rallies der Stadt Eger für Micfiael Vi-
scher, .Maurer, Sohn des Fuhrknechls auf dem Schanz-
geschirr. Matthäus Vischer. 1678. Pgm.
859. Wappenbrief des Kaisers Leopold fiir Jacob Schrejer.
1680. >. Pap.-Abschr.
860. Urkunde des Rathes der Stadt Eger für den Weifsgcrbcr
Lorenz Biedermann von Rossenrenlli über seine Entlas-
sung aus der Unterthanenpflicbt. 1697. Pap.
861. Lehrbrief der Geschwornen und andern Milchirurgen der
Kleinern Stadt Prag für Johann Ernst Klapka. 1753. Pgm.
862. Lehrbrief der (Jeschwornen und anderer Mitgenossen des
Mittels der bürgerlichen freien Hanil- und Miriii.tiir-Maler
in der Stadt Eger für Andreas Kriedl 171)2. Pap.
863. Lehrbrief der Geschwornen und Meister des Handwerks
der bürgerlichen Lein- und Zeugweber zu Oluiulz für
Joseph Siegmund Jagt. 1781. Pap.
864. Verschlossenes Schreiben des Rathes der Stadt E^er an
Thomas von Aufsefs auf INeuhausen, der Zeit zu ll(difcld.
Pap
Freih. von Reitzenstein in Friedrichseck:
86.'). I rkunde llciiiiiclis, \i)igl.- von Weyda, krall welcher er
»ich mit seiner Veste und Stadt Wej da in den Schutz der
Landgrafen zu Thüringen, Frieilrich und Balthasar, begibt.
1354. N. Pap.-Abschr.
866. Urkunde Hi^inrichs des Aellcren und seiner Sohne , der
Vogte zu Weyda , vermöge welcher sie sich mit Veste
und Stadt Weyda in den Schutz iler Landgr. zu Thü-
ringen, Krii-ilr. , Balthasar und Willi., begehen. 13.58.
7i. Pap -Abschr.
867. Urkunde des Voigts Heinrich von (Jera und seine» Soh-
ne» Heinrich, in welcher sie sich verpflichten den Land-
grafen zu Thüriügen, Friedrich, Raltba.sar und Wilhelm,
mit aller ihrer Macht Hülfe zu leisten. l.'t.")H. >. Pop.-
Abschrift.
868. Revers des Voigts Heinrich von Gera für die Landgrafen
von Thüringen, Friedrich, Balthasar und Wilhelm, über
die Zusage seiner Hülfe. 1366. IV. Pap.-Abschr.
869. Revers des Voigts Heinrich von Gera des Alten und des
Heinrich von (iera lies Jungen über die Lehensauflrai;ung
des Hans von Weyda und Andrer an die l.andgralen von
Thüringen, Friedrich, Balthasar und Wilhelm, und an sie,
die Vogte von Gera. 1374. IV. Pap.-Abschr.
870. Verzichthrief der Anna von Weyda für die Landgrafen
von Thüringen, Friedrich und Wilhelm, in Betreff eines
auf die von ihrem Gemahl verkaufte Stadt Weyda ange-
wiesenen Leibgedinges. 1411. K. Pap.-.Vbschr.
871. Kaufliriof Heinrichs des Mittlern, Herrn von Weyda, und
seiner (leinahlin Anna für die Landgrafen von Thiiringen,
Friedrich und Wilhelm, über Schlofs und Stadt Weyda.
1411. >. Pap.-Abschr.
872. Lehenrevers des Georg von Wildenstein lür den Mark-
grafen Friedrich von Brandenburg über Lyphartzgrune
mit Zubehörung. 1427. ft. Pap.-.\bschr.
873. Zeugnifs des Grafen Sigmund von Orlamünde iiher die
fortwährende Eingehorung des Halsgerichls zu Kaulsdorl
zur Herrschaft Grafenthal. Blofses Regest. 1416 Pap.
874. Testament des Probstes Johannes vom Augustiner-Kloster
zu .Mienburg zum Besten der Feier des Gottesdienstes
allda. 1446. TS. Pap.-Abschr.
875. Revers der Priorin .\gnes von Millitz und des Konventes
des Klosters in l'ronschwicz wegen einer Schenkung
von 60 rlin. Gulden durch Erniegard Reussin zu l'lauen
zur Abhaltung eines JahrliiL'es liir ihr Seelenheil. 1162.
>. Pap -Abschr.
876. Revers des Heinrich , Herrn zu Gera , für den Grafen
Ludwig von Gleichen über Schadlosbaltung beim Vor-
kaufe der halben Burg Ehrenstein , bei etwaigen For-
derungen des Kaisers Friedrich als Lehensherrn dersel-
ben. 1465. K. Pap.-Abschr.
877. Lehenrevers des Georg von Reitzenstein für den Mark-
grafen Albrecht von Brandenburg über das halbe Dorf
Lephartsgriine. 147"). ^. Pap.-Abschr.
Georg Roth, Buchbinder, in Nürnberg:
878. Akten des Gerichts fteumarkt in Sachen Martin Gehhardts
gegen Hans Pasl. 1573. Pap.
879. Akten des Amtes Plauen in Sachen Friedridi Willielnis
von Stein zur l.aiifsnilz gegen Hans Caspar von Trulzsch-
lers sei. Erben und derselben Vormünder zu Laulerbach.
1635. Pap.
880. Akten des Amtes l'lauen in Sai hen cler Frau Agnes de
VVreedc, Johann Friedrich Brandts Eheweil) und Con-
sortin, gegen F'ranz Wilcken von Bodenhausen auf .Muhl-
dorl. 1650. Pap.
Pürckhauer, Stadipfnrrer, in Mirnberg :
881. Ablafsbrief des Erzbischols Basilins von Jerusalem und
6 »ndrer Bischöfe lur die Marienkapelle in Koboltzell.
1298. Pgm.
882. Ablafsbrief de» Bischofs Inzelin von liudua, Gcnerahikars
des Bischofs von Wurzburg, für die Kapelle in Kobolt-
zell. 1298. Pgm.
21
Anzeiger Tür Kunde der deulscheii VorzeiL
22
883. Ablafsbrief des Grafen Borlhold von Hi;nn>-Iitrg. erwähl-
ten Bischofs lu Mürzburp, fiir die Maricnliapelle von
Kobollzell. 1310. Pgni.
884. Revers des Philipp von Bickenbath, Deulschordensnieisters
zu Kolhenhurg, fiir 4 Bürger zu Rolheoburg wegen ihrer
Stiftung von 500 Pfund Jltllern zu Hallung einer ewigen
Messe in der Kapelle zu hobollzell. 13b7. Pgm.
885. Ablafslirief des Kardinals Isidor, Bischofs von Spoleto,
für die .»arienkapelle in KoboUzell. 1455. Pgm.
886. Zeugnifs des Friedrich Faber, Kichters des Klosters lleils-
bronn, für Georg .MerUlein zu VVindsheini, über dessen
Copulation und darauf gehaltene Hochzeit. 1588. Pgm.
II. Für die Bibliothek.
Wittenberger Verein für Heimathkunde des Kur-
kreises in W iticnlicrg:
4683. Ders., 1. Jahresbericht. 1857. 4.
Dr. H. G. Gengier, Professor, in Erlangen:
4684. I)er^. , Leseslücke aus der Lex Baiuvariorum.
kl. 8. 2 Ex.
IS57. 4709.
Dr. Ludwig Eckardt, Professor, in Bern :
4685. Uers., lieber Kichard Wagners Entwicklung und Rich-
tung. 1857. 8.
4686. Album des litterarischen Vereins in Bern. Ib58. 8,
J. L. Ludwig Schmid's Verlag in Nürnberg:
4687. A. V. Eye und Jac. Falke, Galleric der .>leislerwerkc
altdeutscher Holzschneidekunst. III. Lief. 1857. gr. 2.
C. W. Sack, Registrator, in Braunschweig:
4688. Hochver Poentes Kajserlich Privilegium, Bremische Bür-
gere, Inwohnere vnd Angehörige, dern Persohn, Haabe
vnd Güter nicht zu arrestiren. 1577. 4. Bestätigung
desselben vom J. 1637. 4.
4689. F. .\lgerni«n, kurtzer Bericht, von Erbawun;: der
Stadt Braunschwei^'. 1605. 4.
4690. Abdruck der Rom. Kay. May. wider Christian den Vierd-
ten zu Ocnnemarck . . afflgirler Prozesse citationis d:
Mandatorum vIT den Lantfrieden. 1606 4.
4691. Eines E. Ralhs der Sladi Braunschweig vernewerte und
vermehrele Fewer-Ordnung. 1047. 4.
4692. Dero Sladl Braunschweig Kleider-Ordnung. 1650. 4.
4693. Eines E. Raths dero Stadt Braunschweig Edict. Die
an statt derer Hochzeiten, zugelassene Abend-Gastereyen
nicht mehr des Sontags , sondern Montags zuhalten.
1611. 4.
4694. — Edicl Wegen Absrhaffung der Banilcr. 1662. 4.
4695. — Ernewerte Ahme- vnd Sack-Ordnung. 1668. 4.
4696. — Kind -Tauir- Ordnung. 1669. 4.
4697. Rudolph Auyuslens Hertzogen zu Braunschweig und
Lüneburg rcvid. und verbess. Fcur- un<l Brand-Ordnung.
1677. 4.
4698. E. E. Rahts der Stadt Braunschweig publicirle Ordnung
vnd Instruktion iler Vormundschallts-Hcrren. 1689. 4.
4699. — Vormundbcli.ilTls-Ordnuug. 16&9. 4.
4700. Rudolph .\ugust8~vnd Anton Ulrichs, Hertzogen zu Braun-
schweig etc. Verordnung vnd Reglement, \Vie es . . bey
denen .\eniblcrn vnd Gilden der Künster und Handt-
werker zu hallen. 1692. 4.
4701. Renovirle Fürstliche Verordnung, Wegen Verbotenen
heimlichen Vcrlobunucn. 1704. 4.
4702. Der Stadt Braunschweig Burger Eyd. Ü. J. 4.
4703. Serenissimi Verordnung gegen die unter den Hamlwerks-
GeselU'ii zeithero eingeschlichenen .Mirsbraiiche und l'n-
ordnuiigen. 1723. 4.
4704. Ordnung für die Gilden im ilerzugth. Braunschweig und
Fürsteuthum Blankenburg. 1765. 4.
4705. Verordnuni; llcrtzog .\ugusls zu Braunschweig die unter
den il.inihverksiciiUn und deren (lililtti eingeschlichenen
.Mifslirauche bctrellend. 1 Bill. 1659. 2.
4706. Grundl. Hislor. Bericht von denen alten Reichs-Vogleyen.
1655. 4.
4707. J. G. Lcuckfeld, antiqvitales Gandersheimcnses. 1709. 4.
4708. Rudolff .\ugust3 und Anton Ulrichs. Herizogen zu Braun-
schweig Markt- Gerichts- \ nd Wechsel-Ordnung. 16kG. 4.
■Viifsführung Woruiiib der Sladl Braunschweig das Recht
nicht zuversagen . . . 1612. 4.
4710. Der Stadt Brannschweig Vertrage. 1619. 4.
4711. Ain Jegenlierichl, Vorantw orten;; vnd Widerlegung Wie-
der die vbel beweiste . . vnrichtige Vrtheilfsfragen . . .
1604. 4.
4712. J. A. H. Schmidt, Versuch einer historisch- topograph.
Beschreibung der Stadt Braunschweig. 1821. 8.
4713. ('. Hessen müller, Dr. Martin Luthers letztes Wirken,
Tod und Besrabnifs. 1846. 8.
4714. Ders., Ur. .Martin Luther in seinem Wesen und Wirken.
1846. 8.
4715. ('. G. H. Lentz , kurze Erzählung von der Uebergabe
des Augsburgischen Glaubensbekenntnisses 1530. 1R30. 8.
4716. Ehren- (iedachtnifs der .luliel - Hochzeit welche Joh. Fr.
Haseler mit seiner Ehegattin .\nna Dorothea geb. Schaf-
felds celcbrirct. (I743j. 2.
4717. Eines Collegii Jvrisconsvitorvm in Ober- Teulschlanden
Ralitsehlag Darinnen aursgefuhrl, dafs die 1602 aulT
Gemeiner Stadt Braunschweigk Seiten in das F'ursten-
thumb Braunschw. furgenommene Aufsfalle vor keine
Landlbruchige Tbateii zu hallen. — 1603. 2
4718. J. J. Winkelman, .Stamm- und Regenlenbaum der Her-
zogen zu Braunschweig und Lüneburg. 1677. 2.
4719. 52 Scbriflin verschiedenen Inhalts. V. J.
Dr. Andresen in >urnberg:
4720. Ulr. Tengler, der neu Layenspicgil 1511. 2.
4721. Joach. Camcrarius, de Philippi .Melanchlhoni.« orlv. lotivs
vitae cvrricvio et mortc. 1566. 8.
4722. Andr. Musculus, Belbuchlein. Gemehret vnd gebcs.«erl.
1.569. 8.
4723. Paul Hirschpeck, etlich predig. 1556. b.
4724. G. Scherer, ein Predig vom F'ronleichnainsfe.il vnd Vinb-
gang. Geschehen zu Wien. 1588. 4.
4725. P. Hu(Tner, «in ("alholischc Predig. 1562. 4.
4726. Vom Geschlecht der Brunen zu iCuricb. 1599. 4.
23
Anzeiger für Kunde der deulsclien Vorzeit.
24
Dr K. Bartsch, Conservalor an der Bibliothek des gtr-
iiinnisc'liL'n .Museuiiis:
4727. Berlholrt von Holle Hcraiisgeeelien von Karl Bartsch.
185H. s.
C. F. Walther, (.'hrniiktr und kauluiann, in Uarriistadl:
4728. Deutsche Encyclnpiidie oder allgeiiieines Real-Wiirter-
l.uch aller Künste und Wissenschaften. 1.— 23. Bd. ».
I Kii|>fer-Band. 1778-1807. gr. 2.
K A Wolf, riarnr, zu Klingenlhal in Sachsen:
4729. Dir.-., geschieht). Nachrichten über das Klingenthalcr
Kirchenspiel. 1837. 8.
Nie. V. Urbanstadt, Kainerall>ezirIisconiMiissär, in Eger:
47;<0. Kr. Srliranili , l r.<|niMii; und Erhauung der II. Maria
liüHr l'apellen zu Kuplerhcrg. Pap.-Hdsehr. Ahschr.
IK. Jahrh. 4.
4731. 12 Plakate nu."! dem 16. Jahrh. 2.
1732. 3 wcilcrr Schrillen ans dem 17. u. 1^. .lalirli. 4. u. 2.
Antiquarische Gesellschaft in Zürich:
4733. üies.. Mitlhiiluiigcn. Bd. XII II. I. Eine Kalendertafel
aus d I.'). Jahrh. Von lleiiir. Rnnsje. 1857. 4.
Dr. Potthast ■«'( .Sclildls liaudin in ( llierschlesien :
4734. I'iiiiljlicale s in Hilu^ socr:isancle Hoiiiane ecciesie. Venet.
lj>(l. 2.
4735. Jos. Lonipa, geschichtl. Darstellung der merkwürdigsten
Ereignisse in der K. Kreisstadt Bosenherg. ü. J. 8.
4736. 4 weitere Schriften neueren Inhalts. 0. J. 8., 4. n. 2.
Altmärkischer Verein (Abtheil. f. Gesch.) in Salzwedcl :
47.i;. licr.-., I. — II. Jalircsliericht. 1838-48. 8.
473>«. Di-rs., Acne Slatiili'n. lh4S. 8. 2 Ex.
Dr. C L. Grotefend, Archivsecretär, in HannoNer:
4739. Ders., Epigraphisches. 1857. 8.
Freih. v. Reitzenstein zu Friedrichseck in Schlesien:
IT 10 Ew. Didriili, Julia von Duba. 2. Aufl. 1835. 12.
1741. Abliild. a, von Weimarischen Bractealen, 28 Exempl.
zusammen 264 Tafeln; b, von Thüringischen Siegeln,
r.l Tafeln, gr. 4.
V. Herrmann, Bezirksgerichtsrath, in iVürnbcrg:
4742. Emblcmala Abbild, mit Versen. 0. J. 8.
Historischer Verein zu Bamberg:
17H |i.r<.. 20 Hcncht. 1^57. f<.
Meidinger Sohn <fe Comp.. Verlagshuchhdl. , in Fran!.-
lurt aj>l. :
4744. Ed. Duller, Vaterland, (jesch., fortges. von K. Hagen.
\ l!d. I.ict. 23, 24 u. 25. 18.58. 8.
Chstn. H. Sixt, Decan, in Ansbach :
4745. Der«., Faul Eher. 1H57. K.
Comit6 Flamand de France in Dunklrrhen:
17 lt.. l);i-> . r.iilliun. .\r li. |H.')7. h.
C. Köhler, Doienfalirikant, in Niirnberg:
17 17. M. I.uthcr, ein .Sermon, von Christlicher gcrcrhtickcit,
oder \ergeliung der sUndcn , Kcpredigt lu .Marpurg in
llcimn. i:i28. I.'-.'M. 4.
Oesellschaft fUr Oeschlchte und Alterthumskunde
der russischen Ostseeprovlnzen m Miga:
474'*. Die»., .MillhiilunB<n, -. Bd. 1^57. ».
4749. Index corporis historico-diploinatici Livoniae, Esthoniae,
rnroniae. 1 u. 2. ThI. 1833—35. 2.
Dr. Aug. Buchholtz in Riga:
4750. H. K. I'aucher, Ehstlands Geistlichkeit in georiincler
Zeit- und Keihenfolge. 1h49. 8.
4751. Ders., die Herren von Lode. 1852. 8.
4752. Ders., der Güterbesiti in Ehstland. 1853. 8.
4753. Ders., die Regenten, Oberbefehlshaber und Oberbeamten.
Ehstlands I. 1855. 8.
4754. J. L. Borger, Versuch über die Allerthünier Lieflands.
1778. 8.
4755. r. I.. Tetsch, Curländischer Kirchen-Geschichte erster Ver-
such. 1743. 4.
4756. K. L. Kurtzeubauin, kurze Darstellung der Regierung
des Ordensnieisters Wolter von Pleltenberg. 1836 — 37. 4.
4757. G. K. Taulienheim, Einiges aus dem Leben M. Job.
Lohmüllers. 1830. 4.
4758. Denkmaler aus der Vorzeit Liv- und Ehstlands. 1. u.
2. H. 1821 u. 27. 4.
4759. C. E. Kapierskj , Verzeichnifs der neu erschienenen
Schriften zur Gesch. Liv-, Ehst- u. Kurlands. I. 1857. 8.
4760. N. Graf Rehbinder, die belletristische Literatur der Ost-
seeprovlnzen Rufslands \on 1800 — 1852. 1853. 8.
4761. L. Bergmann, Erinnerungen an das unter dem Scepter
des russischen Kaiserthums verlebte Jahrhundert fiir
Rigas Bürger. 1., 2. u. 3. H. I»14. 8.
E. Vorwerck, llberlehrer am Gymnasium zu Soest:
4762. Ders., D;iniel von Soest. (1856.) 4.
4763. Lorenz, über Compusilion, Charaktere, Idee des Sophoklei-
»<hen „Kiinig Oedipus". 1857. 4.
Ziegler, Buchhdl. in Soest:
47(i4. Der Soesler Daniel, oder: das Spottgedicht Gerhard
Ilaverlands, hcrausgeg. v. L. F. v. Schmitz. 1848. 8.
4765. F. W. Barihold, Soest, die Stadt der Engern. 1855. 8.
4766. Jos. Evelt , die Kirche und ihre Institute auf dein Ge-
biete des Vermögens -Rechts 1^45. >».
4767. A. Geck, topogr.-histor.-statist. Beschreibung der Stadt
Soest und der Soestcr Börde. 1825. 8.
4768. Jos. Bender, Lehrbuch der Geographie. 1853. 8.
4769. J. II. Ph. Seidenstücker, Programme, Schulreden und
liriele ulier die deutsche Sprache. 1836. 8.
L. B V. Medem In Gnllnow:
17T0. (L. I!. V. Medem I, (Jeschichte der Stadt (ireil.nhagcn.
1. Abth. 2. Aufl. 1843. 8.
Verein für meklenburgische Geschichte und Al-
terthumskunde in Öchweriii:
4771. Dirs.. liilirlMic licr ii. Jahresbericht. 22. Jahrg. 1857. 8.
Dr. C. A. H. Burkhardt. I'nnservator am Archiv dcg
i;ermanlscheii .Mil^ciiiik :
1772. Ders., O'iKHf n*'""'"'""!.' '•"'' Gesch. des Hauses Ilohen-
znllcrn I. lid \^.ü. ".
Otto Spamer, Verlatjsbucbhdl In Leipzig:
4773. Illiisir. Valcrlandsbuch, HL Bd. 2. Hälfte. l858. 8.
C. Becker, k. preufs. Steuerinspektor, InWUrzburg:
4774. \ I- 1. Vilmar, zur Literatur Johann Fischarts. 1846. 4.
Anzeiger für Kunde der deulschen Vorzeit.
26
4775. Ciitalogiie d'ijrie iinporüinle rt'union de vases et tijtcn-
siles du Liille c.ilholique. 1851. 4.
Ein Ungenannter In iXürnlierc:
477t). Biscliriilniii}: dur cliiirfiir.'itl. KindlaiifT zu Anil)erg den
26. Septbr. 1596. l'a|i.-llds( lir. 4.
4777. Kaiser Karl V. Verhol des Kleiderluxus an dem Hole
seines .Solines Philipp. Pap.-Hdschr. 2. 1550.
4778. Wilh. Weber, Kurl7,weilige Beschreibung der Kirchwey
zu Oairishof, vnd des darbev naeh alten gebrauch ge-
haltenen gewidinlirhen Püchsenschicssens daselbst he-
IrelTenl. Pap.-Hdschr. 1641. 4.
4779. Entscliul(li;.'un^!s - \ rsaehen : Waruinb K. .Ihiyslalt in
Schweden, auil dilViiial der Stadt Magdeburg nichl hat
Uunnen zu HüüT kniunien. 1631. 4.
4780. Cupia defs Herrn Adniinistratoris zu Magdeburg, vnd
Halberstatl Antwort Schreibens, etc. Generalen vnnd
üraffcn von Tilly. 1631. 4.
4781. Vnti-rschiedliclie Zehen Schreiben , welche H. Jidiann
(jral von Tylli. (kurz vor Eroberung der Stadt .Magde-
burg) dem Adiiiinislratori oder Bischof daselbst Obristcn
von Kaickenberg vnd mit der Stadt gewechselt. 1631. 4.
4782. Pelri Lotichii Lamentation über der Magdeburgischen
Belagerung. 1631. 4.
4783. Tröstliches Gesprach k. Maysl. in Schweden mit der
von aller Welt verlassenen . . . Stadt Magdeburg.
1.531. 4.
Bauer <fc Raspe, Verlagsb. (Jul. Merz), in >ürnberg:
4784. Zcitschr. I. deulsihc Kulturgesch. Herausgcg. von .loh.
Müller und Job. Falke. Jan. 1858, 8.
Verein für hamburgische Geschichte in Hamburg:
4785. Dcrs., Zeilsclirill. iVcue Folge. I, 3, 1857. 8.
J. L. Schmid, Verlagsb. in Kürnberg:
4781j. A. V. Eye u. Jac. Kalke, Gallerie der Meisterwerke
alt<leulschcr Holzschneidekunst. 4. Lief. 1857. gr. 2.
J. M. Heberle, BuchhdI. (H. Lemperlz), in Köln:
4787. 11. Lempcrtz, Bilder-Hcfte zur Gesch. des Büclicrhandels.
Jahrg. 1858 gr. 2.
Dr. Johannes Merkel, Professor, in Halle:
4788. Der-.. Mciiiiine e documcnti inediti spetlanti alla storia
del dintlo llaliano nel medio evo. Vol. unico, Easc. 1.
18.57. gr. 8.
Alterthums - Verein in \Men :
4789. Uers. , Berichte und Mittheilungen. Bd. II. Ablh. I.
1857. gr. 4.
G. Wiesend, Landrichter, in Burghausen:
4790. L)er.s. , archaolog. Funde und Denkmale in den Landgc-
richtshezirken Titnjanning , Laufen und Burghausen.
1849. 8.
Dr. E. H. Costa in Laibach:
4791. Ders., Denkbucli der Anwesenheit Allerlioch.stibrer Ma-
jestäten Franz Josef und Elisabeth im llerzogth. Krain.
1H57. 8.
Dr. Rud. V. Raumer, Professor, in Erlangen:
4792. Ders., ilas deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm
und ilie Enlwickelung der deutschen Schriftsprache.
1858. ö.
III. Für die Kunst- u. Alterthumssanunlung.
Schmitt, Apotheker, in Grafenberg:
2091. Sch«crlklinge aui dem 17. Jahrb.
Dr. V. Hefner-Alteneck, Prof. u. t'ons. der vereinigten
Sammlungen zu .München:
2095. Haupt Christi, Aletallschnitl aus der Mitte des 15. Jahrh.
2096. Ein Jäger, Kadiruug von Augustin Hirschvogel.
Ein Ungenannter in Nürnberg:
2097. 4 bi.>l(ir. Kin/.elbl;itter vom 16. u. 17. Jhdt.
Li. Bull, Kaufmann, in IVürnbcrs:
2098. Silbermünze von H. Job. Friedrich von Wiirtemberg
von 1624.
von Herrmann, Hezirksgerichtsralh, in Kiirnherg:
2099. Siisanua im Bade und Öl. llieronymus in der Hohle,
llandz. coloriert vom 16. Jhdt.
2100. Christus vertreibt die Hiindler aus dem Tempel und St.
Sebastian, Kpfrsl. v. A. Altdorfer.
2101. Die Einreitung Christi, Holzschn. v. A. Altdorfer.
2102. Das Gastmahl des reichen .Mannes; die Gefrafsigkeit und
die Wollust: Kpfrstche. v. H. .\ldegrever.
2103. Die Hochzeit zu Cana (2 Exemplare), das Gastmahl
beim Pharisäer und Christus mit den 12.\posteln (7Blttr.)
Kpfrstche. v. H. S. Beham.
21(14. Der Verralh des Judas und Christus ausgestellt, Holz-
schnitte ^on II. S. Beham.
2105. Christus vor Pilatus, Kpfrst. nach .\. Durer, Bruchstück.
2106. Die Ehebrecherin vor Christus und ^r. 2, 10, 11, 13,
15, 16, 21 und 24 aus dem Lehen Jesu, Kpfrstche. v.
G. Pcnz.
2107. Die Geburt Christi, Kpfrst. v. H. Wierx.
2108. 14 Holzschnitte aus Druckwerken des 16. Jhdt.
2109. 28 legendär. Darstellungen, Kpfrstche. v. 17. Jhdt.
2110. K. Gustav Adolf zu Pferde, Kpfrstcb.
2111. l allegor. Darstellungen, Kpfrstche. v. 17. Jhdt.
Ignaz Fr. Keiblinger, Stiftskapiiular und eni. k. k.
Prof., zu Melk:
2112. Ein aul Pergament gemaltes Wappen v. 16. Jhdt.
Dr. Potthast auf .Schlols Bauden:
2113. Silberamn/.e des Bisthums Ülmüz v. 1665.
Frhr. v. Reitzenstein zu Friedrichseck:
2114. 182 Gypsabgusse und Formen von mittelalterlichen und
neiHTiMi Siegeln.
Dr. Kräuter, Bihliotheksekrclar, in \\eimar:
2115. 26 Lackabdrücke und Papiersiegel.
2116. 2 Originalsiegel vom 15. u. 16. Jhdt.
K. Tränker, Gypslormator, in Weimar:
2117. Gypsab^ufs vom Grunde des silbernen Taufbeckens K.
Otlo's IV.
Dr. Preller, grofshcrz. süch.-. llolralh u. Oherhihliothckar,
in Weimar:
2118. Bleiabgufs eines anjjeblii lien (Jntzcnlulde.- lu (Je-tall
eines «ililcM .Mannes, auf der llcilbililicillicl, /uMermar.
N. V. Urbanstadt m Eger:
2119. 2 OriginalMcgel vom 15. u. 16. Jahrh.
27
Anzeiger fiir Kunde <lt'r deutsclu'M Vorzeit.
28
A. Rück, Luslos am german. Museum:
212(1. Sillirrniinze der Slailt Cliur v. 1645.
C. Köhler in iNürnberf;:
2121. 2 runde (ilnsplallchcn mil aurgt'iiiiilten Wappen. IT.Jhdt.
2122. Das Martyrium des heil. Sebastian, Kpfrst. v. ('»Hol.
2123. Kleine Karle von OeuUcfaland, Kpfrst. v. 17. Jhdt.
Dr. A. Buchholz in Ki<;ii:
2121. 2 SillHTiiiün/eii der l.ivliirider Ordensmcistcr Benno von
der Bor« und Joh. Freitag von Loringhoven.
C. Becker, kgl. preufs. Steuerinspektor, in Würzburi;:
2125. Gypsabgufs eines römisrhen Diptychons mit den Dar.stel-
lungen Christi und .Varia, aus dein .Museum zu Berlin.
2126. 3 Kupferstiche von J. Jlopfer, B. p. gr. Nr. 67, 68 u. 70.
2127. Kupferstich von I>. Ilopfer, B. p. gr. Kr. 128.
Fr. Prof. L. Hoffmann in Knrnberg:
2128. Jungfrau im Brautstaat und allegor. Darstellung, Fcder-
zcichnffn. vom 16. Jhdt.
Ein Ungenannter in Mirnberg:
2129. 2 Blatter mit gemalten Wappen vom 17. Jliill.
2130. Fliegendes Blatt. Holzschn. v. 1524.
C. Elis, Lehrer u. Cons. des Domschatzes zu Halbcrstadt:
2131. 17 Gjpsabgüsse von getriebenen Silberblechen an ("aseln
und Antependien im Donischatzc zu llalberstadl.
2132. 6 Gypsabgüsse von mittelalterlichen Siegeln.
G. Frhr. V. Guttenberg zu Stadisteinach;
2133. 2 Bronceinedaillen auf die Krönung Kg. Ferdinands und
seiner Gemahlin zu Konigen von Böhmen im J. 1836.
Lust, kgl. Advokat, in Straubing :
2134. 4 Silbermünzen aus dem Saulburger Funde.
2135. (irafl. (Illingen sehe Silbermiin/.e vom 17. Jhdt.
Hugo Ritter von Goldegg m Bozen:
2136. Halber Speziestlialer von K. Kudolf II. 1592.
2137. Tiroler '/» Thaler Erzh. Leopolds. 1632.
2138. Groschen Erzh. Ferdinands 17. Jhdt.
2139. .Vugsburger Zweikreuzerstiick. 1625.
2140. Kupfermünze der Sladi Siena, 17. Jhdt.
2141. 7 Photographieen nach millelalterliehen Denkmülern.
Jgn. Seelos, Maler, in Bozen:
2142. Salzhuieer Klippe von 1615.
2143. 3 Salzburger Silbermünzen von 1681, 1694 u. 1695.
2144. Zeichnung nach alten Skulpturen an der Kirche zu l'nler-
Mais hei Meran.
Wilh. Weingärtner in Breslau:
214.1. 'J mm. Broncemunzen und eine Silbermänze.
LÜtzelberger, Stadlbibliolhekar, in Niirnberg:
2146. BraunscbHeiger Mariengroschen v. 1539.
2147. 2 nürnberg. burggräfl. und ein Wijrzb. Kreuzer vom
17. Jhdt.
2148. .\ugsburgcr Kuplerzeicben von 1645.
Ben. Wifs in INurnbcrg:
2149. iNürnberger Silbermünze v. 1622.
Sommer, Bildhauer u. Gypsformator, in Frankfurt a. M. :
215(t. Medaillon mit dem Brustbilde König Maximilians von
Bayern in altdeutscher Tracht, Gypsabgufs.
Cliroiiik der liislorisclicii \>n'in('.
Die Jahrbucher des Vereins von Alterlhiims-
freunden im Rheinlande, XXIV. des zwölften Jahrganges
zweites Heft, 1857, enthalten das Sach- und Namenregister zu
Heft 1— XXlll, Jahrg. 1-Xll. — Der v i e r u n d dreifsigs te
Jahresbericht der schicsischen Gesellschaft für
vaterländische Kultur, 1856, enthalt den nllgemeinen
Bericht der Gesellschaft von Bürgermeister Bartsch und die
Berichte über die Arbeiten und Abänderungen in den einzelnen
Sektionen. Au» den Verhandlungen der historischen Sektion
heben wir hervor: Mittheiliingen einiger urkundliihen Akten-
stücke über die Kaihswaiilen in Sehweidnilz, von Dr. Scliniidl ;
der jurislischcn : historische Darstellung des Gefangen'- und
Gcfangnirswesens in Breslau »eil I70(», von StadtgerichUratli
(iuttler.
Jahrbücher und Jahresbericht des Vereins fiir
m cklenburgischc Geschichte etc. enthalten in ihrem
ncuciten , zweiundzwanzigsten Jahrgang, 1857, an Ouellen-
beilrngrn: chronistische Aufzeichnungen aus dem Klosler Kib-
nilz aus dem 16. Jahrb., milgelheill von C. D. W. Für die
Geschichte de* mckienburgischen Fürstenhauses:
Anna, geborne .Markgralin von Brandenburg, Gemahlin des
Herzogs .Albrechl VII. des Schönen von Meklenbiirg, von Dr.
Lisch; über den Tod des Herzogs AIhrechl VII. und den Re-
gierungsantritt des Herzogs Johann Albrechl I., v<in dems. ;
iilier das firab des meklenburgischen Fürsten l'ribislav zu
Doberan, von dems. Für die Geschichte der Kirche von
Dr. Lisch: über die Reformation des Klosters Dobberlin , über
die Kirchenreformation zu Lübz; über die Kirchenreformation
zu Crivitz; über die Kirche zu Anielungshnrn, über den Cha-
rakter des güsirow'schen Snperinlendenten (Jerhanl Oehinike.
Aufserilem über ein Wunder in der Kirche zu Moisall, von I..
M. Wiechmann-Kndow. Zur Geschichte der deutschen
Literatur: zwei plattdeutsche Gedichte aus dem 15. Jahrb.,
milgelheill von Dr. Lisch. Für die Geschieht« der Buch-
druck er kunst: Beilrage zur altern Buchdruckergeschichtc
Meklenbiirg« und l'ehersichl derselben, von L. M. Wiechmann-
Kailow. Für die Archäologie der vorchristlichen Zeit
linden wir Verschiedenes über Hnnen-, Kegel- und Wendcn-
griiber; für die Baukunst des M. A. heben wir noch hervor
den Beitrag von Dr. Lisch über die Kirche zu Witlenburg.
29
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
30
Aurserdem Bnden wir noih zur Münzkunde kleinere IVotizen.
— Der Jahreslicriitit dis Vereins von Dr. ^V. (i. Beyer enl-
liall die (icsflläclial'lsangelegcnheiten.
Die Mitlhcilungen aus dem (iehiete der Ge-
schichte Liv-, Est- und Kurlands, herausgegeben von
der Gesellschaft für Geschichte und Allerthums-
kunde der russischen üstseeprovinzen, enthalten
im dritten Hefte des achten Bandes (Riga, 1857). Für die
I. andesgesch iclite: Zur Geschichte Livl.inds in den Jahren
15M und 15S2. Auszüge aus einem Tagebuchc wührend der
Belagerung Pleskau's, nelisl einigen Briefen aus derselben Zeit,
mitgetheilt von R. II. von Busse. Einige Nachtrüge zu der
Allhandlung: Johann des Mittlern, Grafen von Nassau -Katzen-
ellenboffen , Heerfahrt nach Livland etc. von Julius Frcih. von
Bohlen. — Zur Quellenkunde von Livland: Verzeichnifs
einiger Urkunden, die im Departement der ausländischen Kon-
fessionen beim k. k. .Minisleriuin des Innern aufbewahrt wer-
den, nebst dem Wortlaut von eilf derselben aus den Jahren
1487 — 1623, von Dr. K. MinzlalT. Tnler den Miscellen . die
verschiedenartige iVoli/.en zur Geschichte Livlands bringen,
heben wir hervor: Fortgesetzter Beitrag zur Geschichte der
ältesten Universität Dorpat, von Dr. Th. Beise.
Der zwanzigste Bericht über das Wirken des histo-
rischen Vereines zu Bamberg, Juni 1856 bis Ende Mai
1857, enthält aufser dem durch den Vercinssekretär erstatteten
Jahresbericht eine fiir die Geschichte Bambergs sehr wertb-
volle, fleifsige Arbeit des Donikapilulars Dr. I,. L. Silimitt:
Geschichte des Ernestinischen Klerikal -Seminars zu Bamberg.
Die umfangreiche Arbeit behandelt die Gründung, den Ort,
das Vermögen, die Vorstiinde des Seminars; das Alumnat, den
Unterhalt der Personen und die geistige Seite desselben. Die
Beilagen enthalten eine Anzahl werllivoller Urkunden und
Aktenstücke.
Von einem neuen Geschichtsvereine, dem Mitlen|berger
Verein für Heimathkunde des Kurkreises, liegt uns
der erste Jahresbericht, Aovcmber 1856 — 1857 vor, der über
die monatlichen Versammlungen und den Stand der Gesell-
schaftsangelegenheilen kurzen Bericht erstattet. Möge der
Verein in fruchtbringender Thatigkeit sich entwickeln!
Der Anzeiger für schweizerische Geschichte und
Alt er ihu m 5 kun d c , Zürich 1857 (dritter Jahrgang), enthalt
in Nr. I (März) für Geschichte und Recht: Markslein-
Literatur; Urkunde des Grafen Rudolf von Habsburg (1268);
Wallher österichers von wallriv vrfecli (1476). Kur Kunstge-
schichte und AI terthumsk u n d e: Vindonissa; eine rö-
mische Inschrift, gefunden zu Schleitheini , Kanton Schafl-
hausen. In IVr. II (.Mai) für Geschichte und Kechl: Mark-
stein-Literatur (FortsetzungJ. Graf Rudolf von Habsburg-Lau-
fenburg (der Schweigsame) bei Kaiser Friedrich II. im Mai
1242. — Kür Kunst und Alterthuin: Erklärung eines Bildes
in der vorigen Kummer; Bild des h. Kolker; Slalislique des
antiquiles celtiques du Jura hernuis; ein Schreiben Waldmanns.
In Kr. III (Juli) für Geschichte und Recht: Grabschrift
Herzog Karls des Kühnen; Sir Oliver Fleming, k. eniilischer
Resident bei der Schweiz. Eidgenossenschaft 1629— 1K38; Ant-
wort aus Bern auf die Frage in Nr. l. des Anzeigers von
1857 betreffend die Freien von Schwanden; der letzte Frei-
herr von Wediswile (zürcherischer Linie); die Schlosser Kiburg
und Wediswil zur Zeit des W aldmannisclien Aufslandes; Ur-
phede von 14.")4. — Für Sprache und Literatur: Keltisch-
römische Ortsnamen. — Für Kunst und .\lterthum: das
elfenbeinerne Reliquiariuni zu Sitten; Munzfund von Mundingen.
— In Nr. IV (üctober) für Geschichte und Recht: Gedenk-
spruch auf Herzog Leopold VII. von Oesterreich ; Verglcichs-
versuch zwischen Kitler Bilgcrin von Heudorf und der Sladt
SchalThansen (1467); über einzelne rathselhafte Ausdrücke in
churrathischen Urkunden; Sir Oliver Fleming etc. (Fortsetzung).
Für Kunst und A Iterthum: .\nlii|uites de Loeche-Ies-Bains;
Alterthunier zu Biel ; Gallischer .Merkur; ein allrümisches
Votivtäfelchen. In Nr. V (Dezember) für Geschichte und
Recht: Königin Agnes schlichtet einen Parteizwist zu Winter-
ihur (1342); Vergabung Graf Eberhards (des Seligen) von
Nellenburg an das Kloster Iteichenau (10.i6); Note sur le droit
uppelle Manaida. F'ür Kunst un d Alterthu m: Glasmalerei:
alter Plan des Klosters St. Gallen; halligrapliie im Kloster St.
Gallen; römische Inschrift und Relief in Stabio ; heraldische
Aufgabe. — Aufserilem enthält jede Nummer eine Anzahl An-
fragen, Berichte, Korrespondenzen etc. —
Mittheilungen der antiquarischen Gesellscbafi
in Zürich, B XII. Heft I, 1857, enthalten: eine Kalender-
tafel aus dem 15. Jahrb., von Heinrich Runge; mit einer Ab-
bildung derselben. —
N a c li r 1 c h t 0 n.
lilteratiir.
Nea erschienene Werke.
1) Berthold der Bartige, erster Herzog von Zaringen.
Von C. F. A. F'ickler. .Mannheim, Verlag von J. Bens-
heimer. 1856. VIII. u. 112 S. 8.
Dem Fli'ifsc uml Spurtalcnle des Verfassers bat die ge-
schichtliche Ergrimilung des deutschen Südwestens schon man-
ches Resultat zu dimkcn gcbalil. In dem oben angeführten
Srhriftchen, einer Festgabe zur Verniahlungsfeier des regieren-
den (irofsherzogs von Baden mit einer Tochter des preufsischen
Königshauses, beurkundet Herr Fiekler seinen Scharfsinn «ufs
Neue. Es sind allerdings olt Hjpolhesen, die er vortragt, und
kühne Hjpollicsen, abci man imifs es anerkennen, dafs sir
den Verfasser, so sehr er au dincu biirij;! und zuweilen
kaum sich selbst zurückhalten kann, aus duicn weiter zu
;h
Anzeiger liir k'uiiile der doutsclien Vüizuit.
32
lolgrrn , dmli nie dazu vcrfiihrfn , die (iesetie der liistori-
schi-n Korschun^i zu verliMigni'n. Die uinsichtini- Scliildcriintf
des ersten Herzogs von Zarinpen, Berlliolds des Bartinen,
lind seiner grofsen lieileutune Tur Land und Keieh, gibt dem
Verfasser eine, gerade lur die Veranlassung des Selirifirhens
erwünschte Gelegenheit, das Geschlecht Hertholds genealogisch
auf- und ahwiirts zu verfolgen. Er weist als Vater Berlliolds
den Bezelin von Villingen nach und versucht diesen als (iral'en
des Breisgau's unil Scdin des Grnlen Birhiilo nachzuweisen;
letzterer konnte dann ein Sohn des 926 urkumllirli vorkom-
menden (jralen Gundraui sein. Kr vindiciert von den Söhnen
Bertliulds des Bartigen dem ^Markgrafen Jlermunn die Krstge-
liurt, woraus sich also ergiht, „dafs das jetzige grofsherzogli-
che Haus von Baden aus der Hauptlinie des Ziiringer Geschlechts
staniiut" (S. 3.1). Das hadische Wappen ist nach unserem
\ erlasser das alte Zaringer Mappen, ilessen einfacher goldener
Schild einen Wink zu geben scheint, „das Geschlecht bis zu
ilen Edelsten des ah'mannischen Stammes, seinen Herzogen vor
der frankischen Er(dierung zu verfolgen," (S. 107). Und da der
Schild der allen Zollern , die durch die Nellenburger mit den
Zahringern verwandt waren, „ein Silherschild von ernstem
Schwarz unterbrochen," auf ein rhatisches (ieschlerhi scbliefsen
läfsl, und die rhatischen ISurcbardinger sich last tmuriterlirochen
bis auf die Acllcnburdcr verlolgin lassen, so fragt der \ erlas-
ser, ob es zu kühn sei, „als Zielpunkt, bis zu welchem die
Forschung der Geschichte des Hohenzollernschen Hauses aufzu-
steigen habe, die rhatischen Bureharde zu bezeichnen?"
(S. 1I7J. — Mit diesen Folgerungen, wie sie sich nicht schöner
finden liefscn, um bei der Stifliingsfeicr eines neuen Bundes
zwischen zwei deutschen Fürstenhäusern im Hinweis auf deren
l\achbarschaft vor sieben huuricrl Jahren mit einir noch Jahr-
hundiTlc darüber hinausgehenden Geschichte beide wie zum
Glückwunsch zu überraschen, wird sich zwar die Forschung
noch naher zu beschäftigen haben , gewifs aber dem Verfasser
für seine Anregung zu Danke verpllichtet.
2) .Monatsschrift für deutsches Stiidte- und Ge-
meindewesen. Redigirt von B. Graser (seit Juli
von A. Fipcr, Oberburgermeister der Si. Frankfurt
a. d. 0. etc.) Jahrg. IH. Iiys Stn. 8.
Obgleich diese Zeilschrift vor Allem dem Bedijrfnisse der
Gegenwart zu dienen sich berufen fühlt, so dringt sie, eben
um ihre Aufgabe umsichtig zu lösen, doch auch in die ver-
wandten Zustände der Vergangenheit. Oer bis vor Kurzem
bestellende Indillerentismus in Bczuc auf Alles, was das Ge-
meindeleben bilrilft , bat in neuerer Zeit dem lebliaflcslen In-
teresse daran l'lalz gemacht. In der doppelten Beziehung also,
einmal, um der Forschung über Städte- und Gcinejndewi'seu
als Organ zu dienen , wodurch deren Resultate noch für die
Gegenwart fruchtbar gemacht werden , dann, um aprioristischu
•Xnsichlen unil durch Erfahrung gewonnene Ueberzeugungen
dem allgemeinern Bedürfnisse zu vermitteln, sucht sie ihr Ziel
unil das Kechl ihrer Existenz. Endlich hcsliiiiiiil sie eine
„Miinals-t'hronik", ilie wiederum siib A. Gesetzgebung, B. Per-
sonal-Nachrichten, l'. Tagea-Neiiigkciten alle hier einschlagi-
gen ISachrichten in übersichtlicher Folge bringt, dazu, die all-
gemeine Theilnnhmc an solchen i\achrichlen zu befriedigen,
ferner als gesirhteles und zuverlafslgea Material für eine künf-
tige Bearbeitung zu dienen. .\uf die bisherigen Leistungen
nach den verschiedenen Kiilitiingen hin können wir im Ein-
zelnen nicht eingehen: im Ganzen sind sie sehr liicbtig und
verdienstlich. Besonders schalzhar ist das gebotene statistische
Material. Die Leitung ist umsichtig und im Allgemeinen dürfen
wir die Uebcrzeugung aussprechen, dafs die Jloiiatsschrift
wertbvoll sowohl für den (icmcindebeamlen, als lür den Stati-
stiker und Historiker ist.
3) l'rkund liehe (ieschichtc der Stipendien und
Stillungen an dem G r o f s h e r z o g 1 i c h e n L ) c e u iii
lind der Universität zu Heidelberg, mit den
i.elienslie.schreibungen der Stifter etc. Von J. Fr. Ilaulz.
Heidelberg, J. Groos. 1. Heft. 1856. M u 41 Sin.
H. Heft. 1857. VIH u. 128 Sin. 8.
Die Geschichte der milden Stiftungen, hier insbesondere
der Stipendien, ist von niclirlacheiii Interesse, fticlit nur bildet
sie einen nicht unerheblichen Tlieil der Kulturgcscliiilite, son-
dern in der Weise, wie hier zugleich das urkundliche .Material
geboten und verarbeitet wird, iinlerrichlet sie auch über die
Bedingungen, unter denen diese Ausflüsse früherer Wohlthätig-
keil der Gegenwart noch zu Gute kommen. Die badischen
Stipendien betragen der Zahl nach nahezu 20U mit einem Ca-
pitalveriiMigen von anderthalb .Millionen (iiildcn, deren jährliche
Einkünfte etwa 7(I,()(I0 II. ausmachen. An dieser Summe haben
das Lyceuin und die Universität zu Heidelberg bedeutende
Antheile. In den vorliegenden beiden llelten behandelt in
fünf Abtheilungen der Verfasser die (ilfcntlichen und I'rivat-
Slipendien , dann die l'reise, die Stiftung für Wittwen und
Waisen cvang. -protestantischer geistlichen Lehrer, darauf die
Heidelberger Universilals-Stipendien. Diese werden wiederum
nach ihrem frühem Betrage und nach ilireiii gegenwärtigen
Stande angegeben. Die letzte Ablheiliing iiinfalst die Stipen-
dien, welche auf einer andern als der badischen Universität
zur Unterstützung dienen sollen, oder wenigstens anderwärts
genossen werden können. Der mitgegebene Anhang über den
Geldwerth ist allerdings willkomiiien , aber selbsiverstanillich
nur zur Erläuterung der vorher behandelten \ erlialtiiisse ge-
nügend.
■1) Galleric der .Meisterwerke a It d eiitsc her Holz-
schneidekunst in facsimilirlen l\achbildiingcn zusam-
mengestellt und mit Erläuterungen herausgegeben von
Dr. A. von Eye und Jacob Falke. Verlag von J.
L. Schniid in Kürnberg, 1857. Fol. Hcfl I— 1\.
Die vier bisher erschienenen Lieleriingcii enllialleii von
A Dürer: Die Himiiiellahrl und die Krunung der .Maria, die
\\ ürgengcl am Flufs Enphrat ans der Olfenharung St. Johannis
und das kolossale Haupt Christi; von L. Cranach: die Ruhe
der heil. Familie auf der Flucht nach Aegypten, in Tondruck,
und sechs Apostelfiguren aus dem Willemberger Heiliglhums-
buche ; von iL S. Behani: den grufscn Kriegszug fl. ii. 2.
Stuck); von IL Burgkniiiir: den Greif und drei geharnischte
Bannerträger aus dem Triumphzuge Kaiser Maximilians I. ; von
A. Sallnert: den Evang. Lukas und den Tod des heil. Rochus :
von einem unbekannten .Meisler des 16. Jahrhunderts: Christus
vor seinen Hichlern, umfangreiches Unicum (I. — 3. Stück).
Die Tri'ue und Schnnheit der Copie hat das .Mögliche erreicht.
33
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
34
5J Der Dom zu Maini und seine bedeutendslcti Dcnk-
Dialer in Original -l'hotographicen von H. Emden, mit
historischem und erläuterndem Texte von Joh. Wet-
ter. Verlag von Victor v. Zabern in .Mainz. 1857.
gr. 4.
In 36 wohlgelungenen , zum Thcil überaus »ohoncn Pho-
tographieen mit dem zugehörigen Texte in deulschcr und fran-
zosischer Sprache liegt das Werk vollendet vor uns und ge-
wahrt einen Ueberblick nicht nur des allehrwurdigen Baues
und seiner Denkmäler, sondern gcwisscrniiifsen anch der Ge-
schichte des Erzbiälhuins und Kurlürstenthums Mainz, die wir
in den Bildern seiner Regenten an uns vorüberziehen sehen.
Gerade unter dieser Rücksicht gewährt die chronologische Ord-
nung der Blatter einen grofsen Heiz und es ist von Werth,
dafs die betredenden Jahreszahlen den einzelnen Photographieen
untergedruckt sind. Der Text halt sich streng an das Wesent-
liche.
6) Geschichte der Stadt Dingolfing und ihrer Um-
gebung. Von Dr. J. W, Eberl. 1856. Druck von
Franz Datterer in Freising. 202 Stn. 8. M. Abbild.
Die (leifsige Arbeil eines die Geschichte seiner Vaterstadt
mit warmer Theilnahmc erfassenden Gelehrten. Im Eingange
schickt der Verfasser eine Beschreibung der Lage der Stadt
und Imgebung voraus, sucht die Reste aus der Romerzeit, die
Romerstrafsen und Schanzen, die Kastelle u. a. Denkmale
nachzuweisen und gibt in diesem Abschnitt einen sehr brauch-
baren Beitrag zu der Geschichte der Römer in der Donau-
gegend, welche durch bayerische Vereine und Forscher schon
manches Licht erhalten hat. Obwohl Dingolfing und Umgebung
viele Spuren von der .\nwesenheit und den Durchzügen von
Riimern enthält, lälst sich eine bleibende und umfangreiche
Niederlassung derselben in dieser Gegend nicht nachweisen. Als
herrenloses (jut fiel nach dem Abzug der Römer die Gegend
den Agilolfingern anheim und es war hier während der Zeit
der Karolinger eine herzogliche Villa, deren .\rt und Geschichte
uns, soweit sich erkennen läfst, der Verfasser in den folgen-
<len Abschnitten erzahlt. 932, nach der Schlacht auf dem Lcch-
felde, war Dingolfing schon so bedeutend, das der Herzog
.\rnulf hierher eine Versammlung seiner Grofsen und der Bi-
schöfe berief, da diese lelzteren die Zuriukgabe der den ^ a-
sallen verliehenen Kirchengüter beanspruchten. Dann folgt
die Geschichte der Stadt, die in eine obere und eine untere
sich iheilt, wahrend der Zeit des Mittelalters, da sich eine
lange Zeit hindurch hier ein Pfleg- und Kaslenanit der ller-
ziigc von Bayern-Landshut befand, sowie ein herzogliches Rent-
amt, und der neueren Jahrhunderte bis in die Gegenwart herab.
Eine zweite Abiheilung enthält die innere Geschichte der Stadt,
der Privilegien und der Verfassung, der gewerblichen Zustände,
der Armenpflege und kirchlichen .\ngelegenheilen u. s. w
Sehr wohlthucnd bei dieser Sladtgcschichte ist , dafs sie bei
ernstlichen Studien, die zu Grunde liegen, in klarer verstän-
diger Gliederung ausgearbeitet ist.
7) Die .Monogra m misten und diejenigen bekannten und
unbekannten Künstler aller Schulen, welche sich zur
Bezeichnung ihrer Werke eines figürlichen Zeichens,
der Initialen des i\amens, der .\bbrevialur desselben
n. s. w. bedient haben. .Mit Berücksichtigung von Buch-
druckerzeichen, der Stempel \un hunstsauimlern , der
Stempel der alten Gold- und Silberschmiede, der .Majolica-
fabriken, l'orcellan-.Manufacturen u. s. w. iSachrichten
über Maier, Zeichner, Bildhauer, .\rchitekten , Kupfer-
stecher, Formschneider, Briefmaler, SchreiliküDsller,
Lithographen, Stempelschneider, Eniailleurc . Gold-
schmiede, Aiello-, Metall- und Elfenbein-.\rbciler, Gra-
veure, Waffenschmiede u. s. w. .Mit den raisunnirendcn
Verzeichnissen der Werke ancmymer Meister, deren Zei-
chen gegeben sind, und der Hin Weisung auf die mit
Monograuinien oder Initialen bezcicbneti-n Produkte be-
kannter Künstler u. s. w. Bearbeitet von Dr. G. K.
Aaglcr. München, Georg Franz. 1857. I.^IIL lieft.
Die vorliegenden drei Lieferungen bringen die ersten 18
Bogen und den Text bis zu A. Dürer, in Besprechung von
dessen W erken das S. Heft abbricht. — Bis zu diesem Punkte
zählt das Aagler'schc Lexicon 349 IVnminern, wahrend Bruiliot
nur 238 aufführt, woraus auf die Reichhaltigkeit und Ver-
mehrung des Werkes im Verhältnifs zu anderen ähnlichen zu
schliefsen ist. Die einzelneu Artikel sind auch umfassender
als sie sonst in iMonogrammenverzeichnissen zu sein pflegen.
Zu verwundern ist jedoch, unter den benutzten (.)uellenwerkeu
einige bekannte nicht zu linden, wie Schi ickcysen 's Er-
klärung der Abkürzungen auf .Münzen des Alter-
thums, des Mittelalters und der neuern Zeit u. s. w.,
wodurch schon bis jetzt mehre -Monogramme dem Verfasser
entgangen sind.
SJ Deutsche Dicblnngen von iMcodenuis Krisch-
lin, Iheils zum erstenmal aus den Handschriften, theils
nach allen Drucken herausgegeben von D. Fr. Siraufs.
(Jl. Publikation des littcr. Vereins in Stuttgart.) Stutt-
gart, 1857. 8. 201 Stn.
.\ls eine Ergänzung zu dem rühmlichst bekannten Werke
des Herausgebers über McodemusFrischlin's Leben und Schrif-
ten bietet dies Buch grofsentheils noch uneedruckte Dichtungen
Frischlin's, die der Herausgeber in einer Handschrift des Stutt-
garter .\rchives laml. Sie sind von des Verfassers eigner
Hand geschrieben und darum von dop|iellem Werlhc. Der
Herausgeber hat an den Texten nichts geändert, was zumal
bei den ungedruckten Sachen zu loben ist, weil eine durch-
greifende Kritik dem .\ulographiin des Dichters gegenüber
immer eine niil'sliche Sache ist. >ur die Interpunktion halten
wir geregelt uewünscht, weil die falsche (doch wohl auf die
Handschrift begrundcle?) oft den Sinn sliirl. Frischlin's Virse
fliefsen leicht dahin und unterscheiden sich durch Wohlklang
vorthcilhaft von den meisten gleichzeitigen. Von den Komö-
dien ist nur die erste weltlichen Inhaltes und behandelt die
Geschichte von „Fraw \\'euilelgnrd , Kcyscr Henrichs. Desz
ersten, ausz Sachssen, Tochter, vnd jhreni Ehegemahcl, (irntf
Vlrich von Buchhorn" (915 — 919.'). Von einer zweiten Ko-
mödie „Joseph" in 3 Theilen enthält die geiiannle llanilschrift
nur die Suminarien. Dann folgt „Ruili'', eine Komödie in fünf
Akten, und eine andere, die ^Hochzeit zu Kann"; hierauf die
für Frischlin's Leben bedeulsniiien Braunschweiger Prilschen-
mcislerreinie und ein eriiihlendes Gedicht, S. ("hrislofl'cl, da.«
erst nach des Verfassers Tode vernflentlicht wurde.
35
Anzeiger für Kiimle der deutschen Vorzeit.
3ü
9) Das Zeitbucli des Eikc von Repeow in ursprün-ilicli
nifderdfUtschiT Sprache und in früher lalfinisilurUcber-
setzun^ herausgegehen von II. K. Mass mann. (42.
PublikalJon des liller. Vereins in Sliitigarl.) Slullgart
1H57. 8. X und 7.i3 Stn.
Die sogenannte Sach.senohroiiiK , deren VeriifTenlliehnng
einem von Historikern wie von Sprachforschern gleich tief ge-
fühlten Bedürfnifs entgegenkommt, erscheint hier in einer auf
den besten Handschriften beruhenden Ausgabe. Durch sie
wird sieb Mafsniann, der seil 3(1 Jahren mit diesem Zeitbuche
wie mit der Kaiserchrnnik besciiafligl gewesen, den Dank aller
Freunde deutscher Gescbichle von Neuem gewinnen. Sehr zu
loben ist die Gegenüberstellung des niederdeutschen Textes
und seiner lateinischen Uebersetzung. An diesen Doppeltext
reihen sich die oberdeutschen Forlselzungcn sowie die Er-
weiterungen der einen niederdeutschen Handschrift G, und
endlich ^jie literarischen und kritischen Untersuchungen. Zu-
nächst die nieder- und oberdeutschen Handschriften. Hier hät-
ten wir allerdings eine genauere Abgrenzung der Familien
gewünscht, die zwar nach einigen Punkten geschieden sind.
Eine ausführliche Untersuchung ist dem Verhältnifs des deut-
schen zum lateinischen Texte gewidmet, lehrreich durch die
vielen Beweisstellen für die lateinische Slylislik im Mittelalter.
Der folgende Abschnitt handelt von der Entstehungszeit und
dem Verfasser, den Mafsniann, den jimgslen schon von Kranz
PfeiUrr zurückgewiesenen Unlcriiiclinngcn von Friedrich PfeifTir
widersprechend, geniäfs der alten Ucberlieferung in Eike von
Repgow erblickt. Der letzte Abschnitt handelt von den 0"'-'-
len der Chronik, unter welchen hauptsächlich Eckehard von
Aurach zu nennen ist.
lOj Wdrniser Chronik von Friedrich Zorn nnt den
Zusätzen Franz Bertholds von Flersheim herausgegeben
von Wilhelm Arnold. (43. Publikation des litler.
Vereins in Stuttgart.) Stuttgart, 1857. 8. 287 Stn.
Die Herausgabe dieser Chronik, die schon Böhmer em-
pfohlen hat, verdient sich bei der Wichtigkeit und Bedeutung
von Worms den Dank aller Freunde idinlscher Geschichti;.
Der Verfasser hat zum grofsen Theil aus Aktenstücken ge-
schöpft und nur für die ältere Zeit ist seine Chronik, wie die
der meisten Stiidte, voll von Fabeln und Erdichtungen. Da-
gegen schildert sie sehr lebendig und wahrheitsgetreu die vielen
Kampfe zwischen den Bischöfen und der Stadt, und fuhrt die
Geschichte von Worms bis gegen l.")76. doch sind die Zititeii
von l.')2ti an ziemlich dürftig imd summarisch behandelt. Die
meisten Chronisten machen es umgekehrt: für dii' altern Zeiten
dürftig, schwellen sie, je mehr sie ihrer eignen Zeit naher
rücken , unverlialtnirsmiifsig an. Gerade durch diesen Umstand
gewinnen wir die Ucherzeugung , dafs der Verfasser aus den
Archiven seiner Vaterstadt schöpfte. Die Ausgabe ist sorg-
fällig, sie beruht zunächst auf einer Wormser Handschrilt vom
Jahre 1570, die nicht unwahrscheinlich das Aulograph des
Verfassers ist, und auf sechs andern Abschriften zu Frankfurt
und Worms, die zuweilen den Text der Originalhandsrlirift
erläutern und berichtigen. Ein sehr sorgfaltiges Begistcr schliefst
das Ganze.
11) Auswahl a llchristlii'her Lieder vom zweiten bis
zum fünfzehnten Jahrhundert. Im Url>'>i mul in deut-
sehen Uebersetzungcn. Mit lebensgeschichtlichen Skizzen
und erläuternden Anmerkungen von F'erd. Bässler,
Oherprediger zu >eusladt-Magdeburg. Berlin, kön. geh.
über- Hofbuchdruckerei lli. Decker). 1858. VIII und
2,')8 Sin. gr 8.
Die herrlichen, liefergreifenden lateinischen Kirchenhymnen
dem Verständnisse auch eines gröfsern Publikums naher zu
bringen ist schon im vorigen Jahrhundert mehrfach versucht
worden. Zwar müssen all diese Nachbildungen nur als Ver-
suche bezeichnet werden, denn den tiefen Wohllanl, die wohl-
lönende Krall der lateinischen Originale kann uiisire moilerne
abgeflachte Sprache nicht wiedergeben. Wie ungleich voller
klingen noch die mitlelhochdeulscheu Nachbildungen einzelner
Lieder! Aber auch in seiner Unvollkommenheit ist jeder der-
artige Versuch dankenswerth. Der Herausgeber der vorliegen-
den Sanindung, schon durch eine ähnliche, die drei letzten
Jahrhunderte umfassende bekannt, gibt hier eine Reihe von
Uebersetzungcn, die theils von ihm selbst, tlieils von .\ndern
herrühren, und denen sich die griechischen und lateinischen
Originale anreihen. Die Uebersetzungcn sind, wie sich das
nicht anders erwarten läfst, von verschiedenem Werthe, ein-
zelne, namentlich die von Simrock, von grofser Vollendung;
auch die dem Verfasser angehörenden empfehlen sich durch
Leichtigkeit des Ausdruckes. Den Dichtern sind kurze biogra-
phische und liierarische Notizen beigegeben.
12) Jägerbrevier. Jagdalterlhümer : Maidsprüche und
Jägerschreie, Jagdcalender, Jägerkünste und Jageraber-
glauben, Jägersagen. Dresden, G. Schimfelds Buchhand-
lung (C. A. Werner). 1857. 8. IV und 180 Stn.
In sehr geschmackvoller und eleganter Ausstattung bietet
dies Büchlein interessante Beitrage zur Geschichte der Jagd.
Zuerst die schon von den Gebrüdern (irimm in den Altd.
Wald. 3. aus einer Gothaer Handschrift initgetheilten ^Vaid-
sprüche und Jägerschreic, an die sich R. Köhler's Sammlung
als Ergänzung arischliefst. Die zweite Ablheilung des Buches
enthüll Thierverslein und Jagdspruchwiirter. Dasellisl linden
sich S. 56 aus dem „Ncuw Jagd vnnd Mejrhverck Buch"
(F'rkf. a. M., F'ejerabendl. 1582) dieselben F'ischnamen mit
ihren Gleichnissen, die Prof. Reufs aus einem älteren Drucke
(Anfang des 16. Jahrhunderts) im Anzeiger für Kunde d. d.
Vorzeit 1857, Sp. 362 IT. mitgetheilt hat. Diese allere Fassung,
bisher unbekannt, ist daher auch dem Verfasser des „Jager-
breviers" entgangen. S. 60 — 80 fidgl der Jagercalender, nach
den Monaten, aus verschiedenen .lagdbüchern zusammcngesiclll.
Irrlhuiiilich werden S. SO die liekaiinlen deulscli- lateinischen
Hexameter „Sew körn Egidii" u. s. w. als Priamel bezeichnet.
Der vierte Abschnitt (S. 81 — 119) uinfafst Jägerkünste und
Jägeraberglaulieu , der letzte endlich die Jagersagen , unter
denen die bekannte in verschiedenen Fassungi'n viirkommende
vom Freiscbülzen eine Hauptsiclle einniniml. DankcnsMerlh
ist auch die musikalische Beilage , die deubchen Jagdsignale
des 16. Jalirh bclreirend.
13) .Vllinm des lillerarischen Vereins in Bern. Bern, H.
Bb.m, 18.58. 8. VIII und 287 Seilen.
/.war gehürl dies Album nur in sehr beschranktem Mafsc
in ilen Kreis der die Zwecke des gcrni. Museums berührenden
Schriften , doch wollen wir wegen einiger darin enthaltenen
37
Anzeiger für Kunde di-r clculsdicii Vorzeit.
38
Aufsälze iliiii eine Anzeige widmen , weil clien in solchen
Scliril'len enliiiillenc Alilian<llun);<'n am leichteslen der Aul-
mcrksanikeil mischen nnd überseliiii werden. Aufser einigen
in puelisclier Form licliiimleltifn S;iceii nnd Krzaliiungen er-
wähnen wir zuniichät einen kleinern Biilrii;; ,.der Kindlein-
fresser auf dem Kornhnusplatze ( in Bern), von Pfarrer Howald"
(S. 13J — 140), dann „zur Charakteristik des bernischen Dia-
lekls, von Fr. Zyro" (S. 247—252) und endlich „Janus Cacilius
Frey, liiographische Skizze von Dr. K. Kurz" (S. 263 — 2TK).
Von niundarllichem Interesse ist aufserdem ein alemannisches
Lied (S. 252) tmd eine in bernischer .Mundart erziihlte Sage
(S. 278).
14) Quellensammlung zur Geschielite des Hauses
H 0 h e nzo 1 1 e rn. Herausgegeben von Dr. C. A. II.
Burkhardt, Conscrvator am .\rcbiv des germanischen
Museums. I. Band. Das funlft nierckisch buech des
Churfiirsten Albrechl Achilles. Jena, 185". Verlag von
Otto üeistung. IV und 288 Stn. 8.
Dem Herausgeber war es vergcmnt, in einigen Archiven
Frankens bisher noch unveröffentlicht gebliebene Aktenstucke
zur hohenzollerschen Geschichte einzusehen und abzuschreiben.
Dieselben sonst ihrem gesaniniten Umfange nach zu publieieren,
erscheint Ihm nicht gerathen und er wird in den spatern Ban-
den der obigen Sammlung Auszüge liefern ; doch von dem
fünften märkischen Buche des Kurfürsten Albrecht .\eliilles gibt
er seiner historischen Bedeutung halber im vorliigcnden I.Bande
seine Abschrift ganz, das .Milgrtheille chronologisch geordnet,
dazu die Ausgabe mit einem Personen- und Ortsregister aus-
(restattet. Es sind 154 Briefe und Aktenstücke, samnitlich aus
den Jahren 147) — 1473, theils von Albrechl Achilles selbst,
an den Kaiser, an seine liäthe, an Privatpersonen u. s. f.,
theils an ihn gerichtet, oder doch ihn angehend. Es bildet die
Sanindung gewissermassen ein geheimes (ieschiiftsjournal der
Hohenzollern , wie Hr. B. nicht unpass<'nd sich ausdrückt, und
gibt nicht selten die interessantesten Aufschlüsse. Man ist da-
her dem Herausgeber gewifs zu Danke verpflichtet ; doch
hätte er .Manches thun können, um den Wertli seiner Publika-
tion zu erhöhen. Das Vorwort bd'st uns im Unklaren, woher
die UMigetheillen Dokumente stammen, was es mit den miir-
kisch-frankischen Büchern für eine Bewandtnifs habe, fwenig-
stens über die ersten vier war man ein Wort der Auskunft
zu erwarten berechtigt); über das Acufsere der Handschrift
vermissen wir gepauere Mitlhcilung; über den historischen
Werlh der einzelnen Briefe wäre eine nithere Aufklarung nothig
gewesen, als es durch die unzulänglichen Veberschrilten ge-
schehen ist , und seiner 0"clle in dem t'omplex der übrigen
gleichzeitigen Quellen wie der historischen l.iluralur überhaupt
ihre Stelle anzuweisenl, darauf bat sich der Herausgeber nicht
eingelassen. Auch dem Sprachlichen, aulfallenden Formen und
Fügungen, unbekannten oder schwerverständlichen »örtern
u. dgl. halle Hr. B. Beachtung zuwenden sollen, was cben.<o
ein lingui.itisches und kulturhistorisches Interesse, als auch die
sicherste und darui]i unentbehrliche Garantie für die Uichtig-
keit der Abschrift gewahrt halte. — Dem Herausgeber werden
die foliTcnden Bande dieser Quellensiimmlung, zu deren Be-
arbcituni.' w ir ihm Gluck wünschen , gewifs reiche Gelegenheit
geben , das Uebersehene nachzuholen und den grofsen Eifer,
den er für dieses Gebiet besitzt, der Wissenschaft doppelt
nutzbar machen.
Aufsätze in Zeitschriften.
Katluil. Blatt aus Agraui i\r. 29. Ilistor. Skizze über .Maria
Zell.
Der Bund: Kr. 1 — 4. Schweizer. Stadicbilder. I. Neuenbürg.
Kr. 6. 7. Die Weihnachtszeil. IH. Runge.)
Deutschland: Kr. 286. Ueber den Fund eines röin. Tempels
bei .Vndernach. Kr. 286. Beil. Die Kloslerkirche zu Fritz-
lar. Kr. 288. Der Alterthumsfund bei Andernach. 1856.
Kr. 1. Kulturhistorische Schilderungen aus Tirol.
Europa: 1858, Kr. 3. Eine fürstliche Hochzeit in Leipzig.
(24. Aug. 1561.)
Illustrirtes Familienbuch: VIII, 3. Diis alldeutsche Faust-
recht.
Westenu. .Monatshefte: Kr. 16. Volkssagen der Schweiz.
(Runge.)
Neues ungar. Museum: 4. 5. Chronik der Stadt Güns. 7.
Siebenbürg, geschichtliche Documente. (Szilagyc.)
Berliner Revue: Kr. 49 ff. Friesland und die F'riesen.
Kr. 50 ff. Johannilcr-Orden : Alte Rilterlisteu.
Bremer Son nt ags blatt : Kr. 50 ff". Vom Scharfrichter.
(Job. Müller.)
Weimarer Son n la gsb la 1 1: Kr. äl. Die Brautigamsschau
und andere Liebcs-Orakel am Andreas-, Thomas- und Weib-
nachtsabend.
Augsburger Tagblatt: Kr. 1. 2. Der Perlacbthunn und das
Scblcifs Konzilech. (B.|
Zeitschrift für die gesamiute Staats wisse nschafi ,
13. Jahrg., 2. u. 3. II.: Ein Beilrag zur Gesch. der Korn-
preise und der Bückertaxen. (Ho.'scber.)
Zeitschrift für histor, Theologie: 1. De confessionis
Augustanae confulatione pontificia. (Liinimer.)
Zeitsebrifl für christliche \\ issenschafl: Kr. 48. Job.
Arndts Berufung von Braunschweig nach Halbersladl.
(Oberhay.)
AI Ige m. Zeitung: 1858, Beilage tu Kr. 12. Wiederbeginn
des Schalflerlanzes.
Illiisirirte Zeitung: Kr. 758. Das Schwanlhaler-. Museum
zu .München. — Sliidtewahrzeichen, \I. Halle, 1. Der auf
Rosen wandelnde Esel,
I, andsli. Zeitung: Kr. 2*9. Die Restanraliou der St. M^ir-
linskirche.
VorniiHrlite \nrlirlrli(rn.
1 ) In diesen Tagen hat sich zu Bregeni em gesrbirhllirber
Verein und ein Museum für AllerlhUmer >on Vorarlberg be-
gründet. Wer die noch vorhandenen römisrhcn Ueberrcslo —
39
AnzeifftM- fur hiiiule der deutschen Vorzeil.
40
wir erinnern nur an das Eponn-Ucnkrnal — kcnnl. «er bi-
ilenkt, wie Manches nocli unter der Decke des Bodens auf
Heilung harri, kann diesem l'nternohinen in rioein verhiillnifs-
inafäiff noch fast nndurchforschten Gaue seine Billrgun;; nicht
versagen.
2) Die hercils friiher angeregte Gründung eines historischen
Vereins fijr die Diöcese Erniland ist nun definitiv \ ollzogen.
Der Zweck desselben besteht in der Erforschung der Geschichte
und Alterlhünier Ermlands, und es soll das Resultat jahrlich
in zwanglosen Heften erscheinen, sowie auch in der Veriplfent-
lichung von Kegesten, l'rkunden, Briefen und historisihen Ouel-
lenschriften unter dem Titel: Monumeula historiac Warmiensis.
3| Bei Aufgraben der Fundamente fiir die Lehnmauer der
Kheineisenbahn am hrahnenberg bei Andernach wurde ein
unterirdisches Gemach entdeckt, welches olfenbar von einem
römischen Bauwerk herrührt. Eine Menge der gewöhnlichen
Urnen, Opferschalen, auch einige Münzen aus der Zeil des
Antonius und Severus fanden sich vor. l'nter diesem Gemache
ist ein verfallenes Gewölbe, welches ein zweites Gemach zu
schliefsen scheint und jetzt erst geiilTnet werden soll.
4) fm Regierungsbezirk Königsberg ist kijrzlich ein hin-
deutender .^lunzfund gemacht worden ; derselbe besteht aus
mehrern Hundert schöner ungarischer Ducaten aus den Jahren
1506 — 1527. Merkwürdig ist es, dafs die Exemplare sich so-
wohl durch das Gepräge wie die Schriftzeichen von einander
unterscheiden.
5) Im Auftrage Sr. k. Hoheit des Prinzen Carl v. Preufsen
übernahm der .Maler SchalTer die Rcstauralion der im Schlosse
zu Sonnenburg noch vorhandenen Bildnisse der (ommendaloren
des Johauniterordcns, welche ihrem Untergänge nahe waten.
\ on üanz besonderem Interesse ist das sehr vorzüglich aus-
geraiirlc Portrat des Fürsten Job. Moriz von Nassau von dem
berubniien .Meister Kason, welches sich den besten seiner Art
anreiht.
fi) Die allerhöchste Genehmigung der von einem der ersten
Architekten Wiens entworfenen Plane zur Erweiterung dis
Schlosses Ambras ist in Innsbruck cingelrolfen. Die beschrank-
ten Räume des Schlosses waren die bisherige Ursache, dafs
die bereits vor zwei Jahren beschlossene Uebersiedlung der
berulimlen .\mbrascr Samndung noch nicht zur Ausführung ge-
langt ist.
7J Ein alles Inveutarienstück der Stadt Köln, die Ralh-
hausuhr, welche wegen Reparatur lange Zeit vermifst wurde,
ist siit einiger Zeil wieder an ihrer Stelle, mit erneuerten
ZifTerbliitlern an der Ost- und Westseite des Kathhaus-Thurmes.
8) Am 1. Dec, des .Alorgens um 8 Uhr, ist die linke Seile
des Chors der Basilika in Echternach, der ehemaligen Abtei-
kirche des geschichllich merkwürdigsten Gebiiudes des (irofs-
herzogthnnis, eingestürzt. Die Giebelniauer des Chors zeigt von
der Spitze bis zur Mitte der drei hohen schmalen Fenster einen
breiten Riss; man erwartet von Stunde zu Stunde deren Ein-
sturz.
9) In Toggenburg ist das Projekt eines in Wildhaus zu
errichtenden Denkmals für den Reformator Zwingli neuerdings
angeregt und einstucilcu eine Kommission ernannt worden.
I(l| In \\ürzburg hat Dr. Scanzoni den Rödelscer Hol
um 8S,nnO n. gekauft. Es ist das ein berühmtes Hans; in ihm
wohnte und starb 1514 Bischof Conrail der Vierte von Bibra.
Das Wappen der Herrn von Bibra ist noch im Hofe in Stein
gehauen zu sehen.
Inserate iiiid neKaiiiiliiia(-liiina;en.
I) Da, wie es in der .\alur der Sache liegt, der jungen
Bibliothek des gerin. Museums noch manches grcifsere und
kostspielige Werk abgeht, welches zum Gebrauch ilcr Beauilen
desselben und zur Herstellung der Repertorien clienli(h wäre,
aber in Erwartung, dafs dergleichen gelegentlich billig oder
geschenksweise erlangt werden könne, noch nicht angeschafft
wurde, so erlaubt man sich, in der Voraussetzung, dafs Freunde
des Museums bei ihnen sieh darbietender Gelegenheit gerne
auf dieses liediirlnifs Rücksicht nehmen, folgende noch ab-
gehende Werke zu bezeichnen :
1. Panzer, .Vnnnles lypographici. Vol. I — II.
2. Sibmacher, Wappenbuch (als zweites Exemplar).
3. Du Cangc, Glossarium mediae et infimae latinilalis, ed.
Henschel. (Die alte Ausgabe ist vorhanden.)
4. V. Posern-Klcll, Sachsens .Münzen im .Mittelalter.
5. Fortsetzung von Jiichers Gelehrten -Le.xicon von H. W.
Rolermu ii<i.
Da mit dieser Nummer ein neuer Jahrgang des Anzeigers beginnt, so wird die
gefällige Bestellung der Fortsetzung desselben hiemit in Erinnerung gebracht. (Halb-
jährige Abonnenten werden nicht angenommen.)
Verantwortlich« Rednclion: Dr. Freih. v. u. z. Aufscs«. Dr. A. v. Eye. Dr. G. h. Frommann
Druck von Kr. Campe .it Rolin In NürnberK.
NÜRNBERG. Das Abonnement des
Ulatti:«. n.lilics alle Moimtu iTSoheint.
wird );an2Jiiliri(,'anj,'i'noiniiifn und Ipi'lrä^'t
jiachdtT neuesten HoHU-onvi-ütiun bei allen
Postämtern und lluelihandlunKen Deutich-
loiiili inel. Oeslreieb» Sri. »«kr. Im 24 tL-
Fiils oder sThlr. preul*.
Hir Frankreich abonniert man in
StralsburK bei C. F. Sehmidt , in l'aris
bei der deutsehen UuehhandlunK von F.
Klineksieek, Nr. II. ruc de Lille, oder
kumm
FCii mu m
Oeschichte.
•'ersonen-
schichlc.
ioerrapbic.
Neue Folge.
bei dem Postamt in Karlsruhe: für tnj-
laiiil bei William» & KorBate, II llen-
rii-lte-streetCoveut-Garden inLomlon ; für
Siirdiiweril.n bei den Pusüiintern liremen
und llamhurs. —
Inserate, welche mit den Zwecken
des Anzeigers und dessen wissenscball-
lichem (lebiete in Verbindung stehen,
werden aufeenommcn und der Kaum ei-
ner t'ohnnnenzeile mit 7 kr. oder 2 Sgr.
berechnet.
ÜElIS(;ilE\ VIIKZEII
Sechster Jahrgang.
1859.
ÜUGAA DES GEUMA\lSi:ilE\ MISEIMS.
Februar.
Wisseiisclial'lliclie Miltheiliiiiffen.
Ileiiiririi Mentliiiieer.
Von Prof. Dr. Ign. V. Zingerle, Universilätsbibliothekar,
in Innsbruck.
Unter der Bezeichnung II 3 a 549 beüiidet sich in der
Iniisbrucker Universilalsbibliolhek eine I'apicrhandschrift
in kl. Folio mit CCxi Blaltern, die thcils einsiialliff, Iheils
doppelspallig beschrieben sind. Die Initialen nnd Auf-
schriften der Capitel sind rolh. Das Papier hat viT.schie-
dene \\ asserzeichen. Ueber das Alter und den Abschrei-
her des Codex gibt der Schlufs genaue Kunde : „Ditz
püch hat geschriben hainrice Sentlinger von Wtinichen.
vnd ist auch volpracht, do man zait von thristus purd
tausent vnd drew hundert vnd newntzik jar in dem ma-
nod Julius, an dem xxi tag dez manotz." Der Abschrei-
ber ist somit ein und dieselbe Person mit dem Bearbei-
ter der Ueimchronik, die im Besitze des Hrn. v. Vinller
zu Bruneck sich befindet, und dem Caslellan des Schlos-
ses Bunkelstcin unter Nikolaus v. Vinller. Da das Buch
manchen Freund der deutschen Mystik interessieren durfte,
so theilen wir hier die Kinleilung desselbiii in geniiuer
Abschrift mit.
lil, j. a.
„Ditz ist die vorred an discm püch Sume Johiinis
vnd der prologus von diin ninisler der ez ze dnütsch
gemacht hat.
Das .sai.'t snnt l'eler der heilig npostel in seiner er-
sten epistel in dem vierden capitel vnd spricht alsn. daz
ein iegleich mensch alz er genad hat der tugeut enpfan-
gen von got. Also sol er die selb genad andern läuten
mit tailen vnd geben, vnd dar vmb wan ich prüder perch-
lolt vnd priester gehorsam hab geian prediger orden.
der dar vmb gemacht vnd bestätigt von der heiligen
chirchen ist. daz er sol predigen vnd chi'iuden daz wort
gotez ze nutz den läuten vnd ze sälikhait. wan ich mein
tag vil gepredigt han . vnd daz gelazzeu het . vnd hat
mich angenomen einzez Ainsidels leben, vnd niht mer
gepredigen mocht vnd prüderleich trew vnd nutz den
läuten beweisen. Nach dem gepot götleicher lieb ze
tun meinem nächsten menschen alz ich seit, vnd auch
von gehorsam wegen meincz orden. Da von ich strof-
l'en vnd gewizzen het vil grüzleieh in meiuer sei. vnd
da von wil ich ze pezzrunir tiin allen christenleichen
menschen. Daz si von mir au irr sei möchten getrost
werden. So hau ich nach meiner vnmi'igleichuit mit der
hillT gotez vnd meinez ordens vuler saucli Dominici. vnd
auch vou lieb vnd pet wegen hern bansen von Aur säli-
gen des andächtigen riltcrs ze däntschcr sprach, nach
der Ordnung dez ABC gemachet, vnd daz den läuten aller
nutzest ist ze wizzen . Daz han ich gezogen auz dem
püch der suiTia der peichtiger . Die der wirdig Johnus
Icsmaister von l-'reiburg auch prediger orden le laicin
gemacht hat. Auf daz. daz ich niht tat wider mein (re-
Imr.'.ani \n(l prüilerleichev lieb präch die ich .-.rhuldig pin
allen läillen. Ich pil auch all die dir da/ puch lesen
43
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
44
oder schreiben . daz si niht dar zu noch von setzen dan
daz not ist le lün. Auf daz der recht sin der heiligen
leren niht gefelschet werd in disem |iuch. viid wer zwei-
fei (I b) hat an disem püch oder an dem sin oder an der
zai der quoten vnd der capitel dez decretes oder an der
suiTi Johaüis . der tut niht wol. Wan ez mag ein man
wol lesen nach seiner gir vnd nach seiner sei sälikliait.
Besondere Be- BrieT über den ^eekriec bei l<epnitto Im
gebenheiten.
Turkenkriegc.
J. 15)1.
Mitgethcilt vcin harl (i autsch in Dresden.
In dem Collektanecnbuche eines Meifsiier Fürstenschn-
Icrs vom J. 1571, das sich auf der k. Bibliothek zu Dres-
den unter den Handschriften befindet, begegnete mir ein
Brief des venetianischen Dogen Aloys Mocrenigo an den
Kurfürsten August von Sachsen über den Seekrieg bei
Lepanto. Anfangs war ich geneigt, denselben für den
stilistischen Versuch eines Schülers zu halten ; allein eine
gewisse Elgenthumlichkeit in Stil und Darstellung, sowie
der Umstand, dafs jene Sammlung viele Copieen von Ori-
ginalaufsatzen , Briefen etc. enthalt, mochte die Vermu-
thung sehr wahrscheinlich, dafs auch dieser einem Ori-
ginale entnommen sein durfte. Ware dies der Fall, so
durfte man nach dem Inhalte weiter schlicfsen, dafs die
Bepublik Venedig ihren wichtigen Sieg allen deutschen
Fürsten mitgetheilt habe, dfun eine besondere Verbin-
dung des mitten in Deutschland gelegenen Kurfurstcn-
thums Sachsen mit Venedig, welche diese besondere Mel-
dung hervorgerufen hatte, ist nicht bekannt; dann aber
bat sie anch dabei die Gelegenheit ergrilfen, diesen Zeit-
punkt als den gunstigsten zu bezeichnen, wo gemein-
same Schritte aller deutschen Fürsten jreiren den alten
Erbfeind der Christenheit von grofserem Erfolg sein konn-
ten. Ich gebe diesem Stuck darum eine grufsere Publi-
citflt, damit Historiker oder Archivare sich veranlafst füh-
len moLhten. Nachfürsrhungeii zu halten, ob dergleichen
Notincalionsschreiben damals noch an andere Fürsten ge-
langt siud und was etwa darauf erfolgt sei. Erwähnt
mufs jedoch noch werden, dafs der Doge, welcher hier
Aloysins Mocrenigo irenannt wird , cinenllich Ludovico
Mocenigo hcifsl, und diese Namensverschiedenheit aller-
dings einiger Erklärung bedarf.
1 1 1 u s t r i s s i m o et e .x c c 1 1 e n l i s s i m o D . A u u u s t o
Dei grnlia Duci saxoniae, sncri B o m a n i Inipe-
r i i A r c ii i m a r s c h a 1 1 o a c P r i n c i p i E I e r t o r i I, a n d l -
gravio Thuringiae etMarchioni MisniaeFratri
n ostr 0 cha riss im 0.
lllustriss. et Excellentissime Domine, Nihil iillo uii-
quam tempore potuit occidere Christianae Beipub. univer-
sae aut salubrius aut gloriosius ea victoria, quam Deo
Opt. Ma.x. inprimis autore et adiutore contra immanissi-
mos C'hristiani uominis hostes navali pugna est conse-
cula, qua fere omnes Turcaium triremes ad internecionem
redactae ac dissipatae sunt. Ac qucmadmodum optatis-
sinuis nuncius de tarn pracclaro tnmque incrcdibili gaudio
cumulavit, sie etiam ea de re caeteros cbrisliaiios l'rin-
cipes mirifice sc laetatos iure optimo arbitrati sumus,
intcr quos Excellentiam vcstram admirabileni quandam
voluptatem ccpisse persuasum nobis est. Atque eidem
vehementer praestiturum nostro veterique in eani studio
atque animi propcnsione etiam at(|ue etinni gratulamur, tum
quia christianas res in summuni discrimen adductus insigiiis
liaec victoria non modo stabiliores, sed earum quoquo
statum ac dignitalem anipliorem redditura sit. Tum etiam
quia oplatum videmus tarn magiiani, tanique illustrem
occasionem opprimendi imperii Turcici, Christianis prin-
cipibus praesertim vobis , qui in Germania nobilissima
provincia, opibus, autoritate, pedestribus et equestribus
copiis florentissimam copiam habctis atque infesti esse in
Pannoniae iinibus omni tempore acerrimo hosti facile
potestis, quem despirare aut acquiescere ne minimum qui-
dem temporis permittalis Ac si fuit unquani tempus
bene de communi utilitate, de vestra gloria , deque pro-
pagando christiano imperio sperandi , id esse peropportu>
num et pernecessarium — aperlis sirut omnes et faten-
tur et praedicant. Qnamobrem E. V. quam Christiaui no-
minis observantissimam semper novimus ac virtute rei mili-
taris scientia prneslniilem, ndliortari ad suscipiendnm hnius-
modi occasionem , tarn praeilare rei coiincieiidac , quod
indicavimus cum res ipsa per se sulis excitnrc ntque in-
ceiiderc possit ununuiurnHinc juiriripem ad gloriam no-
tum quemadmodum tu pracslHnli.ssinii niaiores tui optime
de cbristiaiia lU'pnli. nicriti omni tempore egregiis aclio-
nibus declararunt. Datnc in nostro Ducali Palalio die
23. Octob. Indicto XV. M D.L.XM
Aloysins Mocrenigo
Diu Vcrii'tiariiiii Pt Calii'.
\orii FtttnK über Freiiiitirkl.
Mitgclhoill viin i\ i r. Urlinn von Urbansladt, li. I>. Finanr-
lir/.irksconimis.'i.'lr , in Kgcr.
Als yr mir i,'rsi lirylnj lialil von Pferde wegen, die
dini Frnri7. hc^^lc^ genuiTien sein, wy dy zu Konieswart
Zustände.
.Sprache und
Schrift.
WorlbiilfiitiiiiB:.
45
Anzeiser liir lüiiido der deutschen Vorzeit.
46
lig-en, das getoii, ouch derjud dy Pferdt noch habn sulle
. . fUg ich Euch zu «isseii, das solche Pferdt dy meiiis
gnedigen Herrn iiit ^enunicn, ouch des nichts zu thuu
gehobt habe, macht Ir in warheit glouben ; aber der Jud
hat solche Pferdt von deu, dy solchs geton haben, zu der
Plan gefreymarkt ader gekouft (Schreiben vom J.
1472) . . eingetauscht? oder auf freyem Markt als Eigeo-
thum erworben und ihnen dadurch die Eigenschaft des
Huubes („der Nam" in einer Fehde) genommen, so dafs
er sie zurückzustellen nicht verpflichtet ist?
N. N., den der Kath zu Dienst mit einem Pferd in Sold
nimmt, verspricht „mein Pferd sul noch will ich nit ver-
kaufen noch verfreymarken dann mit ihren (des Raths)
Willen und Wissen" (Verschreibung von 1476).
Der N. hat mit dem N. ein Frey mark und Vertrag
getroffen und ellieb layl (Bergwerk) auf dem Sneeberg
umb toyl auf dem Gren|5ing, des einer dem andern auf
S. Calbrein Tag auf dem Sneeperg und zu Zwika ver-
czyt Gewere und V^iugung tun soll ein ausgesnitene Zet-
tel gegeben hat (von 1477).
BriirliNlürk eliiei* liinlier unliekaiiiiten
ilHilfiHrlirirt (IfM IllKalolH.
Von Professor Dr. Kelle in Prag.
In einem Incunabelbande der k. k. Universitätsbiblio-
thek in Prag (Sign. XLl. G. 43), in dem sich „Sermoncs
s. Augustini ad fratres suos heremitas in heremo coni-
morantcs. Impressum Brixiae 148<)" und ein „Traclatus
de ymitnlione cristi cum tractalulo de meditatiouc cordis
ao. 1487" befinden, ist hinten ein Pergamentblalt , auf
dem Kopfe stehend, eingeheftet, das eiu Bruchstück aus
Wigalois, und zwar die Verse 7110 — 7215 von Beue-
cke's Ausgabe, enthält. *)
Das Blatt ist unten etwas abgeschnitten , wodurch
reclo eine, verso aber zwei Zeilen verloren giengen.
Auch am rechten Bande ist das Blatt zugeschnitten, wo-
durch recto am Ende der Zeilen der zweiten Spalte einige
Buchstaben, verso von der ersten Spalte der Anfang der
Zeilen theilweise mit abgeschnitten wurde. Durch Um-
biegung um die letzte La:,'e des Buches und Einheftung
hat das Blatt auch an seiner linken Seite gelitten, so
dafs die Anfange der Zeilen der ersten Spalte nicht mehr
zu erkennen sind.
*) Die Bibliolhok des gcrm. Jluscnms verdankt Hrn. Prof.
Dr. Kelle eine genaue Abschrift dieses Brucbstncks.
D. Red.
Die Handschrift, aus welcher dieses Blatt erhalten ist,
stammt aus dem XIV. Jahrhundert, war auf klein Oktav
in zwei Spalten mit zierlicher Schrift geschrieben , und
enthielt in jeder Spalte 27 Zeilen. Jede Zeile beginnt
mit einem grofsen rolh durchstrichenen Anfang-sbuchsta-
ben. Die Handschrift ist mit einer feinen Feder liniert,
in der Mitte des Blattes stehen drei Linien nebeneinan-
der, die zwei Rubriken bilden, und in der zweiten Rub-
rik stehen die Anfangsbuchstaben der zweiten Spalte ge-
nau untereinander, welche, da die anderen zum Anfangs-
worte gehörigen Buchstaben erst nach der die Rubrik
bildenden Linie stehen, etwas abgeruckt erscheinen. Die
Anfangsbuchstaben der ersten Spalte standen jedenfalls
in derselben Weise untereinander, sind aber nicht mehr
zu erkennen.
l'iibekaiint« EiiiblHttdrii«ke bekannter Bibliographie.
Autoren.
Von Emil Weller in Zürich.
(Forlsetzung.)
Hans Sachs.
Wenn auch die Zahl der von Hans Sachs publicier-
ten Holzschnitt-Folioblätter ansehnlich gewesen sein mufs,
so ist doch vielleicht nicht der grofsere Tlieil bis auf
uns gekommen. Die Gotbaer herzogliche Bibliothek be-
sitzt deren 24, welche R. Z. Becker 1821 neu schneiden
liefs. Heller („Zusätze zu Bartsch" S. 55—63) be-
schreibt 44 kleinere Eiublattdrucke von Hans Guldenmuudt
und Nie. Meldcman, zum Tiitil wohl die gleichen, welche
nachher zu Fronspergers Kriegsbuche benutzt worden sind.
Andere kommen zerstreut vor, z.B. in R. Weigels Kunst-
kataloge Nr. 19,741 (Das junge Weib zwischen dem al-
ten Mann mit Geldbeutel und dem jungen mit Schlüssel),
gedruckt von Wolfgang Strauch in Nürnberg c. 1569, mit
Holzschnitt von VirgilSolis; zwei von Becker („Jost Am-
man" S. 160 u. 205) aufgeführte Stucke: die „Ilistori
von der Ehebrecher Brück", gedruckt von Hans Wolff
Glaser in Nürnberg c. 1580, mit llolzschnitt von J. .\m-
man, und das „Valete", gedruckt von Kath. Gcrlachin
und Johans vom Berg Erben in .Nürnberg 157G, mit
Kupferstich von J. Amman; zwei Stucke in Lempcrlz
Bibl. germ. Nr. 151 u. 152: „Was vngeschlagen keyn
gut tliut" und ,, Wäscherin, Spinnerin etc."; beide o. 0.
u. J mit Holzsclinitt.
Zu diesen stelle ich hier drei Foliodruckc der Züri-
cher Slndlbibliolhek.
Die Turckiscli heleircrung der Slal A\'irn, mit .«ampt
seiner Tyrnnnischen hnudlung. Im Mli\\l\ Jar.
47
Anzeiger für Kuiule der deutschen Vorzeit.
48
Am Ende: II. S. S. Valentin Neuber. 0. J, (c. 15C0,
in Nürnberg), mit color. Holzschnitt und 100 Verszeileu.
Hurt zu nach dem getzelet wurdt
Von des Herren Christi gcburt etc.
Ein erschrockiiche History von einer Kunigin au|j Lam-
parte.
Am Ende : Antoiiy Formschneidcr zu Fraiickfiirdt. ü.
J, (I53CJ, mit color. Ilolzscliiiitt und 102 Verszcileii.
In der Lamparter Chronica
Le|i wir wie in Lunipartia
Ein kun mutiger konig su|5 etc.
Eyn wunderliche Historij vö einem Hiller aus Franck-
reich.
Am Ende : Gedruckt zu Nurenberg durch — (abge-
schnitten), mit color. Holzschnitt und 130 Verszeilen.
H(jrt zu ein wunderlich geschieht etc.
Jacob liuef.
C. Gesner gedenkt dreier Einblaltdrucke dieses Chi-
rurgen, Dramatikers und Vulksschriflstellers, vor 1545.
Ich war so glucklich, zwei davon in der hiesigen Sladt-
bibliothek aufzunndcn, beide in Prosa und mit Holzschnit-
ten. Das erste Blatt lateinisch, das zweite deutsch.
Anno & Christo iiato 1543. se.xto Februarij matnlina
hora quinta, eademq-^ minuta, ScalThnsiae Helvetinrum iiali
sunt infantes dno, uterq., focminei se.vus, capilibus duo-
bus, brachijs quatuor, totidemi;^ pcdibus disiunclis, uno
vero solide corpore ä collo ad nmbilicum usq^, umhilici
subtus vinculo propcndente, ul apposita ligura repraesen-
tat, Patri autem civi eius urbis Joannes Duner, matri
vero Elizabeta llügclini nomen est. ,/. ]{.
Tiguri apud Eustachium F'roschoverum s. a. (1543).
Im Jar als man zait M.D.XLHH. Jsr, ist gesehen wer-
de zu Glaris in dem lobliche Ort der EydgtiosrhafTt, von
wybvnman, ja jung vfi alt ouch aller mengliche daselbst,
ein Crislallischer wysji gefärbter zirckel vfi ring durch
das mittel der Sofien, vfi an mitten durch den wys-
sen krei|5 ein heitterer schynbarer liesrcnliogen mit allen
»ynen vnderscheidlichen Farben. Vnnd ist di(3 gesehen
worden by heitlerem snberem gefarlilcm himmel um 19.
tag Aprelleii vor mitlag vnili die eillTleii stund, wie dann
diji nachuolgend figur hcilterc atizcigung gibt. Hat nn-
gefaniien crschynen vmb die tiune vor mittag, vnd was
am gnistcn vmb die eillTe, vn endet umb <las ein nach
mitlag jr ganze wflrung 4. stund minder wenig minuten.
Darunter der Cirkel, ferner noch viel enggcdrnckter
Text. Am Schlüsse :
Per Jacobum Hn(T urbis Tigurinac Chirnrgnm. (• O.
u. J. (Zürich. 1544).
(Schiufs folgt )
■■»■itlxfirliiiiiiiBeii 10II A. nürrr iiM firit» Kunst.
lUclieii .nilHeiini. UiMvmle KunsU
In der Zeitschrift Serapeum, Jahrg. 1Ö44, Nr. 3 ff.
wird von Sotzmann und iMafsmann ausführlich über
alte handschriftliche und xylographische Ringerbucher ab-
gehandelt und dabei mehrfach einer dem A. Dürer zu-
geschriebenen, in zweimaliger Handschrift zu Breslau und
in Steiermark sich befindenden ^^'0.-i/.oiiiaaxa.Xta sive
armorum traetandorum meditatio" gedacht, wel-
che nach Text und Zeichnung den verschiedenen Ausga-
ben des im Egenolph'schen Verlage bis 1558 erschiene-
nen Fechtbuches zu Grunde gelegen haben soll. Wie
die beiden genannten grol'sen Kenner der alldeutschen
Holzschneidekunst die Frage der Dilrcr'schen Autorschaft
unentschieden lassen , so sind auch wir entrernl, nach-
träglich unser Volum dazuzugeben, sondern bemerken
nur, dal's die ii] der mit d bezeichneten Ausgabe, welche
uns vorliegt, enthaltenen Holzschnitte keineswegs uns an
Durer, vielmehr an II. Brosamer erinnern, welchem R. Wei-
gel auch die llolzschnilte der Ausgabe b zuschreibt, die
wabrscheirdich mit den ersteren dieselben sind. Wenig-
stens deutet das CostUm der Figuren auf eine frühere
Zeit, als die der Herausgabe des Buches ; es pafste so-
gar noch fUr das Jahr 1512, in welchem das oben er-
wähnte, angeblich Durer'sche Manuscript entstanden sein
soll. Dafs Blal'smanu aber richtig vermulhet, wenn er
sagt, es habe nichts Unwahrscheinliches auf sich, „dafs
der in jeder Beziehung hochbegabte und schöngebildete
Dürer auch mit der männlichen Kunst des Fech-
tens und Ringens sich beschäftigt, darüber gesonnen und
gesammelt habe", beweist eine Handzeichnung in dem in
der letzten Nummer des .\nzeigers besprochenen DUrer'-
schcn Mannscripte im brillischen Museum, die ebenfalls
durch gütige Millheilung Hrn. W. Bell's in Farsimile uns
übermittelt und, nach diesem vervielfältigt, der heutigen
Nummer beigelegt ist. Diese Zeichnung ist, wie sogleich
ersichtlich, ein erster F^nlwurf und tragt, wie schon früher
bemerkt, die Jahreszahl 1512, was allerdings mitderEnt-
slehniigszeit der (ibeneiwiihnlcn llandscbrin ilbcreinslimmt.
In das ligenolphschc Fechlbnch von 1558 linden wir
diese beiden Fechterpaare nicht aufgenommen ; eine Ver-
gleichiing mit der Breslaner llaiidschrifl müfsle ergeben, ob
sie, vielleicht weiter ausgefnhit, in dieser vorkommen.
.%ltrN Sdif iilriibiirli «Irr KcirliMHiHiK Imiij. I.nnd u. Leute.
Von Professcr Dr. Cengler zu Erlangen. Sladlewc.en.
Vciii dem uralten, seit dem vierzehnten Jahrhunderte
reichsunmitlelbar gewesenen, 18(»3 an den Giafen von
49
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
50
Quadt und 1806 an die Krone Württemberg gekommenen
Städtchen Isiiy waren bisher aulser den in Luuig's Teul-
schem Reichs-Archive Tbl. Will, S. b31 IT., v. Moser"s
Reichs -Stättischem Hand-Buche Tbl. 11, S. 17 ff. und bei
Hugo, Jledialifiruiig der deutschen Reichsstädte S. 255 — 72
abgedruckten Privilegien und Urkunden, sowie dem noch
ungedruckten Retiilsbuche („der Statt Y|iny Rerormation
vnd Erklärung Ihrer Statuten vnd Statlrechten|j") v. 1.
Mai 1544 und revidiert am 8. Febr. 1622, dessen C. G.
V. Wächter in seinem Ilandbuche des im K. Württem-
berg geltenden l'rivatrecbts lad. I, Abth. 2, S. 777 Er-
wähnung thut, wenigstens in weiteren Kreisen keine
Rechisquellen bekannt. Um so heaehtenswertber erscheint
daher eine dem germauischen Museum gehörige und mit
der Bibliotheknummer 7185 bezeichnete, 126 Quartblätter
umfassende Papierhaniischrift mit der auf dem l'ergament-
deckel belindlichen Aufschrift: „1412. Alte Statt
Ordnung", welche eine reichhaltige Sammlung von Sta-
tuten des Rathes der Reichsstadt Isny aus der zweiten
Hälfte des vierzehnten und dem ganzen fünfzehnten .lahr-
huridertf darbietet. Sic beginnt mit der gleichsam als
Hauptrubrnni des gesammlen Ruches dienenden Notiz:
,,Anno doniini .Mrcc nonagesimo sexto notala sunt hec
vt sequuntur per muuum mei Wernheri Brog de phullen-
dorf pro tunc notarii Oppidi ysinn" etc., worauf nach
einigen, offenbar erst später auf den beiden leer gewese-
nen Seiten des 1. Blattes niedergeschriebenen Satzungen
und Bemerkungen, auf Bl. 2 mit der Uebersehrift : „Disz
sint etlich vtiser stat Ordnung vnd gescczt vt sequuntur
etc." die eigentliche alte Stadtordnuiig selbst anhebt und
vermuthlich bis Bl. 17 reicht. Hieran knüpfen sich dann
Rathsscblusse aus dem Zeiträume von 1396 — 1490, rege!-
niäfsig chronologisch geordnet und datiert, welchen ein-
zelne stadtische Privilegien, z. B. Kaiser Sigismunds (,,Fri-
hait vber schädliche liit zu richten") v. 1420 (Bl. 46,
107), Rathsurlhcile (Bl. 20, (iOb), .Straffälle (Bl. 45, 64,
65), Vertrage (62, G'.i), geschichtliche Notate (Bl. 36,
37, 64 b), Zolltarife (63) u. s. w. eingemischt sind.
Satzungen, welche durch jüngere Hatli.islalnte aufgehoben
oder geändert wurden, linden sich ganz oder theilweise
durchstrichen. Dagegen werden mehrere Einträge doppelt
angetroffen, was sich daraus erklaren lassen dürfte, dafs
wahrscheinlich <lus ganze .Slatutenbncli ursprünglich ans drei
gesonderten Heften (Bl. 1— 7S, 79—106, 107—126) be-
standen und der Sammler Manches aus den beiden spiileren
Colleclaneen nachher in die erste oder llanptsnmnilnng
zu deren Ergänzung und Verbesserung hcrUhergenommcn
hat. Der Inhalt der Statute, deren einzelne Artikel nur
zum kleinsten Theile Leberscliriften haben, ist höchst
mannigfaltig und erstreckt sich über das gesammte Rechts-
und Verwaltungsgebiet, wie nachfolgende systematische
Uebersicht der wichtigeren Materien bezeugen mag :
A. (Jef fen tlich es und Verwaltungs-Recht:
Rathswahl (Bl. 1, 3b, IIb), Eid des Bürgermeisters und
Ammanns, der Zunftmeister etc. (6), Verbot der ,.wisung
im rechte" durch Personen aufserhalb des Raths (bl b),
BUrgeranfnahme, besonders Bedingungen derselben (27,
41, 99), Reception Geistlicher (42 b), ausherrischer und
zinsbarer Leute (38), lediger Kinder oder Baiikarte (120) ;
Aufgebung des Bürgerrechts mit Leistung einer „nach-
sture" (87); Verbot der Ladung eines Bürgers vor fremde
Gerichte (42b); Kriegswesen (30b, 31b, 83, 87b);
städtische Abgaben, wie Steuern (9b, 19b, 54b, 59),
Ungeld (89, 103b), Schauschilling (88 b, 89b); Schulden
der Amtleute und Steuermeister (57, 68 b).
B. Bürgerliche Nahrung und Zunftwesen:
Handel mit Leinwand (18, 19, 26b, 37b 44, 48, 68, 73,
91 b), Tuch (23 b, 90 b), Leder (8, 27), Vieh (67), Korn
(83b, 100b, 113, 115), Schmalz (91), Salz (6fi, 121),
Wein (117), Honig (12, 69) : l'nterkäuner (48). — Metz-
ger (7 b, 8, 57 b, 67 b, 74 b), Bäcker (8, 19 b, 58, 72,
74, 75 b, 84 b, 85 b, 99 b, 100), Wirthe und Methsohen-
ker (60 b, OS b , 83 b, 91), Melber (86, 100 b), Fischer
(88b), Weber (55, 69b, 70b, 86, 100, 119), Tuchsche-
rer (22), Färber (20 h, 30), Gewandschneider (9), Zim-
merleute (21b), Bader und .Scherer (101 b). — Znnftanf-
nahme und Uebertritt von einer Innung in die andere (27,
99); Verlust der Zunftgenossenschaft (115 b) ; Autonomie
der Zünfte (58b); Zunftstrafrecht „nach der zunflbrief
sag" (54b); Kauflentezunft (40b), Schmiedezunft und
Stubenrecht derselben (76b, 79b, 84).
C. Polizei, und zwar
a. Fremdenpolizei, z. B. Beherbergung Fremder (116,
119 b), Frevel an solchen (84 b).
b. ürdnungs- und Sicherheitspolizei, z. B. Friedgebote
bei Krieg und Slofs (14, 17); Verbot des nächtlichen
Wallen tragens (15 b) und selbslhülflicheii Zuredesetzens
(52 b); Bewahrung von Licht und Feuer und Verfahren
bei BraudansbruclLcn (21 l', 58).
c. \\ idilfiihr Is - uikI .Armenpolizei, z. B. Hochzeitord-
nung (10, Ifi, 21, 76, 79, 88b, 112), Kleiderordnnng
(114b), Leichenfeiern (77), Beschränkung der Tauf- und
Weihnachtsgeschenke (10, II), Gasteordnung (91); Al-
mosenordnung (80, 87b, Hl) Spielverbote (Hb, 16b,
17, 33 b, 41b, 42); Verfahren gegen fluchtige Schuld-
ner (55 b).
d. Sittlichkeitspolizei, z. B. Frauenhäuser (8S), Kup-
pelei (S7 b) ; ^^■eibnachts- und Fnstnacblsscherze der Hand-
werker (9b); nngdltliches Sch"orcn, Flurhon und Böses
Anwunschcn (11, 13b, 26); Schreien in den Wirihshäu-
51
AnzeisTcr fiir KiiikIl' (it-r deiitscheii Vcirzcil
52
Sern (27b), Nolhigen rum Weinhausbesuche (*9). muth-
williges Eidifislen (9b).
e. Gewerbspulizei : richtiges Mafs und Gewicht (l(i);
Verbot ,, nicht lofligen Geldes" (16); Gelreldeverkauf
aufserhalb derStadt (41); Beginn des Feierabenite ('JOl)) ;
Weiiidepot von Ausländern (40).
D. Kirchliche Verhältnisse: Kirchenstuhlrechte
(67); Oslerabendmahl (76); Begräbnisse (75).
E. Pcinliclies und bürgerliches Verfahren:
Fragerecbt des Ammauns ("jS b) ; die fanf HauplTrageu
(47 h, 109): Ausloosung der l'rtheilsfinder (28) : Obliegen-
heiten des .\nimarins bei L'ngewelteii (Öj); Eidesleistung
im Civilprocesse (77).
K. Strafreclit: Arten der Vergehen: Frevel, Un-
lucht, L'ngLWetlen (.')4, 'Jl , 92); Anzeigeplllcbt bei sol-
chen (40); Freyung oder Asyl ( 1 h, 25b, 53); Nothwehr
(4 b, 62 b;; kleine üiebstahle, gcbufst mit 10 Fuder Steine
(ö); Friedbruchswunden (23, 29, 31, 441), 4» b, 49, 56^
111), Zuziehung geschworener Wundärzte (24b); Ehe-
bruch (46); Injurien (13b, 26, 58, 101).
G. Privalrechl, und zwar
a. Familienrecht: Eheschliersuiig ohne ElternconseDS
(17b), Vereheliihung mit eigtriliörigi-n Frauenspersonen
und Fremden (102, llDb); Eheweibijche Schulden und
Scbuldenhariung bei Gewerbtreibendeu (53); I.eibgeding
der Frauen (34); Vormundschaft (75 b), Handlungsun-
fähigkeit der Bevogtelen (l»b, 29)
b. Dingliche Hechte: Erwerb von Liegenschaften und
Fertigung im Grundbnche (73 b), Verbot der Veranfseruug
und Ver^tlftnng von Ininiobilien an Fremde (25 h); Ver-
gabung gelegener Guter an Gotteshauser und Gaste (84).
— Weiderecht (51), Grundpfand und dessen Verhuchuiig
(22b), Faustpfänder (11 b, 25, 54). — Zinse und Güllen,
Verkauf, Ablösung, Ansklagung derselben (Ih, 7, 8b,
67 b, 68, 114). — Burgrecht und Veraufscrung dessel-
ben (4 a).
c Forderungsreclit : Beschränkung der .Sclionkungcn
(lob, II, 43); Kauf, Üarlehn und Wette (11); Geld-
schulden (92 b).
d. Erbrecht: Erbfolge ubcrhanpl (42) ; Enkel-Erbfolge
(115 b); Erbfolge von Frau und Kindern (12 b, 51b, 32),
sowie der Mutter in das Gut eines Kindes (87); Verer-
bung von Liegenschaften an Fremde und Einstnndsrcchl
der Burger (41b); Urkunden nber Seelgerdthe (35).
Auf auswärtige Hechle wird nur einmal (Bl. 38b) in
Ansehung der mütterlichen Successionsrcchle, iiAmlich auf
das Hecht von Lindau, mit welchem Isny durch Kaiser
Karl IV 1348 (s. Hugo, a. a. d S. 85) bewidmet wor-
den war. Iiingewicsco. Aufscrdcm sind noch die hie und dn
begegnenden „Declarationes" von Gelehrten iiber bedeut-
same Becblsfragen (s. unten Nr. 5, 6) bemerkensw erth.
Zur Probe mögen übrigens nachfolgende wenige Stel-
len aus dem Stalutenbuche dienen :
1) Weihes kiud och das vatter oder muter hett zu
der E grifft vnn och das mit willen baidenthalb zu gieng
vnn bcschach vnd es aber doch wider siiis vatter oder
muter willen vnn gunst war, dasselb kiiid es si knab
oder tohter sol geoczlich von sines vatter vnn miiler erb
o-pslofsen vnn enterbt sin vor tod vnn nach tod. Es wer
denn das des seihen kindz vatter oder inuter diilit das
si sich alz wol stellen vnn an lassen wolleiit vnn darumb
für den rat kam vnn dar bat das man das kind wider
ain erb kind liessi sin . wenn das gescliiht so sol das-
selb kiiid für das vatter oder muler also bittind ist als
vorbcschaiden ist dise'' saczung von erbz wegen nit en-
gelten. Wa och waisen würint weihe'' da, es war knab
oder tohter zu der E griff an siner vogt vnn frniid rat
der war, es war knab oder tohter vierczig phund haller
an vnser stat vervallen, vnd gcschach disz Ordnung vnn
saczung an der nehslen mitwochen nach sant Gergen tag
Anno dm. M'^ccc" nonagesimo septimo. (Bl. 17 h).
(Schlufs folgt.)
'M,ur I iiterMiirlniiiie «ler »rliädel bu« alten
(•rnberii.
Milgelheill von I gn. Pe 1 1 e rs . (ijninasiallehrer, in Leilmerilz.
Das Schlufshefl des VI. Jahrgangs (1858) der in
Prag von dem beriibmlen Physiologen Prof Dr. Purkyne
mit Job. Krejci redigierten naturwissenschaftlichen Zeit-
schrift „Ziva" bringt von S. 223 — 242 einen höchst
beachtenswertben Aufsatz von einem tnchtigen Schiller
Purkynes, Dr. Eduard Gr()ger, unter dem Titel: „Ueber
die Menschenschädel im allgemeinen und die slavischen
insbesondere" (0 lebkiich clovecich riibcc a o slovan-
skych zvliiste). Nach der Besprechung der craniologi-
schen Gesichtspunkte, des Camper'schen Gesichtswinkels,
nach welchem die Eintheilung der Menschenracen in or-
thognathi und proirnathi geschieht, und des von
Hetzius in Stockholm, dem bedeutendsten Craniologen un-
serer Zeit, zuerst untersuchten Verhältnisses der Länge
des Schädels zur Breite, auf welches von Retzius die
Einlheilnng in d ol i c h oce p h a I i und b r a chy ce ph al i
jjegrundet ist, setzt Dr. Ed Groger in klarer und bündi-
ger Darslelinng auseinander, welche vielfachen Messun-
gen er bei L'nlersuchung von Menschenschädcln an allen
Seiten derselben vornimmt.
Groger hat nun im 200 Schftdel von verschiedenen
Volkcrstämmen gemessen und pihl von diesen als die
XationAlitiiten
uiul StAininvcr-
hiiltnisse.
53
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
5i
grufste Schidellange der dolicbocephali, iiiitcr welche die
GermaueD und Gelten gehören, l'J", als die kleinste 190,
als die grofste Schadellange der bracbycephali, zu denen
die Slaven geboren, 181, als die kleinste 167 Millimeter
an; 'im Durcbschnitt stellte sich das Verhallnils der
Scbüdelläuge als lü2 : 174 Jlillini. heraus. Die grofste
Breite der Schsdel von dolicbocephali betrug 148, die
kleinste 131, von bracbycephali die erstere 158, die letz-
lere 137, die mittlere Breite 141 und 147 Jlillim. Die
Schädel der dolicbocephali haben eine 1,362 mal gröTsere
Länge als Breite, wählend die Schiidel der bracbycephali
nur 1,183 mal mehr in der Lange als in der Breite ha-
ben. Die von Ketzius und Gröger vorgenommenen Mes-
sungen an Olenscbenscbädeln unterstutzen die historische
Forschung dort, wo aus den in alten Grabern gefundeneu
Schädeln auf die altern Bewohner einer Gegend ein ziem-
lich sicherer Scblufs möglich wird. Groger hat nun an
17 Schädeln aus heidnischen Gräbern Böhmens, die er
mit Hülfe des eifrigen Archäologen P. Krolmus zusam-
menbrachte, seine Messungen angestellt; unter diesen
stellten sich 15 als bracbycephali und nur 2 als dolicbo-
cephali dar (diese aus dem Scharkalhal bei Frag). Die
erstem gehören unzweifelbafl Slaven, die letztern Ger-
manen oder Gelten an. Die sehr interessante Verglei-
cbuiig jener Schädel mit neuern .Scbiideln aus einer rein-
slavischen Gegend (dem Dorfe Fulim bei l'isek) zeigt
die grofste Uebereinstimmung: bei den erstem beträgt
die grofste Schädellange 173, die grofste Breite 145 Mill.,
bei den letztem die Länge 175, die Breite 142, wahrend
bei den zwei nichtslaviscben Schädeln aus der Scharka
die Länge 193, die Breite 136 Mill. beträgt.
Als Ergebnisse seiner Forschung stellt zum Schlüsse
Dr. Gröger folgende Punkte auf:
1. Der grofste Theil der Schädel aus heidnischen
Gräbern in Böhmen gleicht den slavischeii Schädeln un-
serer Zeit, ist also ohne Zweifel slaviscber, nicht
deutscher oder celtiscber Herkunft.
2. INur selten linden sich in den Gräbern lange Schä-
del, die nichtslavisch sind.
3. Die leibliche BescbalTenbeit der alten Slaven war
dieselbe, wie die der Slaven unserer Zeit.
Diesem kurzen Auszuge aus Dr. Grogers Abhand-
lung fuge ich nur noch eine Bemerkung bei. Unbedingt
nolhwendig ist es, aufser den Schädeln noch den übrigen
Inhalt der Gräber genau zu untersuchen, ob Gegenstände
von Stein, lironce, Eisen, ob Münzen u. s. w. sich bei
ihnen fanden; über das Alter dieser Gegenstände hat
der Archäolog ebenso zu entscheiden, wie die genaue
Untersuchung der Schädel einen Aufscblufs uber das Volk
gibt. Auf die Zeit vor den Bojcrn in Böhmen sind
die Ergebnisse Dr. Grogers nicht ohne Weiteres zu be-
zieben ; dafs also Slaven vor den Bojern in uiiserm Lande
wohnten, ist einzig und allein durch die Messung der
Schädel aus den heidnischen Gräbern nicht bewiesen.
Her Sriiiieiiler liOhn und 4lr«liiiiiiic in Leben.
■ilireril . 1499. Ei-zeugunK und
Milgclheilt von J. Schneller, Sladtarcliivar , in Lucern. Enverb.
Zunft- u. Ciilde-
Item man sol ein schnider geben von eim Sidin Warn- wcsen.
sei XV |i. vnd susl von eim NVamsel, es si" knupflet
oder nit vj plaphert, vnd von eim par hosen ij. plap.
So einer farw sind : wel aber teilt hosen haben wellen.
So mögen die schnider ze Ion nemen als sy gedenken Inen
fügelich sin.
Item ein manrock mit futry mit blelz vj [!>.
Item ein kurtzen rock der susl gefutret ist v [l.
Item ein rock So an die waden slost vnd gefutret
sind viij (5. vnd von eim ungefütret vj jj.
Item von eim langen rock der gefutret ist, als die
priester tragen von eim x (5., welcher aber mit bletz
gefutret ist old wird oder vngefiltret vj (i.
Item von eim mannen mantel durch nider gefutret von
eim vj (i., vnd weler aber oben vmb mit scherter gefu-
tret ist iiij |5. vnd von eim kurtzen mantel iij (3. so nit
gefutret ist.
Ilem von einer frowen vnderrock vnd vnderschurlitz
vj plap.
Item von einer frowen schuhen so ein kursener fii-
tret vj (i.
Ilem von einer frowen schaben so susl durch nider
gefutret wird x |j.
Item von einer vngefuetroten schuhen vj j5.
Item von eim frowen rock .\ij plap. ; ist er aber mit
Siden präwt xiilj plap.
Item von eim arris rock xiiij plap.
Item ein tuechin mnntcl x plap. ; welcher mantel aber
lang swentz hat vnd vil tucb bruchl .\ij , xiij . oder xiiij
plap.
Ilem von der brüst an die weiche inil irinlen gefue-
tret iiij |5. aber viigefUlret ij |i.
Ilem ein kurtzen frowen nianlel der gefiltert ist durch
V (i, vj (5. ; aber von eim sust gefütroten iiij |i.
Item ouch geualt Inen, das man den schnidern, So
den luten in husern wcrchcnt, die solleiit aiigan ze wer-
chcn am morgen So es. v. Siecht, vnd am abent virabcn
haben, So die glogg ix siecht; vnd sol man eim meistcr
zum tag ze Ion geben ij plap., ouch eim meistcr knecht
ij plap., vnd sust eim Unecht ij |j. vnd von eim knaben
viij angslcr.
55
Anzeiger l'iir Kiiiulr iler ihnilsclieii Vorzeit.
56
Lebensweise.
Sociale Verhält-
Wappen.
llrritliliMrlieM.
Von C. Pri Ullis, Rechtspraktikaiilen, in Nürnberg.
Wohl wenige Familien linben im Laufe der Zeit eine
solche Umgestaltung: ihres urspruiiiilichen Wappens er-
litten, als die gegenwärtig noch in Wiirltemberij blii-
hcnde Familie der Freiherren von Kroll.
Diese Familie, deren ursprüngliche Heimalh der Can-
ton Thurgau ist, wo sie das Schlofs LuxbUhel besals, so-
wie Grimmenstein und Taufensee im Kheinthal, breitete
sich schon frühe in zwei Linien aus, von welchen die
eine in Feldkirch, die andere in Ulm durch Jahrhunderte
ihren Sitz hatte. Erstcre nun, die sich auch nach Lindau
verzweigte, führte nach zahlreich vorhandenen Siegeln
und Grabmonumenten im silbernen Felde einen wachsen-
den, bariigen, unbekleideten Mann, der mit beiden Armen
über sich zwei ins Kreuz gelegte schwarze Reuthauen
(Krauel) mit drei Zinkeu hält. Auf dem Helme wächst
der Mann des Schildes zwischen xwei silbernen BulTelhor-
nern hervor, die er mit den Armen erfafst.
Das gleiche Wappen gibt Stumpf in seiner Schweizer
Chronik, wo jedoch das rechte biilTelhurn schwarz lin-
giert erscheint. Haphael Custos in seinem Werke der
Augsburger Familien, wie nicht minder .Siebmacher und
V. llefncr in seinem Neuen Siehmacher, stimmen hiemit
völlig uberein.
Oh nun die L'lmcr Linie das gleiche Wappen gefuhrt
ist mir zwar nicht bekannt, da mir Abbildungen dessel-
ben nicht zu Gesicht gekommen; es dürfte dieses jedoch
zu bezweifeln sein, da Bucciin in seiner Stemmatographie
Th. IV, wo er diese Familie auffuhrt und blofs die Ulmer
Familie berücksichtigt, als Wappen dieser Familie zwei
ins Kreuz gelegte schwarze Haken im silbernen Felde
gibt. Damit war jedoch die Aenderung des alten, spre-
chenden Wappens (Kreul, Kröwl, wie sich auch die Ul-
mer Linie früher schrieb) noch nicht beendet, wie aus
dem Wappenbuch des Königreiches Württemberg zu er-
sehen. Dort gibt TyrolT, der sich bei Herausgabe des-
selben genauer und ofHcieller Nachweise erfreute, als
Wappen dieser Familie: In Silber, über einem güldenen
Dreiberge im Schildcsfufse , zwei ins Kreuz gelcfite, mit
den Krallen aufwärts und auswärts gekehrte schwarze lliih-
nerfufse. Auf dem Helme wächst eine sillicru Im lilndete
Juii<;frau (nachllefuer eine Melusine) hervor, die inilden
Händen zwei mit den KOpfen auf der Krone des Helmes
aufsiehende Fische hall.
Wenn diese Figur sich in etwas dem ur.spruri!;lichcn
Wnppenbildc wieder nähert, so hat dagegen Casl in sei-
nem Adelsbuche des Königreichs Württemberg sich, wie
es scheint, aufDucelin gestutzt; doch schien ihm die Ver-
wandlung der Beuthauen in Hacken noch nicht genügend
gewesen zu sein, und aus einfachen sind bei ihm endlich
doppelle Widerhaken geworden, und, wie bei ihm der
Dreiherg verschwunden , so mufste auch die Melusine
einem silberbckleideten und gekrönten Manne weichen.
Wenn man sich auch hiebei mit Recht fragt, welche Ab-
bildung hier die richtige ist, so ist am Ende diese Um-
wandlung eines so leicht erklärlichen Wappens in Folge
der Unkenutnifs des ursprünglichen Wappeubildcs und
durch Verleihung neuer Diplome zu erklären.
Grofseres Bedenken und Erstaunen mufs es jedoch
erregen, wenn das Wappen einer Familie, das in mehr
als sechs heraldischen Werken ganz übereinstimmend ab-
gebildet ist, in einem siebenten Werke plötzlich einem
Wappen weichen mufs, das nicht eine Idee des bei den
übrigen gegebenen enthält. Ich meine nämlich das Wap-
pen der ungarischen Grafenfamilie Gyulai von Maros-
N^mclhy und Niidaska.
Kneschke in seinen deutschen Grafenhänsern, Th. H,
TyrofT im Wappenbuche der österreichischen Monarchie
und in seinem allgemeinen Wappenbuche, wie nicht min-
der Hefner. haben das Wappen in nachstehender Weise
gegeben: Der Schild ist von roth und blau quadriert,
mit goldenem Miltelschild, welcher die Chiffre CVl zeigt.
In Feld 1 schreitet auf grunem Basen ein goldener gekrön-
ter Lowe nach links, welcher in der erhobenen rechten
Branke einen silbernen Säbel mit goldenem Griffe in der
linken aber einen grünen Kranz nach abwärts hält. Feld 2
zeigt auf grünem Basen einen nach rechts gekehrten gol-
denen gekrönten Löwen, welcher in der rechten Branke
ein goldenes Palriarchenkreuz emporhält, mit der linken
dagt'gen sich auf ein halbes, mit der Bundung nach links
gekehrtes silbernes Bad stützt, welches auf dem Boden
aufsteht. Im 3. blauen Felde ruht auf einem grünen Berge
eine goldene Krone, aus welcher ein geharnischter Mann
zwischen zwei goldenen Adlerdugeln hervorwächst, die
er mit beiden Armen erfafst. Feld 4 zeigt auf Wellen
eine nach rechts gekehrte gekrönte Sirene, deren Schwanz
einmal gewunden ist, welche die Linke in die Hüfte
stemmt, in der erhobenen Bechlen dagegen eine einwärts
gekehrte, gewundene goldene Schlange halt. Zwischen
dem :}. und I Felde ist eine goldene Spitze einge-
pfropft.
Yeranlworlliche Ucdnclion : Dr. I'riili. v. u. 7. An
Verlag der lilcrnrisch-nrlisiisrln'n An.iiiilt
f E. ScIinlrl'Nrlir Uin lulnickf iri
(Mit einer Beilage.')
fsofs. Dr. \. V. F.ye. Hr. II. h. Kronimanu.
de? eermnnischc-n Muscnni'; in Nürnberg.
BEILAGE ZliM ANZEK^EH VVW KINDE I)E[{ DELTSIIIEX \()KZEIT
18ÖS. J\o 2, Februar.
Chronik des germanischen >Insennis.
K.isl noch als eine Keujahrsgabc kam im LauTe Januars
an das germanische Museum ein Vermächtnil's des Frauleins
Elise Zimmermann in >Vi es baden, bestehend aus ejner
Münz-, kupfcrslich-, und Ilulzsohnitlsannulung nebst einigen
Handzeichnungen, deren Wertii nur in vorliiuligeni Ueberschlag
ein Kapital von wenigstens 5000 11. repräsentiert. Wenn auch
diese äanimlungen zum Theil den Zwecken des -Museums nicht
ganz Entsprechendes enthalten, so soll doch das schone Ver-
mächtnifs, gleichwie die Wilhelniische Bibliothek und die deut-
sche Parlamenlsbibliolhek, als ein Ganzes zum bleibenden,
ehrenden Gedachlnifs der Irouinien Stillerin im Museum erhal-
len werden. Es ist eine Dankespflicht, derartige, der deut-
schen Nation zu gut kommende patriotische Opfer
wenigstens durch Verewigung des Namens der Geber und Er-
halten der mühsam zusammengebrachten Theile gröfsercr wis-
senschaftlich geordneter Sammlungen zu ehren. Der Raum
gestattet es diesmal nicht, über die Einzelnheiten des kost-
baren Vermächtnisses -Mittheilung zu machen, was wir uns
auf spiiler vorbehalten. Kur so viel sei gesagt, dafs sich unter
den .Münzen sehr werthvollc deutsche Silbermedaillen, unter
den Kupferstichen und Holzschnitten prachtvolle Abdrücke der
deutschen, niederländischen und italienischen Schulen finden,
insbesondere Hauptblältcr von Dürer, M. Schongauer, J. v.
Mecken, A. ülockenton, G. Pencz, H. S. Bekam, G. Aldegrever,
L. Cranach, L. v. Lejden, Kembrand, van Vliet, Edelinck,
VV. Hollar, Robeita, Marc Anton u. a. m. Im Ganzen sind es
etwa 2000 Blätter und 250 .Medaillen und Münzen.
Der I. Vorstand des Museums hatte sich im Laufe des
Monats Februar im Interesse des germanischen Museums nach
Berlin begeben und es wurde ihm die Freude zu Theil einer
Versammlung des dortigen Hiillsvcreines beizuwohnen, woran
sich aufser den Vorstandsmitgliedern noch verschiedene be-
deutende Personlichkeilen und Mitglieder des Gelehrtenaus-
schusses betheiligten. Er konnte die Ueberzeugung gewinnen,
dafs gerade in Berlin , wo Anfangs das Unternehmen eines
allgemeinen deutschen IVationalmuseums auf Schwierigkeilen
zu slofsen schien, nun einen fesleren Boden gewonnen habe
als vielleicht irgendwo im deutschen Valerlandc. Es darf
überhaupt als eine erfreuliche Wahrnehmung gellen, dafs die
Sache des Museums, gerade da, wo sie von Seile der Wissen-
schaft in ihren ersten Grundlagen einige, gewifs nicht ganz
unbegründete Bedenken erregen konnte, bei näherer Kennt-
nifsnahmc und weiterer Entfaltung sich eine solche Anerken-
nung verschalTl, welche zur ganzlichen Beseitigung aller jener
Zweifel führen mufs. .Miige nur Jeder gerne etwas da/u thun
und nicht in unbilliger Weise verlangen, dafs ohne Muhe ein
grofses [Viilionalwerk gleichsam über Nacht fertig dastehe!
Dem Ge lehrten ausschufs des Museums traten ferner
durch Wahl der letzten Jahresconferenz aufser den schon ge-
nannten Neucrwähllen bei die Herren Dr. A. F. Potl, Pro-
fessur an der Universität zu Halle, und Dr. I,. C. Belhmann,
herzogl. Bibliothekar zu Wolfenbüttel.
Von deutschen Slandeshcrrn schlössen sich dem Museum
durch Jahresbeiträge gcneiglcst an Se. Erlaucht Herr (iraf
Friedrich zu Sol ms- K cid eis he im, die Herrn Grafen Cle-
mens Albert und .Maximilian zu Pappenheiin. Ein Geschenk
von 100 fl. erhielt das .Museum durch Se. Erlaucht den Herrn
Grafen Carl Heinrich von Schlitz genannt von Görtz, was
dankbarst anzuerkennen ist.
Neue Agenturen sind errichtet zu Arnstadt, Dresden,
D 0 r 1 ni u n d , E 1 1 w a n g'e n , II e i 1 s li r o n n , > e u h a 1 d e n s 1 e b e n ,
Presburg und Son d erslia usen.
In Schriftenauslausch mit dem Museum ist
81. die friesische Gesellschaft für Gcschichls-, Allerlhums-
und Sprachkunde in Leeuwarden
getreten.
Zu den bisher das Museum iiiit Gratisexeniplaren ihres
Verlags untcrslutzenden Buchliandlungen trat ferner:
291. Tobias Lolfler in Jlannheim.
Für nachsleliende Geschenke haben wir unsern besten
Dank auszusprechen.
I. Tür das Archiv.
Leuchs, \\ einhändler, zu Nürnberg;
887. Schreiben drs Landgrafen Georg von Hessen an einen
seiner Beamten, eine .\nlworl des Gencral-Wachlmeislcrs
Sparr betr. 1647. Pap.
Dr. Chr. Ed. Langethal, Universilaisprofessor, zu Jena:
888. Revers des Hitlers Hudulpli Schenke über das ihm als
Voigt und .\iiitmann des Schlosses Kapclleiidorf von
dein Ralhe zu Erfurt übergebene Zeughausinvenlar. 1392.
Neue Pap.-Abschr.
Ziel, Accessist, zu Ansbach:
889. Schreiben des Hans von Hornstein an Tristran Truclisefs
von \N aldeck «egeu Wegnahme seiner Frau und seiner
Kinder, nebsl der Antwort des lelzlern. 1432. Gleichz.
Pap.-Abschr.
890. Gerichtsverhandlung in der Streitsache des Franz >on
Lcycn mit Heinrich von Weingarten wegen einer Erb-
schaft. Hnich^luek. Pap. 15. Jahrb. ,
Ein Ungenannter zu Fürth:
891. Nutariatsinstrument des Anton Gerlach von Kilzingeii
über die Bitte mehrerer Biirger von Windsheiiii an den
Kath daselbst wegen Aufbewahrung von Dokumenten.
1.19T. Perg.
Ein Ungenannter zu Nürnberg:
892. Schreiben des Gülz von Berlichingeii zu Hornberg an
den Bürgermeister und Rath zu Nürnberg. 1523. Pnp.
Mit beiliegender Nnchschrifl wegen Zehrung »eines Boten.
59
Anzeiger liir Kunde der doulsclien Vorzuil.
60
Dr. Andresen m Nürnberg:
S93. BikMiitiiniHcluing der Universiläl Freiburg über die am
17. Juni 1739 voriienoniincnen Doklur- Cruniotioncn in
dfr philosophischen Fiikiillat. Druck mit KupIVrstich. Pap.
Hadermann, ."^tiltsrentnieister, iu Schlüchtern:
S9I. (icliiirlslirier des .Schultheifsen und der (jenieinde zu
WalldurI lur Christoph Kuiiipell. 1565. Perg.
Leipert, Melallscbliiger, zu Aürnberg:
S9j. Kevers Michel Beheiiuü und Sigmund BefsUrs liir (ieorg
Schliiuderspiichcr wegen Verpraniluiig von /.insb;iren Häu-
sern. 1197. Pap.
II. Für die Bibliothek.
Werner Spiegel Frh. zum Desenberg, Domherr, in
Hall>er.-.l:<dt:
4793. .M. Luther, von den Jiiden vnd jrcn Lügen, 1543. und:
Vom Schein Ilinii|i[nirii^ : \'rii! \i)fii Gescblecht Christi.
1543. 4.
4794. C. Spangenberg, der Jagteiiird. AulTs iicw corrigirt.
1561. 4.
4795. A. Musculus, wider den EhleulTel. 1561. 4.
4796. Josl Amman, sideliche Weydwercke. 1661. 4.
4797. J. G. Leuckfeld, antiquilales Gandersheimenses. 1709. 4.
4798. Dcrs., antiquilales Ilfeldenscs. 1709. 4
4799. Ders., antiquilales Gröningenses. 1710. 1.
4800. Ders., antiquilales Michaelsleinenses. 1710. 4.
4801. Ders., antiquilales Blanckenburgenses. 1708. 4.
4802. L. Fronspcrger, Kriegfsbuch ,\nilcr, niul Dritter Theil.
1573. 2.
4803. Dcrs., von Kayscrlichen Kriegfsrechien. 1571. 2.
4804. H. F. V. Fleming, der vollkommene tculsche Jager.
1719. 2.
4805. Joh. Tanlzer, der Dianen hohe und niedere Jagt-Ge-
heimnufs. 1699. 2.
4806. (G. Biixner) von AnTang, Vrsachen, vrsprung \nd her-
kommen der Thurnier. 1566. 2.
4807. Thurnier- Buch. Beschreibung der Ritterspiel, so Maxi-
milian ... in Wien lassen halten. 156G. 2.
4808. Caroli Königs in Frankreich Beschreib, aller Handelung,
des zum dritleunjal erregten Kriegs in Franckreich.
1572. 2.
4809. Job. Lund, die Allen Judischen Heiligthümer. 173H. 2.
IL. Ehlermann, Vi rl;i<,'.sbnchh , in Hannover:
4810. K (icclikc. Gruniirifs, 2. Ilallte, 3. Abth. 1857. 8.
Dr. H. W. Bensen, llictor, in Rotenburg a, d. T. :
4^*11. Der»., das Vcrtiaiignifs .Magdeburgs. 1858.
Friedr. v. Raumer, k. Universitüts-Prof. , in Berlin:
4812. Dcrs., Geschichte der Hohcnstauren. 3. Aufl. I. — I. Bd.
1H.'-,7. 8.
Directorium der höhern Handelslehranstalt in Prag:
■|-»C(. J.ihri-hi riclil wahrrnil de.s Sliiilienjahri:s |S,')6 — J7. 4.
Dr. Andresen in Mirnberg:
4^14. J. P. Waltber und (J. \V. K. Locbner, Bildwerke aus
dem Mitlebiller. 1.— 5. Hfl. 1856. gr. 2.
4814 a. Jac. Grimm, über den Liebcsgoll. 1851. 4.
4815. K. Seifart, altdeutscher Studenlenspiegel. 1856. 8.
4816. R. Gofs, Genre-liilder aus den schleswig-holsteinischen
Feldzogen von lf<l9 und IK.SO. iMjl. S.
4817. Cb. F. Callisen, Propädeutik der Philosophie. 1«46. «.
G. Hütter, Rendant, in Nürnberg:
4MS. J. A. F'ridrieh, Ehren Gedachtnus des von beeden Chur-
fiirsten zu Bayern und Pfaltz in Augspiirg angeordneten
lieichs-Vicari:ils-llur-(;cnclils. (1712.1 12.
Dr. J. H. V. Hefner-Alteneck, Professor u. Conscrva-
tor, in München:
4819. Fl. Vcgetius, kurcze red von der RiltcrschalTl. 6 Blltr.
Holzschn. (1475.) 2.
Ein Ungenannter in Seh.:
4820. J. Ch. Hirsch, bibliolheia nvinismalica. 1760, 2.
4821. Schweinfurlhisches Jubel- Zcugnifs wegen der zu Augs-
burg übergcbenen Confession, .\nno 1730. 4.
4822. J. Englert, das über der GenieinschalTl des Evangelii
jubilirende Schweinfurlhische Zion. (1742.) 4. 5 Expl.
4823. Schweiulurlhiscbes Denck- und Daiick-.Mahl bey Grund-
legung und Einweihung der neuen Salvatoris- Kirche.
1720. 4.
4824 Das Evangel. Zion oder Nachricht von der .\ugspurgi-
sehen Confession. 0. J. 4.
4825. G. Spalatinus, ein getrew Unterricht, von allem dem
das ein Christen mensch wisen sol. An den Halb und
gcmeyne Stat zu Schweinfordl. (1533.) 4.
4826. Samml. der vornehmsten I'dichten und (Ircliiuiigen der
Stadt Schweinfurth. 1780. 4.
4827. J. Englert;', der Stadt Schweinfurth Jubel -Fest wegen
des zu Ofsnabrück geschlossenen Friedens. 1748. 4.
4828. Verneuerte Hochzeit- hind-Tauff- und Leich- Ordnung
von Schweinrurt. 1680. 4.
4829. J. Englert und J. Ch. Thaut, singularis Dei Providentia
circa scholas. 1734. 4.
4830. Dcrs., Gynmasii Suinfordicnsis nalalem eumque centesi-
muni indicit etc. 1734. 2.
4831. Schweinfurtische Stipendien. 0. 0. u. J. 8.
4832. 26 kleinere Schriften zur neuern Gesch. Schweinfurls.
2., 4. u N.
Voigt <& Günther, Verlagsbuchh. in Leipzig:
4M33. y\ Koch, (Juillin zur Gesch. des Kaisers .Maximilian IL
1S57. gr. H.
Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin:
4834. Dies., Phjlol. u. Iiistor.- philosophische Abhandlungen.
IK,-,6. 4. 2 Bile.
Th. Bertling, Buihh. in Dauzig:
4835. J. Greth , Danziger Bauwerke. 9., 10. u. 12. Lief.
1«.1H. 2,
Historische Gesellschaft zu Basel:
4836. Dies., Beitrage. 6. Bd. 1857. 8.
Dr. G. Barsch, k. prcufs. gib. Regiernngsralh unil Major
a. II., III Cciblcnz:
4H;i7. Dcrs., das Priimonslralenser .Mönchskloster Sieinfeld in
der Eifel. 1K57. 8.
483H. K. Ha<k, die alle Eisenburg. 1H39. 8.
6t
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
62
4839. M. Göbel, ans dem Leben von Carl Reinliiinll, l'liirrer
in Pudcrhiiih. \H'ü. 8.
Ph. Ed Mang-er, k. pnufs. Kreissekretiir, in Siegen:
4840. J. I,. (;i:i>er. Bersmiinnisihes MonHi-Blümlein 1691. 12.
4h41. II. Achenbaeh . de veteri .Sie-ienensMiiii slaUilu. 1855.
S. 2 K\(il.
O. Schönhuth, I'farrcr, in £dellin<;en :
4842. I.elieri und Thiilen des Seb. Scherticn von ilini .-ielbst be-
schrH'ljin. HcraiiSKLi.'ebiii von 0. ScbOnhiilh. 1858. 8,
V. Hoiningen, gen. Hüene, k. preufs. Bersnielsler, in
Sieben :
4843. Beurkundung der ebebreeheristlien (iibiul des Solines
der .Marqvisc de Mailly de Kesle. 1756. 2.
Bauer & Raspe, Verlatisbuchli. IJul. MerxI. in ^lirnbe^g:
■l><ll. .1. Sieh 1 iurs \\ appcnhuch , herauseen;. v. 0. T. V.
ililn.T. I.i.r. 'iO— IS. 1856—58. 4.
Histor. Verein für Krain in Laibach:
4845. Ders., Millheilungen, August — iNov. 1857. 4. 2 ExpL
Redaction der numismat. Zeitung in Weifsensee :
4816. ,\urni.<iri;il. Zritiiii;;. ISjs, IVr. 1.
Hermann Kellner, Glasmaler, in Kürnberg:
4847. Gediilil vuiii schonen Brunnen zu Nürnberg. Pap.-Ildschr.
(1587.) 2 Blltr. 2.
J. B Metzler'sche Buchbdl. in Stnilirart:
4848. (Kiiiiariia. Ileransgeg. von Franz rieilTer. 2. Jahrg.
1 II. Isr.T. s.
Verein für Ausbildung der Gewerke in .München:
1849. Ders.. Z.itschrift. VII, 4. 1857. 2.
Dr. A. F. Pott, Professor, in Halle:
485(1. Ders., Indogerni. Sprnehslamm. (0. J.) 4. IVr. 310— 12 d.
Hall. Jahrb. 1838 u. INr. 39— 41 d. Ergan/.nngsbl. 18 10. 4.
4851. Ders., de Lilhuano - Bornssirae in Slavicis Lellirisque
lingiiis [tririripaln conirrictit. IS.iT. 1.
Friesische Gesellschaft für Geschichts-, Alter-
thums- und Sprachkunde in Leeuwarden :
4852. Dies., de vrije Fries, ftieuwe serifi. Eersle Deel u.
Iweede Deel, erste Stnk. 1854—57.
4853. Sicco van Goslinga, niemoires, publies par U. A. Evertsz
el G. II. Delprat. 1857. 8.
Aug. Scheler, Bibliothekar des Königs der Belgier, in
Brüssel :
4854. Ders., Hubert Tbonias, de Liege. 1858. 8.
III. Für die Kunst- u. Alterthiunssamnxlung.
G. Ney, k«l. bajr. .Major, itu Kla>elieiilu)l bei .>urnlierg:
2I.')1. HOin. Thonlampe in Form i'ines Oehsenkoples, gefunden
bei Obirndorf im Oilcnwalde.
Faber, k^'l. bayr. Oberlieutcnanl u. Adjutant, in Nürnberg:
2152. .Miltelallerliches Schwert, Hufeisen und Sporn, Bruch-
stiieke, aufgefunden.
Dr. Chr. Ed. Langethal, l'niv.-Prnfessor, in Jena :
2153. Fidirzcirhiiuni; niii li dem Grabmale des \\ ollber und
der lledwi": von Glifsberg.
Dr. Andresen in Nürnberg:
2154. Ansicht von Cap Gibraltar. Kpfrst. nach C'apl. Kohlers.
Löscher, Schneidermeister, in Nürnberg:
2155 |{elch\erzierler eiserner Laternenlrüger vom 17. Jahrh.
Arnold, Grofshiindler, in Nürnberg:
2156. Bleimeclaille auf Georg Tetzel, 16. Jhdt.
2157. 3 Bleimedaillen auf J. Newton, A. Pope u. Kountaine.
2158. 12 Bleimedaillen auf Ludwig XIV.
2159. 16 Porlrails, Kupferstiche vom 17—19. Jhdt.
Dr. med. Bermann m Karlsbad:
2160. 2 reichverzierte und bemalte Krüge vom Ausgange des
17. Jhdis.
W. Dietzel in Nürnberg:
21 Gl. .Mitlelallcriicher Schlüssel.
Dichtel. Ugl. bayr. Hauptmann, in Nürnberg:
2162. liriindcnburger Silbermünze von 1621.
L. Bull, haulmann, in Nürnberg:
216:i Jlariengroschen von Fr. Ulrich von Braunschweig-Lüne-
bnrg 1621.
J. Möring, l'iii/,cllaiimalcr, in Nürnberg:
2164. 3 Kreuzerslücke von 1693 — 1718 und 2 kleine Silber-
jetons vom 18. Jhdt.
Dr. Andresen in Nürnberg:
2165. Sinnbild auf die Vergänglichkeit. Badir. vom 18. Jhdt.
2166. 3 Landsebaflen, Kupferstiche von Sl. .Merian.
Löffler, l'ülylccbmker, in Nürnberg:
2ltiT. .VItgermanischcr Broncekeil.
Gruber, Hausmeister im gerinan. .Museum:
216^. .\bbildung der früher zu Nürnberg aufbewahrten Keichs-
kleinodien vom 15. Jhdt.
Dr J. H V Hefner-Alteneck, Professor u. tonservator
der verein. Saiiimliiugeu iii .München:
2169. 2 Zeichnungen nach einer im k. k. Zeugbause zu Wien
befindlichen Küslung vom 15. Jahrh.
Dr. Reuter jun., prakt. ArzI, in Nürnberg:
2170. (irall. Oeltingensche Silbermiinze von 1520.
V. Hoiningen, gen Hüene, kgl. preufs. Bergmeistcr,
in Siegen :
2171. Staiiimbiium des Geschlechtes Hiv, ILiridschr. v. 18. Jahrh.
("Iiroiiilv (lor liisliirisclKMi Xm^'m.
her (.eschichlsireund, Miltbeilungen des hislori- die Quellenkunde: das Jabrzeilbuch der mindern Brüder
sehen Vereins der fünf Orte Lueern, tri, Srhwyz, in Lucern; milgelbeill von J. Schneller. Die fbronik ini wnf.cn
Unlerwiilden u. Zug, enthüll in seinem .\lll. Band, IH57, lür Buche tu .Sarnen; aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrb. mit-
63
Anzeiger für Kunde «irr di-ntsclHMi Vorzeit.
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gelheill von G. v. Meyer von Knonau. Kalendnriiiin IVecrologicuiii
Constanliense, aus dem Ende des 13. Jahrh.: im Au.'iziigc iiiit-
getheilt von Dr. Fr. Böhmer. Bisrimnich-Conslanzisrhe l'rkun-
denlese, 1257 — 1520; milgelhcill von J. Schneller. Zur Lan-
desgeächichle: die Seplembcrlage Kidwnidens, nach einer
handschriftlichen Darstellung von P. Paul Styger; von P. Karl
Brandes. ZurRechLs- und Sittengeschichte: Nachtrag
lu der Abhandlung über die Blutrache nach .schwyzerischen
Rechtsquellen (vergl. Bd XII, Ulj, von M. Kothing. Die (ie-
sellschafi zu Schützen in Luiern, his 1799; von Kr. X. Schwytzcr.
Zur Literaturgeschichte: Das Büchlein vom Anfange der
Hofstatt zu den Einsiedeln und die Einsiedlerchroniken vom
14.-19. Jahrb.; von P. Call iMorel. Zur Geschichte der
Baukunst: Der Kirchthunii zu Allishofen in baulicher Be-
ziehung, von Jos. Plac. Segesser. (.Mit einer urkundlichen Er-
örterung über das Ilerkommen des dortigen Pfarrsalzes). Zur
.Münzkunde: das schjiiucke Reitersiegel Erzherzogs Ruddlf IV.
von Oeslerreich, 1365; mitgetheill von J. Schneller. — Zum
Schlüsse finden wir chronologische Inhaltsverzeichnisse sämnit-
licher Ur.'iundeu und Belege des XIII. Bandes.
Der Beiträge zur vaterländischen Geschichte,
herausgegeben von der historischen Gesellschafl zu
Basel, VI. Band, 1857, enthält zur Quellenkunde: Schirm-
brief des Ralhs von Basel für zwei Juden ; mitgetheill von
Leonhard Oeser. Urkunden über Hexenprozesse, aus dein
Staatsarchiv zu Bern; mitgetheill von M. v. Sliirler. Zur Ge-
schichte der Schweiz: Zur Entstehungsgeschichte des
ewigen Bundes der Eidsenossen , von Dr. R. Meyer. Die
Reise der Eidgenössischen Gesandten nach Paris, im J. 1663,
zur Beschwörung des Bundes der Schweiz mit Ludwig XIV.
von Frankreich, von Prof. B. Reber. Briefe von Bürgermeister
Job. Heinrich VVieland, j. u. d., aus den Jahren 1797—1803;
milgetheilt durch Dr. K. Wieland. Zur Geschichte der Stadt
Basel: Die Armenherberge in Basel, von Dr. Tb. Meyer-
Merian. Zwei historische Lieder auf den Beitritt der Sladt
Basel zur schweizerischen Eidgenossenschaft. Pater Gregor
Girard, eine biographische Skizze von J. W. Hefs. Zur Ge-
schichte der Wissenschaften: Bealus Rhenanus von Dr.
Jakob Mähly. —
Die Berichte und .M illliri I un gen des Allerthums-
vereines zu Wien, Bd. II, Abth. 1, 18.07, enthalten an wis-
senschaftlichen Beilräffen: Von dem Einflüsse der Pflan-
zen auf die Zerstörung der Ruinen, von Jos. Scheiger. Ueber
das Leben und Wirken des Geographen Georg Matthäus Vischer,
von Jos. Feil. Egenburg im Viertel ob dem .Manhartsbcrg,
von Jos. Feil. Aufscrdeiu Vorträge und Berichte über die
Gcsellschafts- und Geschaflsangelegenheilen dieses Vereines.
Die .Mittheilungen des historischen Vereines für
Krnin, enthalten im August 1857: Die Bischöfe von Aemona;
von I'eter Hilzinger. lieber den Gott Jarmogius; aus dem
slovenischen .Manu.scriple mitgetheill von Davorin Terslenjak.
GeselLicbaftliches. Im September: Die Bischöfe von Aemona,
.\rtikel II. Erklärung eines miltelnllcrlichen (Irabdcnkiiialrs der
Laibacher Domkirche; von Anton Jcilouschck. Litcratiirbe-
richle und wissenschaftliche Piachriehlcn. Im Oktober:
F.hrenhalle beriihmler Krnincr. fForlsrtzung der in den friiheren
Jiihrgiingin enlhallcnen biographischen ^aclirirhten). Die Vor-
IrcfTIiihkeil und die Si'bicksale der CyrilPsehen Orthographie.
.Monat.sversanimlung, mit Millbciliingen über die Göltiu IVoreja,
sowie ober die Göttin .\dsallnlij. Im rtovember: Ehrenhalle
berühmter Krainer. (Fortsetzung.) Ein altrömisches Baudenk-
mal in Laibach, von Dr. H. Costa. Gesellschaftliches.
Die Zeilschrift des Vereines für hamburgische
Geschichte, neue Folge, ersten Bandes drittes lieft, 1857,
enthält an Beiträgen zur Hechts- und Sill engeschichte:
Ueber 4len ehemaligen Gebrauch der Haus- und Hofmarken
in der Stadt Hamburg und deren Gebiet, von Dr. Wilh. HUbbe.
Denkschrift auf den Tluirm der St. Katliarinenkirrhc, 1657. —
Zur Literatur: Lieder auf die Hinrichtung iles Klein Hensc-
lin, 1573. Dr. J. (ieorg Kerners (iedicht: das blaue Fieber.
Des Johann Albert Fabricius Hauslali'l für seine Tochter.
.Sproke, de dar entdecken vnde apenbaren de gebrecklicheyl
der werlde stände (aus dem 16. Jahrb.). Zur Münzkunde:
Einige Bemerkungen und Zusätze zu dem Werke: die ham-
burgischen Münzen und Medaillen von 0. L. Gädeehens, vom
Universilatsralhe Wolff in Giillingen. Kachträge über die ham-
burgischen Münzbeamten; von Dr. J. M. Lappenberg. Aufser-
dem zur Geschichte der Stadt Hamburg: Dr. Johann
Oldendorp; biographischer Versuch von Dr. Härder. — Zwan-
zigste allgemeine Versammlung.
De vrije Fries. Mengelingen, uitgegeven door hei
friesch Genootschap van Geschied-, Ondheid- en Taal-
kunde. Leeuwarden, Nieuwe Serie, l, 1, 1854: Verslag van
een Handschrift, nagelaten door den Heer F. D. Fontein; door
J. van Leeuwen. Dagboek of aanleckeningen van Dr. Georgius
VVe.«lendorp , 1566 — 1578; medegedeeld door .Mr. H. 0. Feilh.
De sini Marlens kerk te Franeker, oorkonden en berigten uit
bei oudste kerkenboek le Franeker, medejedceld mel aante-
keningcn door Mr A. Telling. — l, 2, 1855: Hei leven van
Jan \\illcin de C'rane; door Mr. A. Telling. — I, 3, 1855:
Hulptroepen uit Harlingen naar Zweden gezonden in 1609;
door .Mr. W. W. Biima. Aanleckeningen van Dr. J. G. Otlema.
Nadere aanleekeningen van Mr. W. W. Buma. Inlichtingen van
Jr. Mr. J. K. J. dcJonge, omirent de staalkundigc betrekkinsen
tuschen Nederland en Zweden, in de jaren 1592 — 1609. Juw
Helles Dckcma, de laalslc Poleslaat in Fricsland; door Jr.
.Mr. H. B. van Sminia. Frisiaca ; medegedeeld door .Mr. U. A.
Evertsz. — I, 4, 1856: Severinus Feyta , of Leuven in 1542
door Maarlen van Rossem bcrend. Eene vorlezing mel aanlec-
keningen; door Mr. J. Dirks. — Geschiedcnis van de znmen-
stclling en uilgave van hei Groot Plakkaal- en ("barlerboek
van Fricsland etc.; door W. EcKholf. Bcloog, dal de eerste
druk van de Oude Friesche W eilen, bezorgd door Heer llidde
Cammingha, omsirceks den jare 1-IH4 is gedruckt te Leeuwar-
den etc.; medegedeeld door W. Eckliolf. Geene hecriijkhedcn
in Friesinnd , of Dr. Sikke Dekema en Mammema-slatc te
Jellum; door Mr. W. W. Buma. — II, I, 1857: Voorlezing
over hei leven van Petrus Wierdsrii» en zijne Verdiensten
omirenl de gitschirdenis en letlcrkunde van Friesland; door
W. Eckhofl. Voorlezing over de gninilslagi'n van de orlbo-
grapliie der Frii-schc laal ; door J. II. Itchrns, Overzigt vnn_
iwee Alba Amicorum uit de XVII''» eeiiw ; door Jhr. H. B
van Sminia. Hunnebedden in Denemarken. Knpilein Haring
van llirrrnvma llioe Heeg; door Jhr. Mr. II. B. van Sminia. —
65
Anzein-er für Kundo der deulschen Vorzeit.
66
Tm Namen dprselbrn Gcscllscliafl herausgegeben liegt uns noch et 1711, de Sicco van Goslinga, publi(!j par MM. V. A.
vor: Meiiioires relalifs a la giierre de succcssion de 17(6 — 1709 Evertsz et G. M. Delprat. fLeeuwardcn, 1857.)
\ a c li r i c li t c n.
Eiiteratiir.
Neu erschienene Werke.
16j Diis Pranionslralcnscr Mün ch s li lostcr .Steinfcld
in der Eifel. Von Dr. Georg Barsch, kiinigl. preu-
fsischem geheimen Regierungsralhe und hanseatischem
Major a. D. Sihleiden, 1857. Gedrucia Ijci K. \V.
Braselmann. XIV u. 172 S. S.
Ein anf eine äufsere Veranlassung hin verölTentlichtes
Fragment aus des Verfassers seit Jahren vorbereiteter Eiflia
Sacra. Das Kloster Steinleld in der Eifel, aus einem um 950
gestifteten Benediclinernonnenkloster in der ersten Hälfte des
11. Jahrhunderts in ein Pramonsiratensernionchsliloster umge-
staltet, gewann bald innerhalb dieses Ordens und weit über
die Eifelgegcnden hinaus grofse Bedeutung; sein Aht fungierte
in der Kegel als Generalvicar des l'ranionstratensergcnerals in
den t'ircarien Westphalen, Ilefeld und Waldgassen; über 12
Klöster (darunter 3 in Holland, 1 in Irland, 2 in Biihmen und
Schlesien) hatte es das jus paternitatis ; l'atronalsrechte übte
es bei 18 Kirchen und Kapellen; sein Gütercomplex war ein
sehr umfassender. Einllursreich nach Aufsen, im Innern meist
gut disciplinicrt, öfters auch an wissenschaftlichen Zeitbestre-
bungen bedeutsam hctheiligt, bestand es fort, von den Stürmen
der Reformation wenig berührt, bis zur franzosischen lievolu-
tion, wo es nach der Besitznahme der Kheiulandc durch Frank-
reich als „IVationaleigenthum" erklärt und aufgehoben wurde,
die Gebäude verkauft, die reichhaltige Bibliothek zerstreut und
verschleudert. Vor Kurzem hat endlich die preufsischc Regie-
rung die (iebäude an sich gebracht und zu einer Besserungs-
anstalt für junge katholische N erbrecher eingerichtet, wahrend
das schone Getäfel des Refektoriums nach Belgien und von da
nach England kam. Ueber alle diese Verhaltnisse in ihrem
historischen Werden bis auf die unmittelbarste Gegenwart
herall gibt die vorliegende Schrift Aufschlufs, zwar schmuck-
los, aber sehr sorgfaltig und zum Theil auf Grund von bisher
noch unverolTentlii^ht gebliebenen archivalischen Aktenstücken.
Besonders dankenswerth, nicht allem für den Specialforscher
der Rhein- und iMoselgegenden , erscheinen die vielen kultur-
iind namentlich wirtbschaftsgeschicbtlichcn INiilizcn ober die
Güter des Klosters. Ein Anhang gibt IVachrichten über KlOstcr,
welche dem I'riinionsiratenserurden durch die lleformalion ent-
zogen wurden, bes. in den Circarien Westfalen, Ilefeld und
VValdgassen, und über das Kloster Strahov bei Trag. Auch hier
begegnet man ilem grofsen Saimiiiincifse des Verfassers wie-
der: über einige der erwähnten Kloster gibt er, gleici. falls
archlvalisch gut gestutzt, wesentlich neue AufsclilUfse.
17) Leben und T baten des weiland wohledlen und ge-
strengen Herrn Sebastian Schertlin von Gurten -
bach, durch ihn selbst deutsch beschrieben. Nach der
eigenen Handschrift des Ritlers urkundlich treu heraus-
gegeben von Ottmar F. II. Schönhuth, Pfarrer in
Edelfingen. Münster 1858, Druck und Verlag der Aschen-
dorlTschen Buchhandlung. VIII und 178 S. 8.
Herberger hat in seinem vortrefTlichen Buche: „Sebastian
Schertlin von Burtenbai:h und seine an die Stadt Augsburg ge-
richteten Briefe^ (.\ugsburg, 1852) die gewaltige Persönlichkeit
Scherllins dem Verstanduifs der Zeitgenossen nahegeführl ;
dessen Autobiographie, die, jedoch nach spateren unsicheren
Handschriften, Christoph Sigmund von Holzschuhcr 1777 ver-
öffentlichte, nach der in der Bibliothek zu Stuttgart befindlichen
Originalhandschrift herauszugeben, war ihm nicht möglich.
Hr. Sciionhulh hatte seit Jahren diese eigenhändigen Aufzeich-
nungen des Ritters, die dieser, wie unser Herausgeber aus
den im Verlaufe unsicherer werdenden Schriftzügen schliefsen
zu können meint, erst als Greis vollendete, abgeschrieben
und publiciert im obigen Werke seine Abschrift, wie sie ist,
ohne dafs er ihr, anfser der einleitenden Notiz über die Hand-
schrift, irgendwie sprachliche und sachliche Bemerkungen bei-
gegeben hätte. Nur die in der Hs. bald klein, bald grofs ge-
schriebenen Eigennamen hat er grofs geschrieben und die
Interpunktion „richtiger gestellt". Das „richtigste Bildnifs"
Schertlins, dessen Original sich im Schlosse zu Giebelstatt bei
Würzburg findet, ist beigegeben. Allen Freunden der Ge-
schichte unserer Kcformntionszeit ist mit dieser Publikation
einer der markigsten und farbigsten Geschichisqnellen ge-
wifs ein Dienst gethan.
18) Geschichte der H oben s taufen und ihrer Zeil.
Von Friedrich von Raumer. Dritte verbesserte und
veruiehrle Auflage. In sechs Banden. 1. Band, .\1I
und 3'Jü S. 2. Band, 444 S. 3. Band, VIII u. 101 S.
4. Band, 408 S. Leipzig, F. A. Brockhaus. 1857. 8.
Bei seinem ersten Erscheinen, 1823, ist diesem Buche wie
wenigen die enthusiastische Bewunderung der deutschen Jugend,
wie die ehrende Anerkennung der geli'hrlen Zeitgenossen zu-
gefallen , und selbst (iölbe hat es als ein „schönes Lese-
buch" begrüfst. Lange Zeit für alle Darstellung nnllclnller-
licher Geschichte das Vorbild, wurden seine Anschauungen für
diese Epoche die allgemeinen, von den lleldengeslalten aus
der Zeit der Stanfor erbte sich die Haumer'sche Zeichnung
typisch fort; nicht leicht hat ein historisches \Ncrk diese Wir-
kung hervorgclirai ht. ^ocll \ur wenigen Jahren hiil einer
der grofslen Kenner, Böhmer, an ihm gerühmt (Hegesien von
67
Anzeiuer für Kunde der deiilsclicn Vorzeil.
68
1198—1234, S. LXXXIl, wie es „am früheslcn (.•iiun wiclili-
gen Abschnilt unsertr Viilt'rlaii(isgeschiclile in reirlitr AulTas-
sung und in würdiger Form dargcslelll und dadurch die Kennl-
nifs dieses Abschnittes unter den (iebildeten der Nation in
einer noch nicht übertroHenen Ausdehnung verbreilel" und wie
von dem Verfasser „alle Gegner gelernt und keiner derselben
an Billigkeit des Urtheils und kaum einer nn Griindliclikeit
ihn iihertroffen." — In Wahrheit kann man noch heule sagen,
dafs von den neueren grcjfserrn Werken iiber die Stiiuferzeit
keines dem Raumer'schen auch nur von Ferne verglichen wer-
den kann. — M cnn dennoch selbst dessen zweite Aullage
(1844) fast an keinem Punkte den Anforderungen der histori-
schen Wissenschaft mehr geniigt, so ist das ebenso durch die
ungemeine Vergrofserung des bekannt gewordenen Materials,
dessen ein guter Theil erst in den letzten Decennien aufge-
funden und noch lange nicht vollständig veripllentlicht ist. als
auch durch die bedeutende gelehrte Thatigkeil auf diesem (ie-
bicle erklärlich, an der aufser Deutschland auch Frankreich und
Italien Theil nahmen, und bei der die nationalen, politischen und
kirchlichen Gegensätze unserer Tage sich geltend machten,
oft in einer Schroffheit, dafs zwischen den verschiedenen Dar-
stellungen einer und derselben Zeit alle Beriihrungspunkte auf-
gehört hatten. .Man denke an die Auffassungen Friedrichs II.,
wo nach Böhmer „der cardo rerum für die mittleren Zeilen liegt,
etwa wie bei Gustav Adolf für die neueren. Wer diese bei-
den Persönlichkeiten falsch auffafst, mufs folgerichtig in allen
übrigen irren." Ein Werk, das hier relativ ahschliefst, wird
noch lange nicht, mindestens erst dann möglich sein, wenn
die Mnniimcnla Germaniac mit der Slauferzcit abgeschlossen
haben werden. — Um so mehr wird man es unserem geleier-
ten Geschichtschreiher zu danken haben, dafs er, unterdessen
mit .\rbeiten ganz anderer Art bescliiilligl , in seinem (jreisen-
altcr wieder dem Werke seiner Jugend, vielleicht seines Le-
bens, seine Thaligkeit zugewendet hat. Er hat nach Kräften
gebessert, namentlich für die Zeit seit Heinrich VI., wo Böhmer,
Iluillard-Breholles, Abel, Kicker u. v. A. inzwischen aufge-
treten waren. Oh die vielfachen Veründcrungen und Ver-
bcsserungen, die wir gegen die Irühere Auflage bemerken,
nicht noch ungleich zahlreicher hatten ausfallen sollen, ist eine
Frage, über die iViemand mit dem Verfasser rechten wird.
Am wenigsten wird ihm Jemand zugemulhet haben, die ganze
Anlage des Werkes umzugestalten. Sind die Anforderungen,
die die heutige (Jeschichtschrcibung an sich selbst stellt, viel-
leicht andere, so hat ein Werk, das durch seine klare ninl
besonnene Auffasung über ein .Menschenalter in der lli.^tori-
schen Literatur, man kann sagen, gidierrschl hat, gewifs sein
hislorisihes Kechf. — .Mögen die beiden letzten Bande recht
bald nachfolgen.
I9J Geschichte der deutschen Kaiscrzeil. \(iu Wil-
helm Gicac brecht. Zweiter Band. BlUthe des Kai-
serthums. Braunschweig, Schwelschke und Sohn f.M.
Bruhn). )8J8. XXII u. 620 S. 8.
Der ersten Hälfte dieses Bandes haben wir bereits bei
ihrem Erscheinen gedacht. .Mit der vor kurzem herausgekom-
menen zweiten ist das ausgezeichnete Geschichtswerk bis zum
Tode Kaiser Heinrichs III InrIgelUlirt. Es ist bekannt, wie
vor 30 Jahren Stenzels berühmtes Buch für die Erforschung
der (ieschichte der frankischen Kaiser Bahn brach; in dem
iMenscIienalter, das seitdem verstrichen ist, ist nicht nur die
Kritik scliarler und sicherer, sondern auch das .Material bei
weiteni umfangreicher geworden, so dafs Stenzels Werk liingst
schon nach keiner Seite hin mehr genügte. Gleichwohl kam
keine der einschlagenden neueren .Monographicen an seine Um-
sicht und Genauigkeit heran, und die Parteileidenschal't für
Kirche oder Keich , die sich auf diesem Gebiete in den letzten
Jahrzehnten nur zu sehr eindrängte, bat noch \ollends getrübt.
War es da an sich von Wichtigkeit, einen Geschichtschreiher
dieser Epoche zu begriifseri , in welchem v.jterlamlischer Sinn
und wissenschaftlicher Ernst in gleichem Mafse vereiril waren,
so ist es von um so unberechenbarerem Werthe, in einem
Augenblicke, wo die .Monumenta Germaniae mit dem Drucke
der Quellen das Ende der salisclien Periode erreicht haben,
die Uesultale, die aus den mitgetheillen Scliätzen der histori-
sclien Wissenschaft sich ergehen, gleich von vornherein von einer
solchen Meisterliand gehohim zu sehen. Darstellung und Kritik
hat llr. (i. in diesem Buche bekanntlich getrennt, letzlere in
die .\nliange verwiesen , wo wir eine kritische Würdigung
siimnitlicher gleichzeitiger, sowie der einschlagenden späteren
Geschichtsquellcn, ferner in den Anmerkungen eine gute Zahl
einzelner, oft neues Licht verbreitender Bemerkungen erhallen;
auch werden sieben wichtige, zwar meist schon einmal ge-
druckte, aber nie bekannt gewordene, oder vergessene Doku-
iiienle nutgetheilt; diese Anhänge sind für di-n Historiker eine
Fundgrube Aber auch nur einer so staunenswerthen Geistes-
arbeit, wie es die kritische Durchdringung eines so vielseitig
zerstreuten urkundlichen StolTes ist, konnte diese lebensvolle
Darstellung ent(|uellen, die in Wahrheit, den Wunsch des Ver-
lassers erlullend, „auf Herz und Gesinnung jedes deutschen
Lesers njil zwmgender Gewalt einen fesselnden, anregenden
und aulrichtenden Einllufs übt'. .Man hat gerade an diesem
Bande tadeln wollen , dafs er zu wenig die eigensten W orte,
die individuelle Anschauung der einzelnen Quellen gehe: möchte
vielleicht wirklich durch ein solches Mosaik die Darstellung
farbiger, charakteristischer geworden sein, gewifs nicht cha-
rakter\ oller, wie die vorliegende, von deniselhen Hauche eines
kraftigen vaterländischen Enthusiasmus durchweht! Es versteht
sich von selbst, dafs die .\ulfassung des Verfassers von fast
allen bisherigen weit abweicht. Durch die entschiedenste Be-
tonung der unermefslichen Wichtigkeit des deutschen Episcopats
in seiner Verbindung mit dem Keich (S. 513: „Man kann sagen,
die Kaiser hatten mit den Bischöfen das Itegiment getheilt" 1,
durch die einsichtige Würdigung der Cluniacenserreforni in ihrer
Wirkung auf das gesaninile Kirchliche Lehen des Jahrhunderts,
enillich durch den sielen Hinweis auf die Gefahr, „welche
schon damals dem deutschen \olke von der Entwicklung einer
bedeutenden Slavenmacht drohte," sind die Grundlagen der
Darstellung eben andere geworden. Wie doch so abweichend
von allen bisherigen Schilderungen erscheint die Persimlichkeil
lli'inrichs III.! „Ihm fehlte der Scharfblick und die Fesligkeit
de» \atcrs, um das Werk in dessen Sinne zu vollenden. Es
zeigte »ich bald, dafs das Kaiserlhum, machtvoll genug gegen
aufsere Feinde, zur Verniihtuiig des deutschen Fiir.ttenlliuiiis
Mcl zu schwach war." „Die Meinung, dafa Heinrich lli. in
der ItlUthe der Macht aus dem Leben geschieden, wird man
aufgeben müssen." In der Thal ist der Wendepunkt in der
69
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
70
üescliirhle des Kaiserthiiins, dessen Bliillu' eben noch liei Hein-
richs Leiizeilen sich neigte, nieniiils scharler crlHlst und khirer
gezeichnet worden. — Erwähnt sei noch, dafs Hr. G. in einem
IVachtrng u. A. millheilt, dafs er in einer l'erganienthand-
schrifl der hdnigsberger llniversiliitshibliothck eine bisher un-
bekannte Kaiserchronik vom Ende des 13. Jahrh. (jefunden
habe, welche eine altere sachsische Quelle, wahrscheinlich die
noch unedierte Chronik von Cuhlde, mit .Marlinus I'olonus
conibiniert, und „interessante Beilrä^je zur Sagcngesclnchle und
namentlich auch zur Legende Heinrichs 11.- gihl.
20) C'hronicon Sancti .Michaelis monasterii in pngo
Virdunensi. E\ anliquissimo codice nunc priiuuin integrum
edidil Ludovicus Trofs. Hamniune, MI^IXC'I.VII.
US S. 4.
Vom C'hronicon S. .Michaelis edierte zuerst die ersten 20
Kapitel .Mabillon (Analecta t. II.), der eine Abschrirt der im
Kloster bclindlichen Handschrift erhalten hatte; dann druckte
Calniet in seiner {icschichic Lothringens diese ab und lügt
c. 28 — 31) hinzu (c. 21 — 27 lies er weg, weil sie Wunderge-
schichten enthielten], jedenl'alls aus derselben nandschrilt. \ er-
gebens aber wurde diese von Wailz bei seinem Aulenthalle
in S. .Mihiel, Ende Oktober 1839, gesucht (vgl. l'ertz, Archiv
8. Bd. S. 9) und er niurste sich für die Ausgabe unserer Chronik
in den Monumenta tierinaniae (.Scr. IV, 79) mit dem Abdruck
der Mabillon -Caliiielschen Edition und einigen auf der Hand
liegemlcn Berichtigungen begnügen. Dennoch existierte jene
Handschrift noch in .Mihiel, im Privatbesitz eines Hrn. .Marcliand,
von dessen Erben sie an den Sohn des Herausgebers in Paris
verkauft wurde, der sie der kaiserlichen Bibliothek iiberant-
wortet hat. Herr Trofs, der sie eben aus den Händen seines
Sohnes zur Benützung empfieng, erwirbt sich durch ihre Publi-
kation ein grofses \ erdienst. Aber zu wünschen wäre ge-
wesen, dafs er seiner Ausgabe auch eine Beschreibung der
Handschrift lieigelügl hätte, denn nicht jedem Leser ist sein
Büchlein: „Cnlalogue des archives de labbaye de St. Mihiel
en Lorraine. Paris, 1853", auf welches er, ohne eine Seiten-
zahl zu erwähnen, ganz im Allgemeinen verweist, gleich zur
Hand und in dem angegebenen Büchlein findet man zwar gleich
bei INr. 1 : „Carlulaire de l'ancienne abbave de St. Miliiel en
Lorraine. Manuscrit de la prciniere moitie du XII. siicle, pet.
in Folio, veau" u. A. : „Les preniicrs feuillels renferment une
hisloire interessante du monaslere de St. Mihiel," aber der
Leser hat keinen Anhaltepunkt dafür, dafs hier dns Chronicon
St. Michaelis gemeint sei. Auch über die drei Schlufskapitcl
(c. 37—39), die in der Ausgabe der Monumenta Germaniae
fehlen, hätte man eine Andeutung erwartet. Dankenswerth
ist, ilafs die von Mabillon und Calniet weggelassenen 7 Capilel
\\ undergeschichlen hier iiiitgeilicilt werden. Im Uebrigen ist
zwar der l'nlerschied des jetzigen Textes von dem früheren
kein wesentlicher, doch wird letzterer mehrfach verbessert wer-
den können , namentlich in Bezug auf Kamenschreibung. Und
so sei denn diese Ausgabe einer recht interessanten (Jeschichlii-
quelle allen Freunden der Geschiclilc eiiipliihlen.
21 J Anthcil der Deutschen an di'r Entdeckung
von Südamerika oder Abenleuer iIcs Amlirosius Dal-
finger und des iNicolaus Kedermann , beider von lllm,
des Georg Hohemut von Speier und des fränkischen
Kilters l'liilipp von Hütten unter der Herrschaft der
Meiser von Augsburg in Venezuela. IVach den Haupt-
quellen dargestellt von Karl Klunzinger. Slult^arl,
1857. In Commissinn der C. A. Sonnewald'schen Buch-
handlung. VHI und 116 S. 8.
Eine fleifsiire und interessante Schrift, die aus spanischen
und deutschen Onellen die kühnen Entdeckungszuge in Süd-
amerika erzählt, auf die im Dienste der Weiser von Augsburg,
„der Kothschilde des 16. Jahrhunderts", innerhalb etwa eines
Menschenalters eine Reihe von Deutschen ausgieng, um das
Goldland zu suchen. Um l.')27 halten die Welser mit Kaiser
Karl V. unter günstigen Bedingungen, da sie ihm 5, nach
anderen 12 Tonnen Goldes geliehen, einen Vertrag abgeschlos-
sen, der ihnen die Stiitlliallerschaft des Landes Venezuela und
noch viele wichtige Vorlheile zusicherte, wogegen sie Schiffe
und .Mannschaft ausrüsten und das Land gründlicher unterwer-
fen und befestigen sollten. Ambrosius Dalfingcr von Ulm führte
demgemafs 1528 3 Schilfe, 4(K) Mannsch^ift und SO Pferde nach
Venezuela, unterwarf es, erbaute die gleichnamige Stadl (wie
hier nach Herrera angenommen wird) und entdeckte Ncu-
granada. Aber schon auf dem zweiten Entdecknngszuge, den
er von Venezuela aus machte, starb er in Folge einer vun
den Indianern im Gefecht erhaltenen Wunde (1532). Der ihm
schon früher nachgesandte Ulnicr Nicolaus Federinann der
Jüngere, sowie Dallingcrs Nachfolger in der Stalthallerschafl,
(Jeorg Holicmut von Speier und (interimistisch) Philipp von
Hütten, unternahmen verschiedene zum J heil höchst gefahrliche
E.vpeditionen , über die wir hier manches historisch wie geo-
graphisch gleich interessante Detail erhalten, bis denn Philipp
von Hütten auf einem ähnlichen Zuge 1541, in Gemeinschaft
mit SL'lnein Lieutenant Bartholomäus Welser, der die Interessen
seiner Familie persönlich vertreten sollte, durch die Hinterlist
des Spaniers Don Juan de Carvajal ninkaiii |1546). IVeun
Jahre spater verloren die Welser durch einen lange Zeit schwe-
benden Prozefs ihren Antheil an Siidamerika ganz; sieben und
zwanzig Jahre hatte ihre Herrschaft in \cneznela gedauert.
Von zwei Anhangen gibt der erste eine Schilderung der durch
die Deulsi lien unter der Herrschaft der Welser in Venezuela
verübten (iraiisamkeiten nach de las Casas, der zweite geogra-
phische iVolizen iiber das damalige Venezuela, Dankenswerth
ist eine beigegebenc Karte dieses Landes, auf welcher die
Ziige des Dallinger, Federinann und Georg von Speier notiert
sind. Eine ihr vorausgeschickte Schlufsbemerkung gibt zum
Texte einige Berichtigungen oder schärfere Bestimmungen.
22) Deutsche Weihnachtspiele aus Ungern. Geschil-
dert und mitgetlieilt von K nrl Julius Seh roer. \\ ien.
Keck und Coinpagnie. I8,')8. 8. VIll u. 220 Stn.
Diesen Weihnachtspiebn bal Hr. Schrocr, der bereits ein
anderes in den weiinar. Jahrb. 111 virolfeiillichle, all die Ehr-
furcht, Sorglalt und Ausführlichkeit nngedeihen lassen, womit
derartige volksthümliche Reste heiiliutage behandelt zu »erden
pflegen, und er bringt sogar mehr, «Is der Titel erwarten laf»!.
Den Hiiuptinbalt bildet ein in nicrkwiirdiger Vollständigkeit und
Ursprungliclikeit erhaltenes Weilinaclilspiel (Chrislgebiirls- mit
einem nn^ollsl:lndigen schon früher in den wiiin. Jahrb. mit-
getheillon Pnradeisspielj, dns der Herausgeber in dem nahe bei
71
Anzeigor für Kunde; der dciilsiluTi Vorzi-it.
72
Presburg gelegenen Dörfchen Überufer vorfiind und selbst aiil-
fuliren s;ih. Kin gewuhnlieb den Sclilufs der Aufführung bil-
dendes Kiislnacbtspiel hui er wegen corrupten Textes sich
gescheut jetzt schon niitzutheilcn. Weiter bringt er noch ein
bisher ungedrucktes Salzburger Piirudeisspiel und einen Anhang
von Wcihniichts- und Ureikünigsliedern , den Text der saniint-
licben Stücke mit reichlichen erläuternden IVotcn begleitend.
Viele iMühe gibt er sich, die Beziehungen der mitgetheiltcn
Spiele und Lieder zu andern bis jetzt bekannt gewordenen
ins Licht zu stellen, und sucht zu demselben /.wecke in einem
Nachträge noch das Verhiillnifs des II. Sachs zu den \Veih-
nachtsspielen darzulegen. Eine besonders interessante Partie
des Buches bildet die zu .\nfang gegebene Beschreibung der
Aufführung des Oberufercr Weihnachtspieles. Der Heraus-
geber ist der Ansicht, dafs die Art und Weise der Darstellung
weit über die Zeil der Abfassung des Spiels, die er in das
16. Jahrb. verlegt, zurückreiche, und in der Thal zeigt sie
jenen Ijpischcn, symbolischen Charakter, der an die noch mit
dem religiösen Kultus verwachsenen Iranfange der Schauspiel-
kunst gemalmt. Wenn der Herausgeber jedoch diese kind-
lichen Anfiinge auf hobern, richtigem Kunstprincipien beruhend
glaubt, als unsere moderne Darstellungsweise, so verführte ihn
zu dieser Annahme wohl nur die über der Beschäftigung mit
seinem StulTe gewonnene Vorliebe lur denselben.
Aufsätze in Zeitschriften.
Das Ausland: IVr. 1. Dir ürcgenzerwald und das \\ alscr-
ihal. Kr. 3. Ein venetianischer (jesandlscbaftsbericbl aus
dem Jahre 1617 bis 1619. Kr. 7. Altdeutsche Bühne in
Ungarn.
Blätter für literarische l'ntc rhaltung: Kr. 4. Aeltcre
Satiren gegen die Geistlichkeit.
Europa: Kr. 4. Ein deutsches Weihnachlspiel aus Ungarn.
Nr. 7, Die Kinnhndcr.
Die Grenz boten: Kr. 1. Bilder aus der deutschen Ver-
gangenheit. I. Die Doricr und ihre Geistlichen im dreifsig-
jahrigen Kriege. Kr. 2. Der Pfarrer Martin Bdtzinger.
Jahrbuch des gemeinen deutschen Kechts: 1. Bd.
3. H. Die Grundsiitze der deutschen Rccbtsquellen des
tliltelaltera über den Gerichtsstand. (A. Stobbe.) Kaeh-
Iragc über das we.stburgundische Reich u. Recht. |Bluhnie.)
Die
(11.
Frankfurter K on versatiousblatt: Kr. 29 (f. Aus Kur-
land. Das Inselfriiulcin. Eine Volkssagc in der Schweiz.
(II. Kunge.)
Deutsches iMuseuni: Kr. 5. Die Enlwickclung des .Men-
schengeschlechts und die Bildungsfahigkeit der Rassen.
(H. SchaafTliausen.) — Wanderungen eines Jesuiten in der
Schweiz. VI. Der Canton Zug. (E. Osenbrüggen.)
Berliner Revue: 12. Bd., 2. H. ff. Johannilerordcn : Alte
Ritterlisten.
Unterhaltungen am hauslichen Herd: Kr. 1H (T.
Slawen in Korddeutscliland. Geschichtliche Skizze.
Asmus.)
Deutsehe V iertcljahrsschrift, 1858, l. Augsburger Stu-
dien.
Allgemeine Zeitung, Beilage zu Kr. 36. Die Fresken im
Kaisersaal zu Aachen. Beil. zu Kr. 46. Die (ieschichte
der Dresdener Gallerie.
lllustrirtc Zeitung: Nr. 761. Städtewahrzeichen. VI. Halle.
3. Der Roland am Rolhen Thurnie. 4. St. Katharina über
dem östlichen Eingange zur Morizburg. Kr. 763. Slädte-
wahrzeichen. VI. Halle. 5. Der Schellenmoriz in der
Morlzkircbe. — Der Schälllertanz in München.
Neue Münchener Zeitung, Abendblatt zu Kr. 24. Die
schmerzhafte Kapelle bei Jlünchen. Nr. 25 IT. Das Fich-
telgebirg, die sechs Aeniter und das bayerischi' Voigtlanil.
(E. F'entsch.) Aus der (ieschichle der Kreuzzüge. III.
(v. Sybel.) Kr. 37. Kunst und Kunststudien in Ocster-
rcich. Nr. 39. Zur Sittengeschichte (Verordnungen wegen
Seuchen).
Veriiilsclite Xacliricliten.
11) Auf der Ingolstadter-Ambcrger Staatsslrafse zwischen
Keuninrkl und Kastl, zunächst dem Dorfe PfelTertshofen , fand
man beim Lehmgraben ein altgermanisches Grab mit
Ueberreslen menschlicher Skelette, mit Urnen trummern, 13
gröfseren und kleineren zierlichen Ringen und Haften von
Bronze, 2 Wiricin von Bernstein und bemaltem Thon und drei
Messerklingen. Diese interessanten Alterthümer hat das kgl.
Regierunufpräsidium dem historischen Vereine zu Regensburg
zur Aufiiahine in seine S animlungen übersendet.
Insorato iiiid nrlvaiiiitniacliiiiiü;on.
2) Von Dr. Wilhelm Mannhardt, dem bekannlen Her- logische Forschungen" erscheinen, auf das wir hieinit zum
Ausgeber Her von J. W. Wolf begründeten Zeitschrift für deutsche Voraus aufmerksam ninclicn. Eine nähere Anzeige werden
.Mythologie, wird in kurzer Zeit ein intcrcsanntca Werk „Mytho- wir seiner Zeit folgen lassen.
Vernntwortliche Ileduclion: Dr. Freih. v. o. z. Aufiesa. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommanii.
Druck von Fr. Campo * 8oliu in NUmborg.
irÖSNBEEG. D.is AI. iiiiciDent desBlat'es,
welcbes nl;. M I ...ti .. i^chcint, wird i;«nz-
jähriK aiik''UMii.[(,^ii uii.l betrüBt nach der
neuesten r.j^tcunventiuii bei allen Pustam-
tern und Buchhandlungen Deuttchlands incl.
Oestreichs ü fl. 4äkr. im 24 fl. - Fufs oder
1 Thlr. 16 8gr.
Für Frankreich abonnirt man in Strafs-
burg bei Gr. A. Alexandre, in Pari» bei dein-
«elben, Nro.23. rue NotreDame deNazareth,
und bei der deutschen BuchhaiidlunK von
mmmn
m mn m
Neue Folge.
F. Kllnckäieck , Nr. 11. rue de Lille, oder
bei dem Posunit in Karlsruhe; für Eng-
land bei Williams & NorRate, 14 Henriette-
ätreet Covent-Garden in London ; für Nord-
amerika bei den Postämtern Bremen und
Uambure. —
Inserate, welche mit den Zwecken des
Anreißers und dessen wissenschaftlichem
Gebiete in Verbindung stehen, werden auf-
genommen und der Raum einer Columnen-
zeile mit 7 kr. oder 2 Skt. berechnet.
riuir'iir^
V
ririT
Fünfter Jahrgang.
1858.
i)\\u\\ DES (i;i:ir>i\MsniFA miseims.
März.
Wissenscliariliclio Millliciliiiiiten.
Geschichte. ."TIeiHter llernianii. ein «leiitsriiei*
Person. n- OlitHtiialer «lew «ierzeliiiteii JalirliiiiiilertM.
geächirhle.
KUnstiir. \^^„ l)r |, ihI w. S e li II e f ff u II s , Stiidtarcliivar, in Slralsbuio.
Die Kathedrale von Melz ist nicht aliein den grofsartig-
slen Denkmälern der mittelalterlichen Kirchenbankunst bei-
zuzählen, >ondern , abgesehen von diesem an und für sich
schon höchst bedeutsamen Vorzuge, zeichnet sich dieselbe
auch noch durch ihren uneemeinen Rcichtlium an allen und
werthvollen Glasmalereien aus. Diese letztem bilden lieuli-
gen Tages, wo so viele andere Kunstwerke der verflossenen
Jahrhunderle für immer verloren sind, einen Hau|it>ilimu(k
jenes hehren Gotteshauses.
Die in Hinsicht der Kunst merkwürdigsten dieser Male-
reien gehören zwar erst der Beformationszeit an. Sie rüh-
ren von dem, seinem Taleule und Verdienste nach bei Wei-
tem nicht hinlänglich genug bekannten und gewürdigten
elsafsischen Glasmaler Valentin Buch oder Busch her,
welcher dieselben in dem Zwischenräume von 1521 bis
1539 fertigte. Nach dem Urtheile sehr stimmfähiger Rich-
ter sind diese kunstvollen Malereien in die erste Reihe der
schönsten und ausgezeichnetsten Meisterwerke iillerer Glas-
malerei zu setzen. Ja, der k. süchs. Hofmaler, Hr. Karl
Vogel, stand sogar nicht an, dieselben im Jahre 1831 als
die schönsten aller Glasmalereien zu preisen, die er je ge-
sehen. ')
Alliier diesen, wie es scheint, wirklich vortrelTlichen
Meisterwerken Buschs besitzt aber die Melzcr Domkircbe
noch andere und altere gemalte Fenster, welche gleitblall.--
vuu einem deutschen Künstler gefertigt wurden ; und da,
meines Wissens wenigstens, dieser Letztere bisher in Deutsch-
land beinahe, wo nicht völlig, unbekannt geblieben ist, so
mache ich es mir zur (' nicht, das Andenken und den Namen
dieses ebenfalls ausgezeichneten altern Glasmalers der jeden-
falls unverdienten Vergessenheit zu entreifsen, welcher der-
selbe bis jetzt anheimgefallen war.
Derselbe stammte aus Westfalen und hici's Meister Phi-
lipp Hermann. In seiner, heuligen Tages nicht mehr
vorhandenen, Grabsibrift war .Munster als dessen Geburtsort
bezeichnet.
.Meisler HeimMiin irehorle der Mille und der zweiten
Hälfte des 14. Juhrliuriderls au; und an der Kathedrale zu
Metz allein schon schciul sein Wirken kein unbedeutendes
gewesen zu sein.
Sein Hauptwerk alldurt war die grofse Rose oder das
grofse Radfenster, welches in seiner Grnbschrift unter der
Benennung ^li graut ost" ausdrücklich als sein Werk
bezeichnet wird.
Aufser diesem sind noch jetzt acht andere gemalle Fenster
in dem .Metzer Dome, unten an dem .MiltcIsehilTe, zu sehen,
die ebenfalls durch .Meister Hermann ausgeführt wurden.
Es cnlhallen dieselben eben so viele, in ernstem Style und
75
Anzeiger Rir Kunde der deulsrhen Vorzeit.
76
ia zipmlirli grofsem Mafi^labe, ia g'anzer Fig^ur gemalle
Heiligenbilder, welche abwechselnd mi( den Iniliiilcn des
Heisters, P und II, geschmückt sind.
Beifolgend Iheilc ich nach ilem Werke des Hrn. Begin
über die Kathedrale von Mcl7. •), welchem ich diese An-
gaben über Meister Hermann entnommen habe, das eine
dieser Monogramme mit. Es ist dasjenige, welches sich
unter dem Bildnisse der h. Kalliarina belindcl nnd in einem
rcichsezierfen, al> Künsller/.eichen in ein Schild geslelllen
golhischen II besteht.
Meister llcrniaiins sonstige Werke sind unbekannl.
Dieser verdienstvolle Künstler starb am Festtage der
Verkiindigiing Maria, also den 2.'). Mar?., 1392.
Seine Grabschriri, welche dies ehmals bezeugte, lautete
folgendermarsen:
„Ci : detant : gisl : niaisire : Hermann :
y,li : variier : de : iVunsIre : en : Wiiistcfall : ijiie :
„fisl : li : grant : osl : de : snians :
y.il'ie : nioiiriil : loii : iotir : de : feste :
^ISiisIre : Dame : en ; niierz :
-/*. MCCCjjjjXX et Xij : ans :
^prieis : por : li :" ')
Zu Deutsch: „Hier liegt Meisler Hermann, der Glasmaler,
von Münster, in Westfalen, welcher das grofse Radfenster
dahicr eemachl hat, (und) welcher starb an dem Festtage
Unserer Liehen Frauen im März, im.lalire 13'.»2. Betet für ihn "•
'l I. an;;lois, Essai historiquc .sur Ia p ein tun- sur
verrc, S. 1-13. — In der angcziijencn Stelle des durch
Hrn. Vo!;cl im Februar 1831 au.i Dresden an den Vcr-
faiser gerichlclen Briefes heifsl es: «Ces vilres sonl
les plus helles que j'aie janiais vues, et reoia-
ment haute nient raltention des connaisseurs."
Ilr. Vogel gibt dem Kiin.otlcr unrichtigerweise den
Vornamen Simon, und Hr. Sl. Fnrgeau in aeinem
Dictionnaire geogrnphique, hiatorique, nd-
ni i n i s I r a I i f , i n d u a I r i e I et c o ni m e r c i a I de t o u I e s
Ic» Comniunea de Ia Krnnce, Tuuie II, p. .577, nennt
denselben eben so irrig: Anlon.
IVach beiden wire Bu.-rh von Sirnfaliurg (jeweaen.
Sein Testament beweial jedenfalla , dnfa er aua dieacr
Stndl avibal oder aua deren Umgegend atamnile.
Kbenso wird v<in den ansrfuliricn französischen Sclirifl-
stcllern, nach den auf Husch l)czüglichen , silcichfalls in
franzuslschcr Sprache abgefafslen Urkunden, des Künst-
lers Familienname auf sehr verschiedenartige Weise, ein-
mal Buch, dann wieder ßouch und auch Bousch ge-
schrieben.
Dieser ausgezeichnete Künstler starb zu .Metz im .Monat
August l.i41. Den 25. .März zuvor hatte er sein oben
angezogenes Testament errichtet, aus welchem Ilr. Begin
in seinem Wirke über die Kathedrale von Meli,
Band II, S. 44, einige luichst interessante Auszüge initlheilt.
'I 1. Band, S. 157, 159 f., auch 165 u. 178, u. II. Band. S 408.
'J Benin, in seinem genannten Werke, Band 11. S. 408.
Her iialire IVaiiie drN Kililli>«iiei*M «irr
l4uiiMlniixt*r l><tiiitliiireii.
Von Dl-. I. II d w . Schneega ns, Stadiarchivar, in Slralsburg.
In dem durch den Anzeiger (1857, Kr. 12) veri^ifl'ent-
lichten Berichte über die auf die Konstanzer ChorstUble be-
zügliche Urkunde von 1467, habe ich, nach dem, so viel
mir bekannt, allsemein befolgten Vorgange des Verfassers
der Ablheiliing Konstanz in den Denkmalen deut-
scher Baukunst des Slittcl nilers am Uberrhein
(S. It) und 18), den Namen des Bildhauers, welcher im
Jahre 1470 die reichgesciimückten Domlhüren der west-
lichen Fa(,ade fertigte, Simon Bai der geschrieben. So
wird dieser Künstler dort durchweg benennet.
Ich war um so mehr berechtigt, diese Lesart mit voller
Zuversicht zu befolgen, da der Verfasser der angeführten,
höchst schiilzbaren Abhandlung über den Dom zu Konstanz,
abgesehen von der Beriicksichliirung seiner anerkenniings-
vvürdigen Gewisscnliafligkeit, den iNamen des Künstlers, so
zu sagen, im Angesichte der, wie es scheint, üufsersl deut-
lich und scharf in grofsen Buchstaben ausgeliaiienen Inscbrill
schrieb, welche der Verferliger der Donithüre, beide Flügel
durchlaufend, oben an denselben angebracht hat, und da er
aufserdcm noch die unrichtige Lesart Fucl'sli"s und Fiorillo"s,
welche, wie er sagt, „den Kamen des Künstlers irrig
in Baldcr verwandelt" haben, bervorgebobcn hat. Die-
sem nach scheint in der Thof, die Lesart Bai der die allein
wahre und richtige zu sein.
F^ine .Mitlheilung, die mir mein Freund und Studiengc-
nii^se, Ilr. Eduard Manch aus Ulm zugehen lafsl, zeigt nun
aber, dafs dem keineswegs also ist.
,, B e z u g I i c h des Meisters der Domlhüren-, —
schreibt mir mein l'lmer Freund, — ,,crlaube ich nur
zu bemerken, dafs mein scel. Bruder, welcher mit
seinen Zöglingen der poly I ecli n ischcn Scliu le in
Stullgnrt ellichc M a 1 e K unslausf lU gc noch Con-
77
Anzeiger für Kunde der dänischen Vorzeit.
78
Schhn.
BnndschrlfteD-
kunde.
stanz und auf die Keicheuau maihle, eiitdeclite,
dafs sein >'ame nicht „ßaider" sondern „Haider"
beifse, wovon ich mich später auch überzeugte.''
Das Zeugnifs eines so bewührleii Kenners und lieurlhei-
lers unserer mittelalterlichen Denkmaler wie Hr. Eduard
Hauch verdient den Freunden und Mitsirebenden nicht vor-
enthalten zu werden. Jegliche Beseitigung irgend eines
Irrthumes. ^elbst die blofse Bericlitigunsr eines Namens, bil-
det eine F.rrungenscIiaK in unserer, derzeit noch so viel-
fach verworrenen Kunst- und Kunsllergeschichle des Mit-
telalters.
Wenn man übrigens einen Blick auf das dritte Blatt der
Denkmaler wirft, welches die Konstanzer Domthüre und
oben an derselben die angezogene Inschrift in ziemlich gro-
fsem Jlal'sstabe zur Ansicht bringt, so ersieht man ganz wohl,
dafs der Zeichner, welcher ohne Zweifel durch die von dem
Verfasser der Ablhciluiig Konstanz festgehaltene Lesart
befangen war, im Namen des Künstlers das in der Inschrift
gewifs deutlich geformte H (h), indem er die Striche unten
ganz zusammenführte, in ein selbst so noch in itlujuskel-
schrift höchst ungewöhnliches B (b) umwandelte; gerade
wie er auch, in Folge eines andern Mifsversländnifses, über
den Kelch des heil. Koniad, statt der bekannten .Spinne,
eine Ho>tic setzte.
Simon Haider ist demnach der nodi jetzt durch die
Inschrift bewahrte und bezeugte authentische Name des Bild-
hauers, w elchem Konstanz die kunstreich geschnitzten Thilren
des Haupt|)ortales am Dome zu verdanken hat.
So treffen wir, nicht ffanz ein Jahrhundert später, die-
sen Künstlernamen wieder: Jakob Haider hiel's der Werk-
meisler des Pfalzsrrafcn C'hurfürst Friedrich, welcher in den
Jahren 1555 und 1556 in langwierige Streitigkeiten mit
der Haupt - und Oberhütte der Steinmetzen zu Strafsburg
verwickelt war.
1 eher die llniitlodiril'lrii tit'r .\iiriiliri*Ker
'^tiultliihliotliek.
Von Dr. Karl Bartsch, Professor, in Rostock.
I .Schlufs. I
Cent. V. 10 a. Leben der Schwestern Prediger Ordens. XV.
Jahrb. Perg. u, Pap. Fol. 141 Bl.
Cent. V. 11. Lanntrecht puch. .\V. Jahrh. Pap. Fol. 2&(i
Blatter. (Homeyer .Nr. 517.)
Cent. V. 14. Petrus Blesensis, epislolae. XV.Jnhrli. Pap. Fol.
Cent. V. .'^7. Buch der Bchaimhischen l.andl.sordnung in
Tenische übertragen uon Peter Stirba. 15ü('). Pap.
Fol. (Homeyer Nr. 519.)
Cent. V. 38. Herman Schiefser, Kathschreiber in Speyer,
Repertorium gemeiner Erbarnn Frey vnnd Reichs Stett
Registratur. XVI. Jahrh. Pap. Fol. — Derselbe,
summarischer E.\lract aus dem andern Theil der Re-
gistratur getzogenn , gehaltene Reichstag besagende.
1356—1582.
Cent. V. 42. Eid der Aerzte zu Nürnberg. XVIL Jahrh.
Anfang. Pap. Fol. — Eid der Apotheker. Ordnung
der Wundärzte, 1529. — V. Cociter, ein ordentlich
Regiment wie man sich im wildtbadt (zu Wemhdingen)
hallen soll, u. A. meL^-t Nurnbergisches.
Cent. V. 73. Bullae paparuui. .\V. Jaliili. Perg. Fol. 21 1 Bl.
Cent. V. 90. Inveclive perditi Georgii de Podiebrat heretici.
XV. Jahrh. Pap. 4. (Pertz 7, 1 12). — Aen. Syl-
vius, tract. de miseria curialium.
Cent. \. 91. Constitucio Innocencii pape. .XIII. Jalirli.
Perg. 4. (Pertz 7, 112.)
Cent. VI. 11. Graliani decretum c. glosa. XV. Jahrh. Pap. 4.
Cent. VI. 25. Franz Schürslab zum llohenstein, Beschreibung
der vier iMonarchieen. 1621. Pap. Fol. 351 BI.
Cent. VI. 34. Derselbe, Chronica der vier Monarchieen.
3 Bücher. 1629. Pap. 4. 641 Stn.
Cent. VI. 39. Derselbe, vom Ursprung der Jesuwiter. 1625.
Pap. 4. 714 Sin.
Cent. VI. 43 b. Von dem Closter zu Weiller genant predi-
ger Orden, was got den selben andechtigen Swestern
gnaden gethan hat. XV. Jahrb. Pap. kl. 4.
Cent. VI. 43 o. Sibillen Weissagung. ,,Got waz ye vii ist
ymer •. XV. Jahrh. Pap. 4. 18 Bl. Das bekannte
deutsche Gedicht.
Cent. VI. 43 t. Exorcismus salis et aque. XV. Jahrh. Perg. 8.
Cent. VI. 53. Ablass des Deutschordens. XV. Jahrh. Pap. 4.
Cent. VL 60. Lehen der Heiligen. XV. Jahrh, Pap. 8.
Cent. VI. 79. Legen<le sanctorum. XIII. Jahrb. Perg. 8.
298 Bl.
Cent. VI. 80. Chronice ordinis Carthusiensium. .XV. Jahrh.
Perg. 8. (Pcrlz 7, 112.)
Cent. VI. 92. Ablass der Kirchen vnd goczhaus Sani Kalhrein
(in Nürnberg). .XV. Jahrh. Pap. 8.
Cent. VI. 90. Wer auf dem BeichAtagc zu Nürnberg 1521
zugegen gewesen. .XVI. Jahrh. Pap. 8.
Cent. VI. 91. Sihilla und die 15 Zeichen. H2b. Pap. 8.
Cent. VII. 3. Constitiicione.s ordinis fratrnm predicatorum.
XV. Jahrh. Pap. 12.
Cent. VII. 11. Leben der beil. Hedwig. XV. Jahrb. Pap. 8.
Cent. VII. 19. Brief der Karthauser von Puscliciin an die
Schwestern in Sieinpuch. .XV. Jahrh. Pap. 12.
Cent. VII. 46. Hlsloria de s. Afra. MV. Jahrh. Pap. 12.
79
Aiizeijrer lur Kumlo der doutst lieii Vuizeil.
80
Litcratar
Poesie.
Cent. V'll. 51. Gebe! wider die Türken von l'iii> II. 1 Jtid
iingeordoel. XV. Jahrh. Pap. 12.
Cent. VII. (il. üii.-selbe. XV. Jahrh. Pap. l(i
Cent. VII. 03. Lesenda santlorum. XV. .lahrli. Pap. Ki.
Cent. VII. 7H. Lehen der heil. Kiicharius, Valerins und Ma-
lernus. XV. .hihrh. Pap. 4.
Cent. VII. 79. Büiherverzeitlinifs de.- Katharinenklosters zu
Mirnherg. XV. Jahrh. Pap. 4.
Cent. VII. 92. BUcherverzeichnil's desselben Klosters. XV.
Jahrli. Pap. 4.
Cent. VII. 95, Anniversarien desselben Klosters. .W . Jalnli.
Per?. 8.
Melater AllMitert.
Von Prof. Dr. A. v. Keller in Tübingen.
Aus dem fünfzehnten Jahrhundert sind uns mehrere Ge-
dichte erhalten, welche den Namen Meister Allswerls tragen.
Zu näherer Betrachtung derselben ist durch die ISöO für
den litterarisclien Verein in Sluttyart gedruikle .'^anuiilung
angeregt. Darauf von neuem hinzuweisen und die Erklärung
dieser Dichtungen zu fördern, ist der Zweck der sciienwär-
ligen Zeilen.
Der >ame des Dichters kann aus dem geslandeu s wert
S. 7 hervorgeganiren sein, umgekehrt aber auch diese Stelle
aus seinem Namen.
Die früher gewagte Vermutliung , dals Altswerl <lem
Handwerkerstand angehört habe, bestätigt sich nicht. Sie
wird auch dadurch erschüttert, dafs seine Geliebte G. dem
Adelslande angehört hat.
Die 4 ersten Gedichte unserer Sammlung haben sicher
einen Verfasser, ebenso die beiden letzten einen andern,
aus Schwaben gebürtigen.
F. II. \. (i Ilagen (Minnesünger 4, ötiÖ. 019) schreib!
den Schiller dem Grafen Hugo von Monifort (geb. 1390)
zu niiil Gcrvliius leiit einem Hugo von Monifort auch die
Reisebeschreibung ins heilige Land bei.
In der Vorrede zum Heister Altswert S. VI habe ich
die Vermulbung ausgesprochen, dafs der Spieecl und das
SIeigertUechlin nicht von ihm, sondern von Hermann von
Snchsenhcim herrühren mögen. W. Wackcrnaircl (deutsches
l.eseb. 4, 293) leugnet difs; schon der Versbau sei da-
eegen. Eine kleine Besliirkung meiner Vermuthung linde
ich darin, dafs, wie mir Kranz Holli mittheill, in der auf
der Frankfurter Bibliolliek befindlichen Abschrift der „klei-
neren Gedichte Hermanns von Sachscnheim", welcher eine
gute Handschrift zu Grunde ligl, der Schleier mit der Murin
und dem goldenen Tempel zusammen steht, (ierade der
Versbau war es, was mich zuerst auf jene Vernuilhung ge-
bracht hatte, welche Heime und Wendungen /.ii beweisen
scheinen. Karl Weinliold, über den Dichter Graf lluijo VIII.
von Monifort (Graz. 1857) sagt S. 2b: „Nebenher sei er-
wähnt, dafs F. II. V. d. Ila^en das Gedicht der Spiegel
(S. 129 — 202) unserem Hugo zuschrieb (Minnesanger 4,
568. 019.) Dafiir liifst sich nicht das Mindeste geltend
machen. .Mit mehr Wahrscheinlichkeit gehört jenes Gedicht
dem Ilerniann von Sachsenheim". Beweise für meine Be-
liau|ilunL' gibt Gödeke in Pfeiffers Germania 1 , 301. Der
Dichler des Spiegels ist ein Schwabe (S. 199), Allswert
ein Elsässer (S. V.)
Ich trage liier einige lienierkuugeii iiiid Berichtigungen
zu unserer Ausi^abe nach.
Das alle s w e r t.
7, 3. Die Bedeutung des allen swertes erhellt aus einer
Rede Engelmars im Neithartspiel. Fastnachlspiele aus dem
15. Jahrhundert S. 426, 38 — 427, 8.
Der kittel.
23, 4. Vgl. II her das Versteckspielen mit Namen W'ein-
hold a. a. 0. S. 20.
40, 9 ? schein. — 44, 17 ? zieren. Rapp. — 21
'Progc. — 40, 19 ? gezieret.
Is. 21. Die gleiche Einkleidung der Satire und des
Tadels der Sitteuziistande der Getrenwarl im Verffleicb mit
der besseren Verirangenbeit lindcl sich in Griminelshausens
Simplicissimus, Buch 5, Cap. 15, S. 700 meiner Ausgabe.
50, 27. Ganz ähnlich ist die Stelle in dem Gedichte
über die neue Mode in meiuen Erzühluugen S. 676, 25.
lieber die weiten houptlöcher s. Grimm, deutsches VVör-
terb. 1 , 958. Der Ausdruck begegnet auch S. 84. Kon-
rads Engelhart S. 99, Z. 3052.
51, 18. Etelich wip wolt sich ser sdiawen, E sie mit
vier buolen benUgen wolt. Vgl. S. XV die neue Ordnung
der Frau \enus: Wir fraw Venus von gots gnaden Erlau-
ben on allen unsern schaden. Das iealich guot fraw und
man Sol furbas dri bulen han.
53, 30 lies: Driimb sage war! schiuch nilil dar an!
54, 21 alter pars.] In Willenweilers liinir 21', 22:
alter part ^ anderswo. 24. lies: versortcniu. AB haben
dafür das gewöhnlichere Wort verhil. Diese» ist wohl luich
in \\ illeiiweilers Ring 38, 10 statt vercleiter zu lesen
29. Die in der Vorrede S. VI ausgesprochene Ver-
iniilhiinir über den Beruf Allswerls habe ich schon in den
Anmerkungen zu den Faslnacblspielen S. 1273 zu berichti-
gen .Aiilafs genommen. Dazu gibt auch eine weitere Stelle
aus Haus Folz Anlafs, Haupts Zeitsilirift 8, 513: Du dapst.
81
Anzeiger für Kunrle der deutschen Vorzeil.
82
als habestu sein recht. Idi nieiti, du ^^eist ein mezierkneilit.
Ebenso in dem Spiel von der vasiuulil , Faslnailitspieie
S. .381, 32. Anch uocli iu Grimmelsliiiii>eii> Vogelnest 1, 9.
Sinipliciäsimus 2, 274. Ntirnbere, 1713.
63, 29 ?dich. 30 ?niit Rujien.
66, 18. Ailswerl zieht den Formen auf -as die Kiiduna:
-ast vor. So hier adnniii.sl : fast, adamast : gast 43. adaniast:
2elira>( 36. palast : irliisl 40. 47. glast : palasi 25. Anlser-
deni kommt der Keim ast in den 2 ersten Gedichten 39.
47. 59 vor.
Der lugenden schätz..
71,3. Otfer ist erklärt in J. Grimms Mythologie S. 638.
Die gl. sielst. 86, 33 bieten die Form odoboro. J. Grimm.
Die Stralsunder Hs. des Vocahularius theutonicus um 1480
hat: adebare is ein vagel, ibis, ciconia. Schwäbisch, im
Rcnislhal, begegnet noch der Ausdruck Aiber für Storch.
79, 26 ?Stand. Rapp. — 81, 9 ? Dienent. — 85, 18.
Rapp will: ZweiV. — 90. 9 lies: platz. — 12 ?mi"isen : liiseu.
90, 19. Rrucke ohne Umlaut, was Grimm, Wörterb. 2,
415 mhd. für unerwiesen ausgibt, findet sich hier durch
den Reim besluligt. Ist auch in Türlins Krone 6829 brücke
: rucke zu lesen statt: und sluont ein allherrc vor dem tor
üf der brücke, der häte sinen rucke gein Gäwein gekeret?
Rcneke- Müllers Wörterbuch 1, 266 ninunt linicke neben
brücke an. Schwäbisch sagen wir Brück; Lauclierls Laut-
lehre der Mundart von Rolweil S. 10. Der Umlaut fehlt auch
im Namen der Freiherren von Brück. Den Ausdruck ,.der
fülen brücken spiln" weist Grimm auch aus Fischarts Gar-
gantua nach.
92, 24 ? leiten. — 94, 2 ? von hoffenunffc. — 103, 9
?miise. Vgl. 90, 12. 14. Vgl. Fastnachtspiele, S. 110. 18.
125, 6. 126. 1487. — 104, 27. Ir suln ist noch elsäfsisch.
Vgl. S. 110, 18. 125, 6. — 108, 33 lies: reizung.
(Fortsetzung folgt.)
'>«;«' l'eher naiiiliriiiiiM.
Von Dr. Karl (jautscli lu Dresden,
.ledermanri kcnnl dos Bild in den Bierstuben mit der
Unterschrift :
„(jambrinus im Leben ward ich genannt,
Ein konig von Flandern und Brabant,
Aus Gerste habe ich Malz gemacht" u. s. w.,
wonach Ganibrinus als der sagenhafte Erlinder des Bier-
brauens erscheint. Allein die Literatur kennt keine derartige
Sage, auf welchen aiiffiilligen Umstand, unseres \N'issens, zu-
erst der Sagenforscher Dr. Griifse in Dresden in den deut-
schen Jahrliüchern (.lahrsrang 1842, Nr. 157, S. 626) auf-
merksam gemuchl hat. Hiervon hat Dr. Coremans in Brüssel
Veranlassung üenommen . weitere Forschungen anzustellen,
deren Ergebnifs er im fünften Bande des Coinple rendu des
seunces de In commission (rhisloire, p. 378, verolTentlicht
hat. Das NNenise, was beide Herren aufzufinden vermocht,
ist Foleendes:
Tacitus (Germ. 2.) und Strabo (VII, 1.) gedenken eines
deutschen Volksstammes der Gambrivier. Diese Erwähnung
wahrscheinlich hat den bayerischen Geschichtschreiber Thnr-
maier, nach seiner Geburlssladl Abensberg gemeiniglich
Aventinus genannt, bewogen, einen seiner Urkiinige Deutsch-
lands, deren er mit der kritiklosen Unbefangenheit seines
Zeitalters (1466 — 1534) eine ganze Reihe aufzählt, Gam-
brivius zu nennen. Annales Bojor. I, 6. 11. Er läfst den-
selben zu den Zeiten des egyptischen Joseph gelebt haben.
Gräfsc vermuthet nun, dafs aus diesem fabelhaften Aven-
tiuisclien Gambrivius der sagenhafte Gambrinus entstanden
sei. Coremans ist mit dieser Vermuthung einverstanden und
macht (S. 379 und 383) weiter bemerklich, dafs die Ge-
sichtszüge des weitverbreiteten Gambrinusbildes der Ab-
bildung des Herzogs Johann I. von Lothringen und Brabant
(1261 — 1294) glichen, wie solche auf dessen Grabmale
zu Brüssel noch zu sehen sei, sowie, dafs noch jetzt in den
Niederlanden die Bierhäuser häufig das Schild: „Au duc Jean
de Brabant''' zu führen pdegten. Er findet daher wahrschein-
lich, dafs die lebendige Volkssage im Laufe der Zeiten den
alten Gambrivius oder Gambrinus mit diesem Herzog Johann,
zu dessen Zeiten vielleicht die Brauerinuungcn sich fesler
geordnet hätten, zusammengeworfen habe.
Indes sind das alles unsichere Vermulhungen; mehr
Licht würde die Geschichte der Sage gewinnen , wenn es
gelänge, über die Herkunft der (iambrinusbilder etwas in
Erfahrung zu bringen. Allein hierüber scheint noch nichts
erforscht zu sein und die einzige Nachricht, welche Weibe
in den Stendaler Sasen (Theil H, S. 153) mittlieilt: dafs in
der Baumainrsclien Brauerei der genannten Stadt ein der-
gleichen ..alles" Bild sich vorfinde, ist wesen mangelnder
genauerer Bcslirnmnng eben dieses Allers ungenügend.
Schlicfslich sei noch bemerkt, dafs nach Carpenlicr's
histoire de Cambray (P. III, p. 35 1) eine Familie Cambrin
seil dem 13 Jahrhundert in ("anibrnv Mirkoniml.
Ilaiir und lluri <l<>r lIciitHrlieii im
TlilO-liiKfr.
Von Jacob Falke.
(Schlufs.)
Das 15. Jahrhundert verlaiiguci auch am Kopf des Man-
nes niclil seinen Tbarakler des Luxus und selbst üppiger
Weichlichkell. Ein völlig glatlgeschorenes Gesichl blieb die
Leben
L«bcnibC(]arr
83
Anzeiircr für Kunde der deulschen Vorzeit.
84
Regel, wie zuvor, und aiiili da» llniiptliuar heliielt im (jaii-
zeii die frühere Korni, wonach es von der Mille der Stirn
naih beiden Seilen gelockt bis gegen die Schullern licrab-
liel. Aber die Fliege, die ihm /-u Tbeil wurde, war eine
weil eitlere, raflinierlere. SlatI des geschwungenen, mehr
scheinbar natürlichen Lockenfalles wurili- rjiil u^rolserer Kunst
und Muhe ein feines, zierliches GekriiusLl hergestellt, bei
dem auch <las Brenneisen noch eine bedeutendere Holle wie
früher zu spielen halte. >Iiin liel's es auch langer wachsen
und strebte nach nidglichsler Fülle, welcher mau im NOlb-
fall mit falschem lluar zu Hülfe kam. Letzteres geschah
allerdings vorzugsweise von Frauen, und zwar schon am
Ende des lt. .Jahrhunderts in dem .>lal'se, dafs wir es mehr-
fach polizeilich verboten linden, in der langen, mehr oder
weniger gezierten Weise trug das Haar Vornehm und Ge-
ring, der Fürst und der Bürger, und vielfache Klagen be-
weisen, dafs auch die Bauern in manchen Gegenden von
der althergebrachten Kürze des Ilaares abwichen und in
Lange und duftender Salbenfülle als Dorfstulzcr hinter der
eleganten Welt nicht zurückstehen wollten Ich erinnere
hier an die Schilderung der Bauerueilelkeil in Branl's >ar-
renschilT und verweise zur Vergleichnng auf Hefner II, 145.
— Gegen das Jahr 1100, noch mehr aber in den ersten
Jahrzehnten des 15. Jalirliunderts, als die fiuher erwuhiite
ausnahmsweise Tracht des Schnurrbaris w ieder verschwand,
gefiel sich eine grofse .Anzahl wurdevoller llüupicr mit einem
in mafsiger Lange gehalleneu Vollbarl. So die dculsclicu
Kaiser dieser Zeil, NN'enzcl und SigniuiMl. und ru^ini lic Fur-
stcn, z. B. Friedrich, der erste hohenz(dlerisclie Ku^^ur^l
von Brandenburg; neben ihnen aber auch manche Bitter nie-
dern Banges und selbst stadtische Patrizier. Diese Sitte
scheint in Deutschland gehliehen zu sein, denn Frankreichs
und Englands Konige und Grofse tragen sich bartlos nach
wie vor. — Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts wird die
ßartlosigkeit eine so allgemeine Regel, dafs sie bis gegen
den Anfang des Ifi. kaum eine Ausnahme zuzulassen scheint.
Noch an der Scheide beider Jahrhunderte, nufderGranze
de» .Mittelalters, wurde das männliche Haupthaar bei glattem
Gesichl so lang getragen wir kaum je zuvor. Es steht das
in Verbindung mit der Sitte der weilausgesdiiiillencn Klei-
dung, welche in der männlichen Well, wie in der weiblichen,
bi.s zur Veriiihliing jeglichen Auslandes gediehen war. Dm
Miinnern wallen die langen Locken über den tief enlblnIVliu
Nacken und die blanken Schullern , denen sich die nackten
Arme zugesellen. Ich erinnere an das rorlrnl Durers. wel-
ches ihn in seinem 21). Jahre darstellt. .>alurlich hielt sich
das reifere Alter von solchen l'ebertreibungen der Jugend
fern.
.Mit der Reformation trat auch in der aul'sern Erscheinung
der Menschen eine grol'se Veränderung ein. Zwar die Lands-
knechte und lindere mit ihnen fuhren fort sich iii tollen
L'ebertreibungen zu gefallen, im Ganzen aber wurde der
Charakter der Kleidung ernster und w iiidevoller. Da Hemd
uiiil Jucke oder U'amnis wieder zum Halse in die Hohe
giengen und die Schaiibe sich mit breitem l'elzkriigen aus-
legte, SU trat auch das lange Haar \on den Scliiillei ii zurück
zu besclieidiiercr Lange. Die Form, die es iiiiii annahm,
linden wir gewöhnlich iiiil dem Wort „Koihe" bezeichnet.
Die Ilaare des Vorderkopfes wurden über die Stirn herein-
gekaiiuiil iiiid in gerader Linie von Sclilaf zu Sililaf ver-
schuillen. Au den Seiten iiiicl im i\acki;ii diildele man sie
etwas langer, doch, niogluhsl schlicht gehalleu, wurden sie
auch hier von einem Ohr zum andern durch einen scharfen
Schnitt in solcher Kürze beschrankt, dafs Hals und Nacken
frei erscheinen. In dieser Gestalt wurde die Kolbe allge-
meine Tracht. Die dazu gehörige Kopfbedeckung war das
Barelt und die Haarhaube, Calolte genannt, —
Kaum ist so das Haupthaar innerhalb strenger und be-
scheidener Grenzen festgehalten, als im Gegensalz zum gan-
zen Mittelalter sieh eine allgemeine Liebe zum Bart ein-
stellt. Wer ihn hat, liilst ihn voll und kräftig wachsen,
wo er will, doch nicht wie er will, denn unter dem
Kinn stutzte man ihn in grader Fläche ah. Von einzelnen
Launen, wie z. B. einem unverkürzt langen SchiiuiTbart, der
zu luiden Seilen über den gesliilzlen Vollbart herabfallt,
Miii ciiiein zoplarlig gedrehten, tiefherabhängenden kinn-
liart, der vielleicht nur auf der einen Seile sitzt, sehen wir
hier ab. Für die Kolbe mit dem geslutzten Vollbart ver-
weise ich auf Durers spätere l'ortrals in llolzschiiilt und
.Medaillen.
Als mit der Jacke das Hemd bis unter das Kinn herauf-
genachsen war und sidi hier mit einer Krause umlegte, die
alsbald unter spanischen Einflüssen zu der ungeheuren Bad-
krause, der „Krose", sich ausbildete, da blieb auch für die
bescheidene Kolbe nicht mehr Kaum genug übrig. Das
Haupthaar wurde nun über den ganzen Kopf hm in gnifscr,
gleichmafsiger Kürze gehalten, die oft das aiilsersle Mafs
erreichte, und auch der Bart wurde, namciillirh an den
Wangen, weil starker beschnitten, so dafs sich zum ersten
Mal die Neigung zum spitzen Kinnbart zeigt — doch blieb
es noih bei der Neigung. — Dies war die llauptform iii
der zweileii llalfle des 16. Jahrhunderts. Wie nun niil dem
wachsenden Naiurulismus und der Oppo.-ilion gegen die
spanische Steifheit, zugleich mit dem Fall der Krose und
dem lleruntcrsinken des einfachen Spitzenkragens, auch das
Haar wieder lunger wird und sich in Linken auf die frei-
85
Anzeiffer für Kunde der deutsilicn Vorzeit
86
ffewordetien Schultern le^l, wie dann bei etwaigem Mangel
die PeirUcke dieser Mode zu Hülfe kommt und sie emllicli
ersetzt, das wollen wir liier uiir noch aiidculiHi.
Es bleibt uns noch übrig-, die Haarlrailil der Kranen natli
ihrer Eni« ickliins in derselben Zeit zu bespredien. >()eli
im 14. Jalirliundert ver^andelle sich das lanffe freie l.oeken-
haar in die gewundenen Zopfe, welche um die Ohren ge-
legt niid meistens, nanieiillich \ou verlieirallietcn Frauen
mit Hauben bedeck! wurden; jenes hielt sich nur noch in nicht
haufigeo Fallen bei Jungfrauen, zumal fürstlichen Standes,
bis ins 15. .lahrhunderl hinein. Im .MIgemeinen tritt die
Eitelkeit des lanoen und schonen Haares vor der Lust an
kostbaren Hauben so sehr zurück, dafs an Schlafen und
Stirn das wider.spänstige Haar, welches sich nicht verbergen
lassen wollte, wegrasiert wurde. Zu keiner Zeil ist mit
Hauben ein gröfserer Luxus getrieben worden, und zu keiner
Zeit sind sie an lieichlhum, Abenteuerlichkeit und Wider-
sinnigkeit der Formen übertrofTen worden, wenn wir von
den Haargebiiuden der 2. Hiilftc des 18. Jahrhunderts ab-
seben, die mehr Frisuren als Hauben waren. Locken, Brenn-
eisen und duftende Salben blieben der männlichen Eitelkeit
fast völlig überlassen.
Der Sturm der Keformatioosperiode fegte zwar alle die
hohen und spitzen, die breilen und wulsligeii llauhen niit-
sammt den nonnenhafi verhüllenden Kopfluchern hinweg,
ohne aber das Haar der Freiheit zurückzugehen; nur selten
tritt es in vereinzelten Locken unter dem breiten Federbarett
heraus; meistens ist e> völlig mit einer >etzhaube, der
Calolte, umschlossen, auf welcher das Barett befestigt ist.
Nur bei Briiuten wird es Sitte, an ihrem Ehrentage das
Haar lang und aufgeloset die Schultern und den Bücken
hinabniefsen zu lassen. In der 2. Hälfte des Ki. Jalirhnn-
dcrls zwingt die spanische Krose auch die Frauen, ihr Haar
mehr nach oben zu frisieren, da sie es nicht, gleich den
Miinnern, kurz abschneiden können: sie streichen es überall
aus Nacken, Stirn und Schläfen nach dem Scheitel hinauf,
wo es, mit Schmuck durchflochlen, vielfache Formen an-
nimmt, welche der einzelnen Erfindungsgabe zum urolscn
Theil überlassen waren. Hüufig war es stall des nun \ er-
schwindenden Baretts mit einem kleinen Hülchcn, man kann
nicht sagen bedeckt , sondern nur geschmückt. Die freiere
Richtung, welche um das Jahr 1600 eintrat, halte mit dem
Sturz der Kreise und des steifen Kragens dieselbe \\irkung
auf das Haar der Frauen, wie wir sie bei den Mimnern
haben kennen lernen. Nunmehr senkten sich wieder Lorken
zu beiden Seiten des Kopfes und im Nacken herab, wenn
oncli nicht in der freien, ungekünstelten \Neise, wie sie die
Blülhezcit des Mittelalters bezeichnet hallen, bis sie unter
der Fonlange, dem Seilenslück der Perrücke, wieder ver-
schwanden. —
Diese wenigen Bemerkungen mögen hier dem vorge-
setzten Zwecke genügen, in raschen Zügen ein Bild von
dem Entwicklung.sgange, den die Tracht des Haupthaars
bei beiden Geschlechtern genommen hat, zu entwerfen. Hin-
sichtlich weiterer Ausführung kann ich nunmehr auf meine
demnächst erscheinende Geschichte der deutschen
Trachten und Moden verweisen, von welcher der erste
Band, das gesaminte Mittelalter umfassend, sich im Druck
befindet.
Zum lluleii der ^itrcliHeite.
Von Dr. Reinhold Köhler, grofsh. Bibliothekar, in Weimar.
Im Anzeiger 1855, Sp. 67 IT. 86 f. und 124 (f. ist von
der Speckseite am rothen Thurm zu ^^"ien, vom Bachenholcu
im deutschen Hofe und von ähnlichen englischen Brauchen
die Rede gewesen. Ich mache auf eine entsprechende Sitte,
die ich kürzlich zufallig in Havecker's Chronica und Be-
schreibung der Städte Caibe, .^cken und Wanlzlebeii (llalber-
stadt, 1720), S. 114 fand, aufmerksam. Hävecker erzählt:
„Die Einwohner von ßrumbi (einem Dorfe im Amte Calbe)
H aren, wie erzehlet « ird, im Pabslhum schuldig, dem heili-
gen Antonio ein Schwein zu halten und zu ernehren, welches
denen Tempelherren (die ein Gut in Brumbi besafsen) zu-
standig gewesen, mit dem Bedeuten, dafs wer in demselben
Dorfe in seinem Hause absolute Herr wäre, dem solle dieses
Schwein zu eigen werden. Als nun auf eine Zeil ein Bauer
solcher absoluten Herrschaft sich rühmele, wurde zwar dem-
selben das Schwein zu holen vergönnt, weil aber dasselbe
im Heimholen sich sperrte und ihm die Strümpfe besudelte,
und er sorgele, es würde seine Frau mit ihm deshalb nicht
zufrieden sein, mufsle er diesmal das Schwein fahren lassen
und sich zur absoluten Herrschaft in seinem Hause besser
Icgilimiercn."
Hier ist also der Preis nicht lilos eine Speckseile, son-
dern £in ganzes Schwein.
Kur (iicHrliirlite «Irr •itnir«' «Ipm MteintrnKrnH
tltr \t>il>rr.
Von Jos. Zahn, Professurscandidalen, In Wien.
Der Anzeiger f. K. d. d V., Jahrg. 1837, brachte in
Nr. 3 u. 4 (Sp. 86 — 88 n. ll;t— 120) eine ZiLsommen-
stellung verschiedener hislorischcr Notizen und E.vcerpte
über den sogen. Klapper- oder Loslerslein und in Bezug
auf die Sitte, böse Weiber solchen tragen zu lassen, inso-
fernc sie im Elsal's und in den ungrun^ccnden fraaiosischoo
Lebensweise.
Sitten lind
Gebräuche.
SlanU-
ansl.illen.
Otrlrht«
vorftlirpn.
b7
Anzeiger liir Kurul
1 (Icutsclicii \ orzeil.
88
Disiricicu im Millt'lnllt'r lii'rrsilili-. Die L)iii>lt'lliiiii; Hrn.
Slübcrs ist auf tiiundlajjc der einsililiiL'f niliii l'arnLMu|ilieii
voo Grinim> Keclitsaltcrlhümerii gesliilzl und (dini' Zweifel
eine weM'nIluhe Bereiilieriine der Antfiiben die.-e> Werkes.
Immerliin alier durfte e> inlerei-Meren. die Zahl der aufffe-
TührleD Beispiele durch ein weileres luul zwar hiithsl an-
7.iehende^ liereiiherl zu sehen, das nui- theilweise ct'<lru(kt
und bekannt ist.
Feierabend erwähnt in seiner (jeschichte des Klosters
Otlobeuren (II. 303 — pü6) eines Gesetzes, das Abt.lidiann I.
im Verein mit den Bureern des Städtchens ge^en Verlauin-
der und VerlaumderiuiieM. sowie ilberbaupt gegen üble
Nachreden erlassen. Er bringt auch einen Theil des Ge-
setzes, beruft sich aber im Ganzen auf den Chronisten des
Klo^tc^s, Elbugcii oder Ellenbog. Eine gelegentliche Be-
nützung dieses noch nngedruckten Cbronisirn des lö.Jahrh.
im k. bair. Reichsarchive trcstattetc mir, das bezügliche Ge-
setz in seinem ganzen l'mfange einzusehen, und es ist mir
somit muilich, auch jenen, fiir <lie Dinsteiliiug (irimnrs weil
intere.-santoten Thcil zu geben, den l-pierabend nicht mehr
beibrachte Wenngleich ferner das ganze Gesetz für den
bezuglichen Artikel nicht anwendbar, dürfte es dennoch
nicht als Baumverschwendiing erscheinen, es hier in seinem
vollen Umfange anzuführen, da immerhin für die Kechts-
geschichte daraus Gewinn hervorgehl.
Ich schicke nur zur Erklärung der inneren Haltung des
Gesetzes voraus, dafs der Chronist Anfangs gewillt gewesen,
eine blofse Copie zu geben, wie er denn sonst auch das
zusammengetragene Materiale aus Saal- und Traditionsbü-
chtrn und Urkunden zumeist nur einfach abschreibt, oder
doch blos oberfluclilich bearbeitet: spater streicht er die
bereits geschriebenen Zeilen wieder aus und macht den Abt
wie die Bürger zu dritten Personen. Das hindert ihn indes
nicht, den Tenor der Urkunde auf das ecnauc^te selbst da
einzuhalten, wo er der am Anfange genommenen Abände-
rung nicht mehr entspricht. Diese Stellen wurden hier, um
doch ein einlieillKhcs Ganzes zu bringen, nach Malsgabe
verbessert.
Er leitet Bl. js'' folgender Mafsen ein:
Mortuo abbute llcnrico, (pii per 31 annos rcgnauit,
sacccssit ei Abbas Johannes naius de altmashofen circa
annos domini 13.1.3 • . . . fuit abbas ille o-qiiitalis amalor
et iniquitatis inaliciB'qiie osor arguiiiento in constitiicione
quam tempore eins factam inuenimus, et est lalis.
>nch Ausstreichung des ordentlichen Einganges: Nos
Joannes u. s. w. setzt Elhogcn also fort:
>am dominus abbas Joannes vnacum primnrijs villip
in vllinburra conuenerunt et Ula ac jurgia prieuenire voieoles
Verinlwortlirhr Redartion: Dr. Freih. v. n. i. A
Druck »on Fr. C«nipo
con>lilueruut ac decreuerunt vnauiuiiter subscripta statuta iiiuiu-
labiliter ohseruanda all omnibiis lioniiiiihus in vttinburrn
viris et miilieliribus. Quodsi qiiispiam ea transgressus esset
poeiias sub^c^iptas omni gracia deneirata ad intesrrum so-
luebat. Primo itaque conslituerunt [iriedictus abbas et pri-
marij villie, ut >i qtiispiani aliuni iniuriatus esset, verbis mo-
ledi(endo , appeliando alium nebiilonem vel neqnam aiit
fureni, aut certe si aliuni mentiri diccrct, aiit (juibuscunque
verbis iniuriosis et opprobriosis conuiciatus fuisset, et ser-
muiiem suum probare suflicienter nequiuisset, Talis lenealur
dare pro poena domino abbuti et iudicihus dcrem libras
obolorum et per mensem foris villam nianere cogeliatur nee
aiitea introniittebaliir, i|u:iin(si) pra-fatani pecuniam soluebat.
Et horiim omiiium prii-slare cogehuliir iiiranieutuin coiani
iudicibiis. Quodsi iiilra mensem occulte vel nianile.-le ciui-
tateni iiigrediebatur, arcebatur adhuc per viium alium men-
sem a villa' ingressu, et nihildmiiius periurij reus habehalur.
Nulla ergo racninc Ijcelial lalem(!) iiigredi villam, nisi forte
necessitas ignis et ineendij postulasset. Tunc enim ingredi
villam vttinhiirrlianam ei lirebal, sed mox ut isnis sopitiis
erat, actutum ahire babebat. (Juicunque se huic constitucioui
opposuisset, decreto abbatis et iudicum omni honore et
honestate defacta (de facto?) priuatus erat. — Secundo
statutum fuit, vt si mulier aliqua aiiam verbis maledicens
aggressa fuisset et eam merelricem appellassef , tocies quo-
cies hoc fecerat seniper obligata erat dare abbati et iudici-
bus decem libras obolorum, aut si pecuniam dare re-
cusasset aut certe non habuisset, portarecoge-
b a t u r I a p i d e m d e d e c o r i s et i g ii o m i u i e in cl o m i -
n i c a die c i r c u ni e c c I e s i a m tempore c i r c u i t u s s o I i t i
et consucti, quo ante officium ccciesia circumiri
s o I e t ( ! s o I e b a t ) , et p o s t c i r c u 1 1 u in r e p o n c r c ba-
bebat lapidcm ante siimmiim altare. ()iia'cunc|ue iiero
mulier poenam banc subirc recusasset a villa- vttinbiirrliaiia
inbabitacione prohibclur(! prohihebatur), donec statuto salis-
fecissct. Muli er eeiam, qiue aliam mentiri diceliat,
q u i n q u e libras obolorum soluebat, aut |i r a e d i c t u m
lapidem modo supradirto portabat, et hoc tocies
facere cocebatur, quories statuta infreeisset. Eandem luebal
poenam mulier, qua- aliam quibuscHn(|ue verbi> inhonestis
pulsasset, qiiibiis alterius famam denigrare potuit. Quodsi
vir quispiam mulierem aliquam verbis dilTamassct et conui-
cia in eam iccisset, eädem mulrtabalur poena. quam snperius
viri ; similitcr et mnlier si vinim qiiempiam verbis maledicens
et detratoris (! detractoriis, detrectatoriis)"aggressa fuisset,
poenam snbibat superius de miilirribus datam.
(.Mit einer Beilage.)
uftcii. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fronimann.
4 Solin Iß NUrobcrf;.
Bi:i[.\GE ZLM ANZEIGER FtK RIXDE DER DEITSCIIFA VORZEIT
1858. JM l März.
(liroiiik des ÄcrmaiiisciKii llusomiis.
Aus den liinrrn Verhiillnissi-n iles Miiseiiins hal>en wir nilt-
zutlieilen, dafs der Jahresbc richl vom 1. Oktober 1850 hu
Ende 1857 zwar längst ferlifi, wegen Wassermangels der l'a-
picrrabriken jedoch im Abdruck aulgehalten war, dennoch aber
nun mit einem neuen Aufruf zur weiteren Unterstützung
des Museums wird ausgegeben werden. Friihcren Besi hlussen
geniiirs gibt der jetzige 4te Jahresbericht nur die Nachtrage
und Ergänzungen zu dem 3ten von 1856/57 in gedrängter
Kürze. Umfangreichere Berichte, wie letzterer, sollen wegen
bedeutenden Kostenaufwandes nur alle 3 J;'hre gegeben werden.
Seit iVenjahr hat das Museum nn jedem Montag, IVacbmittags
3 — 7 Uhr, öflenlliche Ausstellungen veranstaltet, die den
Zweck haben, den in Nürnberg anwesenden Freunden des
Museums alle in den M:i|)pen und rrachtwerkcn der Kunst-
sammlung und Bibliothek enth<iltenen Schätze in bestiniinter
Reihenfolge vorzulegen und sie so mit dem noch weniger
bekannten Inhalte wie mit den Zwecken der Sammlungen des
Museums vertraut zu machen. Es wurden der Reihe nach bis
jetzt zur Anschauung gebracht: das deutsche Kriegswesen, die
Trachten, die Festlichkeiten, die Wand-, (ilas- und Tafelmalerei,
die Wappen, die l'orträts , die kirchliche und bürgerliche Ar-
chitektur, die Prospekte alter .Slädte, Kloster, Kirchen, liurgen,
die .Minialuren, die fliegenden Blätter, Kirchen- und llausge-
rathe. In folgenden Ausstellungen werden vorgelegt werden;
Handzeichnungen, Holzschnitte, Kupferstiche, Landkarten und
.Alles, was die mittelalterliche Länder- und Völkerkunde brtriIVt.
Bilder aus der deutschen Kriegsgeschichte, die I'lastik in -Stein,
Metall und Holz, Münz- und Medaillenkunde, Gewerbe und
Künste, Handel und Schilflahrl, GrabmUler und Inschrif-
ten, Schriflenkunde und Initialen, Katur- und Heilkunde mit
deren Ausartungen als Magie, Alchymie, Astrologie. Die Ord-
nung ist so gelroflen. dafs der jetzt festgestellte Cjklus gerade
ein halbes Jahr füllt und die Reihenfolge dann neu beginnt.
Mit einiger Befriedigung können wir jetzt schon auf die erst
seit kaum 2 .Monaten begonnene Weise, dem .Museum eine
ausgedehntere l'opularilat zu sichern und dessen verborgene
Fächer auch dem grüfsern Publikum zu erschliefsen , blicken,
indem stets die Ausstellungsräume mit wifsbegierigon Besuchern
gefüllt sind.
Zu berichten haben wir noch, dafs Herr Heinrich Tod
aus Oldisleben in Thüringen am 'il. Febr. aus d<'in Dienst des
Museums trat; ferner, dafs die lulh. Kinliinverw.illiing in Nürn-
berg eine reiche Saiiitnlung von Handsi hriflen und allen Drm keii
der Musikwerke Urlando's di Lns.io der Bibliothek des
Museums mit Eigenthumsvorbchnll übergeben hat. Diese Art,
dem Museum Schätze zuzuführen , verdient alle IVarhahmiing,
indem hieriliiri h manche seltene und interessante Werke, welche
nn unbekannten Orten nnbcniiUt sclilummerlen . wieder, ihrem
Zwecke entsprechend, der Rpnulznng saihkundiger .M.inuiT
zuganglich gemacht werden. — Eine andere schone und daii-
kensuerthe Anerkennung wurde dem .Museum durch die Be-
riiliti- der Illustrierten Zeitung in Leipzig zu Theil, wodurch
dem deutschen Publikum die nun hergestellte Karthause und
ihre Sammlungen bildlich vor .\ugen geführt und naher be-
kannt werden. Da uns ilurch das Geschenk eines flicht der
4 Holzstcicke die Mittheilung an unsere \erchrlichen Leser er-
leichtert ist, so fügen wir einen derselben im Abdruck unserer
Chronik bei. Es hat sich bis jetzt die deutsche Tagsprcsse schon
so mannigfach an der Forderung des Nationalmuseums bethei-
ligt, dafs wir es für nicht uninteressant und zugleich liir einen
Akt der Dankbarkeit halten, mit Nächstem die uns bekannt
gewordenen Artikel in unserer Chronik zusaiuiiiiiizustellen.
Von den neu eingezeichneten Bei tragzahlen d e n ma-
chen wir namhaft das Ar til le riereginien t Prinz Luil-
pold in München.
Eine neue Agentur «urde zu Freiberg in Sachsen er-
richtet.
Zu den mit dem gernian. .Museum in Verbindung stehen-
den Vereinen ist hinzugcirelen:
SociiSte dhistoire de la Suisse Rom and e in
Lausanne.
Für die' im Nachstellenden verzeichneten Geschenke sagen
wir unsern besten Diink:
I. Für das Archiv.
Baron von Reitzenstein zu Friedrichseck:
896. F)in Faszikel von In Urkunden, Thüringen betrefTend.
1346 — 1559. Neue Pap.-Abschr.
897. FJIn Faszikel von 4 Schreiben, dos Schlofs Rugheim und
die von Sehanmbcrg betr. 1472. Neue Pap.-Abschr.
898. Ein Faszikel von 7 Schreiben , die Handel zwischen den
von Brandenstein und dem Bischof Georg von Bamberg
wegen Mefsen, Weifsmain, Nordeck und Sladlsleinach
betr. 1472 u. 1473. Neue Pap.-Abschr.
899. Ein F'aszikel von 5 Schreiben, Injuriensachen zwischen
dem von Brandenslein zu Nordeck und Heinz von Kinds-
berg zum W'ernslein betr. 1477. N. Pap.-Abschr.
yoo. Ein Faszikel \on 13 Urkunden die Reilzenstein'sehe Fa-
milie und die stammvcrwiindlen Geschlechter Snck , von
der Grün und Wildc'nslcin belrelTend. 1442 — 1535. 8 Ori-
ginale und 5 neue Pap.-Abschr.
9111. Ein Faszikel von 5 Aktenstücken die Felid<' des Kusln-
chius von Thiingen mit dem Bischöfe Georg >oii Bamberg
belr. 1510. Neue Pap.-Abschr.
91)2. Ein Faszikel von 21 Akteiisiücken, ilio F'ehde des Millers
Eucharius von Aiifsefs mit dem Bischöfe Heinrich von
Bnniberg betr. 147(1 - I4'.l|. 5 Origmiile und !•'. neue
Pap. - Absrhr.
91
Anzeiger für Kunde der ileulsilieri Vur/eil.
92
Ignaz Petters, (7yninasinllehrer, lu Lcilmcrili:
9(l.i. K^urbnil ilir himrad von Arnslnin und seiner Ehcfrao
für Krim Elsbii Min Bin hlurg üIxT 2 l-elien. 1309. >i'UR
I*ap. - Aliäcbr.
Sixt Armin, Hiiuptmann, zu Wdzinr:
901. Irkundc uhiT <lir Vcrmarkmia iinil Ausslriniing der in
Olier- lind Airder-Rofsbaeher (ieinarkung geleifenen, dem
Junker Dielrieh Min (jreilVen-t'loe von Viilratz gehiirigen
Landeri'ien und (Jüter. 15T5. I'ers.
II. Für die Bibliothek.
Städtler, kaurniann, in Kurlli:
4855. Miindat des Katlia der Sindt >ürnticr|{ an umliegende
OrUihaflen, die durch den Krieg geslürlc Bebauung der
Felder betreffend, riip. Ildsehr. 1627. 2 El. 2.
Dr. LÖ^ , Haliiuner, in Fürth:
•iM.Sb. Hiigaila. Ferg.-HHsehr. m. eiil. Uandzeichnungen. .>Iilte
des 15. Jabrh 42 Bl. kl. 2.
SeitZ, Pficrrer, in Ip.<heiin:
4H57. II'. U. V. Heineeken,) ^'achrielilen von Künstlern und
Knnsisa.hen. 2. Tbl. 17ß9. s.
Hugo Ritter von und zu Goldegg' m Bozen:
48.i8. J. J.SlalTler, Tirol und Vorarlberg. iN'euc Ausg. 1848. 8.
4859. üers., das deutsche Tirol u. Vorarlberg. 2 Bde. 1847. 8.
4860. L. rfeclniejer, Erinnerungen an Süd-Tjrol. Lilhogr.
0. 0. u. J.
<|U
4861. J. A. Adam, Augsburg u. s. Stahlschicfsen. 1821. 4.
48r)2. Ileiligenl.ililer aus Kalendern. 25 Blltr. 17. Jhdt. 8.
Franz Waldmüller, Apotheker, in St. .Mirhael im Kppan:
4863. ("oneordat:! rialionis (jernianicae. T. I. — III. 17(l--73.
Ad Concorilata n. G. doeninentoruin Fa.^e. II — IV. 1776.
1777. 8.
4864. I'h. (lang, Anleitung zu dein gemein., urdentl., biirgerl.
l'rocer..ie. 1797. K.
4865. Cb. L. Bluemblachcr, Tradnt von Anlail-Ueiht. 1721. 4.
G. Simon, Oberpfarrer, in .Mi( liel.slaill :
4n66. Üers. , die (iesi lirchle der (irafen und Dynasten zu Er-
baeh und ihres Landes. IH.'iH. 8.
Dr. G. Kours, .^linislerinlbcamler, in Berlin:
4m67. Kerd. v. Lüdinghausen gen. Wnin, kurze Geachichtc des
freihcrrl. Geschl. von Lüdinghausen. I'ap. -Ildsehr. 4 Rl
1857. 2.
4868. II. Her« arlb von Bittenfeld , IVaehriehlen über das Ge-
jchle(ht der Merwarlh I'ap. -Ildsehr. 6 Bl. 1857. 2.
L'Institut historique m Paris:
4f'C9 D.I..- . I. IriM ,l.i::ileur. 276 u. 277 livrais. I8.'j7. 8.
Dr. W. Wacl^ernagel, l'nivers.-I'rofirssor, in Basel:
.|«70. ,>eujahrsblall lur Basels Jugend. XXXVI. )858. 4.
Dr. Reufs, qu. Frofe.4sor. in IXiirnberg :
4H71. Chr. Bulaeus, Brcitae Francnruin oppidi /(«lur/Xia. 1.'j98.
Absrhr. 2.
4.H72. St. Kiliana-Bruderschnll /.u \\ ur/.linrg. 1858. 8.
GrUb, licaniter am Juliushospital, in Wurzliurg:
1873. I'erg.-Blall aua einem dialeliachen Manii~iT. des .MV.
Jahrb. 2.
Dr. Lobach in ^Vurzburg:
4874. Ders. , einige histor. Bemerkungen und medicio. Er-
liliruniiiri über Carduus Mariai' ... 0. J, 8. 3 El.
Hietor. Verein v. u. f. Oberbayern in .Muocbea:
4875. Ders., Archiv. XVI, 3 u. XVII, 1, 2. 1857. 8.
4876. Ders., 19. Jahresbericht. 1857. 8.
G. Parthey, Besitzer der iVicolaischen Burhh. in Berlin:
4«77. Ders., Wenzel Iloilar. 1853. 8. Nachtrage und Verbes-
serungen. 18.58. 8.
Dr. Märcker, ki;l iireufs. geh. .Vrchivrath u. Hausarchivar,
in Berlin:
4878. Th. Berber, precis historique de l'ancienne Gaule. 1822. 8.
4879. Th. Berlier, precis historique de la Gaule sous la clonii-
nalioii romaiue. 1835. 8.
F. Schuler V. Libloy, I'rofrssür, in llennannsladt :
4hs(). lter>., Sielienliur;;isi he Heelitsgescliiilile. II. lid. 3. II.
18.58 8.
Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues,
der Natur- und Landeskunde in Brunn :
4ts^l. Dies., .Mittluilungen. INr. 27 — 52. 1857. 4.
48'<2. Dies., .\iiti/.enlilall Nr. 7—12. 1857. 4.
J. G. Hamel, Stadthibliolheknr, zu Homburg vor d. Hohe :
4ä83. Tobias inurali docirina illiistrntus a H. Drexeliu. 1611.
kl. 8.
4884. J. Cviacii in Jvlii l'avii Heeeplarvm .Sententiarvm Inter-
prelaliones. 1589. 8.
4885. S. Vautuis, traclatvs de in lliliilllivs processwui ,ic sen-
tenliarvm. 1588. 8.
4886. Thvcydidis de hello l'elloponnesiaco libri oeto. 1594. .
kl. 8.
4887. Wilhelnius Dainasi Lindanus slruniali m libri tres. 1577. 8.
4888. Ders., concordia discors. 1583. S.
4889. G. Stengel, nivnd\s et nivndi partes. 1645. 8.
4890. Ders., spes & fulucla cvris jvdiciisqve Dei erga hoinines
firmata. IC45. 8
4891. INic. Rusca, acta ilispnlalionis Tiranensis adu'rs>s Cal-
vinvm. 1598. 8.
4892. Confessio Augustnna. 1613. 12.
4893. .\vgvslini libellus de Fide & Synibolo cditus a Job.
.Alieh. Dilberro. 1643. 12.
4894. M. Luther, Knehiridion, der kleine Caterhisnius. I6.')0. 12.
4895. J. A. Maginus, (ieographiae vniversae absoivt. opvs.
I5il(i. 4.
Ih9i;. ( aleiliisiniis Boinanus. (I,59(I.J 8. Tilelbl. fehlt.
A. Scheiffele, l'rulessor am Obcrgyninasium in Ellv%'angen:
4897. rerganiiMil-lldsrhr., den Franziskanerorden lielr. BruebsL
V. 5 Blllr. Uli! .Malereien. Auf. d. 15. Jahrb. 4.
Stettin'sehe BuehhdI. in Ulm:
4.'*9s. \. Weyennann, Naebrirblen von Gelehrten, biinstlcrn
und and. nierkvv. Personen aus Ulm, 1798. 8.
4899. Ders., neue IVaebriehten von (iclehrten und KOn.^tlerii
etc. IH29. 8.
Dornick, Pastor, in lliiinewaidu bei Zittau:
49(MI Si Inxdische» hriegs-lieehl. HKVl. 4.
r.KIt. t'iintinuirte Parliculana vnd Bericht Von der Schlacht
vnd Victurien, su Ihr CburL Durcbl. zu Sacbssen den
7. Supl. mit Tilli gehullen. 1631. 4.
93
Aiizeiffer für Kuiido der deutschen Vorzeit
94
4902. Christi. Dancksiieurig, So im Churfurslrnlh. Sarlissen
wegen der Viciori wider Tilly angeurdnet wurden.
1631. 4
4903. Copia Churl'. Sächsischen Ahfcrliannes-Kesolulion, denen
.\ugspuri;. .Xh^'i-ordnetiiii ertheilil. 1629. 4.
49Ü4. Copia des Memorials, U as hcy der Itoiu. keyserl. .Mayesl.
Des Kürsleu . . Johanns (jeorgen zu Sachsen etc. Ab-
gestindten vor- \nd aiiiuhrin^en irislruiret gewesen.
1630. 4.
4905. Copia des vierten Schreibens, so an die liom. Kays.
Mayest. etc. von der Churl'. Durchl. zu Sachsen, wegen
der horhliedranKten Evangc^lischun BürgerschafTt zu Aiigs-
purg aligangi'n. 1ß3l. 1.
4906. Copia der Resolution vnd .\nlwort, welche die Churf.
Durchleucht. 7.u Sachsen etc. dein keyserl. Abgesandten
erlheilt. 1631. 4.
4907. Vindiciae Pacificationi.'« Pragensis. 1635.
4908. liechtmess. Beanlw. folgender Krage, Wann in einem
Bundnufs der Vcreinigungsnotul diese clausul inscrirct
worden, dafs etc. etc. 1635. 4.
4909. Abdruck <lcs Kriedens- Schlusses Von der Kuni. Kays.
Mayt. vnd Churf. Durchl. ru Sachfsen etc. zu l'rag auff-
gerichtet. (1635.) 4.
4910. Stammen- und Geburl-Kegister, Der Durchl. Königen in
Schweden. 1632. 4.
4911. V. llofTiriann, rarmen deposiloriviii, aufs neue zum Drucke
bcfurderl. von .1. li. Scheinhardten. 1711. 4.
Dr. J. G. Wagner, Landrichter, in .Marburg:
1912. Ders., Geschichte von Schmalkalden. 1849. 8.
A. Dittmer, VerlagshdI. in Lübeck :
491if. Ilr(il>\itliae (iarulesh. Comcdias sex edid. J. Bendixen.
1857. kl. 8.
Hahn'sche Hofbuchhandl. in Hannover :
4911. J. Leunis, Synopsis der drei >aliirreichc. 1. Th. 2. Hälfte.
1. Abth. 1857. 8.
4915. J. Beck, Gesch. der Griechen und Itomer. 3. Ausg.
1858. 8.
Cirk Heinrich Stürenburg, liatli, zu Aurich (f):
49lli. Der,-., iislfricsischc,-. W ipi'k rbuch. 1S57. 8.
Dr. Ernst Förstemann, Bibliothekar, zu Wernigerode:
4917. Ders., Altteutsches Aamcnbueh. 11. Bd. Ortsnamen.
4. Lief. 1857. 4.
K. Ic. Centralcommission zur Erforsciiung und
Erhaltung der Baudenkmale in Wien:
4918. Dies., MitthciluiiKcn. lida. Icur: K. Weifs. II. Jahrg.
(Ictob., .>uv., Dez. HI. Jahrg. Jan. 1H57 u. 1858. gr. 4.
TrowltZBCh <& Sohn, llofbuchdr. in Frankfurt a. d. O :
4919. Monatsschrift fiir deutsches Städte- und Geiucindewesen.
HL Jahrg. II II ii. 12. IV. Jahrg. II 1 u. 2. 1857
n. 1858. 8.
Polytechn. Verein /.n Wurzhing:
4920. Ders., \> ochenschrill. VII. Jahrg. Ar. 15 — .')2, und
VIII. Jahrg. l\r. 1 — 5. 1857 u. 58. 8.
T. F. A. KUbn, Verl. u. Antiqu.-Ildl., in Weimar:
4921. G. Steinacker, die Reformation des .\VI. Jalirh. 1857. 8.
4922. Zur Erinnerung an die Feier des 3. u. 4. SepL 1857.
0. J. gr. 4.
C. Weychardt, BuchhdI. in Efslingen:
4923. Dr. Völler, Deutschland und die angrenzenden Länder.
1857. 8.
Vandenhoeck & Ruprecht's VerlagshdI. in Götlingen:
4924. G. Schuiidt, bibliollieca hi>tor, gcogr. V. Jahrg. 1. H.
1^*57. 8.
Allgemeine geschichtsforschende GeaellBchaft der
Schweiz :
4925. Dies., Anzeiger, IV. Jahrg. Kr. 1. 1858. gr. 8.
Verein für Thüringische Geschichte in Jena:
4926. Ders., Zeitschrilt. :!. IJds. 1. II. I>s57. 8.
4927. A. L. J. Michelsen, die ältesten \N appcnschilde der Land-
grafen von Thüringen. 1857. gr. 4.
Verein von Alterthumsfreunden in den Rhein-
landen in Bonn :
4928. (Braun), der Wiistenroder Leopard. 1857. 4.
Schleswig-Holstein-Lauenburgische Gesellschaft
f vaterländische Geschichte m Kid:
4929. Dies., Urkundensamuilung. IL Bds. 3. Abth. 1856. gr. 4.
4930. Dies, Nordalbingische Studien. 1. Bds. 2. H. 1844. 8.
4931. K. W. ftitzsch, die Kieler Taufbecken der Kieler Kico-
laiMrcbc. 1857. 8.
J. L. Schmid's Verlag in INürnberg:
4932. A. V. Eye u. Jac. Falke, Gallerie der Meisterwerke alt-
deutscher Holzschneidekunst. 5. Lief. 1858. gr. 2.
Du Mont-Schauberg'si he Buchhandl. in K(j|n:
4933. Organ für christl. Kunst. 1857. Ar. 22, 23 u. 24 um!
1858, i\r. 1—3. 4.
Redaction der numismat. Zeitung in Weifsensee :
4934. Dies., i\uiiiisiuat. Zeitung, 24. Jahrg. >r. 23 u. 24.
1857. 4.
Dr. Hölscher in Herford:
4935. A. L. Iran<ke, Gesch. des Friedrichs -Gymnasiums zu
Herford. 1840. 8.
4936. G. A. W. Hermann llarlefs, Blatter aus seinem Leben
und zu seinem Gediichlnifs von s. Vater. 1844. 8.
4937. Der verleutschte Jnslinus, durch J. F. Schwescr. 4. Aufs-
fertigung. 1697. 8.
Dr. Ch. A. Pescheck, .\rchiiliakonus, in Zittau:
493». Ders.. iltr protcst. Kiri hcnthurni in Böhmens Hauptstadt
vor dir Gegenreformation. 1857. 8.
1939. Barthol Hingwaldl, Kpilhalnmivni. 1797. 8.
Dr. H. J. Knothe in Zittau:
■19III. J 1'.. Carp/iiv, .\iialc( la I'a.-toruni Zitlavicnsium. 1716. 2.
K. Freih. v. Reitzenstein in Kricdrichscck:
19 11. Ders., yuellrn zur deutschen Ueihlsgrsch. von 1793.
|s.^8. 8,
Mähr, schles. Gesellschaft z. Beförd d Ackerb.,
d. Natur- u. Landeskunde in Brunn:
19 12. Chr. (IKUcrl, (iiM-liu lili- dir Sliidien-, Schul- und Kr-
ziehnngs- Auslallcn in M. ihren und iisterr. Schlesien.
1857. 8.
Comit^ z. Herausgabe d mähr. Landtafel m Brilon:
4943. Da.-s., LandtakI, l.\.— ,\l. Lul. !>•; 2. 2 Kx.
95
Anzeiger fiir Kunde dri (Icutsiln'n Vorzi-it.
96
Anton Emmert in Trient:
4941. Cnliildjus citri ilioecesis Tridintinap ineunle a. 1858. 8.
J. S. Seibertz, k. \>r. Kriissfrichlsralh, in .^nisbi-rg:
494j. Dcr.s., Liindcs- u. Kcchlsgesch. des Htrzoglh. \N t'.-llalen.
I. Allh. 1845. 8.
C. Krebs, Buchhandl. in AschalTinburK:
494)3. \. >. IltTrIcin, .AsrhofTiMiiiur); und suine Umgegend.
Mäbr. stand. Landesarchiv m Brunn:
4947 Dass., alphali. Calaloi; d. liililiuth. des mähr, stand.
I.;indi sarchivcs. \iit(>j;r. l''r]H •>.
Historischer Verein f. Niedersachsen in llannovcr:
4948. Derä., Zeilschrifl Jahrg. 1855. Jahrg. 1856. I. Doppclh.
1. Ahlh. IH.ST. S.
Römisch -german Centralmuseum m Mainz:
4949 Das.« , Jahr.-,lieri.ht. IH57. gr. 1
Gesammtverein d. deutschen Geschichts- u Alter-
thums -Vereine in 11; umt:
49.'>i). D.Ts., t (.rrr,|M.nili'nzldall. M.Jahr;;. >r. In.:'). 18jS. 4.
Verein f. Nassauische Alterthumskunde u. Ge-
schichtsforschung in \\icsbnden:
4951. H. Bar, diplum. üisch. d. AMfi Ehcrhach, Hd. 11, 1. II.
Bearbeitet und herausgeg. v. K. Kossei. 1857. 8.
W. V. Knobelsdorff. Premier- l.icutenanl im Garde-
Bes^rv r - Inlaiilerie - Keginienl, in Berlin:
4952. üers. , zur (iejch. der Familie vun KnobelsdorfT. 2. u.
3. Hfl. )ft.^>6 u. 1857. gr. 8.
V. Bieber, jiens. Lieutenant, in Augsburg:
4953. B. Alliretht, Hanfs vnd Kirchensohalz. 1620. 8.
4954. \V. Seher, hurlulns hihliius. 1649. 8.
Dr. Märcker, k. preufs. geh. Arcluvralh u. Ilausnrchivar,
in Berlin:
4955. Ders. , Albrei'iil der Schone, Burggraf zu Nürnberg.
ifi:>8. 2.
Dr. Madler, Bevierforsler, zu Weiden:
4956. Ocrs., das Kloster auf d. Kngelberg. 2. Aufl. 1857. 8.
in. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung.
G. Ney, kui. ha;r. Majur, im Haschenlinl bei iNnriilierg:
2172. itiiiiiis< hu, auf deutschem Boilen gefundene Thi>nlaiii|)e.
2173. I'feilspilze von Aibal, «alirsi heinlii h allgermanisch.
2174. 31 auf deul.scheni Boilen gefundene nun. huplermünzen.
2175. 7 desgl. Silbermiinzen.
2176. 3 chines. Kupfermünzen.
2177. 2 «chwedische Kupfermünzen.
2178. 8 mittelalterliche SilhermUnzen.
2179. 3 Brnnrejelnn« V. 16. — 18. Jhdl.
21**" ■' XMrifszeirhen viin .Messing.
Blaurock, .Magazinier, in i\urnberg:
2IHI. 18 Sehwefclnligfisic von Medaillen des 16. — 18. JhdI.t.
Freih. v. Reitzenetein in Weimar:
'J|H;i, lOM Ij} psal'gus^e \i»n niittelalterlichen utid neueren Sie-
geln.
Hugo Ritter v. u. z Goldegg m Bozen:
2lh3. 58 Kupferslii'he, Krcif.tlentheil.i \ erzierungeii, v. |H, Jhdl.
Gust. Seelos in Bozen:
2I>'I. I'hiitographie der l'farrkirche zu Bozen.
Ign SeelOB, Maler, in Bozen:
21b 1. 13 Zeichnungen naeh allen Archileliluren , Skulpturen
und Malereien in Südtirol.
2186. 2 Blatter mit Tiroler Volkstrachten, Steindr.
2187. Ansicht des Schlosses" Henneherg, Stahlstich.
F. Waldmüller, A|io(hcker, zu Sl. Michael im Eppan:
218S. .');i ilellcr villi lim, Kegensburg, Chur und Basel.
Stahl, Bosolifahrikant, in IVflrnberg:
218",l ;i Bbitlcr mit Vasen, Kiiplerstiche v. Sus. M. Sandrart.
Ambr. Rösner, Buchliindcrineisler, in Wurzliurg:
2190. 6 Blatter mit .\hbildungen von Allerthuiiiern u. a.
Agentur zu Homburg:
21'JI. (Iriyinalsiegel des Johann Brendel v. 15. Jhdl.
Freih. V. Altek, Kanimerherr, in Oldenburg:
219J. 2 Siegel lies (irafin .\nt. (iiinther v. Oldenburg.
V. Wedderkop m (IMenburg:
2l9:i :> ^iiiTcl ilcr Stallt Oldenburg.
Dr. Reufs, qu. I'rofessor. in iViirnberg:
2194. 3 Originalsiegel \oui l.i Jhdl.
Fr. Gräfin Fückler-Limpurg, geb. Grafin v. Bodmer,
zu bairnliaili :
2195. Schreibkunsistück mit Goldschnft und gemalter Einfassung
v. J. 1.586.
Niclas, Secoiidelieutcnant im 3. Jagerbalaillon , in Aura-
berg:
2196. Silberinunze des Kurfürsten Job. Friedrich v. Sachsen.
2197. Silbermedaille auf die Stadt Frankfurt a. M. v. J. 1648.
21 9'^. Altdorler rreismedaillc v. Blei v. J. 1620.
2199. 3 Bleimedaillcn vom 18. Jbdt.
22(iO. Ku|iferiue<laille auf Kiinig Karl XII. \on Schweden.
Julius Frank, Skribent am german. .Museum :
2'JOl. Ilililcsheimcr Seclisijriisihcn.sluck von 1673.
Hans Freih. v. Aufsefs in Aurnberg:
2202. Kleiner geschnilzler Vogelkorb v. 17. Jbdt.
Fr. Cath Sattler in Schlofs .Mainberg:
.'2(i'i. Biiinccnicilaillc auf die golilne Hochzeit de.s Hrn. W.
S.ilticr lind der Fr. ('. Sattler.
Engelhardt, l'rivalier, in Nürnberg:
2204. I'orlrat Kr. Josephs I. mit geschriebener Perriicke, Kupfer-
stich.
Ben. Wifs in Aurnbcrg:
2205. Silberninnzc der Kgn. Elisabeth v. England v. 1582.
2206. Oeslerr. Silberinunze v. 1626.
2207. Augsb. Silhermünie v. I(j3ö.
2208. (Jrafl. Stolberg. Silbermiinzc v. 1673.
Dr. Wagner, Landrichter, in Marburg:
22ti9. III Silbeniiiinzen und 10 Kupferniiinzen der Landgrafen
und Kurfürsten von Hessen v. 1592 bis zur (legeiiwart.
2210. 5 Kuplermiiuien des Königs Jeroine von M estfidcn.
221 t. 6 (lypsinedailUins mit den Bildnissen (inllinger Gelehrten.
Freih. von EstOrfT. k^'l niederland. Kanimerherr, zu
.Si'blofs Jager»burg :
2212. Lackabdruck eines geisll. Siegels v. I I Jlnli.
97
Anzeiger für Kundo der deutschen Vorzeit.
98
2213. 4 Dienslsiejel des vom ülirist- Lieiit. Alhr. von EstorlT
Crgen ^npoleon errichteten iHvallericregiiiienls.
C. Ells. Lehrer, Conserv. des Doinschalzes in Halbersladt:
2214. liesticktes Wappen des Cardinal -Eribischofs Allirecht
von Miiini von ir)l6.
2215. Scliriflprobe aus einem mittcliilterlichen Eviingelienliuclie
im Uomschatzc zu llalberäladt.
2216. 3 Bleimedaillen vom 16. JhdI.
2217. 10 Blei- und I lironremedaille vom 17. u. 18. Jhdi.
2218. Halliersladltr Bractcat vom 15. Jhdl.
2219. üslerwieker Hulilpfennig vom 15. Jhill.
2220. 3 .XbschlaRe von Münzen und Zeichen des 16. u. 17. Jhdts.
2221. Gypsalipufs eines Siegels des S. Wigmann, (jrafcn io
l.indow.
Vollmer, Kedakleur, in Nürnberg:
2222. Silberniünze des Herzogs Ulrich von Württemberg.
lliroiiik der liislorischeii Vereine.
Von der Gesellschaft fiir vale r hm disch e Aller-
Ihümer in Basel werden seit 1843 „Alillheil ungen" in
unbe.stimmten Zwischenräumen veröfTentlicht, welche für die
ältere, römisch-germanische Periode unserer Ge-
schichte enthalten: die riimischen Inschrillen des Kantons
Busel, von i>r. K. L. Hoth (i\r. 1. 1843.)— L. Jlunatius Plan-
cus; von dems. (Kr. IV. 1S52.J — Eine roni. Medcriassung in
Frick etc. von Dr. Wilh. Vischer (Kr. IV, 1852). Der .Münz-
fund von Reichenstein, beschrieben von Dr. Wilh. Vischer;
nebst einem kurzen Anhang über röm. Broncen aus Wallen-
burg. Für die Geschiohtc der Baukunst und der an-
dern bildenden Künste: Die Kirche zu Ottmarsheim im
Elsafs, von Dr. II. Burrkhardl (II, 1844J. Die Barfiifserkircbe
in Basel, von Adolf Sarasin (III, 1845). Die Dominikaner-
Klosterkirche in Basel von L. A. Burckhardt und Chr. Wip-
penbach (VI, 1855). Die goldene Allartafel von Basel, von
Wilh. Wackernagel; mit 4 lithogr. Blättern (VII, 1857). —
Der historische Verein für Oberbayern gibt uns
in seinem neunzehnten Jahresbericht, 185fi, aufser den
Berichten ein Vcrzeiclinifs des Zuwachses seiner Sainmlimgen
und Erlasse der k. hayer. Regierung, die Teulelsmauer und
Auffindung von .Münzen betreffend. Das .Archiv desselben
Vereins enthält Bd. XVI, Heft 3, 1857, für Landes- und
Ortsgeschichte: Die iMaxIrainer, eine liislor. gcnenlogisrhe
.Aiihandlnng von Prof. Dr. Th. Wiedcmann, (die Kaclikonimen
\\o\{ Dietrichs und Wolf Wilhelms |. Kurze (Jescliichte der
ehemaligen Rcichsgralschall Haag; von Bernli. Zupf. Die
Pfarrei Argel, Dekannts Obirloliring des kgl. Landgerichts
Wolfrathshausen, von 14>s9 bis zur Gegenwart; von G. Schnell.
Uebersicht der von dem Kloster Bencdiktbeuern fUr das all-
gemeine Lnndesdcfensionswesen im spanischen Erbfolgekrieg
aufgebotenen Lnlerthanen etc. von .Max Graf Topor Morawilzky.
Volkszahlung im .\nite Wildi-nwart, nach einer lieschrribung
vom 27. Kov. 1679 ; von Prof. Dr. Kunstmann. Band .\\ II,
Heft 1 u. 2, 1857, für die rüiniscli- germanische (ie.'icliichtc :
Bericht über eine Begehung der Tcufelsniaucr — Valium lladriani
— von der Donau bis zur Würnilz etc. ; von Graf Fr. Ilektor
Hundt. Der römische .Mosaikboden in Westerhofen; von Prof.
Jos. von Ilefncr. — An () uel I en bei Irä ge n : drei Urkunilen
aus der Vallirella zu Rom, milgetheilt von Prof. Dr. B.Diidik.
Ungedruckte Urkunden und Rcgeslen von Benefiz. Erncst (ieifs.
— Für .Münzkunde: Münzen bayerischer hlnsler, Wallfahrts-
orte und anderer geistlicher Institute, be.^chrieben von J. P.
Beierlein. — Zur Landes- u. Ortsgeschichte: Geschichte
der ehemaligen Hofniark Fagen, im k. Landgericht Aibling;
von Dr. Th. Wiedeniann. Beiträge zur (ieschichte der Türken-
kriege von 1683 — 1688 etc.; aus amtlichen .\nlzeiclinnngen niit-
gelhcill von M. Graf Topor .Morawilzky. Miscellen zur Ge-
schichte von Fiirstenleld und seiner Uiiigeliung von Karl Midi.
— Für die ältere Rechtsgeschich te: Eine Verhandlung
über Todschläge vom Jahr 1473; aus dem handschr. Rücklasse
des gräfl. preising'schen Administrators Buehl. — Für die Ge-
schichte der geistlichen Orden: Erinnerung an die
Gründung und erste Verbreitung des Instituts der englischen
Fräuleins in Bayern, von Dr. Joh. Nep. Buchinger. —
Die Zeilschrift des historischen Vereins für Nie-
dcr-Sachsen, Jahrg. 1855, enthält für Verfassungs- und
Rechtsgeschich le: Gab es Abstufungen oder erhebliche
Verschiedenheiten unter den .Mini.slerialen des .M. A.? insbe-
sondere 1. edle lind freie und 2. nicht ritterbürti^e .Ministeria-
len? eriiricrt von Ed. Fri'iherrn von Schele. Der Prozefs des
hildeslieim'schen BUrgermeislers von Molleni; vom .Amtsrichter
Fiedeler. Die Freidingsginossen zu Eilen>en und deren Vcr-
vehmung; von dems. Des Weyl. Herrn Premier-.Ministers und
Kammer-Präsidenten Herrn (ierlach Adolf von Alünchhaiisen
lirnlerlassener Unterricht von der Verfassung des Chnrfiirstl.
I!raunsclnveig.-Lün(linrgisihi:n Geheimlilen lialh und Cammer-
Collegii. — Verordnung des Erzb. Chrisloph von Bremen in
Betreif des Stiftes Bardowiek, 1. Juli 1533; vom Reichsfrei-
herrn Grt)le. — Zur Landes- und Ortsge schichte: Uebcr
die grangia Caldenhusen ; von Kamnierrath Hübner. Die
Güter Heinrichs von Bodwede; von Freih. v. Hammerstein. —
An 0 uell en beitragen : Der Kekroloü und die Verzeichni.sse
der Proliste und Aebtissinnen des Klosters \^'ienhaiisen, von
IL Biittger. .\uszuge ans einem Prolokollbuche des Stiftes
Bardowiek, 1569 — 1608; vom Reichsfreilierrn Grole. — Zur
A ller th u ms kiin de: Untersuchung eines Leichenhugels im
Katlenburger Korstrevier; iiiitgctlieilt von C Eiiifeld. Ein ger-
manisches Haus, von dems. Das Steindenkmnl in Steinbeck
.\mt iMoishurg, von dems. — Für die Miinzknnde: Die marca
argenti usualis von C. L. (irolefend. — Derselben Zeilsi lirifl,
Jahrgang |8.')6, Doppi'lheft, enthalt in der ersten Alillieiliiiig
für die R eclitsg eschi< hte: Darstellung der im llenogtliiiin
Bremen beslehenilen besonderen und abweichenden Jun.«-
diktionen, —
9!)
ArizeijjiT für Kiimlo dfi deutschen Vorzeit.
100
Die Zeilschrifl desVereins für tliUrlncisrhe Ge-
schichte II. Allcrlhuirisk. in Jena: III, I, 1857 vnlhall lur
Quellenkunde: L'rkunilenverieii'hnifs , Johann Holhe helref-
fend , milgelheill von .\. L. J. iMichelsen, — Kur l.andes-
und Ort» geschieh te: Ueber die Herrn von Schlotheini als
ehemalige Erhtruchsesse der Landgrafen von Thüringen von
Dr. Funkhänel. Die Ephoric Runneburg und die Dotirung der
zu ihr geliiirendcn Plarreien, 1556; von Dr. Schwarz. — Aufscr-
dem an Beilragen lür die A Iterlh uinskun d e: Siegcl-
sarnmlung des llerzoglhuuis Koburg, von A. L. J. .Michelsen.
llonuini ntales, von tViih. Kein. Kur Geschichte der Li-
teratur: Ueber die Benennung der gottesdienstlichen Dramen;
von Dr. Kunkhänel. — Kiir Geschichte der geistlichen
Orden: Zur Statistik des Dominikaner- Ordens, namentlich in
Deutschland; von \V. Rein. —
Ein Programm, zur Keier der 5. Generalversammlung,
2. Aug. |K57, desselben Vereins vero(Tentli<ht, enthalt für die
Wappenkunde als werthvollen Beitrag von A. L. J. Michel-
sen: Die ältesten VVappenschildc der Landgrafen von Thüringen,
mit einer lithograph. Tafel. —
Der Verein für Nassauischc Alterlhu ms künde
und Geschichtsforschung hat 1H57 durch Dr. Karl Rössel
herausgegeben: l'. Ilirniiinu li;ir, di|iloiii:itische Geschichte der
Abtei Eberbacb im Hbeingiui, Band II, Heft I.
Der Verein ^ on A I ter tli u m s f re u n den indenlihein-
landen verölfentlichle als Feslprograuim zu Winkelmanns Ge-
burlsiag durch Prüf. Dr. Braun: Der Wüstenroder Leopard,
ein rüin. Kobortenzcichen. —
Von der Schleswig-Holstein-LauenburgischenGe-
sellschaft etc. liegt vor: ürkundensanimlung, Urkunden des
13. u. 14. Jhdts. enthaltend, Band II. Heft 3, 185ti.
Für Rechnung der histor. -statistischen Sektion der
k. k. mä hr. -seh I es isch en Gesellschaft etc. hat der tha-
tige Vorstand ilerselben, Kinanzrath Christian d'Elvert, bearbei-
tet und herausgegeben: Geschichte der Studien-, Schul- und
Erziehungsanstalten in Mahren und Österreich. Schlesien, ins-
besondere der ülniülzer Universität, in den neueren Zeiten;
1857. —
N a c h r i c li 1 c
I^ilerittiir.
Neu erschienene Werke.
23) Alpensagcn. Volksüberlielerungen aus der Schweiz,
aus Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Salzburg, Ober-
und Miederiistcrreich. Von Theodor Vernaleken.
Wien, L. W. Seidel. 1858. 8. X.\ u. 436 Stn.
.Vit der immer stijrkern Anschwellung der Sagensamm-
lungen wiichst das Verstandnifs dafür und das Geschick in der
Behandlung. Einen Beweis dessen liefern die vorliegenden
„.\lpensagen", die ohne Widerrede den besten S:ininilungen
dieser Art beizuzählen sind. In der sehr lesenswerthen Vor-
rede, wo der Sammler, obwohl „den Kennern deutscher iMy-
th(dogie hier zum ersten Male auf diesem Keldc begegnend",
Zeugnifs gibt, dafs er vollkommen auf diesem Kelde zu Hanse
ist, äufserl er U.A.: „Ein zusammenfassendes, vergleichen-
des Werk wird nicht ausbleiben, wenn einmal alle Theile lies
deutschen Landes vertreten sind". Es wäre zu wünschen, dafs
dem liearbeiler eines solchen Werkes, das sich bald als eine
INi)thwenili';keit herausstellen wird, die Losung der niil dem
Wailislhum des Materials stets schwieriger werdenden Aufgabe
erleichtert wurde in der Weise, wie dies vom Verfasser ge-
schehen ist, indem er die Sogen nicht nur unter gewisse Ab-
theiliingen gebracht f die letzte gibt noch : Zeiten und Feste
des Volks, Sitten und Gibriiiiche, Aberglauben), sondern auch
den meisten Mythen Hinweisungen und Erliiiilerungen beigc-
fiigt und dem Ganzen ein alphabetisches Sachregister ange-
hängt hat Der grofslc Theil der gesammelten Mjthenreste
beruht auf miindlicher .Miltheilung; „Alpensagcn" nennt sie der
VrrfaMer, weil sie dem Gubietu vom Genfer See bis zu den
nordtisllichen Ausläufern der Alpen an der Donau angehören;
er hat sich jedoch auf ein Gesamnitbild beschranken niUssen,
wobei ihm vor Allem Kuhn's norddeutsche Sagen als .Musler
gedient. Das Gesanimelle Iragl natürlich durchweg die der
gesammtdeutschen .Mythe gemeinsamen Züge ; indes ,Jeder
Landesstrich hat seinen eigcnlhüinlichen .Mythencharakter, wie
er auch seine besondere .Mundart hat", und so bringt auch die
vorliegende Saniriilung neben vielem iiberall WicdiTkehreiidrii
manches Eigcutliümlicbe, wie gleich in der ersten .\blheilung
„Vergletscherung".
2 Ij Vorschule zur Geschichte de r Ki rehenbau kun s t
des .Mittelalters. Von Wilhelm Lübke. Vierte
uiiigcarli. und verm. Autl. Mit 85 in den Text gedruck-
ten lllustr. Leipzig, Emil Graul. 1858. 8. 81 Sin.
Das kleine praktische Büchlein, welches die EiilwicMiings-
geschichle des Kirchenbaues in kurzen Zügen nebst Erkliiruiigen
der vorkommenden technischen Ausdrücke gibt, erscheint hier
in neuer Gestalt, welche namentlich durch die .>lengc der neu
hinzugekommenen Holzschnitte als eine wesentlich verbesserte
zu betrachten ist. Aufserdem ist auch der Text umgearbeitet
und drei Abschnitte: die allchristliche Basilika, der bjzaiitinisclie
Stil und der deutsche Backsteinbau, sind neu hinzugekommen.
25) Danzigcr Bauwerke. In Zeichnungen von Julius
Grcth. Mit erläuternden) Text: Danzigs nltertliümliche
Gebäude. In artistischer und historischer Bedeiiliing dar-
geslellt von Riid. (Jenee. Danzig, hei Theodor Bcrt-
ling. 1858. Kol. Heft 9, II) und 12.
Das Werk selbst ist den Kreunden aller Kunst schon durch
die früheren Lieferungen bekannt und empfohlen. Die vor-
liegenden enthalten Abbildungen der St, Kalharinen-Kirche und
der Kirche zu St. Bnrtholomiii. des Franziskaner- Klosters und
eine Totalansicht von Danzig, Das 12, lieft inllult dm Srhliifs
des Textes.
101
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
102
Au/satxe in Zeitschriften.
L) euuchia n d , Beil. 1. Der Kicolifuslag in Tirol. 16. Die
Feste Naiisburg im Argau. 20. Die Uelerlrugung der
Reste Heinrichs Jasnniirgolt in eine neue Gruft in die
Srhottenkirrlie in Wien. 27. Die Stadt Riiltenliurg am
Neckar. 44. Das Schlof, Welidorf. Das Todtenfcld bei
Ulm.
Correspondant, T. VI. Du prelendu niariagc d'Anne d'.\u-
triclie. (Chalambert.J La lorät-noire. (.MarrnierJ. Poesie
allemande. Les Minnesinger. (dAssuilly.)
Ergäti lungsblS ttcr zum Convers - Lex. XIII. Der Kiilner
(iürzenich.
Die (j rem boten: Ar. 8. Bilder aus der deulsclien Vergan-
genlieit. Deutsche Fürsten auf einem Keichsla^'e. ]\r. 10.
Bilder aus der deutschen Vergangenheit. Deutscher Adel
im 16. Jahrhundert.
Jahrhiicher für deutsche Theologie: 1. Die Lehre der
altprotcstnnt. Diigiiiatiker von dem testim. spir, S. und
ihrer dogmatischen Bedeutung.
Wcslcrrn. Monatshefte: INr. 18. Volkssa;;en Her Schweiz:
Der Killer von (jrinimenslein. Die Kirche von V> yla.
(.Runge.)
Berliner Wach richten, 5. Beil. Einzug des aus dem Tiir-
kenkricg zurückkehrenden Churpr. Joachim 11. in Berlin.
1Ö32. 35. Leichenfund in der St. Marienkirche in Elliiug.
Revue con te ni pora ine, I, 3. Jean de Will: vingt ans d'in-
lerregne dans le Slalhouderat au XVII' siecle. (Parieu.)
Revue numismat., 5. Monnaies episc. de Strafsbourg et
de Constance.
Vico Giamb., 8. .Monle t'assino e Carolo Magno. (Tosti.)
Zeitschrift für Gymnsi al wesen , XI, 3. Die .Mark Bran-
denburg, ihre Katur und deren Einllufs auf Geschiclite und
Leben der Einwohner. (Kofs.)
Zeitschrift für dculsclies Itechl: ^r. 1. l'rsprnng und
Entwicklung der Ausiragaliristanz in Deulschlaud. (Goliren)
Die Theiliiahme am Verbrechen nach altdeutschem Rechte.
(Osenbrüggen.J
Illustr. Zeitung: Kr. 761. Zur deutschen h'ullurgeschichte.
Aus der Zopfzeit
Kcue .Münchener Zeitung, Abendblatt zu i\r. 4T. Der
Mythus vom heiligen Gral und Lohengrin. Ar. 57. Die
römische Grenzmarke gegen Deutschland.
Oeslerr. Zeitung, Kr. 21. Christ. Beyriin, ein Kriegsrefor-
nialor des XVI. Jahrhunderts. (.Meynert.)
Neue Preufs. Zeitung, Beil. zu Kr. .50. Hohenzollcrnsche
Skizzen. III. Friedrich von llohenzollcrn, Bischof zu Augs-
burg. (14><6 — 1,505.)
VeriiiiMClite i\aclii-icli««>ii.
12) Auf der Insel Gulland, wo die Fundgruben aller
Münzen unerschöpflich zu snin scheinen, sind jüng.u wieder
auf einem Acker in der Erde dicht bei dem sog. Kirclii'n>unipr
zu Orja unter einem grofsen Stein 74 kuflsche Silhcrniünzi-n
neben 16 Bruchstücken von uralten Broncesrliuallcri gefunden
Worden.
\3} lu den .Marniorsteinbruchen des Unlcrberges bei Salz-
burs fand nmn jungst in einer .Marniorhohlung des sog. Vcil-
bru<lies romische Miinzen als Beleg, dafs diese .Marmor-
sleinbruche schon zur Houierzeil bekannt und bearbeitet wur-
den. Die Münzen sind 26 an der Zahl und rühren von ver-
schiedenen Kaisern her. Sie sind Eigcnthum des Landes- .Museums
in Salzburg.
14) In dir Kiihe von Zürich ist auf den Lebern ein Kel-
tengral) aufgedeckt worden. Die Wände beslanden aus
trocken auf einander gelegten Feldsteinen, die Bedeckung aus
Platten von rothem .\ckcrslein. Der darin Bestattete trug als
Schniuik Ohrringe von Erz, ein Halsband von farbigen Glas-
korallen, Schnallen verschiedener F'orni aus Bronce und Eisen.
Ein Messer war dem Verstorbenen ins Grab (lelegt worden.
.Man nimmt an, d;ifs der Fund dem letzten Jahrhundert der
römischen Periode des Landes angehöre.
15) Auf der Hochebent: des Berges St. Barbe, bei dem
Dorfe Bainvillc, in Lothringen hat man ein grofses Leiclienfeld
aufgefunden, das, wie Altertliunisforscher nach den vorgefun-
denen Wulfen etc. berechnet haben, etwa aus dem 4. Jahr-
hundert unserer Zeilrechnung staninil und einer Scliaar jener
Ililfslruppen (Leti) angehorte, die das gallische Gebiet liir die
Homer gegen ihre germanischen Land»kule \eilheidigten.
16) Ueber die Vorkehrungen zur Durchführung der Restau-
ration des St. Slephansdomes in W len vernimmt man, dafs be-
reits ein C'oiuile zusammengetreten ist und nach vor^insge-
gangener Mahl eines Dombaumeislers eine umfassende Um-
hebung des Bauzuslandes und der Gebrechen des Domes ver-
anlassen wird. Kehen diesem Comite wird sich unter der un-
mittelbaren Leitung des Hrn. Erzbischofs der Donibauverein
constiluircn. Der von Sr. .Maj. dem Kai.-er auf die Dauer Non
liinl Jahren liewilligle Beilrag jährlicher 5ü,0U0 II. wird schon
bcucr fliissig gemacht.
17) Für die innere Restauration der Frauenkirche in Efs-
lingcn, welche ihrer aufsern Bauart nach ihresgleichen sucht
und welche vom gleichen Baumeister wie das Timer .Munster
theilweise gebaut worden, hat der Slifiungsralh 16,000 11. ver-
billigt, so dafs mit Hinzurechnung der freiNMlIigrn Gaben
20,000 fl. zusammenkommen werden.
18> In der elieniHligen .Maiilbronner Abrei werden im KrrUz-
gange und S( icr-Kcfectoriuiii Beslaural Ionen vorgenuinmen.
19) Aus einer coiiiinissioiiellcn Besichtigung der .Mlsladler
Hauplpliirrkirche am Teyn in Prag irgab sich, dafs eine gniiid-
liche Ausbesserung dieser Kirche, namenllicli aber der auf>eren
Theile derselben, inil besonderer Berücksichtigung ihrer Ealil-
reichen Sculpturen als wünschenswrrlli erscheine.
2ü) Die schiinc Burg in ileni alten iiischor«silr.e ltcni|irn
ist ilurch Ankauf von Seite der Stadlbehorde vor siclicriiii
l'ntergange gerettet worden. Sie soll im .\l\. Jnhrh. von
Huri. Heinrieh von Virnebnrg, Eribischof von Knlii , erlniiil
Worden sein. Es ist löbliche Absicht der Slndlvcrordneten,
lu.
Anzeiijer lur Kiiiiilc ilur dcutst'lien N'orzeit.
104
diesen Rllchrwiirdipcn Sitz der kölnischen Kurnirslen von kunsl-
verülanrlictr Hand ßani in dem ursprunglirht-n Geiste und den
reinen Formen des Mittelalters wiederherstellen zu lassen, und
das neue kathol. (iyninasiuni darein zu a erleben.
21 J Manrher AlturthumsFreund war hekünimert um die
Wäsehenliurj, vulgo „Wäscherschlüfsle", diesen allehr« ürdigen
Stammsitz der Ilohenstaufen , da sie die seitherigen Patrone
verkaufen wollten und dabei dem Schlüfschen der Abbruch
drohte. Sein Fortbestand Ist nun wohl auf immer gesichert.
Der Staat hat nämlich das Kitlergut snmmt dem Schlürschen
angekaurt.
22) Die k. Regierung von Potsdam bat ncuerlirb wieder
einen schon früher ergangenen .Vinislerialerlafs mitgelheilt, wo-
nach alte Leichensteine von urkundlicher oder kiinsllerischer
Bedeutung ohni' (ienehmigung des Slinistcriunis nicht veräufsert
oder anderweit verwendet werden dürfen. Kbenso sollen alle
aufser Gebrauch gekommene Taufsteinc wo möglich nur wie-
der in den kirchlichen Kaumcn aufgestellt werden.
23) Unter den mehr oder weniger zerstörten Häusern in
Mainz befindet sich auch dasßrnuhaus „Huf zum Jungen", auch
,.zuni (lUtenberg" genannt, in der Franziskanergasse. Hier
belindet sich auch eine Tafel von .Marmor mit der Inschrift:
^lldf zum Jungen, erstes Druckhaus des J<]hann Gen.slleisch zum
Gutlenberg, 1453—1450", geweiht von Carl Barth 1828. Diese
Tafel ist unbeschiidigt geblieben.
24) .Auf der alten Moselbriieke bei Koblenz beabsichtigt
mau, dem beruhiiilen Krbauer derselben, Kiirf. Balduin, aus
dem Hause der Lutzelburgcr, welcher iu der Zeit von 1331 —
1344 dieses Pur Hie damalige Zeit bedeutende Meisterstück mit
14 grofsen gewölbten Steinbogen ausführen liefs, ein Denk-
mal aus Bronce zu errichten. Ein Cnmitc ist gebildet und der
Bildhauer Härtung mit der Ausfubrutig betraut.
25) fn Bacharach wurde der weitherühnitc Barchusslein
(.\llar) mit seiner denkwürdigen griechischen Inschrift aus den
Flulben erhoben, um an einer seiner würdigen Stelle in der
Stadt angebracht zu werden. Ein Beweis, wie sehr man hier
die historischen Erinnerungen zu ehren und im Volke rege zu
halten versteht, ist auch die AulTubruug des wohlbekannten
Eistanzes, welcher eine .Menge Menschen bei dem „grofsen
Leyen" auf dem Rheine versammelte, wenn gleich nicht wie
früher, in der kurpfalzischen Zeit, das beste Fuder aus dem
Apostelhuf verzapft wur<le, und nicht wie ehmals der würdige
Rathsbürgernieister mit dem Stndtschreiber den Tanz organisierte.
26) Eine aus dem Mittelalter stammende Handwerkssittc,
welche bisher noch im Herzogtbum Kubiirg bestand, ist jetzt
durch eine Regierungsverl'ugung abgeschalft wurden. Es ist
dies das sogen. Sehauen der Waaren, welche von frem-
den .Meistern zum .Markte uder zur Messe gebracht werden,
und für welche von den Innungen ein sogen. Schaugeld er-
hoben wurde.
27) Entgegen der dichterischen Darstellung Göthe's hat
gerade im Jahre 1518, in welchem der Götz der Tragödie auf-
tritt, derselbe sich vermählt, und zwar mit der ehrbaren edlen
Jungfrau Dorothea v. Gayling. Seine eigenen Verwandten, ein
Herr von Seldcneck un<l sein Schwager Arnold v. Gayling, sind
Zeugen des nach der Sitte der Zeit mit allen Formeln und
Clauscln verwahrten Vertrags. Das Eingi'brachte der Braut
betrug 700 Florin; die Wiederlage des Briiutigams eben so viel
und die Morgengabe 400 Florin, was Götz auf seine Eigen-
gUter und Lehen versicherte. So der Ehevertrag.
38) In Breslau hat sich ein Verein für Errichtung eines
scblesischen .Xlterthumsmuseums gebildet.
liis(M'alo 1111(1 Holvaiiii(iiia('liiiiii>;oii.
3) Soeben erschien und i.-.t durch alle Buch- und Kunst-
handlungen zu beziehen :
Lagorkatalog des Leipziger Kunst -Comptoir's.
Z"eile ,\bllieilung. Preis: 20 i\gr.
Derselbe enthalt eine ungewöhnlich reiche .\uswahl (circa
3000 Auiiimcrn) sciiöner Blatter von:
Aldegrever (481, B. u. H. S. Beham (1,56), Cranach (36),
DUrcr (246), L. van Leyden (37), Mantegua, Marc Anton (31),
J. van Merken (13), Penrz (54), M. Schon (24), Bergbem (22j,
liolh (20|, itieirieh (65), Dusnrt (17), van Dyk und nach
ihm (82), Everdingen (lil), Claude Lorrain (17), Naiwincx
leomplett). Ostnde (108), Polier (12), llembrandl (303), van
L'den (19), de Vlieger (15), Waterluo (20G), Zclmann (16),
Rubens und nach ihm (112), F'aithorne (36), J. Faick (26),
Hollar (84), .Morin (18), Ponlius, Bolswerl, Vorslerman, ü. V.
Schmidt (47), Suilerhoef 120), C. Visscher (25) etc. in vor-
züglichen .Miilruikeii.
Viele dieser Blatter sind ehemals Zierden berühmter Ka-
binette wie z. B. von Lord Aylcsford, Barnird, Robert l)u-
uiesnil, Esdaile, Graf Fries, de Grnaf, Marielte, Fürst Paar,
Verstolk etc. gewesen und es wird hierdurch Kunslfreuuilen
eine seltene (ielegenlieil zur Bereicherung ihrer Sammlungen
geboten. In einigi'n Monaten erscheint ein ebenso reiebhalli-
ges Vcrzclclinifs der achünstcn Porlnitstichc.
Verantwortliche Redaclion: Dr. Freih. v. n. z. Aufscs«. Dr. A. v. Eye. Dr. G. h. Frommann.
Druck Ton Fr. Campo * Sohn In MUmborg.
MVR5BEH0. Das Abonnement de» Blattes,
weU-tK's allu Monate erücheint, wird ganz-
jührit; anK<^noninn-n und belräiiit nach der
□^Beuten Po-^tcuiiventiuu bei allen Puatam-
tem undBuchhandlunf^en £>ftir«cA/an<Jj incl.
Oeslreichs 2 fl. 4a kr. im 24 fl. • Fufa oder
1 Thlr. 16 Sgr.
Für Frankrfich abonnirt man in Strafs-
burg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem-
selben, Nro. 33. rue Notre Dame de Nazareth,
and bei der deutschen Buchhandlung von
mmam
Fliu um m
Nene Folge.
'c%2^^
F. Klincksieck . Nr. 11. rue de Lille, od«T
bei dem Postamt in Karlsruhe ; fUr Eng-
land bei William» & NorKate, 14 Henriett©-
Street Covenl-Garden in London; fUr A'ord-
amerika bei den Postimtem Bremen und
Hamburg. —
Inserate, welche mit den Zwecken des
Anseigera und deäüen wiMsenschaftHchem
Gebiete in Verbindung stehen, werden auf-
genommen und der Raum einer Columnea-
zeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet
nnmv
mmm \mm.
Fünfter Jahrgang.
1858.
OKGAX DES (JEltM VMM Ilt:\ MLSEIMS.
JV? 4.
April.
Wissensclialdiclie Mi((lieiliin»;en.
Ober die CirianKeiiiieliniiiiiK de» Griiren
KeiiiliartI «on $iolniii.
Von Dr. Johannes Voigt, k. pr. geli. Rcgierungsralh
und Universilälsprofessor, in Königsberg.
Wenn man zu Kaiser Karl's V. Zeil die vornchmslen
Reiihsgrofsen anfgezeiclinet findet, stellt Graf Reinhard von
Solms fast immer mit in erster Reihe. Auf ihm ruhte der
Ruhm eines uralten, reichbegüterten, um das Reich vielver-
dienten Geschlechts. Er stand unter der Lehensherrlidikeit
des Landgrafen von Hessen, denn in dessen Landen lagen
die meisten und bedeutendsten seiner Besitzungen. In der
verhiingnifsvollen Zeit jedoch, als (1546) der Landgraf
Philipp von Hessen und Kurfürst Johann Friedrich von
Sachsen sich zu ihrem Heereszug gegen den Kaiser rüste-
ten, konnte Graf Solms sich nicht entschliefsen , seiner
I-ehenspllicht Folge zu leisten und mit seinem Lehensherrn
gegen den Kaiser ins Feld zu ziehen. Er trat vielmehr auf
dessen Seite über. \\ir finden ihn schon im Juni am kai-
serlichen Hofe, von wo ihn Karl mit einem kaiserlichen
Ralli nach Fulda und in Frankenl.ind umher sandle, um den
Rcichsadcl ynu dir Redlichkeit seiner Ah.-Iihlcn zu ulier-
zeugen und für ihn zu t-'cwinncn. In gleicher \N'eise ge-
schah es auch im nächsten Jahr (1517) durch seine und
Kurt» V. Boyncburg eifrige Bemühungen, dafs, nachdem Land-
graf Philipp schon fast völlig wehrlos und verlassen da-
stund, die vornehmsten Mitglieder des hessischen Landes-
adels sich dem Kaiser zuwandten. Schon damals hatte ein
kaiserlicher Machtspruch das Lchensverbültnifs zwischen dem
Landgrafen und dem Grafen von Solms fiir aufgelost er-
klart und somit diesen von allen LehenspHichten entbunden.
Kein Wunder, wenn durch diese Vorgiinge des Land-
grafen Seele mit tiefstem Groll gegen den Grafen erfüllt
war. Er sprach sich unter Anderni auch dann aus, dafs
er bei der Abbitte und dem Fufsfall, den er zur Aussöhnung
mit dem Kaiser thun sollte, sich ausdrücklich die Gegen-
wart des Grafen Reinhard von Solms verbat. Und dieser
Groll mufste sich, wo möglich, immer noch mehr steigern,
wenn mau horte und sah, wie der Graf als kaiserlicher Be-
fehlshaber wahrend des Landgrafen Gefangenschaft in des-
sen Land mit schonungsloser (iewall Nerfidir, wie er nicht
blos anordnete, dafs die Vesten des Landes, Giefsen, RUs-
selshcim u. a. geschleift wurden, sondern selbst einen völlig
vertragswidrigen Angriff auf die Ve>le Ziegenhain unter-
nahm, der nur durch den besonnenen Heldeiiinuth des dor-
tigen Befehlshabers lleinzo von Lüddcr vereitelt wurde,
oder, wenn man vernahm, des Grafen Frau treibe täglich
auf (li'ii Wallen zu (iielxu die armen Leute zum AusfullcD
der (iralien und Abbrechen der Bcfesligungcn an, er selbst
aber solle geaufserl haben: er wolle es noch dahin bringen,
dafs man dem Hause Hessen kein Maofs Wei ihr borge.
Und es war in kurzer Zeit durch ihn bereits dahin gekom-
men, dafs in ganz Hessen nufser Ziegenhain keine iinzigc
107
Fe^lung mclir vorhanden wnr. Endlich hatte er beim Kaiser
bewirkt, dafs ihm die jungen Fürsten, Philipps Sohne, eine
Brandschntzung von 20,000 Gulden halten zahlen und die
Stadt Königsberg in Oberhessen auf 20 Jahre einriiumcD
müssen.
Diesen EiTer des GraTen belohnte Karl auch damit, dafs
er ihn zum kaiserliiheii Ralh ernannte und als solcher stand
Solms auch noch in des Kaisers Diensten, als sich wahrend
der .laliie löTid iijid 1551 /.wijclicii den Herzogen miji
Meklcnliurs und PrenlVen. dem Markurafen Johann von liran-
denhurg, dem Kurfürsten Moriz von Sachsen und den jungen
Fürsten von Hessen ins Geheim jener FUrstenbnnd bildete,
der die hochgetriebene Gewallhcrrschaft des Kaisers brechen
sollte. Im Juni (1551) halte dieser schon Nachricht von
der ihm drohenden Gefahr; er traf eiligst Anstalten zur
Rüstung. Reinhard von Solms ward alsbald als kaiserlicher
Commissarius mit einer gemessenen Instruction nach Frank-
furt a. M. gesandt, um dort mit den dahin hescliiedenen
Hauptleuten Wilhelm von Grnmbach, Konrad \iiri lliiri>lein,
Jost von Dalwig, Philipp von Erenherg und AIhrcchl von
Rosenberg in des Kaisers Namen wegen Anwerbung eines
Reiterbaufens das Nöthigc zu verhandeln. Allein die llnupl-
leute liefsen sich nicht so leicht, wie der Kaiser geliodl,
zu seinen Diensten bereit finden. Aufser Vielem, was sie
in den ihnen vorgelegten Bedingungen mifsbilligten, fufsten
sie auch Mir.^lrauen, der Kaiser werde sich des Reilerhau-
fcns , anstatt ihn, wie er vorsehe, nach Italien zu führen,
zur Bekümpfung ihrer Lehen- luid Dienstherren bedienen
wollen.
Damals erwachte bei den jungen hessischen Fürsten der
Gedanke, sich des Grafen Solms wo möglich zu bemächti-
gen und ihn des Kaisers Diensten zu entziehen. Wir lassen
hiernächst den noch vorhandenen liericlit über des Grafen
Gefangennehmung folgen.
Wegen der dem Grafen Reinhart von Solms gelegen
heimlichen Nachstellung von Hessischen Prinzen, 'i
Ludewiges bericht lautet also, als Bernerdl njid ehr obni
nechslen von hie apgcrileu, seyn sie den nei lisleii na( h ileui
lande Meysen geriten, alclii seyndt sie Ui:u Aldenbiir!.'k kom-
men, dl) i-l ,V. ■;. b. iiiari,'raf Allirechl') gewesi und \\r-
Izchen lag fiir ihrer ankirnfll sich aldo wideriinib crlndien
und nach Magdeburgk gel/.cjgen und ist Filip von der BriK k *)
Anzeiger lür Kunde der deutschL-n Vorzeit. 108
mit s. f. g. aldn gewest und hat sich vilip von der BrnfK
tzü Aldcnhurgk wider seynen wirdt hören lassen, ehr bab
niargkgralT Albrecht einen furschlagk gethan, s. f. g. solten
für Magdeburgk nicht tzihen, dann s. f. g. wurden aldo
weniiik oder gar nix schalfeii, wo oder s. f. g. seynem ratb
folgen wolten und sich ahn die orth wenden, wie ehr dann
furgescblagen, so woldt ehr s. f. g. fünff hunderdl pferde
bewerben und t/.ammen bringen und dieselbigen unterhalten
iHiil besolden, also lang der selbig tzugk weret. Darüber
seyn der margkgrafT und ehr uichl eins worden und ist
M. g. b. margkgralT Albrecht fordt nach illagdeburgk gclzo-
gen und Filip von der Brück mit vir pferden widerumb nach
Aügspurgk dem kayser nach gctzogen, so haben Bernerdl
und Ludew igk dem von der Brück tzwen kunlschalfter aulTs
eylcndest nachgeschickt, der eine beyst der lange pauer,
ist Albrecht von der Kosenberges diener gewest, der ander
beyst Ilensel Bot, die ihm dann seynes weges gefolget bis
ken Aügspurgk und seyn sie auch gefolget und seyn aldo
gelegen, bis das des kaysers söhn der junge printz von do
auff und nach Spanien getzogen und ist der von der Brück
mit von do auH' getzogen, dem haben Bernerdl und Lude-
wigk gefolgel bis ken Pingen aliin Heyn iij nieyl nnler-
halben Mayntz und ballen vorrnejudl, dal's ehr sich vom
liaulTen lluin bei sollen, welches den nicht gcsidielien und
haben also leuers Izerens halben, auch das sie da nuhn mer
nicht vil ahn ihm bellen schalTin können, \on ihm apeelas-
sen und ihm dannoch eynen kunscbalTler nach gescbyckt bis
ken Kolleii und isi derscibige tzu Kollen wiederumb ge-
wendl und hat nngelzeygkt das der von der Brück nie von
dem haulfeu kommen und ist also mit dem prinlzen bis in
Spanien getzogen, also ist Bernerdl und Ludewigk widerumb
mit fünf pferden nach dem landt tzu Hessen geriten und
seyn ken Grumhergk ') kommen tzu dem hessischen rendl-
meyster, da haben sie der jungen landtgraffen marschalgk
fuuden Wilhelm von Schacbcten , ') der hat sie angespro-
chen und gesagkt, das sie seynen bcrren wol dienen kon-
<len, wan sie wolden, so hat sich bernerdl und auch lude-
wigk erboten, wo sie den jungen herren und auch ihm mit
ihrem leyb und allem vormogen dienen kontten, des weren
sie erbotigk, soliclics bat der niarscbnlgk seynen herren
angelzcygkt, aulT das hahcri die Jungen herren Bernerdl
fordern lassen und ihm alda erlzaldt und angelzcygkt, wie
das sie einen graffeu liellru, der unler ihnen gesessen, mit
nanien gralT HcyncrdI von Solmilz, der selbige richtet ahn
') Wir gebrn diesen Berlrhl witrillrh »o, wie er sich im
geheimen Archiv lu Knnicslierg belindel.
'l .Markgraf AIhreclit Ahibiadcs viin Ürandenburg-Kulniiineh.
') Philipp von Brack, einer der damallKcn Soldner-Ilauplleulc.
') (irunherg, KreisslRdt in Hessen -Dnrmslndt.
') Wilhelm von .Scliaclilen, Marschall der jungen Landgrafen
^<)n Hessen.
109
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
110
und lliel auch alles so ihnen nuurl (zuwider wer, hett auch
so vil bey k. M. ') getrieben, das sie ihm XX lausendl gül-
den betten geben müssen braudlsehalzung und tryb auch
<unst alle falsche pracktyken bei k. M., derliallien sie ihm
gern widerumb tzu Dach weren, helten oder noch tzur tzeydt
keyne fullyge ursach tzu ihm.
') Kaiserl. .Majestät.
(Schlul's folgt.)
Frelniarkt.
Vom Archivar Ilerschel zu Dresden.
llallHUs erklärt in seinem Glossar das mittelhochdeutsche
Wort Freymarckt (Freymarcken, Abfreymarken, Verfrey-
miircken) mit Tausch, führt dabei mehrere urkundliche Be-
lege an, erachtet jedoch selbst seine Deutung nicht für viil-
lig zureichend. Es sei daher gestattet, hier auf zwei wei-
tere Urkunden hinzuweisen, in welchen das Wort wieder-
kehrt und sich vielleicht näher bestimmt.
In einem landesfürsUichen Lehnbriefe, ausgestellt zu
Meifsen am 14. April 1457, welchen zuerst der Sekretär
Gnindmann in Dresden in den ohne Nennung seines ISamens
17,>9 herausgegebenen „Nachrichten von Neustadt bei Stol-
peii und Wehlen" S. 13, freilich ohne Angabe seiner Her-
kunft abdrucken licls und welcher von da aus weitere Ver-
breitung gefunden hat, heilst es: — „vnil ilinricb von Tor-
gow hat vor vns an eides stadt hekanth, das dyselbigen
guller synen vater Folzc von Torgow yn frymargte vor
Mockeiiberg von Nickel und Allisch von Kockericz ankörnen
sindt mit eynen dorife gnant Pogericz vnd eyn stugke
waldifs, den er Poppe von Kockericz ym selbir und seynen
brudrn abegefreymurgkt vor dem Kewbcrg vnd eynen sleyn-
berg zu der Dawbe geyn Libentayl obir gelegin."
Liifst sich nun auch aus diesen Worten keine andere
Bedeutung entnehmen, als die von llaltaus aufgestellte, so
scheint dagegen eine zweite Urkunde mehr Ausbeule zu
gewähren. Es ist ein wol noch ungedruckles Magdeburger
Scliiippenurthel, welches aus Bl. 220''. des unter Jl. IM'.
in der Dresdner Bibliothek aufbewaliricn, im XV. Jahrhun-
dert zusammengeschriebenen Kechtsbuclis luKhlnIgcnil mil-
getlieill wird.
„Ab frimurgtis handclunge vnde geschichle mit rechte möge
gesyn vnde besteyn,
Vnsm frnndlichcn grus zcuuor. Krsiimcn besundirn lie-
bin frund. Ir hnbit vna vmbc recht gefragit noch difscn
Worten.
Lorenz Lubenicz der junge spricht, wie das die ersamen
burgir der stat Dresden cyne wirtschalTl miltennander ge-
habt habin vor vasnacht ya dem jare alzo man schreybet
nach Christi geborte tawfsint virhundirt vnd yn dem sebin
vnd czwenezigisten jare vnd yn der selbigen wirtschafR
habin sie vndir ynnandir eynen fryhnmarg gemacht vnd
gewillekort, das yderman do awsbiten vnd reyten machte
was en gelüste, doruff yderman kegin des andir wäre reyten
was her weide vnd wcichirley wäre so keigen vnd uff
enandir yn dem frymargte gerelhen wart, die gab man zcu
schaczczcn czweyn des frymarglis compan nach cren ge-
duncken welche war vnde was cyner dem andern zcu ge-
bin Saide etc. vnd dem frymargte worden gewillekort vnd
gesaczl richtcr vnd siheppin So frogten denne richter vnd
scheppin die ausrcyter wenne ir war alzo geschaczt vnd
aufgekundigit wart, wie geuellit euch der kouff czu eynen,
zcum andern male, zcum dritten male nam der richter eyne
schussil vnd karte der den bodcm ufT vnd sprach, weme
der kouff gefellit, der schrybe mit kryde eyne schrifH adir
eynen strich vnd volfare wem her nicht geuellit zcum drit-
ten male der kraccze mit einem vinger sam her schrebe
vnde gebe seyne gesaczte bufse vnd sey ledig, wenne sie
denn beide schreybin zo musten sie beide volfaren, wenne
sie beide nicht schrebin vnd kraczten, zo mufsten sie beyde
die bussc gebin.
Bynncn sulchem frymargte ist komen Hans Golt vnd hat
ausgebolen vnd ausgeryttcn eyn stucke ackirs, das do be-
soyt were mit dreyn scheffiln korns vnd drcyn scbclfiln
gersten vnd yerlichin czinfsete eynen scheffil korns vnd
eynen scheffil weysses. Doruff bat ym Lorcncz Lubenics
gerytten eyn maldir korns, eyns scheffils mynner adir mehir,
adir die die czeit was gesoyt III. scheffil korns, das andir
log brocke. Do frogle Hans (nill Lorenczen ab soyn ackir
icht wassir hctte, sprach Lurencz, habin meyne nackewir
ob wenig vnd nyd wenig wossir, czo habe ich euch wassir.
AIczo worden die eckir geschaczt vnd die schaczunge aus-
gesayt vnd sie dorobir gefragit vnd heyfsen schreybin, alzo
hnbin sie beyde gcschrebin zcu uolfarunge.
Nu spricht Hans, her habe vormals glonbit, alzo her
den ackir kouffle, her weiden seynen weihe lassin lyhcn
vnd habe difsen fryniargliskouff yn der nacht vnde yn byr
weyfse gethnn vnd Lorencz helle ym gcsayt, seyn ackir
hello nicht wassers ; nu dirfunde her hyn vnd her eynen
strynien korns, das andir were ylcl wassir vnd mcyncd
difsin kouff do niete zcu wegern.
Spricht Lorcncz. her habe ym nndir globde nach ynsage
nicht gclhan denne oliin ueschrcbin >tchl, biUel Loren«
ym rechte zcu irkcnnen, ab ym Hans .-e>ucn kouff nach
II
Alizeiger für Kiiinii' ilir (iculsi-lii'it Vorzeit.
112
sulchen vorhaodillen ^escliichlen icht hillig-er rnd ehir hal-
den miifse denn her ym mit siiiciiir seyner yosoge geweigerii
möge adir was hirvnib recht sey.
HirulT spreche wir sclieppin zcu iMagdeburg eyn recht.
Sulch g-eschefrte, da.- man ncker crlie adir cyjifen adir andir
gut iilT den gcwilkorteii fi-y niarg rylh viul richter vnd .-cliep-
pen adir schaczmeisler dorczu kiirjcl, dos ist vnredeliche
handelunge vnd en mag mit rechte nicht he>lcndig seyn
vnd Miiiii darlT siilclien vorliiindillen koulT, detr Lorencz vnd
Hans an eren etkeren vif dem frymargte gethan hahen,
nicht stete haldin. Von rcchliswegin vorscgill niil vnfsm
ingesegil."
Nach diesem Rechtsspruche wiirdc alM) unter Freimarkt
nicht ein einfacher Tausch sondern ein Kliickstoiirarligcs
und unredliches Tou.schgeschiifl zu verstehen sein. Doch
mufs, da der erzahlte Dresdner Fall ein vereinzelter sein
kann, die Froge nach der eigentlichen Bedeutung des Werls
noch olTen hieihen.
InschrifteD. Ili«' liiMciirlft iii (Irr MOKen. Rfiiiioliatlile.
Von Karl liaiilsch in Dresden.
Im J. 1S20 schon gab ein gev^isser Karl Merkel unter
dem Namen: ,,Biela oder Beschreibung der westlichen säcli-
sisch-bölimi.-chen Schweiz'' eine kleine Schrift heraus, worin
er die auf dem linken Elbufer oberhail) Pirna bis zur böh-
mischen Grenze gelegenen romantischen Gegenden schildert,
hauplsiichlich den herrlichen Biela-Gnind. der auch in neuerer
Zeit durch eine Wasserlieilanslall auswärts bekannt gewor-
den ist. Dort, S. 43, beschreibt er auch eine in jenem Thale
von ihm im J. 1824 erst entdeckte Höhle sehr nnsfuhrlicli
und bemerkt dabei, dafs zwei aufgefundene Feuerungsplalzc
sie ols frühem Aufenihaltsort von Menschen beurkundet
halten. ,. Höchst merkwürdig, führt er dann fort, ist eine
unten bcliiKÜichc, in Sloin gehauene Inschrift in Folgendem
bestehend :
y\ /.. Duiijn. -j-. -p. •{■.
1401
Benno (ein Kelch).
Vergleicht man diese Inschrift mit den kriegerischen
Zeitereignissen des hier angegebenen Jahres, so findet man,
dafs in demselben der Burgcraf .Maul zu Dohna von den
Truppen Markgraf U'ilhclms des Einäugigen von Mcifsen beim
Hammerwerke Fichte, 1 Stunde von dieser Höhle, erschla-
gen wurde. Wer aber dieser Benno war, l»f^t sich schwer
enlriilhseln; wahrscheinlich war es ein Geistlicher."
Die Entdeckung bat spater in fast alle griifscren Be-
schreibungen ilcr sogen. sachsis( hen .Schweiz Kiuffon^' ire-
fundcn und es ist dabei nidil blos diese Iiisrhrifl vielfach
nachgebildet, sondern auch mit mannigfachen Conjekturen
begleitet worden, aber Niemanden ist eingefallen, die Echt-
heit dieser Schrift zu prüfen, zu uniersuchen, ob die Worte
anch wirklich dem Zeilaller angehören, welchem sie die
darunter stehende .lahreszahl zuschreiben liifst. Wahrend
Einige ganz gliiuliig diesem angeblichen antiquarischen Funde
Wichtigkeit beilegten, wagten Andere nur leise zu fragen,
ob auch hier eine gleichzeitige Inschrift vorliege. Dazu
kam noch, daf^ das Besteigen dieser Höhle früher mit grofsen
Schwierigkeiten verknüpft war und Niemand ledislich im
Interesse der Wissenschaft eine Untersuchung und l'rufung
der Scliriflzuge vom diplomatischen Standpunkte aus unter-
nahm. F!ine solche fand denn vor Kurzem durch den Ein-
sender dieses und einen seiner Freunde, einen wohlbe-
wanderten Diplomaliker, statt und lieferte das Ergebnifs,
was beide schon aus verschiedenen andern Gründen ver-
muthel halten, dafs die fragliche Inschrift ein Mach-
werk der Neuzeit sei. Schon die versuchte Nachbildung
in dem Merkeischen Schriftchen S. 44 mufste jedem , der
Schriftwerke des 15. Jahrhunderts zu sehen Gelegenheit
gehallt, die Gleichzeiligkeil der Inschrift verdiichlig machen;
die Beschauung an Ort und Stelle aber, besonders die Ge-
staltung der Jahrzahl 1401 lehrte auf den ersten Blick, dafs
siimmtliche Schrift- und Zahlzeichen weder den Charakter
des 15. Jalirh. noch den einer spiitern Zeit an sich Innren,
sondern sie nur ungeschickte neuere Nachahmungen solcher
sein sollen.
Die Lokalität sowie die In.^chrill an sich selbst bieten
noch andere Gründe gegen die Echtheil derselben dar, allein
es genügt hier die Scibsiscbnu schon vollkommen, um alle
Zweifel zu entfernen. Wenn man dort in der Gegend um-
laufenden Gerüchten Glauben beimessen darf, so war es
nicht .Merkel selbst, der hier die Rolle eines Simonidcs ge-
spielt hat, sondern irgend einer seiner Bekannten machte
sich den Spafs und myslificierle diesen für Romantik in Natur
und Geschichte schwiirmenden, aber mit Diplomatik und
kritischem Scharfblick gar nicht ausgerüsteten Mann mit einer
selbst gefertigten Inschrift und das grofsc Heer der Topo-
graphen der Sachs. Schweiz liefs sich seit 'M) Jahren
ruhig mit myslificicren.
ITIelHler AllHitrrl.
Von Prof. Dr. A. v. Keller iii Tubingen.
(Fort.sctzung.)
Der spict'cl. I.
121, 30 Das Geschenk eines Spiegels erinnert an Fast-
nachtspielo S 450 [ und an Willcnwcilcrs Ring.
r.llerRtnr.
Vortlt.
H3
Anzeiger für Kunde der deutschen N'orzoil.
114
126, 22. Ueber den Hund Will vsfl. Grimms deutsche
Mythologie S. 1198. Ueber den Liebesgott S. 14. L'hland
in Pfeiffers Germania 1, 10. Aehnliehe allegorische Hunde-
oamen s. Faslnachlspiele S. 1420.
Der Spiegel. II.
Grimm (deutsches Wörterbuch 1, 776) setzt das Gedicht
in den Sclilufs des 14. oder den Anfang des 15. Jahrhun-
derts. Für Schwaben hat das Gedicht besondere Bedeutung
durch die lucalen Beziehungen: Stuttgart 201, 2". Lieben-
zeil 201, 23. Pfalzgriirin von Bayern, Grüfin von Wiirtlem-
bere 200, 17.
133, 15 ?lerzen, wie S. 217, 10. Aehnliehe Stellen
gibt Wilh. Müller im mhd. Wb. 1, 96:.
142, 15. Zu den von J. Grimm Mythol. S. 441 über
die Piiwifse beigebrachten Stellen fuge ich aul'ser der gegen-
wärtigen noch Fastnachtspiele S. 255. 1463. Noch iu
Andreas Gryphius Horribilicribrifax (Tiecks deutsches Theater
2, 227. Berlin, lbl7.) heifit es: Du Pileweissin.
143, 24 lies alefenze. Grimm, Wörterbuch 1, 203.
153, 37 lies entseben. 246, 24 entsabt.
157, 17 ?Parzifal. 31 ? spreche, uns.
158, 6. Burcalysen. S. lieber das Gedieht von Wil-
helm von Oesterreich s. Graffs Diutiska 2, 57. Haupts Zeil-
schrift 1, 220. Karl Gödeke, deutsche Dichtung im Mittel-
alter S. 865. Mein Verzeicbnifs altd. llss. Nr. 41.
159, 24 ?;iii. — 162, 1. Die Stelle ist interessant für
die Geschichte der Hofnarren.
164, 11 ?ie mer. — 167, 15 ?der.
173, 21. Den seltenen Ausdruck warf uf ein blat er-
klart Grimm, deutsches W'örlerbuch 1, 776.
180, 37 ein stum. So im Iwein : daz er ein stumbe
WGere. Noch Jetzt in Tübingen ein stumm für das nhd. ein
Stummer.
Ib4, 1 ff. Die Stelle ist verbessert und erläutert von
II. Ruckert in seinem Tbomasin S. 573. Vgl. Zarncke zu
S. Brants Narrenscbiff S. 294. Bat ^ Veranlassung zum
Schmerz.
187, 3 lies recht. — 195, 31 ? hun. — 198, 15
?min halb ein niQs. Rapp. — 199, 31 Vsweim. Rapp.
200, 17. Die Pfalzgriilln aus Biiyerlaud ist wohl keine
andere als Metlitild, Tochter Ludwius Pfiilzgrafeii bei lilieiu,
verheiralhet 1434 an Ludwig GraTcn von Württemberg,
1445 Mutter Eberhards im Bari, spiiter ersten Herzogs von
Württemberg, Stifters der Lniver.sitat Tubingen, I 4.)0 \\ itlwe,
1451 verheiralhet an Albrecht VI. Erzherzog von Oester-
reich, Stifter der Universität Fnilinrg. In ihren späteren
Jahren wohnte »ie, vielseitig lliiitjg und als Beschützerin
edler Künste verehrt, meist in Rotenburg «. N. und starb
22. Aug. 1462 iu Heidelberg. Ihre zuerst in Guterstein
an der Seile irhes ersten Gemahls beigesetzte Leiche ward
1583 durch Herzog Ulrich in die St. Georgenkirche in
Tübingen versetzt. Vgl. Wirtembergische Geschichte von
C. F. V. Stalin, 2, 439 ff. 712 f. 716. Ihr hat Pülterich
von Reicherzhausen seinen Ehrenbrief gewidmet. Haupts
Zeitschrift für deutsches Allerlhum 6, 32. .\uch Hermann
von Sachsenheim dichtete in ihrem Dienste die .Murin. Gödeke
in Pfeiffers Germania 1, 361.
201, II. Ueber Affenberg vgl. meinen Elblin von Esel-
berg, S. 11.
Das sleigertüecblin.
Dieses Gedicht, das mit Sicherheit dem 15. Jahrb. an-
gehört, ist poetisch, sprachlich und sittengescbichllicb nictit
ohne Bedeulnn?.
Franz Roth hat mir mit zuvorkommender Güte die Ab-
weichungen der Franklurler Hs. für dieses Gedicht initge-
theilt, die Fehler des Abschreibers übergehend. Ich gebe
hiernach einige dieser Varianten, aus welchen sich zeigt,
dafs das der Frankfurter Copie zu Grunde liegende Original
eine gute Handschrift gewesen sein mufs. Ein grofser Theil
bezieht sich aufGliittung des Verses. Eine Ueberschrift fehlt.
Die Zusammensetzung; sleigerlüchlin kommt im Gedichte
selbst nicht vor, aber sleier 209, 11. sleigerlin 209, 8.
luechlin 210, 7. 216, 19. 217, 4. 218, 26. 219, 10.
224,2. 227,4. 247,21. Vielleicht ist also als Titel
Sleigerlin anzunehmen.
203, 1. Vy (verniuthlicli für Ey) süsse. 2 niöcht ....
schimpfenthiir. 4 synne. 5 deinem gwalt. 9 künstenrichcm.
11 vertriben. Die Hs. hat immer richtiges t. 12 marter,
wohl für marter. 13 diser. 15 Gezwang div. 21 tett.
Ebenso 204, 30. 26 kung.
(Schlufs folgt.)
Zur (äeMvIiiflile tIeM ciiicIlnirlK'n MrliiteiTHeM. >Vissensch»ri.
In der Bibliothek des german. Museums befindet sich
eine im J. 1533 geschriebene Papierhandsehrifl, hclilclt:
„De origine et rebus gestis illustrium et generosorum comi-
tum in Waldcck. Autore Chnnrudo Scipionc Corbachio",
welche am Schlufse (Bl. 145 f.), unter dem Jahre 1529,
nachstehende Aufzeichnung enthiilt, die die Fragmcnia hislo-
rica in Gruneri scriptor. de sudorc anglico, cd. ILiescr,
pag 405, ergänzt: „>e aulem in lanlii rerum oninium Ircpi-
datione iilla niiscris iimrlnlibus esset salus, erce misera et
nunquam audita Ines iib Occano pcrnicibns Aqiiilonis flati-
bus e nestigio erinnpit, oppidatim olior Euro gms.Milur,
prosternit, conlicit. Huic rej)enlino peslilenti pcrnitiosissi-
Iloükundo.
äeucben.
H'o
Anzeiger für Kunde der deulschen Vorzeit.
116
moque morbo ßriltannico Midori iiomen, qiiüil peciiliuritcr
a 40 annis infesliverit ac etiuniiiiini- Britiiiiiiiiiin, riipjt hoc
malum muKa hominum millia, »tque trucidnt, niitequum
coffnitum. Subita morbi novilate celerilateque coiislernati
mirum in modum mortulium animi: nemo sibi coiistabat,
nemo sibi crastinum promiltebat, mortis hora cum semper
incertu, tum vcro in strage tnm dira, in conciissione
tarn enornii incertissima. Qiiippe quod formidolosis-
sima Ines, intra viginti qiialuor horas, plerumque cilius,
hominem conficeret. Primum omniuin, capita fervore in-
censa, oculi sulTusione rubenlc», aiirts tinnitu sonoro, vullus
torvus, crebra suspiria eaque grnveolenlia, dein sternutatio,
mox somnus proTundissimus existebat. Corpora forinsecus
subrubicunda, intrinsecus ila exipstuabant, ut velamenta vel
tenuis>ima ferre non possent. Unicum ac itidem prieslantis-
üimum putabatur remcdium vigilantia, et si quam plurima
velamenta, eademque villosa, icgroto a;stuanti imposuissent,
mortiferum veru, si vel levis aura afflasset. Astabant dex-
irorsum sinistrorsumque cubantem vellicantes, excitantes,
niolestique dormiluiicnti, siiinmopere caventes, ne somnus
opprimeret alioqui morituruni. Ea res elTecit, ut quam plu-
res imprudenter nimio testu perirent, alioqui mediocritate
victuri. Ha-c dira Ines uno atque altero die triginta cives
viribus et »täte ilorentcs Corbatia^ absumpserat. Vagabatur
hoc malum perniciosissima velocitate, unico tantum mense,
nimirum Septeuibri per totam fere Germaniam, ac mulla
hominum millia subita et inopinata strage confecit.
I.iinil II. Leute. JUnt* röiiilHc-lie HiiHlell Aüho iin<l «Ins
Topuitriphle. varianiMdie Kclilarlitreld.
Von M. F. Essellcn, k. pr. Hofrathe, in Hamm.
Nach Herausgabe der Schrift „das römische Kasteil
Aliso" etc.*) hat sich Manches gefunden, das zur Bestäti-
gung meiner Ansichten iiliir die Lage des genannten Kastells,
des Teutoburger Waldes u. s. w. dient. Auf Folgendes
mufs insbesondere aufmerksam gemacht werden:
1. Das Lager im Havixbrock, — von mir als das des
Varus bezeichnet, — hat nach einer Seile, wo eine Kochstelle,
ein Herd, gcwoen 7.ii sein scheint, gut erkennbare Dop-
pilwnll". W Clin die l in>Iiiiiile es erforderten, errichteten
die Romer I)i)p|iclwiillc. Ciiesur de b. G. 8, 9, — ■ Livius 10,
25 — 30, 10, besonders 3H, 41 ; auch Hyginus, castra-
mctatio in fine etc.
2. Aliso betr., wird in der Abhandlung von E. v. Wie-
tershcim, Jahrbücher der Schilicr-Stiftiing, Band I, S. 32
bemerkt: „Ueber den Ort dieser Festung (Aliso) ist viel ge-
stritten worden. Die Einen suchen ihn ungefähr 1 ' j Stun-
den unterhalb Paderborn bei iNeiihaus und dem Dorfe Elsen,
woselbst ein preulVischcr Baumeister sogar altes ruinisches
Mauerwerk enldeckt liiiheii \^ill. Ich habe die üertlicbkeit
selbst untersucht und statt jenes römischen Mauerwerks nur
eine 2 bis 300 Juhr alle Kelicrmauer gefunden, kann auch
sonst jene Statte kaum für die richtige hallen. — Schon
Ledebur hat dieselbe südlich von Lippstadt am Zusammeo-
flufs der Glenne, in welche sich zuvor die Lise ergiefst, mit
der Lippe finden zu müssen geglaubt, und ein preufsischer
Ingenieurobristlieiitenant Schmidt soll nach olfentlichen Blüt-
tern diese Vermulhung begründet und die Ueberzeugung
gewonnen haben, dafs diese Festung dort gelegen habe." —
In einer Note dazu wird jedoch bemerkt: „Nach spaterer
Rücksprache mit dessen Bruder, dem k. pr. General Schmidt
zu Berlin, hat derselbe keinen anniihernd sichern Grund für
obige Vermulhung aufgefunden, daher auf solche späterhin
selbst wenig VVerth gelegt."
3. Herr v. VVietersheim scheint die neueren Schriften
über diesen Gegenstand nicht gekannt zu haben. Inzwischen
nimmt er doch auch das varianische Schlachtfeld an der
Westseile des Osniug (des sogen. Teutoburger NN'aldes) und
der üürenschlucht — nur nicht weit genug westlich — an.
*) S. Beilage 111 die.icr Nummer des Anzeigers : Literatur, 26.
D. Red.
JBfirenraiiK im FIrhtelgebirge. '^)
Von Ludwig Zapf in Münchberg.
Auf dem Rücken des nördlichen Höhenzuges des Fichtel-
gebirgs, etwa fünfliundert Schritte westlich vom grofsen
Wald.-.tein, steht dicht an dem \\aldwege, welcher nach
Zell hinabfuhrt, ein gut erhaltener Bürenfang, vielleicht
zur Zeit noch der einzige dieser Art auf deulschem Boden.
Es ist dies ein längliches, schmales Gebäude, aus star-
ken üuadern errichtet und gegenwärtig mit einer Holzbe-
dachiinj,'- versehen, dessen Verhältnisse am besten aus bei-
folgender Abbildung bemessen werden.
Die oberhalb der beiden, nach Ost und West oITcnstehen-
den gleichliohen Eiiiciinirc sichtbaren vertieften Flachen
und die zu beiden Seilen dcrsflbcii nicderlaufendeu Fugen
lassen deutlich erkennen, dofs fnihcr hier eiserne FallthUren
angebracht waren, welche durch irgend eine Vorrichtung
zu gleicher Zeit niederstürzen iniifsten, sowie ein Rnubthicr,
durch den Köder angelockt, in das Innere eingedrungen
war. Das durch dieses Niederfellen entstandene Getöse soll
*) Wohl diirf iingcnoinincn werden, dnf» der Barciirniig schon
in früheren Jahrhunderten Klinliih war, somit hichur diese
Beschreibung pnfsl.
Leben.
Lebensbedarr.
Erwerb. Jagd.
il7
Anzciffer für Kunde der deutschen Vorzeit.
118
bis in die unten am Waldsaume liegemien Ortschaften ge-
hört worden sein.
In der sudlichen Wand zeigt sich ziemlich weit unten
eine andere kleinere OefTnnng (auch auf dem Bilde ersicht-
lich). Neben dieser wnr im Innern die Lockspeise aufge-
legt, wie der daselbst befindliche Steintrog ergibt. Es läfst
sich annehmen, dafs das in den engen, finstern Raum pliilz-
lich eingeschlossene, geitngstigte Thier durch diesen nied-
rigen Ausgang zu entkommen suchte und hiebei vielleicht
von einer Schlinge oder dergleichen gepackt und festge-
halten wurde, so dafs man es von auf.-^en mit leichter Mühe
tödten konnte. Andere erziihlen, man habe, wenn die Thii-
ren gefallen waren, einen Kasten vor das erwähnte Loch
gestellt und den Büren durch von oben in den Fang ge-
worfene Feuerbrunde etc. gcnolhigt, durch dasselbe in die-
sen Kasten zu kriechen, wodurch man ihn lebendig in die
Gewalt bekommen habe (was auch bei den anderwiirls zu
gleichem Zwecke ungelegten Gruben öfters geschieht).
Ich finde den Uürenfang zuerst in Pachelbels „Beschrei-
bung" etc. crwühnt (S. 82), zu dessen Zeiten es im Fich-
telgebirge „der grofsen Wald -Baren in ziemlicher Zuhl"
gegeben, „dafs man sowohl Marggräfisch- als Pfältzischer
Seiten Biiren-Fiiuge und Fall-Tliore aufijerichlct." (S. 105.)
Die Fntstehuiig ilicses Gcbiiiides scheint demnach ungefähr
in das Kndc des 17..lahrli. zu ruilcu. Das letzte Mal schlös-
sen sich die Kisenthilreu in den 1 77(lger .Inhren, um welche
Zeil der Fang wieder hergcsiclll w<irdcn war; keine grim-
migen Bürenlatzen aber halten die verhüngnifsvolle Schwelle
iiberschrillen, sondern die Sandalen friedlicher Gotlesdicner
— zweier Kapuziner, welche über das Gebirge wanilern
wollten und hier von einem Unwetter überrascht wurden.
Nun ist alles Eisenwerk langst verschwunden. Der letzte
Bur des Ficlilelgcbirgs wurde 17G9 geschossen. Dieser,
schon bedeutend alt und ziemlich zahm, so dafs er sich den
Holzhauern nidierle und das Brod , das sie ihm vorwarfen,
frais, wurde als der letzte seines Geschlechts gehegt und
that auch Niemanden was zu Leide; nur einen Förster
konnte er nicht leiden, ihn verfolgte er, sobald er seiner
ansichtig wurde, oo dafs dieser sich einst zur Nothwebr
seiner BUcbse bediente und das Thier trotz des Verbotes
tödtete. (S. Sommerer, das Alexanderbad etc., S. 118.)
Vor Freiiüliilil an «ler breiten Eit-Iie.
Von J. S. Seibertz, k. pr. Kreisgerichlsrath, zu Arnsberg.
In Nr. 11 des Anzeigers von 1857 wird von Hrn. Dr.
Achenbach zu Siegen die Hiclitigkeil der Ansicht Kopps,
dafs eigentliche Femgerichte (Freistühle) nur innerhalb der
Grenzen Westfalens gewesen seien, mit Bezug auf Arnoldi's
Geschichte der oranien- nassauischen Liinder bestritten und
rücksichtlich des in der Unterschrift gedachten Frcisluhls
die Ansicht geltend gemacht, dafs er der Mittelpunkt einer
eigenen, in der Mainzer Diocese, also aufserhalb Westfalens,
gelegenen Freigrafschaft gewesen sei. Wir wollen versu-
chen, die Ansicht Kop|)s gegen diese AngrilTe zu rechtfertigen.
1. Arnoldi behauptet allerdings, dafs es auch im frän-
kischen Lande, aufserhalb des sächsischen Westfalens, echte
westfälische Freistiililc gegeben habe, und beruft sich, zur
Belegung dessen, auf die Freistühle zu Ginsberg im Nas-
sau-Siegenschen und zum Holen« er oder Laasplie im
Witlgcnstcin"sclien. Die Behauptung ist aber unbegründet.
Nach den von ihm angeführten Urkunden (Arnoldi I, 233.)
wollen wir zwar nicht bezweifeln, dafs Konig Wenzel 1381
wirklich die Absicht halte, den Grafen Johann I. von Nassau-
Dillenburg mit einem recht eigentlich westfälischen Frei-
gerichte zu begnadigen, dessen Freislulil nach der Urk. von
1309 zu Ginsberg stehen sollte. König Wenzel war dem
Grafen Johann überhaupt sehr gnädig, wie er ihn dann auch
1379 mit der Grafschaft Arnsberg belieb, obgleich sie nicht
vncani war und sein Vater Karl IV. bereits den Erzbischof
von Cöln, der sie angekauft, damit beliehen hatte. Aber so
wie die Belehnung mit Arnsberg ohne Erfolg blieb, so war
es auch mit dem Ginsberger FVcisluhle der Fall; obgleich
Wenzel noch l.'iS9 einen vom (irafcn Jobann für jenen
Stuhl prüsciilicilcri Frciiiiafcii . W'nmcUc noii lliU iKMilim Ii,
als solchen lu'slali<;te. I']s liatlc niimliili mit den Frci>tülilcn
eine eigene liewnndtnifs, die Kiiiiig Wenzel In Bnlimcn nicht
recht zu bcurlhcilen wufsle. Nach der festen Ucbcrzcugung
der Freigrnfcri wie des Volks, waren sie * on Korl d. Gr.
selbst eingesetzt und zwar so unabänderlich fest, dafs »io
Sta:its-
anstallen.
StAaUschutx.
Oerichte.
119
Anzeiger fiir Kiiiidi' der dfubiluri Vorzoit
120
nicht einmal von den uralten >lnl|ilulzen vcrleffl, ndcli
viel weniger durch die Anlegung neuer auswärtiger Stühle
io ihrer Wirksamkeit besihränkt werden konnten. Der
Erzbisihüf von Coln, als kaiserlicher Statthalter der we>t-
falischen Freigerithte, wachte hierauf mit eifersüchtiger
Besorgnifs und dafs dies auch von Friedrich III. geschah,
geht aus der Bestaligungsurkunde hervor, die er sich über
seine Befugnifse als Vertreter des Königs in Beaufsichtigung
der Freigerichte 1382 von Künig Wenzel selbst ausstellen
liefs (Seibertz, Urk.-Buch, I, Nr. 862). In diesem Sinne
cassierte Kiinig Wenzel, auf den Antrag Friedrichs, 1387
und 139Ü nicht nur die Freisliihle, welche die v. Padbcrg,
Diedrich v. d. Mark, Johann Stecke, Diedrich v. d. Ilorst
und Rutger v. Galen zum Präjudiz des Erzbischofs erschli-
chen hatten, sondern er hob sogar das 1393 von ihm seihst
der Stadt Soest ertheilte Privileg, den Freistuhl von Deyl-
vordinchusen unmittelbar an die Stadtmauer, hei die Elve-
rikspforte verlegen zu dürfen (daselbst, >r. 886 mit der
Nota), am 1. Januar 1398 aus dem Grunde wieder auf:
-wan wir van redlicher wissentlicher kuntschalTt also eigent-
lich ondcrwist syn, daz die stnele ind frygerichle van Reicht
vff der vurgenanten slat nyt ligen eti mach noch en sali
vnd daz nemlichen ouch ist weder sulche fryheide, priuilc-
gien, brieve ind Reichte, als der Eirwerdige Frederich Erlze-
busschof zo Colne, vnser vnd des heiigen Rychs kurfurste
ind lieber neue vnd seine vurfarcii Ertzebusschoue vaii vns
ind vnsen vurfaren — habcnt behalden'' (das. Nr. 896).
l'nler solchen Umstanden liifst sich erwarten, dafs Erzbischof
Friedrich auch den Freistuhl zu Ginsberg nicht geduldet
haben wird, theils weil er eben nicht seueiet war, dem
Grafen Johann zu Nassau, der ihn durch die Arnsberger
Belehnnng tief gekränkt, irgend etwas nachzusehen, theils
weil überhaupt die Anlage westfälischer Freistühle nur
in Engern und Westfalen slaltfindcn sollte; weshalb
namentlich der Landgraf von Hessen und der Erzbischof
von .Mainz auch nur mit Freislühlen „vfT engerscher oder
wcstfelschcr Erden" beliehen wurden (Kopp, §. 78). Es
ist Ulis zwar keine Revocationsurkunde bekannt, welche
bezüglich Ginsbergs das Gesagte belegt, aber die Richtig-
keit desselben um so weniger zu bezweifeln, weil Arnoldi
selbst gesteht, dafs sich keine weitere Spuren von dem
Stuhle zu Ginsberg finden, dafs er vielmehr bald wieder
eingegangen sei und Graf Johann der Wirksamkeit der
Femgerichte in seinem Lande sich eifrig widersetzt habe
(Arnoldi, I, 23 J. 11, 137).
2. Noch unerheblicher ist dasjenige, was Arnoldi von
dem Frcistiihle nn dem llolnarc sagt; denn dieser lag
gar nicht in der Grofsrhafl Wittgenstein, sondern nur an
der Grenze derselben und zwar im Herzogthum Westfalen.
Er gehorte zu der westfälischen Freigrafschafi Zii>chen,
worin sich drei Freislühlc befanden, von denen, einer alten
handschriftlichen Nachricht zufolge, der erste zum Hallen-
berg hinter der Burg, an dem Ilagen, der andere
zu Zusehen in dem Dürfe unter dem Kirchhofe und
der dritte auf dem Gewälde welches der Holenar
genennt wird, gelegen war. Die Freigrafschaft gehörte
1302 dem Grafen von Waldeck (Kopp, Urk. 68. S. 518.).
Graf Heinrich v. Waldeck belieh damit 1327 den Grafen
Sivert v. Wittgenstein (Kopp, Urk. 61. S. 503.). Später
waren mehrere Sluhlherren zu idealen Theilen daran be-
rechtigt, z. ß. 1410 der Landgraf v. Hessen, 1553 die von
Viermündeu zu Nordenbeck, 1555 die Winter zu Zusehen
n. s. w. (Kopp, §.151. v. Steinen westf. Gesch. IV,
1101.). Haiipliuhabcr aber blieben die Grafen v. Wittgen-
stein, die dann auch wohl von ihrer Stadt Lnasphe aus
den Freistuhl durch einen Freigrafen mochten be^ilzen lassen,
oliuc dafs derselbe dadurch nach l.aasphe wäre verlegt
worden, wie Arnoldi (S. 234) anzunehmen geneigt ist. Und
wenn in einer Urkunde v. 1485 einer Freigrafschaft Laasphe
wirklich gedacht wird, so ist dies jedenfalls ein ganz un-
eigentlicher Ausdruck; denn von einer solchen ist gar nichts
bekannt. Folgende Urkundenauszüge belegen dies niiber.
1490 erschien auf dem Kapilelstage zu Arnsberg für
Holenurn und Zusehen der Freigraf Jürgen Denieder (Kind -
linger. Beitrage III. Urk. S. 624.). Nach dessen Absterben
präsentierte 1500 am Montag nach Ocuii der Giaf Wilhelm
zu Wittgenstein, in Gemeinschaft mit Bürgermeister und
Ralh zu Laspe „zu der FreyengraueschalTt ZUschenae vnd
Friggenstuell nemlich vff dem llolcnaire in derselben
Graueschafft gelegen", den Freigrafen Johann Den-
ledder. (Nach ungedruckten archivalischen (.lucllen).
Damit stimmt dann auch eine alle Federzeichnung von
der Grafschaft Zusehen, welche den Freistuhl durch einen
Baum bezeichnet, der an der westlichen Grenze der Frei-
grafschafi, nicht weit von dem Wege sieht, welcher von
Zusehen nach dem Wittgenstein"schen Kirchdorfe Girkhauscn
fuhrt. Der Wald heifst Hohenloh oder auf dem Hohelar.
Der Name wird in den alten Urkunden mit vielen Variationen
z. B. Holenor, auf dem Fryenholenar, DoUenarden,
Holvern, Holcnarden, llolcnahorn, Hollundern
u. s. w. geschrieben und ist daher bald im Münsterlande,
bald im Hessischen, bald im Waldcckischen, bald im llcr-
zogthiim Westfalen, worin er allein liegt, gesucht worden.
Da die Dingstätte in einem Walde lag, so war es natürlich,
sie durch einen Baum, wahrscheinlich einen allen hohlen
Ahorn zu bezeichnen.
(Schlnfs folgt.)
(Mit einer neilBgo. |
Vcmnlworllii hr Hrdnclion: Dr. Freih. v. n. i. Auf»c«». Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. FriMimiH n n.
Druck Ton Fr. Campe * Solin In NUrnhcrif.
BEILAGE ZDI ANZEIGER Fl l{ KINDE DER DEl TS( IIE\ \ ORZEIT
1858. J\? 4. April.
riiroiiik des gemianisiiieii Museums.
Die Versendung des nunmehr vollendtlen Jahresberichts
hat bereits begonnen und wir hoffen , dafs die dadurch doku-
mentierten Fortsrhrilte des Nationalniuseums geeignet sein wer-
den, das Wohlwollen und die thatUraltige Theilnahnie, die
sieh bis jetzt in allen Kreisen des deutschen Volkes gezeigt
hat, lu festigen und zu rrjehren. Dafs wir hierin nicht irren,
davon dürften schon vorläufige Anzeigen über den günstigen
Eindruck des Berichts zeugen. Aus mehreren anerkennenden
Empfangschreiben theilen wir hier mit, wie sich das Ministerium
des konigl. Hauses im Kamen Sr. Majestät, des Königs von
Sachsen aussprach: „— Mit dem aufrichtigsten Danke haben Se.
Alajestal diese Schriften enigegengenoninien und das unter-
zeichnete Ministerium beauftragt, ilen Herrn Vorständen des
geruian. Museums diesen Dank auszudrücken und die Ver-
sicherung zu erneuern, dafs AllcrhOchstdiesellien auch fernerhin
fortfahren werden, der gedachten Kationalanstalt, zu deren
Gründung Allerhöchstsie selbst mit Anregung ge-
geben haben, unter Ihrer jetzigen trefflichen Leitung, Ihr
lebhaftes Interesse zuzuwenden und zu belhatigeii/'
Der llülfsverein von Berlin für das germ. Musi-um hielt
ajn 27. März seine zweite Jahresversammlung, hauptsächli( li
zum Behuf einer Aeuwahl des Vorstandes. Aus der Ansprache
des Herrn Vorsitzenden, Kreisgerichtsdirektors Odebrecht, worin
derselbe einen Bückblick auf die Geschichte des Museums und
des Hülfsvereins wirft, die schnellen und glücklichen Forschritts-
momente beider hervorhebt, theilen wir folgende Stelle mit.
die als ein Zeugnifs der richtigen .\ulTassung der Hauptauf-
gabe eines Hülfsvereins gelten kann. Er sagt unter .anderem:
„Wir dürfen vor Allem hierzu zählen die vermehrte Kennt-
nifsnahme von diesem germanischen Museum in unserer Resi-
denz und in unsern Marken etc. In Nürnberg soll der Sam-
melpunkt sein, wo wir die Herrlichkeil unil .Mannigfaltigkeit
deutscher Kunslschöpfungen , wie die /uslände deutschen Le-
bens in der Vorzeit in grofsen Ueberblicken , ebenso durch
treue IVach- und Abbddungen wie durch Originale, im Zusam-
menhange in uns aufnehmen; das sind diu Sammlungen. In
MUrnberg soll aber auch der Sammelpunkt sein, wo Alles, was
das geschichtliche Leben der Deutschen bis 1650 umfafsl , in
geordnetem Zusanunenliangc und ebenso für den Oesterreicher
wie für den Holsteiner, für den Schwaben wie fijr den rominer,
durch geordnetes Verzeichnen des fast unermefslichen Vorrathes
zu erfahren ist. Das sind dieArbeiten. Die Anfragen über
alle geschichtliche Gegenstände über alle l'unkte der Kulturge-
schichte, sollen umfänglich und erschöpfend beantwortet, es sol-
len alle Quellen mul Hulfsmitlel nachgewiesen werden. Dazu die-
nen die Heperlorien, diese Arbeiten der mühevollsten und pein-
lichsten Sorgfalt, wie sie nur deutschem l-leifse und deutscher
(irundlichkeil ihunlich sind. Aber diese Erfordernisse solcher
Arbeiten erziehen auch einen Nachwuchs, woran es bisher, bei
allen Pflanrschulen für andere Bestrebungen, in Deutschland
fehlte; eine Anzahl tüchtig vorgebildeter .\rchivare und Biblio-
thekare wird aus dieser Pflanzschule hervorgehen , Männer,
welche ihre wissenschaftliche Vorbildung durch die stete Be-
schäftigung mit Gegenständen ihres künftigen Berufes verwerlhen
und belhätigcn, W(^lche durch die Umgebung, durch die reichen
Sanimlungen, durch die Karlhause, ja ich mochte sagen durch
Küriiberg selbst, die rechte Stimmung, die richtige Lebens-
stininiung eniplangen , wie sie der Archivar, der Bibliothekar,
wie er sein soll, zu seinem düsteren und doch so belohnenden
Berufsleben bedarf."
Die in der Ulustrirten Zeitung gegebenen Abbildungen aus
der Karthause gaben Anlafs zu dem Vorschlag, die dort auch ab-
gebildete „K rauen ha II e" zum Anknüpfungspunkt für einen
bald in Wirksamkeit tretenden „Fra u en v er e in " in Berlin zu
benutzen. Der Schatzmeister des Vereins, zugleich Agent des
Museums, Herr L. Wittich, machte Mittheilungen über die Thä-
tigkeit der Agentur in Berlin, deren Liste von Beitragzahlen-
den die Summe von 16'i Thlr. erreicht, und endlich erfolgte
die IVeuwahl, die alle bisherigen Mitglieder des aus 'J Personen
bestehenden Vorstandes bestätigte und zu Stellvertretern die
Herrn Prof. Guhl und Däge bestimmte.
Eine bis jetzt noch nicht dagewesene Art eines jiihrlichen
Beitrags ergab sich durch die Zusage des Xylographen Robock
zu IVürnberg: im Werthe von 10 fl. jahrlich gratis einen Holz-
schnitt zu fertigen. Möchte dies Kachahmung linden I
Als Archivgehülfe trat am 7, März bei dem .Museum ein
Herr Kechlscandidat Kud. Raspe aus .Meklenburg.
Leider müssen wir mit diesen erfreulichen .Mitlheilungen
die betrübende iVachricht verbinden, dafs der Gelehrtenaus-
schufs schon wieder durch den Tod um eines seiner thäligen und
eifrigen Mitglieder vermindert worden ist. Dr. Ludwig Schnee-
gans, Archivar der Stadt Strafsburg, auf dem Gebiete der
deutschen nn'ltelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte bekannt
und dem deutschen .\atii>nalmuseum und seinen Strebungen mit
uncigenniitzigem Wohlwollen zugctlian , starb am 1. April im
noch nicht vollendeten 45. Leben.'ijahr in Folge längerer Krank-
heit. Auch der Anzeiger des Museums verliert in ihm einen
thatigen Mitarbeiter. IN'icht minder hat das Museum den Tod
eines seiner für Kunstgeschichte bedeutendsten Mitglieder, des
Herrn Gelieimenraths Dr. Fr. Kugler zu beklagen.
.Mit besonderem Danke heben wir aus den materiellen
F<irderungen , die der verflossene Monat gebracht hat, hervor,
dafs der historische Verein für das (irufsherzogthum Hes-
sen in Darmstadt, einen jährlichen Beitrag von 10 fl. gezeich-
net hat. Beigetreten ist:
S o c i e t e d ' h i s t o i r c et d ' a r c h e o I o g i e de G c n e v c.
Keue Agenturen wurden errichtet in: Mernn, Offen-
bach, Saarbrücken, Sehr oben haus c n und Traun-
stein.
123
Anzeiger lur Kunde der duutsiliiTi Vor/.eil
124
Kür die im Nachstehenden verzeichneten Gi-sclionke sanin
wir unsern besten Dank:
I. Für das Archiv.
Fischer, l'fiirnr, zu Artelsliolin:
905. SchulilviTichreibung des Paul hrefs zu Aiirnliera für
Sebald llaller daselbst über 69 Gulden. 1 146. l'erg.
906. Urfchdebrier des Christoph Maulen, Baders zu Hersbruck,
für Georg, Pfalzgr. b. Khi-in u. Ilirzos in Bayern. 1502.
Pap.
907. .Muslerrolle über ein Kahnici» iMusijuetirer von der Bür-
gerschaft zu Hersbruck, welches den 14. Mai iö'M. von
iVeuciii gemuslerl «urde. 1631. I'ii|i.
908. Bericht des Bürgermeisters und Rathes zu Hersbruck über
diu beim Durchzug der Schweden an dem Armenhaus
von denselben angerichteten Verwüstungen. 1648. Pap.
Engelhardt, Privatier, zu Nürnberg:
909. Bestaligun^'slirief des Kaisers K.irl V. für den von der
Reichsstadt Windsheini zum Oberrichler angenommenen
Sebastian Hagelstain. 1544. Pap.
Frank, (iehulfe am gernian. .Mu.seum:
910. iNolariatsinsIrument des Notars Katalis a Joamiibu.< de
Mieli über den Yerkaur eines Stück Landes. 1634. Perg.
II. Für die Bibliothek.
Comite Flamand de France in Dunkirchen:
4957. Dass., Bulletin. Kr. 7. Janvier et Fcvricr. 1858. 8.
K. Statist. -topogr. Bureau in Stuttgart:
4958. lla.vs., \\urllernbcr;;isclic: Jiilirbiicher, IH56. l.u. 2. H. 8.
Seybold, hrauterhandler, in iNurnberg:
4yj"J. Neu erulln. Schauplatz der Römisch - Teulschen Kaiser.
8. (Defekt.)
Emil Freiherr V. Hammerstein, kgl. hanni)V. Premier-
I.ieutenaut, in llannorcr:
4960. \y. C. C. u. E. F. V. v. Hammerstein, Gesch. der Frei-
berrl. von Hammerstein'schen F'aniilie. 1*^56. S.
K. k. Centralcommission zur Erforsciiung und
Erhaltung der Baudenkmale m Wien:
4961. Dies., .Miltlieilunirrn. Hnbilvieur WriCs. 111. .lahrg. Febr.
iHbH. gr. 4.
E. G. Föratemann, Professor, in iVordhausen:
4962. J lilii ÖnnesMon und Kriilalle. 1770. 4.
4963. Reichs-Hanilwercks-Ordnung in IVordhausen. 1768. 4.
Aebst ri kleineren Schriften. 4.
Dr. Friedr. Thudlchum in (iiefsen:
4964. Dcrs. , Geschichte des Freien geri<:hts Kaichen. 1858.
«. 2 Ex.
Emil Penck, Buchhandl. in Leipzig:
496 j. W. .Schafer, der .Montag vor Kiliani \or 400 Jahren.
1855. 8.
Du Mont-Schauberg'sche Buchhaudl. m h..ln:
A'Jiili. Uri;an lur • bnsll. hiinst, heramgeg. und riclig. von Fr.
Bnudri. \lll. Jahrg. INr. 4 u. 5. 1858. 4.
Redaktion der numismatischen Zeitung in Weifsen-
sec :
4967. Dies., .>uinisiiiat. Zeitung. 2:'). Jalirn. iVr. 3. l'^JS. 4.
Polytechnischer Verein in Wuriburg:
4968. Ders., Wochenschrift. VIII. Jahrg. Kr. 6— 9. 1858. 8.
Dr. Ethbin H. Costa in Laibach:
49611. Der». . Iiibliiii;riiphie der ileutschcn Rechtsgescbiclitc.
1X.")S. «.
Ph. van der Haeghen- Russinger in Brüssel:
4970. Ders., La verite hislorique. Rcvu« hcbdomndaire. 2.
I.ivrais. 18.')«. 8.
Rud. Weigel, Kunst-, Buch- und Lanilklidl. in Leipzig:
4971. C. Becker, Jobst Amman, Zeichner und Foriiischneider.
IVebst Zusätzen von Rud. Weigel. 1854. kl. 4.
Friedr. Ehrlich's Buch- und KunsthdI. in Prag:
4972. A. H. Sprin^'cr, kunsthistor. Briefe. 1857. 8.
Bernh. Schlicke, \erlagslidl. in Leipzig:
4973. L. Wollram, sind zur F>lernung der deutschen Recht-
schreibung besond. Regeln nothig? 1858. 8.
4974. Neue Volksbücher. 44 & 45. Doppelheft. Dithinarschen.
Von M. Trutzschuiann. 12.
Dr. R. Haas, Direclor d. publicist. Bureaus, in Wiesbaden:
497.'). Ders., illustr. Wiesbadener Curkalendcr. Centralblatt des
deutschen Badclebens. 1. u. 2. Jahrg. Kr. 1 — 6. 1857
bis 1858. 4.
4976. Ders., die griech. Kapelle lui Wiesbaden. (1*,t7.) 4.
Verein f. Kunst u. Altertb. in Ulm u. Oberschwa-
ben zu Ulm:
4977. Ders., 12 Vemnenllichung. 185H. gr. 2.
Wilh. Weingärtner in Breslau:
4978. Job. Stradanus u. Phil, (iallaeus, passio, mors, et resvr-
rectio Du. nostri Jesv l'hrisli. 32 Bl. iju. 4.
Dürr, Landrichter, in Kürnberg:
4979. Donawerthisehes Blut -Bad. 1704. 4.
Dr. Reufs, (|u. Professor, in Kürnberg:
4980. J. E. Probst, Verzeichnifs derer inn- u. ausliind. Bäume,
Stauden . . des C. Bosischen (iartens. 1747. 8.
Dr. G. Barsch, j;eli. Itegierungsrath, in Coblenz:
4981. H. Biijge, de Cjclopibus Homericis. 1850. 4.
4982. Ch. Bliiiiiliarilt, Verllieidigungsschrifl gegen Dr. de Va-
lenli. ISriO. H.
Karl Gödeke in Celle:
4983. Dcrs., Rcinfril von Braunschweig. I85I. 8.
4984. Ders., Burchard Waldis. 18.52. 8.
4985. Johannes Rmnoldl, x. K. Giideke. 1855. 8.
4986. Koning filrmeiirilus Döt, Herausgeg. >on K. Godeke.
1851. 8.
4987. Kunz Kislener. (Herausgeg. v. K. Güdeke.) 1855. 8.
8. Erlaucht Graf V. Giech, Standeshcrr, in Thurnnu:
498H. Hausgrselz im (ieschlechle der Grafen und Herren von
(iieeli, nebst .Motiven. Mit einem Vorwort herausgeg.
von C. F. v. Gerber. 1858. 8.
W. Violet in Leipzig:
49H9. I'. Sinlenis, der Anfang der deutschen Kirchcnrefurma-
tioD. 1845. 8.
125
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
126
4990. Dcrs., Dciikschr. lur Feier d. 300jähr. Todestages Dr.
.M. Liilh.r.*. 1846. f».
Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften
in (jiirlitz:
•1991. G. Kcililir, cod. (lijiloni. Lusatiae superioris. 1856. 8.
V. Ebner'sche BuchhdI. in IViirnberg:
4992. Die dfulsilitn Mundarltn. Ht'rausgt'g. v. G. K. From-
mann. IV. Jahrg. Octolier — Decemb. 1857. 8,
Dr. Ad. Kuhn, Professur, in Berlin:
4993. Ders., .Märkische Sagen und Jlarchen. 1843. 8.
4994. Ders. u. \\ . Schwanz, iVorddenUche Sagen, Märchen
und (;.hr:.i](hc. 1848. 8.
Edmund Dorer in Dresden:
4995. Dcrs., Roswitha, d. IVonne aus Gandersheim. 1857. 8.
Hahn'sche llolljurhhdl. in Hannover:
4996. J. Leunis, analyt. Leitfaden f. d. ersten Wissenschaft!.
Unterricht in der IValurgesch. 1. H. 1858. 8.
A. Stöber, Professor, in IWülhaiisin:
4997. Alsatia. Ilerausgeg. v. A. Slober. 1856—57. 8.
D. F. Palm, Direktor, in Planen:
499h. Jahrcsbcr. iibcr das Gymnasinni. 1857—58. 4.
Trowitzsch u. Sohn, llc.fbuchdruckerei in Frankfurt a/0.:
4999. .Monals.schrift fiir deutsches Städte- und Gemeindewesen.
Jahrg. IV. Heft 3. 1858. 8.
J. Zeiser's Buch- und Kunsthandl. in IViirnberg:
.^i(HHI. AIhrechl-Dürcr-Alburri. 1. — 4. I.iif. 0. J. gr. 2.
K. Gesellschaft der Wissenschaften in Goitingen:
.5001. Dies., Goltingische gelehrte Anzeigen. 1.-3. Bd. 1857. 8.
.5002. Dies., IVachrichten. Vom J. 1857. 8.
Dr. Andresen in JVürnberg:
5003. Taschenbuch für Reisende in den Hcrzoglh. Schleswig,
Hülslein und Lauenliurg. 1847. 12.
5004. V. Statz, mitlelalterl. Bauwerke nach .Merian. 1. Hfl.
1856. gr. 8.
5005. Museum, Bliiltcr fiir bildende Kirnst. Herausgeg. von
F. Kugler. 4. Jahrg. 1H36. 4.
5006. G. Thaulow, das Kieler Kunslnmseum. 1853. 8.
5007. Ders., wie man in Frankreich mit der deut.<clien Philo-
sophie umgeht. 1851. 8.
Bauer <fc Raspe IJul. Merz) ßnchhdl, in IViirnberg:
5008. Zeilschrift fiir deutsche Kullurgesch. Herausgeg. v. Job.
Mililer u. Job. Kalke. Mnrzhcft. 1858. 8.
Historisch Genootschap in Utrecht:
50(l<j. Dies,, hronijk. 12. Jaarg. 1856. Derde Serie. 2. Deel.
1856. 8.
5010. Dies., Bcrigtcn. 10. Deel, 1. St. 2. Serie. 1. Deel,
1. St. 1857. 8.
H. L. Schlapp, Bucli- n. Anli(|iiarlidl. in Darmslndt:
5011. 3 Sclinlien über Friedrich II. Honig von Preufsen. 1786
u. 1787. 8.
5012. E. L. Posscil, dem Valerlandslod der 400 Bürger \on
Pforzheim. 1788. 8.
5013. Deutschlands Erwartungen vom Fürslenbunde. 1788. 8.
5014. A. Ch. v. Lilgenau, d. Komische König. 1786. 8.
C. Becker, k. preufs. Sieucrinspector, in Würzburg:
5015. hillel, die Bau-Ürnamente aller Jahrhunderte an Ge-
bäuden der Stadt AschalTenburg. 3. Lief. 1845. 8.
Gesammtverein der deutschen Geschichts- und
Alterthumsvereine m llunimvcr:
5016. Ders., Cornspondenzblatt. VI., Nr. 6. 1858. 4.
G. D. Teutscb, Direktor, in Schäfsburg:
5017. Dcrs., GcKchichte der Siebenbiirger Sachsen. 5. Hft
1858. kl. 8.
Bieber, qu. Lieutenant, in Augsburg:
5018. Beschr. d. Klosters und der Wallfahrt .Maria Einsicdcin.
1845. 12.
III. Für die Kunst- u. Alterthiunssammlung.
Götz, Kaufmann, in Aürnberg:
2223. A.^lroniiinische Uhr vom 18. Jahrh.
V. Bieber, pens. Lieutenant, in Augsburg:
2224. 2 Jelüns vom 17. u. 19. Jahrh.
2225. 11 Monatsbildcr in cd. Kupferstich vom 18. Jahrh.
2226. 3 Ablafszeicben vom 18. u. 19. Jahrh.
2227. ßiciniedaille auf Kranz Tiipsl, Propst zu Fölling.
2228. Fächer vom 18. Jhdl.
2229. ReliquicntalVI vom 18. Jhdl.
Fr. Frfr. v. Schaumberg, Hof- u. Siifisdame, in Nürn-
berg :
2230. Benialles Kastchen vom 18. Jhdl.
Wilh. Weingärtner in Breslau:
2231. 3 ("onvolnle von gestochenen Porlräls aus Druckwerken
vom lli. u. 17. Jhdl.
Chr. Braunstein, Bibliolheksgehülfe im germ. .Museum:
2232. 4 Kupferstiche von Kuscheweyh nach allen italienischen
Meislern.
Dr. J. H. V. Hefner-Alteneck, Prof. u. Cons. d. ver-
einigten Saiiiinlungen in Muiiihin:
2233. Die Hoflahrt, Kederz. v. Ende des 16. Jhdts.
2234. Color. Zeichnung nach einem Ringe v. 1565.
Lust, kgl. Advokat, in Straubing:
2235. Ein jüdischer Silbensekel.
2236. 5 kleinere ."»ilbeniiunzcn v. 17. Jhdt.
Dr. Beyerlacher, prakl. Arzt, in Nürnberg:
2237. SaUlMiru-T Silbi-rnuiiize v. 1692.
G. Gottschalk, Kaufmann, in Nürnberg:
2238. Iliil(ligung.smnn7.e des Markgriii. K. \V. Kricdr. v. Bran-
denburg.
C. Becker, Kgl. prrufs. Steuerinspektor, in Wurzburg:
2239. Taniirpaar, Kpfrsl. v. II. Aldegrever.
2240. Kduig David, Kpfr.-il. v. B. Bruju.
2241. Baseler Wappen, Hlzsclin. v. 1511. Top. Steindr.
2242. l."i lilaller Kupferstiche, Holzschnitte u. s. w. nul Ab-
bildungen von Allcrlhiiinern.
Schmid, BUrcaudiener am gernian. Viiseuni:
2243. 2 kleine Kupler,<lichc vom 18. Jahrh.
Stahl, llosolifabrikiinl, in IVurnberg:
2244. Nürnberger Thaler von 1621.
127
Anzeiger füi Kunde der deutschen Vorzeit.
128
K. Rudel, k. PfarriT bei St. Lorenz in Kürnberg:
224.T. liiLhenpfennig vom 16. Jhdt.
Assum, Pfarrer, in Edelsfeld:
2246. Karte der Klieinpfalz v. 1652.
O. Ritter von Maffei in Kreising:
2247. Kal.^ilir l';i\r. Sill>iTinünze von l.ll9.
Ein Ungenannter:
2248. 2 Kürnberger Silbermünzen \oiii 17. Jliill.
Fuchs, Revierförster, in Miltenberg:
2'24y. Kine römische und e polnisi-he Silberniünze.
V. Bossert, 1«. Chevauxlcgerlieutenanl, in i\iirnberg:
2250. 3 aufgefundene Hufeisen.
F. Haill, lurstl. Kevisor, in Werllieini:
2251. SiiinniliMig von 4,')7 alteren und neueren Siegeln.
2252. 17 Kupfersliihe, llulzsrhnille und -Malereien vom 17. u.
18. Jhdt. zum Tluil aus Büchern.
G. Ney, kgl. bayr. Major, in Klaschenhof bei IVürnberg:
22^:<. 3 kliiiic (IrabgiTafsc von gebranntem Thon.
Dr. Andresen in Mirnberg:
2254. Allegorie des Kleifses, Wassernialerei v. 1595.
2255. Das .Martyrium des heil. Sebastian mit einem Gebet gegen
die Pest. Holzschnitt; n. Abdr.
2256. St. Benno, Holzsrhn. v. 16. Jhdt.
2257. Portrat des .Mich. Springinklee, hpfrst. v. 16. Jhdt.
22.')H. Spottbild aus dem niederländischen Befreiungskriege.
Kpfrst. 6 Blatter.
2259. 4 kleinere Kupferstiche aus der 2. Hälfte des 17. Jhdts.
llii'oiiik der liistorisclieii AciTiiie.
Die .Mittheilungen der k. k. Cent ral kom niiss ion
zur Erforschung und Erhallung der Baudenkmäler etc., II. Jahrg.
Oct. Kr. 10, enthalten Tür AI tert humskunde und Kunst-
geschichte: einen .\bdrHck der schon iii die .Mittheilungen des
.\ltrrthuinsvereins zu Wien II, 1 aufgenümmeneu Abhandlung
von J. Scheijer: vom EinHusse der l'Hanzen auf die Zerstörung
der Kuinen ; die Verlheidigungskirchen in Siebenbürgen, von Fr.
Müller; der Elisahethdom zu Kaschau in l'ngarn (Schlul's); der
liischofsslab, dessen liturgisch-symbolische Bedeutung und all-
inahlige Entwicklung seiner Gestalt, von A. L. Ritter v. Wolls-
kron; die Kroninsignien Böhmens, von Fr. Bock (SchlufsJ.
i\r. II, Kovb. fiir die Alterth umsk unde und Kunstge-
schichte: die röm. Biider in Alt-Ofen, von Dr. Eduard Frh.
von Sacken; das Taufhecken im Museo Correr in Venedig, von
R. von Eitelberuer; die Wandgemälde in der Kathedrale zu
Gurk in Kärnten, von Georg Schellander; über ein in iler
Burg zu Wiener-Neustadt befindliches Bas-relief, von Alb. Ca-
mesina; ein .Milhrasdenknial in Krain, von E. H. Costa. Zur
Geschichte des Adels im üesterreichischen: über die
allen (irafen von Bregenz und jene von .Monll'orl, von Jos.
Bergmann. .\r. 12, Dcobr. für AI terth ums kun d e und
h unsliicschichte : .\ndeutungen über .Malerei und Bilclli.ruerei
des M. .\. in Üeslerreich , von Karl Haas; das Florianillior in
Krakau, von A. Essenwein; vier steinerne Denksaulen zu
Oedenburg und .Mattcrsdorf ; Reisebericht über einige Denk-
male zwischen Blitzen, Tirol und St. Pauls, dann des Thaies
Mnreil nnd Hiednaiin in Tirol, von G. Trinkhauser ; die Dop-
pelkapelle und der Thiirni auf der Ruine Grünberg in Tirol,
»on G. Trinkhau.icr ; die Doppelkapellr und der Thunii auf der
liuine (ininberf In Tirol, von .Ma\ Hitler von Moro. -- Aufser-
dcni eniball jedes Heft Notizen, lilerar. Anzeigen, Korrespon-
denzen. —
Derselben Zcilsthnfl III. Jaliri;. l^'.'iH. ^r. 1. Januar eni-
ball für deutsche A Iterlhii ni s k unde und Kuiislge-
schichlo: Kunst und Allorlhuui in ihrem Wechselverkehr,
Min H. von Eilelberger; mittelalterliche Bauilenkmaler in Trient
und einigen lombardischen Sliidten von Alois Mefsnier: der
gothische Flügelaltar zu Hallstadt in Oberösterreich, von Ed.
Fr. von Sacken ; die Entwicklung der miltelallcrlicheii Bau-
kunst mit liucksirht auf den Elnllufs der verschiedenen Bau-
materialien, von A. Essenwein. Aufserdem: die Erweiterung
der Sladt Wien ; IVotizen ; Correspondenzen etc. —
Der Anzeiger für schweizerische Geschichte
und .'VItcrthumskunde, IV. Jahrg. Kr. 1. .März 1858 enthäll
aiifser dem Programm für die Landesgeschichte: zur Ge-
schichte der drei Länder ; Gütertausch zwischen Graf Eberhard
fdeiii Seligen) von Nellenburg und Bertold (von Zahringen),
Herzog von harnten, von G. v. W.: Herr Hermann von Lan-
denberg, Schiedsrichter zwischen Züriih und Winterthnr, 1343,
von denis. — Zur A I Icrthu ms k un de : über Slädlesiegel
und Pässe im XV. Jahrb. ; der Zahringer (irabstein in Solo-
Ihurn, von Theodor Schcrer; Bericht über einen Miinzfund zu
Ermensee, von Pf. Urcch ; Münzherrn in Grauliündten ; Amulele
und Sesienssprüehe u. a. — Literatur. —
Das Bulletin du Co mite Flamand de France,
Jahrg. 18.i7 enthält in Nr. 1, Januar und Februar, aufser den
Berichten früherer Sitzungen : notices siir l'argcnlerie et les
valeurs cnicvees nux egiises de l'arrondisseiuenl de Dunkerque
sous la Convention, pnr .M. V. Derode; Jean Nevius et Erasme,
par M. van de Pulle; noie sur un livre d'heures, par .M. J. J.
Carlier. Nr. 2, .März und April, aufser Silziinffsberichlen und
Nekrologlen: Inscriplinns limmlaires. pnr M. A. Bonvarb'l ; Dii-
cumenls sur l'art <lriiiiialli|ue chez les Flamands de France, par
M. I'abbe Carnel. Ar. 3, .Mai und Juni, aufser Sitzungsberich-
ten: Lc Perc Jean Vcrnininien par M. de Baecker; une lettre
du Comle d'Eginont pnr M. de Coiissemaker; livrcs perniis ei
di'fendus au XVI. siede, par M. de Baecker et Dcrodc; docii-
meiil sur l'arl drnniatii|ue etc. (Forlsel/ung). Nr. 5, Sept. und
Oktober, aufser den Silzungsbericblen : extraits des proces-
verbaux , pnr M. Raymond de Berlrand, (forlgesetzt in den
129
Anzeiger für Kinulft der (ieulsclicn Vorzeit
130
folgftidfn lleflen); note sur les coulunirs et les iiiicii'nnes
cffigics judiciaires en Flandre, par M. Kayiii. de Berlraiid;
notices sur quelques jesuilrs flainands, par le K. P. Possoz,
(fortgcs. in Nr. 7j. Nr. 6, IVovemb. und Deccmb., aufser einem
Bericht über die Sitzung vun 1837 über die Arbeiten des
Comilc: tableau chronolo'ique et hcraldlque des bourgue-
ineslres de la ville et cliälellenle de Brrgiiis Sl. W inoc, depuis
l'union en 1556; Kr. 7, Januar und Kebruar 1858: Quelques
Miots sur Ics concours de poesie flaniande au XVI«sieclc, par
M. Auguste Rii'our; docunienis en langur flainande qui existent
a la bibliotheque Imperiale de Paris; inscriptions tumulaires
dans l'eglise de Buysscheure. —
Die Jlenioires et documents puMirs par la Sociele
d'histuire de la Suisse romande, toni. XIII, 1853, enthal-
ten aufser einem Rückblick auf die früheren Verütruntlichungcn
der(jesellsclijfl: chronicjue de Marius, par M. J. Rickly; le prieure
de la commune de Baulmes, par M. L. de C'harriere; quelques
eclaircissements sur Ihisloire des Sires de Cassonay et de
Prangins , par M. L. de C'harriere; dclaircissement relatif ä In
Situation de celui des chäteaux de Mont qui appartenail aux
Sires de Prangins, par M. I,. de C'harriere; mcfmoire sur les
monnaics des pays voisins du Lcman, avec 8 planches, par M.
R. Blanchet. —
Desselben periodischen Werkes Band XIV, 1857, enthalt:
Recherches historiques sur les acquisitions des Sires de Mont-
faucon et de la niaison de Chalons dans le pays-de - Vaud,
precedees d'une introduction avec un plan et suivies de pieces
justilicativis et de liuit tableaux genealogiques de la maison
de Muntfaucon, par AI. F. de Gingins -la-Sarra, president de
la Soeiete etc. —
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
26 J Das r (Jini sc he hasluii .Vliso, der Teutoburger
Wald und die Pontes longi. Ein Beitrag zur Ge-
schichte der Kriege zwischen den R(>nieru und den Deut-
schen in der Zeit vom Jahre 12 bis zum Kruhjalir 16 nach
Chrislus. Von M. F. Essellen, königlich preufsischcm
Ilolralhe. Hannover, Carl Riimpler. 1857. VIII und
232 S. 8.
Es sind drei, theilweis schon früher von dem Verfasser
verfochtene Behauptungen , die diese Schrift unter Anrufung
aller Zeugen der verschiedensten Zeiten und gegen alle Wi-
dersacher, namentlich Giefers, erweisen soll, erstens: dafs der
Ort der varianischen Niederlage zwischen den Flüssen Ems
und Lippe zu suchen sei, zweitens: dafs das Kastell Aliso in
der INahe der Stadt Hamm, am Zusammenilufs der Ahse und
der Lippe gelegen habe, und drittens: dafs die Pontes longi im
Burlanger Moor angenommen werden müssen. Man wird dem
Verfasser gern die Anerkennung zolli:n, dafs er sein Vor-
haben nicht leicht genommen hat ; mit wahrhaft unermüdlichem
Eifer wird der Leser durch zahlreiche (Juellenstellen und Ar-
gumentationen hindurchgelührl, wobei doch einige Beschran-
kung wunschenswerth gewesen wäre, so sehr der grofse Sam-
melfleifs des Verfassers zu achten ist. Zu entscheiden , ob
der Verfasser mit seinen Annahmen Recht habe, oder Dr.
Giefers, der die vnrianische Niederlage zwischen die Dören-
schlucht und Ufleln oder Herford verlegt und das Dorf Elsen
als die ursprungliche Stalte des Kastells Aliso vcrlheidigl,
kann nicht die Aufgabe iIcs Anzeigers für Kunde der deutschen
Vorzeit sein und darum unierdrücken wir, unter nochmaliger
Anerkennung der Bemühungen des Hrn. Essullen, etwaige Be-
denken. Beigegeben sind vier recht hübsch gearbeitete Karten,
die ersten drei in Bezug auf den historischen Inhalt der Schrift,
die vierte eine Karte der belrellcnden Gegenden, nach der
geognostischen Uchersichlskaric ilcr Kreidcbildungen NNCsIfa-
lens von Römer gearbeitet.
27) Ulrich von Hotten. Von David Friedr. Siraufs.
Erster Theil. XVI und 374 Sin. Zweiler Theil. VI und
378 Stn. Leipzig, F. A. Brockhaus. 1858. 8.
Was David Straufs schreibt , wird stets durch den Zauber
der Form, den er über jeden Inhalt auszugiefsen versteht,
eine ungeiTieine Anziehungskraft üben, und nach dieser Seile
hin ist das vorliegende Buch , das vollenilelste des Verlassers,
sicher eine der glänzendsten Erscheinungen der neueren histo-
rischen Literatur. Hutlens iiufsere Schicksale, wie sein eigen-
stes innerstes Geistesleben, sein .Ausgang von einer Ritterburg
durch's Kloster in die Welt, die Verwickelungen, in die seine
Jugend, die Stürme, in die sein Mannesaller (iel , die Zeitge-
nossen, deren, Führer oder F'eind er war, die Kampfe, in denen
nach errungenem Ruhm er endlich zusammenbrach, Alles ist
mit ursprünglicher W ahrheit , mit fesselnder Gewalt erzahlt,
wie nirgends. Und bei seiner Begeisterung für Hütten hat der
Verfasser doch auch die tiefen Mangel , die in dessen Wesen
lagen, nicht verschwiegen. Auch als Zeitgemälde steht das Buch in
seiner Art einzig da , die verschiedenen Stallen und Persön-
lichkoiten der reformatorischen Bcwi.'gung sind mit einer F'ein-
heit der Charakteristik geschildert, die geradezu an Leopold
Ranke erinnert. — Das aber ist nicht das Einzige. Als die
beiden grofsen Aufgaben , die sich die Wissenschaft in Bezug
auf Hütten zu stellen habe, bezeichnet Hr. Str. in der Vorrede
eine neue Biographie und eine neue Ausgabe seiner Werke;
letztere halle natürlich der ersleren vorangehen müssen. Für
jene war Manches, aber nur Mangelhalles geleistet , das Beste
vor mehr als hundert Jahren vom Hildliurghauser Jacob Burck-
hard in einer Zeil, die Hotten nicht vcrslaml : in die spateren
biographischen Arbeilen ballen sich zahllose Irrlhiimer einge-
schlichen. Als Gesaninitausgabe der Werke hatte man nur
die ungenügende von Ernst Munch (1821 —1827). Doch bald
wird eine neue Ausgabe aus den besten lliinden hervorgehen,
indem seit Jahren Eduanl IJoc hing in Bonn, der Freund und
(ii-islesgenossi' l.achmanns, dafür gesammeil und gesichtet hat,
und das Gluck wollte, dafs er D. Sltoufs für den rechten Bio-
131
Anzeiger Tür Kunde der deutschen Vorzeit,
132
eraphen Hullrns hielt und ihm seinen canzen bedeutenden
Hutlenapparni neidlos und liberal genug zur Verfüoung gestellt.
Solche Materialien und snnst noch Allej, wm <lie damalige und
spätere Literatur bot, in der Arbeil eines solchen Kritikers —
und es konnte nicht anders sein, als dafs über zahllose Punkte
biitorische AuHdarung gewonnen wurde. —
2^1 Bert hold von Holle. Herausgegeben von Karl
Bartsch. Nürnberg, Bauer u, Raspe (Julius Merz).
1H58. LX.WIII und 250 Stn. 8.
Eine Gesammtausgabe der Gedichte Bertliolds vuii Uulle
zu veranstalten, von denen nur in lünf verschiedenen Hand-
schriften Bruchstücke auf uns gekommen sind , war ein ebenso
wichtiges, als schwieriges rnleruehmcn, recht geeignet für die
klare und gediegene Kraft des Herausgebers, sich daran zu
versuchen. Zuerst hatte von Berlholds Demantin iMafsmann
ein ihm von Wiggerl in Magdeburg zugekommenes Bruchstück
verülTenllichl, das dann W. .Miiller Berlhold vindicierte, dann
edierte Lisch ein bald von Jacob Grimm Berlhold zugewiesenes
Rostocker Bruchstück und Hr. Bartsch weist jetzt nach, dafs
beide die Bruchstücke einer und derselben Handschrift sind.
Vom Cranc hatte ein Bruchstück Wilhelm Grimm, ein anderes,
in Gottingen befindliches \V. .Müller herausgegeben ; die frei-
lich auch nicht vollständige PominersreMer Handschrift ver-
glich Hr. Bartsch und veroireiulicht sie jetzt zum ersten Male.
Das einzige Bruchstück des Darifant halte Nyerup und nach
ihm, zugleich es als Bcrthold angchorig erweisend, gleichfalls
\V. .Müller veriilfentlicht. Alle diese Fragmente standen so
vereinzelt, dafs man, ohne dem grofsen Verdienste W. Müllers
zu nahe zu treten, für Hrn. Bartsch, der auch bemüht gewesen
ist, das Wenige, was über Berlholds Leben zu ermitteln war,
sorgfällig zusammenzustellen, das Verdienst beanspruchen kann.
Berthold von Holle mit dieser Ausgabe in die deutsche Litera-
turgeschichte eingeführt zu haben. — Die Sprache des Dich-
ters ist die mittelniederdeutsche und hat, da es hier bei der
Herausgabe von Texten noch keine eigentliche Regel gibt,
ihre besonderen .Schwierigkeiten, um so mehr, als keine der
Handschriften ein ri'ines Niederdeutsch bot. Der Herausgeber
hat einen .Mittelweg einschlagen zu müssen gemeint, sich zu-
niichsl an das haltend, was die Handschriften geben, aber den
sprachlichen Eigenthünilichkeiten des Textes in der Einleitung
eine umfassende Charakteristik widmend. Inwieweit ihm das
.Mies gelungen, darüber wird allein den wenigen Fachgenossen
im strengsten Sinne des Wortes ein L'rtheil zustehen.
29) K 11 n s t d e n k m a I e r des christlichen .Mittelalters
in den Rheinlanden. Herausgegeben von Ernst
aus'ni Wcerlh. Erste Abtheilung. Bildnerei. Erster
Band. Leipzig, T. 0. Wcigcl. 1857. Imp. 2.
Freudig begrüfsen wir diese schime Gabe, welche uns mit
einer grofucn .\nzahl bisher nicht edierter vaterlandischer Denk-
mäler bekannt macht, die auf dem kleinen Räume von etwa
vier Quadrntmeilen, den grüfsern Theil des Herzogthums CIcvc
umfassend, vorkommen. Es ist kaum eine Dorlltireho in jener
(iegend, welche nicht irgend ein kunstgeschichtlich inleressan-
tet Werk der Vorzeit , trotz den mancherlei Verwüstungen der
vorigen Jahrhunderte und den Verschleppungen in neuerer
Zeit, aufzuweisen halte. ""Der Verfasser hal mit diinkenswcriher
l'msicht und mit unverdrossenem Flcifs diese Kunstwerke aul-
gcsuchl, welche hier dem Publikum auf 20 Tafeln in grofstem
Formal dargeboten werden und mehr wie 60 verschiedene
Werke, darunter viele in verschiedenen Ansichten, in trefflichen
Lithographieen darstellen. In einer geschichtlichen und kunsl-
historischen Uebersicht von XXII Seiten und in einer Beschrei-
bung der Werke von 45 Seiten gibt der Verfasser die erforder-
liche Auskunft über die von ihm dargestellten Hildwerke und
weist die hunsteiitwicklung nach, wie diese durch den EinHiifs
Colns, wahrend der romanischen Periode und durch die Ver-
bindungen Clcve'scher F'ürsten mit Prinzessinnen des pracht-
und kunslliebe:iden burgundischen Hauses, im Laufe des 14.
und 15. Jahrhunderts, wodurch die Kunstrichtung der Eyk'sehen
Schule an den Rhein verpflanzt wurde, sich .iiisgebildet hat.
Von besonderer Wichtigkeit in dieser Hinsicht war die
durch ausgebreiteten Ilanilcl ausgezeichnete kleine SladtCalcar,
um die Mitte des 15. Jahrhunderts sogar der Sitz eines Bi-
schofs für das Herzoglhum Cleve, in welcher eine bedeutende
Maler- und Bildschnitzerschule unter unverkennbarem Einflufs
der Eyk'sehen entstand. Die Kirchen des Landes, besonders
jene in Calcar und Xanten, bewahren noch heule eine Anzahl
mit Malereien und Bildschnitzwerk geschmückter .Mtare, welche
sich den besten Werken dieser Art in allen deutschen Landen
zur Seile stellen kimnen. Selbst nach den fernen Oslseestadten
gelangten durch Handelsverbindungen und Uebcrsiedlungeu
niederrheinischer Kaufleute Werke der Schule von Calcar,
wie dies die in der Marienkirche zu Danzig befindlichen Schnitz-
altäre, beschrieben durch Passavanl im Kiinslblalt 1847,
Nr. 3,3 und 34, bekunden.
.Möge dies schiine Werk, welches in drei Abiheilungen:
Baukunst, .Malerei und Bildnerei erscheint, der Gunst des
Publikums sich erfreuen, um ununterbrochen fortgeselzl wer-
den zu können. Der nächste Band, deren jährtich einer er-
scheint, wird die so wichtigen Kunstwerke der Bildnerei aus
der Ollonenzeit in der ehemaligen Stiftskirche zu Essen ent-
halten, f. Becker.
30) Geschichte der Kloslorschule zu \Nalkenried.
Von Dr. Karl Volk mar, Oberlehrer am Pädagogium
zu Ilfeld. Nordhausen, 1857. Verlag von Adolf Buch-
ung. IV u. 64 S. 8.
Von den vier Klosterschulcn, die in der Refurmationszeit,
zwischen den Jahren 1545 — 1557, am Harz gegründet wur-
den, zu Illeid, ll>enburg, .Michaelstein und \> alkeuried hat sich
zwar nur die erste bis auf unsere Tage erhallen; im lf>. und
17. Jahrhundert aber waren alle von wesentlichem Einflufs.
lieber die Ilsenbiirger ist, wie der Verfasser im Vorwort be-
merkt, nur wenig noch zu ermitteln und in Bezug auf .Michael-
slcin ist noch immer auf Leuekfeld unil Slübner zu verweisen;
dagegen lieferte Klippel im hannoverschen Magazin eine (ie-
schichle Ilfelds, die bald in neuer Bearbeitung er.icheinen soll,
und unser Verfasser versucht im obigen Buche eine Geschichte
der Klosterschule Walkenried, woiiei ihm nufser dem, was
Eckslorms Chronicon Waldcnredcnsc (1617) und Lcnckfclds
Anli(|iiitates Walkenredenses (1705) mitgelheilt haben, eine
Anzahl von ungeilriii ktcn , Ihcils in Wolfenbütlcl, theils in
Blankenbiirg liefindlichen Aktenstücken zu Gebote standen.
Den ersten Abschnitt über das Kloster Walkenried vor der
133
AnzeiVer für Kunde der deutschen Vorzeil.
134
livrcirnialioii hallen wir eiiifelieniler gcwiinschl, da di'sseii Be-
deutung lijr die kirchliihü Knl« icklurij; dir lliirzsejiendin und
namenllich des nurdliclien Thüringens eine sehr weilgreifende
war. Der iweile Abschnitt erzählt die spateren Geschicke
des Klosters und der hloslerschule, welche letztere am 5. Okto-
ber 1057 von den Gr.-ifen von Huhcnstein „ad purioris evangelii
doctrinae conservationem" gestiftet wurde und J668 nach ge-
rade llljahrigem Bestünde wieder eingieng. Ungleich be-
lehrender und für Geschichte der l'adagogik wie für kullur-
[;eschicht!iche Forschung reirhe Beule gewahrend ist der drille,
den innern \ erhailnissen der Klosterschule gewidmete Ab-
schnitt, wo wir über Lehrer und Schüler, Studien und Schul-
gesetze zur Genüge Aufschlufs erhalten und wobei besonders
zu rühmen ist, dafs der Verfasser seine Akten stets würtlich
niittheilt. IVoch fehlt eine Geschichte der Klosterschulen ; sie
wird erst niOglich werden, wenn wir über alle die einzelnen
Arbeiten dieser Art erhallen haben.
Aufsätze in Zeitschriften.
fl islor.-polit. Blatter: .\LI, Ar. 5. Dr. Remling und die
Ketscherlegende in Speier. Kr. 7. liussitica. 1. Ueber den
Geleitslirief, welchen K. Sigisinund dem Mag. Huss er-
theiltc. II. lieber die Ursache des Utraquisiuus in B<jhmen.
üeutschland: Kr. 52. Briefe aus Schwaben. I. Der Bussen.
Kr. 54. Zum Kegensburger Dombau.
Gartenlaube: Kr. 10. Das bayrische Hochland.
ilausblatter: Kr. 7. Korddeutsche Sagen und Geschichten.
(H. TrohlcJ Kr. H. Aus der Vergangenheit. 1. Schmuck
und Schmuckkästchen im 16. Jahrb. (Joh. iMüller).
Kordhauser In te lligenz- Bla tt: Kr.*71. Die Kirche auf
dem Frauenberge bei Elrich.
I'reufs. Jahrbücher: 1. Die Aufgabe deutscher Staats- und
Hechtsgescliicble.
Deutsches Kunstblatt, Februar: Ueber ein Gemälde aus
der alten Schule von Ulm. (G. F. Waagen.)
Magazin für die Liter, des Auslandes: Nr.28. Stellung
des kurischen Bauern zum ("hrislenthum.
Schwab. Merkur: Kr. 71. Der Hansische Stahlhof.
Deutsches Museum: Kr. II. Deutsche Geschichte und Sage
aus dem 10. Jahrh. (F. Lolier.) Kr. 13. Die Verbindung
deutscher Kunslvereine für histor. Kunst in Deutschland.
(R. Prutz.)
Frankfurter .Museum: Kr. 11. Die neuesten Untersuchungen
über den Dichter Gottfried von Strafsburg. (Sleitz.)
Berliner Kachrichten: Kr. 78. Der junge .Markgraf (.'hri-
stian Ernst von Brandenburg in Berlin. (Schneider.)
Augsb. I'ostzeitnng: Kr. .M, Beil. Der Schalflerlanz in
München und die nord. Gridh oder vielmehr die heil. Mar-
garetli. (Korik.) Kr. (>2. Der Tod Ludwig» des Bayern
und die Bärenjagd. Kr. 65. Di« Glockenkunde in Altbayern.
Nr. 91. Landsberg.
Kcuc Prcufs. Provinziulblatter: III. Folge, 1. Bd. 2. H.
Der Copcrnicusvercin für Kunst und Wissenschaft in Thorn.
.MUnzenfnnd in KIcntikau. 3. 11. Kiichricbl über den 1 hor-
ncr Annalisten, eine neu aufgefundene Quelle zur preufs.
Geschichte. (K. Strehlke. | .Mit einer Kaclischrift von Top-
pen. — Das nordliche Pomcrellen und seine Altcrthumer.
Alterthunisfund in der Gegend von Thorn.
Berliner Kevue: 12. B. 11. H. Die steigende Macht der
Geschichtschreibung. Wappensnge: van Barnekow.
Revue num ismalique: 6. p. 441. Variete inedite dun
dcnicr inedit de Charlemagne. (Bretagne.)
Zeitschrift für Protestantismus: 35, H. 3. Flacius, von
den kirchlichen .Mitteldingen.
Zeitschrift fü r chrisl liehe \\ issen s eh aft : Kr. 11. Zur
Geschichte des Ehescbeidungsrechtes in der evangelischen
Kirche. (Richter.)
Allgemeine Zeitung, Beil. zu Nr. 61. Der Dombauverein
in .Mainz. Nr. 67. Die Grabmäler der Piipste. Kr. 101.
Ein Lulherbild von Lucas Cranach. Das bayerische Ka-
tionalmuseum.
Illustr. Zeitung: Nr. 766. Das germ. Musetjm in der Karthause
zu Kurnberg nach seiner neuen Einrichtung. Kr. 768.
Stadtewahrzeichen. VII. Breslau, i. Die Armensünder-
glocke auf dem Maria -Magdalcncn-Thurm. Kr. 769. —
2. Die steinerne Martinsäule in der Kahe des Maria-.Mag-
dalenen-Gymnasiums. Kr. 770. — 3. Der steinerne Kopf
an der .Mittagseite der Kathedrale St. Johannes des Täufers.
Landsli. Zeitung: Kr. 73 — 75. Idee und Verfall des deut-
schen Kaiserthums.
Neue Münch. Zeitung, Abendblatt: Kr. 67. Ueber die
Dichterin Hrotsvitha. Kr. 70. Die Stiftungen der H ittels-
bacher. Kr. 81. Die Einfuhrung der Kcformation in den
.Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth. Kr. 82. Ueber
Gambriniis. (K. Gautsch.)
Wiener Zeitung: Kr. 26. Ueber Geschiclitsquellcn in den
Kronländern. Kr. 70. Das Schniidthor in Linz und die
Niederlage der aufständischen Bauern, 1626. Abend-
blatt: Kr. 11. Ueber die Herrn von Radecz. Kr. 30. Die
Restauration des St. Stepliansdoms. Kr. 74. Der Kaiser-
dom in Speyer.
VerniiMrIite IVnrliririiten.
29 1 In M ürteinberg ist zur sorgfaltigen Erhaltung der im
Vaterlande belindlichen Denkmale der Kunst und des
Altert bums, insuferiie sie durch ihren hunslwerth oder ge-
schichtliche Erinnerung Bedeutung haben , in der Person des
Prof. Ilassler ein eigener Conservator aufgestellt worden. Die
belrelTcnde Bekanntmachnng des k. Ministeriums des Kirchen-
und Scluilwesen.s enthalt nebst der Instruction eine Aufforderung
an ilie iilleiilli( lien Diener, die wuhIvMillende Absicht der k.
Staatsregiernng durch bereitwilliges Eiilgegeukommcn nach
Kräften zu unterstützen.
30) Die S I. A 0 g i d i e n - K i r c b e auf d e r li u r g i n \\ n s -
serburg, sicher die allesle Kirche der Sladi und die ehemalige
Schlofs-Kapelle des graflichen, dann hirioglichen Schlo.ise»,
bisher als Keinisc, Banstadel nn<l Heumagnzin benulzl, wurde,
zur Abhaltung des Gutlesdienstes wieder in .Stand gesetzt.
135
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
i36
31) In drin V» Stunden von Landshut cnifornttn Orte
Schunbrunn wird gegenwärtig der vordere Sih lüfs t tifil
liegen die Slaill tu dcä banfälligen Diichsluhles «egen abge-
brochen. Da dieses von dem Kigenthüiner aus Utililälsgrunden
geschieht, so ist licine IIolTnung vorhanden, dieses der theil-
weisen Zerstörung ohnehin schon verfallene Klostergebiiudf mit
seiniii reichen Erinnerungen l'erner noch zu erhalten.
32) Die grofshenoglich hessische Regierung beabsichtigt
die ehrwürdige Kirche des St. Petcrsstiftes zu Winipfen
im Thale restaurieren zu lassen. Von der alten Kirche, die im
Rundbogenslile erbaut war, sind nur noch die zwei Wehr-
llifiriiR- an der Westseite der jetzigen Kirche vorhanden. Die
jetzige Stiftskirche zu Wimpicn im Thale ist im besten Spilz-
bogenstilc auf Anordnung Richards von Üietcsheim erbaut
worden, welcher als Dekan dieses Stifts im J. 1278 gestorben
ist. n.-r Baumeister war aus Paris. Eine gleichzeitige Stifts-
chronik bezeichnet das schone Baudenkmal als ein opus fran-
cigenum.
33J S. Kais. Hob. der Herr Erzherzog ,\lbrecht von Oesler-
rcich hat fiir die Wiederherstellung und Vollendung des Mainzer
Doms die Summe von fünfhundert Gulden C. M. überwiesen.
34) Seit einigen Tagen ist an der Stelle im Rheine, gegen-
über dem Dorfe Hamm — bei Düsseldorf — , wo vor Kurzem
der bedeutende Jlünzfund gemacht worden, auf Veranlassung
der k. Regierung eine Baggeruiaschine aufgestellt worden. Es
wird sich somit bald ermitteln lassen, ob die Sage, welche
dort einen ganzen Kriegsschatz versunken glaubt, sich bestä-
tige. Am «alir.<cbeinlichsten ist wohl die ViTiiiuthung, dafs
um die Zeit der Belagerung von iNeufs (l.')83) ein Trupp über-
setzender Spaniir durch irgend einen Zufall das in Rede
stehende Geld eingebUfst hat.
35) Der Brunnen im Hofe der Speyerer Stadtschule,
welcher in alten Zeiten Rathshofbrunnen war und als solcher
reich verziert gewesen sein soll, ist bei Gelegenheit der Tiefcr-
legung die Fundgrube mehrerer A I ler th uiiio r geworden,
unter andern einer Wallbuchse, eines Wappenschildes, gehalten
von einem stammigen .Manne mit Baret als Koplbedeikung.
einer Perlenschnur um den Hals und mit kurzem Waffenrocke
angelhan; der Kopf ist vom Kumpfe getrennt, aber unverletzt,
dagegen fehlen die Füfse; das Ganze in seinem jetzigen Zu-
stand ist etwas über einen Fufs hoch; der vüllkommcn erhal-
tene W appenschild enthalt in streng heraldischer Stilisirung den
zweiköpfigen Reichsadler. Dieser M appenlialter fand wahr-
scheinlich durch .Melak's .Mordlireniicr sein nasse.- (irab.
36) Seit dem niedcrn \\ assirstaiide des Rheins sind von
der ehenial. uralten Brücke zwischen Rheinheim und Zurzach
— sehr wahrscheinlich ein Werk der Römer — 12 Pfeiler
über der Wasserfläche sichtbar. Es wurde unter grofser Krafl-
anstrenguug ein Pfeiler ausgehoben, der zehn F'ufs im Boden
stak und an dessen Ende ein zugespitzter sogenannter Stiefel
von gehiirlelern Stahl aiigeliraclit ist, und mehrere Kieselsteine
fest an demselben, wie angewachsen, sich vorfanden.
37) Der niedrige Wasserstand des Rheins hat manche
Altert hü nie r zu Tage gefordert, die seit langer Zeil von
den Stroinwellen überflulhet waren; so: Waffen aus dem vori-
gen und ans dem siebenzchnten Jahrhundert, Kugeln, Schwerter
u. s. f. Bei Altrip sind die (irundmauern am linken Rheinufer
bis auf einige Zoll an die Obernäche getreten, und lassen die
Gestalt der überllullieten Gebäude der Alta ripa erkennen, in
welcher einst Kaiser Valentinian (Cod. Theoilos. leg. IV. tit. 31
lib. XI.) Verordnungen erliefs. Dieselben erheben sich jetzt
noch über vier Fufs aus dem Grund, scheinen aber nur ein
Vorwerk gegen den Strom gewesen zu sein, da die meisten
Anticaglien, Töpferwaaren etc. sich auf den Aeckern landein-
wärts finden. Auch auf dein badischen Ufer sind (iriindniaiiern
zu Tage getreten, jedoch, nach dem Mörtel zu schliefsen, dem
deutschen Mittelalter angehurig.
Inserate und HeKaiiiitniacliiiiiiien.
■I) Das kupferne Ta u fberk en im Dome zu 0 sn a br üc k,
auf welches Hr. Dr. Trofs in IVr. 2 des Anzeigers d. J., S. 5."),
wie er meint , zum ersten iVale üircntlieh aufmerksam macht,
findet sich in meinem Werke über die mittelalterliche Kunst in
Westfalen auf S. 417 f. ausführlich beschrieben und kunst-
historisch gewürdigt. W. I. übke.
5) Ich arbeite fiir eine (ieschichte des Bisthuins
Meifsen. Der Je.iiiit (alles in Wien besafs ein Ms. be-
titelt: „Registratur aller Brieff des Stiftes Meifsen, vollendet im
Jahr l.^Sl", welches der Jesuit Steycrer, als er Beichtvater
der Königin von Polen in Dresden war, dort erworben und
mit nach Wien genommen hatte. — Wer mag wol jetzt im
Besitze dieses wichtigen .Ms. sein ?
Von der Chronica inontis sereni des Presbyters Conrad
habe ich nur drei Handschriften auffinden können : die F'abricius'-
schc, jetzt in Dresden s. XVI., die IlHllesche, sonst FVeher'sche,
von 1192, die (i'ottinger. sonst Plotho'sche, von 150(i. Sind sonst
noch llandsrhriften vorhanden?
Ist ein Werk vorhanden, welches die Zeit der Kano-
nisation der Heiligen nachweist?
Görlitz. Gustav Kohler.
Verantworllii he Hedaction; Dr. Frcih. v. n. z. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommano.
Druclt von Fr. Campo h SohD In Ntlmbcri;.
KÜBNBEBO. Datt Abonnement des BlattCb,
welches alle Monate erscheint, wird canz-
jähriK anBenommen und beträpt nach der
neueüten Poatconvention bei allen Postim-
tem und Buchhandlungen />cul«c/i^Tuf'f incl.
Oestreichs 2 fl. 42 kr. im 24 fl. - Fufs oder
1 Thlr. 16 BgT.
Für Fratikreieh abonnirt man in Strafs-
bürg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem-
selben, Nro.23.rueNotreDamedeNazareth,
und bei der deutschen Buchhandlung von
MZEIGER
m wm m
Nene Folge.
F. Elincksieck . Nr. 11. rue de Lille, oder
bei dem Post&mt in Karlsruhe; für En^
land bei Williams & Normale, 14 Henriette-
Street Covent-Garden in London; für A'ord-
amenJca bei den Postämtern Bremen und
Ilaiiiburn- —
Inserate, welche mit den Zwecken des
Anzeigers und dessen wläsenäcbaftlichem
Gebiete in Verbindung; stehen, werden auf-
genommen und der Raum einer Columnen-
Zeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.
'"'W:
V
nrii
Fiinlter Jahrgang.
1858.
ORGW DES GEI{>l\MSlIli:\ MISEIMS.
JW 5.
Mai.
Wissenschaltliclie Mi(lli(Mliiiii!;en.
schichte. Ueber die fiiernnK<'»neliniuiiic des OraTeii
ersoncn- Reinhard ton Moiniü.
!8ChichlC. , c 1 I r \
I scliliilä.)
lographJeeD.
Von Dr. Johannes Voigt, k. pr. ^eli. Regierunn.sralh
und Universitätsprofessor, in Königsberg.
Haben hicranIT ahn Bernerdl sresonncn und seynes lalhes
begcrdt, ob ehr etwann Ursachen wüst, dadurch ehr anlzu-
graydcn wer, darauf hall ihn Bernerdt l/.ur audtwordt ge-
ben, nachdem grafT Keynardl von SohniU der juuseu graUcu
von Hana ') oberster furinuudt wer, so hett ehr Bernerdt
eynen gesellen, der selbige wer unter denen von Hana ge-
sessen, dem hett gralT Reynerdt als ein furmundt der selbi-
gen herren seynes vetlerlichen erpleyls cndtsetzt, als vil
dan desselben gewest und es eynem andern und fremden
eingcreumpt und gegeben, nuhn ist der selbige meyn gcsel
Ludewigk Rumpctum ^) von dreyen Fürsten ahn die von
Hana vorschryben worden, dadurch ehr vermeyndt das seyne
tzu erlangen und auch Izum olTlern mal angehalten hat oder
ni.Y erlangt, Über das so trachten sie ihm nach, wie sie ihn
gefengklicli kriegen mochten, des sie doch keyne ursacli ha-
ben, nun ist hieraus gnugsam tzu ermessen, das es niemandt
trcybt dann der von Solmitz als deren herren furmundt, so
hett nuhn meyn gesel gcnungsame ursach tzu ihm , so ist
ehr tzu arm, das er sich wider ihn nicht legen kann, hieraulT
') Hanau. '| So sieht illcser IVumu deutlich liri litnclil.
haben sich die jungen herren kegen Bernerdt versprochen,
do ehr uml Iziivor seyn gesel sich der Sachen unternemen
weiten, \>eren sie erhotigk ihnen ihr landt tzu iilTen und
sie desselben Unkosten, so ihnen draulf ginge, frey Izu hal-
ten, des hat sich Bernerdt und Ludewigk mit eynander
underret und eyngangen und haben die jungen herren als
haldt einen von ihren dienern mit ihnen abgeferliget, der
sie frey liallen und alles so aulT kuntschall't leufft, verlegen
sol und leydt Bernerdt tzu Grumhergk ihm rendlhofT ein
nieyl weges von hunga ') da der gralf wonliatrijgk ist und
trachtet dem gralTen aulTs fleysigeste nach, ihn tzu erlegen,
ferner ist lodewigk nach Kulmbach geriten, yost haken -| tzu
shuehen und ihn alda gefunden, so hat yust ihm soynen handel
angelzeygkt, wie doch seyner sacken apIzuhellTen wer und
hatt ferner angetzeygkt, wie das gralT reynerdt von Solmis
eine von Mnusfclt tzu eim weyb hett, so vermeynet ehr, so ehr
seyn gewaldigk mocht werden, das ehr seyne sach dadurch
orteren woldl, auch hetl ihm gralT reynerdt seynen Bruderen
vorstricken wollen und von ihm wissen wollen, op ehr sich
yosteiis auch aunemcn woldl, so hat ihm ludewigk seynen
handel nuhn widerumb ertzaldt und gemeldet, wie das ehr
') Hungin, eine Slaill in Hessen- Dariuslndl an ihr HdrlulT.
') Josl Hake stand nachmals im Kricpsdiensl ilc> Mnrkgriifrn
■Mbriilil von BrnndinburR als Rillriieislcr und Mich in
der Schlachl bei Sievershnusen.
139
Anzeii;er für Kunde Hit deutschen Vorzeit.
140
algereydt ilim nergk »ere und liulTel alle In^ ihn (zu er-
legen, also ist yost hack und ludewigk eins worden und
ihre hendel tzammen gesihlugen, uulT das was cynen an-
ging den andern auch betrelTen soldl, es hat auch yost hack
ludewigen angelzeygkl, wie das ehr mit Wilhelm von gruui-
bach geredt helle seyncr sachen halben, darinnen ihm dan
\N'iIhelni geraten und gesagkl, er köndt keyn besser mittel
finden, dadurch seyn sach tzu orteren wer den gralT reyner-
ten von Solmilz, so ist yost und ludewisk mit einander aulT-
gesesscn und nach Kassel gerilen um! haben aldo Wilhelm
von schachaten und auch seyncri liruilir Henrich runden,
mit denen sie folles ihre sach bereit und ijcschlossen und
hall alda yost hack und liidcwigk sich Keygen den yungen
landtgrafTen versprochen, sie «oldcn des ihres hundels
ofTendIlich und keysen nienniffklicli bekandl seyn, es keni
auch «orlzu es wolle, liieraulT haben sich die jungen landt-
graffen noch erbotteii, sie ihn allem Izu verlegen und da
golh das glück geh, dafs sie den grall erlegten, wollen sie
ihnen halten und hei ehr nicht gnung ahn eynem gemach,
sie wollen ihm tzwey oder drey eynreumen und haben aldo
die jungen herreu yosten und ludwigen den rendimeysler
tzu grunbergk Izu gegeben mit geldt vcrlag und kundt-
schalTl, so leydt nuhn yost und berncrdi Izu grumbergk mit
tzwellT pferden und hofTen alle tage des glUcks und haben
yost und bernerdt einen kundlschalTter bey sich in diensten,
der kundlscbatTter der leydt aidu Izu hunga, da der grall'
wonhalTlig ist und hat eynen Schwager, derselhigc ist bey
gralT reynerdi von Snimitz, ist seyn satelkncchl, von dem
selbigen seyneni schwager hat ihr kundlschalller -cync kuiiill-
schain gutli. <lie ehr ihnen dan tzu wissen lluil, der selliige
satelknerbl \ve)s nicbl das geringste wordt von ihrem ban-
det, es wirdt auch il/.l aufT kommende fasnachl der ellesle
gralT von hana >eyne hcimfUrung buhen . alihi denn gralT
reynerd von .Solmil/. an<li •<■> n mus. do holfen sie ihn Izu
ertupen, auch hal W ilhrlm von grumbach yosten angetzeygkt,
das gralT reynerdi \on Solmitz itzundt kcgen den friiling
seync liniiptleudt l/.ii sammen vorholen wil , aldo sie denn
auch ihre kundtschalTl aiill ihn haben wollen.
Do nuhn .M. g. h. berncrdes oder ludewigs bedurften,
findet man sie tzu grumberg oder beym schiilleschen Izu
ober ahm 1 ) ein meyl weges von grumberg, he>st hehvigk
geyse, bey dem schullescn magk man sie tzum ersten
suchen, dir \%iril «dl nachweynuiig Ihiin.
Wer der Benchtcrslalter Lud\Mg und ilrr mim ihm ge-
uanote Bernhard gewesen seien und ob unter dem Ersten
') Obcrnu, ein Durf m HbiTheiscn.
vielleichl der dem hessischen Fijrstenhause Iren ergebene
Ritler Ludwig von Baunihach vennulhel werden dürfe, müs-
sen wir dabingestelll sein lassen, denn aus dem Bericht
geht darüber nichts hervor. Gewifs ist aber, dafs dieser
Bericht etwa in der Mitte des Februar 1 .552 abgefafst wurde M.
Graf Kciohard von Solms war damals in Verbindung mit
Konrad von Hanslein und Jost von Dalwig immer noch mit
Werbungen für den Kaiser bcschiiftigl. Auf Fastnacht, in
den ersten Tagen des März, fand die Hoch/.eilsfeicr des
ältesten Grafen von Hanau statt. Solms auflnuernde Feinde')
hatten bereits auskundschaftet, dafs er an dem Feste Theil
nehmen werde. Keine Gefahr ahnend, war er auch wirk-
lich erschienen. Auf der Ruckkehr aber ward er plötzlich
überfallen und gefangen auf die Veste Ziegenhoin gebracht,
wo ihn der dortige Befehlshaber Heinze von Lüdder in
strengen Verwahrsam nahm. W ie Markgraf Johann von
Brandenburg dem Herzog Albrechl von Prcufscn schon nach
einigen Wochen mildele, halle sich bald das Gerücht \er-
breitct, man wolle den gefangenen Grafen muh Frankreich
bringen und ihn dort zu mehrer Sicherheit dem Könige
überliefern. Üies bcsliitiglc sich indessen nicht. Schon in
der Instruction, welche der junge Landgraf Wilhelm, Phi-
lipps iilleslcr Sohn, im Feldlager vor Innsbruck am 25. Mai
seinen Kiithcn zur Friedensverhandlung in l'sissau gab. hiefs
es unter .Inderm auch : „Mit Grafen Reinhard von Solms
wolle man es billig machen." Nach Abscblufs des Passaiier
Vertrags und des Landgrafen Philip|) Befreiung ward auf
dessen Befehl (jraf Solms seiner Haft wieder entlassen. F.r
mufste jedoch am 12, Septemb. 1352 wegen seiner Ge-
fangenschafl, wie es damals gebriiuchlich war, eine gemeine
L'rfelide ausstellen, und der Landgraf liefs nun auch, nach-
dem er sich über gewisse Slreilpiinkle mit ihm in einem
Vertrage ausgeglichen, alle Ungnade gegen ihn fallen.
VAn hiMiier iiiihekniiiitcr ^>|irii<>li niiT die Zustände.
Ntadt .'Viiriihcrs;. Sprache u.
Schria.
Von Dr. K. A. Barack, Bibliolhekssekrelar des german. Bib»ogr«pliie.
Museums.
E\n mir vor kurzer Zeit zur Einsicht ubergebener. nun-
mehr in <len Besitz des germanischen Museums übergegangener,
aller Druck enthiilt ein Gedicht auf die Stadt Nürnberg, das
weder Nürnberger Geschichtsforsclicrn bekuiiiil ist. noch
') Diei gehl aus den Worten herMir: „ilzl aufT Ki)iiiiiiende
faüMnrhl" etc.
'1 l'nter ihnen ohne /weilel nurh Jiisl von llake.
141
Anzeiger Tür Kunde der deuUclicn \Orzfil.
142
auch von einem der Bihliograplien ti wulint wird. Das Büch-
lein besteht aus 16 Blattern in kl. &., mit je 24 Zeilen auf
der Seite, die erste und letzte au.sirenoninien, vüu welihun
diese nur 22, jene zum Titel einen Holzsclinilt, einen knieen-
deo Enfrel mit dem Stadt\va|ipeii in der Hand vorstellend,
und unter diesem den Tilel der .Silirirt selbst nrnfarst:
Eyn new gediihl der lnblidien Stat
iNürmbere von dem reeiment s^ehot
vfi satzunff eyus (sie!) erlicni weysen Hat.-.
Der Text beginnt auT 1 h :
Von iugct auf so het iih •rüsl
zu schöner meisterliche' küst
und schliefst 16 h mit Zeile 22:
dz heir VHS mnria die edel krön
die L'eh vns ein seligs endt
domil ist di|5 gedieht volleiidt.
V. 688 — 689 gibt das Jahr 1490 als Zeil der Ab-
fassung an, und am Schlüsse nennt sich (ohne den gewöhn-
lichen Reim) Kuntz Ha|5 als Verfasser. Seitenzahlen,
Kustoden und Signaturen, sowie die Angabe von Druckort,
Drucker und Druckjahr fehlen. Der Te.xt ist ohne alle Inler-
|inuUtion und der Druck nicht ohne Fehler, die hei der
grofsen Anzahl alter Ausdrucke inilniiter Schwierigkeiten
im Verständnisse hervorrufen. Eigenlluiinlich ist der durch-
gängige Gehrauch einer und derselben Type für K und li,
wie er bisweilen, wol nur aus Versehen, in SchclePs
Chronik (Miirnherg, Ant. Koberger, 1493) vorkommt.
Dem Namen des Dichters, der, wie aus dem Anfange
des Gedichtes hervorgeht, ein Meistersäuger w ar, begegnete
ich nur einmal, wo er als Verfasser der in Bamberg ge-
druckten Schrill: „Hierin vindet man die vrsach wodurch
alle hendell yetz in diser well verkert und verderbt werde."
Am Ende: „Gedruckt vnd volendet in der werden stat Bam-
berek Uon Marxen ayrer Lnd Hans^en Bernecker in
der zinckewerd Im LXXXXIII. Jare." 4. (S.Sprenger, älteste
Buchdruckergesch. von Bamberg, S. 61 ; Ilain, II, Nr. 8368:
Panzer, I, Nr. 373; Gral'se, II, Ahth. 2, S. 709j erscheint.
Diese Beziehung zu Bamberg veranlafste Jack, unsero Dichter
in sein Pantheon (Zweites Pantheon, S. 46) der Literaten
und Künstler Bambergs aufzunehmen, jedoch mit L'nrecht,
denn Hafs (Has) ist ohne Zweifel ein Nürnberger. Nicht
allein, dafs dies seine in diesem Gedichte dargelegte, bis in"s
Einzelnste eingehende Kennlnifs der Nürnberger Zustande
wahrscheinlich macht, es wird durch das zweimalige Vor-
kommen des Namens Kuntz Hafs (Conz Has) in allen Nürn-
berger Bürgerbüchern (im kgl. Archiv daliier, unter den
Jahren 1405 und 1497) fast zur Gewifshcit erhohen.
Ob Hafs, wie Sprenger als wahrscheinlich, und Jäck
auf Grund hievon ( a. a. 0.) für au.-cemacht annimmt, auch
Verfasser des 1494 in Bamliersr gedruckten Spotllied.- auf
das fehlgeschlagene Ansuchen Herzog Albrechts von Sach-
sen, seinen Sohn Friedrich zum Coadjutor in Wür/.liurg
wählen zu lassen, (Lor. Fries, in Ludewig, Gescbichl-
schreiber, S. b61J sei, bleibt Veiinuthuug, wäre jedoch
einer nähern L'ntersuchung werlli.
-Tleluter .%ltHi«er(.
Von Piul. Dr. A. v. Keller in Tubingen.
(l'orlselzung.j
204, 1. ouch. Jedoch Z. 3 cutlaulfen: straulTen. 2 .Azahcl.
So Hagens Minnas. 2, 234. 3 möcbt. 4 mynn straulTen.
5 Sünden. 10 zur fehlt. 11 gliickes. 12 Als zoi des.
20 tagen. 25 gieug spazieren. 26 varben zieren. 27 derj
des. 32 tal. 33 tielT. 35 schnelleklich. 37 gieng. 3b Durch
ain niwen.
205, 6 und liseu. 8. Da. 1 6 gelbe. Vgl. gelber ( : selber)
S. 208, 3:\ 18 mangen. 21 bekannt. 23 Kuckt ich in.
24 ganfs i? gözj im. 25 liiler vnd clai-. 30 lougenlich.
31 mangem. 33 sennenden. 37 zachem.
206, 14 ich das, 24 vnd wider. 30 gescbrift. 31 Schi-
nastulander.
207, 1 Gewann. 2 Gamurelles. 9 Rält Als titerei ouch
lett. 11 fronirlell. 28 Vff Tabernisclier. 31 barruck über
zugen. 35 zuj so.
208, I lange. 24 gergen. 37 .<rhmer(z. 38 Sein
äugen schlug er v.
209, 8 llögerlin. o zz; oy. 9 meiischeu. 10 pirinius,
11 schlair. 14 Der sey den (d. h. siden) vom S. 15 Was
es ... . gelich. 21 ungeliick: Rück. 23 llUgcn.
210, 14 krön 23 genadig. 33 vlisse. 34 üb ich es
hätte stall. 35 den] dan.
211, 5 lande. 9 liaimlich. 15 heuilin. 19 in aller
voller. 35 in allen art'cii lii,-l. 37 den | daii.
212, 1 Des. 4 lursl. 1 1 nymen. IC) bist nun wol ain.
17 Der jar in. 18 Erzaig. 26 geselle. 33 ffrusenlidi
36 So scliarpffe wind vnsusse.
213, 1 Jorigen. 2 vnd vergcn. 7 Erzaig. 31 Vernyni
Wes. 33 Der.
214, 6 werde. 11 tarlcry. 18 0 werde frowc. 21
heliben. 24 ere betrüben. 27 ere. 35 ere bewar. 38 sind.
215, 3 Da. 6 liartz. 20 zUchtiglich. 21 Gern Ruine
werde. Nach 27 noch: Als sich dan wol gopurl. 29 wvse.
37 Dorthin ainholb ju ain gaden. 38 beschlossen fehlL
Literatur.
Poesie.
143
Anzeiger für Kundt' der deutschen Vorzeit.
144
216, 9 Barsilonger. 14 raioe. 15 Gepiettund. Ifi
frowe. 17 larner. 19 ain kamer 20 blute. 21 wan]
dan. 29 raine
217, 1 Dilz. 9 nast ob. 14 liernaucher. uu = ä. 17
erojse. 19 orliens. 21 grosse. 27 lussenl. 37 So der
lieh tut verletzen.
218, 9 inust das leiden. 13 banudelung. 19 bitler-
lichem. 22 fürbas. 25 sunderbar. 26 dry. 28 fehlt.
219, 4 Gamurzetes. 6 trure. 7 zu mir. 9 fehlt. 18
werde. 23 gefugt : überclUgt. 30 meine gelieder.
220, 2 vngetrwe. 11 dise. 19 bedancht ( : hrandit)
für bedaucht:=hedäbt : brüht. 20 die w iL 23 on. 28 Die
kam dortt her. 30 dise. 31 zorens. 35 das brufV ich.
36 Werend. 38 beschurl.
221, 15 auf ain Nest. 17 ir ye. 21 ain Laib. 27 feh-
lerhaft : Durch ewrii willen v. 30 Sigon. 35 Syend vn-
schuldig. 36 sach in. 38 fehlt.
222, 10 kommend. 11 ?zu. 20 und heyden fehlerhaft.
21 wol mocht. 28 truren. 29 Erzaig. 34 frowe.
223, 3 Pcliranns. 4 Feni.x. 7 Gelich. 10 lages. 11
verkerel. 14 karfunckel. 15 Sol dich mein Hertz durch-
schinen. 16 Vor Ewiglichen pinerr. 21 Junckfrowen. 22
euch zu jresagt. 23 Ir Riiine fruclil »eh. 31 gcnanden für
genaudcn d. h. ffcnadcn
224, 8 seines. 9 Vollklich. 20 lande. 25 selbes.
26 India. 33 brilT] triff : schiff. 35 gen billiger. 38 Der
eilest mich do bat.
225, 5 Rodes. 22 ganns wer. 32 >un h. 37 vii-
gestinn =z ungestSm, wie 239, 3 f. il : u steht. 38 ver-
blinn z= verblum.
226, 2 wir. 12 .^tul. 1 J wouiid. Iti Gib da>. 17
den. 18 grund. 31 beliben. 34 mastbom. 35 iiber-
zwerch : verch. 37 verseret.
227, 4 ditz. 6 enndl. 8 Polarlicu». 11 slercn vnd.
16 Sein llaillikail ~ein art. IH stund. 22 der Wahrheit
gschwijr. 23 ahgotlery. 27 geliehen. 29 abgott.
228, 4 furler 11 mich warff. 20 alle. 25 Darcow
Ist Doron, Thorn. gemeint ? 2() ßogatt. Diese Stelle ver-
dient Beachtung als Zeugnis für die Eiiifiihrung der Ducalen
in Deutschland. Ve\. 244, 4. 27 luprecher guldin.
220, 3 eculier ?eskclicr. 8 waren fromdc. 10 kiing.
12 von Hern. 15 seine. 23 frowe. 24 ToufTc 25 ui:-
taulTel. 27 kricrhisch. 29 nimh \il zu.
230, 17 Vom. 19 jmer. Ebenso 29, M nimer.
22 schänden. 24 lioiner drietl. ? hön er briet. 27 Ditz
29 Der .-elb. 32 emcrat.
231, 1 eupfieng: gieng. 4 mägte. 5 Da selbst. 9 wur-
den. 16 gelich. 18 one. 23 aincr ein. Jedoch 235, 38
kunsel. 24 here. 29 Beliben.
232, 22 Als In die Vngersch. 24 vor Nicapol. 29 Der
vergiirtet R. 33 vngetrwe.
233, 13 vergefs : mefss. 15 römisch ordenung. 20
meinen. 22 herlz vnnd auch mit. 27 Besainpt.
234, 7 Der gardion den. 12 in die hennd ( : nennt)
13 acht : angebracht. 20 ich hie sag.
235, 7 tische. 16 Mary. Vgl. 227, 24 18 \Va Ir
für das L?has] hin varen. 22 gardion. 25 schlach. 29 An
aiuer. 30 t. er gieng. 35 glaublen an Machmett.
236, 1 gemüte. 3 An all. 5 Vnnd ouch. 10 den
thalmut. 1 1 vcrwysen. 30 kemenani für kemenaut d. i.
kemenät.
237, 5 Driueltiglicb. 7 ain zum. 16 Mit esel vnd
kameltbier. 17 konsul. 21 segnen. 22 fehlt: es ist für
eine Zeile Raum gelassen. 25 beraubet. 29 Gemüschet.
35 suchent. 36 müde gelicder.
238, 5 bilgerin. 9 aim. 10 On h. v. on seh. 16 fehlt;
es ist Raum für die Zeile frei. 17 frunden. 21 Den kaut.
22 trurens. 34 ain. 36 in unserm. 38 moehtent.
(Schlufs folgt.)
. Uie Pfurrkireli«- zu lirrrkerfeld.
Von Dr. \\illi. Lul)kc in Berlin.
In dem Städtchen Breckerfeld (preufs. Provinz West-
falen, Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Ilagen) hatte ich
vor einiger Zeil Gelegenheit, die Pfarrkirche zu unter-
suchen, die mir, wie der ganze schmale, gegen das bergi-
sche Land grenzende südwestliche Streifen Westfalens, bei
meiner früheren Bereisung der Provinz unbekannt :;eblicben
war und dc^liiilb in meinem liuche über die westHilische
Kuii>l keinen Platz f;iiiil. Die Kirche ist Mein, nnansehnlich,
von geringer baulidier ("onic|ilioii und «iirdo weder ihrer
Dimensionen, noch ihrer sehr bcschuideneii kuiisllerischen
Ausbildung wegen der Erwähnung werth sein, wenn nicht
ihre Anlage eine interessante .Abweichung von dem in ganz
Westfalen herr:-chenden Typus zeigte, so dafs vielleicht hier
ein Markstein gegeben ist, der den Beginn des Einflusses
rheinischer Bauweise anzeigt. Trotz ihres gothischcn Cha-
rakters nämlich und trotz der geringen Dimensionen (23Furs
weites MittcIscIiilT, 15 Fufs weite SeiteiischilTe) hat die Kirche
niedrige Seitenschiffe uml ein >cllistiindig beleuchtcs Mittel-
schilT, während alle von nur unlersuchlcn golhischen Kirchen
Westfalens die llallenanlegc zeigen. Allerdings Nerriilh die
Kunst.
Bildende Kunst.
BftukunBt.
145
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit
146
romanische PfeilerbilriiiDg des SchifTes die Benutzung einer
früheren Anlage, wie denn die romanisch geformten Käm-
pfer?e>imse der Pfeiler an den vordem Sei-
ten foi'tgeschlagen sind, um runden Dien-
sten mit gothisthen Laubkapilalen Platz zu
sehen, wahrend auch in den SeitensihilTen
neben den Wandpfeilern Konsolen mit go-
Ibiscbeni Laubwerk die Gewölbrippen auf-
nehmen. Das entschieden golhische Profil
der letzteren, das Backsteinmaterial der Gewölbkappen, die
Schlufssteine der Gewolbrippen, das alles spricht für die
golhische Umgestaltung eines Baues der Uebergangszeit, von
welchem die breiten, nur an den Ecken abgefasten Quer-
gurle übrig geblieben sein mögen. Die Stabwerkgliederung
der Fenster bietet keinrn Anhaltspunkt mehr, da sie samnit
dem viereckigen Westthurme das Piodukt einer höchst un-
geschickten, modernen Restauration ist. Die Plananlage der
Kirche ist einfach. An das aus zwei Traveen bestehende
Langhaus legt sich ein QuerschiH', dessen Arme über die
Breite des Langhauses nicht vorspringen. Der Chor schliefst
sich dem Miltelquadrale an, hat ein Gewölbjoch und dann
den gewöhnlichen Polygonschlufs aus dem Achteck. Die
Kreuzgewölbe der östlichen Theile sind nicht so hoch wie
die des Mittelschifles. Das Aeufsere ist völlig schmucklos
aus Bruchsteinen errichtet. — In der Kirche findet sich noch
ein Rest eines Holzschnitzaltares vom Anfang des 16.
Jahrh. , allerdings in der nianieristischen Entartung der
damaligen Kunst, mit wirr knitterigem Faltenhruch, aufser-
dem neuerdings durch den unvermeidlichen Oelansirich seines
Farbenreizes entkleidet, aber dennoch durch guten Ausdruck
der Köpfe und tücbtiee. w enngleicb etwas handwerksmäfsig
steife Arbeit immerhin von Interesse. In der oberen Ab-
theilung stehen in Nischen mit krausem, spatgothischem Laub-
werk die grofsen Gestallen der Madonna und der Heiligen
Jacobus und Christophorus. In den SeitenIliJgeln kleinere
Heilige in einzelnen Ahtheilungen. Die Predella zeigt die
Darstellungen der Fufswaschung und des A!)eridmahls Durch
das in evangelischen Landkirchen beliebte Hineinzwängen
der Kanzel ist der ehemalige Zusammenhang und Aufbau
des Altares gestört wurden.
l'ntei-irdiHrlif (>uiik<'«
Von A. Birllni;er in Tubingen.
Was die im Anzeiger .-chon mehrmals ( I8.'>4, Sp. 112 (T.
214 f. 240) erwilhnlcn unterirdischen Giinge anbe-
I, so wufste man davon früher sehr viel auch aus der
Roltenburger Gegend zu erzählen und hört es jetzt noch
da und dort. Von der, eine halbe Stunde von Roltenburg,
rechts vom Nekarufer droben gelegenen Weilerburg, die
einst Rottenbuig geheifsen haben soll, den Hohenbergern
eigen, fuhrt ein unterirdi>cher Gang in die Sladtpfarrkirche
von St. Moriz in Roltenburg-Ehiugen. Da solleu die Ilohen-
berger allemal in die Kirche vierspännig heruntergefahren
sein. Ein anderer Gang vom Klösterle in's Nonnenkloster
bei der Kirche soll noch jetzt e.xisliereu. Häufiger finden
sich Gänge nach dem Volksglauben zwischen Burgen und
Schlofsern, Burgen und Klöstern. So führte von Hohen-
lubingen auf den Spitzberg ein Gang und von da soll einer
in's alte Kloster Schwerzloch gehen. Ein Gang führte ferner
von der alten Sulzburg (bei Gerabronn) in das eine Stunde
entfernte Raubritterschlofs Leonfels. Einer vom Helfensteini-
schen Herwartstein in das Kloster Königsbronn. Vom west-
lichen Abhang des Hohenstaufen sollen unterirdische Gange
von den beiden HeidenlOchern aus zum Rechberg, nach
Lorch und zum Stift Oberhofen gehen. Untersuchen wir,
was diesen Gängen zu Grunde liegen mag, so müssen wir
annehmen, dafs wirklich viele solcher existiert haben und
theilweise noch existieren. Dafs aber w irklich überall Gange,
wo der Volksglaube welche setzt, vorhanden sind, ist un-
richtig. Es scheint dies überhaupt ein beliebter Stoff für
die Volksphanlasie gewesen zu sein. Besonders gern mochte
man solches von Klostergangen sich vorgestellt, ausgemalt
und weiter gesagt und gesungen haben. Dafs auch Wahr-
heit dahinter steckt, ist nicht in Abrede zu ziehen. Zu den
Klostergangen haben gewifs die Ungeheuern Kellerriiume,
die man sich kaum denken mair, in den Klöstern vielfache
Veranlassung segeben. Auch ."^icherheilsgünge in's Freie
hei Ueberrumpelung und Raubanfallen, wie fast hei allen
Burgen, scheinen hauptsachlich derlei Ueberlieferungen her-
vorgerufen zu haben. Ferner sind kleinere und gröfsere
Wasserahzuge, kloakenartige Kanüle hielier zu ziehen: wie
ja der Gang von der Weilerburg nichts anderes als ein
Kanal, in den Neckar laufend, sein soll und jetzt noch halb
mit Wasser angefüllt ist. Endlich sind die rumischen \N as-
serlcitungen, die besonders in Rottenburg sich vorfinden, zu
beachten, sowie alte verschüticle Romergewölhe, wie erst
noch kürzlich solche aufgedeckt worden sind. Das Unheim-
liche, das mit dergleichen Gangen und Gewölben verbunden,
lafst eine Rechtfertigung der Traditionen im Volke zu. ilie
sich gerne um unheimliche Orte ranken.
14:
AnzeigtT für Kunde der deulsihcn Vorzeit.
148
Land u L.Ute Dan Gemelndeln-tltu« der \«ehl.ar»*liar«.
i^A'^ud»":. Von Alexander Grebel, k. Friedensrichler, m St. «oar.
Dorfwfs«n 11 r c u I
Die>e uralle Einrichlun?, worüber Herr Prof. Schiller
r. Libluy in Nr. 9 des Anzeigers von 1857 in Beiue auf
des deutsche Siebenburgen höchst interessante Noliien gelie-
fert, besteht noch jetzt, wenngleich mit beschnuikterer Wirk-
samkeit in vielen Dörfern und Studien üeutMlilunds, insbe-
sondere in der Rheingegend. In der Stadt Sl. Goar kommt
das Institut der Zehner oder zehn Nachbar.-idiafls -Meisler
schon gegen die .Mitte des 13. Jahrb. vor. Sie waren,
gleichwie der Gemeinde-Bürgermeister, eine Eroberung der
bis dahin vom Stadtregimente ganz ausgeschlossenen Hand-
werker und Bürirer, den alten Geschlechtern und dem Ralhc
gegenüber. Sie t•r^chcinen überall als das Organ, wodurch
die Bürgerschaft ihre Beschwerden gegen Mafsregeln des
Ralhes vorbrachte, und als die unermüdlichen Kampfer für
die bürgerlichen Freiheiten und Gerechtsame; bei Prozessen
zwischen Bürgerschaft und Ralh stellten sie Namens der
Bürger die Vollmachten ans; aus ihrer Mitte wurden dem
Stadtralhe drei Mitglieder als conlrolierender Ausschufs der
Bürgerschaft, also eine Art Volkstribünen, beigegeben, und
es stand ihnen das Veto zu. Ob die Zahl der Zehner ur-
sprünglich mit den zehn in St. Goar bestundenen Zünften,
oder mit der Eintheilung der Stadt in fünf Naclibarschaften
zusammenhangt, ist zweifelhaft. Letztere Annahme scheint
die richtigere zu sein, indem noch jetzt jede Nachbarschaft
zwei Nachbarschafls-Meister, welches in der Regel die bei-
den jüngsten Bürger sind, wählt. Ihre Stellung ist jedoch
jetzt eine ganz andere, wie früher; auch beschrankt sich
ihr Dienst blos auf die Anordnung der Begrabnisse und die
Verlbeilung der ülTenllichen Arbeiten bei Eis- oder Wasser-
gefahr.
Mit dem Verluste der Freiheit und der Selbstverwaltung
der Städte giengen auch die alten Gemeindeinstitule, wovon
in den neueren Gemeindeordnuniren auch keine Spur mehr
zu finden ist, zu Grunde.
Lehen.
ErxeuKuoR Dnd
Erwerb.
HkDdelimlltfl.
Zur .TlünzUuiide der Abtei .Meiibiir«;.
Von Th. Stcnzel, Pastor, in Nulhn liei Zerbsl.
!d dem verdienstvollen Werke meines vüterlichen Freun-
des, des früh verstorbenen Herrn v. Posern- Kielt. „Sach-
sens Münzen im Mittelalter-' lesen wir S. 2S:\ : „Münzen
der Abtei Nienburg kennt man zur Zeil nicht." — Es sind
jetzt gerade 12 Jahre her, dafs jener hochberUhmte Kenner
und wisscnschaflliche Sammler millclalterlichcr Münzen dies
Wort geschrieben hat. In dem Zeilraum von 12 Jahren
aber können auch auf dem Gebiete der Münzkunde viele
Forschungen und Erfahrungen uemacbl werden, welche ge-
eignet sind, frühere Ansichten llieiis zu entkräften, Iheils zu
berichtigen.
Das gilt auch vielleicht jetzt sclidii in Bezutr auf Obiges.
Es ist jetzt mehr als wahrscheinlich, dafs in den letzten
Jahren Münzen der Abtei Nienburg (in Anhalt) bekannt ge-
worden sind.
Wenn auch mein geehrter Freund und Amtsbruder, Herr
Pfarrer Leitzmann, in seiner „Numismat. Zeitung von 1856
S. IbOff. zu weit darin geht, dieser Abtei die dorlNr. 21— 38
beschriebenen Brakleaten und Ilalhbrakleateu zuzutheilen
(vgl. seine Erklärung a. a. 0. 1857, Nr. 8), so gebührt
ihm doch das Verdienst, aus verschiedenen Gründen nach-
gewiesen zu haben, dafs wenigstens folgende Münze (a. a.
0. Nr. 21) nach der Abtei Nienburg gehört: Nr. 1. Hs.
Zwischen 2 Thuruien, welche durch einen Bogen verbunden
sind, das Brustbild eines geistlichen Herren in lockigen
Haaren (punktiert). Rückläufige Umschrift: ADELBEKTVSf.
Ks. Kirchengebiiude zwischen 2 Palmen; Umschrift unleser-
lich. (Das im herzogl. Cab. zu Dessau befindliche E.\emplar
dieser Münze, welches ich vor mir habe, ist besser erbalten,
als das damals dem Herrn Pf. L. vorliesrende Stuck. Doch
vermag auch ich es nicht, ans mehreren und verschiedenen
mir vorliegenden E.xemplaren die Umschrift der Rs. zusam-
menzustellen und zu deuten; es sind nur hie und da öiii-
zelne Buchslaben zu erkennen).
Hr. Pf. Leitzmann weist nun a. a. 0. auf die unver-
kennbare Aehnlichkeit bin, welche diese, zum Theil schon
bei Leuckfeld, llalberstudl. Münzen Tab. II. Nr. 35 (und
Rs. V. Nr. 36) abgebildete Münze mit einer echt halber-
stiidL hat (Numism.Ztg. 1856, S. 119, Nr. 13). Diese echt
halbersladt. Münze zeigt das Bild des heil. Stephanus zwi-
schen 2 Thurmen und die Umschrift; SISEHV f (Sanctus
Stephanus) und hei einem andern mir vorliegenden Stempel
SISIIVTR . . . und ist aus der Zeil des Bischofs Reinhard.
1107 — 22; vgl. damit auch Leuckfeld, V, 73. Diese Aehii-
lichkeil beider Münzen, sowie der Umstand, dafs selbige
aus Einem Funde herrühren, weist nach L. mit Recht darauf
hin, dafs der Priigeort crsterer Münze in der Nahe des Prage-
ortcs der letztern, also unfern Halbersladt, zu suchen ist
"lind dafs beide Münzen in Eine Zeit zu verlegen sind. Dem
habe ich ferner noch Folgendes hinzuzufügen: Dafs wir zu-
gleich den Pragcorl unserer Münze auch in der Nühe von
Magdeburg zu suchen haben , beweist uns die Aehnlichkcil.
welche das Kircbengebaude auf der Hs. derselben mit den
auf magdebnrgiscben llalbbrahtealcn hat. von denen Herr
Direktor und Prof Wiggert sagt: ,un, IIOii ireschlagen".
<49
Aiizeiffer für Kunde der deulschen Voizeil.
150
Sind dieselben (^^ 7 und 8) etwa erst um 1120 eeprugt,
so sind sie volliff Zeitgenossen von unserem Adelberlus;
sind sie aller als dieser, so wurde vielleicht derselbe se-
rade ihnen als erzbischull. Miinzen, die auch anderwärts in
der Nühe von Mairdeburir, in llalbcrstodt und Nienburor, Gel-
tung und An^ehen hatten, nachgebildet. Vcrgl. 4 Tafeln
lilhograph. Abbildungen Magdeb. Münzen, nach den Origi-
nalen in der Sammlung des Hrn. Prof. \\ iffiiert. Es bilden
diese Tafeln, welche von dem verdienstvollen Hrn. Verfasser
mir verehrt worden sind, wahrscheinlich einen Anhang zu
einer Geschichte Magdeburgs, die ich leider nicht kenne.
Ferner sagt H. Pf. L. : „Da nun unsere Münze den Na-
men Adelbert tragi, ein Abt dieses Namens zu derselben
Zeit ( — 1131') dem Kloster Nienburg vorstand, welches
in der Nahe von Hallicrstadt las, wo liischof Reinhard
(1107 — 22) regierte, so dürfte es nicht gewagt erscheinen,
diesem Abt Adelhert von Nienburg diese Münze zu-
zuerkennen. N\'ir kennen nanilich aus jener Zeit sonst kei-
nen Bischof oder Abt aus dieser Gegend mit Namen Adel-
bert, als zu Nienburg."
Auch hinsichtlich der Zeit ihrer Entstehung würde un-
serer Münze noch der Umstand zu Statten kommen, dafs
derselbe Abt von Nienburg, Albero oder Adalbero, ein
Graf von Freiburg, im Jahre 1130 Bischof zu Basel wird,
wie wir bei Beckmann, Mist. v. Anhalt, III. S. 450 linden,
(llrstis. Basler Chron. L. II. Meibom. Chron. Berg. f. 298.)
Wie diese Münze also höchst wahrscheinlich dem Nien-
burger Abt Adelbert zugehört, so scheint mir das 2) auch
der Fall zu sein mit einer derselben sehr ähnlichen, die ich
finde auf ,,Ran"s Tafeln Brandenburgischer u. a. Münzen".
(Das Herzogl. Münz-C;il)inet zu Dessau hat dies höchst sel-
tene und wichtige \\ erk durch gütige Vermittlung des Hrn.
geh. Archivraths und königl. Hausarchivars Dr. Mürcker in
Berlin von der königl. Akademie der Wissenschaften da-
selbst erhalten). Tafel X, Nr. 21 zeigt folgende Münze:
Hs. Ganz dieselbe Vorstellung wie bei Nr. 1 oben; Um-
schrift, ebenfalls rücklanlig: ADEL Rs. Brustbild zwi-
schen 2 brennenden Kerzen. Umschrift unleserlich.
Ob mit dem Brnslbilde auf der Rs. der Heilige des Klo-
sters (in Nienburg: Cyriacus), oder der Schirmvoigt des-
selben (in Nienburg etwa Otto, Graf von Anhalt, f 1123)
angedeutet werde, miigon Knudieere entscheiden.
Ware nicht bekannt, dafs der Verfertiger jener Tafeln
meist sehr ge^is.-.cnhall zu Werke gegangen ist bei Ab-
bildung der ihm vorliegenden Münzen, — doch weifs ich
sehr wohl, dafs auch manche Versehen vorgekommen sind,
z. B. .\IV, 4; WII, 17 — >o k()niite man, da die eine Seile
aller Halbbrakteateo, zu denen unsere Münzen hier gehören,
flach geprägt und sehr undeutlich zu sein pflegt, in Ver-
suchung kommen, zu vermuthen , diese Münze Nr. 2 und
jene Nr. 1 sei ein und dieselbe. Man vergleiche nur genau
Rau X, 21 mit Leuckfeld II. 30.
Wem es vergönnt ist, Rau X, 21 in natura im königl.
Münz-Cabinet zu Berlin anzusehen, kann leicht berichten,
ob die Zeichnung bei Rau, welche ohne Zweifel beim Er-
scheinen von Leuckfeld"s \\erkclieu (1 721 ) schon vorhanden
war, ganz gelreu wiedergegeben ist. \\enn auch das
der Fall ist, so mufs es doch gerechtfertigt erscheinen,
anzunehnicu , dafs auch diese Münze dem Abt Adelhert
von Nienburg angehört. —
(Schlufs folgt.)
Der FreiMtulil an der breiten Eirlie.
Von J. S. Seibertz, k. pr. Kreisgerichlsrath, zu Arnsberg.
(Schlufs.)
3. Ganz in ahnlicher Weise verhält es sich nun mit dem
Eingangs gedachten Freistuhl an der breiten Eiche,
den Hr. Achenbach dem Laude Siegen vindizieren möchte.
Er bezieht sich deshalb zuniicbst wieder auf Arnoldi, der
nachgewiesen, dafs dieser bei Siegen gelegene Freistuhl
146t) gegen den Amtmann Philipp v. Bicken Ihütig gewesen
und auf üsener, der ihn als bei Siegen gelegen aufführe.
Dem ist jedoch nicht ganz so. Arnoldi sagt, es kommen
in den Rechnungen unter Johann IV. und \'. mehrmals Kosten
in Ausgabe wegen der heimlichen Gerichte vor, welche zu
Siegen an der breiten Eiche gehalten wurden (Arnoldi,
III, 2. Ahth , S. 77.). Dieses kann aber nur den Sinn ha-
ben, dafs der Freigraf des Stuhls an der breiten Eiche, in
der Sache gegen v. Bicken, zu Siegen Tage gehalten habe.
Dafs dergleichen damal.s bisweilen geschah, geht aus den
bei Usener abgedruckten beiden Schreiben des Freigrafen
Jacob mit den Hunden an der breiten Eiche von 1485 her-
vor, worin er in Sachen Heile Schmidt von Bonames gegen
Conlzchin Schmidt von Wcrheim zuerst einen Termin zur
gütlichen Austragung der Sache nach Homburg vor der
Höhe, zur Beijuemliclikeit der rarlheieii , welche weil von
Westfalen wohnten, anordnet und, als der Verklagte dort
nicht vor ihm erschien, weil der Stadirath \on Frankfurt
schrieb, dafs -eine l'iilcrijcbciicii durch kaiserliche Privi-
legien von der Jurisdiction der Freigcnchle e.ximiert seien,
ferner bekundet, der Kluger sei hierauf wieder vor ihm
am Frcistuhl (also nicht zu Homburg) erschienen und habe
Staats-
ansUillcn.
&taatS8Cbut2.
Gerichte.
151
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
152
um ein Vollirfricht nach freien Stuhls Rechte gesren den
Verklairten gebeten. Er, Freipraf. habe dieses zwar noch
einmal aufgehnllen, gebe aber dem Verklagten auf. die
Sache so gewifs bis Dienstag nach Visilationis Muna r.uni
gütlichen Austrage zu bringen, als er widrigenfail> an diesem
Tage nach Vorschrift der kaiserlichen Kefornialion gegen
ihn verfahren werde, d. h. am Freistuhl, (l'scner, die Frei-
nnd heiml. Gerichte Westfalens, S. 50 u. die Urk. 44 u. 45.)
So wenig man aber daraus, dafs der Freigraf von der brei-
ten Eiche einen Vergleichstcrmin nach Homburg vor der
Höhe ausschrieb, folgern kann, dafs sein Freislubl zu Hom-
burg gelegen habe, so wenig kann auch daraus, dafs er in
Sachen gegen Philipp v. Biikcn Tage nach Siegen ansetzte,
gefolgert werden, die breite Eiche habe bei Siegen gestan-
den. L'sener setzt zwar in seinen Ueberschriflen der Ur-
kunden voraus, der Stuhl zur breiten Eiche habe bei Sie-
gen gelegen, weil sich der Freigraf unterschreibt: „Jacob
mit den Hondcn, gewirdigler Frygreve des Edeln vnd wail-
geborn Hern .lohan, GralT tzo Nassauw vnd Dietze vnd
der Stuelhern-; aber daraus folgt nicht, dafs der Freistuhl
an der breiten Eiche, den er bekleidete, bei Siegen lag.
sondern nur , dafs der Graf v. .Nassau sein Landesherr war,
oder höchstens, dafs derselbe an der damals vielgetheilten
Stuhlherrscbaft über die Stuhle der Freigrafschaft Hundem,
wozu auch der an der breiten Eiche gehörte, mitberechtigt
war. Wir haben wenigstens aus dem, was über den ephe-
meren Freistuhl zu Ginsberg gesagt worden, gesehen, wie
bemüht die Grafen v. Nassau waren, selbst einen Freislubl
zu besitzen. Graf Adolf zu Nassau -Wiesbaden lieh sogar
1415 den Freistuhl zu Eversherg, um sich desselben gegen
Adolf V. Nassau-Dietz zu bedienen (Kopp, §. 148).
Hiemit stimmen dann auch die ferneren L'rkundenauszüge,
die Hr. Achenbach aus d. J. 1464 u. Hg. liefert, wonach
die Familie mit den Hunden eine altsicgenscbe ist. Der
Freigraf Jacob mit den Hunden wohnte wahrscheinlich zu
Siegen, v>'eshalb Ulrich Engern v. AschafTenburg sich in
seiner Klagsarhe gegen Sylicl Schollen und Consorten dort
an ihn wendete, und der Hath zu Siegen hatte es gerne,
wenn einzelne seiner Bürger FreischülTen wurden: r,l)\e da
wissen, wie es in dem Lande stehe und fuhrt (man) so bes-
ser.'' Es könne, wie der Unth .sagt, jeder ohne »eine Er-
laubnif» FreischufTe werden, aber ein solcher solle andere
Burger, die keine SchölTcn waren (Nichtwissende), nicht an
das Freigericbt laden.
Dafs übrigens der Freistulil an der breiten Eiche wirk-
lich nicht bei Siegen, soiidcni in der westfälischen Frei-
grafscliaft Hundem, hart an der franki^cb-nassauischen Grenze,
stand, ist durch die positivsten urkundlichen Beweise ge-
wif>. Wir wollen nur folgende anfuhren. Auf dem Ge-
neralcapitei, welches 1490 am Freistuhle zu Arnsberg „in
dem Boemhove, gelegen under der Borch, vor der Oleipor-
ten" gehalten wurde, erschienen Johann Voij.'! v. KIspe und
Consorten wegen Welscheneuuesl, Hundeinen, Heinsberg,
Broichhausen, Bamenol, Elspe, Waidenburg und an der
Breiteneicke an der Nassawischen Grenzen (v.
Steinen, westf. Gesch. IV, 1 100). 1520 bekunden mehrere
Zeugen, dafs zur Freigrafschaft Hundem fünf Freistühle ge-
hören, nämlich 1 ) in dem Hofacker id est in agro ad arcem
nobllcm Hiindeinensem spectante, 2) Hcinsperg infra domum
Johanni.s Mencken. 3) Hrachthauscn in agro Kebbcnsi, seu
Kebbenhorst, 4) in finibus dioecesis Coloniensis
oec non comitatus Nassovici, an den braiden
Eichen, 5) in Welschen Enncst (Voigt v. Elspe, duca-
tuum Angaria* et Westphali» delineatio etc. Cap. 27. Aus-
zugsweise bei v. Steinen, II, 1532).
Nach diesen übereinstimmenden Zeugnissen von Zeit-
genossen, kann billig nicht bezweifelt werden, dafs der
Freislubl an der breiten Lüche zur FreigrafschafI Hundem
gehörte und dafs er in derselben nahe an der nassauischen
Grenze stand. Die Orte Wcischenennest, Brachlhausen und
Heinsberg liegen noch heule in einem Halbkreise um Hun-
dem, ebenfalls nahe an der Nassau-Siegen'schen Grenze;
ob sich der Name der breiten Eiche im Walde an der
Grenze ebenfalls erhalten hat, ist uns zwar nicht bekannt,
jedoch scheint unbedenklich, dafs die Dingstatt an derselben
nicht der Mittelpunkt einer eigenen nassauischen, der Main-
zer Diöcese angehörigen Freigrafschaft, sondern nur ein
einzelner Stuhl in der westfälischen FreigrafschafI Hun-
dem war,') aus der vielleicht auch die Familie mit den
Hunden, dem Namen nach zu schliefsen, stammte, ehe sie
eine allsiegen'sche wurde.
*) Damit ist auch einverstanden Bcnk (Jesch. der wistf.
Fi'Migcrichtc S. 224, wo überhaupt nach den damals
bekannten (Quellen die Geographie iler Kreisluhle am
volUtandigsten abgehandelt ist.
(.Mit einer Beilage.)
Verinlwortlichr Kedartion: Dr. Kreih. >. u. i. Aufacss. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. FronimanD.
Druck von Fr. Oftmpo * Sobn io Nürnberg.
BEILAGE Zl>I WZEKilER FÜR RIXDE DER DEITSCREX VORZEIT
1858. J\o 5. Mai.
( lirdiiik des ffernianlsolien Miiscunis.
Mit dem Frühling, der nun seine Blüthenknospen entriiltct,
ist auch der ffff**» '" gewisser Berrehiins merkwürdige
Karthausergarten rings um die germanischen Museunisgc-
bäude in frischem Grün erwacht und dem rublicum eriiH'net.
Wenn die kleinern, zwischen altem Gemiiuer zerfallener Mönchs-
zellen versteckten historisch -botanischen Gärten, in denen die
Gartengew iichsc bestimmter Zeitaller und Persönlichkeiten, als
z. B. Karls des Gr., des Walalrid Strabus, der hl. Hildegard, Al-
berts des Grol'sen , sowie die in der .Magie und SynjpathetiU
des Mittelalters benutzten t'flanzen in ihrer (iesainmtheit ver-
treten sind, fast in eine wehmüthige Stimmung versetzen konn-
ten , so erfreut sich doch Herz und Auge an den jungen Ra-
senriächen der grofsen Gartenraume aufser- und innerhalb der
Kreuzgange, wo am Ende, halb versteckt hinter einem alten
Ziehbrunnen und Gartenliause, ein Muhendes Blumengnrtchen
im reinsten Sljl dis 15. Jahrhunderts hervorblickt und dem
Besucher ein stilles Kuheplalzchen bietet, von wo aus er die
schöne Keihe gothischer Fenster des erhaltenen Theiles des
grofsen Kreuzganges in malerischer Ausstattung \on Laubwerk
überschaut.
Eine buchst erfreuliche .\nerkennung hat das .Museum in
der badischen S tände versa m ml ung erfahren, und wir glau-
ben, den Freundin des .Museums schuldig zu sein, hier im
Auszuge niitzutheilcn, was die Augsb. allgem. Zeit, in iNr. 126
darüber berichtet hat. Der Abgeordnete All mang erstattete
im iVamen der ("onimission Bericht über eine Eingabe der
Vorstande des german. Museums und hob darin die hohe Be-
deutung dieser Anstalt für deutsche Wissenschaft und Kunst,
insbesondre lür Erweckung und Forderung eines nationalen
ßewufslseins heraus. Die Commission , um auch den Schein
zu vermeiden, als ob ein so schönes, deutsches Unternehmen
der Kammer gleichgültig wäre, schlug vor, nicht, wie
V 67 der Verfassnngsurkundc bei Petitionen nicht hadischer
Staatsbürger verlange, zur Tagesordnung überzugehen, son-
dern zu Protokoll zu erklaren, dafs die Kammer gegen
eine solche Unterstützung nichts einzuwenden habe.
Der .\bgcordnele Artaria unterstützte diesen Antrag aufs
wärmste und erklärte die Unterstützung des germ. Museums fiir
eine Ehrensache aller Deutschen. Der Antrag wurde
einstimmig angenommen. —
Nachdem die deutsche Presse sich seither mit daiikeris-
werlhcm Eifer der Angelegenheiten des Museums angenomnien
hat, und gewifs ein guter Theil seines Fortganges ihrer Mit-
wirkung zugeschrieben «erden darf, so nehmen wir nicht
Anstand, den Kedaktioncn unsern Dank auszusprechen, und, um
zugleich von dieser Theilnahme ein umfassendes Bild zu geben,
theilen wir eine übersichtliche Zusammenstellung der uns be-
kannten Zeitschriften mit, die das .Mu.seuin und dessen An-
gelegenheiten zum Gegenstand ihrer Bcsprecliungen gemacht
haben.
Im Königreich ßajern: Die Allgemeine Zeitung in
Augsburg. Gröfsere Aulsatze: 1852, IVr. 341, 6. Decb. Haupt-
blalt. 1853: Ar. 192, II. Juli; Nr. 19«, 17. Juli und >r. 200,
19. Juli, Beilagen. 1854: Nr. 360, 26. Decb. Hauptbl. 1855:
l>r. 263, 20. Sept., Hauptbl.; Nr. 267, 24. Sept. Hauplbl.;
Nr. 300, 27. Oct. Hauptbl.; Nr. 346, 12. Dec. Beil. 1856:
Nr. 58, 28. März, Beil. 1857: Nr. 29, 28. Jan. Beil.: Nr. 256,
13. Sept. Hauptbl.; Nr. 259, 16. Sept. Beil. — Der Kor-
respondent von und für Deutschland in Nürnberg.
1852: Nr. 258, 14. Decbr. 1853: Nr. 195, 14. Juli; Nr. 327,
23. Nov. — 1854: Nr. 116, 26. April; Nr. 345, 11. Decbr.;
Nr. 361, 27. Decbr. 1855: Nr. 133, 13. Mai; Nr. 323, 19. Nov.
1857: Nr. 98, 23. Febr.; Nr. 244, 10. Juni, Nr. 372, 22. Juli,
Nr. 591, 17. Nov. 1858: Nr. 117, 5. März u. a. — Die Neue
.>Iünchner Zeitung. 1855: Nr. 47, 21. Febr.; Nr. 246,
15. Oct.; Nr. itSy, 10. Nov.; Ar. 29N 14. Decbr. Da.. Abend-
blatt derselben Zeitung bringt seil dem Anfang des Jahres
1857 in höchst dankenswerther Weise regelmafsige monatliche
Berichte über die Fortschritte und Thatigkeit des National-
museums auf Grund seiner im Anzeiger erscheinenden „Chronik".
.\ufserdcm noch kurze Nachrichten vom germanischen .Museum,
deren auch nebst einigen gröfscren Artikeln in diesem und den
Vorjahren brachten: Der F'riedens- und Kriegskurier
und der F'ran kische K urie r in Nürnberg, die Neue Würz-
burger Zeitung, die .Augsburger Postzeitung, der
Allgemeine Anzeiger für Kronach, das Ba y e rische
Volksblatt in München, die Bayreuth er Zeitung, das
Fürther Tagblalt, die Pfalz er Zeitung in l.udwigs-
lialen. —
Im Kaiserllium Oesterreicb: 0 esterrc ichischc Bial-
ter f. Literatur u. Kunst 1857, Nr. 21, 23. Mai. Katholische
Literatur-Zeitung, 1858, 15. März, Nr. II. Politische Zei-
tungen: Oesterreichiscbe Zeitung in Wien, 1855, Nr.444,
31. Oct. Triester Zeitung, 1856: Nr. 3, 4. Jan.; Nr. 130,
9. Juni; Nr. 132, II. Juni; Nr. 178, 7. Aug. Innsbrucker
Tagblalt, 1856, Nr. 6, 10. Jan. u.a.; Linzer .\heiidbote,
1856, Nr. 131, 9. Juni; Neue Salzbiirger Zeitung, mit
Nebenblatt, 1856, Nr. 132, 1 1. Juni. Presburger Zeitung.
(Jrnzer Zeitung, 1856, Nr. 203 u. 204, 4. Sept.. Feuill.
Der Siebenliür gcr Bote in ilermannstndt , 1857, Nr. 82,
27. April. —
Im Königreich l'reufscn: Die Dioskuren in Berlin,
Jahrg. 1M57, Nr. 9; das deutsche Kunstblatt in Berlin,
Jahrg. VIII, Nr. 7 ii a. Die Zeilsclirift für deutsche«
Städte Wesen. — Pulitische Zeitungen : die Neue Preufsi-
sche Zeitung in Berbo, 1856: Nr. 276, Beil.; Nr. 284, Beil. ;
Nr. 299, Beil. 1857: Nr. 15, Beil.; Nr. 39, Beil ; Ar. 61;
Nr. 70; Nr. 117; Nr. 291, 12. Decb. Berlinische Nach-
richten von Staats- und gelehrten Sachen: |f.'i6, Nr. 122,
2^. Mai; Nr. 2H6 . 5. Decb. 1857: Nr. 7, 9. Jan.: Nr. 43,
15c
Anzeiger ftir Kunde der deutschen Vorzeil.
156
20. Febr.; >r. 72, 26. .März: i\r. 204, 2. Sept. 1858: Nr. 43,
20. Febr. Die Zeit in Berlin: 1856, Nr. 289, 9. Dec. ; 1857,
ÜT. 49, 27. Febr. Die kön. privilegierte berlinische
Zeitung: 1833, Nr. 177, Beil. II, 2. Aug. 1856, Nr. 281, Beil.,
29. Nov. 1857, Nr. 44, Bell. I, 21. Febr.; Nr. 65, Beil.,
18. .März; Nr. 71, 25. .März; Nr. 79, 3. Apr. ; Nr. 122, 28. Mai
u.a. Die Na tion alzeitung in Berlin; 1857, Nr. 135, 21. März.
Düsstidorfer Zeituns:: 1855, Nr. 270, 10. Nov.; 1856,
Nr. 141 u. Nr. 142, 12. Juni u. a. Dussel dorf er Journa I
mit dem Kreisblatt: 1856, Nr. 83 u. 84, 6. Apr.; Nr. 128,
31. Mai; Nr. 145, 20. Juni u. a. Aurserdem: Nordhiiuser
Kreis- u. Nachrichtsblatt: 1858, Nr. 4; Magdeburger
Korrespondent, Neue Magdeburger Zeitung, Bon-
ner Zeitung, Koblenzer Zeitung, Ober-Lausitzer
Stadt- und Land böte, üanziger Dainpfboot.
Im hönigrcith Sacriscn: Gersdorfs Kepertoriuui
der deutschen und ausiamlischen Literatur in Leipzig: 1856,
Juni. Die Urenzboten in Leipzig, 1853, Nr. 28, 1. Juli
u. a 0. Deutsches .Museum in Leipzig: 1853, Nr. 26,
23. Juni ». a. 0. II I ustrirte Zeitung in Leipzig: 1856, Nr. 521 ;
Nr. 717, 28. .Mrirz 1857; Nr. 766. 185S. Kunstjournal in
Leipzig fjetzt eingegangen): 1f<53, Nr. 1. Politische Zeitungen :
Die sachsische konstitutionelle Zeitung in Dresden:
18.52, Nr. 194, 22. Aug.; 1857, Nr. 22, 23. Jan., Keuill.
Deutsche allgemeine Zeitung in Leipzig: 1855, Nr.260,
6. Nov.; 1857, Nr. 212, 11. Sept. Leipziger Tagblalt
und .\ n z e i g e r.
Im hunigreiih Württemberg: Der schwabische Mer-
kur mit dir schwabischen t'hronik: 1855: Nr. 232,
30. Sept.; 1857: Nr. 44, 21. Febr. u. a. 0. Die Ulmer
S t a d t p o s t
Im Königreich Hannover: Die (iuttinger gelehrten
Anzeigen haben wiederholt eingehende Besprechungen der
Schriflen des gerni. Museums gebracht; desgl. das Korre-
spu nde nzbia tt des Gesamnitvereins ; die Zeitung fu i-
Norddeutschland: 1856, Nr. 2235, 6.Juni: 1857, Nr.2661,
17. Sept.; Nr. 2672, 30. Sept. Das Slader Hoch e n hl a tl :
1857, Nr. 387 und 388, 15. Sepl. —
In den übrigen deutschen Bundesstaaten: Die
Weimarer Jahrbücher, Bd. V; die Muse in Darmstadt:
1857, Nr. 44 u. 55, Juli. Die Hamburger Nachrichten,
Jahrg. 1855, Nr. 260, 1. Nov. Hamburg, unparteiischer
Korrespondent: 1856, Nr. 198, 20. Aug. — Frankfurter
K o n V e rsatio nsh I a tt , Beilage zur Postzeilung: 1852,
Nr. 265, 5. Nov.: Nr. 266 u. 267. Frankfurter Journal.
Deutschland, in Frankfurt, und Beilage. Karlsruher Zei-
tung. Badische Landeszeitung: 1857, Nr. 239, 6. Nov.;
1858, Nr. 30, 5. Febr. Mainzer Zeitung. Mainzer
»urhenblatt: 1856, Nr. 66, 5. Juni. .\uze i gu bl a 1 1 für
Rheinhessen: 1856, Nr. 47, 11. Juni. Konslanzi-r Zei-
tunc: 1857. Nr. 131, 10. Juni. —
Leider hol der Gelchrlennusschurs wieder zwei Mit-
glieder durch den Tod \erloren, den l'rof. und lüliliulhekar
Dr. S. W. Dehn in Berlin und den k. k. geh. Bath 1! i- il r u s
Freiherrn von Scharlirrg in llerninnn>laflt , von denen di:r
er.itc das Fach der (Jeschichlc der deulsrhcn Tonkunst, der
letztere das der sielienbUrgischen Landeskunde im .Xusschufs
verlreten hat. —
Neue .\genlureii wurden errichtet in Mein Ingen und
Zus ma rs ha useu.
Von Verlagsbuchhandlungen sind neu beigetreten:
292. Herd er sehe Verlagsbuchhhandlung zu Freiburg im
Breisgau,
293. Verlagsbuchhandlung von Krjedrich M;iuke In Jena,
294. F. A. Credner, k. k. Hofliurhlianilliini.' und Kunsthand-
lung in Prag,
293. Die k. k. Horhuchhandluni; von Willi. Brau muH er
in Wien,
296. Verlagsbuchhandlung von Palm u. Enke in Erlangen.
297. ('. A. Schwelschke u. Sohn (.M. Brnhu), Verlagshand-
lung in Braunscliwelg,
298. Wagner' sehe Buchhandlung in Innsbruck,
299. R. Lechner's rniversitatslmchhandlung in Wien.
.300. Fr. Kaiser, Buchh. in .München,
sowie auch die Kunsthandlung von Pnterno in Wien,
welche dem Museum eine beträchtliche Anzahl vortrefflicher
Lithographieen alterer und neuerer historischer Bilder iiber-
sendet hat.
Für die im Nachstehenden verzeichneten Geschenke sagen
wir unstrii hebten Dank:
I. Für das Archiv.
Schnizlein, Professor, in Erlangen:
911. Bruchstück einer Rechnung über gemachten Kriegsauf-
wand. Ohne Ortsangabe. 15. Jahrh. Pap.
Nicolaus V. Urbanstadt , hnnu-ral- lii iirks-Koiuniissar,
in Egcr:
912. Freibrief des Sebastian Pflugk, Herrn »om Rabensleln
und auf Bclz.schnw , für seinen L'nlerthanen Georg l'rinea
von Sclilackenwalde. 1505. Pcrg.
913. Freibrief des Heinrich Rudolph von Wetze, Administra-
tors zu Waldsassen, für Thomas Stülp gen. .Majer zu
Hailzingreut. 1557. Pap.
911. Gcburlsbricf des Ralhcs der Sladt Kemnath in der Olier-
pfalz für Sebastian Seball daselbst. 1577. Pap.
915. Geburls- unil Freibrief des Ralhes der Sladt Sclilacken-
walde für Hans Seltler daselbst. 1570. Pap.
916. Zeugnifs des Rathes der Stadt Klagcnfurl für den aus-
wandernden Hans Wildiiir aus Wolfsberg In Karnlhen.
1601. Perg.
917. Zeugnifs des Philipp Ituinrddl, .Viuliiianiis dis Slifls M alil-
sassen, für den au.swanderiHlcn Erhard Srlmlmer Min
Muegcl. 160«. Pap.
918. Zeugnifs und Kreibrief des linrggralcii und Herrn Acha-
lius zu Duhna, Haupt- und Oberanilniauns ibs Stifts \>ald-
sassen, für Veit Walder von Schachten. 1614. Pap
919. Zeugnifs und F'reibrief des Georg Adam von hot/.au auf
llafslau für seinen Unterthanen Andreas Silbermann. 1619.
Pap.
920. Zeugnifs des Ralhis des .Marktes Selb für ihren bisheri-
gen Markts- u. Gerichtsknechl Lorenz Schmidt. 162(1. Pap.
921. Freibrief der Acbtissin Katharina Rudrischiii und de.i
Konventes des Clara -Klosters in Eger für ihren l'nter-
thanen Hans Stocken. 1621. Pap.
457
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
158
922. Fri-ibriel des .\J;iiii .lunker von unil aut Olicrcuiiriutli
etc. für :>oint'n Unlcrllianeii Lonnz Sladlcr zu Ubcrpill-
iiiersreulh. 1622. Pap, j ..Mm
923. Freibrief des Andreas Ludwii; von Eger für seinen Un-
terlhaiien Kaspar Stadler daselbst. 1631. I'ap.
924. Geburtsliriet des .Miasverus vun I-cihndorH, üljerrej;iiiitnts-
ralhs in Preufsen, fiir fierirg Thristiipli Weideiuann.
1686. Perg.
925. Traucrbriel des Kreiherrn Friedrieb .\iigust v. Kuliiiii an
Ignalius Velterlein , Bürgermeister in Eger, wegen des
Todes seiner Gattin. 1761. Pap.
926. Kundschaft der sainmtlieheii .Meisler des Handwerks der
Schlofs-, Eisen- und Blecbschniiede in Prag liir den (ie-
sellen Georg Hoppel von Oberlohnier in Böhmen. 1S'i4.
Pap. ' ,J , ...r -tM ■,-
M. Straufs, Optiker, in Schwabaoh :
92". \c]|lin,ichl des .\dani Sweinpeekb lurn Haus liir Hans
.Mautner in BelrelT des Verkaufs der Hnfmark Ahani.
I51S. Pap.
92*^. Kaufbrief der Sihwestern .Magdalena Erlinger von Ried
und Margaretha Kolb daselbst über eine Wiese fUr Wolf-
gang Offner. 1541. Pap.
929. Revers des Hans Paur zu Dietriching für Hilpoll von
Schwarzenstein wegen des frcistiflsweise ihm eingeräum-
ten Gutes Lu Dietriching. 156Ö. Pap.
930. Oiiillung des Abtes Benedict im Kloster .Metten für Johann
Wolf, Grafen zu Taulkirchen , über 70 Gulden Zinsen.
1692. Pap.
Ein Ungenannter m Aurnberg:
931. Indiilgenzlirief lür Lazarus Ratniann , Ifermann Pfann.
Hans Groland und Andere. Ohne Jahr. Perg.
Freiherr Friedrich V. Grundherr zu Aürnberg:
932. Pachlbrief des Hans Glockeniiicfser von Aürnberg für
l'lrich Rumpier von da über einen Acker, eine Wiese
{ind einen Stadel daselbst. 1549. Pap.
Freiherr v. AVelser, Bezirksgerichtsdirektor, zu Nürnberg:
933. Schreiben des Herzogs von Alba an den Bürgermeister
u. den Rath zu Augsburg, Nürnberg u. Ulm. 1569. Pap.
G. V. Ney, kgl. .Major, zu Flaschenhof bei Nürnberg:
934. Kaufbrief der (Jebruder Kicias, Philipp und Heinrich der
Hohenberger für Heinrich an dem Anger zu .München iiber
die halbe Aeppleins-Schwaig. 13.53. Perg.
935. Gerichtsbrief des Christoph (liefser, Unterrichters zu .\in-
berg, für Erhard Püliler in Bclrefl' der .Mühle zu Gcbcri-
pach. 1472. Perg.
936. Kaufbrief des Hans Pfreumbder von Brück fiir Pliili|ip
Botilinger zu Culmen über seinen Sitz daselbst. 1.M4-
Perg.
937. Kaufbrief des Abtes Johann zu KastI Über den Verkauf
eines Ackers an Caspar H<)nhanicr zu Amberg durch
Georg Faustner zu Wingenloh. 1.523. Pgm.
938. Confirmation eines W nppenbriefes des Kaisers Maximilian
durch Kaiser Karl \. für Krasnius Mendel \on Sti'infels
1528. Perg.
939. Wappenbrief des Kaisers Karl V. für Georg Mullz. 1541.
Neuere P«p.-.\bsrhr.
94(1. Kaulbriel des l'falzgrafen Friedrich bei Rhein für Anna
von Oedenbcrg und ihre zwei Sohne über 175 Gulden
jahrlicher Zinsen. 1547. Perg.
941. Wolf Veit Pfreumders Zinsregister über seine Unterthanen
zu Bru( K. Zwcilfrlau. Kulrnain und Aygen. 1582. Pap.
942. Lehcnbriel iles l'falzgrafen J(]haiin Casimir bei Rhein für
Balthasar Mendl über Grundstücke zu Sünching und Üirn.
1584. Perg.
943. Ehevertrag zwischen Ludwig Barlholomaeus von Thein
und .Margaretha Unrueherin. 1596 Perg.
944. Vergleich des Hans Christoph Kratzer und des Zaiharias
von Erkenbreclitshauscn w egen iler Hinterlassenschaft des
Urban Hcjuliamers auf .Modlerslmf und .\lzelsricth. 1607.
Perg.
945. Revers des Hans Christoph Kratzer und des Zacharias
^<jn Erkcnbrcchlshausen in einer Erbschaflssache. 1607.
Perg.
946. Tauscbbrief des Johann Bergkman und der Ehefrau des
Endres KeulTer zu Amberg wegen eines Hauses. 1612. I'erg.
947. Lehenbrief des Pfalzgrafen Friedrich bei Rhein für Hans
Joachim .Mendel über die Höfe zum Bischolberg. 1615.
Perg.
948. Lehenbrief des Stifts und Klosters li'astl für Johannela,
verw. (iralin von Ortenburg über Atzenreulli. 1617. Perg.
949. Lehenbrief des Pfalzgrafen Maximilian bei Rhein für Georg
,\dam Reng über den halben Zehnten zu .Ahornberg.
1623. Pap.
950. Saalbuch der llofmark ilofgiebing im Rentamt Landshut.
1625. Pap.
951. Verzichtliricf des Johann Friedrich Horwart von Hohen-
burg zu Schwindegg für den Pfalz^rafen Albrecht bei
Rhein über die Hofmark Schwindegg. 1627. Perg.
952. Ehevertrag des Hans Joachim Mendel von Steinfels auf
Lintach mit Susanna Elisabetha geb. .Mendlin von Ge-
mündt. 1627. I'erg.
953. Wappenbrief Ferdinand II . romischen Kaisers, für Chri-
stian Goliel. Ui28. Perg.
954. Wappenbriel Ferdinand II., romischen Kaisers, für Chri-
stian Gobel. 1628. Neuere >idiniierle Papierabsehr.
955. Leheiibrief des Landgrafen .Maximilian .\dam zuLeuchlen-
berg für (icorg Adam Iteiig zu Keunialb über den halben
Zehnten von Aliornberg. 163U. Perg.
9.56. Incolatsbrief des riimisehen Kaisers Ferdinands 111. für
den Übrislwachlmcislcr Ernst von Fcldhoven. 1636. Neuere
vid. Papierabsehr.
957. I.chcnbricf des Freibcrrn Johann Fraiiciscus zu Allen- und
Neuenfraunhoven lur Christian (lobel von und zu llol-
gielung über din Rnpoltcnhof zu Dielermaning. 1642.
Perg.
958. Lehenbricf des Bischofs Albrecht zu Regensburg für Lud-
wig F'ederl , Pfleger zu Eylting, über den halben Zehn-
ten zu Trusching. 1647. I'irg.
959. Lehenbricf des Bischofs Willielm zu Hegensbnrg für Lud-
wig Federl, PflegiT zu Eytting, über den halben Zehnten
zu Trusching. 1650. Perg.
960. Fünl Pergamenturkiinden aus den Jiihrt n 166.5 — IC.96.
961. Vier l'apleriirkunden aus den Jahren 1666 — 1694.
159
Anzeiger für Kunde der deulschcn Vorzeit.
160
962. Ein Faszikel niil i« Urkunden, grofstentheils Wappen-
briefen , sänimllich aus dem 18. Jahrhundert, darunter
i Prrganienturkunden.
963. Drei Pjpierurkunden aus dein 19. Jahrhundert.
II. Für die Bibliothek.
Ernst «fc Kom, \erlagsbuchhandl.. In Berlin:
.5019. F. ,\. Ritter, die Klnslerkirrhe iiuf dem Peter.sherge hei
Halle. 1857. gr. 2.
5020. A. Stiller und L. Lohdo . die .\li|ei - Kirche lu Werden.
iH.iT. ZT. 2.
J. L. Schmid's Verlag in Kurnhers:
5021. (j. W. h. Lorhner, die Einwohnerzahl der ehemaligen
Reichsstadt >urnherg. 1857. 8.
5022. üers., die Urkunden der Monuni. Zollerana Frankisclur
Linie nach den wichtigsten Beziehungen zusainmenge-
stellt. 1858. 8.
.5023. J. Sax, (iesch. des Hochslifles und der Stadt Eichsladt.
1858. 8,
Soci6te d'histoire de laSuisse romande in Lausanne:
501^4. Llics., meiiiuucs et doLll^R•nt^. 1. .\111. u. .\IV. 1853
u. 1857. 8.
C. J. H. E. Edl. V.Braun, herzogl. Sachs.-Altenb. wirkl.
(ielieimrriilli, cn Alleiiliurg :
5025. Der.-., Skizzen aus dem diploinat. Leben u. Wirken des
Sachs.-Altenb. (jesandtcn am Weslphal. Friedens -Con-
gresse, Wolfg. Conrad v. Thumshirn. 1858. 8.
5026. (Dcrs.J, Aphorismen aus den Geschaftsnia.xinien und Er-
fahrungen eines iMiiiisIcrs. 0. J. 8.
5027. Dirs . iilirr «las .Nordlicht. 1857. 8.'
E. Wengler, Buihhandl , in Leipzig:
5028. L. Elkan, Album- Bialler im iiiillclallerl Style. 5. Uli
(1«5«.| •>.
Job Thomann'sche BuohhdI. m Lamlshm:
5029. A. iNiedermajer, Künstler und Kunstwerke der Stadt
Reginshurg. 1857. 8.
L. F. A. Zeulmann m Bedwitz:
5030. iL. C. V. WnliluTMj lli-loria ^l>rilllller^e^sis iliplomalica.
1738. 2.
.5031. Der Bote aus den 6 Aemlern. Nr. 18 d. J. 1853— 58. 4.
LÜBt, Advocal, in Straubing:
5032. (i. Kolb, hislor. ^achrirlllc■ll iiber Straubings ehemal.
VerkehrsverhUltnifse. 1858. 8.
J. A. J. F. Weber, Schullehrer, in Tuchenbach:
.5033. .M. T. liccroni» ofnciorvin Lib. III. etc. 0. J. 8.
Herrn. Härtung. Vcrlagslnichhill.. in Leipzig:
5113 I K. I'rii r. Z tzc z. Literatur der FaiKtsace
18,^
8.
Dr. Ad. Kuhn, Professor, in Rirlin :
5035. Der» , d. iiivlhen von der herahlinliiiii.' des leiiers bei
Indnüeriiianen. 18,58. 4.
W. Besser's Nerlngsbuchhdl. (Kranz Diincker) in Berlin:
5030. Die (ieschichlschrriber der deutschen Vorzeit in deut-
scher Bearbeitung. 32 — 34. Lief. 1857. 8.
C. Siegert, k Bczirksgir- Anwalt, in Traunstein:
5037 iDer.'i.), Seen in Oberbayern. 1856. 8.
G. Franz, ßuchhdi., in München:
5038. E. A. Quitzmann, Abstammung, Ursitz und iiltesle Ge-
schichte iler Baiwaren ls,57. 8.
H. L. Brönner, VerlagsbuchhdI., in Frankfurt:
5039. h. Öimrock, die deutschen Volksbücher. 7.-9. Bd.
1850—56. 8.
Verein zur Ausbildung der Gewerke in München:
.■|(UI>. D.Ts., Z.-it.-dirin. VIII. 1. IH.-jS. 2
Histor. Verein v. Oberpfalz und Regensburg m
Regciisburg :
5041. Ders., Verhandlungen. 18. Bd. 18.58. 8.
Hist Verein in Mittelfranken in Ansbarh:
:>(){■>. Dcrs., 25. Jahresbericht. 1^57. 4.
S. G. Lieaching, VerlagsbuchhdI.. in Suuigart:
5043. Ullilas. Die heiligen Scliriften allen und neuen Testa-
inenls, v. H. F. .Mafsmann. 1857. 8.
5044. K. V. Raumer, (iesch. der Pädagogik. 3. Aufl. 1H,^7. 8.
5045. Martin Lulber, geisll. Lieder. Ilerausgei;. v. Ph. Wacker-
nagel. 1848. 4.
5016. Ollrieil von Weifsenburg, Evangelieiilmrh. Ucbcriragen
V. G. Rapp. 18.58. 8.
.5047. Heliand. Ueberlragen v. G. Rapp. 1856. 8.
5018. Die Heilslehre der Theologia deutsch. Von F. G. Lisco.
1H57. 8.
.5049. Job. Heerniann, geislliclie Lieder, licrausgeg. v. Ph.
Wackeruagel. 1856. kl. 8.
.5050. M. V. Engclbardl , Valentin Ernst Löscher nach seinem
Leben und Wirken. 1856. 8.
5051. G. Schwab, die schönsten Sagen des klassischen Aller-
thnms. 3 Thie. 1858. 8.
Bauer & Raspe, Verlagsbuchhill. iJul. .Merz), in Kürn-
bcrg :
5052. Zeitschrift für deutsche Kullurgesch. Herausgeg. v. Job.
Muller u. Job. Falke. Februar- n. Aprilheft. 1858. 8.
Alex. RolfTs, Amtsassessor a. D., in Emden :
5053. Ders., Bilder und .Skizzen aus IVordernei. 1854. 8.
L'Institut historique in Paris:
;i(l.51. I.lnvcsiigaleiir. f. VII. 111. Sf^rie. 278 u. 279. Livrais.
1858. 8.
Verein f. Gesch. der Mark Brandenburg in Berlin:
5055 Riedels Cod. diplmii, l'rancienliiir^ciisis. I. Ilaiipllb.
14 Bd., 1857; II llaiipuli. (i. Bd. 1S.5S. 4.
Mey 11. Widmayer, Kunst- u. I.andk.-lldl., in Munclicn:
5056 J. Ilril/inaiiii. I'orlrails-Calalog. 1858. 8.
Falcke u. RÖfsler, VerlagsbuchhdI., in Leipzig:
51157. E \\ elliT. ilie falschen u. fingirlen Druckorle. 18,58. 8.
Weidmann'sche BucbhdI. in Berlin :
.5058. G. Waitz, LUIui k iuiIit Jürgen Wiillen«c»ir. 3 Bde
1855— .56. M.
Carl RUmpler, BucbhdI., in liannover:
5059. Weiniarisches Jahrbuib. Heraii.sgeg. von Huirmnnii v.
Fallersleben u. Osk. Schade. 4.-6. Bd. 18.56—57. 8.
161
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
162
Commission z Herausgabe bayr. Quellenschriften
in Munchi'n :
5060. Oue"«"" ""■' Erörterungen t. bajer. u. deutschen Üesch.
Quellen II. Bd. 1. Ablli. III. Bd. 1. Ablh., V, Bd.
1857. 8.
Franz Kindscher, Olurlehnr, i» Ztrbst:
5ü«)l l'Llir Bi (Im r, Zirlislir l'lirunik zum ersicnmal herausgeg.
von F. Kindsohcr. I. Hälfte. 1858. 4.
H. Ph. Cappe, Crivaliur, in Dre-sden :
Ö0»)2. Di-r«.. die Munzi-n <ltT deutschen Kaiser u. Kunise des
.Millelaliers. 3. .\bth. 1857. 8.
Dr. H. F. Knothe in Zittau:
5063. Ders., Carl Friedrich Krelschniann (der Barde Khingulph).
185«. -1.
O. F. H. Schönhuth, Plarrer, in Edelfingen:
5064. Götz villi Berlithinsen, Leben, Fehden u. Handl., heraus-
graebin v, 0. F H. Schimbuth. 1858. kl. 8.
Jos. Niemetschek, .\rzl, in Falkenau :
5065. Verzii, bri. aller dem egerer chirurgischen Uremio ge-
hörigen Bücher und Inslrum. 1837. 8.
Nie. V. Urbanstadt , K. K. Finanzbczirkscommissär, in
Egir:
5066. V. .Mach, ein Beitrag zur Gesch. Egers. 1857. 4.
5067. Seiler -Gesellen Handwerks- Gewohnheit. Üefekt. 8.
5068. Zuruf eines Böhmen an seine Landsleute zur Zeit der
drohenden Gefahr der niorgenl. Brechruhr. 0. J. 8.
5069. Der Volksfrcund. Jlcrausgeg. v. F. A. Pabst. 2. Jahrg.
8. St 1811. 8.
5070. Mandat u. Aufgebot Kai.«;. Budolplis II. zum Tiirkenzug.
1594. gr. i|u. 2.
Städtisches Archiv durch Archivar Or. Ennen) in Köln:
5071. 6 Drdiii liiiniri. hiiln liclreflend. 1749 u. o. J. 2.
5072. Kewe Ordnung Eines Erbaren Haths mit Zuthun der
Vier und Vierizigcn ijber Annehniung der newer Bür-
geren etc. 1615. 4. 2 E-vpl.
5073. Copiae hinc inde ergangener Edictcn, Den fürgcnone-
mencn Baw, erweilerung vnd befestig, zu Miihlheim be-
langent. 1612. 4.
5074. Glaubhafllte . . Copey der Rom. Keys. Mayst. public. Vr-
theil : Die Licentcn, .Aliihlhcimischen Bav\ etc. belrelT.
1612. 4,
.5075. Abdruck . . der . . Stadt Kulu. Fundamental- Vertra-
gen oder sogen. Verbund u. Traiisfix -Briefen v. d. J.
1396 u. 1513. fl7«4.) 4.
5076. Rolle, was man den Kuhrleuthen von Holtz, Wein vnd
Stein in die Slalt aulT zu fuhren zu zahlen .«cbiildig sey.
1593. 8.
5077. Verbot Kaiser Karls V. fijr den Papst, den König von
Frankreich und die Venediger wider ihn oder des heil.
Reichs Verwandten zu Felde zu ziehen. Mandat von
1526. 2. 2 Ex.
507M. Fuhrloii , was von der .MUllengassen in die Statt Wein
uuff zu tUlircii, zu zahlen sihuldig seye. Mandat von
1593. gr. 2.
5079. Fuhrion wa.« von der Weingassen vnd Killzengrabcn, in
die Stadt Holtz, Wein vnd Stein aufT zufuhren, zu zahlen
scbiddig seye. Mandat von 1593. gr. 2. 2 En.
5080. Erlafs des Burgermeisters und Raths der Stadt Köln
wider Lästerworte, Schworen, schmaheliche wort. Brieff,
Druck, Famofs conterfeytung vn' Libell. 0. J. 2.
50S1. Erlafs des Raths (der Stadt Köln) gegen die wegen des
in den benachbarten Landen entstandenen Krieges häufig
vorkornniem'en U eilen. 1610. 2.
5082. Erlafs des Kaths der Stadt Kuln in Bezug auf den Ver-
kehr und gegen aufredende Verlaumdungen und .\n-
achläge. 1646. 2.
5083. 19 Schriften und Mandate neueren Inhalts. Versch. J.
und ¥.
Schniziein, Professor, in Erlangen :
,5084. Verzeicbnifs von Jahrtagen. Pergmtblalt. 14. Jhdt. 2.
Dr. K H. FunkhÄnel, Hofrath u. Director des Gymna-
siums zu Eisenach :
508."). Witzsch •!. das Fest der Sonnenwende. 1858. 4
C. Becker, k. preufs. Steuerinspector, in Würzburg :
5086. .\rchiv des h. Vereins f. d. Untermainkreis. 2. B. 1. u.
2. H. 1''.33-34. 8.
Martin V. Beider, Professor, in Bamberg:
5087. Bericht über das Wirken und den Stand des (Jewerbe-
\ ereines zu Bamberg. 1857. 8.
J. Ch. W. Vogel, Buchhdl., in Leipzig:
.5088. W. Wachsmuth , europäische Sittengeschichte. 5 Bde.
1831-39. 8.
H. Laupp'sche Buchhdl. in Tubingen:
5089. C. J. llefele, Gesch. der Einfuhrung des Christenthums
im südwestl. Deutschland. 1837. 8.
5090. Ders. , kritische Beleuchtung der J. H. v. Wessenberg'-
schen Schrift über die grofsen Kirchenversanimlungen
des 15. und 16. Jahrh. 1841. 8.
,5091. C. Pelargus, Gesch. der Abtei Cluny. 1858. ,8.
H. Costenoble, VerlagshdI., in Leipzig:
5092. G. V. Schmid, bist. Taschenbuch. 1851. 8.
Decker'sclie geh. Ober- Hof- Buchdruckerei in Berlin:
5093. F. Piper, Karls des Gr. Kalendarium und Oslertafel.
1858. 8.
5094. F. Bafsler, Auswahl allchristl. Lieder. 1858. 8.
5095. Alfr. v. Reuinont, Beitr. zur Italienischen Gesch. 1. bis
6. Bd. 1853-57. 8.
5096. Stammbuch der Herzogin Anna von Mecklenburg. 1836.
G. H. Wigand, VerlagshdI., in Guttingen :
5097. l". W. M. (irein, Bibliothek der angeUachs. Poesie.
I. Bd. 1857. 8.
5098. Der.s., Dichtungen der Angelsachsen, stabreimend über-
setzt. 1. Bd. 185T. 8.
Fr. Vieweg & Sohn, VerlagshdI., m Braunschweig:
5099. A. Rosengarten, die architektonischen Stylarlen. 1857.
gr. fl.
Jos. Max U. Comp.. Hm IiIhII , in Breslau:
5100. <;. A. Sluiizcl, Urkunden zur Gesch. de.-. Bi^thums Bres-
lau im Mittelalter. 1845. 4.
51l»l. E. Th. (Jaupp, von Fehmgerichlcn niil be«ond Rück-
sicht aul Schlesien. 1^57 **.
163
Anzeiger lür Kiindn der deutschen Vorzeit.
It)4
5102. J. C. H. Si'hmeidliT, die cvanp. Haupl- und Pfarrkirche
111 Sl. Elisabelh. 1857. 8.
C. J. Klemann, Vcrlagshdl., in Berlin:
5103. E. Duller, die Gesch. des deulsrlicn Volkes ''■. Aufl.
(1857.) 8.
Herrn. Böhlau, Verlx^shdl., In Weimar:
5104. .\. Schleicher, Litauische Märchen, Sprichworle, Raihscl
und Lieder. 1857. 8.
5105. G. Schöne, Kurdinallega hiino. Bi.<(hiif viiii Pr;incsle.
1857. 8.
5106. K. Kuhler, alle Bcrgmannslieder. 1858. 8,
äl(*7. IVove conslilutioncs dnmjni .\ll)erli, d. i. der Landiriede
V. J. 1235. .Mil d Glosse des ISikol. Wurm licrausgeg.
V. Hugo Böhlau. 1858. 4.
5108. \V. Genasi, Florian Geyer. Trauersp. 1857. 8.
TrO'witZSCh <fe Sohn, Mofhuchdruckcrei. in Frankfurt
a. d. ().:
5109. .Monatsschrift Pur deutsches Städte- und Genieindewescn,
heraiisgps;. v. A. Piper. IV, 4. 1858. 8.
Franz Köhler's BuchhdI. (Karl Aue) in Stuttgart:
5110. F. F. Faher, die württenih. Familien-Stiftungen. 14. —
20. Heft. 1857. 8.
Gust. Hempel, VerlagsbuchhdI., in Berlin:
Olli. Das Sächsische Weichbildrecht. Herausgeg. v. A. v.
Daniels u. Fr. v. Gruben. 1. u 2. Lief. 1857 u. 58. 4.
1. G Müller, Antiquar-, Kun.'^l- u. LandkarihdI., in (iotha:
5112. ('. P..l;i.k, die Schanenhiirg. 18.58. H.
C. B. Lorck, BiichhdI., in Leipzig:
5113. r. F. Allen, Gesch. der dänischen Sprache und Nalio-
nalilHl. I. Thl. 1857. 8.
Otto Meifsner, Budibdl., in Hamburg:
5114. M. Wanner, Gesch. des Klettgaues. 1857. 8.
Landes- Industrie -Comptoir in Weimar:
5ll,"i. .\. Scholl, Weimar^ .Mirk\Mirdi;;keiten einst und jetzt.
1857. 8.
Allg. deutsche Verlags- Anstalt in Berlin:
5llfi. lioriilicrg s Zril.^c linft lur praktische Baukunst, redig. v.
K. hnolilanch. Jahrg. 1H57, II. 7—12, Jahrg. 1858,
H. 1-3. 2.
5117. Schiller» Briefe. 2. Aufl. 4.-12 Lief. 0. J. 8.
5118. (;„the's Bri.fc. 1.— ß. Lief. 0. J. H.
Du-Mont-Schauberg'sche BuchhdI. in Köln;
5119. Organ Tür christl. Kun<l, herausgeg. u. redig. v. Fr.
Baudri. VIII, Nr. K u. 7. 1H58. 4.
Fr. Commer, k. pnufs. Musikdirector, in Berlin:
5120. Den., collertio operum musicorum Batavorum saec. XVI.
Tom. X\. ftS.'i?.) 2.
K. k Centralcommission z. Erforschung u. Er-
haltung der Baudenkmale m Wien:
5121. Di.s., .MmlHiInngin. Id .lakl.ur: K. Weifs. III. .M;irr.
18,58. 4.
Polytechnischer Verein in Wünburg:
.'.122. Dir,., Wchenschr.ri \III, i>r. 10-13. 1858. 8.
Histor. Filialverein in A'cuburg:
5123. I'ollcctaneen-Blatl für die Ge<ch. Bayerns. 22. u, 23. J;ihrg.
1856 u. 57. 8.
Dr. Saufse, Prorector, in Guben:
5124. Il(r.-, .lie Kccht.4)iicher der Stadt Guben. 185S. 4.
Dr. Schallern, prakt. Arrt, in fturnberg:
5125. G. A. Will, Gesch. u. Beschr. der Ntirnbergischen Uni-
versität Altdorf. 1795. 8.
5126. Beschr. d. Loch -Gefängnifs in iVürnberg und Speciliea-
tlon was dem Loch-Wirlli bey einem zum Todt-Ver-
urlheilten die drey letzten Taae zukommt elc. Pap.-
Hdschr. 18. Jahrh. 8.
Brendel, Haufmann, in Berlin :
5127. P. lierlii romnientariorvm rerviii gerinanicarMii libri
tres. Ifi32. qu. 4.
5128. J. .\. Bernhard, antiquitates Weltcraviae. 1731. 4.
5129. M. Hank, de Silcsiorum rebus ab a. Chr. 550 ad 1170.
exercitaliones. 1705. 4.
5130. Job. \>üM, pulit. Gesch. des Eichsfcldes. 1. u. 2. Bd.
1792—93. 4
5131. Hort. Pallauicini, Avstriaci Caesarcs .Maria .\nnae . .
reginae in dolale avspicivm exhibiti. 1649. 4.
5132. Hadr. Barlandi Dvcvni Brabantiae chronica. 1600. 4.
5133. .M. Luther, F;in SendbrielT an die ersamen vnd weysen
Herrn Bursermevster . . . der Stadt .Mülhausen. 1524. 4.
5134. Ders. , Ain t'hristlicher Seiidbryeflf . . an den Fürsten
Karolo hcrizog zu Sophey. 1524. 4.
5135. St. A. Wiirdtwein, siibsidia diploniatica. Tom. II, IV,
V, VI, VII, XII, XIII. 1773-80. 8,
5136. Ders., nova subsidia diplom. T. I, III, VIII, IX, X, XI.
1781—88. 8.
5137. Niculai Henelii ab Heniuiireld lircslographia rciiovata
mullis partibus auctior. Pap.-Hdschr. 17. u. 18. Jahrh.
799 Stn. 4.
5138. Von Schlesien vor und seit dem J. 1740. 1. u. 2. Tli.
1785. 8.
Histor. Verein von Unterfranken u. Aschaffen-
burg in Wurzburjj:
5139. Ders., Archiv. XIV, 2. 1857. 8.
C. A. Sonnewald's Buch- u. Knnsthdl. in Stuttgart:
5140. Wildbad und seine Umgebungen. 2. Aufl. 1h57. 8.
B. G. Teubner, Vcrlagshuchhdl., in Leipzig:
5141. M. Büdinger, Österreich. Geschichte. 1. Bd. 1858. 8.
5142. C H. Kichter. die Herrschaft .Muhllrolf. 1857. 8.
Dr, Rob. Haas, Dircclor d. publicislischen Bureaus, in
\\ M-sliailrn :
5143. Ders., Hheingaucr Geschichts- n. WCm- Chronik. 1854.
qu. 4.
.'il4l. Der«., Wiesbadener Ciirknlendcr. 3. Jahri;. .Mit Adrcfs-
handbuch. 1R56. 8.
5145. Ders., illustr. Wiesbadener l'urkalcnder. 6. Jahrg. 1857,
und Cenlralblatl des deutschen Cur - und Badelebcns.
i\r. 7. 1M58. 4.
165
Anzeijjer für Kunde der deutschen Vorzeit.
lÖt)
III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung.
Gesellschaft für bildende Kunst u. vaterl. Alter-
thümer m Kmden:
2260. Abkliilsch dir lirabplallu des Priesters Hcriii. Wessel
iD der rifiirni. Kinhe tu Emden.
L. F. A. Zeulmann jh Redwiiz:
2261. Zwei Siebtel vom 16. ii. i>*. Jhdl.
Sigmund Freih. v. Fürer in Kürnberg:
22t)2. II (>ri;.'in:ilsicyel \. IJ. Jhdl.
Dr. Andresen in A'Ornberg:
2'2(i3. (Jrundrifs der .St .)Iiir(U#kirilie in Venedig.
2264. Die l'assion Chrisli. Kn|)fcriti(he eines ungen. .Meisters
V. 16. Jhdt. 12 Bltlr.
2263. .S Pr(is|iocle. Kuplerslicbe v. 18. Jhdt.
Ein Ungenannter m Nürnberg:
2266. .M»ria mit dem hinde. Kplrst. nach A. Dürer von van
Steen.
Weber, Lehrer, in Tuclienbach:
2267. Kleiner Todtenkopl von Eirenbein, von einem Rosen-
kränze.
2268. Kutsche mit sechs Pferden , aus Ellenbein geschnitzt,
in einer gleichen, zolllangen Büchse. 18. Jhdl.
C. Siegert in Trostberg:
2269. Zeichnung nach dem Grabmale des Pfaligrafen Aribo
zu Kl. Seon.
Ein Ungenannter in >ürnberg:
2270. Theil eines Siikr;iiiient-;hause^, Federz. aus Jl. Schön's
Schule.
H. Weingärtner, hnulmann, in .'Nürnberg:
2271. Kini' snclis. iiiiil eine stralsburg. Silbermünze v. 16. Jhdt.
Priem, Literat, in Nürnberg:
2272. Silbermunze von K. Ferdinand 111.
C. Becker, kgl. preuls. Steuerinspektor, in Mürzburg:
2273. Lederne Feldflasche vom 16. Jhdt.
2274. 8 Kopie aus T. Kienieuschneider'schen Werken in Gyps-
abgul's.
2275. üypsabgufs eines Liivvenkopfcs mit Thürring vom Dome
zu Wurzburg.
Voit, Rosolilabrikanl, in i>urnberg :
2276. 2 Handorgeln vcun 16. u. 17. Jhdt
Otto Freih. V. Aufsefs, (»bergrenzkontroleur, in \>ald-
sassien :
2277. Aufgel'undencs kleines Hufeisen.
2278. Sill)erniünze Ton K. Ferdinand II.
Nie. Urban von Urbanstadt, k k. Fimmzliezirkscom-
missar, in Kger:
2270. 2 Uriginalsiegel vom 16. Jlidt.
2280. 3 Lackalldrücke >un alleren und neueren Siegelstucken
der Stadt Biiiliau.
2281. 4 Lacknbdrücke \»n >led:iill.n des 17. u. IS». Jhdts.
Jos. Niemetschek, prakt. Arzt, in Falkenau:
22^2. 2 Aliilnii kl- vun Siegeln des Elbogner chirur. Gremiums.
Jos. Hällmayer, Starkmacher, in Vilshofen :
2283. Christus den heil. Frauen begegnend, Relief aus Bein
V. 18. Jhdt.
Schaller in Nürnberg:
2284. .Maria mit dem Kinde*. Kpfrst. nach A. Dürer.
2285. Saturn, Kpfrst. von 11. Aldegrever.
2286. Karte von Deutschland. Federz. von F'r. Oertl v . 1 .")76.
2287. Ansicht von >urnberg, Rndirnng von H. L. Laulensack
V. J. I.'i52.
2288. 31 BUtter, Porträts, .\nsichlen, Aufzuge u. s. w. in
Kpfrst. u. Handz. vom 17.— 19. Jhdt.
Braunstein, Bibliotheksgehulle am gerni. Museum :
22.''9. .Magdeburger Dreier ^on 1622.
Handschuch, .\r(hivsgehiiire am gerni. .Museum:
2290 SchreibUunstsluck auf Pergament v. 1658.
G. V. Ney, k. b. .Major, in Flaschenhof bei Nürnberg:
2291. Vierschneidige eiserne Speerspilze, Ausarabung.
2292. 30 irilene (irabgefafse verschiedener Form.
2293. Sammlung von Bruchstucken römischer und altgemiani-
sclier Gefiifse.
2294. 9 römische, auf deutschem Boden ausgegrabene Thon-
lanipen und eine Anzahl von Bruchstücken solcher.
2295. Sammlung von Eisengerathen und von Bruchstücken
solcher aus einer allgerm. Grabstätte.
2296. Sammlung von thierischen Ucberreslen von einer all-
germ. Begrabnifsstiilte.
2297. 140 mittelalterliche Originalsiegel.
2298. 716 neuere Lacksicgel.
2299. 21 Stammbaume in Schrift, Malerei und Druck vom
16.— 18. Jhdl.
2300. 72 Blätter mit gezeichneten und gemallen Wappen vom
16.— 18 Jhdl.
2301. 71 Wappen in Kupferstich und Holzschnitt vom 16. bis
18. Jhdl.
2302. Wappen der Lochner von Hütlenbach, Stickerei in Seide
und Gold vom 17. Jhdt.
2303. 12 llandzeichnungen vom 18. u. 19. Jhdl., zum Theil
Studien.
2304. 20 FJinzelblatler in Kupferstich und Holzschnitt vom
17.— 18. Jhdl.
Mathilde V. Ney ebendaselbst:
2:iO:i. ll;i:iriiMilfl villi liriinoc, Ausgrabung.
Louise V. Ney cbindaselbst :
2306. Ruiiiisches, auf deutschem Buden ausgegrabenes Gefafs.
2307. Verschiedene Glasscherben und Eisensplitler, Ausgra-
bungen.
Emilie V Ney cbemlaseliisl:
2308. Meines Grabgefafs und 2 miii. Tlioiilnmpcii .\ii.«gra-
liungeii.
Louise Heide (iHndasellisi:
2309. 2 mm. Thuiilampen Ausgrabungen
167
Anzciffer für Kunde der doiitschrn Vorzeil.
168
Cliniiiik der lüsloriscIuMi \('iTine.
IVachriem wir bis jeUl in ununterbrochener Folei- die
Chronik der hislnrischen Vereine so weit liirlgelührt hüben,
dafs wir von ihren neuesten Veniffentlichungcn , wie sie in
unsere Hände gelangen, stets sogleich Anzeige macheu können,
werden wir, jene Chronik in regelinafsigein Wechsel unter-
brechend, auch von den hier einschlägigen, bereits erschieoenen
Schriften der Akadeniieen der Wissenschaften eine leliersicht
und von den noch erscheinenden eine rei;elniafr.ige Anzeige
geben. Dieser .Absicht liegt keineswegs die .Meinung zu Grunde,
als ob die wissenschalllichen Akadeniieen und die Geschichls-
und Alterthunisvereine in Zweck und Wesen zusamnicnfallen,
sondern allein das Bestreben, auch die VerolTentlichungen jener
wissenschaftlichen Korporationen, die, von den Kegierungen
mit Freigebigkeit unlerslülzt, mit überlegenen geistigen lund
materiellen .Mitteln arbeilen, durch eine geordnete lebersiiht
den Bearbeitern und Liebhabern der deutschen Geschichtswis-
senschaft naher zu bringen. —
Wir beginnen mit den Schriften der historisch - philoso-
phischen Klasse der k. k. Akademie der Wissenschaften zu
Wien und zwar zunächst mit dem Archiv für Kunde öster-
reichischer Gesell ichtsq u eile n , herau.'igegeben von der
zur Pflege der vaterlandischen Geschichte aufgestellten Kom-
mission der k. k. Akademie, Band I — XVIIl, Heft I, 1848-
1857. Dasselbe enthalt an Beitragen für Alterthums- und
Münzkunde, wie auch Kunstgeschichte: Beiträge zu einer
Chronik der archäologischen Funde in der oslerr. Monarchie,
von Job. Gabriel Seidl; Bd. III, Heft I u. II. Fortges. in VI,
Heft I; IX, X, XIII, XV. — Bedenken gegen die gewöhnliche
Ansicht von Wiens Identität mit dem allen Faviana, von Ferd.
Bbiniberger; Bd. III, Hell II u. III.— l'eber das .Miinzrecht der
Fürstbischöfe und Erzbischcife von (llmülz, von Dr. G. A. lira-
nowitzer, Bd. III, H. III und IV. — Archäologische Kotizen
gesammelt auf einem Ausflüge nach Herzogenburg, Göttweih,
.VelK und Seitenstätten, 1849, von Dr. G. Heider und J. V.
Häufler; Bd. V. Heft I. forlses. in Heft III u. IV. - Materia-
lien zur öslerr. Kunstgeschiihte mit einer Uebersichtslabelle
und alphabittisch ceordnelem Orieinallexte, von Dr. Job. Schla-
ger; Bd. V, Heft III u. IV. — Ueber den Gehalt des oslerr.
Pfenniges im 14, Jhdt., als Beitrag des österr. Münzwesens,
von Fr. Blumberger; Bd. VIII. — Bericht über die Aullindung
eines uralten Leirhcnfeldes bei Kettlach unweit Gloggnitz und
über einige andere beuierkeriswerthe Fundstucke, von Alf.
Kittcr von Franck; Bd. XII. — Zur slavischeri Kunenfrage mit
besonderer Bucksicht auf die oliolritischen Kunenallerlhumer,
sowie auf die Glagolika und Cyrillika. Als ein Beilrag zur
coniparativen gernianisch-slavischcn .Vrchaologic, entworfen von
Dr. Ignaz J. Hanns, Bd. XMII, Heft I. -
Für die Geschichte der historischen ii. a. Literatur:
Bericht über ilen hislorisihen Vorrath im Archive des Biiic-
diklinerstiftes Baigern in Mahren, von Gregor Wolny; Bd. 1,
Hefl V. — Prolog»« Joannis pniiperis de contemplaeione ora-
tionis. (An die verwittwete Kaiserin Agnes, .Mutter Kaiser
Heinrich's IV. gerichtet), niilgetheill von Fr. Richter; Bd. III,
H. III u. IV. — Die Bibliothek iIcs Stiftes Kloster- iVeuliurg,
ein Beilrai; zur österr. Literaturgeschichte , von Dr. H. Joseph
Zeibig, Bd. V, II. II. — her Austriacuin 1853. von W. Wal-
tenbach: Bd. XIV. —
Fiir die K ech tsgeschichle: Eine Bulle des Papstes
Bonifaz IX. vom 2. Juni 1399, als Beilrag zur österr. Recbts-
ffeschichte (aus dem Eisenbuche im Wiener Stadtarchive), er-
läutert von Dr. Böfsler, mitgeth. von J. E. Schlager. — Einige
Dorfweisthünier (Bau- und Bcrgteidinge i ans Mahren; von P.
Hiltor von Chlumecky, Bd. XVII. —
Für die Geschichte ad elidier Geschlechter und
einzelner Adelichen in Oeslcrreich: Zur Geschichte des
öslerr. Frciherrngeschlechts der Eizinger von Eizing. Auszüge
aus einem Diplomatarium dieses Geschlechtes, 1438 — 1450;
milgetheilt von J. Chiiiel, Bd. I, H. II. Fortges. in H. V, bis
l.'ibl ; die Dynastie von Hagenau, .Milstifter der Abtei Seiten-
statlen in Oesterreich, von J. E. Bitter von Koch -Sternfeld,
Bd. I, H. IV. — Von dems. ebenda: Die Sarchili und Schar-
sach im Hause Piayen -Beilstein; — die dynastischen Zweige
von .Moosbach und Mang. — Heinrich, Graf von Hardeck,
Burggraf von Duino, Jude.x provincialis in Oesterreiclj, f 1270;
v,Mi Fr. Firnhaber; Bd. II, H. II. — Die Grafen, .Markgrafen
und Herzöge aus dem Hause Eppenslein; von Karlmann Tangl,
Bd. IV, II. II, Fortges. in Bd. XI u. XII. - Die Jugend- und
Wanderjalire des Grafen Franz Christoph von Klievenhiller nach
seinen eigenen .Aufzeichnungen, milgetheilt von Jodok Stülz;
Band IV, H. HI u. IV. — Von dems. ebenda: Einige Bemer-
kungen zu dem Aulsalze des Herrn Prof. Tangl, belrertend die
(iralen etc. aus dem Hause Eppenslein. — Fünf genealogische
Tabellen lirolischer Adelsgeschicchler, von hogl in Brixen;
Bd. V, H. II. — Ein Beilrag zur Geschichte der Laniberge in
Steier, von Fr. Xaver Pritz; Bd. VII. — Die >orgeschichte
der Dynasten von .Miirzlhal und Eppenslein, von J. E. Riller
von Koch-Stcrnfeld; Bd. VII — Die Familienchronik der Beck
von Leopoldsdorf, von Dr. J. H. Zeibig; Bd. VIII. — Ueber
den Grafen Ulrich von Scliaunburg, den angeblichen Erzieher
des Herzogs Kudolf 1\. von Oesterreich, von Jod. Slulz;
Bd. Vlll. — Die Grafen von Pfannberg, I. Ablh. bis 1237;
von Dr. K. Tangl, Bd. XVII. II. Alith., Bd. Will. -
Zur Geschichti' der Slädte, insbesondre in Oesler»
reich: Pater Bernhard Bruligs Bericht über die Belagerung der
St. Wien, 1683, milgetheilt von Bcda Dudik: Bd. IV, IL I.
Fortges. in dess. Bds. Heft III u. IV. — Dreizehn Urkunden
über die Verpfandung von St. Polten iinil M.iiitern an den
liimig Mallliias Corviniis, 1481, nebst einigen andern Beilragen
zur Gcscliirhte iler Stadt St. Pidten, von Tli. Mayer; Bd. VI. —
Salzburgische Marklordniingen. Beitrage zur Kenntnifs der mit-
telalterlichen Gesetzgebung und der frühern Zustände über-
haupt. Aus einem dem .WL.luhrh. angehörigen salzburgisehen
Kopialbuche niilgetheill von G. A. Pichler, Bd. IX. — Oester-
riiihis( lie Slaillrec lile und Sal/.ungin aus der Zeit der Baben-
berger, zusammingeslelll von Dr. .\ndrcas von Meiller; Bd. X.
— Ilrlrachtungen ober das deulschr Slailtewcsen im .\V. und
XVI. Jahrb. Aus grörstentheils ungeilriickleii Materialien, von
C. Hofier; Bd. XI. — Verhandlungen bezuglich de» Geschäfts-
169
Anzeiger Tür Kunde der deutschen Vorzeit
170
betriebe» ausländischer Kiiufleuto in Wien und diesfalli{;e Ver-
ordnungen Kaiser Max I. vom 22. Jan. 1515. (>acli einem
hoHe\ der nitderdslerreichisclien standischen Bibliotheli), von
Adelh. .Mainharl Böhm; Bi!. XIV, — Zacharias Bandhauers
deutsches Tagebuch der Zerslürung .Magdeburgs, 1631. Mit
dem Corollariuni desselben und Belegstücken aus den grdfse-
ren lateinischen Werken dieses .\ugenreugcn , von P. Philipp
Klimesch; Bd XVf —
^I a c h r i c h t 0 n.
lalteratur.
Heu erschienene Werke.
31) Die l'niversitat Erfurt in ihrem \erhaltnisse zu
dem Humanismus uml der Relbrmation. Aus den (Juel-
Itn dargestellt von Dr. F. \\ . K amjisc hulte . Prival-
docent der (ieschiihte an der Univ. Bonn. I. Theil:
Der Humanismus. Trier, Fr. Lintz. IX u. 239 Stn. 8.
Der Schrift von Straufs über Hüllen tritt dieses Werk er-
gänzend zur Seite, es gibt den allgemeinem Hintergrund,
worauf sich das Bingen des Einzelnen klar hervorhebt. Der
Humanismus fand unter allen deutschen l'niversitaten seine
erste pflegende Stiitte in Erfurt , und der Kreis von jungem
Kräften , der sich vorzugsweise um den gothaischen Kanonikus
Mutian vereinigte, ward wider die entgegenstrebenden Ele-
mente des .\lten auch der feste Halt, auf den gestützt, die
humanistischen Vorkämpfer den endlichen Sieg davontrugen.
Kampschultr macht bis zur Evidenz wahrscheinlich, diifs die
berufenen Epislolae obscurorum virorum aus diesem .llutiani-
s( hen Bunde hcrvorgicngen und zwar besonders von Crolus,
Hüllen, Petrcjus und Eoban. Ihre Wirkung war niederschmet-
ternd. — Vorliegendes Buch gehört zu den willkommensten
Erscheinungen in neuerer Zeit; es ofienbart ein gründliches
Studium und entwickelt die Verhältnisse klar und anziehend.
.Mit Vergnügen sehen wir dem folgenden Bande entgegen.
32) Beiträge zur Kenntnifs des Harzes, seiner Ge-
schichte und Literatur. Eine Reihe von Abhandlungen
von Gustav Heyse. Erstes Heft. Aschersleben, 1837,
Rob. Beyer. 118 Stn. 8.
Enthalt vier Abhandlungen. I. Sireifzüge durch die Lite-
ratur des Harzes. Es ist zu bewundern , wie sehr im Laufe
längerer Zeit die Literatur über dieses Gebirge, dessen Bedeu-
tung in Geschichte und Sage, für Ethnographie und Volks-
wirthochaft freilich grofs ist, sich angesaimnell hat. Die Harz-
biblidthek des Verfassers, die wahrscheinlich nicht einiiial voll-
ständig ist, belauft sich auf mehr als 70(1 Bande und ungclahr
60 Karten. Es ist darum der vorliegende Versuch, uns in die-
ser Fülle zu orientieren, mit Dank anzuerkennen. IL Zur Ge-
schichte der Brockenreisen. III. Dammersleld. IV. Ueber die
vom braunschweig-lüniburgischen Fürstenhause benutzten ehe-
maligen Münzstätten am Harze, nebst [Vaihrichten von den
Münznieislern , ihren Zeichen und Jetons. Dieser Beitrag zur
Miinzgeschichte ist besonders werthvoll. Theilweise schon in
Leitzmanns Zeitung bekannt gemacht, erscheint er hier ver-
mehrt und verbessert. Wer die Lucken unserer heutigen .Münz-
kunde nur einigennarsen kennt, weifs, wie sehr solche Arbei-
len zu schätzen sind.
33) Albrecht Dürer Album. Eine Sammlung der schön-
sten DSrer'schen Holzschnitte nach den von dem Künst-
ler gefertigten Originalen in gleicher Gröfse aufs Neue
in's Holz geschnitten unter Mitwirkung und Aufsicht von
Dirccior VV. v. Kaulbach in München und Direclor A.
Kreling in IVfirnberg. .\usgerührt in dem .\tclier von
J. Döring. Nürnberg, Verlag von J. Zeiser s Buch-
und Kunsthandlung. I. — IV. Lieferung.
Das gleichzeitige Erscheinen zweier so ähnlichen Werke,
wie das eben erwähnte A. Dürer-.\lbum und die früher
schon angezeigte Gallerie der Meisterwerke altdeut-
scher Holzschneidekunst, welche beide den Zweck haben,
die grofsartigen Leistungen des alteren Holzschnittes auf enge-
rem und weiterem Gebiete durch getreue Copiecn auch dem
grofseren Publicum zugänglich zu machen, sind gewifs ein be-
deutsames Zeichen, wie das Interesse für Herrlichkeit und
Kuhm unserer Vorzeit von den wenigen Gelehrten, auf welche
dasselbe sich sonst beschränkte, mehr und mehr ins Volk
übergeht. — Da die ll(jlzschnitlt' Dürers von Kennern hin-
länglich gewüriligt sind, genügt es, den Inhalt des oben ge-
nannten Werkes anzugeben. Lieferung I. bringt: Die Flucht
der heil. Familie nach Aegypten , aus dem Leben der .Maria,
die heil. F'ainilic mit St. Anna und St. Joachim und die [Durer
falschlich zugeschriebenen] drei Heiligen Stephan, Gregor und
Lorenz; Lief. IL: Der Engel erscheint dem beil. Joachim, die
Anbetuni; der drei Könige und die Hiiiiinelfahrt der .Maria,
sammilich aus dem Leben der .Maria ; Lief. HI. : .Maria auf der
Mondsichel, der Besuch der Maria bei Elisabeth, die heil. Fa-
milie bei ihrer häuslichen Beschäftigung in Aegypten , eben-
daher; Lief. IV.: Die heil. Dreieinigkeit, St. Ilieronjinus in
der Zelle und die Geburt der Maria, Iclzleres aus der genann-
ten Reihenfolge,
31) Urkundliche Geschichte der Edlen Herrn von
Hey den in Westfalen bis auf die ersten Jalirzeheiide
des X\. Jahrhdts. und in Pommern bis auf die neueste
Zeit. Von F. W. Barthold. Greifswald, 1837. Ge-
druckt bei Fr. Hache. 8. 268 Sin. (Mit 3\\appentnr.)
Der Verf. findot den Ursprung und Namen dieses ollen
adelichen Geschlechts schon in der vorchristlichen Zeit und stützt
sich dabei hauptsächlich auf den Namen, den die .Mitglieder
dieses Staiiiiiies nicht, wie die von und van der Hcyde . de
MericH oder Mirica übersetzen, sondern stets und überall l'ii-
ganus. Schon im 12, Jahrb. erscheint im siidweslliclicn (ie-
biete des Bisthuins .Munster gegen ilie Grenze von Friesland.
Kleve und des allen ripuarischen Frnukens urkundlich ein Ge-
schlecht, das nelicn anderem (;niiidbrsil7 dir ursprunglich vom
m
Anzeiger fiir Kunde der deutschen Vorzeit.
172
Rriche lehnbare Grafscliall Heiden oder Heyden inne hat. Bis
tief ins U. Jahrh. behauptet dieses Geschlecht eine unbeslrit-
lene Ranggleichheit mit den ältesten Grafen und Herrn West-
falens. Doch, theils geiwungen durch die Bischöfe von iMünster,
theils wol durch eigene Schuld, kam das (ieschleclit zunicli,
inufste das freie Allod vcraufsern und als Lehn wieder an sich
nehmen, so dafs seine Glieder im II. Jahrb. zu .Ministerialen
der Geschlechter, denen sie vorher gleichstanden, herabsan-
ken. Die erste urkundliche Spur finden wir von diesem Gc-
schlechte 1152. — Von Westfalen aus verbreitete sich dasselbe
zur Zeit , da die Ostseegegenden von den westlich niederdeut-
schen (iegenden aus bevölkert und angebaut wurden, auch
dorthin und setzte sich nach und nach in I'ommern lest. In
.MeUleuburg, zugleich mit der Gründung der Burg von Parchiin,
erscheint zuerst um 1218 ein Dietrich von llejden, als Diensl-
mann des Herzugs Borwin und nennt sich, zum Unterschiede
von andern ihm gleichstehenden Burgmanncrn von der Heyde
(de Merica), im Bewufstsein des Ursprungs seines Geschlech-
tes Paganus, Pogan. Von da an verfolgt dann der Verf. die
Geschichte der von Heyden in diesem nordöstlichen Deutsch-
land und der spateren Grafen von Heiden in Rufsland bis zur
Gegenwart.
35j Die böhmischen Exulanten in Sachsen. Zur Be-
antwortung der von der f. Jablonowski'schen Gesell-
schaft gestellten historischen Preisfrage etc. von Chri-
stian Adolph Pescheck, theol. Dr. etc. Leipzig,
bei S. Hirzcl, 1857. gr. 8. 170 Stn.
Wir besitzen in diesem Werke einen gediegenen Beitrag
zur Geschichte der Kestauralion in Oeslerreich. Im sieben-
zehnlen Jahrhundert, in Folge der eifernden Bestrebungen
Ferdinands II., begann auch in Böhmen aus den deutschen,
wie aus den czechischen Kreisen und aus sammtlichen grol'se-
ren Städten , die Auswanderung protestantischer Kamillen aus
allen Standen, die sich in griifster Anzahl in das benachbarte,
ihnen freundlich geüffnele Königreich Sachsen zogen und dort
neue Heimat und neuen Hecrd fanden. Der Verfasser be-
rechnet die .\nzabl der so au.igewanderten Familien, (denn die
Wanderung dauerte mit zeitweiligen Unterbrechungen ein vol-
les Jahrhundert) auf ungefähr ,30(100 mit 150000 Kitpfen, gehl
dann die .sächsischen Kreise und Städte , wo sie dauernde
Aufnahme fanden, nach der Heihe durch und schildert die
(iriindung der Mederlassungen, den Kinflufs derselben auf ihre
neue Umgebung, die eigenen weiteren Schicksale der nun
haushablich Gewordenen. Auch aus ihrem Innern Leben, aus
der gehobenen religiösen Stimmung, die diese um ihrer Reli-
gion willen Vertriebenen mit ganzer Macht beherrschte, wer-
den uns manche werthvolle Einzelzüge mitgetheilt. Die Bei-
lagen des Werkes enthalten Exrurse über Einzelheiten dieser
Geschichte und verschiedene Dokumente nnd Belegi; zu der-
selben. —
^(y) Da4 Verhäiignifs .Magdeburgs. Eine Geschichte
aus dem grofsen Zwiespalt der deutschen iValion im
16. u 17. Jahrh. Von Dr. Heinrich Wilhelm Bcn-
sen. Schallhausen, Verlag der Fr. Hurler sehen Buch-
handlung. |H5S. 8. XV u. ÜIJ Sin.
Der Verfasser, als begabter Geschichl'.chreiber durch frühere
Forschungen über die Geschichte seiner franki.i( ben Heimat
bekannt, versucht in diesem umfassenden Werke, die Zer-
störung der Stadt Magdeburg durch Tilly als eine Folge und
ein Ergebnifs der vorhergegangenen Geschichte dieser damals
Mühenden Handelsstadt darzustellen: er beginnt deshalb mit
der Griinilung und dem ersten Aufblühen derselben und ver-
weilt dann, nachdem er im raschen Ucberblick Magdeburgs
weitere Entwicklung durchlaufen, mit mehr Ausführlichkeit bei
der Darstellung ihrer Geschichte und Verhaltnisse zur Zeit der
Heform.ition und nach derselben bis zu der beklagenswertheil
Katastrophe der Erstürmung und Zerstörung. Ihre Lage unter
Karl V., ihre Belagerung durch .Moriz von Sachsen , ihre Stel-
lung zur Zeit des Religiuiisfriedens und des beginnenden drei-
fsigjahrigen Krieges, die Belagerung durch \\ allenstein, die
Unterhandlungen mit Gustav Adolf, dann die Belagerung und
Zerstörung durch Tilly, welchem .\lisrhnitle in dankenswerlher
Weise gleichzeitige Berichte von .Mitleidenden über dieses Er-
eignifs beigegeben sind, endlich die Stadt und der westfä-
lische Friede bilden den Hauptinhalt des umfangreichen Wer-
kes. Dal's es bei einem solchen Werke an guten Vorstudien
nicht gefehlt haben mag, dafür bürgt uns schon der Name des
Verfassers; iiber den Standpunkt, von dem aus er das Ver-
hiingnifs der Stadt und den Zusammenhang desselben mit der
ganzen Zeitgeschichte, sowie diese selbst und ihre Trager und
Werkzeuge betrachtet, müssen wir uns hier in einer kurzen
Anzeige weiterer Erörterungen enthalten. —
37) Geschichte des freien Gerichts Kaieben in der
Wetterau von Dr. Friedrich Thudirhum. Giefsen,
J. Rickcr'sche Buchhandlung. 1858. 8. 96 Stn.
Das Bewufstsein , dafs Weisthumer, wie Urkundensamm-
lungen , immer nur ein lückenhaftes Bild von der Geschichte
auch eines noch so kleinen Gerichtes zu geben vermögen, ver-
anlafsle den Verfasser, in genannter Schrift als einen Heilrag
zur deutschen Rechtsgeschichle die umfassende Darstellung die-
ses freien Gerichtes Kaiclien. von welchem einzelne Weisthu-
mer schon durch J. Ph. Orth und Jakob Grimm und eine Ur-
kundensammlung im Archive für hessische Geschichte und Alter-
thumskundc, Jahrg. 1836, durch Eigenbrodt verölTentlicht sind,
zu geben. Die Schrift enthält Untcrsiirbungen über Namen
und Umlang der Grafscballen Kaichen und Mal.~tall, über ihre
(Jrlsnamen und tiaueinthcilung, wie über die Grälen der Wet-
terau, iiber Burg und Stadt Fnedberg, gibt dann die ältesten
Kacbricblen vom Gericht zu Kaiehen, einen Urtheilsbrief von
1293, schildert die Besilzverhaltnifse, gebotene und ungebotenc
Dinge, Wahl und Amt des obersten Grafen, Urtheilsiinder,
Kompetenz des Gerichtes, wie das Schelten des gefundenen
Unheils. Es folgt dann eine umfassende Darsicllung der
Dorfgerichte dieser Grafschaft, ihre Zusammensetzung, Kom-
petenz, \iTl'ahren; ihre Bedeutung in und zum bäuerlichen
Leben; das Verhältnifs der Uurgmannen zu Friedherg zu
dem freien Gerichte, die Geschichte ihrer Huheitsrechte, die
Veränderung der alten Gerichtsverfassung und ilie Beschrei-
bung einzelner Proce.<se. als Belege eines spaliTcn Verfahrens,
schliefseii die trcfTliche Schrift, deren in der Einleitung iinge-
Küiiiligleii Folge: „Beschreibung und Geschichte der .Mark Alteii-
stadf, wir ein recht baldiges Erscheinen wünschen. —
173
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit
174
38) Altdeutscher Sludentenspiegel. Von Karl Sfi-
fart. (Besondrer und vermehrter Abdruck aus dem
Bremer Sonntagsblall). Bremen, Druck und Verlag von
Heinrich Stark. 1856. kl. 8. 71 Sin.
Dieses Schnftchen schildert uns, im ausgesprochenen Gegen-
satze gegen eine allzuronianlische Auffassung von vergangenen
Zeiten, eine keineswegs helle Seile der denlsrhcn Rihlungs-
geschichte. Wenn wir uns auch gern überreden möchten, dafs
der Verfasser in seiner Absichtlichkeit, die Gegenwart als die
reiner und vollkoinmner entwickeile Frucht der schlimmeren
Vergangenheil erscheinen zu lassen, zu sehr nur lür die dunk-
leren Schlagschatten .Auge gehabt und hier und da ein Lich-
teres und Erquicklicheres übergangen hat, so miissen wir doch
den Fleifs und die Grundlichkeil, mit welcher er die Einzel-
züge zu diesem Bilde sammelte und vereinigte, überall aner-
kennend hervorheben. So viel es möglich war, entnimmt der
Verf. aus gleichzeitigen Quellen sein Material und liifsl gern die
Zeugen der sittlichen Virworfenheil und geistigen Indolenz der
akademischen Jugend, wie sie uns aus jenen früheren Jahr-
hunderten zum Erschrecken entgegentritt, selbst reden und in
ihren eigenen oft leid- und reuevollen Bekenntnissen und Er-
fahrungen den Spiegel des auch von ihnen durchlaufenen Stu-
denlenlebens uns entgegenhallen. Dies Werkchen wird für die
Geschichte der deutschen Universitäten und Geistesbildung stets
ein bcmerkenswerther Beitrag bleiben, und wir wünschen nur,
dafs es bald einmal einer gleich talentvollen Feder gelingen
möge, dem dunklen Bilde die, auch in der Geschichte nicht
lehlenden, helleren I.icbter aufzusetzen. —
39j Geschichte der b' r e i li e r r I i c h von II a ni in e r s l e i n-
schen Familie. Als .Manuscript für die Mitglieder der
Familie gedruckt. Hannover. Schrift und Druck von
Fr. Culemann. 1856. 8. Mit .\bbildungen und genea-
logischen Tabellen. XV u. 586 Sin.
„Wer eine Geschlechtsgeschicbte schreiben will, inui's vor
allen Dingen sich bestreben , wahr zu sein ; er darf diese
Pflicht auch da nicht aufgeben, wo Persönlichkeiten berührt
werden." Durch treue Befolgung eines solchen richtigen Grund-
salzes , die sich überall niil oireiister Unbcl'angenbeil gcllcnil
macht, gewinnt das vorliegende Werk einen doppelten \> erlli.
Zuniichst freilich soll es, ein Spiegel für die jetzt lebenden
und spätem Familicngliedcr, diesen ein „Sporn der Nacheiferung
und eine weise Lehre für die Zukunft werden", ferner das
Familienbewurstsein und das Band üchter Verwandtschafllich-
keil sliirken. Indem jedoch so das Innere der Fainilieiigc-
schichte rücksichtslos enthiillt wird, und zwar bis zur allrr-
neuesten Zeit, steigert sich auch für den Geschichtsforscher
der Wi-rth des Buches um so bedeutender, je mehr ihm das
gcsammte .Material in seiner Vollständigkeit vorgelegt wird.
Wir können nicht umhin , dieses verstandige und ebrenwerlhe
Verfahren der Familie Ilammerslein andern, die eine gleiche
denkwürdige Vergangenlieil haben, dringend zur unhcdiiiglin
IVachahinung zu enipichirn. Jene kleinlichen Itiicksichten, die
der Gegenwart das ileranlreten zur Faniiliengesihicbte wehren
und mit übertriebener Engherzigkeit selbst die unvirfaniilicli-
sten Dokumente vorenthalten, geben ihr zugleich das lUchl,
dem Stolz »uf dos nite Verdienst der Familie, als zur Zeil
nicht gerechtfertigt, ihre Anerkennung zu versagen Wie sehr
aber schliefslich die Geschichte, besonders die Kulturgeschichte,
durch solche Merke, wie das vorliegende, an wichtigen De-
tails bereichert wird, bedarf keines Nachweises; zumal die
Kullurgescbichte hat aus der Oeflnung der Privalarchive noch
die reichlichste Fiirderiing zu erwarten.
Aufsätze in Zeitschriften.
Der Bund: Ar. 95 ff. Der Linksniader in .>1adiswil. (Roch-
holz.) Nr. 98. Das Theater der alten Berncr. (Hidber.)
Deutschland: Beil. Nr. 78. Das 7(tOirihrige Jubiläum zu
Strafsengel. Nr. 84. Das Bisthum Osnabrück. Nr. 99.
Das Manuscript der sieben Bufspsalmen von Orl. Lasso in
der .Muncbener Staatsbibliothek.
Didaskalia: Nr. 93 ff. Der Rheingau und die Rheingauer.
(B. Scholz.)
lllustrirtes Familienbuch: \III, (1 II. Ueber Sagenthom
des Erzgebirges. (K. V. Hansgirg.) Ein deutscher Arzt.
(Theophraslus Paracelsusj. Ein Cullur- und Sittenbild aus
dem 16. Jahrh. (K. Warlenberg.)
Der Feierabend: Kr. 18. Eine Wallfahrt nach Kankweil.
(A. W. Grube.)
Die Grenzboten: Nr. 16. Ilungersnolh und Theuerungs-
polilik im .Mittelalter. Deutsche Sagen.
Hausbliitter: 9. H. Bilder aus dem Leben zur See im .Mit-
telalter. (Job. Falke.) I. Die Fischerei.
Preufs. Jahrbücher: I, 3. H. Die Aufgabe deutscher Staats-
und Rechtsgeschichte. Ein noihgedrungener Nachtrag.
Korrespondent v. u. f. Deutschland: Nr. 221. Die Bau-
meisler der St. Lorenzkirrhe in Nürnberg. Nr. 234. Her-
zog Ludwig der Reiche von Bayern.
Deutsches Kunstblatt: April. Reisebemerkungen in Tirol.
(K. Eggers. J Christliche Symbolik. (II. Scbnaase.)
Westerm. Monatshefte: Nr. 18. Durch Südböhnien nach
Oberöslerreich. (Kapper.) 19. Die Rofsköpfe auf deut-
schen Bauernhöfen. (Peel.) Die Gyglis-Alp, das Wald-
madclien, Volkssagen der Schweiz. (Runge.)
Fiankf. Museum: Nr. 13. Die KyfFhausersage.
Deutsches Museum: Nr. 15 ff. Das deutsche (iesindcwcsen
von ehedem. (Job. .Müller.)
Berliner Nachrichten: Nr. 98. Reniiniscenzen zur Ge-
schichte des Honenzollerischen Hauses. Nr. 100. Hislor.
Rückblicke zur Verniahlungsfeier des 29. April.
Revue des deu\ mondes, Avril, 3. Kivalitc- de Charles-
Quinl et de Franvois I. (Mignet.)
Regensburger Sonntagsbla tl : Nr. 16. Alling an der
Laaber. (Seh.)
Augsburger Tagblatt: Nr. 99. Die Posislation Neuhaus (ad
novas) zwischen .\ugshurg und Landsberg. Nr. 118. Der
Krauentborlliiirm in Augsburg.
Unterhaltungen »iii häuslichen lleerd: Nr. 31. .Memoi-
ren und Geschichte. Das „Wissens« ürdigsic" im Jahre
1512. (Eniyklcipadicen von Biuo, Reisch.) (K. lieclnm).
Zeitschrift fiir Protestantismus: X.\X\, 1. Luthers GUu-
beiisrichlung, seine Bedeutung und Slellimg in der Kirche.
(Eberle.)
175
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
176
Allgcm. Zeitung: Hr. 108. Zwei Gemälde in der Petcrs-
kircfae zu Löwen von Thicrry Stuerbut 1467. Nr. 116.
Bi'il. Geiehrli- Kenner aller Musik. IVr. 128. Slreil über
die Aechlheit römischer Allerlhümer bei I^heinzabcrn.
lliuslr. Zeitung: JSr. 771. .Stadtewahrieiohcn. \ II. Breslau.
4. Die Uohle an einem (iieiiel des Hauptschiffs der Kol-
legiatkirche zum hl. Kreuz. i>r. 772. 5. Der Hahnenslein
od. die Hahnkrahe vor dem >ikolausthore.
Neue .Münch. Zeitung; Abendbl.: Nr. 180. Wappen und
Karben der Stadt München. (0. T. v. Herner. I
Wiener Zeitung: Nr. 81. Der Krainer histor. Verein in
Laibarh. Nr. H9. Heber die Sagen- und .Märchen-Literatur
des österr. Kaiserstants. I (Wojf/I Nr. 93. Zur (jesch.
der gothischen Baukunst.
Veriuietclite IVachricIiten.
38) Bei Abtragung der Ufer des alten Niddabeltes,
links an der Slrafsc zwischen Höchst und Nied , wurde eine
neue Fundgrube rüniischer Alterthiimer erschlossen. Be-
kanntlich stand hier ein bedeutendes Kömcrcastell, dessen schon
Gerning (Lahn- u. .Maingegenden, S. 91 u. 103) Erwähnung thut.
.Man hat bereits allerlei Leberreste gefunden: .Miinzen , Bruch-
slücke von Gefafsen und Waffen, Legionsteine u. s. w. Unter
den letztem belinden sich auch solche, welche das merkwür-
dige und sellene Cohortenzelrhen der Leg. XXII tragen , eine
Figur in der Gestall eines Ordenskreuzes.
39j In Landshut fand man bei dem Fundament zu dem
.Monument vor dem kgl. Bezirksgerichte M cnsch cnk nochen
und Eisenthetle, was sich leicht daraus erklärt, daTs vor
mehreren Jahrhunderten auf diesem Platze die Judensynagoge
und der Begrabnifsplalz der Juden war. Noch tiefer grub man
Wasserrinnen und Kostplahle aus, die wol von den frühem
Bauten im Isarbetle, das damals über diesen I'lalz gieng, her-
rühren. iLandsh. Zeilg.J
40) Das Ferdinandeuiii in Innsbruck hat so eben den in-
teressanten F r eske n- Cy kl US des Schlosses Rungel-
fltein bei Bozen als Vereinsgabe in prachtvoller artistischer
Ausstattung herausgegeben. Das Werk ist nach der Original-
aufuahme des Künstlers J. Seelos, auf zwanzig Blattern in
Querfulio, der .Mehrzahl nach in lilhogr. Farbendrucke darge-
itellt und mit erlaulernderii Texte des Dr. J. V. Zingerle in
Innsbruck begleitet, in welchem derselbe nach vorausgeschickter
kurzer Darstelinng der historischen Begebenheilen des Schlosses
Klingelslein diese F'resken auf ihre Grundlagen , nämlich auf
Gottfrieds v. Slrafsburg „Tristan und Isolde", Pleier's „Garel
vom blühenden Thale", auf die Artus-Sage u. s. f. unter Bei-
gabe der darauf Bezug nehmenden Stellen zurückruhrt.
41) Der Vurslaiid des Du in bau Vereins in Mainz hat
den Beschlufs gefafsl, die beiden seil dem Boiiibardement von
1793 in ruinösem Zustande benndlirhin östlichen Seilenthurme
unsers Doms nach einem Plane Z«irncrs, im streng romani-
schen Style wieder auszubauen. Der Bau des nordöstlichen
Thurmcs soll beginnen nach Festsetzung der Kostenüberschläge
durch den Baumeister Laske. Auch die Wiederherstellung der
durch die Pulverexplosion vom 18. Nov. v. J. zerstörten Fen-
ster der Kathedrale wird im Laufe des Sommers in einer mit
der künftigen .Ausstattung des Domes übereinstimmenden Weise
ausgeführt werden.
42) Der Landcseonservalur Prof. llafsler in Ulm isl vor
einigen lagen nach Dresden in .Angelegenheiten des Münsters
abgereist. Bis jetzt ist vom .Ausland nur aus Hannover Unter-
stützung zum Münster eingelaufen. In Würtemberg selbst hat die
Saiijiiilung für das Münster bei den katholischen Gemeinden
im VcrhaUiiifs mehr als bei den Protestanten eingetragen.
43) Die öffentliche Ansprache um freiwillige Beiträge in
Köln , um die für die Geschichte der Stadt so wichtige v.
.Merle'sche .Münz- und Med a il le nsa mmlung anzukaufen,
isl ohne Erfolg goliliebcwi; auch der Sladtruth hat sich nicht
dazu entschliel'sen können. Miichle die Saiiiinlung nicht in die
Fremde wandern!
44) Die vor Kurzem abgehaltene Versteigerung xylogra-
phischer und ty pographisi her Seltenheiten aus den
Doubletten der Hof- und Staatsbibliothek zu München bei An-
tiquar Butsch in .Augsburg zeichnete sich sowohl durch die
reiche .Anzahl der merkwürdigsten Drucke, als durch die un-
geheuren Preise aus, die für sie bezahlt \Mirden. So stieg
das Gutenberg'sche Katholikon von 1460 auf Pergament auf
4110 II., dasselbe auf Papier auf 671 11., Pur da« Mi.ssale Halis-
bonense von 1,518 auf Pergament wurden 710(1., für den llolz-
tafeldruck: Historia seu Providentia virginis Marlae ex canlico
canlicorum 12.'j5 fl. und für einen zweiten Holztafeldruck:
Historia S. Joaniiis Evangelislae ejusijiie visiones apocnljjilicne
1420 H. bezahlt.
Inserate und Hokaiiiitmai-liuii^en.
6) Von Dr. Aug. Pottliast rrschcinl deninäclisl eine Ge-
schichte der ehemaligen CiBlerzienser.iblci Bauden in über-
acbleaien au> den Quellen dargedelll, aul diu wir sowohl we-
gen der Wichligkeil, welche dieses Stift fruhiT eingenommen,
als mit Kiirksichl auf die bewahrte Tüchtigkeit des Verfassers
zum Voraus aufmerksam machen.
Verantwortliche Redartion: Dr. Freih. v. u. i. Aufgess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. h. Frummann.
Druck vun Kr. Campe * fioliii iu Ntlrnbcrit.
irÜBNBEBO. Das Abonnement des Blattes,
welchtb alle Monate erbcheint, wird panz-
jihriK angenommen und beträipt nach der
neuetiten Postconvention bei allen Postäm-
tern und Buchhandllingen />fu(*cAiam/5 incl.
Oeatreichs 2 fl. 42 kr. im 24 fl. - Fuf» oder
1 Thlr. 16 SBr.
Für Frankreich abonnirt man In Strafs-
burg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem-
selben, Nro.23.rueNolreDamedeNazareth,
und bei der deptschea Buchhandlung von
ANZEIGER
m kii\iiE »Ell
Neue Folj;e.
F. Klinckateck , Nr. 11. rue de Lille, od«r
bei dem Pohtamt in Karlsruhe; für l-Mg-
lanJ bei Williamti & Nor(;ate, 14 Uenriette-
Sireet Coven^üa^den in London; fUr A'orJ-
aiiierika bei den PoNtümteru Bremen und
Hanibui^. —
Inüeratej welche mit den Zwecken des
Anzei(,'erb und deüben wiNseUNChaftlichem
Gebiete in VerbindunK bteben, werden auf-
genommen und der Raum einer Culumneu-
seile mit 7 kr. oder 2 8gr. berechnet.
EUmm VORZEIT.
Fünfter Jalirgang.
OllGAN DES Gii:i{HAMS(llE\ MUSELMS.
1858.
JW 6.
Juni.
VVisseiiscIiarilicIie Hidhoilmii^oii.
Allier«. KrzbiNoliof* von Iti^cn, iiiitl »eine
ÜiippMCliHi't iit aiilMteiK*'»«!*''* I^iiile.
Von E. F. Mooycr in lliiiden.
Eine >Millheilung des Hrn. A. v. Iloiningen genannt Huene
im Anzeiger, 1857, Nr. 5, Sp. 149, wonach Alberl, der
drille Erzbischof von Riga, zum Gesihicchte der v. Bux-
höwden gehört haben soll, veranlafst mich zu den nach-
folgenden Bemerkungen.
Die Quelle, woraus jene, freilich von den meisten alle-
ren liefliindischen Geschichtschreibcrn adoptierte, iNatbricht
entnommen worden ist, kenne ich zwar nicht, möchte aber
vermulhen, sie sei Hiarn's Elist, I.iv- utid Letlliindisiher Ge-
sihicble (Mitau, 1794. 4". S. 95 u. f.Hi fg.) enliebnl. Diese
Annahme, obgleich noch neuerlich (vgl. Mitthcilungen aus
dem Gebiete der Geschichte Liv-, Ehsl- und Kurland's,
Bd. VI, H. III, S. 324. 328. 331.) anfcestcllt, ist jedoch
schon langst widerlegt (vgl. Gruber, Origtr. Livoniae, p. 16.).
Gleichzeitig mit Albert tritt zwar in Urkunden und Chro-
niken eine Familie v. Bu.xbowden uns entgegen; doch
sind gewichtige Gründe vorbanden, welche gegen die Iden-
tität der beiderseitigen Familien sprechen. Die v. Bux-
bowden scheinen nach ihrer Uebersiedclung in Licfland
sehr bald nicht unbedeutenden Grundbesitz und ein grofses
Ansehen erlangl zu haben, wie denn auch, nachdem Hein-
rich, Bischof von Oescl (der, nach einer gefalligen Mit-
Iheiliing des Hrn. Dr. Napiersky in Riga, urkundlich noch
1203 erwähnt sein soll), seil 1260 nicht mehr den Bi-
schofssluhl inne hatte, in demselben Jahre Hermann (1.)
von Buxhüwden dort zu dessen Nachfolger erwählt und
am 22. Aug. 1262 geweiht wurde Urkundlich erscheint
dieser zuerst am 23. Aug. 1262 (Liinig, Teutsches Reichs-
Archiv, XVII, 314. Leverkus, l'rkundenbuch des Bisthums
Lübeck, 1, 146) und zuletzt am 4. Febr. 127Ö (das. 361);
doch soll er noch um 1285 vorkommen (Urkundenbucb
der Stadt Lübeck, I, 448), wahrend sein Nachfolger erst
im Jahre 1290 angelrolfen wird.
Umstiindliche Nachrichten über .\ liiert und dessen Fa-
milie linden sich in dem angezogenen Werke Grubcr's, und
eine Stammtafel der Vorfahren desselben (von weiblicher
Seile), welche einer alten llandschrifl der Chronik des be-
kannten Abts Albert von Stade entnommen worden, ist
ebendorl (|). 213) in einem Facsimile beigcfuffi , die ich
hier (ccnan nach Grubcr's Erklarunir), der daran zu knüpfen-
den Bemerkungen wegen, sowie zur besseren l'cbersicbl,
wiederholen will:
171
Anzeiger für ICuiulc der diMilscluMi Vorzeit.
172
Elverich (AIve^icll^) , Graf.
Gem. >' Olli bürg.
Adiko.
Kichert.
I)i)d(
Gol Ifrled.
M u n e tr o I (1
der Reiche.
II c I II r I c li ,
Propst in Sliide.
li II I tili eil.
Otto.
VVi
Vogle von Sinde.
Dietrich.
Abt.
Mathilde.
Otto. Willer.
Vügle von Stade.
Hiernach sind die Stammeltern des Geschlechts ein Graf
Elverich und dessen Frau Nothburg. Der Filiation we-
gen müssen beide Eheleute noch im eilTlen Jahrhundert ge-
lebt haben, und, nicht unwahrscheinlich, möchte derjenige
Freie (über homo) jenes Namens, der urkundlich vor dem
Jahre 1102 erscheint (Lappenberg, hamburgischcs Urkiin-
denb., I, 118; vgl. 171, Anm. 2. Gruber, 215.), für iilen-
tisch mit obigem zu nehmen sein. Es kommt zwar ein Elve-
rich auch 11Ü7 vor (Vogt, Monum. iiicd. Urem., I, 252.
Pralje, die llcrzogthümcr Bremen und Verden, IV, 185.);
doch ist begreiflicherweise an diesen unter keinem Umstände
zu denken; eben so wenig an den 11.39 crwiilinten , da
dessen Frau Deda hiefs (Lappenberg, Hanib. L'rU.-Buch., I,
149.), noch an den 1147 genannleii (Erhard, (od. dipl.
Westfaliae, II, 50.)
Die drei ältesten Sohne, Diido, liicbcrt und Adiko,
waren es, welche 1141 (Lappenberg, Geschichisquellen des
Erzstifles und der Stadt Bremen, 188.) oder 1142 (dess.
L'rk.-B., I, 171., Pralje, VI, 8Ü. Vogt, I, 147.) vor Stade
den Grund zu einem Kloster für Benediklinermönche legten
und eine hölzerne Kirche erbauetcn, woraus das Maricn-
kloster entstand (Vogt, I, 129. Chron. Alberli nbb. Slad.
ed. Heimslad. 1587, f. Iß3a.) deren Einweihung «m 2. Juli
1142 durch den bremcnschen Erzbischof Adulbert I. (1123,
•j- 25. Aug. 1148) vor sich gieng (Chron. Alberli, f. 1(53 a.
Lappenberg, Gesch. -Qu., 188). Eine andere Nachricht liifst
eine neue Einweihung des Maricnklostcrs nebst der Kirche
am 2(i. Sept. 110)5 durch den Erzbischof Hartwig 1., Gra-
fen V. Stade (1148, f 8. Okt. 11(18) erfolgt sein (das.
192 a. Altes und Neues aus den HerzogthUmern Bremen
und Verden, IX, 77), Die Sliflnng hol der Papst lladrinn IV.
(3. Dezb. 1154, j 1. Sept. 1159) bcsliiliul (vgl. Voigt,
I, 129). Dem Kloster wurde Adelwanl, den der damalige
Abt von Hosenfcld (llanscfeld), Namens Konrad (1130,
j- 1147, etwa 7. Juni?) nebst anderen Mönchen dorthin
gesandt hatte, als Abt vorgeselzl. Er wurde nm 0. oder
Gertrud.
Gem. Daniel
V. Blidestorp.
Iwan V. Daniel
Blidestorp.
Friedrich.
Die trieb v.
Hase Itborp.
Friedrich v.
Hasel Ihn rp.
Adelheid. Gertrud.
7. Juli 1147 ordiniert und geweiht (das. Lappenberg, Gesch.-
Qu., 189. Dess. Hamb. Urk. -Buch, 1, 171. 188. Pralje,
VI, 83. Altes und Neues, IX, 70. Lindenbruch, Scr. rer.
Septentrion. 91. Wedekind, Noten zu einigen Geschicht-
schreibern des Mittelalters, VIII, 390; vgl. Chron. Alberli,
f. 163a.) und starb am 11. Okt. 1177 (Lappenberg, Gesch. -
Qu., 189. Altes und Neues, IX, 80. Lindenbruch, 256.
I.angebek, Scr. rer. Danicar., I, 205. Wedekind, VIH, 390.
Chron. Alberli, f. 195a.; aber Mencken, Scr. rer. Germ.,
HI, 790 mit 1178.).
Was die drei Brüder anhingt, so werden dieselben
untereinander als fralres gerniani und frulres uterini be-
zeichnet (Lappenberg, Hamb. Urk. -Buch, I, 171), welche
Ausdrücke sich zu widersprechen scheinen, denn unter den
letzleren werden gemeiniglich solche verstanden, die eine
gemeinschaflliclie Mutter, aber verschiedene Viiler luitten.
Nur diese drei Brüder nennen die angeführten Urkunden
und Chroniken; es ist denselben jedoch nach der Stamm-
tafel noch ein vierter und jüngerer, Namens Gottfried,
zugesellt, wenn dieser nicht, wie ich vermuthc, für einen
Enkel Elvcrichs zu nehmen sein mochte. Dagegen wird
eine Adelheid als Schwester der erstgenannten drei Brü-
der Anzunehmen sein, die zweimal verheirathet war, und
von welcher weiter unten Nacbrichlen folgen sollen.
Von den drei Brüdern wird Dudo, weil er zuerst ge-
nannt wird, der yllere gewesen sein, ^^'i^ linden ihn mit seinen
beiden BrUdern zusammen erwähnt am 2. Juli 1142 (das.);
allein aber am 3. Sept. 1142 (das. 157), dann 1143 (das.
161, 162; Origg. Guelf., II, 553), und noch 1149 (das.
177), Bicberl erscheint, mit Adiko zusammen, am
25. Juli 1143 (das. 160), am 5. April 1148 (das. 173),
am 9. Jan. 1152 (das. 185) und ertrank am l(i. Febr.
1164 (das. 141. 241). Beide scheinen nulit \ erlicirnlbcl
gewesen zu sein. Adiko wird wohl nuhl iler Odiko
gewesen sein, den uns bereits eine Urkunile vom Jahre
1091 kennen lehrt ( dass. 113); er kommt indessen nach
173
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
174
1 152 nicht weiter vor. Seine «ngeblichen Kinder können den
Jaliren nach, worin sie lehlen, nicht wohl siimnilliih Bruder
gewesen sein ; wie üherhaupl die Slamnilarel doch einige
Bedenklichlieiten hervorruft.
(Forlsetzung folgt.)
lieber tili' Bedciitime «oii Freiiiinrkt.
Von llofralh Dr. Züpfl in lleidell>erg.
In Nr. 4 des Anzeigers d. J. hat Herr Archivar Herscliel
zn Dresden die Frage über die Bedeuinng der Wörter Frei-
ina ritt, frei mark ten, frei marken n. s. w. angeregt
und mit Beziehung auf die von ihm daselbst milgelheille,
sehr interessante Urkunde, ein wol bisher ungedrucktes
Magdeburger SchölTcnurtheil , das sich in einer Hand-
schrift der Dresdener Bibliothek aus dem XV. Jahrhundert
findet, die ganz richtige Bemerkung gemacht, dafs unter
Freimarkt nicht, wie Haltaus ^nnahm, ein einfacher
Tausch zu verstehen sei. Herr Archivar Herschel neigt
sich sodann der Ansicht zu, dafs darunter ein unredliches,
glUckstopfurtiges Tauschgeschäft zu denken sei, erklärt aher
zugleich, ' dafs die Frage nach der eigentlichen Bedeutung
des Wortes noch ofTen bleiben müsse, da der Dresdener Fall
ein vereinzelter sein könne. Letzteres ist nun wol nicht der
Fall, da die von Herrn Archivar Herschel miltretlicilte Magde-
burger Urkunde mit den bei Haltaus angeführten Urkunden
in ollem Wesentlichen übereinstimmt, insbesondere mit dem
daselbst abgedruckten Urlheil der Leipziger SchülTen aus
dem XV. Jahrhdl. , worin ebenfalls die erhobene Klage auf
den Vollzug des Geschäftes darum abgewiesen wird, weil
die Sache einen Freimarkt antrifR, das loppil speyl iinde
Kette glich ist. Uebrigens enthält die von Herrn Archivar
Herschel beigebrachte Urkunde wol Momente genug, welche
das Wesen des Freimarktes vollkommen deutlich erkennen
lassen. Diese Urkunde handelt überhaupt von keinem Tausch-
geschäfte, sondern von einem Kau fsrcsch ä fte , indeni der
Acker, der Gegenstand des Geschäftes war. „abgeschätzt",
d. Ii. dessen Werth in Geld durch Schutzleute bestimmt und
die Schätzung aiisyesayl , d. h. von den Scbälzern ausge-
sprochen worden war, worauf beide Theile, Kaufer und
Verkäufer, darüber befragt wurden, oh sie diesen Preis als
einen ri(hligcn anerkennen wollen und sich damit einver-
standen erklärt haben, was daraus hervorgeht, dafs sie
„schreiben" hiefsen, d. h. verlangten, dafs die in der
Magdeburger Urkunde bemeldete eigenthüniliche Form der
Beurkundung des Vertragsabschlusses vorgenommen werde.
Ueberdies bezeichnet die Magdeburger Urkunde das Ge-
schäft ausdrücklich als einen Kauf ( frymanjtis kou/f) d. h.
Freimerkl.skauf, und am Schlufse noch einmal als „solchen
verhandelten Kauf". Auch das bei Haltaus angeführte
Leipziger ScIiolVcnurlheil ans dem XV. Jahrhundert handelt
von keinem Tausche, sondern von einem haulgescbafle, in-
dem daselbst ein gewisser Niklus Im cm Eibe (Gut), auf
dem er sitzt (das er bereits im Be.-ilz hat), seinem Contra-
henlen Wenzel eine Ge Idsumuie zu zahlen gelobte. In
dem W orte Freienmarkt ist nun aber an sich weder der '
Begriir eines Kaufes noch eines Tausches enthalten, sondern
Freimarkl bezeichnet, wie die Magdeburger Urkuude ganz
deutlich besagt, einen Markt, forum, in der alten Bedeu-
tung von mallus, Gericht oder Ding, welches die ehrsamen
Bürger von Dresden in einer Wirthschafl, die sie mit einan-
der gehabt (d. h. in einem Genossenschafts - oder Gesell-
schaftsbause, sog. Trinkstube, Zeche) unter sich durch ge-
genseitige freie Einwilligung errichtet (geicillkohrt) haben,
also ein forum eon ven ti ona le. Sie ernannten (will-
kohrten) sich daselbst einen Richter und SchölTeo und mach-
ten vor diesen Kaufgeschäfte, wie sie sonst nur vor dem
ordentlichen Gerichte (im dem rechten Markt, im echten
Ding) gemacht zu werden iillegten und recbtsbesländig auch
nur gemacht werden durften, ähnlich den sog. Winkelbör-
sen in der neueren Zeil, im Gegensalz der gesetzlich an-
erkannten Börse. Hier pflegten die Genossen (compane)
dieser Gesellschaft Verkaufsanerbielen zu machen („auszu-
bieteu"J und Kaufgebole darauf zu legen (rey/en n; reden)
und zwei Freimarklscompane machten die Schätzer, gleich-
sam die Mäckler bei diesen Geschäften. Es scheint, dafs
die Genossen dieser Gesellschaft es für sehr bequem fanden,
ihre Geschäfte miteinander in ihrer Trinkstube (ihrem ge-
willkührlen oder Frei-Markl) zu machen. Es wurden , wie
die Urkunden bei llaltaus zeigen, an solchen Freimärkten
sowohl Kauf-, als Tauschgeschäfte gemacht. Auch kamen
die hier geschlossenen Geschäfte wohl regelmäfsig unter
den Genossen zum Vollzuge. Entstanden aber Anstände
und SIreitigkeilen, die sich nicht gutlich beilegen licfsen,
und wurden die Klagen aus solchen im Freimarkle geschlos-
senen Geschäften vor das ordentliche Gericht gebracht, so
erkannte dieses dieselben, eben aus dem Grunde, weil sie
nullt am gesetzlichen Orte geschlossen worden waren,
fUr ungesetzliche und nicht klagbare Geschäfte und behan-
delte sie somit wie Klugen aus verbotenen oder Glücks-
spielen, (als „unredliche Handlung"), und dies ist es, was
die Majidebiirgcr Irkiindc in fast u örtlicher Uehereinslini-
niung mit dem Leipziger ScholTenurlbeile bei llaltaus aus-
spricht. Ob das Geschäft Kauf oder Tausch war. mufste
hiernach als ganz gleichgültig erscheinen.
Bemerkenswerlh ist, dafs in den beiden Prozessen, welche
die Magdeburger Urkunde im Anzeiger Nr. •! und das Leip-
175
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
176
ziger SchüfTeourlhcil bei Haltaus darstellen, keiner der Be-
klai^ten eine Einwendiiiis gegen die Klage auf Errillliing
seines Zuhlungsversprccliens von der Eigenschaft des Ge-
schürtes als Frelmarkts-Kaul, d. Ii. von dessen AbscIiluTs an
einem ungesetzlichen (nur eew illkiihrlen) Forum hernimmt,
sondern in beiden Fallen «erden die Einwindiinecn nur
daraus hergenommen , dafs die Voranssel/.nng , uiiler- «el-
cher das Zahlungsversprechen geleistet worden — dafs
nämlich das gekaufte (jut auch der Frau und den Erben des
Käufers von dem compctenlen (icrii hie oder l.chidiof «erde
gelieben werden — nicht eingetreten sei. in der Magdeburger
Urkunde erscheinen daneben als weitere Ein« endiingen ge-
gen die Gültigkeit des Geschäftes, dafs dieser Freimarktskauf
bei f^aclil und in hijr - Weise geschehen sei. Ersteres er-
innert an den auch häutig ander« ärts hervortretenden Recbls-
gruodsatz, dafs Kaufe nur bei hellem Tage (bei Sonnen-
schein) giiltiff abgeschlossen «erden können. Letzteres, das
Kaufen in hyr- (Bier) Weise, klingt an den sonst bekann-
ten Weinkauf an, oder das gerichtliche „Weinen oder
Beweinen" d. h. Verabreichung von Wein an Richter, Sch(if-
fen und andere Zeugen beim Geschäftsabschlüsse liier
wollte also daraus, dafs nicht Wein, sondern nur Bier ver-
abreicht worden war, ein Formfehler abgeleitet werden. Die
Gerichte nahmen aber in beiden Fällen auf die von den Be-
klagten vorgetragenen Einreden gar keine Kiicksicbt, son-
dern verwarfen die Klage ohne Weiteres aus dem von
Amtswegen berücksichtigten Grunde, dafs die Verträge in
einem Freimarkte, d. h. an einem Orte geschlossen worden
seien, wo solche Geschäfte (sie betrafen in beiden Fällen
Immobilien) den Kecbten nach gar nicht geschlossen
werden durften.
Ist hiernach die Bedeutung von Freimarkt festgestellt,
so ergibt sich die Bedeutung von Frei markts - Ka uf als
eines in einem solchen Freimarkte abgeschlossenen Kaufes
von selbst. Ebenso erklärt sich hiermit auch der Ausdruck
„ fr eimarklen, a bfreim a rkten , verfreima rklen ",
d. h. in einem Freimarkt handeln, ein Geschäft (Kauf oder
Tausch) abschlicrsen.
Es wäre sehr zu wünschen , dafs der Anzeiger öfter so
wie es von Herrn Archivar Herscbel geschehen ist, zur Mit-
theilung von Urkunden benutzt würde, welche zweifelhafte
Recbtsausdrürkc enthalten. Es ist dies unverkennbar der
zwcckmafsigsle Weg, eine Erörterung zu veranlassen, und
die Entdeckung des richtigen Sinnes anzubahnen.
Ilie IInii(lMrlirir<<'iiMaiiiiiiliiiiK tleM |$eriiia-
iilMrlieii .YIiLHOiiiiiH.
Von Dr. Karl Bartsch, Professor, in Koslock,
l'i-bcr die .Schwierigkeiten, in jetziger Zeit, «o lland-
sclinften ein lliindelsartikel geworden sind, eine bedeutende
Sammlung von Handschriften zu begründen, hat sich die
Vorrede zum gedrucklen Bihliolhekskataloge des germani-
schen Museums ausgesprochen. Dennoch «erden die Freunde
der deutschen Geschichte und namentlich der allern deut-
schen Literatur auf manches interessante Denkmal in dem
gedruckten Verzeichnifs gestofsen sein. Sind es auch meist
nur traurige Bruchstücke, die von der Zerstörungswuth
früherer Jahrbunderle zeugen, so haben sie doch auch als
solche einen Wcrtb Von den für deutsche Dichtung wich-
tigeren Fragmenten und Handschriften haben die früheren
Jahrgänge bereits Nachricht gegeben: ich will hier einige
andere, die seitdem zur Sammlung des Museums durch Kauf
oder Schenkung hinzugekommen sind, auch ein paar histo-
rische, etwas näher besprechen.
I. Ulrichs von Eschenbach Alexander.
Ein Pergamentblalt aus der ersten Hälfte des vierzehn-
ten Jahrhunderts in Folio enthalt 348 Verse aus Ulrichs
Ale.xander in gutem Te.xte. Das Blatt hat je drei Spalten
auf der Seite und ist (pier durchschnitten. Zwischen der
obern und der untern Hälfte sind je drei Zeilen einer Spalte
weggeschnitten : das ganze Blatt hatte demnach 366 Verse,
die Spalte 61 Zeilen. Die Handschrift ist in Bayern oder
Oesterreich geschrieben. Das Bruchstück entspricht Bl. 53
bis 58 der Stuttgarter Handschrift, von der mir Franz Pfeif-
fer eine Abschrift geliehen hat. Anfang:
Lat eu wol enpholhen sein.
Baide leut vnd lant.
Noch mer frowe seint gemant.
Daz ich durch meinen willen tut.
Seit den armen volke gut.
Ich pit euch alle geicich.
Baide arm vnd reich.
Daz ir durch trewe di kunigein.
Eu allen lat enpholhen sein.
Schlufs:
In der schar er schain airib da.
Der Biirgraue von athenia.
Der vnverzagt cschinus.
Dimus vnd nycomacus.
Di der vcinde wenic schonten.
II. Ulrichs von Türheim Willehalm.
Aufsor dem im Anzeiger für 1857, Sp. 284 schon be-
sprochenen Bruchstücke aus Ulrichs Willchalni (Nr. 6328 a.)
177
Anzeijrer für Kunde der deutschen Vorzeit.
178
besitzt (las i^ermanisclie Museum nocli ein anderes unter
Nr. 7216, von dem der gedru(kle Kalaloar der Bihliollieli
(S. 20.) kurze Naihriclil s'M. Es ist ein Persamentdop-
pelblatt des dreizelinten Jahrhunderts in 4., zweispaltig ge-
schrieben, froher als Einband dienend, daher das Pergament
mitunter sehr geschwärzt und schmutzig, und einige Stellen
ganz unlesbar sind. So gleich die ersten Zeilen von denen
nur Folgendes zu entzifTern ist:
Vn .... Rennetrart
Rennewart ijehah dich trol
Vns .... eriiel . . .
Vit schiere sich tri! (wenden)
Gnt teil ms g . . . iis senden
Da wir srin gemaches pflegen
Vii alles krmhers gar erwegen.
Das erste Blatt schlieCst:
Rennewarl la din Irnren wesen
Wir srl beide «r genesen
Ich han oranse ersehen
Da vns sol liebes vil gesehen.
Wie viel zwischen dem ersten und zweiten Blatte fehlt,
läfst sich nicht ermitteln. Das zweite beginnt nach einer
Zeile, die bis auf wenige Buchstaben weggeschnitten ist:
Ich teil nilh gole entrinnen
Ich wil durch got kom dar
Also daz, ich der cristen schar
Vor der heidenschefte nere
Da:, ich ril den nirnl geber
•Vit gäbe hie ze allen citen.
und schlierst:
Die rede reilens vf ir tart
Mit Iriwen an allen rar
Nv u>as der markis ein iar
Un dri mande gewesen
Nv begonde drnken kylamesen.
Beide Blätter sind oben beschnitten, wenigstens um zwei
Zeilen, so dafs jetzt die Spalten je 1 J Zeilen haben. Das
Bruchstück bietet einen allen und sorgfältig geschriebenen
Text, der einem künftigen Herausgeber des Gedichtes ge-
wifs von VVcrth sein wird.
(ForUclzung fulgl.)
ITlelMter AltMivert.
Von Prof. Dr. A. v. Keller in Tübingen.
(Schlufs.)
239, 1 werent. 18 achtent. 2.3 alkir (wie 2.37, 1)
wolten.
240, I arme. 2 aillTt. 8 einer. 1 4 Es. 17 bilgerin.
20 habend wenig Rv. 24 ain srut scnal ( ; Rauls für Rauts,
au = ä). 27 an ir h. 32 habent.
241, 2 swerer vnnd hörler. ö kniiblen. 17 herkamen.
21 wollen. 31 gelouben. 37 ball : matt. 38 ainer.
242, 1 beliben. 5 sunnderbar. 10 sullend. 12 be-
stercken. 14 werdcnt. 17 ende. 19 dem. 24 wolt. 27
Ab trow wort diser man. Difs ist zum vorigen Vers zu
ziehen. ? dröwort. 31 daheim. 33 disem. 31 vergangen.
35 beliben.
243, 5 ain getter. 7 Werdenl fraugen mich. 8 Wie
es mir ergangen wer. 10 So hund die argen haiden. Mir
mein b. 12 verfert. Ueber bihviz s. Faslnaclilspiele aus
dem 15. Jh. S. 255. 1463. Grimm's deutsche Mythologie
441. 16 Caldey. ? Paldag. 17 Vgl. 239, 33. 18 Das
macht. 31 truren.
244, 4 Dogaten acht. 9 Das all nam vns g. 1 1 jell-
lich. 16 ainem. 17 Mumppelier. 20 Josephetas. 21 am
morgen. 25 ettlicb. 30 machs. 32 aller hande. 38 Bc-
claiden.
245, 2 Der böhmisclie Ketzer Rorkenzan soll 1471 ge-
storben sein. Das Gedicht fallt also sicher in das 15. Jahr-
hundert. Nach dem Namen ist Komma zu setzen. 3 böchem.
4 Junge. 6 Auf wildem. 13 gute. 15 kam . . . Ysbruck.
20 Ringen springen. 31 gcluit.
246, 1 Belaib. 19 Der drang durch meine gelider.
247, 2 Zwirin vaden. 6 Ist es. 8 klebetissen. 12 V.
von leowen. 19 nempl du. 21 aufs dem. 32 liebe. 34
guldin. 37 grossen.
248, 1 Erzaig. 8 minne. 17 Bichles w. 25 Ditz.
34 turen. 37 Geformet.
249, 6 Vnd sclioweud wie meine gelider. 13 hertzen
: schmertzen. 16 zaig. 18 den. 20 zaigt. 23 ganlz be-
gier. 27 fromde. 29 Cristen. 33 Amelly.
250, 2 Mein fröd. 4 maget zu ageryppen. 5 ernste
arrat. 10 vese steht auch Hs. 41, 11 : Nu haben vor mir
die wcislen Den kern geclaubcl aufs den vesen: Des nui()|j
ich vor den lielwen lesen Mein dichten als ein stopfclman.
Dir Miiijlidi noch in sieichen kan. F'erner in Frischlins
Uiitli, 2, 1. 5. Noch beule z. B. Sliialsanzeigcr fiir Wilrt-
leniberg, 19. Aug. 1855: Die Vesen sind grofsciilbcils drci-
kürnig. 14 honigsaim. 18 so lid. 19 ende. 21 sele. 23
geschlecbte. 25 ewigen. 27 Wol ir genädig. 34 verzigcn.
251,5lndion. 10 edel. 1 1 klelT d. h. Cleve. Vgl.
Konrads Schwanritler. 20 werde. 22 brach. 29 claine.
36 Dry für Ditz.
252, 1 ein michel. ?worte ein. 5 On zwiuci gcwc.^cn.
23 beliben. 26 komenl. 31 scblelTen.
179
Anzeiger für Kunde der deulscheii Vorzeit
i8ü
233, 15 haondelunge. i6 jm der junge. 21 leger-
stalt. 24 argen. 30 liahend. 31 sind.
254, 8 Owcder. 1 7 niinen, soll lielfsen nierricr. 20 werdl.
21 belieben Tür beleiben: weiben. 22 GelUck. 24 Ich
main. 25 euch von hinen m. 30 seyen. 32 baroasch.
34 loch. 35 werde. 36 ^^■i^ baid waren n.
253, 12 Desselben. 19 zaigl. 2ü für kUnnen. 25 is(z.
27 gachlings wis geschehen. 28 iNun bin es sej versehen.
34 alle.
Si«e.
f.anilirliiiiH.
Von ür. .Martin hunkel in Düsseldorf.
Ich trage kein Bedenken, diesen vielgepriesenen und
noch unentrüthselteii „König von Flandern iipd Brabaiif zu
enlÄchleiern. Das Ganze i.st nach Coremans (s. Anzeiger,
1858, Sp 81 f.) nicht so schwierig geworden, Gambrinus
ist eine flandrisch- deutsche Verdrehung aus Jan Primus,
Johann der erste von Brabant!
Es steht also nun den deutschen Dichtern frei, diesen
ersten Johann zu feiern, und deutschen Bierfreunden, des-
sen Gesundheit auszubringen.
Kunst.
BUdende Kunst.
Malerei.
DaM .%l(nrKeiiiHl<ie in <ier Hirclie zu
ArtelHliorrii.
Viiin l'farrer Fischer in .\rtelsliofen.
In der evangelisch -lutherischen Pfarrkirche zu Artels-
hofen an der Pegnilz (Dccanals Hersbruck in Mitlelfranken)
befindet sich ein sehr wcrihvolles Altargemäldc. Meister-
haft sind auf Holz und Krcidcngrund mit hohen Farben
Maria mit dem Jesuskinde, Anna und Joseph, Zacharias mit
einem Ministranten, Elisabeth mit Johannes, die drei Wei-
sen aus dem Morgcnlande u. s. w. dargestellt. Auf den
Flügeln des Altares sind Siephanus und Laurenlius, Christo-
phorus und Sebastianus und andere trefflich abgebildet.
Einsender dieses ist nicht im Stande, das ganze Altarge-
malde genau zu beschreiben oder eine Zeichnung davon
zu fertigen, zumal selbst Kunstkenner, welche es sahen, aber
die ni)thigcn Huirsmiltel nicht hei sich halten, von ver-
schiedenen Figuren bis jetzt nicht sagen konnten, wen sie
vorstellen. Der Name des Malers ist zwar mit W/ bezeich-
net un<i als Jahr I'jIa^) angegeben; allein schon 1735
W
*) Bekannt ist ein ganz »hnlirhes .Vonogrninni iiiil der
Jahreszahl l.'')16 auf alten llolz.schnitlcn, Brulliot I, Nr.
3160h. F"ur jene Zeil wäre es niiht unmöglich, dafs
der Maler des erwiihnlen Allarhildes und der Zeichner
der Iluluchnitlc dieselbe Person gewesen.
Anni. d. Red.
wurde in den „Hamburger Berichten" angefragt, welcher
Maler sich dieses Zeichens bedient habe, und es konnte da-
mals keine genügende Antwort gegeben werden.
Merkwürdig ist, dufs in Artelshofen sich von Geschlecht
zu Geschlecht die Sage erbalten bat, das scbune Altarbild
sei in einem Kriege den Türken abgenommen worden und
durch einen früheren Gutsherrn bieher gekommen. Dieser
Gutsherr wäre wohl Lazarus llaisdorl'er , der 1598 starb
und mit seiner Gemahlin unten an den innern Flugein des
Altars kiiieend abgebildet ist. Unmöglich wäre es nicht,
dafs in die Hände eines nurnhergischen Patriziers ein sol-
ches Bild kam, das man in einem Kriege den Türken wie-
der abgenommen hatte. Gewifs ist z. B., dafs Dom. I, |i. Trin.
11)89 in der nur eine halbe Stunde von Arlelsliofeii ge-
legenen Kirche zu Vorra ein 20 — 30 Jahre alter Türke
getauft wurde, welcher im Turkeukriege zu Ul'en gefangen
genommen , nach Nürnberg gekommen und un den Patrizier
Gusl. Phil. Tezel verschenkt worden war.
Einsender wollte mit diesen Zeilen Kunstfreunde und
Kunstkenner auf das Allargcmälde in Artelshofen aufmerk-
sam machen und erlaubt sich die ergebenste Bitte, es mochte
gefiilligst in diesen Blultorn mitgetheilt werden, welcher
Meisler nach dem angegebenen Monogramme das Gemälde
verfertigt habe.
Zur müiixkiiiide der .%btrl AieiihiirK.
Von Tb. Stenzel, Pastor, in Mutha bei Zerbst.
(Schlufs.)
Nach Nienburg dtlrflen wir auch
3. folgenden ganz dünnen, llitterarligen Brakteaten zu ver-
weisen haben: „In einem von erhöhtem Bande umgebenen
Kreise wird von einem ausgestreckten Arme ein Krummstab
gehalten, an dessen Fufs ein N gehängt ist."
Dieser gewifs höchst seltene Braklenl ist in einem ein-
zigen Stück gefunden worden mit Stolhcrger und Hal-
lenser Münzen, ferner mit Münzen aus der Gegend am linken
Eibufer bis Werben iinil der östlichen Seile des Harzes,
einschliefsiich Goslar, HallierstadI , auch Magdehure, dann
mit Stücken auÄ den Brandenburg. Prägcstadleii der Gegend
von Kyritz u. s. w., Sandau, Brandenburg, Bathenow, Plauen
bis Burg und einigen Gepragen der Altmark aus der Ge-
gend von Wolmirslädt. Da nun auf dieser ganzen Strecke
kein Bisthum, keine Abtei, kein Kloster mit einem N zu fin-
den isl, dem mit einiger Wahrscheinlichkeit obiger Brakteat
zugewiesen werden könnte, denn das Bistlinm Naumburg
und das Kloster Nordhausen haben auffallend andere Gc-
Lcben.
Erecu|;unf; iin(
Erwerb.
HaDitcUmittel
181
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
182
prüpc und ihre Münzen tragen Jahrliunderte hindurch einen
fast iinveninclcrt andern, unserm Braklealrn enlscliieden ent-
jegenslelienilen Tjpus ( vgl. Posern-Kicll a. a. ü. S. 264 —
877, Tfl. X\X IT. und S. 167 IT., Tfl. \LIV, 6— 11 und
XXllI, 1 — .i): so er.-cheini es mehr als wiilirstlieinlich, dafs
wir auch hier eine Nienburger Münze vor uns haben. Dafs
Der 1847 bei Nienburg gemachte, im herzogl. Gab. zu
Dessau oiifbewahrle, von mir in der Numism. Ztg. v. 1856,
Nr. 18 mitgclheilte I'°und entliidt 229 meist ganz bekannte
Brandenb. Pfennige aus dem Ende des 13. und Anfang des
14. Jahrhdis. In diese Zeit ^ehOrl also auch unser daraus
herrührende Br. Nr. 4. Derselbe konnte von dem Nachfolger
dieselbe spätem Ursprungs ist, als obige Halbbrakteateo, des oben erwähnten Abts Hermann , dem Abt Conrad aus-
licgt auf der Hand; denn in hiesiger Gegend huldigte man
höchstens bis 115U dem unzweckaiiiTsigen N erfuhren, llalh-
brakteatcn (Bilaterales) zu priigen, d. h. die dtiunen Miinz-
blecho nach der Weise der früheren stärkeren üenure mit
zwei Stempeln zu prägen, wodurch die )lünze ein undeut-
liches Gepräge erhielt, indem die Eindrücke des ersten
Stempels durch den zweiten meist wieder verschlagen wur-
den. ")
Doch nun zurück zu dem Aller unseres Brakleaten Nr. 3
und der Zeit seiner Entstehung.
Nach den Erfahrungen eines sehr tüchtigen und zuver-
läfsigen Munzkenncrs, des Heim Krelzschmer in Berlin, der
diesen Münzfund gesiebtet bat und dem ich die Alittbeilung
darüber verdanke, gehören die Münzen dieses Fundes in die
Zeit von 1270. L'nser Brakteat konnte also von Abt Ueb-
hard, oder von Abt Hermann liciiiiliren, die vor und nach
1270 in Nienburg regierten.
4. Mit diesem Brakleaten hat ferner folgender, vielleicht
nur 20 Jahre jüngerer, eine unverkennbare Aehnlichkeit:
„Ausgestreckter Arm aus Wolken, einen Krummslab hal-
tend; Band gestrichelt."
Da wir also hier gleichfalls einen von einem Arm ge-
haltenen Krummstab, somit fast genau dieselbe Vorstellung
wie bei Nr. 3 haben; da ferner dieser Brakl. Nr. 4 bei
Nienburg selbst, also auf dem Gebiete unserer Abtei gefun-
den worden ist: so hat die Annahme viel für sich, dafs der-
selbe ebenso wie Nr. 3 nach Nienburg gebort.
*) Vergl. V. Posern a. u. O. S. lül iirul S. .') ; und zum
Beweis siehe II. l'b. Cappc, yuedlinb. .Münzen, S. 117
bis 22, die Münzen der Aeblissin Agnes I. (,1095—1113.
Nr. 7-14},,dcr Aeblissin Gcrburg (1113—37. Nr. 15— 18)
und der Aeblissin licalrix II. (1138—61. Kr. 19-39.).
Von I.clilerer sind nach ('iippeS.22 „die ersten IIolil-
niünzfn, ilnmals Pfennige, spiitcr viin .Sihrifl.>-tclliTn,
Vüni\ollic (din Ziilyeniis.sin I) nie BrnUlcaten (.'cniinnl. "
Vrrgl. endlich auch die Alihildiingcn .MHgdiliiir;,'iT Mün-
zen durch Direktor Prof. >Mg(;erl. Die ilalbbrakt. Nr. 7
und 8 sind vielleicht von Erihischof Heinrich (1102 —
1107) oder von Adelgol f 1 107— 1 119); doch licfscn beide
Erzliisrliöfe schon reine und schöne Bnikleiilen priigen,
I\>. 9—11. Ob Nr. 12, von Conrnd ( — 1112) ein Dinar
oder HalhbrakUiit ist, verniiig ich nicht «nzugi-licn.
gesangen sein. Des Letzteren Kegierungszeit vermag ich
nicht genau anzugeben; er wird, nach Beckmann, in Ur-
kunden von 1292 und 1303 erwähnt.
Hatte ich den Brakl. Nr. 3 schon vor 3 Jahren gekannt,
würde ich schwerlich den ihm ähnlichen Nr. 4 einem Bran-
denburg. Bislbum zugewiesen haben, wie das in meiner
Mittheilung über den Fund bei Nienburg geschehen ist.
Die 2. Art von Brakt. in diesem Funde: „Stehender Hei-
liger, in der Bechten einen Schlüssel, in der Linken einen
Kreuzstab hallend"', gieht aber, obgleich bei N. gefunden,
keine Berechtigung, selbige darum auch dahin zu verweisen;
vielmehr gilt wohl in Beziehung auf diese meine frühere
Annahme Brandenhurgischen Ursprungs.
Sollten nun weitere Forschungen hierüber die Richtig-
keil obiger Angaben noch näher begründen : so fällt auch
v. Posern -Kielt's Wort, S. 283: „Es ist zweifelhaft, ob
nach dem Jahre 1166 überhaupt das Münzrecht in Nien-
burg noch ausgeübt worden sei."
Wohl ist durch Urkunden hinlänglich bestätigt, dafs,
nachdem 1166 Kaiser Friedrich!, das Kloster Nienburg,
das zuvor unmittelbar unter den Kaisern gestanden, dem
Erzbischof zu Magdeburg untergeben halte, das Kloster von
den Erzbischofen viel Eingriffe in seine Gercchlsame er-
dulden und deshalb oft beim Papst klagen mufste. Aber
darum läfst sich noch nicht mit Recht schliefsen, dafs die
Erzhischöfe dem Kloster alle Münzgercchlsamkcit genom-
men haben. Wie lange aber in Nienburg gemünzt wurde,
ist zur Zeit noch unbekannt.
Dafs Nienburg gar nicht Gebrauch gemacht habe von
seiner Münzgcrcchlsamkeit im 12. Jahrb., darf man nicht
daraus schliefsen, dafs in einer Schenkungsurkunde eines
„devoten Mannes, Aggihard oder Eggihard sampt dessen
Ehe-Genos.-iii Adelheid", welche nach Beckm. S. 433 ,,umbs
Jahr 1117" Busgestcllt und vom Magdeb. Krzbischof Adelgot,
der bi^ 1119 regierte, bestätigt worden ist, „6 Solidi Mag-
deb. oder Goslar. Münze (Wahrung)" erwähnt wer<len.
Der Inle.^taterbc Eginhnrd war ja nicht an den .Miinzfiifs in
Nienburg gebunden, und wir linden in amlcrcn Irkniiden
gleichfalls die \\iihrung von Niichharslaalcii in l'rkundcn
von Stadien angegeben, wo eigene Münzen waren.
183
Anzeiger für Kunde der deulsclieii N Or/.eil.
184
Lebensweise. S|t ielUarteii voiii 15. lind 16. JitlirUiiiiilerl.
Spiel und Zelt-
'"^'"'- Von Dr. v. Eye.
Den in Nr. 7 des vorigen Jahrganges unseres Anzeigers
besprochenen Spielkarlen lassen wir die Beschreibung einer
Anzahl anderer folgen, die ähnlich «ie ein Thtil jener vor
Kurzem hinter einer allen Wandverliifclung zu Nürnberg
gefunden und in den Boilz des germanischen Museums über-
gegangen sind. Die Zahl derselben belaufl sich auf b3 Stuck,
welche mehr oder weniger gul erhallen sind und 7 ver-
schiedenen Spielen angehören. Ist unter diesen auch keins,
das an Aller dem ältesten der früher beschriebenen gleich-
käme, auch die spateren Karten weder an Grofse noch guter
Ausfuhrung der Zeichnung mit dem besprochenen Krfurdler
Spiele sich messen können, so ergeben sich doch bei Ver-
gleichung der sümmllichen neuerworbenen Karlen einige
Gesichtspunkte, die nicht ohne Interesse sein dürften. Wir
lassen jedoch, ehe wir diese hervorbeben, eine kurze Be-
schreibung der einzelnen Spiele folgen, soweit diese sich
in unsern Händen behiiden.
Das am vollständigsten erhaltene Spiel ist zugleich eines
der alteren. Es gehurt der zweiten Hälfte des 15. Jahr-
hunderts an und enthült noch 25 einzelne Bliiller, darunter
10 mit Figuren. Von den in Abbildung beigefügten Karlen
sind iNr. 1, 4, 5 u. 6 diesem Spiele entnommen, aus denen
ma n die Gröfse der Blatter und die Art der Zeichnung er-
kennen kann. Die Originale sind mit der Chablone colorirt.
Besonders benierkenswerth sind aus diesem Spiele die Kar-
len Herzenvier mit einem Spruche: „Ich edels plut das
wenig gewint vnd vil vertut", sodann Schellenunter
als Schütz, wie ein ahnlicher im Slargardtschen Antiquariats-
kalaloge, Berlin, 1856, Nr. XXVIII, abgebildet ist; Herzen-
unler, ein Mann in einer Gugel, mit einer Art Narrenpeitsche
schlagend; endlich Eckern zw ei mit dem Löwen und der Adresse
des Fabrikanten Clas Olli. Ein zweites Spiel von noch 13
weniger gul erhaltenen Karten ist diesem sehr ähnlich und
gewifs gleichzeitig und vom selben Fabrikanten, wenn auch
nicht von denselben Stöcken abgezogen. Als das dem Aller
nach drille Spiel scheint uns dasjenige bezeichnet werden
zu müssen, aus welchem die Karte unter Nr. 3 abgebildet
ist. Es enthalt noch 1 1 Blätter und darunter drei Figuren,
die ihrer Tracht nach in das 2. Viertel des 16. Jahrhunderts
zu setzen sind. Eckernzwei zeigt wieder den Löwen mit
derselben Adresse und einem VVappenschilde, auf welchem
eine Schaufel oder Pllngschnr als NN'sppenbild sich belindel.
Unter Schellenzwei ist ein sitzender Panther mit einem Wap-
penschilde auf der Brust ohne Bild angebracht. — Der Mille
oder zweiten Hälfte des 16 Jalirliumlerls gehört ein viertes
Spiel an, von dem sich noch 12 Karlen erhalten haben und
dessen Figuren bereits die entschieden ausgebildete Pluder-
hose tragen. Nr. 2, 7 und 8 gehören diesem Spiele an,
von denen der Löwe unter Eckernz«ei wieder die Adresse
des Clas Oth mit dessen Wappen und Herzenvier das
Nürnberger \\'appen trägt. Die Karle ist etwas kleiner als
die vorigen, dürftiger kolorirl, aber in derselben Weise
gedruckt. Auf einigen lillitleni linden sich bildliche Dar-
stellungen wie auf dem Eifurdlei Spiele, jedoch ärmer an
Erfindung, wenn auch eben so schmutzig in der Auffassung,
z. B. eine Sau vor einem Kuthhaufen u. s. w. Ans dersel-
ben Zeit stammt ein anderes Spiel von noch 18 Karten,
davon jedoch die Adresse fehlt. Die Figuren haben dieselbe
Tracht, die übrigen Karten einfache Tbiere als bildliche Ver-
zierungen. Die Ausführung derselben verweist sie, was ihre
Entstehung belriirt, in dieselbe Wcikstalt. Viel hesser ge-
zeichnet und kolorirl ist die einzige erhaltene Figur eines
anderen Spieles, ein Landsknecht mit Hellebarde und kurzem
Schwert, jedoch haben sieb neben dieser nur noch Herzen-
acht und Eckernsechs erhalten. Von dem noch übrigen
S|)iele ist nichts Bemerkenswerthes mehr vorhanden.
Auffallend bei den erwähnten Spielen ist aber, dafs
verschiedene derselben, die durch einen Zeitraum von we-
nigstens 60 Jahren getrennt sind, unter derselben Adresse
des Clas Oth, die ohne Zweifel den Verfertiger angiebl,
vorkommen. Da sich nicht wohl voraussetzen läfst, dafs
ein und derselbe Fabrikant von der Zeit der langen Sclina-
belschuhe bis zu den Pluderhosen sein Gcsiliuft betrie-
ben habe, so müssen wir entweder annehmen, dafs ein
gleichnamiger Sohn dem Vater gefolgt sei oder dafs auch
schon damals die Silte der festgehaltenen Firmen so weit
sich ausgebildet halle, dafs man selbst den Vornamen des
Stifters darin nicht aufgab. Der Sitz dieses Geschäftes war
ohne Zweifel in Nürnberg, da das ^^'appen dieser Stadt auf
einer der Karlen vorkommt. Die Karlen sind noch sämml-
lieli in der Weise gedruckt, wie die ältesten Holzschnitte.
Walirseheinlirb hielt man den Druck dieser plebejischen
Kunstwerke nicht fur wichtig genug, um Pressen dafür ein-
zurichten, sondern legte die Blätter nur auf die Stöcke und
druikte sie mit dem Reiber ab.
(Mit einer lieilngc.)
Veranlwortlichr Redaction: Dr. Kreih. v. n. «. Aufieti. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Fromm» nn.
Druck von Kr. Campe * Sohn in MUrnberK.
CD
_y
^
BEILAGE ZIM ANZEIGER FLR KIXDE DER DElTSdIEX \()RZEIT
i858. JS? 6. Jiiui.
(lironik des aicrinanisiiien Muscunis.
Als Kückiinlwürlen auf die Zusendung seines neuesten
Jahrcslitriihlcs sind dem Museum in höchst erfreulicher Weise
ansehnliche neue Jahresbeitriise durch sehr anerken-
nende Zusclirillen zugesichert worden. Sowohl von refiiercn-
den Forsten, wie von Sr. Durclil., Heinrich l,.\l.\. j. I,., Fürsten
von Re ufs-Schi eiz- Köstritz, als auch von JTichreren durch-
lauchliffcn und erlauchten deutschen Standeslicrrn sind jahrl.
Beiträge von Belang gezeichnet worden. So von den Herren
Fiirslen Leopold von Wa Idhurg- Würz a ch 10 (!., Constantin
von Waldhurg-Zeil u. Trauchhure 2.jn.; von dem Prin-
zen August von Sa yn-W ittiienstein-Iierle hurg in V\ ieslia-
dcn 12fl., von den Herren Grafen Allred zu Er ha ch- F urstena u
12 11., Philipp Karl Fiigger-K irchh ei ni-Hohe n eck 10 f1.,
Ferdinand zu Iscnburg-Philipp>eich lOfl., Friedrich Lud-
wig V. Rechteren-Linipurg 5 fl., Alban v. Schönhurg-
Fordcr-Glauchau etc. 5 Rthlr., Joseph von Trauttmans-
dorff 25 fl. C.-M. Se. Durchl. Prinz Alaximilian von Wied zu
Neuwied sendete einen Beitrag von 5Thlr., Fürst Otto Mctor
von Schon hurg fügte zu dem frühem (jcschenUe von 50 11.
nun abern]:'L< 25 fl. Herr Reiclisrath Freiherr von Lolzbeck
senior zu .München sendete dem gcrm. .Museum mit sehr an-
erkennender Zuschrift ein üeschenk von 100 fl. Aufscrdem
haben auch die Beitrüge von Privaten nach der Versendung
des letzten Jahresberichtes einen bedeutenden Zuwachs durch
die Wirksamkeit der Agenten und anderer F'reunde des .Mu-
seums erhalten, wobei die Agentur Hermannstadt wieder als
eine in erster Reihe für Gewinnung von Jahresbeiträgen, die
zum Theil sogar vierteljährlich eingezahlt werden, bezeichnet
werden niufs. Mit besonderem Danke theilen wir auch mit,
dafs die k. k. üsterr. Regierung dem Museum die 1. und
2 Lieferung der auf photographischem Wege nur in geringer
Anzahl von Exemplaren prachtvoll hirgeslelllen nionumenta
graphica medii aevi mit dem Bemerken übersendet hat, „ilafs
.«ich die .Miltheilung der weiter erscheinemlcn Lieferungen
vorbehalten werde, und diese Zusendung zu;;leich als Gegen-
geschenk für die von dem german. .Museum dem Institute lur
österr. Geschichlsforschimg gemachten, sehr dankenswerthen
Gaben hingenommen werden möge." Das germanische Mu-
seum kann sich nur geehrt dadurch fühlen, dafs in diesem kost-
baren Werke eine seiner Hands( hrilten aus dem neunten Jahr-
hundert in Facsimile niilgetheill wird. .Mit besonderem Danke
erwähnen wir auch eines Geschenkes Sr. Durchlaucht, des
Fürsten Karl Egon von Fürsten berg, der dem Kational-
museum die durch den, allen Kennern deutscher Literatur un-
vergelslichen , F'reiherrn Joseph von Lafsberg eigenhändig ge-
nommenen trelTIirhen Abschriften der alten Gedichte „Gauriel
von Munla\el, der Ritter mit dem Bock" und ,,die Minneburg"
übersendet hat.
IS'ichl ohne Anerkennung ist die Freundlichkeit zu erwäh-
nen, mit welcher die Direktionen und Conimissariate der deut-
schen grofsern Bader, an die wir un» wegen Verbreitung
unserer Berichte wendeten, durch zusagende Erklärungen ent-
gegenkamen, insbesondere die zu Baden-Baden, Doberan, Elisen,
Isihl, Pyrmont, Teplitz. Von Zeitungsredaktionen sind in Folge
des letzten Jahresberiihles dankeuswerthe .Anerbieten, die Sache
des iXationalmuseniiis fcirdern zu wollen, eingelaufen.
l\eue Agenturen sind errichtet worden in König im
Odenwald, Hollfeld in Oberfranken, Zeilitzheim in Unter-
franken, Baden bei Wien, Büdingen.
Von Vereinen sind neu beigetreten:
Der Verein für osnabrückische Geschichte und Lan-
deskunde in Osnabrück;
die naturforschende Gesellschaft zu Görlitz:
von Buchhandlungen:
301. J. G. Engelhardt (Bes. B. Thierbach) zu Freiberg in
Sachsen,
302. V. Bück in l,u\i inlnirg.
Für die im Nachfolgenden verzeichneten Geschenke sagen
wir unsern Dank:
I. Für das Archiv.
G. W. SeitZ, k. Pfarrer, zu Mkt. Ipsheim:
964. \\ appenbrief des Kaisers Karl des F'ünften für Hans,
Ambrosius und Cosmas die Quetzen. 1541. Perg.
G. Eiffländer, Kaufmann, in Erlangen:
965. F'acsiiiiile von Luthers Handschrift aus einem Schreiben
desselben an Paul Tucher in ^ürnberg vom Jahre 1544.
Pap.
Ein Ungenannter in Nürnberg :
966. Em Faszikel von 5 .\klensliu ken , die Streitigkeiten der
alten und jungen .Meistersinger in Aurnberg und den
zwischen ihnen gelrollencn Vergleich betr. vom Jahr
1621, nebst einem Verzeichnifs derselben und Hans Sach-
sens hinterlassenen Schulartikeln v. 1560. Pap.
Dr. A. V. Nitschke in Braunschweig:
96". Schreiben des Erzbischofs Matthias von .Mainz an den
Dekan und Kantor der Barthnloniaeus - Kirche zu F'rank-
furt «. .M. wegen einer Bitte des Dekans und Kapitels
der S. .Marien- und (icorgs-Kirche daselbst. 1325. Perg.
968. Conririnalionsbrief des Erzbischofs (ierlach >ou Mainz über
die Gruniluiiu einer grofsen Anzahl >onVikaricen in der
Stadt Frankfurt a. M. 1355. Perg.
969. Lehenbrief des Berthold van Rutenberge für Henninge
Kalmese d. Ae. und seine Brüder über den halben Zehn-
ten zu Woltorppe. 1446. Perg.
9T0. Lehenbrief des Aschwin van Sw ichelde fiir Henning Kulm
zu Brnunschweig ubci e. Hufe Landes u. e. Hof iii Mer-
dorppe. I47t>. Perg.
187
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
ISS
971. Lthenbriil ili;ä Htrzocs Friedrich l'lrich von Ur.iiinscli>%fig
und Luntliurg für Author Scliwiijeiilierjik , seinen Bruder
und seine Vellcrn über einen Viertel Zehenden zu Grofsen-
Winnistedt. 1619. Perg.
II. Für die Bibliothek.
Societe de l'Histoire et des Beaux-Arts de la
Flandre maritime de France m Uunkirdan:
5146. I.. de Baecker, nnalogie de la liingue des Guths et des
Fnink^ aveo je S;iriskrit. 1858. 8.
Dr. Wilh. Giesebrecht, Professor, in (umigsberg:
5147. Ders., de Gregorii VII. Registro cmcndando. 1858. 8.
Dr. Jul. Glaser, Professor, in Wien:
Sll^. Dcri . .Viiiilin Hüter von Keuerbach. 1858. 8.
C. F. Waagen, Professor und Director, in Berlin:
5149. Ders., einige Bemerk, (iber die neue Aufstellung, Be-
leurhl. u. tatalogisirung der k. Geinäldeg.nllerie zu üres-
cleri. 1858. 8.
K. Akademie der Wissenschaften zu Erfurt:
5130. I'. Cüäsul, ThiiritiKi.Mhe (Irt.^rKinien, '.i. Abhdl. 185«. 8.
Fr. Ebner, Verlagsbill. in Ulm :
5151. Gesrb. d. Papste. 1853. 8.
5152. 12 Hexen- und Gespenster-Geschichten. 1854. kl. S.
Dr. H. Häser, Professor, in Griifsw.ild:
5153. Slrater, de ijuelle uianiere prenail-on les bains du temps
de C'harles-Ouin' a Ai\-Ia-Chapelle. 1858. 8.
Vandenhoeck & Ruprecht'.* Verlagshdl. in Gutlingen:
5101- \\ Junghans, die Geschichte der Fränkischen Künige
Childerich und Chlodovech. 1857. 8.
5155. G. Schmidt, bibliothcca bistorico-gcographica. IV, 2 und
V, 1. 1856 u. 1857. 8.
5156. Die Accessinnen der k. Univcrsit.ilsbibliothek in Got-
tingen. 1857. 8.
5157. E Sacgelken, de .Miillrri faliuhi Avari nomine inscripta.
1856. 4.
K. preufs. Gymnasium in Schleusingen:
5158. lieber die Theuiala zu deutschen Ausarbeitungen. Progr.
1H.5ft. 4.
Reinhold Bechstein in Mciniugen:
51ö'.*. Dcr.^ , il. .Vii^spracbe des .Mittelhochdenischen. 1858. 8.
K. J. Schröer, Professor, in Prefsburg:
5160. Uers. , Beilrag zu einem VVürterbuchc der deutschen
.Mundarten des (Ingrischen Berglandcs. 1858. 8.
G. V. Ney, k. bayr. Major, zu Flaschrnhof:
5161. Misccllanea gencalogica. Pap.-Hdsrhr. 1787. 2.
5162. II. M. V. Thein, kurlze Vorzeichnifs Meinnefs lieben An-
hernfa, auch Viillern etc. Pnp.-Ildschr. 17. Jhdt. 4.
5163. .'Sinnspruche aus verschied, latein. Schrillstellern gc-
samnielt von ('. Gobel. Pap.-IIdschr. 17. Jhdt. H.
5164. Excerpte aus verschied, latein. Schriftstellern von C.
Gobel. Pap.-Hdschr. 17. Jhdi. 8.
5165. Titularbuch. Pap.-IIdschr. 17. I.ilirh. 8.
öltiti. Hanns F.ibian Mulzens von ^^ alda Gedachtnus-Buch.
Pap.-IIdschr. 1603. 4.
5167. J. G. V. Gobel, genealogische Beschreibuni; des uralt
adclich, nunmehr Keichsgrafliehen Geschlechts Deren >on
Kreitt. Pap.-Hdschr. 17H2. 2.
5168. Exceptio Aclorum den Lehenstreit Azelricht betrelTent.
Pap.-Hdschr. is. Jahrb. 2.
5169. Drey schone Neue Weltliche Lieder. 0. J. 8.
5170. Drey schone Lieder. 0. J. 8.
5171. De Floia, magna bumani gencris plaga, authore Schar-
reo Schabhaulio. 0. J. 4.
5172. Job. Henner, (Vnterricht vnd iMelhodus peregrinandi f.
fürstliche Personen). 1609. 12. TitclbL fehlt.
5173 Fascikd von geistlichen und weltlichen Liedern aus dem
vorigen Jahrh , meist bandschrifll. 4. u. H,
5174. riiibstandliche lielation der Stadt Ambergisclien belager:
od. villuiclir Caiionir: vnd Bombardtirung. Anno 1745. 2.
Palm & Enke, VcrIagsbuchhdI. in Erlangen:
5175. A. Schwarz, die Gülergeuieinschuft der Ehegatten noch
fränkischem Rechte. 1858. 8.
5176. Fr. Stein, Untersuchungen über die Entwickeluncf und
Fortbildung des deutschen Sachenrechtes. 1. Ahlhcil.
1857. 8.
5177. P. Roth, Gesch. d. Benelicialwesens. 1850. 8.
5178. K. Barth, Teutschlands Urgeschichte. 2. Aufl. 5 Tbic.
1840-46. 8.
5179. Ders., über die Druiden der Kellen. 1826. 8.
5180. Ders., die Kabiren in Teutschland. 1832. 8.
5181. A. Buchner, das iillentl. Gerichtsverfahren nach altd.
vorzügl. aitbaierischer Rcchtsiiflege. 1825. 8.
5182. J. C'b. Schwarz, das Institut der Keallasten. 1827. 8.
5183. Ders., der Staat und die ersten Epochen seiner Gesch.
1828. 8.
5184. G. Th. Rudhart, über den Unterschied zw. Kelten und
Germanen. 1826. 8.
51K5. F. W.Vichbeck, die Namen der allen Teutschen. 1818. 8.
5186. G. W. F. Beneken, Teulo, oder Urnamrn der Deutschen.
1816. 8.
Lust, Advokat, k. in Straubing:
5187. Ordnung der Saltz Arbaiter in Kegenspurg. Pap.-Hdschr.
1580. 2.
5188 Der Tborwartl beuelch (in Regensbura). Pcrg.-Ild.<cbr.
I Bl. 14. Jhdt. (|U. 2.
Ch. d'Elvert, Finanzrath, in Brunn:
blJ^ll. Ib. .1. P.ssina, Mars .Moraiicus. Pars 1. 1677. 2.
Maximilians -Heilungs- Anstalt in Nürnberg:
519U. 24. Jahresbericht. 1858. 4.
C. Becker, k. preufs. Steuerinspektor, in Würzburg :
5l;il. Marcus von Weida, der Spiegel hochlobliclur Brudcr-
schalTt des Mosenkraiitz .Marie. 1515. 4.
Histor. Verein f. Niederbayem in Lundsbui:
5192. Ders., Vcrhimdlungcn, V. Bd.*. 3. u. 4. H. 1858. 8.
Hist. Filialverein zu i>euliurg a. d. D.:
5193. Ders., C'ollcctaneen-Blntt, 1853, 54 u. 1^55, mit Jahres-
bericht. 8.
i89
Anzeijrer für KumJi; der deulscIuTi Vorzeit.
190
Victor V. Zabern, Buch-, Kunst- und Landkarlenliandl.,
jn -Miiinz:
5194. H. Emden und J. Wrtlcr, der Dom zu .Mainz und scuu-
bedeutendsten Denkmäler in Originülpholographien. 185".
2. Ohne Text.
H. A. Weber au-J Fulda:
519 j. KiTj. , iiiiijje Worte, den Zwe<k der .Muster-Beschäfli-
gungsanstalt betr. 0. J. kl. 8.
Dr. Jgnaz Zingerle, Professor, in Innsbruck :
5196 Der.-., Barbara Pachlerin und .Mathias Perger, iwei
Hcxcn|irocesse. 1858. 8.
J. Th. Stettner, Buch-, Kunst- u. .MusikhdI., in Lindau:
5197. J. B. Haien, Gattnauer Chronik. 1854. 8.
Otto Janke, Verlags-, Buch- und KunsthdI., in Berlin :
519^. L. tioUliimmer, I.lllliauen. 1858. 8.
5199. A. V. Wlnlerleld, (jarnison-Geschichten. 1857. 8.
C. H. Beck'äche Buclihdl. in IVürdlingen:
5200. Die deutschen .Mundarten. Vierteljahrsschrift, herausgeg.
V. G. K. Krominann. V. Jahrg. 1. H. 1858. 8.
J. J. Weber, Verlagsbuchhdl., in Leipzig:
5201. IL A. .Muller, die .Museen und Kunstwerke Deutschlands.
2 Thle. 1857—58. 8.
5202. W.Schäfer, deutsche Stadtewahrzeichen. I.Bd. 1858.8.
5203. A. .Morin , Abrifs der polit. Gesch. der Schweiz. Aus
dem Französ. v. Th. Beck. 1858. 8.
Brückner & Renner, Hofbuchhdl., in .Meiningen:
5204. (.'. F. Hartmann, biogr. Bilder und Skizzen aus dem
lierzogth. Meiningen. 1. H. 1857. 8.
Verein für thüringische Gesch. in Jena:
5205. Dcrs., Zeit.-ichrilt. III , 2. u. 3. ti. 1858. 8.
5206. Zeitschr. für die Gesch. d. Oberrheins. Herausgeg. durch
durch F. J. .Mone. 8. Bd. u. 9. Bds. 1. u. 2. H. 1857
u. 58. 8.
5207. C. G. DumgC; rcgcsta Badensia. 1836. 4.
KÖrner'sihe Buchhdl. (E. Weingart) in Erfurt:
52(1'*. J. Ph. Heinse, kurzgefafste Zusammenstellung der merkw.
in Erlurl vorgefallenen Ereignifse. 1856. 8.
A. D. Geisler, Buch- und KunsthdI., in Bremen:
5209. G. W. Schäfer, Grundrifs der Gesch. der deutschen Li-
teratur. 8. Aufl. 1858. 8.
Dittmer'ache Buchhdl. in Lübeck:
5210. J. W. Dittmer, die Lübeckischen Wassermühlen im 13.
Jahrh. 1857. 8.
Gust. Kühler, Buch- u. KunsthdI., in Crefeld:
5211. H. Kopstadt, Gesch. der früheren latein. Schule in Cre-
leld. 0. J. 8.
Schulze'.'.i lie Buchhdl. in Oldenburg:
521:;. L. V. \\ellzien, militairische Studien aus Oldenburgs Vor-
zeit. 1858. 8.
Zeiser's Buch- und KunsthdI. in IVürnberg:
5213. Allirecht Diirer-Allium. 5. Lief. (1858.) gr. 2.
Jos. GÖfsmann, Landgerichtsrath, zu Fulda :
5214. Bellrage zur Gesch. des vormaligen Furstcnthums Fulda.
lHä7. 8.
Gust. Heckenast's Verlag in Pest:
5215. V. Iliinnan^ky, geogr. Handbuch des Kunigr. Ungarn.
1«58. s.
Dr. E. FÖrstemann, Bililiuthekar u. Lehrer am Lyceum
zu \\ ernJL'erode :
5216. Dcrs., alldeutsches naiiieiihurh. II. Bd. Orl.«naiiicn.
fi. Lief. 185S. 4.
K. W. Bouterwek, Director des Gymnasiums in Ellierleld :
5217. Die virr E\ani;elien in alt- iiordhumbrischer Sprache,
heraiisg. v. K. W. Bouterwek. 1857. 8.
Polytechnischer Verein in Würzburg :
521«. Der.*., Wo( hcnschrift. VIII, Nr. 14—18. 1858. 8.
G. Simon, Olierplarrer, in .Michelsladt:
5219. J. i'. W . LucU, Versuch einer Kelormations- u. Kircben-
gesch. der (irafschaft Erbach und Herrschaft Breuberg.
1772. 4. üefect. •
5220. Ders. , histor. Genealogie d. Keichsgräfl. Hauses Erbach.
1786- 2.
V. Proeck, Obersllieutenant, in Guben:
5221. Alb. Kranlz, Saxonia, verdeutscht crkleret und gebessert
durch B. Fabrum Soranum. 1563. 2.
5222. Türckische Historien. Von der Türeken .Xnkunffl. 1563. 2.
5223. S. Frhr. v. Herberstein, .Moscouiter wunderbare Historien.
1563. 2.
IiÜSt, Advoiat, in Straubing:
5224. Geschicht-mäfsige Kachricht von dem Hofniark- u. Land-
sassen-Gut Liickenpaint. 0. J 2.
Societe d'histoire et d'arch^ologie de Gen^ve m
Genf:
5225. Dies., .Memoires et documents. T. 1 — 10. 1842—54. 8.
5226. Leon. Baulacre, Oeuvres histuriques et littäraires. Re-
cueillies et mises en ordre par Ed. Mallet. 2 Bde.
1857. 8.
Chr. Ph. Herbst, Plarrer, zu .Mundingen:
5227. Dcrs., Gesch. d. Dorlis Mundingen im Breisgau. 1856. 8.
5228. D.rs., die Burg Hachberg im Breisgau. 1651. 8.
G. Brückner, l'rolessor, in .Meiningen:
5229. Bamberg, über die reflexiven Zeitwörter iler deutschen
Sprache. Progr. 1858. 4.
5230. Emnirich, .Miitheilungen aus dem Archiv des Hildburg-
haiiser Gymnasiums. Progr. 1858. 4.
5231. Die deutsche Sprache in der Realschule. rro:;r. (Saal-
leid). 1858. 4.
5232. J. L. Heim, zwei kurze Abhandlungen etc. 1766. 8.
Comite Flamand de France in Dunkirchen:
5233. Dass. liullilin. .\r. «. l.-^j«. 8.
L'Institut historique in Paris :
5234. Dass., L'investigaleur. T. VI). III. Serie. 2^0. Livrai«.
1858. 8.
Dr. H. G. Gengler, Professur, in Erlangen:
5235. Dcrs., Leilladeu zu aknd. Vorics. über das im honigr.
Bayern diesseits (1. Rh. gellende gesammtlandiscb« Pri-
> airecht. 1857. 8.
W. Streib, Landbaumeister, in Kobuig:
5236. .Mandat Kaiser Leopolds, der Anwerbung von Fufsvolk
von Seile Albrechls, Herz, zu Sachsen, lür den Turken-
krieg nichts entgegen zu haben. 1694. gr. i|U. 2.
191
Anzciirer riir Kunde der deutschen Vorzeit.
192
Dr. Ethbin H. Costa in Laibadi:
5237. iJirs,, die AJtläberger Grolle. 1858. 8.
Bauer & Raspe, Verlagsbuchli. (Jul. Merz), in IVürnberg:
5238. Zcilschr. f. ilruischc Kullurgcscti. Herausgeg. v. Job.
Müller und Jub. Falk«. Slaihefl. 1858. 8.
G. Krause, lunogl. Anballiscber llolriitli, in ('(ithun:
5239. Tai'tbucli Chrislians des Jüngeren, Fürst zu Anball,
heransgeg. v. G. Krause. 1858. 8.
E. L. Friderichs VerlagshdI. in Elberfeld:
5240. .\. Tiiierry, Erzabjiingen aus d. merovingischen Zeilen.
1857. 8.
Hurter'si he liuibhdl. in SchafTliausen :
5211. II. W. Bensen, das Verbangnifs .Magdeburgs. 1858. 8.
5242. K. Ilieiiier, die Einführung des ("hrrslenlh. in d. deutsclien
Landen. II. Th. l.Bdchen. III. Th. 2. Bdchen. 1858. 8.
G. D. Teutsch, Director, in Schäfsburg:
5243. Ders., (jesrh. d. Siebenbürger Sachsen. 6. Hfl. 1858.
kl. S.
J. L. Schmid's Verlag in Nürnberg:
5241. .\. V. Eye und Jar. Falke, Gallerie der Meisterwerke
alldeutscher Holzschneidekunst. 6. Lief. 1858. gr. 2.
Dr. M. B. Kittel, lUrtor u. I.yieal-Professor, in Asihairen-
l.lirg:
5245. Ders., die Bauurnaniente aller Jahrhunderte an Gebäuden
der Stadt .\schaircnburg. 1.— 10. Lief. 1843—57. 4.
Dr. Sträter, Badearzt, in Aachen:
5246. Ders., de quelle uianierc prenait-on les bains du tenips
de t'harles-C'uinl ä Ai.\-la-t'ha|iulle. 1858. 8.
Histor. Verein für das Grofsherzogthum Hessen
in l)arin:itadl :
5247. Uers , Urkunden zur hess. Landes-, Orts- und Familien-
geschichte. 5. u. 6. H. 1858. 8.
5248. Ders., periodische Blätter. Nr. 1—5. 1857—58. 8.
Fr. Mauke, Verlagsbuchhdl., in Jena:
5249. A. Vogel, Ratherius von Verona. 2 Thie. 1854. 8.
5250. F. V. Huhn . die materielle Ucbereinstiminung der rüin.
und gern). Rechlsprincipicn. 1856. 8.
5251. C. Schmidt, die Gotlesfreunde im 14. Jahrb. 1855. 8.
5252. F. H. Wcgele, Arnold v. Scienhofcn. 1855. 8.
5253. A. I'hillippe, Ge.Mh. der Apotheker. 2 Lief. 1854. 8.
52.54. h. G. Naumann, geneal. (iesih. der Europ. Staaten.
1855. 2.
5255. C. W. tiollling, Thusnelda, Arminius' Geuinlilin, und ihr
Sohn Thumelicus. 1856. gr. iju. 2.
Dr. Reufs, <|U. Professor, in Nürnberg:
5256. Uers., lecliones de scientiarum naturalium historia : Inest
lecliunum Samoniciarum partic. I. f|H36.j 4.
5257. S. Benedict! Crispi conimentariuni medicinale edidil J.
V. Ullrich. 1835. 8.
5258. J. T. Kohler, pnmvs inlcr Gernianus arlis salvlans perilia
cclebrii Winlarvs Caruli .M. medicvg illustratvs. 1757. 4.
5259. Bedeullung der Farben vnnd welche einem ycden nach
Einflufs der vier Complexioncn zuelragcn bei|uemb vnnd
glücklnh sein. I'ap.-Hdschr. I Bl. 16. Jhdi.
Franz Kindscher, Oberlehrer, in Zerbst:
5260. Dir.*., l rluinilensaiiiriil. zur Gesch. v. Anhalt. Einleit.:
l'eter Beckers Zcrbster Chronik. (Schlufs.) 1858. 4.
C. SchUnemann's Buchbdl. (J. Kühlmann il' Coujp.) in
IJreiiien :
5261. Gebührende Zurechtweisung der ungebührl. .Misdculungen
d. H. Dr. H. A. .Müller in seinen Irrlehren über plasl.
Denkmale in Bremen. 1857. 8.
Verein für Osnabrückische Gesch. und Landes-
kunde in llsniilirück:
5262. Ders., .Mitlheilunu'<n. I.— ö. Bd. 1848—58. 8.
C. A.Sch\vetschked^Sohn, (.M.Bruhn), in Braunschweig:
.5263. Allgeni. Monatsschrift für Literatur. 1850—54. 8.
5264. \V. Wachsmuth, Gesch. der polil. Parteiungen. 1.— 3. Bd.
1853—56. 8.
5265. Cb. H. Si\t, I'ctrus Paulus Vergerius. 1855. 6.
5266. J. Mutzeil, geisll. Lieder. 1. Bd. 1856. gr. 8.
5267. K. Knies, die polit. Oecunomie voui Standpunkte der
histor. Methode. 18,53. K.
5268. J. F. üanneil, Kirchengesch. der Stadt Salzwedel. 1842. 8.
5269. G. Schone, die .Amtsgewalt der Fränkischen .Majores
Domus. 1856. 8.
5270. E. Wippermann, steht die Grafschaft zu Waldeck unter
hessischer Lehenshi-rrlichkeit? 1847. 8.
5271. F. Miiller, Beitrage zur Gesch. des Hexcnglaubens und
des Hexenprozesses in Siebenbürgen. 1854, 8.
5272. K. Barthel, die classische Periode der deutsch. National-
literatur im Mittelalter. 1857. 8.
5273. E. Brinckmeier, Itinerariuni der deutschen Kaiser und
Könige. 1818. 8.
5274. K. eil. L. Franke, Gesch. der Hallischen Keformation.
1841. 8.
5275. C. Hesscnmüller, die Frauen u. d. Chrislenlli. 1856. 8.
5276. Kegister über das .\rchiv des Criminalrechls von ilen
J. 1798 bis 1856 incl. 1857. 8.
5277. Die Gedichte Walthcrs von der Vogelwcide, idicrselit
von F. Korb. 1848. kl. 8.
5278. Das Kitlerbuih. Von K. Koch. I. Bd. Hartmann's von
Aue Iwein und der arme Heinrich. 1848. 8.
5279. v. Burigny, das Leben des Dcsiderius Erasmus. Mit
Berichtig, und Zusätzen v, H. Ph. C. Henke 2 Bde.
1782. 8.
5280. J. G. Mittag, Hallische Schulhislorie 1., 2., 3. I hl 1744
bis 1748. 8.
5281. Archiv für die Gesch. der kirchl. Ueformation, 1. Bd.
1831. 8.
5282. Wächter, über die deutsche criminalisl. Literatur des
XVI. Jahrb. (lH,-i6.J 8.
5283. Ilislor. und geogr. Monatsschrift. Hcrausgeg. v. J. E.
Fahri und K. HaiiimiTdnrrcr. 12 St. 1788. 8.
Ernst Riecker, Vrrlagsbuchhdl., in Tübingen:
52^4 H. liisc biil , Sebastian Frank und deutsche Gegchichl-
schrcibiiiig. 1^.')7. s,
8e. Durchlaucht Fürst Carl Egon von Fürsten-
berg in Donaucschingen:
52H.'). Konrail \on StulTeln, Gabriel von .Montnvel, ein Helden-
gedicht. Pap.-.Mischr, v J. v. Lafsberg. 2.
193
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil
194
5286. Guilii'lit von clir Minricliurg. Abschr. v. demselben 2.
J. G. Engelhardt, Bu.bh.ll. fB. Thicrbach), in Kreibers:
5287. G. E. litnsilcr, (jesch. Freibergs und seines Bergbaues.
■>. Al.lh, 1853. 8.
J. B. Metzler'sche BucbhdI. in Slutlgart :
5288. Germania. Nerausgeg. von Frz. Pfeiffer. III. Jahrg.
I. H. 1858. 8.
J. Schuler v. Libloy, o. 6. Profe.'sor an der Rechts-
akadeinie in ilennannstadt:
5289. üers. , Siebenbiirgiscbe Kechtsgcschichte. II. Bd. 2. u.
3. Lief. 1856 u. 58. 8.
Verein für siebenbürgiache Landeskunde in Kron-
slndl:
5290. Ders., Archiv, fteue Folge. III. Bd. l.H. 1858. 8.
Jac. Scborner, Buchhdl., in Straubing: *
5191. K. .Milterniüiler, das Kjosler .Metten und seine Aebte.
1857. 8.
5292. M. Siegbart, Geschichte und Beschreibung von Straubing.
2 Bde. 1838. 8.
5293. M. V. Lori, Gesch. und Beschreib, der Stadt Straubing.
1830. 8.
5294. J R. Scbuegraf, Urit. Untersuch, über den Urspr. des
Straubing'schen Stadtwappens. 1814. 8.
5295. P. .Maurer, Vers, einer Chronik iiber den Markt Viech-
tach. 1835. 8.
5296. A. Kien, der Bogenberg. 1847. 8.
5297. Th. Mortl, üonaubilder. 1843. 8.
5298. Ders., I'.heinbilder. Keue Ausg. 1847. 8.
5299. Ders., Bilder aus dem Bayerwalde. 1848. 8.
Ph. E. Manger, Kreissekr. u. Stiftsrentmeisler, in Siegen :
5300. J. H. Steubing, Kirchen- u. Rcformat. - Gesch. der üra-
nien-iVassauischcn Lande. 1804. 8.
Ferdinandeum in Innsbruck:
5301. Dass., Zeitschrilt. III. Folge, 6. n. 7. H. 1857 u. 58. 8.
5302. Dass., 27. Jahresbericht. 1857. 8.
Karl Arnd, Lnndbaumeislcr, in Hanau :
5303. Ders, Beitrage zur Erforsch, der Baiidenkmale der Ger-
manen und Römer in d. untern Maingegend. 1858. 8.
2 Exempl.
Dr. L. Hölscher, Oberlehrer am Gymnasium zu Herford:
5304. 1. Jahresber. d. westphal. Gcsellsch. für Vaterland. Cul-
tur. 1826. 4.
5305. K. Matthison , Bemerk, über das Studium der deutschen
ft'ationalliteralur-Gesch. auf gciclirten Schulen. I. 1831. 4.
5306. 20 kleinere Schriften verschied. Inhalts. 4. u. 8.
Christian Kaiser, Buchhdl., m München :
5307. K. Maurer, die Bekehrung des \orwcg. Stammes zum
Christenlhuiii. 2 Bde. !h6.^) u. 1856. 8.
5308. Ders., Beitrage zur Rechlsgcsch. des gerinan. Wordens.
H. 1. 1852. 8.
5309. G. L. V. Maurer, Einleil. zur Gesch. der Mark-, Huf-,
Dorf- und Stadt-Verfassung. 1854. 8.
5310. Ders., über die Frcipfli ;;e und die Entstehung der grufscn
und kleinen Jury in England. 1818. 8.
5311. B. Ilubcr, Otto von Freising. 1847. 8.
5312. F. Dahn, Studien z. Gesch. der germanischen Gotles-
urtheile. 1s.")7. 8.
Dr J. D. C. Bragger, Prof., in Heidelberg :
5313. Ders., die wichtigst, und nützlichsten Erfindungen und
Entdeck. 1832. 8.
5314. Ders., die deutsche Eiche. Jahrg. 1850 u. 1851. 4. u. 8.
5315. Ders., das Fremd wörlerwescn. 1844. kl. 8.
5316. Ders., das Urbild der deutschen Reinsprache. 1847. 8.
5317. Ders., F'reiiidwortcrbuch. 1855. 8.
5318. Ders., das e'liristenthum im Geiste des 19. Jahrh. 1847. 8.
5319. Ders., aus d. Fruhlinge in. Lebens. Gedichte. 1854. 8.
5320. Adaig. Tcuthold, das Buch von der Freiheit. 1851. 8.
5321. Der Deutscbkatholizisinus in seiner Entwicklung. 2 Bde.
1852—54. 8.
5322. Deutschkalh. Volkskalender für d. J. 1848. Herausg. v.
Herib. Rau. 8.
5323. Des Verhangnifses Macht. Gedichte. Hdschr. 4.
Bernh. Appel, reg. Chorherr u. Bibliothekar, in Reicbers-
berg :
5324. Ders., Gesch. d. reg. laleranens. Chorherrenstifles zu
Ueichershcrg. 1857. 8.
Wilh. Weingärtner in Breslau:
6325. Ders. , die Aussprache des Gothischen zur Zeit des Ul-
li las. 1858. 8.
J. Ricker, Buch- und Kiinsthandl. , in Giefsen:
5326. H. Siegel, Geschichte des deutschen Gerichtsverfahrens.
1. Bd. 1857. 8.
V. Blick, Buclihdl., in Luxemburg:
5337, Joann. Bertelius, hisloria Liixeniburgensis. 1856. 8.
5328. J. W. Engelhardt, Gesch. der Stadt und Festung Luxem-
burg. 1850. 8.
5329. J. Pai]uel, die Geschichte des Luxemburger Landes.
2. Aufl. 1856. 8.
5330. J. Engling, Gesch. des sogen. Klüppelkriegcs. 2. Aufl.
1857. 8.
TrOWitSCh d^ Sohn, Hofbuchdruckerei, in Frankf. a. d. ().:
5331. Monat,<s< hnlt liir ileulsches Städte- und Gciiieindewesen,
licriiusjjeg. von A. Piper. IV. Jahrg. 5. H. 1858. 8.
G. Braunsche Hofbuchhdl. in Karlsruhe:
5332. Zeitschr. für die Geschichte des Uberrheins. Herausgeg.
von F. J. Mone. 9. Bd. 3. Hfl. 1858. 8.
III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung.
G. V. Ney, kgl. b. .Major zu Flaschcnluil bei Nürnberg :
2310—16. Sieben SlainiiibHuiiie vom Ih. Jhdt.
Reuter, Karlenfabrikant, in Nürnberg :
2317. F'euerznnge, F'euerschaiifel ii. Ofenstocher vom 18. Jlidl.
2318. Krug von glasiertem Thon mit zinnernem Deckel. Ih. Jlult.
Frl. Lina RUdel in Nürnberg:
2319. SalibiirK<r .Silberniiinzc vom J. 1624, Niirnbergcr Silber-
iiiunze V. 1593 u. Wilrzb. Silbormünzo aus dem 14. Jhdi.
V. Grundherr in Nürnberg :
2320. l'iinr Bliillcr mit Zeichnungen zu Köpfen auf Snndrnrit
Gemälde vom Friiilcnsinahl in .\iirnlurc. 17. Jhill.
2321. PorlrHt, Federzeichnung. 17. JbdI.
195
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
196
Sigm. Frhr. V. Tucher, kt;!. l'^jr. Iliiuplmann n. I)., in
Kurnlicrg:
2322. Fünfzehn Bialler mit Zeichnungen zu Köpfen auf Sand-
rarts (iemalde vorn Friedinsmahl in Nurnberp. 17. Jhdt.
2323. f'urlrat, Bleistiftzcichnunc. 17. Jhdl.
Lust, kgl. Advokat, in Slrauhing:
232J. Silliermiinze K. Heinrichs III.
F. Paterno, Kunsthändler, in Wien :
2325. J'urtrat des Kaisers Franz Joseph I. v. Oesterreieh, gem.
und lithogr. \on Franz Adam.
2326—2331. 6 Darstellungen aus der österreichischen Geschichte
in Steindrucken.
C. Becker, kgl. preufs. Steuerinspektor, in Wiirzburg:
2332. Zeuhnung nach einer Kanne aus Messing, im Dom zu
Wurzhurg lielindliih.
2333. Ein Blatl mit Abbildungen Ton Waffenstiicken, Stdrck.
2334. Ansicht der Burg Sleinheim, gest. v. Prestel.
Seybold, Kräuterhändler, in Kürnberg:
2335. Hhtinisehe Vereinsmünze v. J. 1630.
V. Proeck, Oberslüeutenant, in Guben:
2336. 14 Radirungen nach den Schlüterschen Masken sterben-
der Krieger am Zeughause zu Berlin.
2337. 3 Kupferstiche von C. C. Glasbach.
233ft. 27 rolor. Blätter mit Volkstrachten.
2339. 4 kleinere Kupferstiche vom IS. Jhdt.
2340. Ilnndzeichnung von Wilhelminc v. Knebel.
2341. Das Strafsliiirger Münster, Kpfrst. v. J. 1603.
Braunstein, Bibliotheksgehülfe am german. Museum:
2342. riiurbrandenb. Silbermünze V. J. 1568.
J. L. Hofmann, kgl. Studienlehrer, in Nürnberg:
2343. Zwei Weingläser vom 18. Jahrh.
Ein Ungenannter in ft'umberg:
2344. rTypus mvsicae"; Holzschn. v. 1598.
2345. Das Friedensmahl im Rathhaussaale zu Nürnberg; Kpfrst.
von W. Kilian nach Sandrarts Gemälde.
Job. Falke, I. Sekr. am german. Museum:
234ti. Slralsliurger Silbermunze vom 10. Jhdt.
Dr. Zehler in Nürnberg:
2347. Silbermunze des Erzhzg. Ferdinand Karl v. 1645.
L. Bull, Kaufmann, in Nürnberg:
2348. Augsburger Silbermunze v. 1636 und Württemb. Silber-
munze v. 1641.
Stahl, Rosolifabrikant, in Nürnberg:
2:il'.i. nürlier(inl..md mit geprefster Pergamentdecke v. 1582.
Ein Ungenannter in Nürnberg:
2350. 5 Blatler mit Formularen für Sonnenuhren und anderen
nsironomisrhcn Berechnungen, v. G. Harlmann, 1549.
Lust, kgl. Advokat, in Straubing:
2351. Broneesiliwert xi.n 2' 4" Lange, ausgegraben.
Freih. V. Eeitzenstein, kgl. (»bcrzollrnth u. Kammerherr,
in München :
2352. Sachs. Silbergulden v. 1598.
2353. Träger (iroschen vom 14. Jhdt.
Oeith, Kaufmann, in Nürnberg:
2354. Silbermunze Kaiser Leopolds I.
J. J. Radler, Gloekengiefser, in Hildesheim:
2355. Drei Silbernrnnzen vom 15. Jhdt.
J. Werneck, Ockonom, in Frankfurt a. .M. :
2356. Thaler des Abts Eberhard v. Kempten.
2357. Sachs. Thaler von 161«.
2358. Thnler K. Lmpolds I. v. 1695.
Ferd. Wagler in Nürnberg:
2359. Eine bei Gailenreuth ausgegrabene Hellebartenspitie v.
15. Jhdt.
Erhard in New -York:
2360. Nürnberger Vierkrenzerstück v. 1622.
2361. Brandenburger Dreikreuzerstück v. 1624.
Eiffländer, Kaufmann, in Erlangen:
236i l.iindschaft, Kpfrst. von J. B. Racine.
W. Hauck, kgl Kevierldrsler, in Culmbach:
2363. Grall. Sehonburg'sches AnUssiegel vom 17. Jhdt.
2364. Aufgefundener Sporn.
Ein Ungenannter:
2365. Hornring und Seidenstickerei aufl'apier aus dem Nach-
lasse der 1749 zu Wurzburg als Hexe enthaupteten Maria
lienata Singer.
L. Bechstein, herz, sachs.-meiningenscher Hofrath, Ar-
chivar und Bibliothekar, in Meiningen:
2366. Elf Stück geprefster Bilder aus Bücherdeckeln des 16.
Jahrhdts.
Dambacher, Bibliotheksgehülfe am germ. .Museum:
2367. Sachs. Silbermunze vom 16. Jhdl.
Dr. A. V. Nitschke in Braunschweig:
2368. l'feilspitze vom 15. Jhdt.
Dr. Kölscher in Herford:
2369. Silbermunze des Bischofs Konrad v. Osnabrück.
2370. 19 Kupfermünzen v. 16.— 19. Jahrh.
2371. 3 Siluationspläne westfälischer Gegenden v. 18. Jahrh.
Federzeichn.
2372. Plan der Schlacht bei Zorndorf und der bei Ma\en,
Kplrslche.
Brendel, Kaufmann, in Berlin:
2373. Blciabschlag eines rhein. Vereinsthalers v. J. 1572.
Gramer, Pfarrer und Senior, in Hilpollstcin :
2374. Feingedrechselte Elfenbcinbuchsc mit eingelegten Bil-
dern auf F>auenglas.
Amd, Lnndbnuincisler, in Hanau:
2375. Abdruck des Abteisiegels vom KL Himmelau. 13. Jhdl.
Alterthumsverein zu Wien:
2370. Facsimile des Grundrisses dir Stadt Wien von Bonilaz
Wolmutb V. J. 1547; Farbendruck.
Ernst V. Schenk, Lateinschulcr, in Nürnberg:
2377. hatzeneonzerl, nclgcmalde v. IH. Jhdt.
19T
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
198
riironik der liistorischen Vereine.
Das Archiv für Kunde österreichischer Geschichtscjuellen
enthält ferner für die politische Geschichte, zunächst die
nicht österreichische, an Beitragen: Kränkische Studien,
herausgeg. von Ur. C. Hnfler, Bd. IV, H. 3 u. 4 (lorlRes. in
folg.). Urkunden zur (Jeschiclile der eidpenüssischon' Bunde,
herausgeg. und erläutert von J. E. Kopp, Bd. VI. Ueher die
südöstlichen Marken des fränkischen Reiches unter den Karo-
lingern 795 — 907, von E. Dümniler, Bd. X. — Die Briefe des
Aeneas Sylvius vor seiner Kriiehutig auf den [lapstiiihcn Stuhl;
chronologisch geordnet und durch Einfügung von -It! bisher un-
gedruckten vermehrt, als Vorarbeit zu einer künftigen Ausgabe
dieser Briefe von Georg Voigt, Bd. XVI. — Kur die politische
Geschichte Oesterreichs und der österreichischen
Länder, a. Oesterreich im Allgemeinen: Instruktion des
Erzherzogs Kerdinand etc. für Karl von Burgund , Herrn zu
Brcdam , den er zu seinem Bruder Kaiser Karl V. abgesendet
hat, l.i24, 13. Juni zu Stuttgart ausgestellt; milgetheil. von J.
Chinel, Bd. I. H. 2. — K. Kerdinand's I. Antwort aul einen
Ralhschlag, den ihm die oberösterr. Regierung zu Innsbruck
vorgelegt hatte, 29. Jan. 1562, Bd. II, H. 1. — Das (sogen.)
Korniclbuch K. Albrechts I ; mitgeth. von Chmel, Bd. II. H. 2.
— Zur Geschichte K. Kriedrichs des Schönen (Auszüge aus
einer Handschrift des 14. Jhdis. Verpfändungen 1308 — 1315);
milgctheilt von J. Chmel, Bd. II, H. 3 u. 4. — Urkundliches zur
Geschichte K. Kriedrichs IV. Auszüge aus einer Koncepten-
sammlung (KanzleibuchJ im kaiserl. Haus-, Hof- und Staats-
archive von 1478; mitgetheilt von J. Chuiel, Bd. III, H. I u. 2.
— Historische und topographische .Mittheilungen, von Jos. Berg-
mann ; ebenda. — Spicilegium von Urkunden aus der Zeit der
österr. babenberg. Kürstcn; mitgeth. von Th. Mayer, Bd. VI. —
Die ostcrr. Kreiheitsbricfe; Prüfung ihrer Echtheit und For-
schungen über ihre Entstehung von \V. Wallenbach, Bd. VIII. —
Beitrage zur ostcrr. Geschichte aus dem Klosternciiburger Ar-
chive; von Dr. H. J. Zeibig, Bd. IX, — Zur Geschichte des Krei-
herrn J. Erasmus von Tschernenibl und zur Geschichte Oester-
reichs 1608 — 1610, von Jodok Stülz, Bd. IX. — Urkundenauszüge
zur Geschichte K. Friedrichs III. in den Jahren 1452 — 1467
aus bisher unbenutzten Quellen, von E. Birk. Bd. X. (fortges.
in folg.) — Historisch- topographische Studie»; von Dr. A. v.
Meiller, Bd. .\l. — Der Ausscburslandlag der gesanimten oslerr.
Erblande zu Innsbruck 1518; von Dr. H. J. Zeibig, Bd. XIII. —
Summa t'uriae Regis. Ein Konnclbuch aus der Zeit K. Ru-
dolfs I. und Albrecht's I. (aus einer Erlanger Handschrift des
14. Jahrb.); mitgeth. von Dr. 0. Stobbc; Bd. XIV. — Aus-
lüge aus päpstlichen Regesten für Oesterreichs Geschichte; ge-
sammelt in Rom 1853 und vcrciffcntlicht durch Dr. B. Dudik,
Bd. XV. — Eigenhändige Korresponilenz des K. Karls III. von
Spanien (nachmals Kaiser Karl VI.) mit dem obersten Kanzler
des Königreichs Böhmen, Grafen Joh, Wenzel Wratislav ; von A.
Arnelli ; Bd. XVI. — Bericht des Landeshauptmanns Sigmund
von Üictrichstein an den Erzherzog Ferdinand über den Ueber-
fall bei Schladming, 3. Juni 1525; von Jodok Stulz ; Bd. .WH.
— Briefwechsel des Kreiherrn Sigmund von Herberstein mit
dem Herzog .\lbrecht von Preufsen ; von Job. Voigt, ebenda. —
b. Oesterreich im Besonderen: Urkundenregesten
für die Geschichte Inner-Oeslerreichs von 1312 — löOO; mitge-
theilt von Alb. v. .Muchar, Bd. II, II. 3 u. 4. — Geschichte der
chemal. Herrschaft Kadeck im Salzburgischen; von G. Pichler,
Bd. VIII. — Ausschufstag der 5 niederosterr. Lande in \> ien,
1556; von J. Stülz, ebenda. — Beitrage zur Geschichte von
Münzbach und V^'indhaag in Oberiisterreich im einstigen .Mach-
landviertel ; von F. X. Pritz, Bd. XV. — Geschichte der Herr-
schaft Windeck und Schwerlburg im Lande ob der Enns; von
Jul. StrnadI, Bd. XVII. —
c. Tirol und Vorarlberg: Urkunden der 4 vorarlbergi-
schen Herrschaften und der Grafen von .Montfort. .Mit topo-
graphisch-historischen Erläuterungen und einem Kärtchen von
J. Bergmann, Bd. I. H. 3. (fortges. in folg.) — Beitrag zur
Geschichte Vorarlbergs. (Das Freigericht zu Müsincn, die Ge-
richte von Rangweil und Sulz und die Landammanwahl in
diesem Gerichte etc.) von F. K. Zinimermanu, Bd. III, II. 1
und 2. — Beitrage zur Geschichte Vorarlbergs, von dcms.
Bd. V. H. 3 u. 4. -
d. Kärnten. Urkundenregesten zur Geschichte Kärntens;
von Gotll. Freih. v. Ankershofen , Bd. I. H. 3. (fortg. in folg.)
Ueber den angeblichen Herzog Gottfried von Kärnten ; von
Freih. von Ankershofen, Bd. IX. —
c. Böhmen, Polen und Mähren. Die Wiedertäufer
in Mähren; von Georg Wolny, Bd. V. — E.tcommunication des
Markgrafen von Mahren und seines Anhanges 1399 und was
damit zusammenhangt; von Dr. H. J. Zeiliig, Bd. VIII, —
Böhmische Studien; von C. Hofier, Bd. XIII. — Böhmens Herr-
schaft in Polen; von Jos. Fiedler, Bd. XIV. — Kritik der pol-
nischen Urgeschichte des Vincenz Kadlubek ; von A. von Gul-
schmid, Bd. XVII. —
f. Ungarn und Siebenbürgen: Zur Geschichte des K.
Matthias (Corvinus) von Ungarn. Elf Dokumente, die Hei-
rath seines unehelichen Sohnes mit Blarika .Maria von Mai-
land betrefl'end ; aus den Originalen des .Mailänder Archives
zusammengestellt von J. Chmel, Bd. I. H. 1. (1486—1489.) —
Beilrage zur (leschirhte Ungarns unter der Regierung der Konige
Wladislaus' II. und Ludwigs II., 1490—1526. Grorsleniheils
nach Originaldokumenten des k. k. oslerr. Haus- und Slaols-
archivcs; milgelh. v. Kr. Kirnbaber, Bd. III, II. 3 u. 4. Bei-
träge zur Geschichle Siebenbürgens unter K. Lud«ig I. 1342 —
1382; von G. D. Teutsch, Bd. V. H. 2. — Aktenslucke zur
Aufhellung der ungrischen Geschichte des 17. u. 18, Jhdl. ,\us
Privatarchiven milgelh. von F. Firnhaber, Bd. VIII. — Der
Prozcfs des Schafsburger Bürgermeisters Johann Schullcr von
Hosenthal; von K. Kabrilius, Bd. IX. — Siebenbürgen vor
Herodot und in dessen Zeitaller ; von J. K. Schullcr, Bd, .\IV. —
g, Obe r - 1 1 al ic n : Beilrage und Berichligungin der Er-
werbungen .Mailands durch Kranz Sforza; \ou Dr. Th. Sickel,
Bd. XIV. —
Kur die Geschichle dir Kirche, der hloslcr und
Orden: Auszüge au» einer Perg.-Ildschr. des 13. Jhdl,<,, vom
Abu- Hermann von INieder-Altnich begonnen und ^on mehreren
seiner ^achfolger fortgesetzt-, milgelh. von J. Chmel. (Eni-
199
Anzeiger für Kunde der deulschen Vorzeit.
200
ball auch, aiifser gesiSichllichcn Beilr.igtn uLer iSitiltr-AllaicIj,
den bajer. und öslerr. Landfrieden 1244 — 1256, Slalulen für
Landshul 1256). Bd. I. H. 1. — Forschungen ulier den Erz-
bischof Wichniann von .Magdeburg und die .\btei Seilenstetlen ;
von }. E. Riller von Koch-Slernfeld, Bd. I. H. 4. — Aeltesles
Urbnrium der Ablei Seilensicllen, 1290 — 1308; niitgelheill von
J. Chmel, Bd. I. H. 5. — Urkunden des Pranionslralenser-
Sliflcs Geras; zusamniengeslelll und erliiulerl von Th. .Mayer,
llhH — 1416, ßd. II. H. 1. — Beilrage zur Geschichte des deut-
schen Ordens in Tirol, Bd. II. II. 1. — Einstige Klüsler und Ort-
schaften im Lande unter der Enns; aus dem hiostcrneuburger Ar-
chive von .M. Fischer, ebenda. — Urkunden und geschichtliche
Kotizen, die sich in den Handschriften des Cisterzienser-hloslers
Zwell finden; initgelheilt von Job. v. Fräst, Bd. II. H. 3 u. 4. —
Die ältesten Urkunden des Klosters Gleink; kritisch erörtert
von Joduk Slülz, aus den Jahren 1088, 1125, 1128—1192.
Bd. 111, H. 1 u. 2. — Genealogische und topographische For-
schungen über die Stifter, die Stiftung und Ausstattung von
Ebernilorf, Gurnik, Teinach und St. Lorenz zu Burg Stein in
Kärnten; von Ritter von Koch - J^ternleld, Bd. IV, H. 1. —
Regesten und urkundliche Daten über das Verhältnirs des Kard.
IVikolaus von Cusa als Bischofs von Brixen zum Herzoge Sig-
mund von Oeslerreich und zu dein Lande Tirol 1459—1460;
milgelheilt von .\lbr. Jäger, ebenda (fortges. in folg.) — Bulle
des Papstes Alexanders IV. d. Anagni 25. Juli 1256 für das
Frauenkloster von Pfullingen (gefunden zu Bludenz); mitgeth.
von Jos. Bergmann; Bd. V. H. 2. — Ueber das wahre Zeit-
alter des h. Rupert, des Apostels der Bojoaricr und Gründers
des Erzslifles Salzburg; nach den Forschungen und Vor-
arbeiten des Ritters von Koch-Slernfeld. Dazu als Anhange:
über Dr. Rettbergs Kirchengeschichle; dus der gelehrten Reise
.^labillons durch Deutschland. Bd. V. H. 3 u. 4. Ueber das
Zeitalter des h. Rupert; von VV. VVattcnbach, ebenda. — Die
(irundung des Collegintstifles vvclllichcr Chorherrn zu Matig-
hofen ; von F. X.Prilz, ebenda. — Des Abtes Zacharias Gröbla-
cher Annales Ozziacenses mit der Fortsetzung durch Abt Her-
mann Ludinger aus den Blattern eines Ossiacber Kodex; mil-
gelheilt durch G. Freiherrn v. Ankcrshofen , Bd. VII. — Die
kleine Kloslerneuburger Chronik 1322—1428 (Nr. I. der mo-
num. C'laustroncoburg.) ; von Dr. II. J. Zeibig, ebenda. —
Das Kloslerneuburger Todlenbiich (Nr. II. der mon. Cl.); Ur-
kundenbuch der Stadt Kloslerneubiirg 1298 — 1565 (Nr. III.
der mon. Cl.); von deins. ebenda. — Die ältesten Urkunden
des Kunonikatsstiftes St. Georgen in Unteroslerreich 1 1 12 — 1244;
mitgeth. und mit Erläuterungen begleitet von \V. Bielsky ;
Bd. 1\. — Geschichte des aufgelassenen Stiftes der regulirten
Chorherrn des h. Auguslin zu \Valdhausen im Lande ob der
Enns ; von F. X. Pritz , ebenda. — Geschichte des einstigen
Kollegialsliftes weltlicher Chorherrn zu Spital am Pyrn im
Lande oh der Enns; von Fr. .\. Pritz, Bd. X. — Ueber die
Frage vom Zeilalter des h. Rupert; von Fr. Blumherger, eben-
da. — Geschichte des aufgelassenen Cisterzienserkloslers Baum-
garlenbcrg im Lande ob der Ens; aus Urkunden und Quellen
von F. X. Pritz, Bd. XII. — Fundatio Monaslerii in Walder-
bach, nebst Vorerinnerungen über die Familie der Regensbur-
ger Burggrafen, (irafen von Stiivening und Kiiienburg; von
Th. .Mayer, ebenda. — Das Banntaidungsbuch von Ebersdorf
im Viertel ober .Mannhartsbers; von Andr. von Meillcr, eben-
da. — Die pannonische Legende vom h. Methodius, von E.
Dümmler, Bd. XIII. — Oh der Salzburger Erzbischof Gebehard
der Gurker Kirche Friesnch entzogen und Erzbischof Thienio
ihr solches vorenlhalleu habe? von G. Freih. v. Ankershofen,
ebenda. — Entgegnung auf den Aufsatz des Freih. von Ankers-
hofen elc; von Dr. K. Tangl, Bil. XIV. — IVlrus de Pulk«,
Abgesandter der Wiener Universität am Konciliiim zu Konstanz;
von Fr. Firnhaber, Bd. XV. — Georg 111., Slobaus von Palni-
burg, Fürstbischof von Lavant ; nach seinem Leben und Wir-
ken geschildert von Dr. Jakob Stepischneg, ebenda. — Rege-
sten und urkundl. Daten über das Verhältnirs Tirols zu den
Bischöfen von Chur und dem Bündnerlande von den frühesten
Zeiten des M. A. bis 1665; mitgeth. von Albr. Jager, ebenda.
— Ueber die Frage, ob der h. Rupert das Aposlelamt in Bayern
bis an sein Lebensende geübt habe? von Fr. Blunibergcr,
ßd. XVI. — Beiträge zur Geschichte des deutschen Ordens in
Tirol; von Dr. B. Dudik, Bd. XVII. — Geschichte des aufge-
lassenen Stiftes der regulirten Chorherrn des h. Augustin zu
Ranshofen in Oberöslerreich; von F. X. Pritz, Bd. XVII. —
Nachrichten.
lilt«Tatiir.
Neu erschienene Werke.
40j Regesicn und Urkunden zur Geschichte des
Geschlechtes Wangenheim und seiner Besitzungen.
Eine erste bis »um J. 1533 reichende Sammlung von
F. H. A. von Wangenbeim seinen Vettern und Freun-
den gewidmet. Als .Munuscript gedruckt. Hannover,
Schrift und Druck von Fr. Cuirmann. 1857. 8. 390 Sin.
Indem es dem Herau.'igcber, einem hochneslelllen k. han-
nover. Beamten, an der nothigen .Mufse fehlte, das von ihm
gesammelte Material zu einer Geschichte der Familie abzu-
runden, übergibt er einstweilen dieses selbst der OelTenllich-
keil. „Der Titel: Regesten und Urkunden zeigt, was man von
dieser Sammlung zu erwarten hat, und lirauche ich nur hin-
zuzufügen , dafs bei der Anordnung des Ganzen mich der Ge-
danke geleilet hat, das chronologisch zusammenzustellen, was
sich Iheils in bereits gedruckten Urkundenbüchern und (ic-
schichtswcrken , theils in mir zuganglich gewesenen Archiven
auf die ursprünglichen Stammguter der Familie oder deren
Glieder Bezügliches mir dargestellt hat." M enn sich in ge-
druckten yuellen das Urkundliche nicht direcl auf Wangen-
Anzeiger Für Kunde der deutschen Vorzeil.
201
heimisches Besililhum beiog und die Glieder der Familie nicht
als selbständig handelnde, sondern nur als Zeugen u. s. w. he-
iraf, wurde nur eine Regesle gegeben. Im Uebrigen ist auf
die jedesmalig, n Kurilen verwiesen. Die Brmi. hbarKeit des
Materials ist durch die zahlreichen Anmerkungen, sowie durch
ausfuhrliche Personen- und Orlsr.gister bedeutend vermehrt,
und wir wünschen sehr, dals uns der Herausgeber in ahnlicher
Weise auch seine übrigen Materialien für die Zeil nach 1533
baldigst zügiinglich machen möge.
41) Geistliche Lieder der evangel. Kirche aus dem 17.
und der I. Hälfte des 18. Jahrb., von Dichtern aus
Schlesien und den umliegenden Landschaften verfafsl.
Zusammengestellt und nach den ältesten Drucken heraus-
gegeben von Dr. Jul. .Miitzell. 1. Bd. Braunschweig,
C. A. Schwetschke und Sohn. 1858. gr. 8. XIV und
394 Stn.
Die unermüdliche Sammellust unserer Tage, die mit rück-
wärts gewandtem Auge besonders auf Sprache, Literatur,
Sitte und Sage sich geworfen hat, ist auch dem geistlichen
Liede zu Gute gekommen. Unter verschiedenen Arbeiten in
dieser Richtung erinnern wir nur an das bibliographische Werk
Wackernagel's, eine Frucht des bewundernswürdigsten Fliifses.
Einen nicht unwesentlichen Beilrag zu der neuen Wissenschaft
der Hymnologie liefert nuch Herr Mutzeil in dem oben ver-
zeichneten Werke, das sich als Fortsetzung an die früher von
ihm herausgegebene Sammlung „geistlicher Lieder der evang.
Kirche aus dem 16. Jahrb." (3 Bde.) anschliefst. Um bei der
Masse des Materials den Anforderungen der Wissenschaft nicht
untreu zu werden, mufste er sich auf die Gegend beschranken,
die (ür die geistliche sowohl, als die weltliche Dichtkunst
der gewählten Periode die grofste Bedeutung halte. Aber auch
hier ward nicht Alles aufgenommen, sondern eine bestimmte
Auswahl gelrolTen, und zwar nach dem Grundsatz, dafs nur
aufzunehmen sei, was kirchliche Anwendung gefunden. Etwa
1200 Lieder wurden ausgewählt und in 12 Gruppen aufgeführt,
deren letzte die anonymen enthalten soll \m(l für deren übrige
als oberstes EinthiMlungsprincip das chronologische gewählt ist.
Unter den Liederdichtern des vorliegenden Bandes r.igen her-
vor: Johann Heermann, Martin Opitz, David von Schweinitz
und Andreas Gryphius. Bei den Texten ist der Sammler, so
weil möglich, auf die ersten Quellen zurückgegangen. An der
Spitze eines jeden Liedes sind bibliographische Nachweisungen
gegeben, besonders über die Verbreilnng, die es gefunden.
Den Schlufs des Buches soll eine Uebersicht des Inhalts, ein
alphabetisches Verzeichnifs der Liederdichter, ein chronologi-
sches Verzeichnifs der benutzten byniiiologisclien Werke mit
geschichtlichen Erläuterungen, ein Verzeichnifs der wichtiasten
Lieder, nach dem Inhalt geordnet, und ein alphabetisches V er-
zeichnifs sammllicher Lieder bilden.
42j Oslfriesisehes Wörterbuch. (;esammell und heraus-
gegeben von Cirk Heinrich Slürenhurg. Aurich
1857. Verlag von Carl Otto Scydc. XII u. 356 Sin. 8.
Der ostfriesischen Mundart beut die allfriesische Sprache
zu Grunde , die jedoch im Verlaufe der Zeil so sehr von der
s. g. nicdersachsi.s.hen Mundart überschwemmt und verschlun-
gen worden ist, dafs heutzutage nur noch einzelne Trümmer
des iTspruiiglichen -irb erhallen haben. Indef» sind diese im-
202
mer noch beträchtlich genug, dafs sie neben andern Eigen-
thümlichkeilcn, die der ostfriesi.^ichcn Mundart vermügc der ab-
gesonderten Lage des Landes, zumeist auf den Küslcninseln,
bewahrt geblieben sind, ein oslfriesisehes Wörterbuch als ein
sehr dankenswerthes Unternehmen erscheinen lassen. Das
obige Werk ist der erste Versuch dieser Art, der vor die
Uellenllichkeit getreten ist. Herr Slürenhurg, der leider bald
nach der Herausgabe starb, hat 20 Jahre lang an dem .Material
gesammelt, das zum Tlieil altern Druckwerlun und llandselirif-
ten, zum gröfsten Theil aber dem Munde des Volks eulnominen
ist. Dabei wurde der Grundsalz l'esUuhalten gesucht, nur die-
jenigen Wörter aufzunehmen, welche nach irgend einer Seile
hin eine Eigenlhiimlicbkeit darboten. Auch Kedensarlen und
Sprüchworler lan<l.n Aiilnalime. wo immer ein Wort dazu Ver-
anlassung gab. Bei dem Wunsche des Herausgebers, noch %or
seinem Tode, der nicht unvorhergesehen erfolgte, das Buch
dem Dru(k übergeben zu sehen, war nicht die Vollendung zu
erreichen, die dem Werke zu wünschen gewesen wäre. So
mufste denn auch ein Nachtrag unverarbeitet angehängt wer-
den. Uebrigens nennt der bescheidene Herausgeber in der
Vorrede sein Buch selbst eine Dilellaulenarbeit, eine Aeufserung,
welche zunacht auf seine Etymologie nicht mit Unrecht An-
wendung fände. Die Schreibung schliefst sich in der Kegel
so getreu wie möglich der Aussprache an, und zwar, da fast
jedes Dorf eine andere hat, der Aussprache eines beslimmten
Theils von Ostfriesland (des in der Mille gelegenen Auricher
Amts). Dies und einige Ungleichheiten erschweren, bei der
streng alphabetischen Anordnung, das Aullinden der Wörter
nicht wenig, so dafs man oft die verschiedensten Schreibwei-
sen durchzupr.d.ieren hat, bis man die vom Herausgeber ge-
wählte trini Wer z. B. „weelbeend" zu sprechen gewohnt ist,
wird lange suchen, bis er auf „woolbeend' slofsl: es konnte
ja auch „wehlbeend, welbeend , wülbeend, wahlbeend, waal-
beend, wiHbeend, wöhlbeend" geschrieben sein. Jedenfalls
wird uns in dem Buche ein reiches Material geboten, und
es wäre zu wünschen, dafs ein Kundieer bald Gelegenheit
fände, in einer zweiten Auflage auch den Anforderungen der
Wissinscbafl gerecht zu werden.
43J Album-Blatter in miltelalterlichem Style in lith. Far-
bendruck von D. Levy Elkan in Coln. 5. Heft. Leip-
zig, Verlag von E. Wengler. 1858.
Das 5. Heft schliefst sich dem schon besprochenen vierten
in Wahl der Darstellungen und Ausführung derselben genau
an, indem es auf jedem der 4 Blatter den Heiligen oder das
Fest eines Kalendertages in verzierter E.iifa.^sung vorführt. .So
haben wir für den 25. März die Verkündigung .Maria und tur
die bestimmten anderen Tage die heil. Königin Helena. M.
Katharina und St. Slephanus. Der Farbendruck i.t überaus
glanzenil und mit grolVcr Genauigkeit ausgeführt.
41) Geschichte der Abtei lluny von ihrer Stiftung
bis zu ihrer Zerstörung zur Zeil der franzosischen He-
volution. iXach I'. Lorain bearbeitet von Dr. f. I'e-
liirgn.s. Tubingen, II. Laupp. 18.'^i8. K X ii. 2r.l Sin.
Die hohe Bedeul.Bmkeil der Abtei lluny lur die gesniumle
Bildung lies Mittelalters, auch für Deutschland, i.-l im Allge-
meinen bekannt, wenn auch ihre lange und glänzende Gc-
203
AnzeiijcT für Kunde der deutschen Vorzeil.
204
schichte noch nicht volUlandig aufgeslellt, ihre vveitgreirenden
Einflürsc noch nicht gerecht und unberiingen gewürdigt sind.
Gerade das mittelalterliche .Miinchthuni hat die extremsten Be-
urlheilungen erfahren. Um so verdienstlicher ist ein l'nler-
nehnicn, welches eine quellenniafsige Oarstellunff dieser Ver-
hältnisse, eine Schilderung des Beginns, Wachslhurns und Kal-
les einer so hocliberuhuiten Benediktineralilei , in deren Kril-
wieklurfg sich ein grofsartiges Stiick nicht Mos des kirchlichen
Lebens, sondern der gcsaniniten mittelalterlichen Kultur ollen-
barl, sieh zum besondern Gegenstand genommen hat. Das vor-
liegende Werk trägt den Charakter franzüsisclier Leichtigkeit,
es gibt diinkenswcrthc IVarhrichten in ansprechender Form,
hat jedoch im Ganzen mehr das Wesen einer Apologie als der
abwägenden, ernsten Geschiciite. Her Grofsartigkeit des ge-
wählten StoHes gebührte eine massivere Behandlung und am
Allerwenigsten hier, wo so viele Zweifel zu beseitigen, so
manche Vorurtheile niederzuschlagen im Zwecke lag, durften
Belege und die beweisenden Ouellencitale wegbleiben. Der
deutsche Bearbeiter, dessen Uehersetzung ührisens lobenswerth
ist. hat diesem Mangel nicht abgehollen; in dieser Dichtung
beschrankt sich sein Verdienst darauf, dafs er in der Vorrede
von einigen Queilenwerken die Titel angibl.
45) Die Herrsihafi Mühltroff und ihre Besitzer.
Zur Erinnerung an die am Abend aller Heiligen 13.i7
erfolgte Uebergabe der Herrschaft Mühltroff an die
IMarkzrafen von iMeifsen uml Liindgrafen von Thüringen.
llerau.'Sgegeben von C. H. Kichter. Leipzig, Druck
von Teubner. 1857. 8. XIM u. 162 Sin.
Am Abend aller Heiligen, 1. November 1357, verlauschte
Heinriih der .\eltere, Voigt von Plauen, genannt der Lange,
das Schlofs und Städtchen iMühltrolT au die Fürsten Friedrieh,
Balthasar und Wilhelm, .Markgrafen von Meir>ien und Landgra-
fen von Thüringen. So lange gehurt das Slädlchen im Voigt-
lande, dessen Geschichte vorliegendes Buch behandelt, dem
Sachsenhause an Zu dieser Geschichte hat der Verfasser be-
nutzt, was ihm an ()uellen nur zu^fängliih war, birsonders die
von .Moliius herausgegebenen historisch diplomatisch« n >achrich-
ten vom Voigtlande, insonderheit von der in solchem gelegenen
Sladi und ehemaligen Herrschaft Mühllrnn'. Der Verfasser er-
zählt mit Fleifs die Geschichte der Besitzer, vom Grafen Otto
von .Vrnshangk - Lobdal'urg an bis zum letzten herab, dem er
sein Werk gewidmet hat.
•16) .M il it a irische Studien aus Oldenburgs Vorzeit und
Ge.Hcbichte des Olilenhurgischen Contineents von Louis
v. Weltzicn. Oldenburg, 1858. Schnellpressendruck
und Verlag der Schulzeschen Bucbhandlimg. \l und
358 Sin. 8.
I'rn dem Buche gerecht zu «erden, ist die schon im Titel
angedeutete Art seiner Eiilslcluing , sowie der Zweck zu be-
rücksichtigen. Der Verfasser ist Militair, der in dem Bestre-
hen , die Geschichte seines vaterlandischen Truppenkurps ken-
nen zo lernen , allniuhlich zu einer Reihe von Studien geführt
wurde, welche er in der HolTnung, dem gleiihen Interesse
seiner Kameraden und Landsleute zu begegnen, liiiiniit ver-
üfTentiicbl. Für ein subhes /'ublikujri enthalt das Buch des
Anziehenden gewifs genug. Für weitere Kreise beginnt der
Verfasser erst da wichtiger zu werden, wo er den allgemeinen
Boden verläfst, und statt aus bekannleren Werken zu schupfen
sich das .Material grüfsten Theils aus urkundlichen (Quellen ge-
sammelt bat. Diese neuere Zeit ist auch quantitativ bedeutend
bevorzugt. In Bezug auf die altern und besonders alleriillesten
Zeilen «ird nichts Keues initgetheill ; doch selbst in diesem
kurzen Abrisse läfst sich Manches anfüliren. was noch zu be-
ricIiUgen wäre. — Die .\u>>lalluMg ist \ ortrelTlich.
Aufsätze in Zeitschriften.
Abb a ml lim gen aus dein Gebiet« der K at urwisscn-
sc haften ( licrausgeg. v. d. naturwisscnsch. Verein in
ilaiuburg). IV. Bd. 1. Abth. Die eihlen l'erlen: Ein
Beitrag zur Luxus-, Hanilel*- und IValurgeschichte der-
selben. (K. Miibius. I
Blätter aus dem rauhen Hause: i\r. 1 ff. Sitte und l'nsitte
bei Verlobnissen, Trauungen und Taufen. Kr. 3. Die Wein-
glocke in MUnnerstndt und Zittau.
Bulletin de la Soc. de l'hist. du I' rote s ta n ti snie
frani,ais. VI' annee pag. 178: La coiifession de
l'eglise reformee fran^aise de Strasbourg publice p:'r le
Min. J. (^lrnier. l.')49.
Blind: >r.l33. Die Schweizei-Dialecle mit Proben. i\r.l37.
Schweizerische Bäder der guten alten Zeil, (Kunge.)
Europa: Nr. 22. Englischer und deutscher Adel.
Die Grenzboten: l\r. 23. Bilder aus der deutschen Ver-
gangenheit. Der deutsche Teufel im Ki. Jahrb.
Neue Jahr liiicli ir für Philologie und Pädag.: 77. u.
78. Bd. 4'. il. Briefe über neuere Erscheinungen auf
dem Gebiete der deulschcu Philologie. 3. Forts. (Zacher.)
Jahrbiicher lür deutsche Theologie: III,' 2. II. Die
Anfänge des Anahaplismus in der Schweiz. (Heberle.)
Das Jahrhundert: i\r.l9. Kritik der Geschichtsehreibung, IL
.■V 11g cm. K i rcli e uze itu ng: !\t. 17. Ablafsbrief an .Martin
Bichter von Oberlieehtenau 1.50(1 von Papst l'rbnn ertheilt,
aus dem Original milgellieilt von Hergang
Evang. K irclienze i lung: i\r. 21. .Mclaiichlhon.
Deutsches K ii n sl b I al t , Maihcll: Kin Besuch im Schlofs
Tliurnau. .Vrchaologischer Uiickblick auf das J.ihr 1857.
I K. Schnaase.)
Kurier für I\ ieder ha ye rn : Ar. 142—45. Herzog Ludwig
der Keiche von Bayern - Landshut.
.M on a t seh r ift des w issen seh. \ ere in s in Zürich : i\r. 3.
Deiiische Kechtsallirlhüiiier aus der ScJiweiz. (Osenbrüg-
geii I
Weste rrii. .Monatshefte: iNr. 20. Desid. Erasnius , sein
l'raallehen und sein persönlicher Charakter. (Lange.)
Deutsches iMuseum: Kr. 21. rullurgcschichle.
Frank L Museum: i\r. 19. l'eher lllnstralinnen der Ge-
schichte in Bildwerken und .\nthologien. (H. \\.) .>i.22.
Gottfried von Strafsburg.
Berlin. A a chri chte ii : Ar. Itlj. Mahnruf zum Schulze iler
Adrdseeinselkelle mit histor. Kuckblicken. (( iemenl.)
205
AiizeigiT für Kunde der deulsclien Vorzeil.
loa
Augsli. I'osl- Zeitung: iVr. 104. Die bayerisriieii Herz.ogc
als eifrige Verehrer der Mutter (iotles 1266 — 1777. —
Kr. 11)9. Kiitizen iilier den Bau und die Baunieisltr der
Sl l.oren/.kirclie lu Aiirnbcrg, Ergänzung zum Nürnber-
ger rorrcspondenlin. >r. IIT. Zur (iescliiclite der Be-
gründung Münchens. (Korh-.Slernrold.) — Nr. 118. Bar-
tholomäus Holzhäuser. >r. 123 IT. Kaihrirhten über die
St. Sebalduskirche zu IVijrnberg, aus bisher unbenutzten
Quellen.
Berliner Itevue: 13. Bd. I. u. 2. II. I'ricsinnd und die
Friesen. Johanniter- Orden : Ueber die historisch richtige
Benennung der Balley Brandenburg.
Hildesheim er Sountagsbl a 1 1 : Ar. 10. llildesliLimer Klei-
derordnung. (\V. Andreii). Ein Stück Ilildesheiniische Vor-
zeil.
H ön igsberger S on n tagspos I : Ar. 19. Luther auf dem
Reichslage in Worms, 1^. .\pril 1521.
Zeitschrift f ii r die liistor. Theologie: 18.'i8, 3. Heft,
llinkmar und Pseudu-Isidor. Eine historische l'ntersuchung.
(J. Weizsäcker. J
Zeitschrift für vergl. Sprachforschung: 3. Die a-i-
reihe im deutschen. (Schleicher.) — e als i - vocal im alt-
hochdeutschen. ( Schleicher.)
Allgein. Zeitung, Beil. zu IVr. 156. Die yuillen zur Gesch.
der Cuncilien des 1.'). Jahrb. — Kunstdenkniale in Ungarn.
Ar. 159. Einige neuere Erscheinungen aus dem Gebiet
alt<r und alleier deutscher Literatur. Ar. Iü2. Die Khcin-
zabern'schen Antiquitäten.
Illusir. Zeitung: Nr. 771. Städtewahrzeichen. VU. Breslau.
4. Die Dohle an einem Giebel des IlauptschilFs der Kol-
legiatkirchc zum hl. Kreuz.
Neue .Münch. Zeitung, Abendblatt zu Nr. 128. Der Geis-
bock von Lambrecht fin der l'lalz). Ar. 130. Die altdeut-
schen Fresken auf Schlofs Hnnkelslein in Tirol. Nr. 131 ff.
Wildlhatigkeit in Burghausen. Nr. 134. Skizzen aus dem
früheren Münehener Leben. I. Bürgerliche Feierlichkeiten.
Wiener Zeitung: Ar. 109. Aus .Mailänder Archiven. (Sickcl.)
Ar. 110. Fund Küm. Gräl>er am Wiener Berge, (v. Sacken.)
Ar. 115. Die Abbildungen der Burgund. Gewandir des
goldenen Vliefses in der Akad.-Ausstellung.
VeciiilM«-lile \arliricli(eit.
45) Das k. k. .Ministerium lür Kultus und Unterricht bat
beschlossen, alle jene Intel riclils- und wissensrballlichen An-
stallen, welche entweder das .Studium der l'alaographie
selbst oder doch das historische yiiellensludiuiri wissenschaft-
lich zu betreiben oder doch zu fordern berufen sind, mit E.ieni-
plaren des unter der unmittelbaren Leitung desDr.Sickel unter
dem Titel: „monuinenta graphica medii aevi", erschienenen
Werkes zu betheilen. Die.ies für das palaogrnphische Studium
höchst wichtige Werk enlhalt bekanntlich eine ausgewählte
Sammlung photographisch nachgebildelcr l'acsimiles von alteren
Schriftdciikmali'u aus österreichischen .\rchiven und Bibliotheken.
46) In der Sladtvcrordneten-Vprsiiiiiiujung zu Kiilii wurde
von einem Mitgliede die Herstellung der huppel auf der Kirche
von Sl. I'aiilaleon in Erinnerung gebracht. In der nämlichen
Sitzung erklarte sich die Vcrsaiiimluiig auf Anregung des sladti-
sclicii Archivars damil einverstanden, dafs ein Urkunden-
buch aus dem reichhaltigen Archive dieser Stadt hcrau.^ige-
geben werde. Vorerst soll ein Band — die Vcrfassungäge-
schiehte der Stadt Köln von den ältesten Zeilen bis zum Ein-
tritte der Fremdherrschafl enthaltend — erscheinen.
47) Der Ausschufs des historischen Vereins für Steiermark
hat unlängst einen Aufruf an die deutschin Sieirer, jedoch
nicht ohne den Wunsch und die Hoffnung, .Tuch die windi-
achcn Landsicute zu einem ähnlichen unternehmen anzuregen,
erlassen, nämlich zu einer umfassenden Snininlung der Sie ieri-
schen Volkslieder und Volksreime, die dann bestimmt
wäre, geordnet und kritisch gesäubert dem ganzen Lande
durch den Druck als Gemeingut übergeben zu werden.
48) Der Architekt Baidinger in Wien hat die von ihm
angefertigte Zenlinuiig der Kanzel im Stephans doiii c ,
eines Meisterwerks der entwickelten Gotliik, durch den Künst-
ler Kirchhofer in Kupfer stechen lassen.
49) In Blaubeiiren beabsichtigt gegenwärtig ein junger
talentvoller Mann, Franz Gremser aus Augsburg, den berühm-
ten Hochaltar in der dortigen Kirche bis auf seine unschein-
barsten Theile in Elfenbein zu schnitzen und hat Proben
hievon, nach der bekannten HeidelofT'scIien Abbildung gefertigt,
bei sich, die ein Kunstwerk erster Grofse versprechen.
50J Der Photograph Schneider in Fraiiklurl beabsichtigt
die Bau- und Kunstdenkniale Deutschlands aufzu-
nehmen, und daraus eine Collection zu machen, die durch Ver-
vielfältigung auch in den Buchhandel kommen wird.
51) Die allerhöchste Genehmigung zum .Vusbau des Ke-
gensburger Doms nach dem vorgelegten Bauplan ist nunmehr
erfolgt und einzig und allein nur von der Bedingung des .\ach-
weises der dazu erforderlichen Geldmittel abhängig gemacht.
Dieser wird in kürzester Zeil vollständig geliefert werden
können.
52) lieber den Platz , welcher in Zukunft die restaurierte
.Martyrsäulc vor dem Weih- St. Petersthore in Regensburg
einnehmen soll, hat sich der historische Verein nun entschieden.
Das .Monument wird, um es recht augenfällig zu machen, den
Eingang in die Allee von dem l'latze «or dem .Mailhure aus-
schmücken, und so, nur wenige Sihrille von seinem bisherigen
Standpunkte entfernt, seine historische Erinnerung wahren.
53) In der Kirchi' zu Bingen hat man das Grab des im
Jahre 1658 gestorbenen Bartholomäus Holzhäuser durch
wiederholte Aachgrabung aufgefunden. Die .\uflindüng iliesrr
ehrwürdigen Reste fügt den frommen Schätzen, in deren Be-
sitz die Gemeinde Bingen ist, einen neuen liiiiiu.
51) Hei den ßaliiihon>auten in Bern ist mnn bei den Fun-
dainentu'uiigsarbeiten auf ein betriichlliclies LngiT von iiirnsch-
lichen Gebeinen und Schadi-In gi .slofsen , ib'nn l'rsprung
jedenfalls auf mehrere Jahrhunderte luruckdaticrl. Einige vcr-
207
Anzeiger für Kiiiule der deulsclien Vorzeil.
208
muthen, es seien hier zur Zeil des „schwanen Todes" oder
einer spalern Seuche die Todlen niassenhaPt verscharr! wor-
den; Andere jedoch wollen aus der Lage der Geheine scliliersen,
es sei hier nur der Inhalt eines KirchhoTs zusanunengclegt
worden. Bekannllich sieht das in der ersten Hallte des vori-
gen Jahrhunderts nebenan erbaute Bürgerspital auf dem Bo-
den eines ehemaligen Begriibnifsplatzes.
55) Der alten Riiincrburg und FraukensladI Xanten gegen-
über, am rechten liheiniilcr, wurde von Fischern eine antike
Statue gefunden, die als ein überaus nierkvfürdiges Denkmal
bezeichnet wird.
56j Vom abgebrochenen Murthore in Gralz hat man
Ansichten und sogar von verschiedenen Seilen im .\rchive
der k. k. Stalthalterei gefunden, welche auf Veranlassung des
damaligen (iouverneiirs Sr. Exe. des Grafen Wickenburg auf-
genommen wurden.
57) Zu dem bevorstehenden 300jiihrigen Jubiläum des
Danziger Gymnasiums hat dasselbe, sowie die Communal-
behiirde Danzigs, bei dem Medailleur Prof. Fischer in Berlin einen
Stempel zu einer Erinn e ru ngs-.Veda il I e anfertigen lassen,
welche in Silber und in Bronee geprägt werden soll. Auf der
einen Seile befindet sich das Brustbild des berühmten Bürger-
meisters Consl. Ferher, des Ilauplbegründers der Anstalt (1558),
und auf der andern die Abbildung des prachtvollen Gjniiiasial-
gebäudes.
5h I Als Platz, auf welchem das W in k el ri ed-D en k-
ni a I aufgi'stellt wird, soll nun die sogen. Breite bei Slans,
an der Strafse nach Buochs gelegen, bezeichnet sein.
59] In Kegensliurg sind durch den Abbruch der soge-
nannten Slritzelbiickerladen k ata kom benahnlichc Ücffnungeo
zu Tage gefördert worden.
601 Bei den Erdarbeiten zur Anlage der Eisenbahn im
Gartenlelde unterhalb Mainz, resp. der Gegend bis zu Inounda-
tionsschanze hinab, wurden römische Aschenkrüge, Münzen,
Gerülhc von Metall und sonstige Alterthümcr verschiedener
Art zu Tage gefördert. Diese Ausgrabungen, sowie bereits
frühere Funde, werden dazu dienen, die verschiedenen An-
sichten imd Behauptungen über den Lauf des Hheines bei .Mainz
zu Kiiuierzeilen zu berichtigen. Jedenfalls geht darius hervor,
dafs da, wo diese obenerwähnten Gegenstände aufgefunden
wurden, früher, wenigstens zur Zeit der Ri)mer, der Khein nicht
geflossen sein kann, sondern vielmehr sein heutiges Bett inne-
gehabt hat.
Inserate und Hekannlnia(iiuna;en.
7) Sollte Jemand im Stande sein, über die früheste Ge-
schichte des aus Franken nach Pomnicrn gekommenen Adels-
geschlechtes derer von Somnitz und insbesondere über die
Entstehung seines Wappens („ein auf dem Kopfe stehender
Pfeil mit Halbmond und zwei Sternen") weitere Auskunft z«
geben, so bitten wir, solche gefalligst an die Redaktion des
Anzeigers gelangen zu lassen.
8) Aus dem Nachlasse des verstorbenen Dr. Max Göbel
herrührend, ist ein vollständiges, sehr (;ut erhaltenes, in halben
Franzband gebundenes, Exemplar der Eiflia illustrata des J.
F". Schannat, übersetzt und herausgegeben von G. Biirsch, in
8 Biinden, für fünfzehn Thaler zu verkaufen. Die ersten
4 Bande sind auf Velinpapier gedruckt. Das Werk, dessen
Subscri|itionsprcis 14 Thir. 5 Sgr. uncingebunden war, ist im
Buchhandel gar nicht mehr zu bekommen, und kommt nur
noch selten vollständig auf Versteigerungen vor.
Wer das Werk zu erwerben w unscht, wolle sich gefälligst
an den Unterzeichneten wenden.
Coblenz, den 12. Juni 1858.
Dr. G. Barsch,
geheimer Regierungs-Rath.
Jahresconferenz des germanischen Museums.
Die Jahie.stdiileieiiz der beiden «;r()fsereii .Viis.scliiis.se des ;; e rniiin isch en Museums
^^ird fiir 18.'j8 an dessen Sitz, in der Karthnuse zu Nürnberg,
vom Abend des 19. bis zum Morgen des 23. Aiignst
abgehalten, wozu hiemit die verein lidien Herren Mitglieder (h-s \ erualtiings- und des (Jelehrten-
aiiss» Iltisses, v\ie audi die Herren Agenten rreiiiidliiiisl eingeladen werden. Die XOrlage der Bc-
rathungsgegeiistände wird rechtzeitig erfolgen. Da es nach §. 45 des Organismus jedem eiii/.cliien
Aiiss» liiiCsiiiilglicde zusteht, eiiisi hlägif^e Fragen zur Heiathiing zu bringen, so wird gebeten, der-
gleichen, wo möglich, schon zuvor und zwar bis Ende Juli d. J. geliilligst mitzutheilen.
Nürnberg, im Juni 1858.
Die Aorstäiide des germani.schen Museums:
Ur. Frhr. v. o. z. .\ursers. ür. Deeg.
Verantwortliche Kcdaclion: Dr. Freih. v. u. z. Anfacis. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommann.
Druck TOD Fr. C&mpo A Sohn In KUmbcrg.
NÜBKBSRO. Das Abonnement des Blattes,
welches alle Monate erscheint, wird ^aiiz-
jährig an^;enommen und belräRt nach der
neuesten Postconvention bei allen Postiiu-
tem vindBucbltandlungen />cuf«cAi<inJi iiicl.
Oestreich» 2 fl. 4Skr. im 2* ti. - Fufs oder
1 Tblr. 16 Sgr.
Für Frankreich abonnirt man in Strafs-
burg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem-
selben, J»ro.23. nieNotreDamedeNaziireth,
and bei der deutsehen Ünchhandluni; von
ANZEIGER
FÜR KIIPE IIEe
Neue Folge.
'-5-^3
F. Klincksieck , Nr. 11. rue de Lille, oder
bei dem Pobtamt in Karlbruhe ; für An^r-
tanJ bei Williams & NorRate, U Henriette-
ütreet Covent-Garden in London ; für Sord'
umtrika bei den PoatämterD Bremen und
Hamburg. —
Inserate, welche mit den Zwecken des
Anzeigeru und de-s^en witisenscbaftlichem
Gebiete in Verbinduutc (i^ehen, werden auf-
genommen und der Kaum einer Columnea-
zeile mit 7 kr. oder 2 ögr. berechnet.
^1 l^iU^III^^
v
ririi
Füntter Jahrgang.
OllGW DES GEIIM AMSlllEN MLSELMS.
1858.
M 7.
Juli.
Wissensdiariliclie >li(llieiliiiiü;en.
.tlhert. Erzbimvliof von lliKH. und »eine
MiiiitMCliart in aiilHteigeiiüer I^iiii«*.
(ForlscUung.)
Von E. F. Mooyer in Minden.
gellen, da jener er.>l \2'i\ , nach dem 25. Jan., Prnp^t
wiirtfe (das. 392. ürubcr, 219. VogI, I, lö8j, als soltlier
noch 1236 aiifirilt (das. 434. v. Westphalen, Monum. ined.
11, 34), aber am 15. Okt. 1238 diese Wurde nicht mehr
Manee:old der Reiche (dives) dürfte für einen Sohn bekleidete (das. 438. v. Westphalen, II, 3(i. Liinig, XVI,
Adiko's gelten können, da er urkundlich am 2'). Juli 1143 Anh. 112. Lindeubruch , 173); eher miichle er für einen
(das. 160), vielleicht auch am I.Juli 1174 (das. 219), und Knkel des Adiko zu halten sein.
wol noch am 8. Juni 1199 (das. 280) genannt wird. üoltfried war sladescher Vogt und erscheint urkuud-
Er soll der Vater einer nicht naher bekaiinteii Tochter lieh am 28. .Nov. llbti (das. 241. Altes und Neues, VIII,
.Mathilde gewesen sein; hatte indessen einen Sohn Diel- 124) und am 19. Sept. 1188 (das. Geschichte der Hause,
rieh, welcher 1204 noch im wellliclien Stande lebte (das. II, 10; Urk. -Buch der Stadt Lübeck, I, 12; Michclsen, l'rk.-
307. Pralje, VI, 97), dann aber Alit L'ewordcn sein soll; Sammlung der Schle>w.-llol.-!.-l.aueiib. üesellsch. für vnter-
ddili wird dieser der gleichnamige Abt von Stade niilil ge- land. (iescli. I, 5.). Wenn er aber derselbe sein mOchle,
wcsen sein, da lel/.lerer 1240 zu dieser \\mi\c gelangte, der auch 1201 (das. 208. .>lichel>en. I, 452) und 1204
und erst am 20. Juni 1281 mit Tod abgieng (das. 190. (das. 307. 309. l'ralje, VI, 97) nambafl genincht wird,
.41les und .Neues, l,\, 84. 85; WedcUind , Hl'. \II1, .'!9(); (hmii iliirfle er niibl der Sohn Adikci's sein, da (Millfned
Schlichlhorsl, Beyliiige zur Erliiiileruiig der altern und neuern damals (1204) einen lirudcr Niiinens lliinricb hatte, lieide
Gcsch. der llerzoglliümer Bremen und Verden, 1,208). müssen wieder von den \(ii;len Otto und Gott fr ied uiiUr-
Anch wird nicht füglich an den gleichnamigen Abt des braun- schieden werden, « ildie etwas spüler Icblcn. und von ilrncii
schweigi.-dien Blasiuiklostcrs zu denken sein, der nach 1209 Otto von 1221 (da.s. 392. Griiber, 221) bis I23(i (das.
erwählt wurde und als solcher von 122(> (richtiger von 434), Gottfried aber bis 1245 (l'ralje IV, 21, 2('>) gc-
1235) bis 1248 namhaft gemacht wird. iiaiint werden, wie ich denn einen Vogt Ollo, der der Sohn
Heinrich soll Propst in Stade gewesen sein; wenn er Adiko's halte sein können, nicht angelrolTen habe,
aber der gleirlinamiEe l'ropst des Georgcnklosters daselbst NN'iller, welcher der er-le mir bekiuinle N ogt >üu
war, dann kann er nicht füglich fur einen Sohn Adiko's Stade war und als .«oMn r II IT nngefuhrl steht (du». 127.
211
Anzeiger für Kiimle der deutschen Vorzeit.
212
Gruber, 216), würde zwar für einen Sohn Adiko"s gelten
kunnen; ich müclile ihn jedoch lieber für einen Bruder des-
selben hüllen. Gleichwohl konnte ein anderer Willer ein
Sohn Adiko's gewesen sein, da ein solcher eine Tochter
Namens Gertrud hinterlassen haben soll, deren 121!) Er-
wähnung geschieht (d;is. 379), und welche die Frau eines
Daniels v. Bliedersdorf (de Blidestorpe) war, der sich
nach dem jetzigen adelichen Gute desselben iNamens im
Kirchspiele >eu-Klosler schrieb. Dieser Daniel kommt 1204
(Origg. Guelf. III, 632 vgl. 691. v. HoJcnberg, Archiv des
Klosters iNendorf, 5.) und 121!) (I.a|ipenberg, Hanib. Urk.-
Buch, I, 378, vgl. Oiigg. Guelf. III, tijl) vor, und halte
mehrere Kinder, namentlich einen Iwan, der mir urkunii-
lich von 1219 (das. 379) bis 124.J (I'ralje, IV, 2(i) auf-
geslof>en ist, und einen Daniel, welcher als bremen'scher
Domherr 1223 (Lappenberg, Gesch.-Qu. 207; dess. Hanib.
L'rk.-Biich, I. HO. 411. Sla|iliorsl, Hamburg. Kirchengesch.
I, 653) und 1231 (das.), als Domkuster aber 1235 ge-
nannt wird (das. Itlushard, Bremischer Rittersaal, 492), der
vielleicht 1232 auch Propst des dortigen Sicphansslifls war
(Vogt, II, 19. 21.). Wenn der Zusatz F mit hlia gleich-
bedeutend sein soll, dann hat Gertrud auch eine Tochter
Namens Elisabeth gehabt (Lappenberg, Ilamb. Urk.-Buch
I, 379), vielleicht auch noch eine andere Namens Malhilde
(das.). VV'ir finden auch einen Dienstmann der bremen"schen
Kirche, Namens Friedrich v. Bliedersdorf, in einer
Urkunde vom 15. Mai 1228 (das. 424; Stnpliorst, I, II,
17; vgl. Musliard, 110.), der vermutblich ebenfalls ein
Sohn des obigen Daniel war. Dieses Friedrichs, oder des
Iwan Sohn wird derjenige Rilter Daniel gewesen sein, der
urkundlich von 1257 (I'ralje, VI, 123) bis 1297 (Urk.-
Buch der St. Lübeck, I, 595) angetrolfen v>ird. Iwan balle
1241 eine Tochter (Musliard, 110). Im I'ebrigen findet
sich eine Stammtafel der früheren Glieder dieses Geschlechts
iu der Chronik des stade'schcn .Abb Albert zum Jahre 1112
(fol 153a; vgl. Mushard , 109). Wenn aber noch ein
Johann Blirstorf in Urkunden aus den Jahren 1231
(Nieserl, Bcilr. zu einem Münsterischen Urkundenbuche, 1,
Abth. II, 217), 1232 (v. Ledebur, Gesch. der Stadt und
Herrschaft VIotho , 123) und 1234 (Moser, Osnabrück.
Gesch. III, 303, oder dessen Werke, VIII, 217) nomhaft
gemacht wird, dann geborte dieser wol einem anderen
Geschlechtc an; dahingegen wird ein Iwan, der 1288 ge-
lebt haben soll (Mnsbard, 110), hierher gehören, voraus-
gesetzt, dofs er nicht ear mit obiirem Iwan eine und die-
selbe Person war.
Friedrich \\ircl eher lur einen Enkel als fiir einen
Sohn Adiko's zu nehmen sein. Er »ar der .'>liimnnaler des
mit seinem gleichnamigen Enkel wieder erloschenen Ge-
schlechts V. Hasel d orf; er erscheint urkundlich von 11S7
bis 1224 und starb an einem 2. April (vgl. v. Aspern,
Beiträge zur iillern Geschichte Holsteins, H. I, 77). Mit
seiner Frau (die vermutblich Jutta hiefs und am 2. Mai
starb) zeugte er einen Sohn Dietrich, der seit 1221 vor-
kommt und am 22. Sept. 1236 in Liefland um's Leben kam
(Hiarn, 153). Dieser hatte von seiner Frau Helene
(■[- 12. Aug.) einen Sohn Namens Friedrich, der anfang-
lich im weltlichen Stande lebte und erst 1252 auftritt, bald
nachher aber (1257) jenen mit dem geisilichen vertauschte
und schon 1257 (vgl. Slaphorst, I, II. Vorr. I.\, 15) und
1258 als hamburgiscber Domherr erscheint. Zu Anfang
des Jahres 1208 wurde er Bischof von l)üi|)al, regierte
bis 1280 (Miltheil. aus dem Gebiete der Geschichte Liv-,
Eslh- und Kurland"s, Bd. VI, II. III, 338), und soll am
4. De/.. 1285, wenn nicht (wie mir Dr. Napiersky aus Biga
schreibt) zwischen 1285 und 1289, vielleicht im letztge-
nannten Jahre, gestorben sein. Die ihm zugeschriebenen
Tüchter Adelheid und Gertrud dürften ausfallen (vgl.
v. Aspern, Beilr. I, 77 — 94.), wenn sie nicht etwa aus
einer Ehe stammen , in der er vor seinem Eintritt in den
geistlichen Stand gelebt halte.
(Fortsetzung folgt.)
Ili«' IIaii«lHrlirirt<'iiNaiiiiiiliiii)e ileH ^<>riiiR-
■liMClien iTluMeiiiiiM>
Von Dr. Karl Bartsch, Professor, in Rostock.
(Fortsetzung.)
III. Enenkels Wcitchronik.
Fiinf Blatter einer Papierhandschrift des 1 I. .labrhdls. in
4". (Nr. 7217) enthalten Biiicbsliicke aus verschiedenen
Theilen von Johann Enenkels Wellchronik. Die ersten bei-
den Blätter, zusammen 120 Verse, erzählen von Chanaus,
Nimrod (nemmroch), seinem Sohne .\ssur, und \ on Niuus
und Semiramiis. Anfang:
(I a z \ b c r all il i \\ e r 1 1 g e 1 e i c li
Dl h I 0 (I i > li a 1 1) e n m e r z \> o r il c u (I. waren)
bei den selben i a r n
Enli alb merz waz i r vi I
d I i I II II i c II t all n c n ii o ii v\ il.
Schlufs von Semiramis :
S w 0 s i I a M t o d c r s I o t \> e s I
ez " a III Ire w nl n iler ges t
I) i I « a n g s i b e s u n il e r.
Schrift.
213
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
214
Bl. 3 und 4 folgen nicht unmitlcibar aufeinander, be-
handein aber denselben (iegciistand. Das erste erzählt, wie
die Juden das Manna erhielten, beginnt:
getröstet vnd gehaizzen bat
Daz sein volkcb genez de mit
ou viel daz taw nach regens sit
und schliefst :
swelhez smakchs er gert
daz er den gar dar an v a n l ,
im Ganzen 58 Verse. Das vierte Blall erzählt von dtii
ersten Kämpfen der Juden mit den Heiden in I'alii.^lina.
Anfang:
An sein stat eleazar
vnd daz er d e z n a ni vv a r.
Schlur^:
Dez fügt in g o t g r u z z e n p e i n vnd schaden
mit c h r 0 1 e n vnd mit n a d e i- n wurden sie
vb erladcn.
61 Verse. Das letzte Blatt ist ein Stück aus der Geschichte
von Julius Cäsar, wie er die Plattfüfse und Einüugigen be-
siegt (gedr. bei Mafsmann, Kaiserchroiiik 3, 492):
Di waren g r a w I e i c h g e s t a 1 1
er war i ii n c h oder all.
Er het einen fuz alz einen schilt.
Dann seine Gründung dehlscher Städte (Mafsm. 3, 512)
in verkürztem Texte; endlich >cine HückUehr nach Hom
(Mar^m. 3, 522, 523) und schliefst mit:
Der ain der hiez cato
<ler ander der hiez plato
Er vertraib auch rigiduin.
Der Text ist, soweit ich vergleichen konnte, schlecht.
Das Bruchstück ist mit einigen rohen Federzeichnungen aus-
gestattet, von denen die eine (Bl. 5) einen l'lattfufs dar-
stellt.
IV. liriichstUck des Renners.
Ein Perganionllilatt des vierzehnten Jahrhunderts in kl.
Folio (Nr. 9030) enthält ein Bruchstück aus llugo's von
Trimberg Renner, wahrscheinlich dasselbe Blatt, das nach
Pertz" Archiv 9, 550 früher Herrn .>!. M. .Mayer gehörte.
Dies Bruchstück, in abgesetzten Versen zweis|)altig geschrie-
ben, enthalt auf jeder Spalte 32 Zeilen, im Gonzen also
128 Reimzcilen, Vers 8288 — 8413 der Bnmberger Ausgabe.
Der Anfang lautet :
W i 7, z e t er ist ein » e I i c man.
Der r eilte halten . vn geben k a n.
In der w i .s h e i t h i'i che stat
G e M h ri li c n ein w o r I . daz lohe» v i I h a t.
Diese Handschrift stimmt so genau mit der Erlanger, die
der ßamberger Ausgabe zu Grunde liegt, dafs sie nur zwei
verschiedene Abschriften au* einer Handschrift, vielleicht
dem Originale, sein können. Ich gebe die wenigen Ab-
weichungen unsers Bruchstückes, die den Bamberger Text
zum Theil berichtigen, an. 8322 nunnen (ur minnen, wo!
ebenso die Erlanger lls. 8331 ienre. die. Der nächste
Ah.^chnitt in dem Bruchstücke, übereinstimmend nul dem
Regi^le^ der Erlanger H-s. (S. 4 der Ausgabe), durcli .\X
bezcKliiiel, führt die kürzere üeberschrifl von der werlde
rililern. 833'J ist geleit aus kleide gebessert. 8340
Vnz, darüber Biz. 8342 Nit für mite;; dann folgte vü,
das aber mit Punkten untertUpfelt ist ^ libe ist dazwischen
geschrieben. 8343 ein, zwischengesclirieben. 8349 so
sprach. 8352 ichz. 8353 noch zwischengesclirie-
ben. 8362 brfnget (so!). 8365 vor im fehlt. 8369
grozzerj mauigerleie. 8377 geben. 8393 meht für
machte. 8391 begnügen. 8395 bete. 8396 tu. 8397
smerzen spät vii frii. 8401 sin". 8405 rehtes. 8409
nimmer, ri'ireu. 8413 der vor wisheit.
Bei V. 8342. 43. steht am Rande folgender leoninischer
Hexameter als Uebersetzung beider Zeilen:
Jlunus amor t error') odiuni sunt iudicis error.
Das Blatt führt die Aufschrift ren, d. i. Renner, und die
Zahl .\I1I. Es gehört mithin zu der zerstückelten Hand-
schrift des Renners, von der sich zwölf Blätter in der Hcif-
und Staat.-bililiolhtk in München und andere im Privatbe-
sitze in W ur/.l)urg helindeu. Diese Re^nerlland.^cllrlft bil-
dete die 13. Abtheilnng in der sogenannten Würzburger
Hiindschrift, die mitlelhochdeutsche Liederdichter, poetische
Erzalllungen und Schwanke u. s. w. enthalt. Für die Text-
kritik ist diese Handschrift von grofser Wichtigkeit. Z\>ar
ist es nicht die urspniiiglichste Recension , sondern die von
.Michael de Leone, auch .Michel von \\ urzburg genannt, zu-
gerichtete Bearbeitung; aber als solche \ou hohem Werthe,
weil sie die Mutter der meisten lieniiciliandschriflen ist. So
stammt aus ihr die Krlangcr llandschnll, die der Bamberger
Ausgabe zu (irundc liegt: ferner eine Wdlfenbulller Hand-
schrift u. s. w. Eine genaue Prüfung der llandschriflen, die
sehr zahlrci(h sind, wird ermitteln lassen, ob es möglich ist,
den Renner vor der Itecension .Michaels de Leone, d. b. in
ursprünglicher Gestoll, herzustellen.' llolTentlich gibt uns
Rückcrt's bald erscheinende Ausgabe darüber näheren Anf-
scblufs. Das Weitere über die Würzburger Handschrift und
ilie ihr ehemals angehörigen Rennerbruchslücke sehe uian
') Es »t^ind linior, diiruher ist Itrror grsi liriciirn , wiu
der lu jener Zeil übliche weibliche llcirii irforderle.
215
Anzeiger für Kutuk' der ilfiiUilirn Vorzeit.
216
Bibliographie.
Lit«.Tattir.
Poeiti«.
in A. Ruiand's Schrift: „Die Würzburger Handsclirifl difr
k. L'nivorsitiils -Bibliothek zu Miini-hen und das in ihr ent-
haltene Pulizcy- Gesetzhuch Bisihofs Otto von WolfT.-keel.
Besonderer Abdruck aus dem Archive des historischen Vereins
zu ^^ iirzhurs. Würzhurg, 1851. 8 "
(Schlufs foloi.)
Zur Conieteii- Utfratiir.
Von E. W eller Jii Ziirjcli
Der 228. Catalog von F. Heerdeeen in Niirnbers zeiat
fünf Schriften an, welche auf den Cometen von 1577 Be-
zug haben und in meinem früheren Verzciclinisse (Anzeiser
1857, Nr. 10 u. 11) noch nicht genannt sind.
1. Kiirtze Beschreibungen des Cometen, welcher ist ge-
sehen worden am Himmel Anno 1577 den ll.Nouem-
ber etc. Durch Jolian Creat. o. 0. u. J. (1577). 4.
mit Reimen.
2. Vom Cometen, Sojtzund in Latiludine Mcridionali ascen-
dente etc. zu einem zeichen Giitlliciies zorns etc. in Druck
vorferliget. L. T. (Leonli. Tlnirneisser?) o. 0. 1577.
4. mit Abbild.
3. Von dem Cometen, welcher im .NOuemb. 1577. erscbi-
nen observ. in Leipzig. Ausspurg o. .1. (1577.) 4. mit
1 Holzschn.
4. Hamel, L. , Theolugischer Bericlit von dem erschreck-
lichen Cometen und seinen Effecten, 1577. In Deutsche
Reym verfasset. Frankfurt a. M. 1578. 4.
5. Heerebrand , J., Predig von dem erscbrocklichen Wuu-
derzeichen am Himmel, d. newen Cometen, oderPfawen-
schwantz. Heidelbcre. 1577. 4.
Die in Nr. 11 cilierte Schrift von B. Saxer ist mir seit-
dem complett vorgekommen; sie Iriigt am Schlufse:
Getruckt zu Bern, bey Bendicht Vlman, vnd Vincentz
Im llolT. M.D.I.X.WHI.
und ist 12 Bl. 4. stark.
F.lii KereliiitiT lileltoHltrirf niiH dem
Ki. Jiilirliiiiiilfrl.
Milgctheilt von Prof.- Dr. Iirri. Zinserle in Innsbruck.
Ein lioiidschrifiliches (liccendes Blatt des 16. Jalirh., das
mit anderen Volkslieilern in einem Kaufladen in Sudtiro!
aufgefunden ^^u^d>' und gegenwärtig in meinem Besitze sich
befindet, entliall folgenden gereimten Liebesbrief.
Von lieb zu lieb gesanndt
der aller liebsten jii jr baild
jili wun.sch euch ein frewndllichen griie[J
\on der schaidel biß auf den nie(3
vnd gruelJ cudi got mein morgen stercn
mein baiden äugen sechcn euch gereo
Ich wünsch euch ein klaines stubelein
vnd darein die klaine wald vogclein
vnd fraw nacblisrall mit jrem gesang
damit euch ein knrlzer weil riit werd lang
das seyllen spil sol auch da sein
dar zu ein gueter kueller wein
Ich wünsch euch auch ein kamerlein wol geziert
darein jr soll werden gefuert
von palsam ein bct, von seiden ein cieckb
von wolgcniuet ein staiig
von vergip nit mein ein fürhaiiü
entzwisclien von muscbgat ein dur
von Negle ein risl darfür
\nd von zimet vor uin dach
darein den aller pesten gschmach
vnd also warm vnd mich selbs
an euerni scbneweyscn arm
Hiemit wil ich beschliefsen
wellet euch sollichs mein schreiben
nit lassen verdriefsen
vnd also jni be(5l(?) amen
ich bolT wier wellen bald zusamen kernen
Ich betf euch geren mer gescliriben
midi hat die jnprinstigkait der lieb verdriben
vnd waii der liimel war papier
vnd ein yeder sIeren ein stolzer Schreiber wür
so khund jch euchs hcrtz lieb nit al(5 erschreiben
dnrbey bfs jcbs beleiben, vnd lafs euch
got so laug leben bi^ ein milslain drest
wein rebcn vnd spar euch gar gesiindt
b\[!) ein krebs erlaufH ein jaghundt
1548
verbarlt
R. G V li. Von mir vngenandt
ii li hoff ich sey euch wol
bckhaiidl.
IV«-r frülieHtp iloiitMclir lIolxHchnltt In
'l'ttiiilriirk.
Bisher I.-.I bi'kniiiillicli dio üiilie der h eil i gen Fa ni i li e
auf der F I II eil I nach Aegypten von L. Cranacb, vom
J. 15()'.>, für >lon iilteslen Holzschnitt gehalten, der mit
mehreren Platten gedruckt vorkommt. Auf der Bibliothek
Kunst.
Dlldcndo Kunal.
X> loxmpliii'.
217
Anzeiger für Kumio der deutschen Vorzeil.
218
EU Erlan:;eD bcnodet ^icll alier dur Kaiser Maximilian
zu Pferde von H. Burffkniair in Tondruck und zwar,
was Barisch hei Anführung dieser üruclie nicht erwähnt,
vom J. 13ÜÖ. Gewöhnlich trügt dieses Blatt zwar, wo es
im Schwarzdruck erscheint, die Jahreszahl 1518; doch sind
auf dem Erlairger Exemplare die ZilVein durchaus nicht an-
zuzweifeln, und es ist aber wahrscheinlich, dals aus dem
Holzslocke zum Z«eck eines zweiten Abdruckes, gewisser-
mafsen einer zweiten Aiifliii|;e, die >ull herausgenommen
und mit einer Eins verlauscht sei, als umgekehrt. Das
jugendliche Aussehen des Kaisers in der schüiien Daistcllung
pulsl auch eher für das Jahr 15U8 als für das Jahr l.'>lh,
wo er sich schon dem Alter nahte. Der Erlanser Druck
ist von höchster Feinheit und Frische, wahrend die von
1318 gewöhnlich stumpf sind und auf eine abgestumpfte
Platte schliefsen lassen. Der Ton ist schön rölhlich grau;
die ausgesparten Lichter sind mit grofser Scharfe gezeichnet
und an richtiger Stelle gedruckt.
V. E.
Zur CieMCliirlit« der 'rracliteii.
Von R. V, liellberg in München.
lieber das Beinkleid des Millelallers herrscht hiiulig,
nicht bios bei Kuiisllern, noch eine irrige oder uoch unklare
Vorstellung, und es dürften daher aucli hier einige Bemer-
kungen über diesen Gegenstand Raum linden, unler denen
namentlich die hervorzuheben ist, dafs das Beinkleid dunh-
aus nicht durchweg von der Hüfte bis zu den Fufsen ganz
ansrhiiefsend war und dafs die Pluderhosen im 16. Jahrhdt.
nicht zum er.-ten, sondern zum zweiten Mal auftreten. Um
aber diese Behauptung nicht abgerissen, sondern im Zusam-
menhange vorzutragen, erlaube ich mir, hier eine kurze Ge-
schichte des millelallerlichen Beinkleides zu skizzieren.
Schon die allen Frauken Irusen bereits Beinkleider von
gewalkter NN'olle, um die Hüfte mit einer Schnur oder einem
Riemen neliallen, und, wie die allen Deutschen überhaupt
gern Ringe trugen, so nameullicli auch solche um il;is Bein
unter dem Knie. Die Langobarden trugen von lim Waden
abwärts weil'se Slrüiupfe ( P. Diac. 1, 24). In dem huigo-
bardischen Königsverzeichnil'se des .Mönches von Salerno
heifsl es vom König Adeloald (616—26), dafs er zuerst
Hosen gelragen habe, worauf — nach der Zeil der Königin
Teudelinde — die Langobarden überhaupt anfiengen, Hosen
zu tragen, über die sie beim Reiten wollene Gamaschen
zogen; diese Tracht haben sie indefs erst von den Römern
angenommen (P. Diac. 4, 22). — Unler den Karolingern
(752 — 911) ist das Beinkleid lang, eug-anschliefsend und
mit geschlangelten oder zackigen Windungen besetzt, oder
unter den Knicen festgeschnürt. Die Franken trugen entwe-
der solche Beinkleider, welche blos das Schienbein bedeck-
ten (tibialia), oder auch solche, welche Hüften und Lenden
bedeckten (co.\aIia; vgl. Monach. Saugall. 1 , 34.). Als
Karl der Grofse auf der Jagd einen Auerochsen nicht ge-
hörig' traf, zerrifs ihm das wilde Thier den Schuh (gallicu-
lam) und die Beinbinde (fasciolam). Da wollten alle seine
Begleiter ihre Hosen „bossas suas" (Mon. Sang. 2, 8.)
ausziehen, woraus hervorgeht, dafs das Beinkleid nichts
Seltenes mehr war. — Unter den sächsischen Kaisern ('.>11
bis 1024) trug man entweder ein engauschliefscndes, mit
der Fufsbekleidung zusammenhangendes Beinkleid oder mit
Halbsliefeln, oder das Unterbein -Kleid mit Kreuzbiiudern
umwickelt und Schuhe dabei, oder endlich wol auch ein
kurzes, nur bis zum Knie reichendes, gezallelles Beinkleid.
Uebrigens werden um 972 auch schon Uberniiifsig weile
Beinkleider genannt; hornm ctenim libiaU-s (lualer sesquipede
pateul"; Richer, 3, 41. — Unter den fränkischen Kaisern
(1024 — 1137) ist ein Beinkleid beliebt, wobei das Bein
absatzweise wie mit Rc'ifen eines Fasses nmbiindert ist,
Schuhe dabei; oder ein enges Beinkleid, bis auf die Fufs-
Unöchel reichend, und Schuhe dabei oder weile hcrabhungende
Stiefel. — Ueber das Beinkleid des 12. Jhdis. geben uns
namentlich die Bilder des llorlus dcliciarum (um 11751 die
klar>le Anschauung. Mährend es nämlich in der Regel scheint,
als wäre das Beinkleid durchaus sehr eng-anschliefscnd ge-
wesen, indem das UnlerUleid (lunica) meistens den obcru
Thcil verdeckt, so war solches durchaus nicht der Fall,
219
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
220
sondern was man gemeiniglich für Hosen zu hallen versucht
wird, waren nur lange, bis zur Mitte des Schenkels liinauf-
reichende, farbige (meist rothe) Strümpfe; zuoberst aber
wurden vielmehr sehr weite, förmliche Pluderhosen ge-
tragen, welche freilich nur dann sichtbar wurden, wenn der
Mann, namemilich auf der Reise, sein L'ntergewand nuf-
schürzte oder irgend eine Bewegung zufällig dea oberen
Tlieil der Beine zeigte. Diese l'ludcr- oder Pumphosen
waren weifs, wol von Leinwand, und liiengen vor dem
Leibe wie eine Schürze herab, indem sie zu beiden Seiten
in die hingen Strümpfe hineingesteckt wurden, die wiederum
in die Hulie gehallen « urden mittelst eines starkin, durch
eine OelTnung am Hände durchgesteckten und unterhalb der
überhangenden Hose an deren Gurt festgeknüpften liiemen.
Die langen, in der Kegel allein sichlbaren Strümpfe schlös-
sen allerdings eng um die llulfte des Oherbeins und das
Unterbein an, und waren, wie bereits erwähnt, einfarbig
oder auch reicher gemustert. Dabei wurden Schuhe
oder Halbstiefelchen getragen, bisweilen auch noch zuvor
ein Paar kürzerer Strümpfe übergezogen, und namentlich
auf der Heise eine Art Gamaschen, von breiten Zeugstreifen
ineinander getlochten. Auch im 13. Jhdt. wurden noch
Schuhe bei obiger Beinbekleidung getragen, wie z. B. im
Iwein 345(i ausdrücklich bemerkt wird: „schuohe und hosen
von sei." Meistens jedoch sind jetzt jene langen Slriinipfc
mit der Fufsbeklcidung eins: „desselben trug er auch Izwo
hosen gestrichen eben an sine bein, davon erlucht manch
edel stein ubir al , bis ulT die spitze, zcubracht mit speer
witze" Herz. Ernst 2634. Die langen Strümpfe wur-
den „Hosen"' genannt, die kurzen eigentlichen Hosen aber
„Bruch": „bruoili von buckerain" Parz. 588, 15. Dafs
auch jetzt noch jene linnenen „bruoch" oder llüflhosen
grade so getragen wurden wie im 12. Jhdt., beslaligl Parz.
166, 2: „al wiz gewant im was bereit, von golde unde
sidin einen bruochgürtel zöch man drin, schariachens Imsen
Till man streich an in.'' Erst in der 2. "Hälfte 14. .Ilidls.
kamen die genannten Pluderhosen wieder ab, wie sogleich
nachgewiesen werden wird ; übrigens haben die Geringeren
vielleicht niemals Pluderhosen getragen, '') sondern nur
Strumpfe oder gar blofse Beine. — Im 14. Jhdt. enges
*) Dem dürften die Bilder zur lierrad von Landslicrg dircct
widersprechen; denn eben hier wird diese weifse PIut
derhose nur bei Leuten gemeinen Standes sichtbar, wie
Bnulirr, Juden u. s. w. , und diesen durfte sie vielleicht
\ orzugsweisc zugeschrieben werden. Der beigefugte
II0I7S1 hnitt, welcher Figuren aus dem llnrtus delicinrum
nnrhgehildel ist, stellt zwei Leute niedern .Standes mit
dieser llo.se dnr, einen Arbeiter .1111 lim lioU ti iiinl einen
Beinkleid wie früher, dabei Schuhe mit Querriemen über
der Spanne oder auch ohne solche. Uebrigcns waren bei
Geringeren die Hosen selbst in diesem Zeiträume durchaus
noch nicht allgemein eingeführt, namentlich am Oberrhein.
Am Millelrhein dagegen trat sogar um 1362 bereits ein
Wechsel ein: „In diesem Jar vergiengen die grofse, weite
Pluderhosen und Stielfeln. Die hatten oben rot Leder, und
waren verhauen, und die lange Lederscn mit langen Schnä-
beln giengen an. Dieselben hatten krappen einen bey dem
andern von der grofsen Zaheu bi|i oben aus und hinten
aulfgeneslell halb bi|j aulf den Bücken" Limb, cliron. S. 48.
Seitdem nun die Pluderhosen wieder abkamen, — erst jetzt
entstand das eigentliche lange Beinkleid, welches auch den
L'nicrieib mit bedeckte unii mit Nesteln am l'nlerwams
angeheftet wurde. Dabei kommt nun auch (namentlich im
15. Jlidl.) ilie zweigelheilte Tracht (mi-parti) immer mehr
in Schwung. In der 2. Hälfte des 15.Jhdts. ist das enganlie-
gende Beinkleid auch wol mit verschiedenfarbigen Zacken
besetzt oder hat eine angesetzte Oberhose. Auch in der
1. Hälfte des 16.Jhdls. trug man noch enge Beinkleider, die
zugleich die Füfse bedecken; daneben jedoch kommen jetzt
wieder solche auf, welche von der Hüfte herab unil zwar
bis zum Knie sehr weit und mit einzelnen bunten Streifen
besetzt sind, oder auf <ler Hüfte und dem Oberschenkel
mehrfach aufgeschnitten , mit anderem Zeug unterlegt und
aufgepuFTt. Bisweilen auch über ein durchaus enganliegen-
des Beinkleid noch eine Oberhosc, die jedoch schon am
Sitz endet, l'ni 1550 sodann arteten die Pullhosen in die
selbst von den Geringeren getragenen eigentlichen soge-
nannlfu Pluderhosen aus, welche übertrieben ein- und diirch-
geschlilzt, wie lauter bunte liand,--lreifen, oll bis auf die
Erde herabhiengen; dabei lange Strumpfe mil Knichändern.
L'ebrigcns zeigen sich, namcnllich gegen das Ende des Jahr-
hunderts, neben jenen PulT- utid Pluderhosen auch gemälVig-
tere Formen, kurze Hosen mil langLii Slriiiii|ilen und Knie-
band, und selbst in den (iOgei Jahren niicli das einfach enge
mit den Strümpfen ziisammetdiangende Beinkleid. Bei der
spanischen Tracht ist das enge Beinkleid nur bis zur Hälfte
des Oberbeins gebauscht. Auch lange Stiefel trug man bei
der engen Hose. Millhcilnngen über die späteren Jahrhun-
derte würden die Grenzen dieses Blattes überschreiten.
Wahnsinnigen, der letzten' trugt die Leinwandhose allein,
der zweite aber die Siriinipfe oder Bruch dniu mit
der Belestigiing durch .«eiikreehic Biinder, .10 dafs beide
zusaniinen die BeschafTenlieil dieser Tniiht vullslandig
klar machen. Aiiiii. d. Ued.
221 Anzeiger Tür Kunde der deutschen Vorzeit.
Xiir OeHChicIile den deiitHclieii •liidcnrerlitM
\on Prof. Dr. Genffler zu Erlangen.
222
In den Darstellungen der miltelalleriicli-deutsciien Juden-
Verfa.^.sung, w ie sie in den neueren rethl.>.liistorisclien Wer-
ken, diiruriler am Vollsliindig.-ileii in F. \Valter"s deutscher
Reihlsgeschichle (2. Auü.) Bd. II. §§. 431—33 S. 63 flg.,
angetrolTen werden, hlieh lii.s jetzt iiuffallender Weise ein
Document uuerwahnl und iMilieniilzt , «elilies mir, als eine
neue Epoche im deiilsL-licn .liuienrechlc erschliefsend, von
grol'stcr Bedeutung zu sein scheint. Ich meine die Urkunde
König Huprecht's d. d. Nürnberg den 3. Mai 1407, welche
— nachdem bereits auf dieselbe J. Schilter, Institut, juris
pnbl. Honi.-Germ. (169(5) Tom. I. p. 63, und diesen aus-
schreibend G. D. Hoffmann, De advocatia imperaloris Ju-
daica (1748) §. XXII. p. 25, sowie ITefliniier, Corp. juris
publ. Tom. III. p. 1293^' aufmerksam gemacht — meines
Wissens zuerst Jos. Climel im Anhange zu den liegesta
chronol. -diploniat. Ruperti Begis Bomanorum (Krankfurt,
1834 4».) ad Nr. 2306 vollstiindig aus den Wiener Reichs-
Registraturhüchcrn verolTentlicht hat.
Nach dem weitlauligen, die Hälfte der l'rkunde füllenden
Eingange, durch welchen der Konig die in jener gelrofTene
neue Malsregel nach allen Seiten hin zu motivieren bemüht
ist, mufs der Zustand der israelitischen Gemeinden Deutsdi-
lands im beginnenden XV. Jahrhunderte ein höchst betril-
hender, und die nächste Ursache hievoti die schlechte Ver-
waltung des Rabbiner-Amtes durch dazu geistig wie sittlich
unbefähigte Individuen, von welchen sich sogar Manche den
Titel und die Bechle eines ,, Hochmeisters in jüdischen Kün-
sten" aus gewinnsüchtiger Absicht bctrüglich beilegten, ge-
wesen sein, indem diese entweder die ihnen Untergebenen,
um Geld zu erpressen, durch Mifsbranch des grofsen .Schul-
bannes (Cherem) auf das Härteste bedrängten und so Viele
zur Auswanderung nöthigten, oder bei wirklichen Vergehens-
fullcn in der Ausübung der ßau^igewalt so sciilalT und lässig
verfuhren, dafs manche kundbare Missethat ungerugct blieb
und die Frevler nur „desto durstiger" wurden, ihre Ver-
brechen fortzusetzen. Diesem selbst für die h(inii;liiliuu
Finanzen, welchen die Kamnicrknechtschafl der Juden l>e-
triuhtliclicn Zullufs darbot, licdrolilich wcrdciidcti Unwesen
zu steuern, erscliiin nun dein Könige als das geeignetste
Mittel die Aufstellung eines durch ihn zu ernennenden
obersten Hochmeisters für die gesamniten deutschen
Laude, welcher die ihm untergeordneten Vorsteher (Meister,
Hochmeister, Judcnhischofe, niafistri Judeoriiui, derlei) der
einzelnen jüdischen Gemeinden in ihrer Amtsführung und
Beclilsprechung überwachen und hiebei selbst eine mit
letzterer concurrierende Jurisdiction über alle, von da an
gleichsam in eine einzige religiös-politische Hauptgemeinde
vereinigten Juden des deutschen Reiches — natürlich inner-
halb der den Rabbinern überhaupt vorgesteckten Grenzen
und auf Grundlage der mosaischen Bücher — ausüben sollte.
Da aber dem Könige „von mcrglichen, glauhhalTtigen luten
„furgegeben ward, duz der jüdisch meister Israhel, sein
„vnd des rirhs camerknedit, in juilisdieu kunsten ein be-
„werter vnd aller meyster vud aiicli in der judisdilieit eins
„solidieu euten leumden sy, daz er keinem Juden ny kein
„vnrecht getan habe, suuder daz er in sinem jüdischen
„glauben ein gelerter vnd redelicher Jude sy, vnd auch
„nye keine Juden oder Judinne, wo die gesessen oder wie
„die genant sin, mit sinem judischen banne oder andern
„Sachen zu vnrecht vmbgelrieben oder besweret habe, noch
„furbaz wider rechte vmbtriben oder besweren wolle": so
setzte Ruprecht sofort diesen gerühmten .Meister in die neu
geschalfene Stelle ein und wies die übrigen Hochmeister
alles Ernstes an, demselben in allen mit den judischen Rech-
ten zusammenhängenden Verhältnissen unterthanig und ge-
horsam zu sein. Dieser, die Erucuuung selbst cutliultende
Haupitheil der Urkunde lautet aber:
„Dorumbc zu furkommen soliche vorgeschrieben vnser
vnd des. richs vnd der cgenauten kiirfursten, fiirsten, herren
vnd der stelle rechte, die wir vud ein iglicher oder iglich
an Juden oder Judynn von rechts wegen haben, zu hantlia-
ben vnd furbasser zu stercken, haben wir von romi.-cher
kuniglicher macht vnd gewalt, vnd mit rechter wissen, vnd
auch durch solicher vorgenanteu redelikeit willen, als vns
von dem egenanten Israhel furgegeben ist, denselben
Israhel, zu vnscrem und des richs jüdischen hochmeyster
über alle vud igliche jüdische hohcmeistere, Juden vnd Jii-
dyun in tutscheu landen geuomen, em|)fangcn, vud von be-
suudern vnscrn gnaden gesetzet, nemen empfahen vnd seczen
in cralTt di|i brielTs, vnd haben im auch beuolhen vnd vollen
gewalt gegeben, vnd geben mit diesem hriefe, alle vnd
igliche Juden und Judynn in tutscheu landen, wie die ge-
nant oder «o die gesessen oder woidialTtig sind, für sich
zu heischen, zu laden vnd mit dem judischen baiuie vud
rechten zu straffen, zu bannen, zu vrteilen vnd zu busseii,
als jüdisch recht innhaldeu ^nd nach dem vnd ein iglicher
nach u|5wysnnge judisdis rechten gebrochen hat, vnd >on
desselben rechten weircn zu strallen vnd zu busscn ist, nne
alles geuerde. Ouch haben wir dem \orgenanten Ysmlicl
ernstlich beuolhen vnd gancze macht gegeben, alle vnd islirhe
vusere vnd des richs rechte, die vns als ejm ronnschen
223
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
224
kuni^ von allen vnil iglichen Juden oder Jiiillniic in dulsilieii Wie lange enillicli und mit welchem Erfolge Rupreclit's
landen, ez sy von nit bezalunge der gülden oppferjifennii»«, Inslitulion geblüht habe, lafst sich nach den zur Zeit uns
oder gcwonlithcr slure, oder sust von velle vnd hrüilie, gebotenen Quellen kaum enlriilhseln. Jedenfalls ist es aber
oder andcrr roniisebcr keiser vnd kunige, vnsrer furfarn c'" Irrlhum, wenn sich in dieser Beziehung Chr. Wildvogel
an dem riebe, rcclile vnd gewonheit, oder des jüdischen '" seiner Dodctas legalis de Jiidaeorum reeeptione ae lole-
banncs wegen, von rethle, gewonheit vud allen berkomen raiilia (ITüD) Tlies. V. p. !(!, 17 daliin aulsert: „Cui [sc.
geburen vnd werden sollen, von vnsern wegen inzuuordcrn, Hupcrii instituliunij deinceps derogavit diploma Friederici III.
inzusewynnen vnd inzuuemen vnd doriun vnd doiumbe zu '"'!'• »'""J 1 1"0 in verbis : die gemeine Jüdisihlieit uns als
tutid, daz mit laden, bannen ü<ler vrleylen in dem juiliselnn Huui. Kiiysr von de^ Heil. Heiihs wegen ohne Mittel, und
rechten zu lunde ist, von reiht oder gewonheit, docli in niemandes anders unterworlTen scyn und zugehören. —
allen vorgeschrieben dingen mit nanien verjorgel, daz keyii (juiipropter eliam Jodocus cognoniine von Hescliein, (jui se
Jude oder Judynne, be>anipt oder be.-undcr, wo oder >nler üefjierer gemeiner Judiscbbcit scrijiserat, in Camera fuit
wem die gesessen sini, wider rechte oder wider ynianez eondemnatu» in 2 Marck lütiges Goldes dem Kayserlicheni
gnade oder friheil, oder wider jüdisch reihte, oder umlie tisco zu Slralf cum e.xpensis zu enlnclitcn.-' Denn genial's
vuwarbairiiger Sachen willen, geladen, furgeheisclien , ge- '-'""-''" »'-''"' beacliteiiswertlieii , in Jak. Golthelfs bist.-
bannen oder geurleiit werden sollen in delieiu wise aiie dogmat. Darstellung der rechtlichen Stellung der Juden in
alles gcuerde; als auch der vorifenaiit Israhel alle vnd üayeru (1851J S. 2ö — 27 Note 3 abgedruckten Urkunde
igliche stucke, puncle vnd artickel vngeuerlicb zu tnnde, ''• <•■ '^'n'ichen den !. Juli 1551, worin sidi der Jude Jesel
zu halten und zu follenfuren nach sinem besten vermögen n" 's gemainei J udischait Beuelchhaber in Teutsch-
by sinen truwen geloht vnd gesworn hat, als dann ein Jude
billich globen vnd swercn sal ane alles geuerd. Vnd ge-
bieten darumbc allen vnd iglichen judischen hohmeistern,
Juden und Judinnen in allen tiitschen landen, obern vnd
uydern, wonhafTtig vnd gesessen, ernstlich vnd vesliclich
land" auffuhrt und die Garantie dafür übernimmt, dals
künftig kein Jude mehr im Fürstentbume Ober- und Meder-
bayern mit Wohnung und Gewerbe sich niederlassen werde,
muls im XVI. Jahrhundert das Überhochmeister- Amt noch
in voller Wirksamkeit gewesen sein, und es mag der cr-
mit disem briefc, daz sie den vorgenanten Israhel für «ahnte Jodok von Keschein nicht deswegen, weil er uber-
yrcn obcrislen hohmcister vITncmen vnd haldcn, als vor- haupt die Würde eines obersten Hochmeisters in Anspruch
begrilfen iat, vnd yme auch in jüdischen rechten gehorsam
vnd vnterlenig sin sollen by vnsern bulden, vnd als liebe
\ii sy vnser vnd des richs swe^e vngnade zu uermyden."
.Mit vrkund di(i brieffs versiüclt mit vnser knniglichen
maiestat ingesisel. Geben zu .Nnremberg, nach ( hii>li ge-
liurle vierzehenhundert jare vn<l daniaili in dem sybendcn g'erer p. 410
jare, am dritten tage dez meyen, vnsers richs in dem sie-
benden jare."
Ad mandatum domini Regis Jdh. Kirchen.
.Manche Punkte, w eiche aufgehellt zu sehen von Inte^e^^e
Ware, liifsl die l'rkunde allcrdinirs uneroricrt, so insbeson-
dere die Frage, wo der neue Reichs - Hochmeister seinen
Sitz haben follte, ob an einem bestimmten, sich stets gleich
bleibenden Orle, oder immer in derjenigen Stadt, in wel-
cher der jeweilige Triiger des Amts wohnhall sein würde.
Es deutet jedoch eine nrkundli(he .Mitlheilung in Josl's
Geschichte der Isrneliten Tbl. VII. (Ib27j S. 415 darauf
hm, (lafs mindestens zeitweise die alle Reichsstadt Friedberu
in Hessen der .Sitz des judisiben Oberhochmeislerlhums ge-
genommen, sondern vielmehr nur darum, weil er einen mit
derselben unvereinbaren, lediglich auf Slaalsamter („publica
oflicia^'J Anwendung leidenden Tilcl sich angemafst halte,
vom Kammergerichte mit der bezeichneten Geldbufse belegt
worden sein. \\ ehneri Pract. Observat. tl(i74j s. v. Re-
Mle %VMHiiii|cer >*rliüty,<-ii»riliiiiiiK »oiii
Von l'rof. (i. liruckner in .Meiningen.
Die Stadt \\ asunjren im Ilerzogtlium .Meiningeii besilzl
als einziges Denkmal ihrer um l(j7ü abgestorbenen Schützen-
gescllschafl, deren (;rundung bis in"s 16. Jahrh. zurückreicble,
eine Schutzenordiiung v. J. 1 (i | 1 , welche als ein Bild der
dem ."JOjiihrigen Kriege vorangehenden Zeit und ihres klein-
sladtischen Lebens nicht ohne Redenlung ist. Eine Abschrirt
derselben habe ich dem gennaii. Museum übergeben.
VVnffenschiiti.
SchUtxunwescn.
Wesen sei.
Versntwortlirhr Rcdnrlion:
Dr. Freih. v. a. «. Aufsesa. Dr. A. v. Eye. Dr. (.
Druck von Fr. C»nipc 4 8olm In Nürnberg.
(.Mit einer BeÜRge.)
h. Prommann.
BEILAGE ZUM WZEIGEH Flll KINDE \)VA\ DElTStllEX A OBZEIT
1858. JW 7. Juli.
Cliroiilk des germanisclien Museums.
Vor Kurzem berichteten wir ühcr den von der badisclic n Neue Agenturen wurden errichtii in: Dunauwurlh,
Ständckanimer lu (.unsten des .Museums gefaTslen Besrhlufs. Leitmeritz, K e usl relitz, Oslerrode, Pappenbeim,
Heute sind wir im Stande, eine nicht minder erfreuliche, aus Ravensburg, Thurnau.
Stuttgart uns rugeUommene .Millhcilung über den Bericht Folgende Vereine sind neuerdings mit dem .Museum in
zu geben, den die Finanzkonimission iiber eine Eingabe, weiche Schriftenlausch getreten :
die Vorstünde des germanischen Museums an die württem- Der Hanauische B ez ir lis vere in für hessische Ge-
bergische Stund ekammer richteten, erstattet hat. Nach- schichte und Landeskunde in Hanau:
dem der Referent in gründlicher Auseinandersetzung für die der Verein für Erdkunile und verwandle Wisscn-
Gewiihrung der erbetenen Slaalsunterslützung sich ausgcspro- Schäften in Darriistadl;
eben und hinsichtlich der Hohe des Beitrags bemerKt hatte, der Verein für Geschichte und .\lte rt hu mskun d e in
„annühcrnd konnte der von Bayern verwilligle zum .Mafsstali F'rankfurl a. M. ;
genommen werden, wonach sich der Beitrag Württembergs die b ü n d n erisclie gcscliichtsfo rsch ende Gesellschaft
zwischen 500 und 1000 f1. zu halten hiitte", trat die ganze in (hur,
Comnnssion dem Antrag bei: „die hohe Kammer wolle gegen von "welchen der erstgenannte in seiner Zuschrift dem Museum
die kgl. Rcgierinig die Geneigtheit aussprechen, für das ger- mit sehr dankenswerlhen .Anerbietungen enlgegenkoininl.
manische Natioualmuseum in Nürnberg einen jahrlichen Bei- In Folge jiingst versandler Aufforderungen haben wir nach-
trag aus der Slaatska.sse zu verwilligen und diesen Beitrag auf stehende Buchhandlungen als neu beigetreten aufzuführen:
den Etat des Kirchen- und Schuldepartements zu übernehmen." 303. Franckh'sche Verlagshandlung in Stuttgart,
Als weitere Folgen der in voriger Nr. erwähnten Versen- 304. G. Fröbel, Verlagsbuchhandlung u. Hofbuchdruckerei in
duiig des neuesten Jahresberichts sind nicht wenige Erklärun- Rudolstadl,
gen zur Theilnahmc und Unterstützung eingegangen. Se. Durchl. 305. J. J. Lentner'sche Buchhandlung in München,
Fürst Vinzenz Karl von Auersperg hat einen Beilrag von 306. Nasse'scbe Buclihanillung fAlbreclit Ziegler) in Soest,
10 (I. C.-Mze. übersandt, und Se. Durchl. Fürst Friedrich zu 307. Gropius'sche Buch- und Kunsthandlung in Potsdam,
\V a Id bu rg- \V ol f egg - Waldsee einen jahrl. Beitrag von 308. Schmidt «t Spring, Verlagsbanillung in Stuttgart.
25 fl. auf 10 Jahre zugesichert. Ferner haben die Magistrate 309. Adolph Oetinger, Buchhandlung in Stuttgart,
folgender Städte Jahresbeitrige verwilligl: Aniberg 3 fl., 310. Friedrich Lintz'sche Buchhandlung in Trier,
Bonn 5 Rlhlr., Donauwörth 5 fl. , Fürth 10 11., Scliwä- 311. Albert Nauck & Comp., Verlagsbuchhandl. in Berlin,
bisch Hall 8 fl., .Memmingen 5 fl. , Oslerrode 2 Rlhlr., 312. Müller'sche Buchhandlung fllugo >eumann) in Erfurt,
Stuttgart 25 fl. , Wunsiedel 5 fl. 24 kr.; einzelne der- 313. F. Tempsky, Verlagsbuchhandlung in Pr.ii;,
selben haben sich selbst zur Vermittlung v(m Beilragen erbo- 314. Ferber'sche Universitatsbuchliandbing | Eiiill Holh) in
ten oder Agenten aufgestellt. Aber auch der Zugang an (ield- Giefsen,
geschenken und Jahresbeiträgen von Privaten war ein höchst 315. Joseph Lind a uer'selie Buchhandlung in .München,
erfreulicher; denn nicht nur lauteten die Berichte einzelner 316. F"r. Seybold's Buchhandlung in .\nsbach,
Agenturen günstig, sondern es kam auch Ncnnenswerthes un- 317. R. Gärtner, Verlagsbuchandlung in Berlin,
mittelbar dem Museum zu, wie z.B. von Herrn K. B. Stiive, 318. A. Trassler's Verlag in Troppau.
kgl. hann. Land- und Schatzrath, Bürgermeister in Osna- Auch die Kunsthandlung von Artaria und Fontaine in
brück, ein Geschenk von 25 Hthlr., nebst Jahresbeitrag von Mannheim hat zugesagt.
2 Rlhlr.; Hr. Dr. jur. Klofs in Frankfurt a. .M. erhohle bei \ on Zeitungen und Zeilscliriften, welche grüfsere oder
Gelegenheit seines Besuches im .Museum seinen bisherigen Bei- kleinere Artikel über das .Museum gebracht, sind ferner (s. An-
trag von 2 auf 10 fl.; das Ireiherrl. Geschlecht der Riedesel zeiger Nr. 5. Beil. S. 154—55) zu nennen: Bozner Zeitung
von Eisenbacb sicherte einen Jahresbeitrag von 50 D. nebst Nr. 40, 19. .Mai. Dnrmslädler Zeitung Nr. 114, 25. Apr.
allen erwünschten Urkundenabschriften aus dem Hausarchive und 115. 26. Apr. Elberfelder Zeitung Nr. 132, IC. .Mai
zu. Von Badern, welche auf unser Gesuch um Verbreitung und 148, 2. Juni. Erfurter Zeitung Nr. 105, 13. Juni,
unserer Berichte zusagende Erklärungen machten, können wir H a m bu r ger L i tera r ische und K rili sehe Bla t ler Nr.47,
nachtragen: Hofgeismar und Kissingen. 12. Juni und 19, 19. Juni. Hamelnsrhe Anzeigen H. St.,
Den Acccfs am Archiv des Museiinis ciliicll III rr lliiiiliiild 21. Febr. Hannoversche Tagespost Nr. l'-'S, II. Mni.
Bechstein aus Meiningen. Tra nssil van ia , Beibl. i. Siebenb. Doleii (m Herinanusladl )
Als neuer Mngazinverwalter und Werkfuhrcr ist Herr August Nr. 8—12, 22. Febr. — 22. Mari, und Nr. 25 u. 26, 21. u.
Plorhmann aus (irofshabersdorf in Mittelfranken beim Museum 28. Juni. Iserlohner Wochenblatt Nr. 58. Blatter für
angestellt worden. (Je ist, Geuiulh ii ii il Vaterlandsliebe (in Kroniladl) Nr.
227
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
228
22, 5. Juni und 23, 12. Juni. .Mainzer Zeitung >r. 137,
13. Juni. Patriotische Zeitung (in Minden) Nr. 153, 4. Juli.
>as3auiäche Zeitung Nr. 132, 6. Juni. Nicht polit. Nc-
bcnbl. z. Neuen Salzburger Zeitung Nr. 106, 11. Mai.
\V. .Menzel's L i tc rat u r bl a tt (in Slultgarl) Nr. 54, 7. Juli.
Triesler Zeitung Nr. 141, 24. Juni. Würzburger An-
zeiger, Beibl. zur Neuen Wiirzb. Zeiluni;, Nr. 154, 5. Jnni.
Lusatia (in Zittau) Nr. 39, 16. Mai. — Die Redaktion der
Augsburger Postzeitung hat gleichfalls Aufsätze zu bringen
versprochen und ihr Blatt gegen den Anzeiger zum Tausch
angeboten.
Zum Beweise, dafs auih im Auslanib' die Aufmerksamkeil
auf das gernian. .Museum im Zunehmen be^irilTen ist, mag der
Umstand dienen, dafs ein Schriflsleller aus England kürzlirh
für nüthig fand, für ein englisches Reisehandbuch iiber das Mu-
seum an Ort und Stelle sich genaue Notizen zu verschaflen.
Für die im Nachfolgenden verzeichneten Geschenke sagen
v%'ir bestens Dank :
I. Für das Archiv.
Emil Hecht, Schukr <l. polylerhn. Schule zu Nürnberg:
972. Lchenbrief des K. Joseph II. fiir Job. Seb. Wacker zu
Lauf über e. Hof zu .Xrzlohr. iTGS. Perg.
A. Schierenberg zu FriinKfuri a. .M.:
973. Urfelulebrief des Hermann Slulfenborde für den Junker
Bernde, Herrn zur Lippe, u. d. Stadt Hornc. 1500.
N. Fap.-Abschr.
Fr. Woeste zu Iserlohn:
974. Verschreibung des Goswyn Zobbe für Job. Slymmen iib.
s. Hof u. 3. Zehenden zu Osebern. 1397. N. Pap.-Abschr.
975. Verschreibung d. Heinricli Nicker für Evert van Halveii-
schede über d. Husninnshof. 1402. N. Pap.-.-\bscbr.
976. Quittung des Wjlleni in dem Oberhuf zu Tospcl für die
Jungfer vani Loe ihom Holle über 7 Thlr. 1471. Pap.
Wagler, Amtmann und .Magistratsrath, zu Nürnberg:
977. Ablafsbrief mehr. Bischöfe für d. Kirche zu Retzclsdorf.
1501. Spiitere Abschr. m. üebers. Pap. Nebst Bestii-
tigung des Bischofs Laurentius von M'ürzburg v. 1508.
Sichart v. Sichartshofen zu Hofeck:
97H. (iranzlieschreibung des Gerichtes Lichtenberg nach den
Heinbachen. Ohne Jahr. Neue Pap.-Alisrbr.
Ritter von Goldegg zu Bozen :
979. Adels- u. Wappinbrief des Erzbisch. Sigmund v. Salz-
burg für Franz Anton u. Job. Georg Aman, 1767. Perg.
Fr. Zeultnann zu .Markt Kedvtilz:
9W). Haiilbri.l des Gg. Ernst Hendell für Job. Friedr. DeilTel
von l'irckensrr iib. den Knlenhanuner elc. 1655. Pgm.
981. Conacna d. Markgr. Fr. Wilh. v. Brnndi'nbnrg für Hans
Friedr. TeulTel von Pirckenscc zur Aufnahme eines Dar-
lehns auf Pilgramsreiith. 1657. Pgm.
982. Vcrzichtbrief des l'eler von Blischrre inif Scliwiirtzenfeidt
(ur Hans Friedr. Tiullel, l'ilgranureulh belr. |l>5't. Pgm.
983. Ehevertrag des Jobst Bernh. von Lindenfels ufT Windi-
schenleibach m. Lucie DeutTelin von Pirckensee. 1676. Pgm
II. Ftlr die Bibliothek. *)
Du Mont-Schauberg'sche Bucbhandl. in Köln:
5333. Organ f. christl. Kunst, herausgeg. v. Baudri. VIII. Jahrg.
Nr. 9 und 10. 1858. 4.
Redaktion der numismat. Zeitung in Weifscnsce:
5334. Numismal. Zeilung, 25. Jahrg. Nr. 6, 7 u. 8. 1858. 4.
Verein für hessische Gesch. u. Landesk. inCasael:
5335. Ders., Zcilschrilt. Bd. Vll, H. 3 u. 4. 1858. 8.
5336. G. Landau, histor.-topogr. Beschreib, der wüsten Ort-
schaften im Kurfürslenth. Hessen. 7. Suppl. d. Zeitschr.
1858. 8.
5337. Ders., (Jesch. und Beschreib, der Stadt Waldkappel.
1858. 8.
Karl Arnd, Landbaumeisler, in Hanau:
533K. Ders.. (iesch. der Provinz Hanau. 1858. 8.
Dr. L. Kölscher, Oberlehrer am Gymnasium zu Herford:
5339. E. Kuefel, Gesch. des Friedrichs -Gymnas. in Herford.
1817. 8.
Wunderer, qu. k. Landrichter, in Nürnberg:
5340. Carl Wilh. Friedrichs, Marggr. zu Brandenb., .Anordn.
wie das 2. ev. Jubel- und Danck-Fest gebalten werden
solle. 1730. 2.
Sassenhagen, Bürgermeister, zu Lcba in Pommern:
5341. R. Gramer, Ge.seh. der Lamle Lauenburg und Bülow.
1. u. 2. Th. 185«. 8.
F. Sichart v. Sichartshofen auf Hofeck :
5342. Jos F'urltenbach , halinilro-pyrobulia. Beschreib, einer
neuen Buchsenmeisterey. Iti27. 2.
Wittenberger Verein f. Heimathkunde des Kur-
kreises:
5343. G. Stier, Miltenberg im Mittelalter. 1H55. 8.
5344. Ders., Inscriplioues Vitebergae lat. 2. .\usg. I856. kl. 8.
5345. A. M Meyiier, (iesch. der Stadt Wittenberg. 1856. 8.
S. Maj. Kaiser Franz Joseph I. von Oesterreich:
5346. Th. Sickel, monumenla graphiia medii aevi Fase. I.
und IL 1858. gr. 2.
Brodtmann'sche Buch- uml Kunsthandlung in Basel:
5,i47, 1». Schweiz. iMonatsschr. d. literar. Vcr. in Bern, hrsg.
V. L. Eckardl 4 P. Vollmar. Nr. 1—5. 1858. 4.
E. V. Schenk, Schüler der lat. Schule in Nürnberg :
5348. p. Om.Iü Meiamorph. Lib. XV. 1575. 8.
L. V. Fuchs, Kreis- und Stadlgerichlsrath, in Miinchcn:
5349. Joh. Nep. v. Fuchs, ges. Schriften. Redig. v. C. (i.
Kaiser 1856. 4.
J. Zitzlsperger, Ldinr, m .Vmbirg:
5350. Ders., Beitr. zu einer (iesch. der ll.inilucrkr und Ge-
werbe Ambergs. (1857.) 4.
•) Im OoBctii'Tikvcrr.olrlitilfH <l,.r viirlRi'n Nr. tut vnr ^20fi clneiiitchatlCQ :
O. Braun'sche HofbuchhandlunB In Karlanilic.
229
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
230
Histor. Verein für Niedersachsen in Hannover:
5351. Ders., 21. Kachrichu 18jh. b.
5352. Ders., Zeilschr. Jahrg. 1856. 2. Doppelh. 1858. 8.
Otto Janke, Verl.-, Buch- u. Kunsthdl., in Berlin:
535.1. Fraru. Duikher, Saltzburg. Chronica. 1666. qu. 4.
Verein für Erdkunde und verwandte Wissensch.
in DariiisladI:
5354. Ders., Slatulen. 2. Abdr. 1852. 8.
5355. Ders., Beilr. zur Landes-, Volks- u. Stanlskunde des
Grofsh. Hessen. I. u. 2. H. 1850 u. 53. 8.
5356. Der»., Kotizbl. Nr. 21—46. 1. u. 2. Jahrg. u. I\'. Folge
I, Jahrg. ^'r. 1—20. 1855-58. 8.
Gust. Sommer, k. pr. Bauinspector, in Merseburg:
5357. HarpIFeii IJavids mit Teutschen .Sailen bespannet. 1669. 8.
5358. A. Haninierschmied, musikalischer Andachten ander Theil.
1., 2., 3., 4. Stimme und General-Bafs. 1641. 4.
5359. Ders, Kirchen- ii. Tafel-.Music, 1., 5. u. 7. Stimme.
1622. 4.
5360. Joh. Thüring, sertum spirituale niusicale. Vox sec. 1634. 4.
Voraus gehen mehr, kirchl. Lieder in lldschr.
5361. L. Kabus, der Fcldbaw, oder das Buch von der Feld-
arbeyl. (l.'iDl.l 8.
A. von Hoiningen , gen. Huene, k. pr. Bergmeister,
in Siegen:
5362. M. Belidor, architeclure hydraulique. 1737— 53. 4Bde. 4.
5363. Jac. Leupold, Iheatrum niachinar. gen. 1724. 2.
5364. Ders., theatrum machinarium. 1725. 2.
5365. Ders., iheatrum niachinar. hydrolechnic. 1724. 2.
5366. Ders., theatrum pontificiale. 1726. 2.
5367. Ders., theatrum arithmelico-geometr. 1727. 2.
5368. Ders., theatrum staticum univcrs. P. 1 u. IL 1726. 2.
5369. Ders., thealri niachinar. hydraulic. T. I u. IL 1724 — 25. 2.
J. C. Hinrichs'scbe Buchhdl. in Leipzig:
5370. Vierteljahrs- Catalog aller neuen Erschein, im Felde der
Literat. Jahrg. 1857. 1—4. H. 8.
Du Mont- Schauberg'sclie Buchhdl. in Köln:
5371. Organ f. cliristl. huiisl, hcrausg. v. Fr. Baiidri. Ar. 11
II. 12. Ib.')8. 4.
Verein f. LUbeckische Gesch. u. Alterthumskunde
in Lübeck:
5372. Ders., ZiilsdiriM. Hell 2. l^.'iS 8.
Dr. Ch. A. Pescheck, .\rcbidiaconus, m Zittau:
5373. C. H. F. V. Zehmen, die Schicksale der liirstl. Begriib-
nissc im Kloster Alten-Zelle. (1H46.) 8.
5374. Bericht v J. 1829 an die Alitglicdcr der deutschen Ge-
sellsch. etc. in Leipzig. 1829. 8.
5375. E. Sarturius, die ISundeslade u. die Bundeshauptslücke.
1H57. 8.
Lust, Advokat, in Straubing:
5376. G. Kolb, Gesch. d. Wohlthütigkeilsanst. d. St. Straubing.
Ih.'iH. 8.
Mich. Müller, Kaplan, in .Meilerichstadt:
5377. Ders., d. Wohlthatigkeits-Slifl. zu Mcllerichsladl. 1858. 8.
Carollno-Auguateum in Salzburg:
5378 Uass., Jahre>-I5iricht f. d. J. 1857. gr. 8.
Dr. K. A. Barack, Conserv. u. Sekret, der Biblioth. des
gerniaii. .Miisciiiiis:
5379. Kunlz Hars, ein Lobgedicht auf A'ürnberg a. d. J. 1490;
herausg. v. K. A. Barack. 1S5S. 8.
Verein f. Gesch. u. Alterthumsk. in Frankfurt a. >!.:
5380. Uer.^.. .Milllu-ilungin. I^TiS. 8.
Rectorat des Gymnasiums zu Erlangen:
5381. Frid. Thierschio . . gratulalur gyranas. Erl. Interpret.
Liidov. Doedcrlcln et Gotli. Fricdlein. 1858. 4. 2 Ei.
Soci^t^ de la morale chr^tienne in Paris:
5382. Dies., Journal. Tome 8. Nr. 1. u. 2. 1858. 8.
Ph. van derHaeghen, Directeur de laVdrit^ historiquc,
in Brüssel:
5383. Ders., niaximcs popiilaires de l'Inde nieridionale. 1858. 8.
L'Institut historique de France in Paris:
5384. Dass. , L'Invesligateur. i. VIII. 3. Serie. 281 livr.
1858. 8.
Van der Beeck, Bürgermeister, in Neuwied:
5385. Die Stl^lllnL.•^ll^kundcn der St. Neuwied. 8.
Badischer Alterthumsverein in Karlsruhe:
5386. Ders., Generalbericht. Erstattet v. A. v. Bayer. 1858. 4.
C. Becker, k. pr. Steuerinspector, in WUrzburg :
5387. Album d. deutschen Vereins z. Untersliitz. d. Hinterlas-
senen vi-rdiciilcr Künstler. 1858. 8.
Böhmisches Museum in Prag:
5388. Dass., Pamätky. Kedaktor K. V. Zap. Dilu III. sesit.
1858. 4.
Dr. A. L. Warnkönig, geh. Hofrath u. Professor, in
Stuttgart:
5389. .Messagcr des sciences historiques, des arts et de la biblio-
|ir.ipliie de Belgique. Annee 1856, 4 livr. u. 1857. 8.
J. H. Pinder, k. pr. üburprasid. a. D., auf Woinowilz:
5390. St. Gerlach, Tag-Buch einer in die Türekey 6järigen
Rum. Keyserl. Gesandtschaflt. 1674. 2.
5391. Joh. Stumpft, Keyser lleinrychs des vierdten Tiininzig-
liiriL'r lli.-loria. 1556. 2.
Dr. M. Sadebeck, Professor, in Bre.-lau:
5392. Ders., der Zobtenberg u. s. Umgebung. (1855.) gr. 4.
Dr. A Potthast, Erzieher der Prinzen Sr. Durchl. des
llirz von liiilibor, in Itaudeii:
5393. H. Labe, malus inier ligna syhar. seil bisloria D. V,
Laurelanae in sylva sacra (vulgo HagekJ regni Bohe-
miae. 1689. 8.
5394. Srbweidnitzischer T.ischcn-Caliiider a. <\. J. IT:(H, 12.
Königl. bayr. Akademie der Wissenschaften m
.München :
5395. Dies., Abliandl. der plulos. - philol. Tlnsse , Bd. 1—6,
7.Bd8. 2. U.3. u. Vlll. lfd.... l.u. 2. Ablh. 1833-57. 4.
Bauer & Raspe (Jul. .Merzj, Buchhdl., in Nürnberg:
5396. Zeilsdir I. d. hullurgesch. Hgg. V. Joh. .Muller u. Joh.
K;ill.i. IH.SH Jiiniheft. 8.
Dr. Andresen in Aumberg:
5397. M. H. Bloxam, die mitlelaltcrl. Kirchcn-Bnukun«! in Eng-
land. (1845.) 8.
5398. Jo. Owen, rpigraniniBluMi edil. primn. lli.'ll 12.
231
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
232
Histor. Verein f. d. Niederrhein in Köln:
5399. DiTä., Ann^lcn. '). Hell. ISjs. 8.
5400. Ders., Bericht über d. J. 1857. 185«. 8.
Dr. F. A. ReufB, qu. Professor, in Nürnberg:
5401. IK-rs. , .Maleriiiiien zu e. vergl. gesch. Diirslell. (i. Enl-
sti'hung, Enlwickl. u. Ausbild, der Besprechungen u.
Sogen in Krankheiten. Hdschr. Fase. 2.
Secretariat der Universität Würzburg:
5402. II. .Müller, über .Moenus, iMo\'untia, Speclitesbiirt u. Wir-
ziburg. 1858. 4. 2 Ex.
Hugo Hitler von U. ZU Goldegg in Boren :
5403. B. Weber, Meriiii und seine liriigebungcn. 1845. 8.
5404. Crisp. Passaeus , delineatio quntuor potentiss. totius Eu-
rnpae Miinarchor. Kpfrst. 5 BItlr. 4.
Fr. Waldmüller, Apotheker, zu St. Michael:
5405. J. Tb. Zauner, .\uszug d. wichtigsten hochfürstl. Salz-
burg. Landesgesetze. 1.— 3. Bd. 1785-90. 8.
5405 a. Dom. Custos, Aqvila signifera S. R. Iniperii. Kupierst.
8 Bl. 4.
von Bieber, qu. I.ioutcnani, in Augsburg:
540ti A. Ih. Kttner, Ur. M. Luthers LebenstJesch. 1816. 4.
5407. Die .Molkenkur-Anslnit Beuron. 1843. 8.
5408. .1. B. Niedergesees, .Mittel-Eiiropa's Badeorte. 1843. 8.
5409. C'alal. d. Industrie-Austell. in Augsburg. (18j2.) 8.
5410. J. C. Funek, kurtzgefalste Reform. -Historie. 1717. 8.
5411. J. N. Flamizer, ars artium: oder des polil. (icsichts-
schärfTers geheimes F'ern-Glafs. 1689. 8.
5412. Unlerred. über d. vier letzten Hauptst. d. lulher. Kate-
rhisniiis. 4 Thic. 1824—30. 8.
5413. W. J. A. Werber, d. Stahlsiiuerling zu (i'ricsb.ich am
Fufse des Kniebis. 1840. 8.
Fr. von Raumer, geh. Rcg.-Rath, in Berlin:
5411. Dens, (lesili, (kr Ilohenstaufen. 3. Aufl. 5. Bd. 1858. 8.
Dr. Brenner-Schäffer, prakt. Arzt, in Weiden:
5415. .\lle llucli«ürdigisten . . Bisebouen : auch Errzbisthouen,
des ErczstifTls Salczburg Beschrcibunge. Pap.- Hdschr.
17 .Ibdt. 4.
Dr. Andresen in Aürnberg:
54Ui. Vi(i, .Sirigeliiis, h liiilen, geh. in Leipzig. 1563 — 65.
5417. Dcrs., Danielis proph. siript. illiistr. (ISfi.').) 8.
5418. Ph. Meliinclithon , rommcnt. in Danielen! prophetam,
(1543.J 8.
Franz Köhler. BucbhdI., in Stuttgart:
5419. K. F. Falier, d. x\ürttemlicrg. Fani. -Sliflgn. 21. Hfl.
I><.')H. H.
Gesammtverein d. deutschen Oeachichts- u. Al-
terthumsvereine m llannuMT:
54'>0. Dirs., lorrespondrnz-Blalt. Nr. 9. 1H5H. 4.
Dr. H ZöpH, lldfratb u. Prof., in Heidelberg:
5421. Der.^., Hndelb. Jahrb., Nr. 31. Rcccnsion d Ouellen i.
bajr. u. driilsrb. Gesch. (1858.) 8.
Dr. K. Th Pyl, Itoicnt an d. l'niver.<. zu Greifswald:
5422. Der»., hunsluerke alter u. neuer Zeil. 1857. 8.
Fr. Lintz'schc BucbhdI. in Trier:
5423. J. .Marx, das Wallfabrlen in d k.iib. hinhr. IH42. 8.
5424. Ders., Gesch. d. Erzst. Trier. 1. Bd. 1858. 8.
5425. Ders., d. Ausstellung d. h. Rockes in d. Domkirche zu
Trier. 1845. 8.
5426. J. Sleiningcr, Gesch. d. Trevirer unter J. Herrsch, d.
Franken. 2 Bde. 1845—50. 8.
5427. ()er3., die Ruinen am Altthore zu Trier. 1835. 8.
5428. Codex sancti Simeonis exhib. lectionarium eccles. graecae.
Edit. See. 1856. 4.
5429. G. Barsch, Beschr. d. Rgbzks. Trier. l.Th. 1849. gr. 4.
5430. Jahresbcr. d. Gesellsch. f. nülzl. Forsch, zu Trier. 1853,
55 u. 57. 4.
5431. J. H. Wyttcnbach, Beitr. z. Gesch. d. Schulen im ehe-
nial. Churfslth. Trier. 0. J. 4.
5432. Ders., Forschungen üb. d. Rom. Alterlh. im Moselthale
von Trier. 2. Aufl. 1844. 8.
5433. Ph. Laven, d. kirchl. Tradition v. h. Rocke. 2. Aufl.
1845. kl. 8.
5434. Ders., guido de l'Etranger a Trcvcs. Deuxieme ed.
1846. kl. 8.
5435. Ders., Trier u. s. Umgeh. 1851. kl. 8.
5436. Ders., Gedichte in Trierseher Mundart. 1858. kl. 8.
5437. Th. V. Haupt, Panor. v. Trier. Aufs Neue hrsg. v. Jac.
Schneider. 3. Aufl. 1856. kl. 8.
5438. Legendenbuch a. d. Munde deutsch. Dichter. 1854. 8.
5439. J. H. Schmitz, Sitten ii. Sagen, Lieder, Sprüchwort. u.
Ratbsel d. Eiller Volks. 2 Bde. 1856—58. 8.
5440. .M. F. J. .Müller, histor. -topogr. Beitrage zur Kenntnifs
d. Saur-Thales. 1841. 8.
5141. Jac. Schneider, d. alten .MauerwerKc auf den Gebirgen
d. link. Museiseite. 1844. 8.
5412. O.Schneemann, d. Rom. Trier u. d. Umgegend. 1852. 8.
5443. W. Ch. v. Florencourt, IJeilr. z. Kunde all. Gütlerver-
ehrung im Belg. Gallien etc. 1842. 8.
5444. Ders,, Erklärung d. rathselhafl. Umschr. der Conseorat.-
Munzen des Roniiilus. 1843. 8.
.'■)445. J.J. Hewer, Castell (an d. Saar), e. bist. Topogr. 1839. 8.
5446. Ders., Rundschau d. Kreises Saarburg. 1852. 8.
5447. Ders., Beurich u. s. Wundcrbild. 1854. 8.
5448. (Ders.J, iMosaik der Rinn. Villa zu Neunig. 1854. 8.
5449. Anfänge d. chrisll. Glaubens zu Trier. 1833. 8.
5450. Leben und Thalen der Heiligen, deren Andenken bes.
im Bisib. Trier gefeiert wird. 1837. 8.
5451. .Mitlh. a. d. Geb. d. kirchl. Archüologie u. Gesch. der
Dioc. Trier. 1. H. 1856. 8.
5152. J. G. .Miiller, d. bildl. Darstellungen im Sanclnaniiin d.
chrisll. Kirche. 183.5. 8.
5I.')3. GraelT, itineraire historiquc et pittoresque du cours enlier
de lu Moselle. 1841. 8.
5454. C. F. Quednow , Bcsclir. d. AIUtiIi iii Trier ii. dessen
Umgeh. 1820. 8.
5455. Westeuropäische Grunzen. 1853. 8.
5456. Th. Regliier, d. Verpfliihtgn. d. Civil-Gemeinden in Anseh.
der Plarrbauser etc. 1814. 8.
5457. l"h. W. Si hmidl, d. Hmu. Trier u. s. Ringmauer. 0. J. 4.
5458. Th. V. Haupt, Trierisches Zeilbuch. 1822. 8.
5459. Ph. Laven, kleine Lieder. 1846. 8.
5400. Trierüches Kochbuch. 1857. kl. 8.
5l(il. K. Facbinger, \\ ilhelm 11., Kg. der Niederlande. 18,55. 8.
233
Anzeigfer für Kunde der deutschen Vorzeil.
234
5462. Criminal-Procedur geg. Dr. C. Grün u. 22 Genossen.
1850. 8.
5463. M. Schäfer, .Moselfauna. 1844. 8.
5464. J. Steininger, geognosl. Beschr. d. Eifel. 1853. 4.
5465. Annuairu lopograph. et pulit. du Departement de la
Sarre. Redige par C. II. Delaiiiorre. I. annee. 1810. 8.
5466. J. F. Schannut, Eillia illustrala; übers, etc. von G. Barsch.
2. Bds. 2. Abth. 1844. 8.
F. A. Brockhaus, Verlagslnichhdl., in Leipzig:
5467. llisliir. rasctitiibucli. Herausgeg. v. Kr. v. Räumer.
Keue Folge, 1.— 10. Jahrg. u. 3. Folge, 1. — 9. Jahrg.
1 840—58. 8.
5468. D. F. Straufs, Ulrich von Hütten. 2 Thie. 1858. 8.
5469. ü. Dolch, Gesch. d. deutsch. Studententhums. 1858. 8.
5470. Wolfram von Eschenbach, Parcival, übers, v. San-Marte.
2. Aufl. 2 Bde. 1858. 8.
5471. Gottfried von Slrafsburg, Tristan u. Isolde. Uebers. v.
K. Simrock. 2 Tble. 1855. 8.
5472. G. F. Waagen, Kunstwerke und Kunstler in Deutsch-
land, 2 ThIe. 1843—45. 8.
5473. Ders., über d. Stellung, welche d. Baukunst, d. Bild-
hauerei u. Malerei unt. d. Mitteln menschl. Bildung zu-
kommt. 1843. 8.
5474. J. Zacher, d. goth. Alphabet Vulfiliis u. d. Runenalpha-
bet. 1855. 8.
5475. C. Grünhagen, Adalbert, Erzbisch, v. Hamburg. 1854. 8.
5476. Fr. Sirehlke, Martin Opitz. 1856. 8.
5477. N. Hocker, d. Rhein v. Mainz b. Köln. 1857. 8.
5478. Schwed. Volkslieder d. Vorzeit, übcrtr. v. R. Warrens.
1857. 8.
5479. G. .4. I'rilzel, thesaurus literaturae liotan. 1847 — 51.
gr. 4.
5480. Zur Erinnerung an d. funl/.igjahr. Jubiläum d. Firma
F. A. Brockhaus. 1857. gr. 4.
K. k. Centralcommission z. Erforsch, u. Erhalt,
d- Baudenkm. in Wien:
5481. Dies., Mittheilungen. Redakteur K. Weifs. Hl. Jahrg.
Mai. 1858. 4.
F. Tempsky, Verlagshdl., in Prag :
5482 E. F. Rufsicr, deutsche Rechlsdenkm. a. Böhmen u.
Mühren. 2 Bde. 1845—53. 8.
5483. W. W. Tomek, Gesch. d. Sladt Prag. 1. Bd. 1856. 8.
5484. Ders., Handbuch d. Oesterr. Gesch. 1. Th. 1858. 8.
5485. J. M. Schotlky, Prag wie es war u. wie es ist. 2 Bde.
1831—32. 8.
5486. J. S. Grüner, Beilr. z. Gesch. d. Stadt Eger. 1843. 8.
5487. J. A. llelfcrt, Hus u. Hieronjmus. 1853. 8.
5488. F. Pnlacky, Popis kralowstwi cesktiho. 1848. 8.
Jos. Bermann, Kunsl- u. Mnsikhdlg., in Wien:
5489. Verzcjihu. d. \. d. k. k. Feldmarschall- Lieut. L. de
Traux hinterlnss. Münz- u. Medaillen-Sammlung. 1856. 8.
TrowitZSCh <&Sohn, llnflMirlidrurkcrei in Frankfurt »/().:
5490. .Moniilbsclirilt lür deutsch. Städte- u. Genieindewesen,
hrsg. V. A. Piper. Jahrg. IV. H. 6. 1858. 8.
Dr. Wuttke. Professor, in Leipzig:
5491. Albuiii d. litterar. Vereins in Bern. 1858. 8.
Polytechn. Verein in Würzburg:
5492. Ders., Wuchinschrifl. Nr. 19—26. 1858. 8.
Dr. Andresen in Nürnberg:
5493. F. Thran, Munster in L'lm. 0. J. 8.
5494. A. Trendelenburg, d. Kölner Dom. 1853. 8.
5495- J. D. Passavant, eine Wanderung durch die Gemalde-
Samml. d. Stadel'schcn Kunslinstituts. 1855. gr. 8.
5496. G. G. Gervinus, Einleit. i. d. Gesch. d. 19. Jahrh. 1853. 8.
III. Für die Kunst- u. Alterthumesammlung.
F. Baidinger, Kunstlcr, in Wim:
2378. Die Kanzel im Stephansdome zu Wien, Kpfrslch. nach
dems. von Kirchhoffer.
V. Glisizinski, Offizier, in Magdeburg:
2379. Stcrbethaler des Ilzg. Johann Casimir v. Sachsen. 1633.
2380. Thaler des Hzg. Friedr. v. Braunscbweig -Lüneburg.
17. Jhdt.
Primbs, Eisenhandler, in Straubing:
2381. Degengriff v. 17. Jhdt.
Frhr. von Lochner in Lintach:
2382. Dolch mit eisernem Grifl" vom 15. Jhdt.
2383. Ausj;egrabenes Hufeisen vom 15. Jhdt.
Udo Graf von Uexkiill in Ravensburg:
2384. W ap|p(n von Ravensburg, in Thon gebrannt.
von Schwarz in Ilenfenleld:
2385. Kolossales Haupt Christi, Hlzschn. von A. Dürer.
C- Becker, kgl prcufs. Sleuerinspector, in Würzburg:
23S6. 2 (ivp-aliffüsse von geschnitzten Kastchen und einer von
cinrin liisciirdl. Kiri^r.
F. Sichart V. Sichartshofen auf Schlofs Holeck b. Hof:
2387. Siegelstuck der Aeniilia von Hirsperg, letzten Aebtissin
dos St. Clarr.klosters zu Hof.
Dr. Potthast auf Schlofs Randen:
23HS. 61 Lackalldrücke von alteren und neueren Siegeln.
23'>!(. Prager Groschen vom 14. Jhdt.
2390. 5 kleinere Silbermünzen u. 6 Kupfermünzen v. 18. u.
19. Jhdt.
G. N. Weifs in Nürnberg:
2391. Würzljiir'jcr Sillierinuiue v. 17. Jhdt.
Prof. Dr. Reufs in Nürnberg:
2392. 2 Reliquien von St. Simon u. Judas und vuiu Bette des
heil. Bischofs Frigdianus.
Büttner, Directnr, in Halle:
2393. Zweigruschcnsliick v. 1(127.
Dr. J. L. Bautenbacher, llenefizial, m (iunzburg:
2394. Maria mit dem Kinde, vom Evangelisten Johannes ver-
ehrt, Kpfsich. V. A. Alldorfer.
2395. Venus und Amor, Kpfsl. v. H. S. Behnm.
2396. 2 Srhriflpnilirii auf Pcrgiimenl v. 13 n. 14. Jlidl
Dr. med. H. Holder in Siuiigurt:
2397. 1 I allere Portriils in Kupferstich, Holzschnitt n. Ilandi.
2398. 27 neuere Porträts in Kupferstich u. Steindruck.
2399. 4 Ilolzschn. von II. Schiiufclein, z. Theil aus Derschuu» Slg
2400. Kartenspiel in Kupferst. v. 19. Jhdt. u. 4 Heiligenbilder.
V. IK. Jhdt.
235
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
236
M. Münz, Zeichner am gernian. Museum:
24(l|. >ürnlierger Kreiiicr von 1650.
von Bieber, pcns. Lieutenant, in Augsburg:
240- Kiirtf des Obcrilonaulirciscs vun Chr. Fembo.
H. Ritter von Goldegg in Bozen:
2403. ürntl. niunllorl »che u. bayr. Silbermunzc v. 18. Jhdl.
2404. 4 Lackabdriickc von alleren und neueren Siegeln.
Jgn. Seelos. .Maler, in Bozen:
24ü.i. l'oln. huplermünze v. 1790 u. Tiroler Zwanziger v. 1809.
2406. Salzburger Klippe v. 17. Jhdt.
2407. Ein aufgefundener Sporn u. ein Hufeisen v. 17. Jlidl.
2408. 7 Zeichnungen nach niittelallerl, Deiilunalern in Tirol.
2409. .\liliildung des Riesen Haymon , l'hutogr. nach einem
alten Kupferstiche.
F. WaldmUller, Apotheker, zu St. Michael im Eppan:
2410. 2 Tiroler Kreuzer v. 1809.
2411. Saliburger Kreuzer v. 1805.
2412. Eine uncarische u. 4 venetianischc Kupfermünzen v. 1849.
Fr. Zeulmann in Kedwiiz :
2413. Siegel der Stadt Redwitz v. 1498 ii. 1647.
2414. Color. Ansicht von Redwitz.
Plafs, Lehrer, in KastI bei Amberg:
2415. 2 Handschellen von Eisen.
2416. 9 Originalsiegcl v. 14.— 17. Jbdi.
Weif 8, Kevierforster, in Thuriiau:
2417. Originalsiegel v. 15. Jhdl.
Cliroiiik der liisliirisclion \on'ine.
Wir fahren jetzt fori, über die öffentliche Thätigkeit der
Vereine kurzen Bericht zu erstalten , und werden spater von
den Verzeichnissen der historischen Schrillen der Akademie
die Fortsetzungen folgen lassen. —
Die „Meinoires et docunients, pubiii^s par la Societe d'histoirc
et d'archeologie de Ueneve, tome I— X, enthalten liir die äufsere
und innere Geschichte der Stadt und des Landes Genf: räcit
des fites celebrees i l'occasion de I'entr^e a Geneve de Beatrix
de Portugal, duchesse de Savoie, d'apres un manuscrit du
lenips, avec une introduclion , par M. M. les docteurs Ch.
Coindet et J. J. de Chaponniere ; tom. I. — Apen.u sur l'hisloire
de Geneve, par .M. G. .Mallet; tom. II. — Franchises de Geneve,
promulgnees par l'evdque Adtimar Fabri (mit urkundl. Bei-
lagen); tom. II. — Recherches au sujct des titres remis ii In
garde de .M. .M. de Fribourg apres la journcc de Payerne, par
Louis Sordet; lom. IV. — De l'ancienne et nouvelle policc de
Geneve, par Fran(;ois Bonivard; toiii. V. — Des leproseries
de Gent've cn ([uinzienie sii'cle, par le docteur J. J. Chapon-
niere; lom. I. — Des höpitau.x des Genive avant la reforma-
tion, par M. .M, Chaponniere et Sordet; tom. IIL — .Mriiioire
sur le pouvoir que la maison de Savoie a exerctS dans (Jeneve,
par E. Mallet (fortges. in folg.); lom. VII. Lettre de Fran^ois I.
a sa mere, le lendemain de la bataille deMarignan; tom. VIII.
— Etat maleriel de Geneve pendant la secondc moitie du
quinzierne siede par M. Chiiponiiicre; lom. VIII. — Petit
meniorial du notaire Meffiez; lom. IX. — La plus ancienne
chronique de Geneve 1303 — 1335, par Ed. .Mallet; lom. I.\. —
Noticc sur la colonie anglaise Stabile ii Geneve de 1555—
1560, par Th. Heyer; lom. IX. — Jean Klebcrger, le bon
Allcmand , par Th. Heyer; lom. IX. — Preuve diploma-
tique que Geneve a fail partie du royaume de liourgogne Irans-
juranc sur Rodolphe I. en H99; lom. IX. — Journal du Syndic
Jean Baiard ou relation des evenements, qui se sont passes a
Geneve de 1525 .i 1531 , nvcc une introduclion hisloriqiic el
biographique de la famillc Balard, par le Dr. J. J. Chaponniere
tom. X. — Hierher gehören auch die in Verbindung mit der-
selben Gesellschaft erschienenen: Oeuvres bistoriques et lille-
raires de Leonard Boulacre, uncicn bibliothecaire de la republi-
que de Geneve (1728 — 1756J, recuillies et mises en ordre
par Ed. .Mallet; tom. I el II. 1857. — Für die Geschichte der
Kirche von Genf: rapport sur l'EvöchfS, par .M. Paul Lullin,
lom. I. (fortges. in folg.) — Notice sur quelques pretendus
Eviques de Geneve, par M. Ed. .Mallet; tom. I. — Memoires
sur les leltres de Pierre de la Baume , dernier evique de
Geneve, par M. Sordet, lom. II. — Mtimoirc historique sur
l'election des eviques de Geneve, par M. G. .Mallet; (mit
urkiiiidl. Beilagen^ tom. II. — Des abbayes ou socieliis laiques
de Geneve, par L. Sordet; lom. IV. — |iN'otice sur Frant'ois
Bonivard, prieur de St. Victor el sur ses jicrits, par J. J.
Chaponniere; tom. IV. — .Memoire historique sur l'election des
eviques de Geneve, par M. Ed. Mallet; lom. V. — Coup d'oeil
sur les registres du Consistoire de l'Eglise de Geneve, par A.
CraiiR-r; tom. IX. — Aimon du yuart et Geneve pendaiil sou
episcopat, 1304 — 11, par M. Ed. Mallet; tom. IX. — De la
deineure de Calvin, par Th. Heyer; tom. I.\. — Für die Ge-
schichte der Wissenschaften, der Künste, für Archüologie
und deren Zweige: IVoticc sur les livrcs imprimtis a Geneve
dans le quinzi6ine siicie par M. G. Favre-Bertrand ; tom. I. —
Trois lettres sur des monnaies Cufique,«, rares ou inediles, du
inust!e de Geneve, par F. Sorcl; lom. I. — Lettres aux membres
de la Societe d'hisloire et darcbeologie sur les enfouissemcnts
monetaires de Geneve et de ses environs, par F. Sorel, (forig.
in folg.); lom. I. — Rapport sur quelques ancicns lieux de
sepulture des environs de Geneve, par F. Sorel; tom. I. —
Notice sur la munnaie giincvoiso au lemps des rois Bourguignons
de la prcmiere race, et sur quelques monnaies meroviugienncs,
par H. Bordier; lom. I. — Explicnlion de deux insrriplions
Romaines exisinntes a Pnssy cn Faiicigny, par M. Ferrucci;
lom. I. — .\llegorie represenlee ii Geneve enl53l; lom. II. —
De I inslilulion des ouvriers monnoyers du St. Empire Romain et
de Icurs parlemenis, par J. J. Chaponniere; tom. II. — Lettre
i Mr. Zardetli sur des monpaics tronväns aux environs de
237
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit
238
Genfeve, par F. Sorel ; toni. 11. — Relation du proces criniincl
inlent^ ä Gcncve en 1553, contre Michel Servel, par A. Ril-
lict; toin. III. — Rccueil de renseignemenls relalifs a la ciilture
des teaui-arU a Genuvc, par J. J. Rigaud ; toin. IV. (foriges.
in folg.) — Descriplion de l'eglise de Sl. Pierre, ancienne
cathcdrale de Geneve, par J. D. Blavignao; lom. IV. — Re-
cberches sur quelques fragments d'architecture roinaine dccou-
verts ä Geneve, par J. D. Blavignac; tom. V. — L'ancienne
monnaic tpiscopale de Genive, par E. Mallet ; tom. V. —
Descriplion de quelques nionunicnls celtiques situes dans les
environs de Geneve, par J. D. Blavignac; lom. V. — 'Kotes
historiques sur l'eglise de St. Pierre, ancienne cathcdrale de
Geneve; Reslauralion des slalles hautes de lancieniic calhedrale
de Gentve ; Kotice descriptive sur les nionnaies trouvees dans
le tr^sor de Fcygeres; Armorial genevois, rechcrches sur les
armoiries, les sceau.x, les bannicres et les nionnaies de Geneve
(foriges, in folg.): par J. D. Blavignac; tom. VI. — Lettre a
M. L. Vullieniin sur un ancien eimetierc decouverl ä Bcrolles,
sur la Classification de l'entrelacs et sur l'adoption de l'iniagerie
paiennc dans les nionunicnls chrctiens; Addition ä la notice
sur le trdsor de Fejgeres; Kotice historique sur Ic ciinetiere
de Geneve: par J. D. Blavignac, toin. VII. — Kotice sur dan-
ciens cimetieres, Irouves soit en Savoic, soit dans le Canton de
Geneve, par H. J. Gosse, tom. IX. — Lettre ä H. Meyer sur
quelques nionnaies arahes trouvees a Moudon, par F. Sorel.
Aufserdem enthalten die einzelnen Bande dieser Zeitschrift in
der zweiten Ahtheilung eine grofse Anzahl Urkunden und
Aktenstücke zur Geschichte von Genf.
L'investigateur Journal de liiistitut historique
(Paris, lome VII, Serie III.) enthalt die Berichte über die
Sitzungen und die Arbeiten der Mitglieder und andere Vereins-
angelegefiheilen , Auszüge aus Vortragen, Korrespondenzen,
literarische Anzeigen u. dgl.
Bulletin du Coniile Flaniand de France, 1858,
Kr. 8, Mars et Avril (I)unUerquc) enthalt neben Auszügen aus
Vortragen u. a.: Coniplaintes et rhansons inedites en langue
flamande, qui existent ä la bibliotbeque de Donai, par A.Ricour.
Die Mittheilungen des historischen Vereins zu
Osnabrück, Bd. I — V. , enthalten für die politische Ge-
schichte der Stadt und des Bisthums : Zur Geschichte des
Bischofs Franz von Waldeck 1532 — 1553, aus dem Lateinischen
des Kaspar Schelc \on D. .Meyer; Bd. I. — Die Streitigkeilen
des B. Franz von \>aldeck mit Herzog Heinrich dem Jüngeren
und den Gebrudern von Halle, von Dr. Stüve; Bd. I. —
Verlheidigung des Schlosses und Stadtleins Fürstenau durch
den Droslen von Tambach 1647, von Freih. von Dincklage;
Bd. I. — Herzog Heinrich und Julius von Braunschweig, B.
Johann von Osnabrück (von Hoya) und die Koadjiitorie zu
Paderborn 1559—15(52, von Dr. Stüve; Bd. I. — Miltheiliingen
über die (irenzstreitigkeiten zwischen dem B. zu Osnabrück
und dem Grafen von Tecklenburg wegen der Grenzen des
Amtes Reckenberg und der Herrschaft Rheda von 1529 — 1553,
aus Mosers Papieren mitgclheill von Jul. Sudendorf; Bd. IL —
Topographisches von Dr. Meyer; Bd. II. — Zur Geschichte
des Osnabriick'schcn Bischofs Erich von der Hova 1 138 — 41,
aus Mosers Papieren ; Bd. II. — Die Bursprache im Fürsten-
thuin Osnabrück, von J. Sudendorf; Bd. IL — Landslände,
Kapitulationen und Landcsvertrage von Osnabrück vor 1532,
von Dr. Stüve; Bd. II. — Auszug der Denkwürdigkeiten, so
in der Gertrudenberger Historie vorkommen; von J. J. Sand-
lioff. Bd. III. — Die Verschwörung der Bauern des Amtes
Vechte, 1534, von Dr. Cornelius; Bd. III. — Bemerkungen
über das OsnabrUek'sebe Lehnswesen mit dem Lehnsbuche von
1561 von Dr. Stüve; Bd. III. — Das Burgmannsreebl von
(luakenbrück von 1422, von Dr. Stüve; Bd. III. — Topogra-
phische Bemerkungen über die Stadt Osnabrück etc. von Dr.
Stüve; Bd. IV. — Kachrichten über den Sailclhof Lengerich
auf der Wallagc, von Past. Goldschniidl; Bd. IV. — Briefe
des Grafen Johann von Hoya wahrend seiner Gefangenschaft
im Bucksthurme zu Osnabrück, von Dr. Stüve; Bd. IV. —
Topographische Bemerkungen über die Feldmark der Sl. Osna-
briick und die Entwicklung der Laischaftsverfassung, von Dr.
Stüve; Bd. V. — Kachrichten über das Schlofs und Amt Vor-
den aus dem J. 1449 und den folgenden Jahren, niitgelh. von
Freih. v. Dincklage; Bd. V. — Aufserdem zerstreute einzelne
Urkunden und Aktenstücke. — Für die Geschichte einzelner
Geschlechter: Staniinlafeln einiger Dynasleiigeschlechter nebst
Urkunden von C. F. Mooyer. I. Dynasten von Holte, Bd. IV. —
II. Dynasten von Blankcna; Bd. V. — Bemerkungen zu den
Slainmiafeln der Dynasten von Holle, von C. W. Hippermann ;
Bd. V. — Zur Geschichte der Kirche und der Kloster: Die
Geschichte v. Essen und .Malgarten, von Dr. Sudendorf; Bd. I.
(loriges, in folg j — Gcgeurefurmation zu Hildesheini durch
den B. Franz Wilhelm von Osnabrück, 1632, 1633, aus dein
Lateinischen von Dr. Schvverdlmann; Bd. I. — Das Kollegial-
stift St. Silvcstri in Quakenbrück, von Kieberding; Bd. II. —
Kapellen und Vikarien an der Kirche zu Dissen, von J. Suden-
dorf; Bd. III. — Kachriclit über die Gründung des Klosters
Herssebrock und über eine Heise des Bisch. Egilmar von Osnabrück
nach Palastina, von Dr. Sudendorf; Bd. 111. — Calendarium
et Kekrologium vetustissiiiiuni ecclesiae Cathedralis Osnabru-
gensis; herausgeg. von Dr. Meyer; Bd. IV. — Ueber die Grün-
dung der Kirche zu VValenhorst bei Osnabrück, von D. Meyer;
Bd. V. — Für Literatur, Sagen- und Alterlhumskundc: Die
drei Legenden vom Kloster zu Ruile, von C. Kaven; Bd. I. —
OsnabrUek'sebe Sagen, gesammeil von J. Sudendorf; Bd. IL —
Sagen, von Kieberding: Bd. III. — Ein Lied, belreffend die
Greiizfehde zwischen Osnabrück und lihcda, 1549, von Adv.
Detmold; Bd. I. — Die llunenburg bei Emsbühren, von Freih.
Groto; Bd. I. — Sonderbare Zeichen an einer alldeulschca
Urne; Beschreibung alldeutscher Handmiihlen . von demselben;
Band I.
A r c li i \ des Vereines für s i e b e n b u r g i « c h e Lan-
deskunde. Keue Folge III. 1. I85H (Kronstadt): Eine Kir-
cheinisilalion. Zur Kulturgeschichte iler Sachsen des 17. Jahr-
hunderts von G. D. 1 eutsch. — Mitlheilungen über ein .Med-
wischer Stndtbuch aus dem 16. u. 17, Jahrhundert von Freih.
Bedeus von Scharberg. — Des merkwürdigen Hermannsladlor
Konigrichlers .Markus Pciiipfliiiger letzte Lebenstage uiiil Ende.
— Bericht über den Schafsburger Zweigverein. —
239
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
240
N a c li r i c h t 0 n.
Kjlteratiir.
Neu erschienene Werke.
47) Geschichte des Klettpnues im Unirifs bis zum Ab-
schlufs der Reformution. Nach den Quellen dargestellt
von Dr. Marl in Wanner. Hamburg, Verlag von Otto
Meifsncr. 1857. f. 126 Sin.
Nachdem der Verf. die allgemeine IVatur dieses Landstri-
ches , der die nördliche Hälfte des Kantuns SrhalTliausen bildet
und durch den Randen von der südlichen, dem Hegau, geschie-
den wird, im llmrifs geschildert hat, geht er über zu der Ge-
schichte dieses Gaues unter den Gelten und Römern. Den
Namen Klettgau leitet er ab vom celtischen Worte cladh d. i.
Ufer, also der Ufergau, und sucht dann im Gegensatz zu Momm-
sen nachzuweisen, dafs hiiT der Schauplatz einer bedeutenden
Romerkolonie.JuliomaguäfSchleithcini), gewesen ist; ein grofser
Reichthum von röm. Ueberresten in einer Ausdehnung von
V« Stunden unterstützt diese Ansicht. Der Verf. verfolgt dann
die Niederlassung der Alemanen und den Anbau dieser Gegen-
den durch dieselben zur Zeit des Frankenreiches, stellt in kur-
zen Zügen die Geschichte des L;indrhens zur Zeit der Schwei-
zer- und späteren U.nucrnkriegc dar und schliefst mit der Ein-
fuhrung der Reformation. Liehe zu seinem crwiihlten Gegen-
stände, genaue Kennlnifs der Oerlliihkeiten und fleifsiges Stu-
dium zi-ichnen diese im Ganzen nor kurzgefafste Spezialge-
schichte aus. —
48) Geschichte des Hochstiftes und derStadtEich-
städt. Ein Versuch von Julius Snx, kgl. Regierungs-
rath. Nürnberg, J. Ludw. Schmid's Verlag. 1858. 8.
536 Sin.
Mit gewissenhaftem Fleifse hat der Verfasser das Material
von den ältesten Zeiten bis in die neuesten gesammelt und
hier zusammengetragen. Er beginnt, nachdem er die älteste
Zeit und deren auf uns gekommenen dürftigen Nachrichten in
der Einleitung kurz dargestellt hat, mit dem Jahre 74,t, da
Eichstadt vom Conrilium zu Mainz als fester Wohnsitz eines
Bischofs erklärt und Wilihald (745—781) als erster Bischof ein-
gesetzt wurde. Gründlich und sorgfältig verfolgt das Werk
dann die Geschichte aller einzelnen Bischöfe durch da.i Mit-
telalter bis zur Reformation herab und verwebt hier und da
manche auch für die allgemeinere und insbesondere für die
deutsche Sittengeschichte, Cur die Entwicklung des Klerus etc.
brnuchhare Züge. Die Zeit der Reformation, die Leiden und
Kiimpfe des dreifsigjalirigen Krieges, die letzten franziisisch-
deut-chen Kriege finden auch in dieser Loknlgeschirhle, wie
in den meisten deutschen, eine breitere und ausführlichere Dar-
stellung; der letzte Abschnitt schildert uns Eichstädt unter
weltlicher Hoheit seil 1802. Die Beilagen enthalten Excurse
über einzelne Funkte, die als streitige eine geniigende Dar-
li^gung im Werke selbst nicht hallen finilcn können , und ver-
schiedenes neue Material von .\ktenstni kcn , Hechnungen n. H.
Des Brauclibarin und Zuverlas.iigeu finilet hier Jeder, dem die
Stadt und da» Erzstift Eichsladt und deren Geschichte von
Inicresac lat, genug.
49) Von F e hmgeri cht en mit besonderer Rücksicht auf
Schlesien. Eine rechtsgeschichlliche AbliandlLing von Dr.
Ernst Theodor Gaupp, k. geh. Justizrath etc. Bres-
lau, bei Josef Max und romp. 1857. 8. 104 Stn.
Dieses Schriftchen bildet zu der zahlreichen Literatur, die
über diesen immer noch nicht ganz in"s Klare gestellten Ge-
genstand erschienen ist, einen höchst brauchbaren Beitrag, in-
dem es manche Resultate voraufgegangener Untersuchun"en
zusammenfafsl und zur Beantwortung anderer, noch streitiger
Punkte durch eigene klare Untersuchung und Darstellung we-
sentlich beiträgt. Der erste .\bschnitt weist die bisher bekannt
gewordenen F'ehmgerichle und deren .Merkmale nach und sucht
den ursprünglichen Begriff des Wortes „Fehme, venie", als
Strafe, Bufse festzustellen. Als Curiosuni crfaliren wir dabei
die Ableitung dieses Wortes von wemi, d. h. wehe mir! Der
zweite Abschnitt handelt von dem Wesen und der Entwick-
lung der westfälischen Fehmgerichte, von der Bedeutung der
rotlicu Erde als dem Orte des Blulbannes, von der Reichsnn-
mittelbarkeit dieser Gerichte, ihren Besonderheiten, ihrem ersten
Keim in den allen Gerichten der ScholTenbarfreien, von der
Stuhlherrschaft und ihren Abweichungen von den Grundsätzen
des Sachsenspiegels und schliefslicli von der sächsischen Go-
grafschaft. Ein dritter Abschnitt stellt den Einllul's der west-
fälischen Gerichte auf Schlesien dar und ihre wirkliche Ein-
liihrung in diesem Lande. —
50j Kardi na llegat Kuno, Bischof von Prancsle.
Ein Beitrag zur (;esclii<-hte Kaiser Heinricli's V. von
Dr. Gustav Schone. Weimar, Hermann Buhlau. 1857.
8. 92 Stn.
So trocken das Buch in der Darstellung ist, so hat es
doch durch die Sorgfalt und Midie, die der Verfasser sich nicht
hal verdriefsen lassen, sein Verdienst, und gewil's verdient ein
Gelehrter Dank, der solcher .\rbeit, die weder dem Verleger
noch dem Schrillsleller Vortlieile verspricht und dennoch ge-
macht sein will, sich unterzieht. Nachdem der Verfasser des
Kardinals Heimat und Ahstamnuing als eines Deutschen, so
weil dieses möglich ist, l'estgestellt und dessen erstes Auf-
treten als Propst der Arroasianer von Aridagainanlia 1098
nachgewiesen hat, erzahlt er dessen Enienniiiig zum Kardinal,
Legation in den Orient, seine Wirksamkeit in den Jahren 1112
und 1113, seine verschiedenen darauf rolgendeii Legiitionen
nach Frankreich und andern Landern, seine Wirksamkeit beim
Concil im Lateran 11)6, seine Antheilnahmc an dem berühm-
ten Prozesse des Abälard u. a. w. Der Schauplatz der Thä-
tigkeit des Kardinallegaten erstreckte sich von der Themse bis
zum Jordan, vom Teuliihurger Walde bis zum Vesuv, von den
Pyrenäen bis zum Balkan und seine spatere Stellung als eines
unlieschraiikleii Be\olliiiachtigten des Papstes in Dciilschland
und Frankreich macht ihn zu einem durchaus würdigen (iigeii-
stand einer Monograpiiie. Der Anhang enthält den Abdruck
einiger UrKiiiiili'ii und Briefe. —
51) Die Einwohnerzahl dir ebeiiiRligen Reichs-
»ladl Nürnberg. Von G. W. H. Lochner. Nürn-
berg, J. Ludw. Schmid's Verlag. 1857. 8. 52 Sin.
^4^
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
242
Die l'rkundcri der Monumenla Zolle rann frän-
kischer Linie nach den wichtigsten Beziehungen zusiini-
menBestelll von (i. W. K. Lochner. Nürnberg, J. Ludw.
Schmid's Verlag. 1857. 8. 57 Stn.
Diese beiden Schnftehen sind fiir die (ieschicbte Nürnbergs
und Frankens äufserst brauchbare Beitrage, Das erste gibt
uns eine kritische l'rbersicht über die bis dahin herrschend
gewesenen falschen Vorstellungen von IVürnbergs übergrofscr
Einwohneriahl vor dem drcifsigjahrigen Kriege, welche .An-
sicht zu verbreiten besonders Kr. .Schiller in seiner Geschichte
des dreifsigjahrigen Krieges beigetragen hat. Nach Wieder-
legung der falschen Meinungen, die die Zahl der Einwohner
Nürnbergs bis auf lOÜOOO gesteigert haben, erforscht dann der
Verfasser aus den Sterbe- und (jeburtslisten und anderen zu-
verlässigen Quellen die wahre Zahl und stellt sie zur Zeit der
Blulhc der Stadt auf -KKMM) fest, nennt aber auch diese Zahl
schon eine bochgegriffene. Desgleichen erforscht er der Hcichs-
stailt wirkliche .MililHrmacbl, die zur Zeit einer hiiclisten Kraft-
anslrengung, 1632, die Anzahl von 3000 .M. nicht überstieg,
wahrend andere von einem Nürnberger Heere von 30000 M.
gefabelt haben. Das Schriftchen beweist, dafs der gegenwär-
tige Stand der Nürnberger Bevölkerung um ein li(rdeutcndcä
höher ist als jemals in früheren Zeiten. —
Die zweite Schrift wird .Manchein ein sehr willkommener
Beilrag zu der .Ausgabe der .Monununta Zollirana sein, indem
der Verfasser, schon wahrend mehrerer Jahrzehnte mit der
Erforschung und Feststellung der yuellen zur frankischen und
Nürnberger Geschichte aufs Gründlichste beschäftigt, hier die
Urkunden jenes Werkes nach ihren Beziehungen für Nürnberg
und Kranken chronologisch zusanimenordnet und so den (ie-
brauch der dort ge;;ebcnen Abdrücke, denen ein Register noch
fehlt, wesentlich erleichtert. Die altere (Jeschichic der Burg-
grafen fallt mit der Krankens und der Keichsstadt Nürnberg
gar oft zusammen, und diese kann ohne gründliche Feststellung
jener nicht geschrieben werden; es verdient deshalb eine
Arbeit, die in raschem Ueberblick, jener Urkundenausgabe fol-
gend, das Zusammen- und Auseinandergehen dieser verschie-
denen Kaktoren von 119'^, dem ersten Vorkommen eines Frie-
drich von Zolre als Burggrafen von Nürnberg, bis 1363 dar-
stellt, allen Dank von den Freunden der fränkischen Geschichte.
53) Barbara Pachlerin, die Sarnlhaler Hexe, und Mathias
Pergcr, der l.auterfresser. Zwei lle.\en|irocesse heraus-
gegeben von Dr. Jgn. Zingerle. Innsbruck, Verlag
der VVagncr'schen Buchhandlung. 18.58. 8. XII u. 84 Stn.
Obwohl mit Soldan's anerkanntem Werke diese Nachtseite
der frühem Kultur erschöpfend genug dargestellt sein durfte,
haftet die .\ufmerk.sainkeit der neuern Forscher dennoch mit
ungeininderter Aufmerksamkeit daran. Wesentlich Neues wird
nicht mehr zu Tage gefordert; es sind gemeiniglich nur Neben-
züge, die dem Ganzen eine grüfserc Vollstandi);keit geben.
Zingerle hat dem Gegenstande ober noch eine andere Seite
abzugewinnen gesuiht, indem er in seinen Anmerkungen be-
sonders auf das Mythische hindeutet. In einem Anbange: ein
altes I, oosb n ch, gibt er ferner Mittheilungen aus einem prachl-
vollcn l'odex dieser Art, der sich lu Trienl im Besitze der
Gräfin Ki'otz befindet. „Da das Buch, das werihvoller durch
seine Ausstattung als durch teinrn Inhalt ist, wohl nie ganz
veröffentlicht werden dürfte, ihcile ich einen Auszug daraus
mit." Dieser Auszug jedoch stimmt mit einem vor uns liegen-
den Drucke unserer Bibliothek der Art ubcrein, dafs wir eine
vollständige Identität des Inhalts jenes erwähnten Codex und
unsers Druckes anzunehmen die ausreichendsten Gründe haben.
Die Schreibweise ist freilich oft eine andere, aber im Uebri-
gen stimmt der Inhalt wörtlich zusammen, wie auf der andern
Seite auch die aufsere Anlage durchweg dieselbe zu sein scheint.
Der Titel unsers Druckes ist: „I.oofsbuch zu ehren der Romi-
schen, Vngerisclien viind Bohemischen Kunigin." Darauf folgt
Krone und Wappenschild, der den einfachen Adler mit Heili-
genschein sowie auf der Brust mit quadriertem Wappen- und
Herzschild enthalt ; soll der Adler in letzterem der tirolische
sein, so fehlt ihm die Krone. — Darauf folgt: Mit Rom. Kü-
nigklicher .Maiestat freihejt. .MDXLVI. Ohne das Titelblatt um-
fafsl der Druck 144 Kolioseiten und es gibt am Schlufs: I'aul.
Pamb.'it l'remonslralens. proless. K., ferner: (ielruckt zu Strafs-
burg , bey Ballhassar Beck — Verfasser und Druckorl zu er-
kennen. Uns scheint, ohne dies geradezu behaupten zu wol-
len, dafs der im Besitze der Grafin Klotz befindliche pracht-
volle Codex bestimmt war, der hohen Person , Königin Anna,
als Dedikalionsexemplar überreicht zu werden.
54j Die Münzen der deutschen Kaiser und Könige
des Mittelalters von H. Ph. Cappe. Dritte Ab-
theilung, Nachtrag zur ersten und zweiten Abtheilung
eiitbaiteni), .Mit 6 huplertafeln. Dresden, 1857. Auf
Kosten des \ crfassers. In Coniuiission bei Mittler d: Sohn
in Berlin. VIII und 203 Seiten. 8.
Die Art und Weise der .Münzforschung des bewahrten
Verfassers, sowie seine Verdienste um die mittelalterliche Nu-
mismatik sind hinlänglich bekannt. Der vorliegende dritte
Band seiner Kaisermünzen braucht darum nicht naher aus-
einandergelegt zu werden. Es ist ein reicher Nachtrag zu den
beiden ersten Theilen, zahlt 918 Nunwiiern, worunter auch be-
sonders der Saulburger Kund gegenwartig in vielen Stucken
seine Bestimmung erhalt. Was uns besonders angesprochen
hat, ist die neue praktische Einrichtung, dafs die zweiseitigen
und die Iloblmünzen nicht von einander geschieden sind; hier-
durch erhält man eine ohne Zweifel zweckmäfsigerc l'eber-
sieht über die demselben .Muiizherren zugchorenden .Münzen,
als wenn die beiden .Münzarten gesondert behandelt «aren.
Papier, Druck und Kupfertafeln sind sehr gut.
Aufsätze in Zeitschriften.
llislor. pol lt. Ülattcr, X.X.XXI, 12. Die « alirahrt Tryberg,
Riickblicke auf die badische Kircbengeschichte.
Schweizer Bund: Nr. 171 (T. Schweizer Stadtebilder. Sulo-
thurn. Nr, 179. Eine Schutzenfuhrt der alten Berner nach
Strafsburg. I5G5. (Ilidber. )
Deut.i ch la II d: Nr. 125. Einige NNdrli' iilur \ oll>.-iicder,
Volkssagen und .Mythen, — Das Korbgcben.
Jahrbuch des gem. deutschen Rechts: II. 1. Icbcr
den Burgundischen Papiuiins. (lilubmc.) — Kleine Bei-
trage zur Keiinluifs der Glossatin-enzeil. A. Codex Ihcod,
und Lex Rum. Visigolhorum. (.Munssen.)
243
Anzeiger für Kuiuie der deutsclien Vorzeit.
244
l'rciifj. Jahrbilchcr: Kr. 5. I'ri'ufärn und diis .Meer. —
Ulrich von Ilullfn.
AlIgKm. K irchcn zeit nnfj : i\r. 17. Ahliifslirief l.iOil vun
l'iipsl l'rban im .Marlin Kichlur ^on Olu'rlichlcnau irltit-ilt.
Ans dem Original mitgetheill. (Hergang |
ProtKsl. Kirchenzeitung: 24. LIas an^eliliche Liitht-rliaus
in Wittenberg.
Korreä|iondent v. u. f. Deutschland: Ar. 325. Herzog
Ludivig von Bajern-Landsliut, der Belebe zubtnnnnl.
P roteslanl ische M on ii t s blalter: II. Bil 3. II. Meisler
Ekkbarl und die .>lyslik. (.^^IcITensen.)
\\ esterni. .Monatshefte: iVr.2l. Eine vveslpbaliscbe Baurrn-
hochzeit. (Teninie.) — Der Frauensiottesdienst im Mittel-
alter. >r. 22. Kopcrnirus. I Mailler.)
Deutsches Museum: IVr. 25 ir .Mythologische Parallelen,
(v. Hahn.) Proben altcnglischcr Volkslieder. (K. v. Bis-
mark J Nr. 2t). Der Todsonnlag in Mahren. (J. Feifalik.)
Frank f. .Museum: IVr. 23. Kudolph von liellinkhaiis genannt
der Osnabr. Hans Sachs. — Die allem Spuren Shakspeare's
in Deutschland. — IVr. 25. Der Johannistag als Fest der
Sommersonnenwende. — Nr. 26. Das Rönigthuni und die
Herzoge und Prälaten in Deutschland zu Anfang des Xten
Jahrhunderts. (Loher. J
Berliner Nachrichten: Nr. 129 tt. Von der Ostsre zur
Rus.*isch-Polnischen Grenze. Nr. 137. Zur Enthüllung der
Statue der Kurrurstin Henrielle Louise, Genialin Friedrich
Wilhelm d. Gr. Nr. I4fi. Der Altar von Triebsees. Nr. 149.
Burg Sartowilz in Pomerellen. Die bayrische Dynastie
in Brandenburg.
Regensburger Sonntagsbia tt: Nr. 26 ff. Geschichtliche
Nachrichten über die Burgruinen Scbvvärzenberg und Slo-
ckenfels nebst .\nliang über Volkssagen. (Schuegraf.)
Bayer. Volksblalt: Nr. 139. Ueber die in der Sjiilnlkirche
zu Stadt am Hof aulgelundene Todtengebeine. (Schuegraf)
Zeitschrift für ostcrr. Gymnasien: Nr. 5. Die sprarh-
geschichtliche Umwandlung und die naturgeschicblllihe Be-
stimmung der Laute, (v. Itaiiuier.) Bilbis und Bes. (J.
Feifalik.)
Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung: 4.
Hufe. iL. .Meyer.)
Zeitschrift f ür S te nog ra p li ie : Nr.:i. (ierinanische liiinen.
(Hermes.)
Zeitschrift für die g es am inte lutlur. Theologie,
3. Quartalheft: die byzanl. Baukunst. II. (K. II. Kn-, I-
hardt.) Der Kampf der Reformation.
Allgem. Zeitung: Beil. zu Nr. 175. (iolllried von Slrafs-
burg. Nr. IT--. Deulsrhe Handwerker Im .Mitlelaller in
Italien.
Illusir. Zeitung: Nr. 772. Stadlewalirieichen. VII. Breslau:
5. Der Hahnenstein oder die Hahnkrahe vor dem Nikolaus-
thore. Nr. 773. 6. Die von Engeln hcrabgetragene Thiirm-
■pitze der Elisabethkirche. Nr. 774. 7. Die drei Eicheln an
dem Giebel des Vhürnichens am Hatlihause über dem
Eingange de« Schweidnitzer Kellers. Die grofse Elche
zu Pleischwitz. Nr. 775. 8. Die drei Kreuze vor dem
Nikolaithore. Nr. 776. Die Burg Hohenzollern. Nr. 777.
Stadtewahrzcichcn. VIII. Berlin: I. Das steinerne Kreuz
an der St. Marienkirche. Nr. 7Tm. 2. Der Thiirlrager in
dir Wallslrafse. Nr. 779. 3. Das sogen, „riufs am Neuen
.Markte, der eiserne Fisch am alten kidnischen Ratbhause,
die Sanduhr auf dem llelligengelsllhurme , der Bar am
allen Berliner Hathliause, der Ituland am .Molkenmarkte
und die drei Linden auf dem Helligengeistkircbhofe. Nr.
783. 4. Der Neidkopf in der Helllgengeiststrafse.
Kölnische Zeitung: Nr. 188 ff. Sturz der Geschlechter in
Köln. (L. Ennen.)
Neue Münch. Zeitung, Abendblatt zu Nr. 138. Skizzen
aus dem früheren .Münchener Leben. II. Spiele. Nr. 143
und 145. Dass. III. Theater. Nr. 152. Em AusIlug nach
Kusenheim. Nr. 153. Das pfälzische Volkslied.
Augsb. Post - Zeitung: Nr. 130. Einige Kandglossen zum:
„Ein Wort über die histor. Sluilien in München." Nr. 131.
.München und seine Umgebung in alter Zeit. Nr. 137. Die
Sl. Kupertsfrage. Nr. 143 u. 146. Der Augsburger Dom.
Abensbergcnsla. Suininar. Bericht über den von H. Schue-
graf angesammelten Codex coinll. et oppidl .\bcnspergensis
(R. V. Koch-Slernfcld )
Wiener Zeitung: Nr. 12^^. Ueber die Grenzbegeliung in
Mahren. Nr. 139. Zur Literatur über Kunst- und Kunst-
geschichlc. Nr. 141. Die Urkundensammlung vom Stift
(iofs und Kloster Leobeii.
Verniisriite IVaclirIcIiten.
61) Bei Gelegenheit der Einsetzung zweier neuer Glasge-
nialde in der Kirche zu Trembach, Pfarrei Gangkofen in
Niederbayern, dürfte es von Interesse sein auf dieses noch im
reinsten altdeutschen Style gehaltene Baudenkmal hinzuweisen.
Das Sclilir dieser F'ilialkirche Ist mit einem herrlichen Nelzge-
wolbe geziert und die Fensler tragen noch alle ihr unversehrt
reines und schönes .Mafswerk; — nur die 3 Allare sind durch
neueren Geschmack verunstaltet.
62) Die nölhigen Untersuchungen und Viirarliellen von
Seiten des Do mbau meisters Laske in Mainz sind bereits
vollendet und haben als Resultat ergeben, dafs die Unregel-
mafsigkeit imd Constructionsweise der bestehenden zwei obern
Aufsalze der Thürme deren Beseitigung und Erneuerung nolb-
wenilig maihen. Die neuern Thiiriiiaufsalze werden, der iinlern,
aus aller Zeil datierenden Einllieilung enlsprechind, in sieben-
eckiger Form ausgefuhrl werden. Der Um- und Ausbau des
nordöstlichen Seitenlhunnes erfordert nach dem Voranschlage
eine Summe von ungefähr 2t),0lXI fl. und soll in diesem Jahre
noch bis zu den Giebcispitzcn vollendet werden.
63) Die Mittel zu einer umfassenden Restauration des
St. Steph ans-Do nie s haben einen sehr ansehnlichen Zu-
wachs erhalten. Der Gemeindcrath der Stadt Wien hat nöni-
lich den Beschlnfs gefafsl. vom Jahre lf'69 angefangen jahrlich
die Summe von fiinfzehntausend (iiildi-n unil zwar vorlaullg
auf <lle Dauer der naclislen fünf Jahre zur Restauration des
Domes aus den städtischen Renten beizulragen.
61| Der Architekleiivereln von Bern hat an den Ge-
ineinderalh ein mit Planen und Zeichnungen begleitetes Ge-
245
Anzeiger ftir Kunde der deutsehen Vorzeit.
246
such geslelll, dafs der Cli rislo f felthurm reslauritrl werd.n
incichtc, was etwa 20,(X)() Fr. kosten soll.
6.5) Seit im-hrercn Wochen wird an der iheilweisin Wie-
derherstellung des herrlichen KreuiRangcs in der Brixner
Doinkirche gearbeitet. Allgeniach ofTiien sich nun wieder
die ehrwiirdigen Hallen in ihrer allen fiestalt ; an den Wan-
den treten wieder die Gemidde an das Tageslirlil, das sie seit
mehr als 50 Jahren durch die vorgelegten .Mauern und Grab-
steine nicht mehr schauen konnten. Unter diesen sind einige
sehr schone Compositionen , manche iuich noch ziemlich gut
erhalten. Unter einigen der bereits abgedeckten Gemälde aus
dem Ende des 15. Jahrhunderts von schöner und zarter Aus-
fuhrung linden sich aber auch noch iillere, welche dortige Be-
richterstatter aus nicht unerheblichen Gründen dem 13. oder
1-1. JhdI. zuschreiben.
66) Bei Renovierung der Klosterkirche der Franziskaner
bei Kaaden entdeckte man unter der alten Kalküliertunchung
ein grofses Gemälde von hohem Alterthum und Kunstwerth,
Es enthält auf grofsem Räume viele menschliche Figuren, Wap-
pen, insbesondere mehrere l>(>hmische Adler, eine Fahne mit
mehreren Farben und viele andere Verzierungen und Aus-
schmückungen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde es kurze
Zeit nach dem Tode des Gründers des Klosters, Johann Popel
von Lnbkowitz und Hassensteio, (im J. 1511) durch dessen
Familie hergestellt.
67) In einer unweit von Deczs in Siclicnbiirgen gelegenen
Waldung fand dieser Tagi; ein Landrnann ein Uuslliares Aller-
thum, nämlich ein Halsband von (iolil, welches 85 Stück
Ducaten schwer ist, und von einem Grundbesitzer der dortigen
(ugi'nd dem glücklichen Finder um ein Paar Ochsen abgekauft
wurde.
68) Unfern Wjszogrod im Bezirk Plock des Königr.
Polen wurden unter anderen ausgegrabenen Schätzen auch
98 Stück Münzen mit dem Typus der Ottone, dann Hein-
richs H. , III. und IV. gefunden; ferner 9 St. der siichsischen
und lia>erischen Herzoge, 7 St. der Prälaten Piligrini und
Hermann, 2X St. der Städte Magdeburg, Köln und Andernach.
69) Beim Abbruche des Chores der KatharincnUirche in
Stadtamhof, welcher bekanntlich vergrcifsert und mit dem
Bau der Kirche in Harmonie gebracht werden soll, hat man
in einem Schreine in der .Mauer I o d t e n geh e i ne aul'liewalirt
gefunden, welche, obgleich kein »chrifliiche.s Dokument bei
denselben sich vorfand, doch wahrscheinlich einer licdeutcn-
den Persönlichkeit, welche sich an der Gründung der Kinlie
etwa beiheiligt haben mag, nngehürcn dürften.
70) Bei dem Bau der Eisenbahn zwischen Andernach und
Koblenz hat man kürzlich in«hrere hundert Schritt unterhalb
Schlofs Engers, auf dem diesseitigen Itheiuufer, die Funda-
mente rcj mischen .Mauerwerks, sowie Urnen und viele
Thonschcrben gefunden. Anscheinend sind diese .Mauerreste
Ueberbleibscl des römischen Castells Rigudunum, dessen Am-
minnus üb. XVI cap. 3 erwähnt.
TD In der IS'ahe des Dorfes Fornich , etwa eine Stunde
unterhalb .\nilernach, hat man in einer Tiefe von etwa 6V,Furs
ein .'1 Zoll hohes und 3 Zoll im üurehniesser breites romi-
sches Glas ohne Fufsgeslell ausgegraben; ferner eine etwa
2' 1 (juart haltende etrur. Vase von Thon mit einem Henkel,
ein 5 Zoll hohes thunernes Krügelchen und endlich einea 6 Zoll
hohen runden Topf von Thon, welcher aufserhalb mit Lava-
sand und Glimmer bestreut ist. Alle diese Gegenstände sind
sehr wohl erhalten.
72) Die antike Bron ce- Sta tu e, welche vor einiger
Zeit im Rhein in der (iegeud von Wi-sel aufgefunden wurde,
wird von dem Archäologen Braun in Bonn für einen Achil-
les auf Skyros erklärt und h:il nach dessen Ansicht bedeu-
tenden Kunstwerth.
73) In Wasserburg wurden neulich zwei alte Glocken,
die ehemals auf dem Thurnie der St. Aegidienkirchc hiengen
und bisher im k. Rentamte aufbewahrt wurden, wieder an
ihre alte Stelle gebracht und zum erslenmale wieder gelautet.
Leider fehlt dazu die mittlere Glocke, welche einmal ausge-
liehen worden und nicht wieder zurückgekommen sein £oll.
74) Der Verein für Geschichte und Alterthumskundc in
Frankfurt a. M. bekam vom Senkenbergischen Institut dreifsig
Porträts allerer Frankfurter Aerzte und sah sich dadurch zu
dem Wunsche veranlafsl, eine vollständige Sammlung Frank-
furter Porträts aus dem 16., 17. u. 18. Jhdt. zur Anschauung
zu bringen und jedem derselben biographische IValizen beizu-
fügen.
75) In Stuttgart hat Professor Heidclofr das Original-
portrat des Herzogs von Württemberg, Eberhard
im Bart, entdeckt, welcher F'und wichtig ist, da bisher keines
bekannt war. Der Herzog ist barhäuptig, nn't der fürstlichen
Schärpe angethan, umhängt mit dem Grofscordon des goldenen
Vliefses. Das 1' und 3" hohe und 1' breite (iemalde ist auf
mit Leinwand überzogenes Hulz gemalt im Geschmacke des
altern llolbein.
76) Zuverlässigen Nachrichten des Kiilner Stadtarchivs ge-
mäfs ist es Jetzt erwiesen, dafs der .Meister des Kölner
Dombildcs Stephan Lochner hiefs, in Köln ansässig war
und 1448 nnil 1451 von der Malerzunit in den Ralh gewählt
wurde. Es wird angegeben, dafs er in Conslanz geboren sei.
Kach einem Briefe von 1151 sind seine Eltern in diesem Jahre
in .Merseburg gestorben.
77) Kindlich wird Haml angelegt, den reichen Urkunden-
schatz des stadikölnischen Archivcs der historischen Wissen-
schaft zugänglich zn machen. Die Stadtverordnetenversamm-
lung hat die Geldmittel bewilligt, Welche zur Herausgabe eines
l'odex diplomaticus (dlonicnsis erforderlich sind. Das
ganze Werk ist auf fUnf Bande berechnet. Der ersti- Band
besonders wird für die allgemeine deutsche Stadlegeschichle
die überraschendsten Aufschlüfse bieten.
78) In Augsburg wird der stadtische Archivar, Herr Her-
bergcr, ein um die Geschichte der Stadl Augsburg hochver-
247
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
248
dienler Mann, eine Reihe ^on Vorlesungen in iler (Jewerbe- Blehun;; und Furlbildung naher lu beleuchten, nnd auf dessen
halle hallen, um die in frühern Jahrhunderlen blühende pe- nurh vorhandene Eneugniese und Spuren aufmerksam zu
werbliche Industrie, ihre Erzeugnisse und deren Slyl in Eni- machen.
Inserate und BeKannlmaclinnsen.
9) Für eine Ergänzung und Fortsetzung der von Prof.
Fuchs 1843 herausgegebenen .illesten geschii lillichen Zeugnifse
über die grofsc .S yp hi 1 isepi d e m ic im lelzlen Jahrzehnte
des fünfzehnten Jahrhiinderls und die Herstellung eines urkimd-
lich beglaubigten Ilinerariunis dieser Seuche hat das germani-
gche Museum einen betrachtlichen Vorrath neuer .Materialien
gesammelt. Das erstmalige (nach J. Langii epistol. in Bayern
bereits 1490 zu .München beobachtete ?j Vorkommen der I.iist-
seuche in den verschiedenen Gegenden Deulsihlamls wiirile
besonders durch etwaige Aufzeichnungen medicinalpolizeilichcn
Inhalts in den Kalhsbuchern der einzelnen Sladle (deren ein
Beispiel der Anzeig. d. gerni. Mus. iHj", .März, Sp. 8| bietet)
sicher constatiert werden können. .Millheilungcn der Art zur
Vervollständigung des gesammelten Apparates wird das germ.
Museum mit gröfsteni Danke anerkennen.
lOj Zum Behufe einer Untersuchung über unsere iiltcre
Sprichworlerlileralur würde mir eine sichere Auskunft über
folgende I'unkle erwünscht sein.
1. Ist die niederdeutsche Ausgabe von .\grirola's Sprich-
wörtern schon vor Ilert (vor ITOÖj und von wem er-
wiihnt worden?
2. Existiert noch ein zweites vollständiges Ezemplar dieser
Sprichwiirter nufser dem der kunigl. Bibliothek zu Han-
nover ?
rnvollslandige Exemplare besitzen die l'niversitälsbibliothe-
ken zu Greifswald und Giefscn. Beschrieben ist bisher einzig
das letztere, und zwar von Weigand in der allgem. Kirchen-
zeitung 1841 Nr. 167 und von Adrian Serapcum 1841 S. 382,
aus welchen beiden Beschreibungen (ira^sse Iresor des livres
rares et precieux S. 44 nicht auf 2 Exemplare halte schliefsen
sollen.
Beide Männer, Weigand und Adrian, theilen übrigens den
seit Hert, einem ehemaligen Giefscner Collegen, lradili<jnellen
Irrthuni, die Ausgabe Agricola selber beizulegen und ihre Ent-
stehung vor 1529 anzusetzen. Das Letztere wie das Erstcro
entbehrt jedes stichhaltigen Grundes und die Vcrgleichung des
hochdeutschen Textes mit dem niederdeutschen — ich habe
alle 3 Exemplare in Händen gehabt — weist in dem letzteren
80 viele sachliche und .sprachliche Abweichungen, Mifsverstand-
nisse und Lücken nach, dafs man nur an eine grade nicht ge-
lungene Uebcrselzung des hochdeutschen Originals in das IVic-
derdeulsche denken kann. Näheres in spezieller Erörterung.
Neustrelilz. Frie dr. La ten dorf.
Jahresconferenz des germanischen Museums.
Die Jahiescoiifereiiz der beiden grof.seren Au.sschiis.se des gernianischen Museums
wird für 1858 (in dessen Sitz, in der Kartliause zu Nürnberg,
vom Abend des 19. bis zum Morgen des 23. August
abgehalten, wozu hicniit die verchrlichen Herren Mitglieder des Verwaltungs- und des Gelehrten-
ausscliusses, wie auch die Herren Agenten freundlichst eingeladen werden. Die ^ Orlage der He-
rathiingsgpgenstiinde wird rechtzeitig erfolgen. Da es nach §. 45 des Organismus jedem einzelnen
Ausschiirsmilgiicdc zusteht, einschliigii,'e Fragen zur Herathiing zu bringen, so wird gebeten, der-
gleichen, wo iiiiigiicli, schon zuvor und zwar bis Kiide Juli d J. gefälligst mitzutheilen.
Niiriiberg, im Juni 1858.
Die Vorst.Hnde des gernianischen Museums:
Dr. Frhr. v. u. z. Aiifsefs. Dr. Bceg.
Verantwortlich« Redaction: Dr. Kreih. v. u. z. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. h. Fronimano.
Druck von Kr. Campe A Sohn in NUmborg.
I4ÜKNBE&0. Das Abonnement des Blattes,
welches alle Monate erscheint, wird brhz-
jäbrig aDKC^nommen und betragt nach der
neuesten Postconvention bei allen PostÜni-
tem und Buchhandlungen i3ri(f«fA?*mdj incl.
Oestreichs 2 fl. 42 kr. im 24 Ü. ■ Knfä oder
1 Thir. 16 BgT.
Für Frankreich abonnlrt man in Strafs-
burg bei Qt. A. Alexandre, in Paris bei dem-
selben. Nro. 23. nie Notre Dame de Naxareth,
□od bei der dentschen Buchhandlung von
ANZEIGER
Fl'ii um m
Nene Folge.
F. Klincksieck , Nr. 11. rue de Lille, oder
bfi dem Postamt tn Karlsruhe; fUr Any
land bei Williams & Norgate, 14 Henriette-
Street Covent-Oarden in London; für Sord-
amerika bei den Postürotem Uremeu und
Hamburg. —
Inserate, welche mit den Zwecken de»»
Anzeigers und dessen wissenschaftlichem
Gebiete In Verbindung stehen, werden auf-
genommen und der Raum einer Columnen-
seile mit 7 kr. oder 2 8gr. berechnet.
FüiiCter .lahr^aiif»-.
OKGAN DES GEI^>IAMS(1I^:^ MUSELMS.
185.S.
JSi 8.
August.
VVissensdiarilicIie Mitllieiliiniiien.
Albert, FrzblMrliof «uii KIkr, iiiiiI Heine f!tl|i|iHCliat't In aiilVtelicender lilnie.
(Kortsetznnj;. |
Von E. K. Mooyer in Minden.
Wir kommen jetzt zu der Toihler Elvcrichs und deren Descendenz (Gruber, 22'1).
Adelheid.
Gem. I., N. N. (de Lyd).
2., N. N.
1.
Hartwis II
Erzbischof von
Bremen.
1.
Sigebodo.
Aht von
Ro.senfeld
(Harsefeld).
1.
Sophie.
Gem. Edcler.
Edelcr v. () I ten b iillel.
M^ilbiMe.
Gem. >■. N.
Ir niirn r d.
Gem. iN. N.
A (i V Ih t' i <l.
Gem. >. >.
Aus der er.-tcn Ehe der .4dcl!iii(i i'iil>|)rosiien drei
Kinder; doch ist Her Name ihre.t Mnnnes nicht beknnnt. der,
nach Obigem, einer von der l-ielb ( de l.yd, I.ieth) gewe-
sen Ware, welches zu adoptieren um so bedenklicher er-
scheint, als der Sohn Hartwig sich v. Utiede (de Utiedi',
l'tledensis) schrieb (und zwnr nach dem gleicbnumiurn Kirch-
Diclricli, Prii|isl A liiert, Bischof von Liefland,
von Zevtn. und dessen Brüder.
Ansfrurii und S. S. Williluidr und Sle|iliniii, S.2) angeführt
>leli(. Dies Gesrlilt'( lit tlii'ille sich spiiti-i in «iilcbe. welche
die Namen Purrit oder l'urrick (auch Ptirrit v. Niickel)
und zu den llollingen filhrtcn. Im dreizehnten Jahrhnn-
di-rt sitid mir verschiedene Personen urkundlich aus diesem
Geschlechte aufgestofsen, von denen ich nur einen llein-
spiele in der Oslerstader Klarsch Amts (lagen, .^udwestlich rirh nennen will, der um 1105 (Lappeiiherg, Urk.-Burh I.
vom Bramstedt in der hannoverischen l.anddroslei Stade), 271), 1202 (das. 2!»3. Pratje, IV, Ifi), 120J (das. .109)
der als Utiide bereits 110.5 (Lappenberg, llamb. Irk - und als II. 1206 (Slaphorst, I, 605) vorkommt; «her von
Buch I, 121) und 1111 iKoblmanu, urkundliche .Millhci- dem elrichnamigen Hiller zn unterscheiden .«ein winl, der
hingen über die ehemaligen bremischen Collegiatstifler S. 124b (Muslianl, 285. Lindenbruch, 1751, 1257 (Vogt, II,
251
Anzeiger für Kunde der deulschen Vorzeil.
252
70; vgl. 63) und 1260 (das. 220) genannt worden i^l,
viellciclil aucli von dem brenienschen Domherrn, der 1262
gelebt haben soll (Rulurniund, üeschiihte der Pelrikirche in
Bremen, 195.).
Ankliinge zum Orlsnumen linden sich in L'lbremen, das
1072 als Ulbremum (Lappenbcrg, LTk.-Huih, 1, 99), 1139
als llthhreme (das. 149) und 1158 als ülbrema (das. 198)
angeführt steht. Was NUckel anlangt, ein Amisliaus im
Kirchspiel Be.vhovvede Amts Alt- l.uneberg, so konnte dies
diis 1072 als Nuclesa genannte sein (das. 98), heifst aber
1139 Nucia (das. I, 15U). Nach dem Vorstehenden muTs
der erste Mann der Adelheid einer v. Utiede gewesen sein,
und nicht \on der Lielh, welches Geschlecht sich nach
dem ausgegangenen Orte dieses Namens nannte, welcher
dort lag, wo sich jetzt Asriitliinbiirg im Klosteramte Stade
findet, aus welchem mir ein iliMurich urkundlich am 8. Juni
1199 unil 1203 uufgeslofsen ist (das. I, 280, 302), ein
Segehoilo aber 1219 (das. 379).
Hartwig II. ist vermuthlich der am 22. April 115^5
genannte Notar (das. 195, 196. Staphorst, I, 564, 566)
und derselbe, welcher in eben jenem Jahre als Magister
Hartwig, Hofnotar (curiae notarius des Herzogs Heinrich
von Sachsen), bezeichnet wird (das. 200, 238. Origg.
Guelf. III, praef. 46), ebenso 1164 am 12. Juli (Orig.
Guelf. III, 495) und 2. Novbr. (das. 425), 1167 (v. Spil-
cker, Beilrüge, I, 173. Erhard, Cod. dipl. Westfaliae, II,
105), 1168 (Würdlwein, Suhsid. di|)l. VI, 346) vorkommt,
auch als brcmenschcr Domherr 1169 am 12. April (vgl.
Lappenberg, Urk.-Buch, I, 238), 20. April (Origg. Guelf.
III, praef. 38. Ilavenberg, Hist. dipl. Gandersh. 718) und
7. Novbr. (das. 513 mit 1170), ferner am 8. Aug. und
7. Novbr. 1170 (Lappenberg, L'rk.-Buchl, 217, 238.
Vogt I, 11 mit 1171), 1171 3. Aug. (das. Erhard, Cod. II,
112), 1180 am 26. Novbr. (das. 226. SlaphorsI, 1, 589;
wenn dieser nicht derjenijre sein mochte, der als dominus
Hartwicus albus in einer l'rk. \oni I8..lan. 1181 vorkonimt,
vgl. das. 227) und 1181 (das. 229. v. Spilcker, Beilr. I,
187); darauf wurde er (zwi.^chen ll8l und 1183) Dom-
kellner (das. 234, 235. v. Ilodenberg, Archiv des Klosters
lleiligenrode, 6.), und gleich darauf 1183 DomkUsler oder
Domschatzmcisler (das. 236. dess. Gesch.- Quellen , 206.
Maibaum, Scr. rer. Germ. II, 54. Chron. Alberli f. 197 a.)
Nach dem am 21. (;klb. 1184 erfolgten Ableben .Sieg-
fried'» wurde Hartwig am 22. Jan. 1185 in dessen
Stelle als ßrzbischof von Bremen gewählt und starb am
5. Novb. 1207.
Sigebodo soll 1 I7y Abt iles Klosters Kosenfeld (Hnrse-
feld) geworden sein (MuWiard, 5. Buzellin, II, 189; 111,83);
kommt 1185 als solcher (I.eihiiilz, Scr. rer. Brunsvic. II,
665) und urkundlich seil 1191) vor ( l-a|ipeiibcT£, L'rk. -Buch,
I, 27!l) iiiicl leide, wenn er identisch mit Si gebäht war,
noch am 9. Dez. 1208 (das. 328. VogI, I, 113, 1 JS. mit
Giscbald, Mu.shard, 354); sein Tod erfolgte 1 208 ( Mu>bard,
5. Buzellin, II, 189. HI, 83) oder, wohl richtiger, 1214
(Chron. Alberli, f. 203 b.), in welchem Jahre Hermann v.
Apeldern, der bis dahin Propst gewesen war. sein Nach-
folger geworden sein soll (vgl. weiter unten). Sigebodo,
der 1204 ausdriicklich Hartwigs Bruder heifst (Lappenberg,
L'rk.-Buch, I, 308), war auch Abt des brcmenschen Pauls-
klostcrs, und zwar seit 1174 (das. 219. Vogt, II, 313.
Slapliorst, I, 585), bis zu welcher Zeit er hremenscher
Domkellner war (vgl. dess. Gesch. -Quellen, 215), und kommt
ziilel/.t 1-207 vor (das. 317. Vogt, I, 30).
Sophie war die Gemahlin eines Edelers, der von
Einigen für einen von der Lieth gehalten wird — Ein
E delcr (Elheleriis), der dem Stande der Freien aiigeliorle,
tritt uns zwar in einer undatierten, aber zwischen 1127
iiiicl I I Kl ausgestellten Urkunde (\\ürdtwein, Subs dipl.
VI, 329. Origg. Guelf. Hl, 485. Grupen, Origg. et Anln).
Hannover. 40), und in einer andern, ebenfalls unclatierten,
jedoch zwischen den Jahren 1160 und 1170 erlassenen
Urkunde (das. 343) cntgegeu, kann jedoch nicht fnglich
der in Bede stehende Edeler sein. Edeler's Sohn soll Ede-
ler V. Ottenbllttel, der sich nach dem im Kirchspiele
llolienaspe, unweit des holsteinischen Klosters Itzehoe, be-
legenen gleichnamigen Orte schrieb, gewesen sein. Seiner
wird in Urkunden vom Jahre 1236 (Lappenberg, Urk.-
Buch, I, 434.), vom 22. Febr. 1247 (Michelsen, Urk.-
Samml. I, 52, 53. Lübecker Urk.-Buch, I, 121, 122), vom
12. Aug. 1248 (das. I, 56) und vom 7. Mai 1253 (das.
69. Lübecker l rk.-Buch, I, 178) gedacht. Die Söhne die-
ses Edeler's waren vermuthlich die drei Brüder Ilasso
(1275 — 1281), Hartwig (1267 — 1286) und Nikolaus
(1267 — 1281). Es mag bemerkt werden, dal's ein Hasso,
der Solin lleinrich's Voigts von Oltenbiitlel. im Jalirc 1149
( La|i[)eiiberg, Urk.-Buch, I, 176), und ein Hartwig v. Ol-
tenbiittel 1216 (Michelsen, I, 192), der 1230 Hartwig
Busch, llillcr von Oltenbiitlel, genaiiiil wird ( l.appenberg,
Urk.-Buch, I, 425), lebten.
Alls Adelhcid's zweiter Ehe entsprangen drei Töchter,
niimliih :
1. Mathilde, w eiche durch ihren, dem Namen nach iin-
bckanntin. Mann die Mutter des Propst» Dietrich von
Zeven wurde-. Dieser Dietrich tritt urkundlich zuerst am
25. Jan 1221 auf (das. I, 392. Gruher, 219. Vogt, I,
158. Schlichthorst, I, 208), dann 1224 (das. 418), 1226
253
Anzeiger für Kuinic der ileulschen Vorzeit.
254
Sihrm.
(Gruber, 220, 223. I.ubeiker Urk.-Buch, I, 50. Arndt,
Lienandische Chronik, I, 198), und znleltt 1236 (Lappen-
bertr. l'rk.-liiiih, I, 434. von \\e>lphalfn, II, 34, 35). Ein
aiiilitrcr I)itlri( h war es, der luslcich als Propst von .Seee-
bergr vorkomnil, im J. llhö vor dem 29. Novb. Bischof in
Liibeik «urde, und am 23. Ausf. 1210 starb (vgl. auih
Gruber, 218.). Dasselbe gilt von demjenigen, welcher 7.u-
gleicb .\hl v(in Stade genaiiiil wiid (vel. oben iiiiler .M;ine-
sold).
(Fortsetzung folgt.)
Die IlBii(lHelirii't<-iiMHiiiiiiliiiiK fleM ^irriiia-
■liMClieii .TIiii«eiiiiiH.
Von Dr. Knrl Bartsch. Pr()^(;^M)r, in Rostock.
(Fortsetzung.)
V. Bruchstück aus Philipp's .>! ii rien leben.
Zwei Papierbliitler in 4. aus dem 15. Jahrb., enthalten
V. 2477 — 2633 von Bruder Philipp's .Maricnleben (nach
HUckerl's Ausgabe) in einem verkürzten Te.\le. *J Anfang;
Wann s y g o t da hin s a n t
Do das kiod was dry zehen tag alt
Als im sin mnler hell gezalt.
Folgendes sind die wiebtigern Abweichungen von Hii-
ckert's Te.\le. 2480. sus] vns. 2481. Er b aissei Jo-
hannes crisoslimus. 2482 — 2517 fehlen ganz. 2518.
D as s y fi r in n acht vnd lag feld vnd hayd. 2519.
Der nvnstern. 2522. Beniemen. 2523. Weder der
sunn noch du nionin, eine gewifs bemerkenswerthe
Lesart, namentlich wegen der niii-ninne. 2524. 25.
fehlen. 2527 ze| gen. 2530. 31. erschrackun: recht
marchtun. 2537. innc, wahrscheinlich aus in ir e. 2539.
40. in einer Zeile: das ain kung geboren solt wer-
den. 2547. fraugt er. 2550. Die kling sprachen in
der nivndcn stund. 2552. 53. fehlen. 2562. 63. in
dem Bruchstücke in vier Zeilen:
Von herodes sy de schieden
Und die küng das nit cnliefsen
Vff die straufs sy ryllen
Als nach i r e m a 1 1 1 e n s y 1 1 e n.
I 11. il.iiifig bemerke ich, dnfs zu den in Godekc's Mlllel-
iilter S. 129 verieiibnclcn ILindschriflen eine, wie es
dchcini, bisher unkekaiinlv zuziifÜKin ist. Sie belindet
sich in der kaiserl. Bild, zu Paris, suppl. fr. 3732. Pgin,
4. XIV. Jahrb., geschrielnn von l'cicr Schriber. Ein
Bruchstück einer andern Ilandschriri, dem hislorisrhen
Verein in Gralz gehörig, hat Wcinhold in den .Millhci-
limgen dieses Vereins, II. VII, 1H| (r. Iicknnnl gininchl.
2573. fehlt. 2577. tiilleDd. 2579. sy veriahen. 2582.
83. fehlen. Die müfsige \\'iederholung in 2582. 85 \>l
allerdings auffallend. 2587. .-y des g. 2588—91 fehlen.
2592. 93. vertauscht. Das es in. 93. Sin hend hSb
es in en gegen. 2600. Ol ist der Reim zerstört. 2605.
das er gol von himel was. 2606 — 17 fehlen. 2620.
21 fehlen. 2626. 27 in drei Zeilen:
Er sprach i r sind nun das g e w e r t
Das ir nun vff diser fart
An das kinil band bcgert,
dann: Zu herodes koment nit wann er hat. Der Te.\l
ist bailisch und schon deswegen werlblos. Aber das niillel-
deulscbe Original , das Riickerfs Ausgabe gewaltsam zu
einem oberdeutschen umarbeiten will, bricht auch durch die
Verdcrbnifs dieses jungen Tc.\les luuli himliircb.
VI. Aus Vincenliiis Be I lo vacensis.
Ein Perganiciill)l;ill in Folio vom Ende des dreizehnten
Jahrhunderts, zweispaltig geschrieben, (Nr. 7132) entbült
Bruchstücke ans dem 31. Buche des Speculum historiale,
und zwar den Scblufs des 43., dann das 44., 45., 46., 47.
und den Anfang des 48. Capitels. Das Blatt fuhrt die Ueber-
schrift: Tempora frideriri secundi. Li her .WX""' Es
ist in drei Stücke zerrissen, die beiden ohern bangen zu-
sammen, zwischen dem mittleren und dem unleren, von
welchem nur ein kleines Stück übrig ist, fehlt ein Tbeil
des Bialles. Der Anfang lautet:
(In passi)one autem diiiiiiniis ei aliipiando in cruce
apparebat. sed raro cpiod ui.\- sustinere polerat. II er um
de eodem Cap. .Xl.llll. (roth)
Cvm antein apropinqnaret aliqna magna sollenipnilas ([ilz
octo diebus ante gaudium senciebal. Et ita sm aniii locius
cnrsum nariis modis mutabalnr et mirabililcr affuiebalnr.
Schlul's, Spalte 1 :
. . . la erat et sudarium lineum tpio lacrimas exler-
gebat (bat am Rande) et (piedam alin nmdica. nuro et
argento mihi cari(ora).
Das Blatt hat früher zum linschlage oder Einbände ge-
dient , daher ist das Pergament auf der Vorderseile sehr
be.-chmnizl. Die Schrift ist schon, l'eberschriften und Inilin-
Icii roll), mit ziemlich vielen Abkürzungen.
(Schlnfs folgt.)
Literatur.
Poesie.
255 Anzeiger füi- Kunde diT deutschen Vorzeil.
BriieiiHtürk einer :TIaK<laleiieiiIe|cenile.
Von Professor l)r. Kelle in Prag.
256
In dem Sammelbunde der Praj^er Universiliitabibliotliek
X A. 16, der verschiedene laleinisrhe SKkkc (Incipit liber
vel opus sermonnm qui dicilnr Ihesaiirns anime. ao. 1392;
Sequitur de virlulibiis lacrimaruni; traclalus de modo coo-
lilendi. ao. 1400 etc.) enlhiilt, befimlel sich am Anfange
und am Ende ein Pergamentblalt in Folio eiiigelieflel, mit
unbekannten Bruchstücken einer Magdalencnlegende.
An der linken Seile des Blattes sind zwei Linien; auf
der rechten ist eine Linie von dem unteren bis zum oberen
Kande des Blattes gezogen. In der Mitte laufen drei Linien
neben einander her und bilden filr die Schrift zwei Spal-
ten, in deren jeder 10 Zeilen stehen zwischen Ouerlinien,
welche von der einen aufseisten Verticallinie bis zur an-
deren laufen. Der Aiifanirsbiiclistabe einer jeden zweiten
Zeile ist grofs geschrieben, rotb duscbstriclien und steht in
der durch die senkrechten Linien gebildeten Rubrik, er-
scheint daher von der anderen Schrift etwas abgerückt.
Die Blatter gehören dem Anfange des 14. Jahrh. an.
Ich tlieile die erste Spalte des ersten Blattes und den
Schlufs des zweiten Blattes hier in genauem Abdrucke mit.
A nfang :
Fol. 1 a. l'üH ijoles ijelouben so genuch
(iaz sich di meiste memje trucli
Zc ijot al viirerdroaen
ms hei si enlslozzett
5 Mit hymelischem lawe
der herre riid mich di rrowe
Waren des tnmazen tro
sie vielen andeckliclichen do
Vur Marien maydalenen cmi
10 dl edel vnd di til suei
Gab in yiillich Iren segen
und bat got ires heiles pflegen
üo sagten si ir beide
irie lieb rnd wie laide
1 5 In rf der rayze geschach
iliii/dulena zc in sprach
Kii daucliel dem guten gole
rnd seil stet in seinem geböte
Wand er linl sin treire
20 gemarhet an euch neire
Als ir irol liulil berunden
tat euch ir allen strnden
Slit lieb nach im dursten
allresl wart ron dem rarsten
30
Ane ucifeliehen mvt
mit Tollechomendcr demtit
hl den gelowen getreten
swa dai di leul vor gebeten
Helen an die abgole
duz wart gar ron sinem geböte
Verbraul rnd zrbriichen
gnl wart rfo irol gerochen
An den Falschen abgolen
den leuten hele nr geboten
35 Ir trgnde in der neire
daz si gar getrewe
An goles gelouben ir lit vertriben
die tempel ninderl siende bliben
Wand man si vellete cnd brach
40 swa man die abgole sach.
Schlufs:
Fol. 2 b. Orch liez si wol beschowen
an einer armen tirowen
Daz maria magdalen helfe phligt
ez giench ein schef in einer zit
5 Mit rngeluche vf dem se
den leuten geschach do we
Wand daz schef trold rbele
der grozen Tiiden htbele
Vber den porl ir im sligen
wand im di chreft enisigen
t'nder dez daz iz geschach
daz rolch mit rorchleii inder lach
Do ez in giench an den lip
vn iraz bi in ein swarizes icip.
10
t'eber die HililerrntliMel deit IG. und
t9. JnlirliiiiidertH.
AU Bilderriilhsel sind im Grunde schon die alleu Slcin-
melzzeichcn und Kiiiisllermonogramme, ja gewissermofsen
auch die Wappenbilder auzu.sebcn, wenn es wahr ist, dafs
diese aus der Hausmarke entstanden sind. Unter den Mono-
grammen wenigstens kommen, wie bekannt, schon früh
einige vor, die nicht blos ans den Anfangsbuchstaben des
Namens, sumleni nii> einem Bilde bestehen, darunter der
Name verborgen liegt. Das iilleste Bilderräthsel im engeren
Sinne, das uns vorgekommen i>l , bat aucb die Bedeutung
eines Monoframmcs und könnte in ein Verzeichnifs von
solchen aufgenommen werden. Ks koniml auf einem jlol/.-
schnille n. .1. l.)"J8 vor, welcher ,.(/<■»• lieben Jugent auch
iinileni l'ersoneu so hisl rund Lieh zu Icniuiii/ der löblichen
-^^^U^^-^^^zj^^:^^^^^
^
° <>-^-~^
^
-=?r
]1.
r pars Koni inls V i tac P unibra putanck,
Quafveluti^tempüris orbe volat.
cequitmentes ciira,oinnisamica voluptas
;^pereunt fumma, cadunt ^
^in eil cundi8rebus,(5caliTiazE
tC3
Vivimu8,atmor(isigeritälter,& alter,
Usque"^' d 11171, cum grave corpus habet.
ih
i
r^
TTia te nequit cat inclifavirtus
Ceu I hac duplicis raiigünus allra poli
^Deopiavota place ntZ3 cor dis
Gratapijfü(:)ens,liccane, ritr canes.
257
Anzeiger für Kunde der deutsriien Vorzeit.
258
hiinsl Vnsirn haben im giilem an Tag geben'^ ist. Der
Holzsthnitt entliiilt , unter einem liierenden Bande mit der
eben ong-efiihrlen Inschrifl und der Jahreszahl, einen Beichs-
adler, der als „Ijpus mvsiiae" auf Brust, Schwingen,
Schweif u s. w. die verschiedenen, in der damaligen Musik
gellenden Zeichen, Noten u. s. \v. verzeichnet tragt. Zu-
unterst auf dem Blatte steht eine lange Reihe mit Noten, die
wir auf beiliegender Tafel unter Nr. 1 in verkleinertem
Mafsstabe geben, und darüber auf zwei fliegenden Biindern
die Inschrifl: ,. H'i// du wissen teer diß hat ordinirl —
Vnnd mit der Figur dcß Adlers gezirl — So mach dise
Noten zu Buechslabeii — Damii/f kavslu Taii/f rnd Zii-
nam habend'
Durch gütige Mittheilung des k. pr. Bauinspectors Hrn.
G. Sommer zu Merseburg geht uns ein anderer musikali-
scher Bebns vom Anfange des 17. Jahrhunderts zu, den
wir unter Nr. 2 im Facsimile geben. Derselbe ist enthalten
in einem (Juartbande: Serlum spiriluale musicale , Geist-
liches Miisicalisches Hriinlzlein . . . Das ist: Dreifsig lieb-
licher Canlionen . . . Mit drey Stimmen gesetzet vnnd al-
len Liebhabern in Druck rerferliyel. durch Johanuem Thii-
ring Trebrensem Musicurn . . . zu Willenstedt. Vos secnnda.
Erfurt, bei Siegmund Hopffen. 1634.
Hr. Sommer gibt dazu folgende P>kliirung:
„Einige der Zeichen lassen ihre Deutung z^■^eifelhnft, wenn
auch nicht schwierig ist, ein Wort zu finden, das die mit
dem betreffenden Zeichen ausgefüllte Lücke des Textes er-
gänzen möchte.
Ich vennuthe folgende Auslegung und bitte im Interesse
für die Sache diese ergeblich zu berichtigen:
Maxima pars hominis vilae brevis umbra putanda,
Quae veluli medio teniporis orbe volat.
Longa cequit (sie! cepit?) menles cura, omois amica voluptas
Semibrevis, pereunt summa, cadunt minima
da vis) ,,. \abinitio(
I anior mollis passim • 1 uempe,
Primus ^ / repetitio )
Maxima in est cunctis rebus, et nini.i quies.
Vivimus, at mortis sign um trerit aller, et aller,
Usque ciifijunclis dum, cum grave cori)us habet''
fama laterc neqnit iiiicat ut sol iuclila virtus
Ceu alla hac duplicis tangimus astra poli
Si Deo pia vola placent quietudine cordis
Grata pii superis, sie canc. rite canes.
Sollten wol noch andere musikalische Rebus existieren,
und welche? — Diese dürften wol zu den Seltenheiten
gehören, und es erscheint wünschcnswcrih, mit der Rrfor-
schung der Geschichte des Rebus im Allgemeinen, gleicli-
zeilig die musikalischen zu sondern und zu verölfcntlichen.
Mein verstorbener Freund, Prof. S. \V. Dehn zu Berlin
kannte, wie er mir miltheilte, deren nur sehr wenig und ist
zum Thcil die Veranlassung der Veröffentlichung, um die-
jenigen, die so glücklich sind, dergleichen miltheilen zu kön-
nen, hiezu anzuregen.
In dieser Beziehung fuge ich aus bandKchriftiichen Miscel-
lanea varia aus dem XVII. Jahrb., welche in meinem Be-
sitze sind, noch folgenden, wol hierher gehörigen Vers
hinzu:
UT. BE. MI. FA. SOL LA.
Incipiunt bibere, in UT, et bihuiit UTILITER.
Pergunt in BE, et bibunt BEAI.ITEK.
MI, et — MIKABILITF.R.
FA, et — FAMILIAKITER.
SOL, et — SOLEMMTER.
Desinunt in LA, mi, geräs exity soly E.
Welche Auslegung namentlich die letzte Zeile erleiden
möchte, dürfte in F'rage stehen."
Soweit Hr. Sommer.
Im 17. Jahrhundert, namentlich der Zeit des SOjabrigeo
Krieges werden die Bilderrülhscl ziemlich haufi? und vor-
zugsweise zu Pasquillen verwandt. In den Sammlungen des
germanischen Museums befinden sich mehrere. Eins geht z. B.
auf die Jesuiten und führt die Ueberschrift:
y,Der Geh (Sau, Widder) isch ff (Affen, Bienenschwarm),
Ver (Fuhrwerk) die Laut, und m (8) sie (Arm, Gott) sei-
ner (Kirche) sich erbarm.'^ — ;• Darunter 48 mit Bildern
untermischte gereimte Zeilen.
Ein anderes geht auf Friedrich V. von der Pfalz und
hat die Ueberschrift:
„Griindlliche weis (Säge) ung. Vom Heydel (ßerg) er
rermelt was Ihm ein Zigeinerin hat £'r(ZeIt). Von (Fafs)
Ihm das rnglückh schnell Erwachsen sey mit (zwei ge-
kreuzte Knochen) rnd (Quell). • — Darunter stehen 19 mit
Bildern durchmischte gereimte Zeilen, die M. S. T. unter-
zeichnet sind.
Ein drittes füllt um einige Jahre weiter in den Verlauf
des Kiieges und enlhalt eine; ^Warnung )lercurij der Gat-
ter Biilleiin an (Kaiser) /•'(Ente);" darunter 21 iiliulnhe
Verse. — Die drei Blatter sind in Kupferstich ausgeführt.
Ein ähnliches „Epigranuna Jlusicalc' und ,,l.vsvs melico-
metricvs," wie das in Abbildung gegebene, findet sich auch
auf Bl. A 3 der 1 ' , Bogen starken Schrift : Faulorum et
Amiconim Arbilria \'olira, iSu/iliiS scciindis l)n. Sigis-
mundi Theophili Sladen, apud inrlulum Hi-mpublicam
I\oriliergenscm , Organici et Vusici , cum . . . hoemina,
Susanna Vana . . Johannis Seizii . . . Viduä, ipso fesli-
filatis die . . . felicioris acciamationis ergo publicata :
259
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
260
Curanle Jeremia Diimlero , Typographo Noribergensi , 4.
1651; und niif Bl. E. 3 v. der 5 Bog-en siHrkeii : Kpitlinla-
mia , in ,\vplias . . . Jnaiiiiis Ueori/ii Rirhleri, i. J. l).
et Adtocati Norici, Sponsi . . . et . . . Virgiiiis . . . Spott-
sae , Cathariiiae . . . ('liiisliti>hori Giinimersfclderi . . .
t'itiae . . . i\oriberi/ne. Tijpis Wolfgangt Kiidleri. 4. 1644.
Das er.«lere miisiitalische Spiel enthält sogar die Erklä-
rung- zu den Zeichen, die, soweit sie vorkommen, die Auf-
lösung derselben durch Hrn. Sommer rcchlferligl.
Kunst. Dbm llRii|i(iior<nl «Irr HIoMlei'kIrrlie zia
BUdende K.mst. Puilll llXrlle.
Symbolik.
Zur Symbolik der ml 1 1 e I u II e r li e h e n Kunst.
Von R. V. Retlberg in München.
Eines der interessantesten Kirchenportale, sowohl hin-
siihtlich der frühen Zeil (um 1 105— 7), als auch hinsichtlich
seines symbolischen Bildwerks, ist das westliche Ilanptpor-
tal der Beuediktinerklosterkirche zu Paulinzelle in Thüringen,
unweit liudolsladl. Dieses vor dem MillcIschifTo weit her-
vortretende Portal ist rechtwinklig eingestuft und in den
Winkeln der Stufen mit vier Paar Säulen ausgestellt. Diese
Säulen haben den einfachen attischen Fufs, der aber liier
keine eigentliche Knollen zur Vermittlung des unteren Pfüh-
les mit der Plinthe hat, sondern gleichsam in einem engan-
schlicfsenden Becken steht, das mit vier Zipfeln etwas hoher
als der übrige Rand über den Pfühl greift und ihn einfalVI;
ferner einen in Betracht der Zeit sehr schlanken Schaft und
einfache WUrfelkapitelle, die au den iinlercu Ecken über
dcmRingc nur wenig abgerundet und an der linken (nürdl.)
Eingatigsseite nur mit llncheii einfachen Linienzügen, an der
rechten (südlichen) aber mit Fralzcnbildcrn (Drachen,
Schlangen, Mannsküpfc, die Zunge ausstreckend u. s. w.) ver-
ziert sind, was insofern auffällt als sonst der Regel nach
nicht die SUd-, sondern die Nordseite vorzugsweise den
Gebilden der Fiuslernifs u. s. w. angewiesen ist, hier aber
vielleicht darin seine Erklärung lindel, dafs Paulina , die
Tochter des Ritters Moricho und der Gräfin Ute von Wol-
denbcrg. Nichte des Bischofs Wernher von Merseburg und
Gemahlin des Ritters Udalricb, nach des Letzteren Tode das
Kloster ursprünglich fUr sich und einige Genihrtinncn als
ein Nonnenkloster beeründetc und dafs die Frauen,
nachdem sie sich von der Männerwelt zurückgezogen, wol
gerade die südliche oder sogciranntc Männerscilc als ihre
Nachtseite betrachten mochten, was auch darin seine Destä-
tigung finden dürfte, dnfs auf der Frauenseite zwar eben-
falls ein Drnihc abgebildet ist, aber nicht an einem Kapitell,
sondern an der Plinthe der ersten Eingangssäule, als Sinn-
bild des überwundenen Bösen und wol in unmillelbarei'
Beziehung auf die Paulina selber, weil nur eine Plinthe
diese Verzierung hat.
MiilililorlVr Mtatltrrclit.
Von Professor Dr. Gen gl er in Erlangen.
v. Kleinmayrn macht in seinen Nachrichten vom Zustande
der Gegenden und Stadt Juvavia (1784) §. 301, Note a,
S. 414 die Bemerkuu?: ..In dorn salzbursischeii Archive
lindet sich das alte Sladirecbt von Miilildorf mit einer Hände
des 1.3. Jahrh. in Fol. auf Pergamen geschrieben mit der
Aufschrift: duz siiil die allen geimhiilirhen Recht und Sax,
der Slat ze Mulldorf, alz si von den Fiirslvn her geslifl
ist mit der ältesten und besten burger Rat. Diesem ist am
Ende beigebundcri eine bisher unedierte C'hrnnik der Stadt
Mübldorf, worinnc von den Schicksalen und Ungemach,
welches die Stadt und Gegend um Mübldorf öfters erdulteii
müssen, vieles vorkömmt. Der alle Verfasser nennet sich
Nik. Grill scriba, und hat solche bis 1428 fortgesetzet.''
Eine Copie dieses Rechts- und Zeitbuches des jetzt zum
Könijrreiche Bayern gehörigen Sliidtcheiis Midildorf am Inn
besitzt nun die Bibliothek des germanischen Museums unter
iNr. 4212 in einer 22 Folioblätlcr füllenden, neuerlich in
Pappe gebundenen Papierhandschrift des .\V. Jahrhunderts,
und da, abgesehen von obiger iNotiz, auf deren Anführung
sich auch F. BischolT (Oesterreich. Stadtrechte und Privi-
legien, 1857, S. 93) beschränkt, bisher Niemand dem Mühl-
dorfcr Sladirechle seine Aufmerksamkeit zuffewondt hat,
dessen Inhalt aber in antiquarischer wie juristischer Beziehung
keineswegs bedeutungslos ist: so dürfte sich eine eingehen-
dere Betrachtung desselben in diesen Blättern von selbst
redilfertigen. Es soll daher /.uvurderst \on dem eiffent-
liilien Statutenbuche, und dann von den ihm an^efiicten
Beilagen gchan<lelt werden.
I. Das Stal Uten I) uch (Bl. 2 — 14 a), mit dem linbrnin
„Das sind die allten gewöndlichen recht vnd säcz der Slat
ze Müldorf als sy von den fürsten her gesliffl ist mit der
elltislcn vnd pc|iten burger Raf versehen, begreift 91 nicht
numerierte Artikel mit nachfolgenden L'eberschriften :
I. Von der auslewt kassten vnd hewscrn (wie näinlich
,.die auslewt, sy seien pfalTen oder Inyen, die kä|ilen oder
hewser in der St»t habend, der Slat warten vnd helllTen
sullen mit dienern vnd mit linruasch wider der Stat vcind").
— 2. Von den burgern die <icm pllcffer dienent. — 3. Von
dem Statschreibcr (dnfs er „sol der SInt dienen mit der
Land u. Leute.
StädtcweueD.
261
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
262
feder leschreiben, ilar zue man jm genug pyrniart sol ge-
l,fin-i). — 4. Von den pciklionn. — 5. Von den Fleysch-
liackern. — 6. Von den le« Isebenn. — 7. 8. Von den frag-
iiern. — 9. Von dem mas vnd von dem gewag. — 10.
Von den Sallczlierren. — tl. Wer die fronboten vnd die
wachler seczen sol. ^12. Wie die Sihmid vnd die vistlier
der Slat warten sullen. — 13. Von der purckmawr. —
14. Von der Slra|i vnd von den wegen. — 15. Von dem
zolle. — 16. Von dem gelajl zu der kinbweich. — 17.
Von dem martkchl. — 18. AVie ain man kawITen sol «n dem
eritag (Dienstag). — IS). Wie ein man schayden sol (ein
gefachlj. — 20. Von dem frid. — 21. Wer frid vberferd.
— 22. Von den vnziichlen. — 23. Von dem rechten. —
24. Von dem reclit. — 25. Wie man den pagstain tragen
sol. — 26. Wer den anderen an sein er spricht (dafs „der-
selb poswyt gewis machen sol, das er die frawen oder man,
die er angelogen hat, rain mach mit der zuog, da er lug mit
geredt hat, das er das wider in sich leuge, vor der kirchen
oder vor ofTeni rechten").— 27. Von dem rechten (von Un-
gebilhrlichkeiten handelnd, deren sich „ain pueb oder ain
nnnders leichts mensche" oder ^kind die zue jrn jaren nicht
cbomen sind" schuldig machen). — 28. Wie man die bur-
ter kind ziehen sol. — 29. Von den wyrITIen. — 30. Von
der pfatlen capill (dafs es „frid vnd gelaytt haben sol"). —
31. Von den Türen steten. — 32. Von der wuer (VVasser-
damm). — 33. Von der purckmawr. — 31. Von dem
purckzawn. — 35. Wie ain burger den annderen behallten
sol. — 36. Von den die der Slat nicht guet sind. — 37.
Von den die der Stat veind hayment. — 38. Von den
Wächtern. — 39. Wie ain burger den seinen slilTten sol
(aigen oder leben). — 40. Wie ain man pfenten sol. —
41. Wer zue der Stat ferdt in krieg.— 42. Von dem frid.
— 43. Von der Stat recht vnd von dem fewr. — 44. Wie
nin burger ainen behalten sol der gefanngen ist. — 45. Von
ilen gesten die zue der Slat lliehent. — 40. Wo ainer den
anderen beclagen sol. — 47. Von den llössen. — 48. Von
der nacht ecz vnd von der tag ecz (d. i. Abweidung frem-
der Grundstucke zur Nacbl- oder Tagszeit). — 49. Von
dem fuederen bey der nacht. — 50. Wer krawt gras dem
anderen nimbl oder annder arbayt. — 51. Von dem bnrgk-
recbt. — 52. Wie ain burger einem gajit autwurtcn sol
auü der Stat. — 53. Von ilen burgern vnd ge|Jlcn. —
54. Von frayfenlirber pue|i (bei der Heimsuchung). —
55. Von dem fronboten vnd von seinem knerht. — 5(). N on
den vischern. — 57. Von den Juden (dafs sie „sullen in
liurgcrrecbt hie siezen, an sein werung, die sol er haben
;iuf seinem pfannt"). — 58. Von dem mist. — 59. Wie
der richter einen burger faben soll. — 60. Von dem Rich-
ter vnd von dem Gericht. — 61. Von dem gelayt geben. —
62. Von den leybioseun. — 03. Von der burger saczcze. —
64. Von den dewbeu vnd von der dewf. — 65. Von der
hochzeyt. — 66. Wer dem anderen sein eer abnymbt. —
67. Von pogundein blut. — 08. Von den eeuanten vnd
vorsprechen. — 09. Von dem todschlag. — 70. Von dem
Richter. — 71. Von der freyung. — 72. Von dem wam-
mays vnd von dem barnasch. — 73. Von den wachlern. —
74. Von den Juilen vnd von den leylgeben (dafs beide
„das Eysnen gewant nicht ze pfannt nemeun sullen"). —
75. Von dem Stier. — 76 ... 85 (sind ohne l'eberschrif-
len, bandeln aber: von den Lasten der geistlichen Besitzun-
gen; von den Auflegern und Messern, dafs sie insonderheit
auch dreimal des Jahrs „den hopiVenn vnnd annder vn-
krawt" von den städtischen Feldern wegräumen sollen:
von dem Verfügungsrecbte der Ehefrauen ; von der Sicher-
heitsleistung der processierenden Fremden; von der Pfand-
nahme mit Schergen und Amtleuten; von dem Verbole, einer
solchen Pfändung sich zu widersetzen; von der Bestrafung
derjenigen Güste, Knechte und Dirnen, welche um die Stadt
auf ungewöhnlichen Wegen gehen ; von der Aufsiebt auf
die Feuerslatten; von der Obliegenheit, bei Aufläufen die
übrigkeit in ihrem Amte zu unterstutzen; vom Bürgereide).
86. Von der Anklag. — 87. Von der fraydigen bab. —
88. (ohne Aufschrift, von der fcihebann-.AIigabe der Flcisch-
hacker, Bäcker und Pfragner an drei (juatembertagen han-
delnd). — 89. (die Weihnachlsahgabe der Schuster be-
IrelTend). — 90. Das ist der Juden ayd. — 91. Von der
Zoll wegen.
(Fürlsclzung fülj;!.)
Abenteuerllelie VVelir. Staats-
anstaUen.
Dafs das altromische W urfgcschulz auch noch im Mittelalter w.ireuwhuu.
gebraucht und durch die I)onnerbucli.~en, Bombarden u. s. w.
erst nach und nach verdrängt wurde, so dafs es noch neben
diesen ebenso im Gange war, wie Armbrust, Bogen und Pfeil,
und Spiefs noch neben der Mii>kcle, ist wühl nicht zu be-
streiten. *) F'reilich stand dem bäuligen Vorkommen der alt-
=**) Mit grofsur Anschaullchlu-Il ist die Anwendung der im
Mittelalter geliraiichtcn Bilden u. s. w. in J. \V. Wolfs
Werk: Die Burg Tiinninlirrg und ihre .\ii9gra-
bungcn, ge.tchililerl. Wenn in ilcni oben angoiogenin
Aufsatie von den krugiliuilicrn des \euitius die
Rede war, so ist dabei natürlich nur im die Brarbei-
lung di'8 römischen Schririsleller« aus dem .\nf«ii(;e de»
16. Jnhrhdti. zu denken, deren beigcgehcnc Illustrationen
am wcnigAlcn den im Oritfiniili' besi hriehrncn glrlchrn.
Aiini. d. Ili'd.
263
Anzeiger für Kund»; der ilcutschL-n Vorzeil.
264
rOniiscben Maschinen er&llich die Schwierigkeit und Kost-
>|)ieliffkeit ihrer An^chairune und zweitens die Schwierig-
keit ihrer Ainvendutiü: und Hiiiidhalxiiiff im \\effe , und. so
fand das neue, auf den Gebrauch des Pulvers berechnete
Geschütz immer mehr Eiii^an^. Indessen dauerte es doch
ziemlich lan^e, b\> dieses durchweg unbenommen war, wenn
man bedenkt, dafs der erste Gebrauch der Artillerie in Metz
am 22. Sept. 1.324 nachgewiesen ist und am 11. Kehr.
1326 die Gemeine in Florenz denGulV metallener Kanonen
verfügte. So viel auch um )!iltehiller ffefochlen und ge-
kriegt wurde, so war doch die Wissenschaft des Kriesr-
führens, insbesondere der Gebrauch des Feldzeugs, der Ge-
schütze, bis auf den Anfang des 15. Jahrhunderts eigent-
lich nur sehr wenig ausgebildet worden, Feldherren (Stra-
tegen) gab es zu allen Zeiten, aber es fehlte, aus leicht
begreiflichen Gründen, an Taktikern, natürlich nicht an Ta-
lenten, aber an der, nur in einem auf ein stehendes Heer
sich stützenden Staat möglichen Ausbildung derselben. Be-
kanntlich ist aber erst seit Karl VII. in Frankreich die erste
siebende Kriegsmacht, die hommes d'armes, nachzuweisen.
Dafs man sich daher von Zeit zu Zeit immer wieder an die
Kriegskunst der Römer wendete, den Vegetius studierte,
und die von ihm aufgezeichueten Lehren und HUlfsmittel
praktisch anzuwenden, vielleicht sogar — oh geschickt oder
ungeschickt, gilt hier gleich viel — weiter zu entwickeln
versuchte und so zu seltsamen llnausfuhrbarkeiten gelangte,
scheint nicht aufser dem Bereiche der Möglichkeit zu liegen.
Ob die im Anzeiger vom Dec. 1857 besprochenen und ab-
gebildeten Maschinen wirklich existierten, und wenn, ob sie
Dienste leisteten, das bleibe dahingestellt; dafs man aber
doch solche oder ähnliche Maschinen hatte, von deren Wir-
kung man sich, namentlich den Hussiten gegenüber, deren
neue Art Krieg zu führen, mehr noch als die Schlachten
von Sempach und ^üfels, die Rilterwelt ganz aus dem Sat-
tel gehoben iialte, einen grol'sen Erfolg versprach, dafür
möchte folgendes Schreiben des Kaths der Stadt Nürnberg
an den .Markgrafen F'riedricli sprechen, das hier aus der
Urschrift mitgetheilt w ird :
„Durchleuchtiger fürst vnd herre. Vnser willig vuder-
tenig dienste sein cwrn für^tenlichen gnaden mit llei.^se voran
bereit. Gnediger herre, vns hat vnser burger Courat Paum-
gartner crynnert, wie Im ewr durchleuchtikeil verschriben
hat. wie vnser gnediger herre von Tryer. vns verschriben
vnd bcgerl sulle haben ein Wagen mit abentewriichcr were,
die Meister Hanns felber von vlm zu Nurcmberg hab. vnd
die wider die ketzer vast nuczlicb sein sulle, aulT der fürsten
kost zuschicken etc. Nu haben w ir unserer herreu der fürsten
brief die vns darumb geschrieben haben in solllcbeni forme
nicht vernomen, besunder so liett der selb Meister Hanns
felber desselben niab. darumb auch ge^cllriben, vn»crm bur-
ger dem Hoppinger, dem er denselben zewg befolhen hat,
dauon uns zumal nicht wissentlich was, derselb lloppinger
unlerwand sich der sachen, Ob er aber denselben zewg
hinein geschickt gehabt hat, da ist vns sidber auch nicht
wissenlirben von gewesen, So ist auch derselb .Meister Hanns
vnser burger noch diener nicht, darunib bitten Wir ewr
Hochwirdikeit dienstlich, vns gnediclichen daryniie ziiner-
antwurten. Als wir ewr durchleiichtikeit des wol getrawen
denn wo wir ewrn fürsteulicheu gnaden dienst vnd wol-
gefallen beweysen mühten, des wereii Wir willig vnd leteu
das gern. Scriptum feria secunda ante Osualdi. Anno etc.
XXVII. Von dem Kate zu Nuremberg"
Aul'sen ; „Dein durchleuchtigsteii fürsten vnd herren Her-
ren fridrichen Marggrauen zu Brandenburg des heiligen Rö-
mischen Reichs Ertzkemerer vnd Burggraf zu .Nurcmberg.
vnserm gnedigen Herrn."
Oswaldi (5. Aug. ) war Dienstag, es \>l al>() das Schrei-
ben vom 4. Aug. 1427. In demselben Jahre hatte der Mark-
graf hekaiintlich Burg, Wald ii. s. w. an die Stadt verkauft.
Seine besondere Betheiligung am Hussitenkrieg ist aus der
allgemeinen deutschen Geschichte bekannt genug. Conrad
Paumgärtner, von der wohlbekannten, aber ausgestorbenen
rathsfahigen Familie dieses Namens, starb 1464 hochhetagl.
Von den beiden andern Namen, dem lloppinger und dem
Meister Hans Felber von L'lm ist die hier gegebene Kunde
alles, was wir von ihnen wissen. IJebrigens sei noch be-
merkt, dal's abenlcurlich hier nicht seltsam, « iiiiderlich, be-
deutet, sondern zum Kriege, zu Gefahren gehörig (bellicus).
Dafs Abenteuer so viel als Wagnifs, Gefahr bedeutet, sieht
man auch aus folgenden Bathsverlassen von 1476: „Item
Peter Volckmeyrn ist vergönnt zehn Schützen zu gepraucben
zu beschützung des kirchtags zu Schounberg vf seinen Costen,
vnd vf seine Hecht vnd Ahentewr." Und: „Item dem Fal-
ben von vlme ist vergönnt zu vfrichtnng einer newen Or-
geln die er vf sein seihs costen vnd abenlewr machen vnd
zu S. Lorentzen hie vfriclileii \m1, Fjii vierteil Jars hie zu
sein." Viellelclil ist <ler Niiinc Falbe identisch mit dem in
obigem Brief vorkommenden Fellier, und es war der Orgel-
bauer vielleicht ein Nachkomme des Kriegshaunieisters.
Kuiislfertig waren sie jedenfalls beide, eine Bestätigung des
»Heil Spruchs vom Uliner Witz, und es ist vielleicht einem
neueren Landsmann von ihnen möglich, mehr Über diese
beiden Ulmer anzugeben. Luchner.
(.Mit einer BeiInge. )
Verantwortliche Redaction: Dr. Freih. v. u. i. A
Druck von Fr. Campe
ufsest. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frnmniann.
* Sohn In NUmbcFR.
HFJLVGE ZLM ANZKIGEU Fi l{ RIM)E DEI{ IIEl TS( IIE\ \()I{ZEIT
1858. J\o 8. Aiigiisl.
riironik des i!:ernianis('lieii ^lusennis.
Der in lir.r vorhtrgehundin INiirnnier iiiitgcllieiltc, in der
würlteni bergischen St a n d e kam nie r ^'cstellte Coniniis-
sionsantrai; ist mittlerweile von derselben einstimmig zum
Besfliliifse erhoben worden. Auch die erste Kammer des
sächsischen Landtages hat die von Seiten des Miisiunis
wegen Staatsiintersttitziing dorthin gerichtete l'etilion, nachdem
sich mehrere Kedncr zu Gunsten dis „echt nationalen l'nler-
nehmens" ausgespriiclien , einstimmig beliiru ortet und der
Regierung lur Berücksichtigung übergeben, obgleich die zweite
Kammer aus blos formellen Gründen dies nicht gewagt
hatte. Während sich so von Tag zu Tag zu Gunsten des
•Vuseums die Stimmen, welche gleichsam dem Herzen der
deutschen Aation entsteigen, mehren und das Unternehmen als
ein echt nationales immer entschiedener hervortreten lassen,
für dieses auch gerade jetzt von Seite der deutschen Städte
und ihrer Magistrate die erlrenlichsle Theilnahme sich kund-
gibt, indem den früher durch Unterstützung aus Stadtmitleln
beigetretenen 28 Städten seit 3 Wochen wieder sich anschlös-
sen: Düsseldorf durch 10 Klhlr. Jahresbeitrag, Fürth
10 (I., Giinzburg a. D. 3 fl.. Gnnzenhansen 5 fl. fund
durch Erwirkung von fünf Privatzeichuungeu ), II allein 1 fl.
C.-Mze., Kempten jfl., .Mannheim 150.. Ma r kt breit 2 fl.,
Norden 3 Hihlr., Rothenburg .5 fl. 30 kr , Schwabach
10 n. (und durch Erwirkung von 16 Privatbeilrägen, worunter
der G e wer he verein mit 3 fl.), T raunstein 1 fl. 30 kr.,
Weimar 10 Rthlr., Wetzlar 1 Rtblr., Windsheim 5 fl.,
Wiltenbers; 5 Rlhlr., \\unsiedel 5 fl. 24 kr.; Chemnitz
durch 10 Rthlr. (leschenk, Crailsheim 5 fl. des<;l. ; Ilcil-
bronn und Stettin jede durch 100 II. Aktie; Charlotten-
burg, Frei bürg ( Baden J, Hofgeismar und ^ordbausen
durch Gaben für die Sammlungen, und der Magistrat zu
Berlin sogar einen Jahresbeitrag von 200 Thlr. votiert hatte,
— während und Angesichts dessen verschmähen es die Stadt-
verordneten zu Berlin und Gotha nicht, durch leere und
auf tUikenntnifs der Sache beruhende Vorwürfe über die Ver-
wenduni; der Beitrage — wogegen bisher bei öffentlicher
Rechenschaft iViemand, der berufen war, etwas eingewendet —
einen grellen .Mifston in den vollen Einklang der harmonischen
Zusammenstimmung aller Stände für eine schöne und gute
deutsche Sache zu bringen, der hoffentlich — Dank sei der
Prosse — in der Luft verhallen wird, ohne weiter zu stören.
Doch hat dieses Beispiel wiiuler die dringende Noih wendig-
keit herausgestellt, dafs eben die Presse noch nicht ermüden
dürfe, zur Verbreitung richtiger Ansichten über die Zwecke
des Museums beizutragen.
Fortwährend werden von den Agenturen neue Erfolge
berichtet, welche vermittelst der erlassenen Aufforderungen
herbeigeführt wurden; auch sind neue Agenturen errichlel wor-
den zu Bonn, Ca do Iz hu r g, Erfurt, Warburg, dagegen
vorläufig aufgelö.^t die zu Alton» unil Meuscharfcnberg bei
Eise nach. Von Unterstützungen sind besonders zu erwähnen
die von Sr. lürsll. Uurchl. Landgrafen Ferdinand von Hes-
sen in Homburg gewährte von 50 fl.; die Jahresbeiträge des
(Jrafen Friedrich zu Fugger- Babenhausen Erl. zu 2 fl.
42 kr. und des Grafen Georg Casimir zu Iscnburg und
Büdingen Erl. zu 6 fl. : ferner der (! esellschu ft für
deutsche Sprache und AI t erth um s kun d c in Berlin
^on vorhiiili^' 10 Rthlr.; ein Geschenk des Herrn J. Jacob Huth ,
KaLil'manus in Leipzig, von 32 fl. Der KurComite zu Aachen
ertheilte eine zusagende Antwort, auf das Gesuch um Verbrei-
tung unserer Publikationen.
Von früher schon in Schnrient.iusch mit dem Museum ge-
tretenen Vereinen sind nachzutragen:
Der hessische \' e r e i n für d i e .\ u f n a li m e mittelalter-
licher Kunstwerke in Darmstadt und
der historisch-antiquarische Verein in Sclialfhausen.
Folgende Buchhandlungen sind unter dankbarer An-
erkennung als neu beigetreten aufzuführen:
319. Rudolph .Münnich in Freibirrg (Sachsen), Firma: Craz
und Gerlach,
320. S. Höhr in Zürich,
321. Wilhelm Violet in Leipzig,
322. Karl Troschel in Trier,
323. Eduard Trewcndt in Breslau,
324. Heyn sehe Buchhandlung (E. Hemer | in Görlitz,
325. Otto Deistung in Jena,
326. J. E. Schmaler in Bautzen,
327. Ludwig Wilhelm Seidel in Wien,
328. C. C. Mein hold A S(ihne, k. Hofbuchdruckerci , in
Dresden,
329. Julius Werner in Leipzig,
330. Friedrich Brandstettcr in Leipzig,
331. Fr. Sehulze's Buchhandlung in Berlin,
332. Karl Theod. Schlüter in Altona,
333. G.Sch ön fei d 's Buchhandlung (C. A.Werner) in Dresilen,
331. C. 0. Seyde in Anrieh,
335. KrüH'sche L'niversitatsbuchbandlung in Laudsluil,
336. Chr. E. Kollmaun (.Geschäftsführer: Edm. Kullmannj
in Leipzig,
337. Karl Bellmann's Verlag in Prag,
338. Oswald Bertram in Ka.'isel,
339. H el w ing'scbe llufhuchhandlung in llauiiover,
340. ^^ ende born'sche Buchhandlung ( harl Ituilolph | in
Altena,
341. Cn puun-Kar lo wasche Buchhandlung iii Celle,
342. £. L. Kling in Tuttlingen,
343. C. F. Schmidt in Strafshurg,
314. E. Riecker in Tubingen,
34.'i. Karl Anilre, Buch- und Kunsthandlung, in Prag.
34(i. Theod. Berti ing. Bik li- u. Anliipiarhnnilluiig. in Kiinrip.
267
Anzeiger fiir Kunde der deulsclien Vorzeil.
268
347. Seh we rs'sche Buchhanillung in Kiel,
348. Steinhüfel seh« Buchhandhin^ in Verden,
349. H. A. Schniid's Verliigseonto in Ouerfurt.
Herr Dr. Rabus aus Wührd hat dem .Museum unentgelt-
lich seine Dienste angeboten und ist am 2. August bei der
Bibliothek eingetreten.
Am Sonntag, den IK. Juli wurde iler Thiergilrtncr-
thorthurm, der erste Sitz der Sammlungen des Museums,
nachdem er sein mittelalterliches Gewand im Innern mit
dem des ZopTes und Koccocus vertauscht hatte, wi^ii nun
hier die geschenkten Gegenstände aus spaterer Zeit (nach 1650)
vorläufig deponiert sind, dem Publikum zu unentgeltlicher Be-
sichtigung geollnet.
Der Fremdenbesuch des Museums ist stets in bedeutender
Zunahme begrilTeii und «ird nicht seilen durch ausgezeichnete
Persönlichkeiten der .Anstalt zur besondern Ehre. So beehr-
ten Ihre kunigi. Hoheit Grofsherzogin Marie von iM eklen -
b urg-Stre litz und deren erlauchte Tochter, die ehemalige
Konigin Karoline von Dänemark, das germ. .Mus. mit Ihrem
hohen Besuche imd schienen sichtlich hievon befriedigt.
Der Archivsekrelar am germ. .Mus., Dr. II. Burkliardi, wird
der Universität in Jena, bei deren dreihunderljahriger Stif-
tungsfeier eine Beglückwunschungs- Adresse von Seiten des
.Museums zu überreichen die Ehre haben. Wir glauben, liollen
zu dürfen, dafs mehrere Gaste von Jena zu unserer Jahres-
conferenz, die in Berücksichtigung dessen auf ilcn 19. — 20.
August anberaumt wurde, kommen werden.
Für nachstehende Geschenke sagen wir unsern besten
Dank:
I. Für das Archiv.
Richter, Gastliolbesitzer, zu ^u^^be^:;:
984. (ierichtsbrief des Schulth. L. Schenk zu Reiehencck In
IVürnbcrg über e. Hauskauf des H. Kraft das. 1386. Perg.
985. Gerichlsbrief des Schulth. S. v. Egioffslein in ^llrnbcrg
ober e. Hauskauf des Fr. Lorenz voti ila. 1 171. I'crij.
H. Holder, Dr. medic, in Stuttgart:
986. Bericht des J. Brottbeckh , Voigts zu Böblingen , an den
Herzog Christoph von Wiirtemberg in Betreff eines W ahr-
sagers zu Holzgeringen. 1552. Pap.
987. Revers des Phil, von und zu Neuhausen liir den Herz.
Friedrich von Uürlemherg wegen eines Darlehens vcm
2000 n. 1600. Perg.
988. Revers der Universität Tübingen für den Sckr. J. I!. S:itl-
Icr wegen unentgeltlicher Inscription s. Nachkniinnen.
1601. Perg.
989. Gedrucktes Mandat des Herz. Karl v. V\ iirtemberg an die
fM.iTiimler seines Landes, Besteuerung betr. 1764. Pap.
Huth, Kaufmann, zu Leipzig:
990. Erlafs des C'hurf. Friedr. v. Brandenburg auf eine Ein-
gabe der Stadt Alten -Stellin. 167H. I'iip.
991 Antwortschreiben des Kommandanten v. Hutlin zu Magde-
borg an die Regierung von Hnibcrstndt , » erbiing betr.
I6'.ll. Pap.
992. Befehl des t'hurfürslen Friedrich III. » on llraudenbnrg
an den Kommandanten von Hüllen zu Magdeburg uh. d.
Abstellung d. Etcesso b. Werbungen. 1691. Pnp.-Abachr.
993. Präsentation des Diakons Dionjsius von S. Urbano zu
Keustadt a. d. S. durch den Prior seines Klosters Fran-
ciscus von S. Augiistino. 1692. Pap.
994. Antwortschreiben d. Ilalbersladtischen Kriegs- und Do-
mänen-Kammer- Deputation an den Obersten von Helow
üb. d. Transport verhafteter Soldaten. 1778. Pap.
995. Zeugnifs des Rektors iler Univ. zu Berlin, Lichtenstein,
für den Studiosus Julius Wesche a. d. Fiirstenth. Halber-
stadt. 1826. Pap.
Dr. L. A. Warnkönig, geh. Hofrath, zu Stuttgart :
996. Facsimile einer merovingischen Urkunde im Provinzial-
nrchiv zu Gent. 745. Pap.
997. 8 Fascikel mit Abschriften flandrischer u. andr. belgi-
scher Urkund<-n. Pap.
Dr. Beeg, Rektor, zu Fürth:
998. /ciii,'r]ifs des Rathes der Stadt Guben iur Joh. Samuel
Hollmaun von da üb. s. ehrliche Geburt. 1745. Pap.
II. Für die Bibliothek.
Dr. K. Weinhold, l'rofessor, in Gratz:
5497. Dcrs , <lii' Hiesen des germanischen .Mythus. 1858. 8.
H. L. Brönner, Verlagsbuchh., in Frankfurt a. M.:
5498. Bertha, die Spinnerin. Von K. Simrock. 1853. kl. 8.
Academie royale des sciences, des lettres et des
beaux-arts de Belgique m linisM-l:
5499. Dies., biilletins, 2. serie, touus I— III. 1857. 8.
.5,500. Dies., annuaire. 1858. 8.
Bündnerische geschichtsforschende Gesellschaft
in C'hur:
5501. Dies., Archiv für d. Gesch. der Republik Graubunden.
Herausg. v. ("onradin v. .Mohr. 25., 26. u. 27. H. 1857
— 1858. 8.
Comite Flamand de France in Dankirchen : '
5.5(12. Dnss., Imllclin. i\r. 9. 1858. 8.
Ein Unbekannter in Stuttgart:
5503. Die Geschleclilsausscliweifungen unter den Völkern, ge-
schichtlich dargeslelll. 1826. 8.
5504. Eros oder Wörterbuch über die Physiologie u. über d.
Natur- u. Cultur-Gesch. d. Menschen. 2 Bde. 1823. 8.
5505. Die Prostitutiim in Berlin und ihre Opfer. In histor. etc.
l'.czielHing licleui-lil.'l, 2. Aufl. ISK;. 8.
Histor. Verein des Kantons Bern in Bern:
5506. Ders., Neujahrshlatt. 18.58. 4.
Dr. Schmitt in Zeililzhcim:
5507. liililia . . . verlciils<hl. Durch II. Joh. Dietenbergor.
1602-3. 8.
5.508. Verla3siingst;esciiirhle von \\ ür/.burg. Hdschr. 39 Blttr.
IM. .Ilull. 4.
Herrmann, Hcntenverwaller, in Trabcisdorf:
5509. ('nrnpliinenlier-liiichlcin. 1658. 8.
5510. Carl August von Reisarh (Jraf \un Steinberg. Ein
Charakter-tJemalde. 1814. 8.
5511. P. H. Ebcrhanl, Belrai hl. üb. die .seltsame Bi'geben-
heilen des .Magdgens Amona Beyjnques zu Fciicrhach.
1768. 8.
277
Anzeiger für Kunde der deutsdien Vorzeil.
21»
H. Kecueils d'Aretophile ronlenanl par i|ucls iiioycns les
gens de guerres cspaignols aiiienez ez Pnys-Bas pnr le Duc
d'Alve, s'elant niiitines cn iceux diverses fois, (•nlrerent eii
Anvers le 24 Avril 1574 oü ils coimnirenl d'iniirm'rables
däsordres (Apologie de Cbampngny, frere du Cardiiini de
(Jranvellc), hcraiisg. von A. de Robaulx de Soumoy.
L. A. V^arnkönig.
Die Zeitschrift des historischen Vereins für
IV ie d er-Sa chsen , Jahrg. 1HJ6, zweites DoppeMuli (ilan-
nover, 18.58J enthalt für die (jesrhirhte des Landes: Die Freien
im hannoverschen .\nite Uten, nach den (Quellen viiin Amtmann
Heise zu Hameln. Das Dorf Idensce und dessen l'f.irrkirche.
vom Amtsrichter Fiedeler. — Anfserdem als einen Beilrag für
die neuere Geschichte: Aktenniafsige Darstellung meines Ver-
fahrens in der Zeit , wie unser Land mit der nachher würU-
iich erfolgten franzusischen Invasion liedrohet wurde; von Krnsl
Lud. Jul. von Lenlhe. —
Die Zeitschrift des Vereines für Liibeckische
Geschichte n. A 1 1 erthums kun d e, 1S58, Hell II (Liibeck,
(1858J enthält für die aufsere und innere (jcschichte der Stadt:
Streitigkeilen und Verhandlungen Lübecks mit Künig Johann (Hans )
von Dänemark, von G. Wailz. — Aus den Aufzeichnungen des
lübeckischen Bürgermeisters Henrich Brokes cKorlselzung), von
Dr. Pauli. — Beitrag zur Geschichte des liilieckischcn Vogts,
von deuis. — All-Lubeck, von Pastor K, Klug. — Zur Ge-
schichte der Kirche elc. : Chronologisches Verzeichnifs der
Aebte des lübeckischen Benediklinerstiftes Cismar, von E. F.
Mooyer. — Zur Rechtsgeschichlc: Ueber die ursprüngliche Be-
deutung der ehemaligen Wette, von Dr. Pauli. — Zur Ge-
schichte der LileVatur: Medersachsische Lieder von Prof. W.
.Mantels. —
Die Zeitschrift des Vereines für hessische Ge-
schichte und Landeskunde, VII, S u. 4. (^Kassel, 1858J
für die Landesgeschichte: Die Stadt VValdknppel, von Dr. G.
Landau. — Die hessische Congeries, neu hcrnusg. von Oberpost-
meistcr IVelielthau. — Zur Sagenknnde etc. : Brunnen und Seen
und Bnmnenkultus in Hessen, von Karl Lyncker. — Als 7.
Supplem. der Zeitsihrill: llislor.- topogr. Beschreibungen der
wüsten Ortschaften im Kurf. Hessen und in den grofsli.- hess.
Antheilen am Hessengau, Oherlahngau uml am Ittergau von
Dr. G. Landau.
M i 1 1 h e i I u n g e n an die Mitglieder des Vereins
für Geschichte und Alter l h u nisk un de in Frank-
furt a. .M., I858, (die erste Veri)lTintlicliung dieses in Frank-
furt neu begründeten Vereines), enthalten; die Chronik dieses
Vereines, seine Statuten, .Mitgliederverieichnifs , Bericht über
die Gesellschaftsangelegenheiten. Beilagen: .Miscellen; zwei
kleine Beitrage zur Geschichte der Judenverfolgung von 1614
in Frankfurt a. M. , zur Frankf. .Müuzgeschichle elc. Aufser-
deni des Canonikus Baldeniar von Peterweil Beschreibung der
k. k. Stadt Frankfurt a. .M. aus dem 14. Jahrb., herausg. von
Dr. Fauler. (Ein anfserst werthvoller, durch die .Anmerkungen
des Herausgebers trefflich erläuterter Beilrag zur allereu Topo-
graphie und Geschichte dieser Stadt.)
Die Periodischen Blatter elc. 1857, Nr. 1 — 5, enthal-
ten Berichte über die Tbätigkeit, die Sitzungen u. a. gesell-
schaftliche .\ngelegenheiten der Vereine für beide Hessen,
Frankfurt und Miesbaden. —
Die Annalen des historischen Vereins für den
Niederrhein, insbesondere für die Erzdiözese Küln, 1858,
Heft V., enthalten für die Geschichte des Landes und der Stadt
Köln : Die Chronik der Stadt Erkelenz , niitgethcill von Dr.
Eckertz. Das Müllenami zu Goch, von Dr. Bergrath. Die
Pest in Köln, 1665 — 66, von Ür. v. .Mering. Dann, aufser
einem Beitrag für die Geschichte neuerer Zeiten: die Schlacht
bei Crefeld ÜJ. Juni 1758 von E. v. Schauiuburg, noch verschie-
dene H eistliüiner, Irkunden, Korrespondenzen, Becensionen.
Der Bericht desselben Vereins elc. iilier das Jahr 1857
enthalt Gesellschaltsangclegenheiten.
Die Mittheilungen aus dem Gebiete der kirch-
lichen .\rchaologic und Geschichte der Diözese
Trier von dem historisch- archäo logischen Verein
enthalten in ihrem ersten Hefte (1856) für die Geschichte
der Kirche etc.: Beitrage zur Geschichte der alten Liturgie der
Trierischen Kirche. — Allgemeine Geschichte der Trierischen
Liturgie. — Die allgemeinen Gebrauche bei der h. .Messe in der
Trierischen Kirche. — Allgemeine Bemerkungen über die Ent-
stehung des Trierischen Ordo .Missae. — Die Titel der ältesten
Kirchen zu Trier, verglichen mit denen der ältesten in Boni.
— Kachtrag zur Geschichte der Kirche des h. Paulinus, von
Schmitt. — Zur Geschichte der Baukunst, zur .\lterlhiimskunde,
zur (ieschichle der Literatur: Die Stiftskirche zu Pfalzel in ihrer
ursprünglichen Form. — Aus dein Trierischeii Dom. — Das
Siegel des Paiiliner J'ropstes Adalbero. — Die sogen, römi-
schen Bader zu Trier als Vorbild der Chor- und Kreuzconchen-
anlage in der Kirche St. Marien zu Köln. — Litcrär-hislnrische
Entdeckungen. —
N a c li r i (' li I c ii.
Ijitf rndir.
Neu erschieaene Werke.
55) l'elrus Paulus Vergcrius, päpstlicher Nuntius, ka-
tholischer Bischof und Viirkaiiipfer des Evangelium».
Eine reformationsgeschicblliche .Monographie von Chri-
stian Heinrich Sixt, evangelischem Pfarrer, der Zeil
in iNiirnberg. Mit Verger's Brusthibl und .\LIV Originnl-
briefen aus dem geheimen Archive zu hiiuig«bcrg in
Preiifsen. Braunschweig, C. A. Schwetscliki' und Sohn
(M. Bruhn). IH,55. 8. tiOl Sin.
Zu den Mannern di'S 16. Jahrhunderts, deren inncrcH und
aufsi'res Leben, ergrilfen von den bcuegeiiden Ideen jener Zeit,
das Bild des stürmenden .Meeres diirbielrl, gehurt auch Vrrgcr,
279
Anzeiger für Kumle der deutschen Vorzeit.
2!S0
ein Mann, dfr, boileiitsani in der Kiriliin^fi-scliichli.', Iicntziit^igv
wiediT wenißer beachtet zu werden anlieng. Als um so cr-
Ireulicher hcgrufsten wir die ohengen;innlc griindlichc, von
kundiger und geühler Hand lusannuengefügte Arbeit, die neues
Licht über jenes Mannes inneres und äuFseres Leben , wie auf
die ganze damalige Zeit ausgiefst. Wir lernen zuefsU seine
Thaligkeil in der römisch-katholischen Kirche kennen, weiter-
hin seinen tJlanbcnskampr und Bruch nn't dem Papsllhum, dar-
nach sein Eiiigreil'en in die Keformalion. Die hierauf lolaende
Belehrung über seine Streit- und Lehrschrilten und iiber seine
Correspondenz, welche bisher zum Theil noch gar nicht be-
nützt war, durfte von besonderem Interesse sein.
Ö6J Wc im arisch es Jahrbuch für deutsche Sjirache, Li-
teratur und Kunst, ileruusgegeben vun Hoffmann v.
Fallersleben u. Oska r Scha de. ßd.lV,Vu.VI. Han-
nover, Karl Rümpicr, 1856, 57. 8. 478, 480, 47GStn.
Dieses Jahrbuches Bedeutung für deutsche Sprache und
Literatur hat sich schon zu klar in der iinenilicheu Meinung
herausgestellt, als dafs es hier noch weilerer Auslassung dar-
über bedürfte. Auch diese Bände enthalten für die Geschichte
der ülleru deutschen Sprache und Literatur wie der Sitten
manche vortrelTliche Beitrage, unter denen wir aus Bd. IV. her-
vorheben: das deutsche Ilildcliranllied oder die iranische Sohrab-
sage , von Karl .Antlies in Heft I, mit Bemerkungen dazu von
Reinhold Kiihler in Hell H; Liber Vagatoruni; Schau.spiele der
(jottschedschen Sammlung von 1520 — 1620; von Ur. Oskar
Schade die fleirsige Arbeit „voni deutschen Handwerksleben
in Brauch, Spruch und Lied", Jörg GrafT und Hans VVitzstat,
zwei Liederdichter aus der ersten Hälfte des 16. Jhdts. ; von
K. J. Schroer: ein Paradeisspiel aus Oberiifer in Ungarn. Aus
Band V, H. I : ein Scheines Spiel von Wilhelm Teilen; das
M örlerbuch des Erasjiius Alberus, 1510. II. II. von Dr. Oskar
Schade: das i'upperjspjel Dr. Faust; Brudi'r Bausch ; von Kein-
hold Kühler: zwei und vierzig alteRathsel und Kragen. Bd. VI.
H. L: Spruchgedichle , niitgetheilt von Karl Gödekc; in dulci-
jubilo nun singet und seid froh, (zur Gesch. der lat.-dcutschen
.Vischpocsie). Heft II. von Oskar Schade: über Jünglings-
weihen ; l'cler Lewe, der andre Halenlierger. —
57) Tagebuch Christians des Jüngeren, Kiirst zu
Anhalt: niedergeschrieben in seiner Haft zu Wien, —
im Geleite Kaiser Ferdinands des Zweiten zur Vermali-
lungsfeier nach Inspruck , — auf dem Reichslage zu
Regensburg, — und wahrend seiner Reisen und Rasten
in Deutschland, Dänemark und Italien. Kach dem Mu-
nuscriple der herzogl. Bibliothek zu Cothen herausge-
geben von G. Krause. Leipzig, Djk'sche Buchhand-
lung. 1858. 8. XVI und 320 Sin.
Der Verfasser dieses Tagebuches ist Christian der Jüngere,
der älteste Sohn Christians I., Stifter der Anhalt- Bernburgi-
schen Regentenlinie. Seinen Vater ernannten die Böhmen im
Beginn der zwischen ihnen und dem K. Ferdinand II. «us-
brechenden Feindseligkeilen zum Oberleidherrn, und als solcher
lührle er für den neuen König Kneilrich von der l'falz das
Heer in die Schlaihl am weif.sen Berge. Bekanntlich liel diese
durch die Uneinigkeit der Anfuhrer und die Unzuverlafsigkeit
der Truppen für die Biihnien unglücklich aus. Unter den tie-
fungeneu war auch Christian der Jüngere, der, erst zwanzig
Jahre all, als (liierst an der Spitze eines Fufs- und Reiler-
Hcginients mit grofser Tapferkeit gelochten hutte. Er kam
nach Wien, machte im Geleit des Kaisers mehrere Reisen, er-
hielt wiederholt Urlaub, durchstreifte Deutschland nach ver-
schiedenen Seilen hin , erhielt endlich seine Entlassung in die
Freiheil und Jiiachte eine grofse Reise nach Dänemark wie
nach Italien. Das Tagebuch, welches er hieriiher führte, be-
ginnt mit dem 25. IVov. 1621 und umfafst noch den 6. Sept.
1624. Uelierall spricht sich in demselben ein lebhafter (ieist
und gebildeter Versland ans; indem der I'rinz mit geübtem
Auge beobachlel und das Wesentliclie des Erfahrenen nieder-
schreibt, und zwar regelmäfsig ohne Unterbrechung, überliefert
das Werk nach der richtigen Bemerkung des Herausgebers
einen authentischen Beilrag zur Tageschronik und veranschau-
licht die damalige Geschmackes- und Geistesrichluiig. Insbe-
sondere spiegelt es beachlenswerlhe Zuge zum l.eliensliilde
K. Ferdinands II. zurück, es charakterisiert beilaulig die hoclisl-
geslellleti Männer seiner Umgehung und gibt eine treue Ab-
schaltung vom Wallen und W agen auf den Gebieten der Politik
und des Kriegs. Auf der andern Seile vergegenwärtigt es die
Culturzuslande der besuchten Länder und hehl ihre Eigenthiini-
lichkeilen in vielfacher Hichluiig hervor. Schliefslich ist es im
Ganzen ein trefflicher Beitrag zur Geschichte des Verfassers
selbst, wie der anhaltischen Fürstcnlamilie überhaupt.
Ö8) Port rait- Cala log. Verzeichnifs aller Portraits welche
in Deutschland bis Ende des Jahres 1857 erschienen
und noch vom Verleger zu beziehen sind. .Mit Einschlufs
einer grofsen Anzahl ausländischer Portraits und mit
Angabe der Verleger und Ladenpreise. Bearbeitet von
Johann Heitzmann. .München, Merz u. N>'idtiiayer.
1858. gr. 8. IV u. 429 Sin.
Wir glauben zu einer empfehlenden Anzeige dieses Ka-
talogs in diesen Blättern berechtigt zu sein, da er keineswegs
allein Porträts neuerer Personen , sondern auch eine bedeu-
tende Anzahl friiherer Berühmiheilen , für die noch das In-
teresse wach ist, aufzahlt. Auigerordert fühlen wir uns dazu
aber noch mehr durch die Irellliclie Anlage und Diircliriiliruiig
desselben, die zum Theil im Titel angedeutet ist , sowie durch
die ReiuhhalligUeil, die auf 430 Seilen über 12000 Portrats
mit den nolhigen Anmerkungen auftuhrl.
59) Grundrifs der Geschichte der den is eben Lite-
ratur, von Dr. Johann Wilhelm Schafer, ordeiil-
lichein Lehrer an der Ilauplschulo zu Bremen. .Achte
verbesserte Aullage. Bremen, Verlag von A. 1). Geis-
ler. 18.58. 8. VIII u. 184 Sin.
Der Verlasser , durch andre lileraturhislorische Arbeiten
bereits rtihmlich bekannt, hat im vorliegenden, zunächst für
den Gyninasialuiiterricht bestimmten Grundrifse nicht blos den
Anforderungen der wissenschaflliclien Genaiiigkeil und l'röci-
sion des Ausdrucks entsprochen, sondern auch mit der nullii-
gen Kiirze und Kinfachluil der Darstellung aiisprichende Le-
bendigkeit glücklich zu \erliindcii gcwiifst. Sein Werk, das
nufser der Poesie auch die (ieschichlu, l'hilosnphie, Beredsam-
keit und Sprachwissenschaft niiifarsl, gliedert sich in zwei .Ab-
schnitte, in die ältere und in die neuere Zeil. Uehrigens läfst
281
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
282
er, abweichend von anderen Literarhislorikern lelrtiTi; nichl
ersl mit Opiti, sondern schon mit dem Keforniiitionszcitallcr
beginnen. Die altere Zeit zerfallt in vier Perioden: 1) älteste
Sagen und Lieder; 2) kirchliche und gelehrte Literatur, vom
IV. Iiis XII. Jahrh.; 3) Blülhc der l'oesic im l'iten und \Men
Jahrh.; 4) Verfall dir ritterlichen Dichtung, Durchdringung des
Volksniiil'sigen und der l'rosa. Die neuere Zeit urnlafst acht
Perioden: Ij Kampf des Allen und Neuen, Reformation, 150(1
bis 15.')0; 2) Verschwinden des iNalionalen, Aufnahme der aus-
ländischen und gelehrten Literatur, 15.'J0— 1620; 3) die Zeit
des dreifsigjahrigen Krieges und der Erschlaffung, 1620 — 1680;
4) langsame lintwicklung zum Bessern, 1680— 17J0; 5j Auf-
schwung des i\alionalgeisles im Zeitalter Friedrichs des (irofsen,
Klop.stock, Lessing, Wieland, 1740 — 1770; 6) die Krie<liTis-
zeiten, Reformbestrebungen in Staat und Wisseuscliafl, Herder,
Gölhc, 1770—1790; 7) die Zeit der Revolution und Fremd-
herrschaft, Schiller und die Romantik, 1790—1813; H) die Zeil
nach den Befreiungskriegen, von 181.3 bis auf die (jegenwart.
60) Die classische Periode der deutschen IVatio-
nalliteratur im Mittelalter, in einer Reihe von
Vorlesungen dargestellt von Karl Barth el, Verfasser
der deutschen Nationalliteratur der Neuzeit. Bearbeitet
und herausgegeben von J. G. Findel. Braunschweig,
Verlag von C. A. Schwelsehke und Sohn (M. Brulin).
1857. 8. X und 292 Stn.
Der Verfasser verbreitet sich in zwölf Vorlesungen über
die erste Blülhezeit unserer Dichtung im 12ten und 13ten Jahr-
hundert. Nach einigen einleitenden Worten über die Haupl-
factorcn der mittelalterlichen Bildung, wie über die Ursachen
des gewaltigen Aufschwungs unserer Poesie im Zeitaller der
Hohenstaufen , lenkt er unsern Blick zunächst auf die Erschei-
nungen im Felde der Lyrik, und hier ist es vor Allen \Valllicr
von der Vogelweide, bei dem er mit gerechter Vorliebe aus-
führlich verweilt, .\lsdann bespricht er die epische Poesie,
die Werke eines Hartmann von der Aue, Wollram von Esclien-
bach, Gottfried von Strafsburg und stellt diesen als höfischer
Kunst das Nibelungenlied und die Gudrun als die volksthum-
liehe und reinnationale Epik gegenüber. Den Schliifs der Dar-
stellung bildet die \>'urdigung der didaktischen Werke des
Thomasin von Zirdäre, Hugo von Trimbcrg und Freidank.
Es lag nicht im Plane des Verfassers, eine streng wissenschaft-
liche Arbeit zu liefern und die Literaturwissenschaft mit neuen
Forschungen zu bereichern; schon die Art und Weise der Ent-
stehung seiner Schrift, aus mündlichen Vorträgen vor einem
gemischten Publicum hervorgegangen, lag einem solchen Vor-
haben hindernd im Wege. Der praktische Gesichtspunkt, „dafs
das deutsche Volk und vor Allem die deutsche Jugend aus dem
ewigfrischen Borne der Gedichte und Liciier der Vorzeit
schöpfen, an den Augen klar, nrn Herzen gesund und voll wer-
den möge von thatiger brünstiger Liebe zum deutschen Vater-
land" war ihm vor allem die Hauptsache. Und fragen wir,
wie er diesen seinen Zweck zu erfüllen verstanden, so müssen
wir lobend anerkennen, dafs er niiht blos eine seltene Ver-
trautheit mit dem Stofle und eine begeisternde Liebe für alles
Grofse , Schöne und (Jute des deutschen diistes beurkundet,
sondern auch durch lichlvolle Anordnung im (ianzcn tnd Kin-
iclncn, wie durch eine blühende Llarstellung und nllgemcin ver-
standliche Sprache seinen Gegenstand unsprechend zu behandeln
gewufsl hat.
61) Einige Bemerkungen über die neue Aufstel-
lung, Beleuchtung und Ca la logisirung der k.
Ge mal d c gu 1 1er ie zu Dresden %on G.F.Waagen.
Berlin, Ernst 4 Korn ( Gropius'schc Buch- und Kunst-
handlung). 1858. 53 Stn. 8.
Das neue Gebäude der Dresdener Gallerie initsammt der
Aufstellung hat die Aufmerksamkeit der ganzen kunstgebil-
deten Welt auf sich gezogen und zugleich die höchste Bewun-
derung hervorgerufen, welche gewifs jeder thcilt, der bereits
das Gluck gehabt hat, sie zu sehen. Das Lob war einstimmig,
und der Tadel, der bisher ausgesprochen worden, betraf nur
Einzelheileu und kann das Gesammtvcrdienst des Architekten
Semper, der (iallcriecommissinn nnd besonders auch des Pro-
fessors Hubner nicht beeinträchtigen. Damit stimmt auch das
erfahrene und begründete Urlheil des berühmten Verfassers
dieser kleinen Schrift, die nur der Vorläufer einer gröfseren
Besprechung sein soll, im Wesentlichen überein. Jedermann
verniniint gewifs gern ein so gereiftes Urtheil . je seltner es
gefunden wird, so früh als miiglich. Was das Büchlein ent-
halt, gibt der Titel an. Mit der auch schon von andern ge-
tadelten Erhöhung des .Miltelrauins ist der Verf. nicht einver-
standen, und auch der Ref. bekennt sich zu dieser Ansicht; gleich-
falls findet er an der Beleuchtung einiges auszusetzen. Vor-
züglich richten sich seine Bemerkungen gegen manche Bestim-
mungen des Catalogs. Bekanntlich lilt der alle an vielen Man-
geln durch falsche Angabe der. Meister; im neuen ist nun man-
cherlei abgeändert, vieles aber auch stehen geblieben, was
Hr. Waagen zur Benutzung für die Zukunft zu berichtigen
sucht. Es folgen nun eine ganze Reihe neuer Bestimmungen
mit eingehender Begründung des Urtheils. Darunter werden
auch manche deutsche Bilder der alteren Schulen den ihnen
im Caliilog zugewiesenen .Meistern abgesprochen und andern
zuertheilt.
62) Die architektonischen Styl arten. Eine kurze,
allgemeinfafsliche Darstidlung der charakteristischen Ver-
schiedenheiten der architektonischen Slylarlen. Zur rich-
tigen Verwendung in Kunst und Handwerk . . . Von
A. Uosengarten, Architekt. .Mit 426 Illustrationen in
Holzslich. Braunschweig. Druck und Verlag von Fried-
rich Vieweg und Sohn. 1857. H. XXII u. 356 S.
Die Absicht des Verf. ist etwas vielversprechend; er will
ein Handbuch dem hunsllreund geben, ein ilulfsiiiillcl dem
Architekten, ilcm .Maler, aber auch jedem Kunstgew erksinanii,
um in dem OriKimentaleii die Reinheit des Stiles zu bewahren.
Bei verhaltnir.Mii.ifsiger Kurze und der M eilscliichtigkeil <le»
SlolTes, zumal da auch die freiere Ornaiii<-nlik hereinge/oiicn
ist, kann das Buch nur eine Anleitung sein, den nebten \> eg
zu finden, und anderes wird der Verf. auch wohl nicht be-
absichtigt haben. Innerhalb dieser Grenzen aber erfüllt dal
Buih vollkommen seinen Zweck. Die Darstellung beginnt mit
den indischen Raulen und schliefst mit den Bcdürfnifsen und
HolTnuiigcn der t^geiiwarl. Die Auswahl des Noibw endigen
ist trelTend, die Angaben kurz, verslündig und klar, mit dem
praktischen Blick des Künstlers, und zugleich das .Material und
283
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
284
Volk und Boden, wo ein Slil enlslanden ist, mit wonitrem rirlilig
gewürdigt. Die beigegebenen lahlreichen llolzsriinille, grofsen-
theils von der Hand des Verfassers auf dem Block seihst aus-
geführt, sind ebenso exact gezeichnet wie geschnitten. Das
Buch ist bei Vieweg erschienen, und darum ist es kaum nothig
hinzu/usel/.en, dafs die An.sslattung gleich solide und schön ist.
Hatten wir noch einen Wunsch gehabt, so wäre es der um
einen Index. —
63) .Monumenta \ben bergen sia, uiijeniiber den Muriu-
mentis Zollernnis, oder die Abstammung der Burgcrafen
von Nürnberg und des Königlich Preufsischen Hauses
von Markgraf Adalbert in Kärnthen, Gaugraf im Radenz-
gau und (iraf v. Calw, wie von Abenberg, als Enl<;eg-
nung auf die Urkunden der Monumenta Znllerana und
Verwandtes, von Heinrich Haas, k. Landrichter. Er-
lanaen, Palm'schc Vcrlag.shuchhanilliing. 18.')8. 8. IV
und 64 Stn. nebst 5 geuealog. Tabellen.
Diese Schrift, deren erster Titel mit ihrem Inhalte nicht
recht in Einklang steht, ist zunächst gegen die im vorigen
Blatte unter Nr. 5t angezeigten „Urkunden der Mon. Zoller.
etc." und gegen die schon früher erschienenen „Abenbergi-
schen Phantasien" gerichtet und beabsichligt , dem preufsi-
schen Königshause statt der Verwandtschaft mit den schwäbi-
schen Zollern die unmittelbare Abstammung von dem kärnt-
nischen Markgrafen Adalbert oder Babo beizulegen, von wel-
chem auch die Königshauser Bayern und Würlembcrg abslam-
men sollen. Herr Haas hat diese Ansicht, welche auch vor
ihm schon von Andern (Lang, Dorfmijller, Spies, u. s. w.) ver-
treten worden ist, bereits vor .5 Jahren in dem „Kangau" aus-
gesprochen; kommt aber jetzt, ungeachtet die herrschende An-
sicht durch die Vcrcjlfcntlichung der Mon. Zoller. ebenso wie
durch die thalsächliche Vereinigung der hohenznilcrnschen Lande
mit Preufsen ein erneutes fJewicht bekommen hat, hingegen
auch er seine früher noch mangelhaften Bewcismillel verstiirkt
zu haben glaubt, wieder darauf zurück. Das Ergebnifs seiner
Bewi'isfuhrung, auf deren Einzelnheilen wir liier nicht eingehen
können, ist, die Vermiihhing Friedrichs von Zollern mit einer
(iralin von Abenberg sei eine reine Erdichtung, dagegen seien
die Burggrafen von 1190 an Kachkommen, wenigstens männ-
liche Seitenverwandte der früheren (welche bekanntlich keine
Zollern waren), und es könne ferner der von der (iegenpartei
stark betonte sphragistische Beweis deswigen nicht gellen,
weil die (ilei<hheit der Kamen und Wappen (S ;il ) l'"olge einer
spater als zwecklos wieder aufgelösten Erbeinigung kiinne ge-
wesen sein. Dagegen gibt er sich in dem dritten Theile seiner
Schrift (S. 33 — 64) grofsc MQhe, die Abstammung von dem
Markgrafen Bahn zu entwickeln, und fügt, um diese seine An-
sicht noch anschaulicher darzulegen, fünf mit grofser (ielehr-
aamkeit ausgestattete genealogische Tafeln bei. Die leiden-
schaftliche (Jereizlheil, die sich hie und da in seiner Darstel-
lung, besonders aber in der Vorrede, ausspricht, hiitlen wir
gewünscht vermieden zu sehen, auch deuten mehrere Druck-
fehler (S. 18 statt Ruprecht lese man Rudolph, S. 20 statt
Graf .von Schiüsselberg — Conrad , S. 24 statt dennoch —
demnach, S. 47 statt Traperic — Draperie, anderer zu ge-
schweigen) auf eine hastige Beschleunigung hin , welche bei
einer blus auf dem Gebiete der Wissenschaft sich bewegenden.
dem praktischen Interesse völlig entrückten. Krage für die Klar-
heit der Darstellung unmöglich lorderlich war. Jedenfalls aber
mufs man anerkennen, dafs, nachdem die hohenzollernsche
Frage eine res judicata ist, bei welcher die Verfechtung des
Gegentheils auf weltliche Vortheile keine Aussicht hat, Herr
Haas blos dem von ihm als wahr und recht Erkannten tu
Liebe in die Schranken getreten ist und nicht wenig Mühe und
Fleifs nufgebiiten hat, um wenigstens als ein stimmberechtigter
Gegner zu erscheinen.
64) Die .Museen und Kunstwerke Deutschlands. Ein
Handbuch für Reisende und Heimgekehrte. Von Dr.
Hermann Alexander .Muller. Leipzig, Verlags-
buchhandlung von J. J. Weber. I. u. II. Theil. 1857,
1858. kl. 8. XII u. .540, VI u. 460 Sin.
Bei Erleichterung der Verkehrsmittel und Vermehrung des
reisenden Piiblicunis , dem die über Deutschland zerstreuten
Kunstschatzc zugänglich werden, ohne dafs es gerade durch
Studium zu deren Genufs vorbereitet wäre, mufste sich das
Bedürfnifs nach einem Werke, wie das vorliegende, bald be-
merkliih machen; es kam Alles darauf an, in welche Hände
die Ausführung übergieng, nachdem das „rolhe Buch" und ähn-
liche Werke diesem Zwecke nicht mehr genügten, lieber die
vorliegende Schrift ist gcwifs ein günstiges l'rlheil zu fällen.
Wenn auch einzelne Irrthümer mit unterlaufen, wie es bei
einem so überreichen SlofT wohl nicht anders sein konnte, so
beruht sie doch offenbar auf fleifsigem Studium und, was hier
wichtiger ist, auf eigenem Urtlieile und guleni Geschmacke.
Als Vorlheil des IJuches müssen wir auch anerkennen, dafs die
sogen. Illuslrationci) möglichst sparsam angewandt sind.
6JJ Die B au-Or na m en le a 1 1er J a li rhu n derte an Ge-
bäuden der Königl. Bayer. Stadt Aschaffen-
burg. Byzantinische Periode. I. — \. Lieferung mit
Kupferlafeln. (Programm der kgl. bayr. Landwirth-
schafls- und Gewerbsscliule erster Classe zu Aschaffen-
burg, aufgenummen \ou Jos. Huspes, \erfafst von Dr.
M. IS. Kittel.) AschallVnhurg, 1812—1857.
\> ir halten uns um so eher veranlafst, eine Anzeige die-
ser Abhandlungen über die ältesten Baudenkmäler der Stadt
AschalTenhurg zu machen, als man dergleichen in einem Scliul-
programme nicht leicht sucht und in den einzelnen Aufsätzen,
die indefs im engsten Zusamuienhange stehen und mit der
Zeit eini^ vollständige Monographie der ßaugeschichte der ge-
nannten Sladl abgehen werden, viel mehr geboten wird, als
der Titel auf den ersten Blick verspricht. Denn es wird kei-
neswegs allein von der Ornamentik der in Untersuchung ge-
nommenen Bauwerke gehandelt, sondern diese nach allen Sei-
ten hin. sowohl in lliicksicht ihrer geschichtlichen Entstehung
und l'mwanilliin!;, als ihrer arihilcklonisclien und ornamentalen
Merkwürdigkeiten auf's (iründliehsle belciiclilel und dun h Ab-
bildungen, die namenllii^h in den spateren Jalirgaugeu Irelflii h
zu nennen sind, naher veranschaulicht. Der Herr Verta>>er
beabsichtigt, die Denkmäler der golhischen, wie der späteren
Perioden ebenso zu behandeln und endlich, wenn es ihm ver-
gönnt sein wird, das (ianze vereinigt herauszugeben, was um
so dankenswerther aufziinehnien sein wird, da die Programme
der früheren Jahre fast vergriffen sind.
285
Annpiger Tür Kunde der deutschen Vorzeil.
286
66) Die Aassprache des Millelhochdeulschen von
Reinhold Bechslein. Halle, C K. M. Pfeffer. 185Ö.
8. VIII u. % Sm.
In der Einleilung beklagl der Verfasser die Lurke, welche
die Vernachlässigung der Aussprache des Millelhochdeulschen
in dessen Sludium lasse. Er will durch sein Schriflchen , das
er nur als einen Versuch betrachtet, mehr auf diese Lücke nur
erst aufmerksam machen, als sie ausfüllen. Bevor er zur Be-
trachtung des Mhd. übergeht, wirft er einen Blick auf das
^euhochdeulsche und dessen Aussprache, besonders den Mund-
arten gegenüber. Der Verf. sucht sodann d;is Verliallnifs des
.Mhd. (als Sprache) zu den gleiclizciti;.'en Mundarien darzulegen.
Unterschieden werden Schreibung und Aussprache^ welche beide
mundartlich und erstere noch anderweit getrübt waren. Die
neuen (kritischen) Ausgaben inhdr. Autoren verfolgen , nach
Lachmann's Vorgange, eine einheitliche Recht.-ichreibnng, so
dafs wenigstens eine s chriftge mä fse Aussprache des Mhd.
möglich geworden ist. Zur Betrachtung der laullichen Aus-
sprache übergehend, behandelt der Verf. im I. Abschnitt die
Laute an sich: A. die Vocale (und üiplitongcn), B. die Con-
sonanten; im IL Abschnitt die Verbindung der Laute: die
Silben.
Aufsätze in Zeitschriften.
Ilist. polit. Blatter: 42, 1. Aus der Gesch. des Pietismus
im Wupperthal. I. Einige IVotizen zur Gesch. Elberfclds.
Bund: IVr. 202. Hansii u. Eidgenossenschaft.
Europa: Kr. 30. Die Marienburg. Die Tiefländer u. Ebenen
der österr. Monarchie.
Illustr. Familienbuch: VIII. 9. Hell. Geschichtl. Machrich-
ten aus .Schwaben von d. grafl. Hause Stadion.
Gartenlaube: Kr. 32. Der Landsberg bei .Meiningen.
Die Gr e nzboten : IVr. 31. Eine Bauernhochzeit in Steiermark.
Hausblätter: Nr. 15. Aus dem Leben der Wenden. (Fr.
Friedrich.)
Bayer. Landbote: Nr. 216. Skizzen aus der Gesch. Mün-
chens. I. Einzug K. Karls V. in .München. l.')30.
Deutschi'S Museum: IVr. 29. Subiaco, das älteste Benedikti-
nerkluster de.- Abendlandes, seine Gesch. u. 8, Allerthü-
mer. Nr. 32. Deutsche Volkslieder aus Siebenbürgen.
(Frz. Obert.)
Krankf. ftluseum: Kr. 30. Der Barliariis9a|ialast bei Geln-
hausen in Verfall. (Finger.)
Berliner Kachrichten: Nr. 160. Die Sludjcnlalirl der Ar-
cliileklen nach Preufsen Nr. 165. Das alte Berliner Italli-
haus. (Tielz.) Nr. 172. Keisebilder aus Sud- und Wcsl-
deutschland. I. Nürnberg Kr. 178. Die alte Rciihssladl
Strafsburg. (T.) Allerlei geschichtl. Curiosa aus Berlin.
(Schneider.)
Revue archdni. : Juni, 15. Sceau du roi Lothaire. 977.
(Bordier.)
Hildesheiiner Sonnlagsbla tt: Nr. 49. Die deutsche Trink-
natur. (\V. Andreac.) Nachtrag zu dem in Kr. 23 u. 24
enthalt. Aufsätze üb. d. Slrafsennamen Hildeaheima. Hil-
desh. Sagen. (L. Schulmann.)
Augsb. Tagblatt: Nr. 189. Ueber die bei Ingolstadt Tor-
gefundenen HohlniOnzen. Nr. 212. Reminiscenzen aus der
Gesch. von Wollenburg. (H.)
Fürther Tagblalt, Beilage zu Nr. 79. Zur Urgeschichte
von Fürth.
Unterhaltungen am hausl. Herd: Nr. 42 ff. Der letzte
Spaziergang um die Bastei in Wien.
Zeitschrift für deutsches Recht: 18, 2. Die Talion im
altdeutschen Rechte. (Osenbrüggen.)
Zeitschr. f. histor. Theologie; 4. Erinnerung an die Be-
mühungen der cvang. Geistlichen ungeanderler augsb. Con-
fession in Danzig um kale(het. Bildung ihrer (iemeinden.
Ein Beilrag z. Gesch. der gernian. Kalechetik. (Schnaase.)
Mittheilungen aus d prolesl. Seelen -Gesch. in der hesa.
Kirche. 1. Thl. Im Zeilaller d. Reformat. 1. Ablh. Land-
graf Philipp und die Wiedertäufer,
Neue Hannov. Zeitung: Nr. 235. Hannoversche Kultur-
bildcr. I.
Neue .Muncli. Zeitung, Abendblatt: Skizzen aus dem
frühem iMümh. Leben. IV. Dramaturgisches. Nr. 156. V.
Der „grofse Christoph" am Eierniarkt. Kr. 157 (T. Von
München nach F'reising L Nr. 162. Skizzen aus d. frühem
Münch. Leben. VI. Heinrich der Lowe. Kr. 163. Aus
d. Festrede z. Stillungsfeier d. Ludwigs-.Ma.ximilians-Uni-
vcrsität. Kr.l64n. Von München nach Freising. II. Nr. 171.
Skizzen aus d. frühern Munch. Leben. VII. Nr. 171 f!.
Ueber die Färjjerinseln und ihre Bewohner. Kr. 173 IT.
Skizzen etc. VIII. Armenwesen. Kr. 176. Skizzen etc. IX.
Peinliche Gerechtigkeilspflege. Nr. 178. Skizzen etc. X.
Begräbnifs und Tod. Nr. 180. Skizzen etc. XI. „Das
deutsche Rom." Kr. 182 ff. Die junggermanischc Schule.
Nr. 184 ff. Skizzen etc. XII. Wallfahrten und Gnadcnorle.
Kr. 188. Skizzen etc. XIII. Hochzeit, Ehe, Aberglauben etc.
Zeitung f. d. elegante Welt: Nr. 61 u. 52. Das Petschaft
des Freiherren Alexander von Blomberg. (Barsch.)
Wiener Zeitung: Nr. 164. Das Sternfest in Prag. Histor.
K^tizen zu den neuen Bildern f. d. Stiftskirche Schlägel in
Oberostcrreich. Kr. 169. Golhische Architektur in Rom.
Nr. 170. Das sogen. Donaulaufen bei Aschach in Ober-
österreich.
VemiiHrlite \nclirlcliteii.
79 1 Herr Professor Zöpfl in Heidelberg bat bei Gelegcn-
hiil einer Besprechung der „Quellen zur bayer. und deutschen
(ie.srliichte (lleidi'ili. Jahrbücher, Nr. 31 n. 32) den Kachweif
gcliclert, dafs der berülimle It e g e n s b u r g e r Landfrieden
des Kiin. Riiilolph I. von I2S1 kein allgemeiner, soMiicrn nur
ein speciell fiir Bayern brslinimtcr Lnndfriedi'n und nur eine
neue Rccension der beiden allesicn bekannten ba)erischen Land-
frieden von 1244 und 1255 ist.
80) Prof. v. Sybel gelenkt von Neujahr 1859 an eine
neue histor. Zeitschrift in Mcrtrljiihrlirhen Mcflen heraus-
zugeben. Ueber Inhalt und Form deraelben spricht aich ein
287
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit
288
von Herrn v. Sybel ausgegebenes Circular ans. Es Ist tu
wünschen, dafs diesem Unlernelimen eine allseitige Theilnabme
sich zuwende.
81 1 Der Sladimagistral in KiJln hat die Mittel gewiihrl, einen
Codex diplomalicus ("oloniensis lu veriilTentlichen —
eine Arbeil, welche die (leschichlsfrcundc mit lebhaftem Danke
aufnehmen werden. Aufser dem städtischen Archivar ür. Ennen
wird sich Dr. Eckert der Herausgabe dieses Werkes, welches
au.i drei Banden bestehen soll, unterziehen.
82j Einer der thätigsten Gönner altdeutsch- christlicher
Kunst ist der Bischof Heinrich von Passau. Der Foririator
Keim in .München ist beinahe gänzlich für ihn in Anspruch ge-
nommen. Wir sahen aus der Kapelle des h. Emmeran
tu Regensburg die Tumba der Aurelia, einer Kdnigsloobter
aus Frankreich, die erhaben gearbeitete Statue der Gemahlin
Kaisers Arnulph, Ulta, von einigen auch Henima genannt, dann
die Statue des hl. Emmeran und des hl. Wolfgang, wie die des
Herzogs Heinrich. Eben jetzt befindet sich Formalor Keim in
Bamberg, um dort das Grabmal Kaiser Heitiricbs und Kunigun-
dens, der Patronen Oberfrankens, im Auftrage dieses Kunst-
gönners abzuformen.
83) Se. Maj. der Konig von Bayern beabsichtigt dem
Dichter Wolfram von Eschenbach, welcher in Stadt
Eschenbacli um das J. 1235 gestorben und in dem Frauen-
-Münster beerdigt ist, ein grofsartiges Denkmal zu setzen.
Es soll auf den Marktplatz zu stehen kommen, und ein steiner-
ner Brunnen als Grundlage gebaut werden.
84) Die äufscre Sc blofska pelle ru Burghausen wird
dem Vernehmen nach im kommenden Monat September nach
vollständig erfolgter Restauration dem Gottesdienst wieder er-
öffnet werden.
85) Beim Renner'schcn Bau auf dem .Ncupfarrplatzc zu
Regensburg haben die Arbeiter im Grunde eines verfallenen
Gewölbes eine nicht unbedeutende 0"'""''''' (lold, thcils
Goldstaub, theils gröfsere Fragmente gefunden. Bekannt-
lich war da die alte Judensladt, und der ganze Platz ist beute
noch von unterirdischen Gewölben und nach allen Richtungen
laufenden Gangen durchzogen. Unfern des Fundortes kam
gleich im Beginne der Fuudamenlierung ein vollständig con-
struierter Schmelzofen tu Tage.
86) Die vollkommene Herstellung des aus dem Ende des
15. Jahrh. stammenden grofsen 0 rgcl- Wa I z w e rkes auf
der Veste Höhen-Salzburg, bekannt unter dem Namen
des „Hornes" (in altern Urkunden auch der „Stier" genannt)
ist in diesen Tagen auf entsprechende Weisi' erfolgt. Dem Kon-
servator Herrn Süfs ist es mit Hilfe dankenswerther Geldbei-
träge von Alterthunisfreunden gelungen, dieses seit langer Zeit
in Verfall geralhene werthvolle Stadt - Wahrzeichin noch zur
rechten Zeit tu reiten.
87} Die tausendjährige P redigersäul c vor dem Peters-
thore in Regens bürg, welche der Ausbesserung wegen ab-
getragen war, erhebt sich verjüngt wieder; Kunstfreunde wer-
den sie nicht ohne Interesse betrachten. Die Sage bringt die-
selbe mit Karl dem Grofsen in Verbindung.
88) Die Buden, mit welchen das sch<mc und reiche Süd-
portal des Kaiserdomes in Frankfurt umstellt ist, sind in
den letzten Tagen tum Bedauern aller Kunst- und Alterthums-
freunde wieder ergänzt und neu hergerichtet worden, während
man allgemein schon längst ihrem Abbruche entgegensah.
89) In der Nähe von Wahn in Preufsen wurde von Torf-
gräbern ein Kahn gefunden, über welchem sich eine Moor-
schicht von etwa 7 Fufs hoch gebildet hatte. Dieser Kahn
gehört geniäfs seiner Bauart dem grauen Alterlhume an; er ist
ganz aus einem Baumstämme, einer Eiche, gezimmert, ist 17
Fufs lang, 2'/, F. weit, und hat in seinem hintern Theile einen
bequemen Sitz,
BO) Die F'euersbrunst zu Bcihmisch- Aicha am 28, Juli hat
ein interessantes vaterländisches Alterthum schwer beschädigt
und wahrscheinlich den grofsten Tbeil der Sehenswürdigkeiten
desselben vernichtet; wir meinen das alle, jetzt fürstlich
Roha US che Schi 0 f s daselbst, dessen altere Geschichte aus
den bis jetzt bekannten Quellen sieb nur lückenhaft zusam-
menstellen läfst.
Inserate und l$eKaiiiilm;uiiiiiii>;(Mi.
1 1 I In der artistischen Anstalt des germanischen Museums
sind die Köpfe Christi, .Mariae, Johannis, der .Magdalena, des
Nicodemus und Joseph von Arimathia aus dem grofsen Relief
in der Kirche zu .Maidbrunn, sowie die Kopfe von .\dam und
Eva aus den Figuren am H<'Mj[ilportale der .Marienkapclle tu
Würzburg, sammtlich Meisterwerke von Tillmann Ricmcn-
schneider — vor deren neueren Ueberarbeitungen abge-
formt - in sauberen (! y ps a bgus se n tu hüben, die erslereii
zu 3 n., die letzteren tu 5 fl. das Stück.
Verantwortliche Redaction: Dr. Freih. v. u. z. Anfaeaa. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. FrommiDn.
Druck TOD Fr. Camp« Jh Hohn in Ntlmberg.
EXTRA-BEILAGE
■/. I M
A\ZEUiEU FIH lilXDE DER DEl TSCIIEN VORZEIT.
An die Stadtverordneten zu Gotha.
VV enn clii.' Stadlvcrordiittuti Berlins im Gegensatz zum Magistrate ihre Zu6tiiiiinun<; zur UiitcTslutzung des gernjani-
sclien Museums versagen zu müssen glaubten, weil dasselbe zu wenig für neue Anschaffungen und zu viel für Besoldungen.
Porto etc. verwende, so konnte unserseits die Sache wohl mit Stillschweigen iibergnngen werden, da jedermann, der nur
irgend einen Begriff von dem Zwecke des Museums als deutscher Centralans ta 1 1 hat, wissen mufs, dafs gerade in
dieser vermeintlichen Beschuldigung ein Lob fiir die Verwaltung des .Museums liegt, indem sie die Pflicht hat, sparsam in
Anschaffung eigener Sammlungen zu sein, um desto freigebiger für Herstellung der schriftlichen und bildlichen Kepertorien
über andere Sammlungen sorgen zu können, welche das weit zerstreute Material für deutsche Kunst- und Geschiclilsi|uellen
enthalten und nach wissenschaftlicher Ordnung hier in ein grofses Ganzes verarbeitet werden sollen. Hiefür sachver-
ständige Miinner der Wissenschaft und Kunst als standige Beamte der Anstalt zu gewinnen, deren Besoldung freilich zur
Zeit noch sehr mäfsig ist, kann überhaupt nur derjenige tadeln, der von der Sache nichts versteht. Durch diese statuten-
widrige und daher offenbar irrige Ansicht konnten Vorstand und Verwallungsausschufs, die für sich keine Besoldung
beziehen, nicht weiter berührt, als höchstens zu dem Bedauern gezwungen werden, dafs es noch mitten unter Gebildeten
Viele gibt, die von der grofsartigen Grundidee des gemeinsamen deutschen IVationaljriuscums noch gar keinen Begriff haben.
Nicht mit Stillschweigen können wir dagegen das dieser Tage durch die Kranklurtcr Postzeitung (II. Beilage zu Kr. 204 :
d. d. Gotha, 4. Aug.) bekannt gegebene und nicht widerrufene Votum der Stadtverordneten in Gotha übergehen, welches
ohne nähere Angabe „in wiefern" der Verwaltung des germanischen Museums vorwirft, „es werde mit den zufliefsenden
Unterstützungen nicht gut ge wirthschaftet". In dieser Allgemeinheit hingestellt, ist dies ein Angrifl auf Ehre und Kecht-
schalfcnheit derjenigen Personen, welche mit diesen öffentlichen Geldern zu wirthschaften haben, und dies sind die Vorstände
und der den Verwaltungsausschufs vertretende Lokalausschufs. Wenn wir nun auch gegenüber der Stadt Gotha, deren Haupt
und Glieder noch keinen Pfennig zu unserer deutschen IValionalsache je bezahlten, liechenschalt zu geben nicht schuldig
wären, daher auch gerade von dorther solch eine schwere Anklage höchst befremdend erscheint, so sind wir doch zur
Beruhigung aller guten Deutschen, die gerne bisher zu einer gemeinsamen Kationalsache, sei es viel oder auch nur ein
Scherflein, beitrugen, verpflichtet, uns zu rechtfertigen, und fordern zu diesem Zwecke hiemit das löbliche Stadtverordnetencolle-
gium zu Gotha öffentlich auf, seine öffentlich ausgesprochene Beschuldigung mit Thatsuchen und Ziffern zu belegen,
nachdem unsere Rechnungsausweise der letzten Jahre gedruckt in Händen der Herrn Stadtverordneten sind, in der Erwartung,
dafs die Stadl (Jollia in ehrenhafter Weise uns Genugthuung gebe.
Nürnberg', am II. August IS.tH.
Jm ganten des Uoifaiulcs und di-.'j ä.'onilaii.sfduiD'i'.'i des (jormaiufchfu illufounifi di'DVn I. üorjland:
Hans Freiherr V. U. zu .VufsefS, Ur. Jur. u. k. b. Kümmerer.
Das germanische Museum und das Berliner Votum.
Breslau , 26 Juli. Der Slaillvernnlnilc Herr I{ e i ni e r hat, wi;nn die Bcriclile der Zeitungen hierüber das Zuverlässige
sagen, in der Versammlung der Stadtverordneten zu Berlin die Verwaltung des „Germanischen Museums" zu IVijrnberg
liinsichtlich der Verwendung ihrer Gelder herb getadelt, in Folge wovon die Versammlung den vom Magistrat gestellten Antrag,
eine jiihrlichc Beisteuer von 200 Thalern für jenes Institut zu bewilligen, verworfen hat. (Vgl. Sonnabend -Mitlagblatt der
„Schles. Ztg.", erste Spalte.)
Es ist eine wesentliche Bestimmung unserer Zeit, dafs ein jedes, zumal jedes gemeinnützige Beginnen \ur die
Oef fcn tl ich kei t Irele und dafs es hier der strengen Kritik unterzogen werde. Dies ist der Weg, Irriges zu beseitigen,
richtige .\n3icl1t von den Dingen zu verbreiten; wo eine Kritik sich auf falsche Voraussetzungen stellt, mufs sie sich selber
wiederum die Kritik gefallen lassen. Es wäre wohl Pflicht gewesen, dafs der Berliner Berichterstatter, bevor er sein abfidlige»
Gutachten vor die Stadlverordnetenversnmmlung brachte und damit nicht allein die obeubemerkte eine naclilheiligc Wirkung
erzielte, sondern auch leichtlich weithin eine .Mifsstimmung gegen dos „Germanische Museum" hervorrief, sich nicht hlofi
mit den trockenen Zahlen des Rechnungsabschlusses, sondern auch mit dem Zwecke und den .Mitteln des „(icrmanischcn
.Museums" eingehender bekannt gemacht hatte, als dies, dem gesprochenen l-rlheile zufolge, der Kall gewesen sein kann, l'm-
somehr Pflicht ist es aber auch, einer schiefen Auffassung entgegenzutreten, als es sich hier um ein natiODaleS
Institut handelt, für welches jeder Deutsche einen Herzschlag vcrspiirin »oll; ein Institut, da» berufen und geeignet ist, einen
der wenigen .Mittelpunkte ffir deutsch -nationnies Bcwufstsein abzugeben, ein t'entruni für die geisligi'n Schatze unserer \ er-
gangenheit wie für die Arbeiten der Zukunft; — ein Institut enillich, welches lediglich auf die frei dnrgcbolencD
Hülfs- und Geldmittel deutscher Fürsten und Volker die materielle Seile seines Bestehens gründet.
Der Hr. Berichterstatter der Berliner Sladtvcrorcinelen-Versariimlung tadelt, dafs von den Einnahmen des „Genn. Museumk'
der üherwicende Theil für Benmlcnlicsoliiiinscn , ein ehenfnlls grofser fiir I'nrto und Dnickkoslon , luul nur der kleinste anf
Ankaufe verwendel worden sei.
Erster nicht nur, soniliTii a II c i ii it; ir Zvvcik des „Gerni. .Museunjs" aber, dem alle seine uhrigen Zwecke sich unter-
ordnend entspringen, ist: ein General -Repertorium zu sein, resp. zu werden, in welchem die Forschung für Wissenschaft,
wie fiir den praktischen Bedarf (für Ueclitsenlscheide z. B., wie für künstlerische Zwecke) [Nachweis finden kann iibcr
jedes Moment des geschichtlichen Daseins der Nation, iiber Thatsaclien, wie über Culturzustan d e. Qaellen hielür sind
ebensowohl Urkunden, Acten und Bücher, als Bildwerke, .tliinzcn, Geräthc, ebenso Geschichls- wie Kunstalterthiimcr. Ver-
einzelte Samnilungeo nach diesen Richtungen hin bestehen in Deutschland gröfsere und kleinere an sehr vielen verschiedenen
Orten, in Archiven und Kiin.stkanimern der Staaten. Fürsten, l'roviozen und Comniunen nicht allein, auch bei Vereinen, bei
Saninilern, auf StaiiiinscblOssern, in KlOstcrn, Kirchen undS(hulen. Das „Germanische iMuscum" will all diese ZQSamnien-
bringen. Dafs dies in natura nicht geschehen kann, dawider zeugt ein Blick auf die alsdann niitliigen Raum- und (ichhcrliall-
nisse, sowie der natürliche Widerspruch der Eigcnthünier. Das „Germ. .Museum" kann also sein Ziel grüfstentheils nur an-
streben im Wege Iheils der Verzeichnung, Ibeils der W ach b il d u ng ; die eigene Sammlung wird, wie umfassend immer,
doch stets das .Mindere sein. Der bereits in Einzelsamnilungen aufgehobenen literarischen und antiquarischen Gegenstände sind
weit und überwiegend mehrere, als der zum Eigenerwerb noch in freier Hand befindlichen. Hieraus schon folgt von
selbst, dafs die Anfertigung der Rcpertorien einen beivveitem gröfsern Kraft- und damit Geldaufwand in Anspruch nehmen
wird, als das Einheimsen und Aufspeichern eigener Schätze, deren übrigens, Dank dem unter uns noch lelicndcn nationalen
Sinne, aus allen Gegenden, selbst von dem fernsten Auslande her, geschenk w eise Vermehrung reichlich zuflicfst, wie das
Organ des .Museums allmonatlich nachweist.
Was thun denn die „Bcainlen" des „Germ. Museums"? Befassen sie sich etwa hinler dem grünen Tische mit uiipraklisclicm
Schreibwerk? Nein, sie arbeiten aus dem an das „Museum" gelangenden Maleriale die Repertoricn aus, welche schliefslich
Kachweis geben werden über jedes Vorhandensein der Quellen für jegliche cullur-, kunst-, literatur-, rechts- und politisch-
geschichtliche Krage auf deutschem Boden. Hiezu sind nicht blofse Schreiber genügend; es bedarf wissenschaftlich and
sachlich gebildeter Männer. Gleichwohl ist deren Besoldung, hei angestrengter Arbeitszeit, eine sehr geringe, und erst im
vor. Jahre auf das Nothdürflige gebracht worden (vergl. letzten Jahresbericht des „Museums"). Es befinden sich ferner unter
den „Beamten" des „.Museums" Gypsgicfser, Zeichner, Stecher, Buchbinder u. a. für die Zwecke der Anstalt fest Beschäftigte.
Es werden fopien oder Zeichnungen sowohl von geliehenen Gegenstanden, lAs von denen des .Museums selbst abgenommen,
um für letztere andere einzutauschen. Solcher Tausch findet bereits in Lebhaftigkeit statt. Die Repertoricn aber haben,
obwohl das Institut doch erst an der Schwelle seiner Aufgabe steht, unter Mitwirkung des „Gelohrlen-Auschusses" (iüO Kotablcn
deutscher Geschichtswissenschaften etc., Jeder für ein bestimmtes Fach) schon eine grofse Anzahl an das Institut gestellter Auf-
gaben von Forschern, wie von Künstlern, wie für Privatinteressen (Rechts- und F'aniiliensachen) zur Erledigung gebracht, und
im nJichsten Bande der „Denkschriften" des .Museums erscheint ein Organismus der Quellen fiir den frankischen Kreis —
auch von den „Beamten" gearbeitet. Die Ordnung bei den Repertoricn folgt dem vom Sclmpfer des Museums, Frlirn. Dr. v.
Aufsefs, aufgestellten „System der den tsche n G esch ichls- u n d A It erthii ms k ii n d e " (Niirnberg, artislisch-lilerar.
Anstalt des Germ. .Museums, 1853. 18 S. 4°.).
Für den angegeben Zweck des „Museums" ist es unbedingt nothig, dafs die Resultate seiner .\rbeit bekannt geiiiaclit
werden. Daher die angefochtenen „Druckkosten". Auf dem Wege des Druckes erst kann man erfahren. Was vorhanden.
Was verzeichnet, Was noch zu bearbeiten ist. Andernfalls müfstc sich die Correspon d en z ins Unzubewältigendc steigern!
Eine Menge Vorfragen finden in den Druckschriften des Museums ihre Erledigung. Die „Denkschriften" geben int I.Bande
eine Uebersicht des Organismus der Anstalt selbst und alles z. Z. bei ihr Vorhandenen. Im „Anzeiger für Kunde
der deutschen Vorzeit" sannneln sich die laufenden >achrichten über Vermehrung etc., und werden Arbeilen, aus den
Materialien des „Museums" sowohl, als auch andere, veroflentlichl. Beiderlei Druckschriften bringen übrigens durch huch-
händlcrischen Betrieb einen Theil der für sie aufgewandten Kosten wieder ein. In den „Jahresberichten" verkehrt das
Institut mit seinen verbündeten Vereinen, Anstalten und Personen. Es sollen übrigens fortan nur alle 3 bis 4 Jahre deren
erscheinen (vide 4r Jahresbericht Pag. 5). In den Aufrufen und Ansprachen endlich tritt das „Germ. Museum" immer
wieder erneut unter das deutsche Volk, die Theilnahme in immer weiterem Kreise anzuwerben.
D.-iniit aber Niemand glaube, die Räume des „Museums" seien lediglich von ..licamlcn' iiml Druckern und Itcgislerlulian-
ten eingenommen, fügen wir hier schliefslich einige wenige Zahlen bei. Di<' eigenen Sammlungen des Instituts, welche gleich-
sam die illnstrirtc Seite zu seiner geschriebenen bilden, umfassen bereits an Waffen, Kirchen-, Kriegs- und
Hauagcräth 3000 Stück, an historischen Abbildungen von Begebenheiten, Monumenten, Gebäuden, Sladteansichlen, Bild-
nissen etc. 6200 Blätter, an Skulpturen und Seh nilzwcrken in Originalen und Abgüssen 600 Stuck, an IIa ndieichnungcn
Kupferstichen und Holzschnitten 3700 Blätter der vorzüglichsten Meister, an Siegeln und Wappen 9000 Stück, an
.Mtinzen und .Medaillen 4.')0() Stück, ein Archiv von 12,000 Urkunden und Actenliänden, eine deulsch-hislorischc Bibliothek
von 25,000 Banden. Die Ordnung dieser Schätze ist natiirlicb ebenfalls Sache der „Beamten" des Museums. Das Reperto-
rium der deutsch -historischen Literatur zahlt beiläufig schon über fiO,00(» INummern, darunter 2."), 000 fiir llandsrhrillcn , nebst
3R,000 Nummern dazu gehöriger Namens- und Sachregislerhlattcr, das Reperlorinm der rrkiinden an l.!0,000 IVummern, das
der Kunst- und Allerthumsgegcnstände .51,000 ^ummern,-das Bilderrepertorium 14,000 Durchzeichnungen ; das (ieniTal-
Repcrtorium zur vollkommenen Uchcrsirht de» Ganzen 70,000 Blätter. Lauter „Beamtenarbeit".
Mochten alle Zeitschriften, welche den dicsir Zeilen veranlassenden Bericht aufgi uoniiiicn haben, auch ihnen eini'u Platz
in ihren Spalten einräumen. Th. Oclanor.
(Ans <ler Sehlciischcn Zeitung, Nr. S.'i.T , 1. Aug. IH.'iH.)
Druck TOD Vt. Cuapc A Sohn In KQmbtrf .
269
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
270
5512. J. A. Bihrend, Briefe an E. (i. Bald.nger üli. die wahre
BeschalTcnh. des neu inspirirlen Feurrhacher Madgens.
1 768. 8.
5513. Nachr. v. Paul 1. üelangunn zur Würde eines Grofs-
ni.isters d. Ordens St. Jchann v. Jerusalem. 1799. 8.
Hist. Verein für Krain in l.aihach:
5511. Drrs., Miilheiliinecri. März und April 1858. 4.
Dr. L. Spengler, ll.drath, m Ems:
551.^.. Uers., <;esthiihle d. analümiseheu und Entbindungs- In-
stituts zu Herborn. 1858. 8.
Gemeinderath der grofsherzogl. bad. Stadt Frei-
burg i Br. :
5516. Küwe Slaitrechtcn vnd Statuten der lüblichen Statt Fry-
burg im Pr)rs;,'ow. 1520. 2.
5517. H.Schreiber, Urkundenbnch d. Stadt Freiburg im Breis-
gnu. 2 Bde. 1828—29. 8.
5518. Dingrodel von Zarten. 1826. 4. 2 Ex.
5519. Kicffer-Ordnung, vnd Tax d. Stadt Fryburg. 1718. 4.
5520. Taxation des Lidlohns hernach bemerkter im Tagwerk
arbeitender Haudwcrcks-Leuthen. 1717. 2.
5521. Baadenweyler.- Freyburg, erneuert- und verb. Wehr-
Ordnung. 1759. 2.
p W. Quack, VerlagsbuchhdI., in Stüttjarl:
5522. iieili-nlMirtjer Bibel. 1856. 1.
5523. C. E. Renner, die Psalmen, bearbeitet. 1857. 8.
L. J. Fues, Verlagsbuchhdl., in Tübingen:
5521. .M Eifert und K. Klüpfel, Gesch. und Bcschr. der Stadt
und Universil. Tübingen. 2 Bde. 1849. 8.
5525. L. Schinid, Gesch. d. Pfalzgrafen v. Tühingen. 1853. 8.
5526. K. Th. Keim, schwabische Reformationsgesch. 1855. 8.
5527. L. F. Heyd, Ulrich Herzog zu Wiirltrmberg. 3 Bde.
1841—44. 8.
5528. C. f. Gratianus, die Ritlerburg Lichtenslein. 1844. 8.
Th. Stier, Professor, in Willenberg:
5529. Ur. Martini Lntheri una M. Phil. Melanchlhonis duae
episldlae inedilae nunc prinium juris publici faclae a
Ih. Stier. 1«.')H. 4.
Wagner'sche Buehhdl. in Innsbruck:
553(1. (io.Hredi Viuri.ensis Carmen de gcslis Fridcrici primi
impcrat. in Italia. Ed. J. Ficker. 1853. 8.
5531. Jos. Thaler, Gesch. Tirols. 1854. 8.
5532. Jos. Fehr, üb. d. Enlwickel. und den Kinflnfs der polit.
Theorien. 18.55. 8.
Carl Lindow, VerlagshdI., in Berlin:
5533. A. F. Wessciy, Berlin v. d. ältesten bis auf die neueste
Zeil. 1. u. 2. Bd. 1855—56.
Graf A. Marschall, k. k. hiimmerer, in Wien;
5534. llirlenreld, vor hundert Jahren! Erinnerung an Olnmtz
und s. ruhmvollen Verthcidiger. 1858. 8.
Höstermann, l.andgerirlilsrath, in Saarbrücken:
553... (J. de Maiiv.llon), histnire de la vie et du rignc de
Fredorir-Guillaume roi de Prusse. 2 Bde. 1741. H.
5536. Der«., reniar(|ues sur les germanisme«. 2 Bde. 1753
u. 1759. 8.
5537. (Ders.), hisloirc de la derniere guerre de Boheme. 3 Bde.
1745-47. 8.
5538. (Uers.), histoire de Gustave-Adolphe. 4 Bde. 1764. 8.
5539. Heb. d. Wcrlh einiger deutscher Dichter. 2 Sl. 1771
— 1772. 8.
5540. Ders., philos. u. polil. Gesch. d. Besitzungen und des
Handels d. Europäer in beid. hallen. 1—7. Th. 1774
— 1778. 8.
5542. Ders., essai hisloriquc sur i'art de guerre pendanl la
guerre de Irente ans. 1787. 8.
5543. Dass., 2. Ausg. 1789. 8.
55<!6. De Rhyn-Stroom. 1744. 4.
5567. J. van \> yk Roelandszoon , nigemeen aardrijkskundig
woordenboek. 7 Bde. 1S21-26. 8.
5583. Schlickcysen, lopogr. Beschr. d. Regierungsbezirks Trier.
1833. 4.
5586. Zeugnifse d. Glaubens d. d. Kurfürsten Joachim II. etc.
1855. 8.
5587. Thomas, Hans Ulrich Srhan-Golsche. 1842. 8.
5594. BeneJicti .\IV. declaralio super matrimoniis inier prote-
slautes et Calhnlicos. 1746. 8.
5596. G. Hüstermann, de praecip. communionis bonorum elTecli-
* lins in dynastia Gimhorn-i\eusladl. l791. 4.
5597. Gewohnheitsrechte in Güterrechten der Ehegatten, etc.
Handschrift. 19. Jahrb. 2.
5541, 5541—65, 5568-82, 5584-85, 5588—93, 5595, 5598—
5G0Ü, 71 Bande.
Frau Eichacker, geb. Presser, zu St Johann:
5601. F. Küllncr, Gesch. des vormal. Nassau -Sarbrück'schen
Landes. 1841. 8.
Dr. Schmidtborn zu Saarbrücken :
5602. /)•;,■ xfavJ,\- rfi«.?»,'";-' tirayra. Ndunm Teslamenliiin.
1846. 8.
HI Q Yf_ Brandt, Direclur der hohem Töchterschule zu
Saarbrücken:
5603. Ders., die hüli. Töchterschule zu Saarbrücken. 1857. 8.
5604. Ders., chrisll. Lebensbilder. I. u. 2. Cyclus. 1855 u.
I .S58. 8.
Ferd, Dietzsch, A.lvocatanwalt am k. pr. Landgericht zu
Saarbrücken :
5605. Verhandl. u. Beschlüfse d. Geraeinderathe der Städte
Saarbrücken u. Sl. Johann betr. die Umwandlung d.
Gymnas. daselbsl. 1855. 4.
.5606. Die k. Provinzial-Gew erbeschule zu Saarbrücken. 1857. 8.
J. H. König, Pfarrer zu Sulzbach bei Saarbrücken:
5607. Verhandl. d. 18. Versamml. der Kreissynode Saarbrücken
am 4. Oktober 1854. 8.
J. G- Schirmer, Superintendent, in Saarbrücken:
5608. Der.-., l're,!. z. (iedachln. des Dr. W. Follenius. 1850. 8.
J. W. Leschke, Verwall.r der Hellungsanslalt in Schrei-
berhou in Schlesien :
5609—10. 2 Bde.
5611. Fr. Anders, Valentin Trotzcndorf, Schlesiens Schulmeister.
1856. 8.
F. Koch, l'farrer, zu llerstein:
5612-13. Fr. Back, (iedachluifsrede auf Friedrich d. Frommen
v. der Pfalz. 1857. 8, Mit noch einer Schrifl.
.Mill. IF. K.M-kl, Friedrich III, ^•hurnir^l i. l'rMl»i:n.r 1857.8.
271
Anzeiger für k'umie di'r deulsclien Vorzeil.
272
561Ö. (A. J. Scböler), d. 300jälir. RcformalionsjulHl. zu Siiii-
niern. 1837. 8.
5616. Mil norh 2 Biinden.
G. Schumacher, l'f:irrcr, xu Gcrsweiler:
5617 u. .^KIS. 2 Wirke.
J. Petersen, (llierpTarrer, zu Sl. Juliann-Saarhri'uken :
56iy •]. Ürc-i Srlinltin. 4 Bde.
Höstermann, Landgerirhisralh, in Saarbrücken:
362:^. 1,1' Öngt;, Ullas historii|iie, gent'alogifjue etc. 0. J. gr. 2.
5623—23. Allase. 16 Bde.
Wiegandt <fe Grieben, Vcrlaü.slnulifKlI., In Berlin:
5626. 1). Krdriianri, Wjiilned oder Bo;iifacius. 1H55. 8.
3627. Willibald, Leben d. heil. Boniracins, übertragen v. H.
K. Bonnell. 1856. 8.
K. J Schröer, Professor, in l'resburg:
5628. üers. , Aachlrag zu d. deutschen Weihnachlsspielcn aus
Ungern. 1838. 4.
Dr. K Hase, geh. Kinhenrath und Professor, in Jena:
562'.!. I).r.s., (Im, yeislliclu- S(liaii>|)iel. 1858. 8. ,
Se. Erlaucht Graf Franz Eberhard zu Krhaih-Erbach:
5630 — 31. Dan. Sehneider, hoeh-gratl. Erliachische .Slarunital'el
oder hiiehgr. E. Historie. 1736. 2. Mit e. weitern Schrill.
Wilh. Braunmüller, U. k. HofhurhhdI., in Wien:
5632. Job. hutschker, d. Eherecht der kalhol. Kirche. 5 Bde.
1856—58. 8.
5633. H. F. Brachclli, deutsche Slaatenkuude. 2 Bde. 1857. 8.
5634. K. Zinnnerniann, Gesch. d. Acslhetik. 1. Tbl. 1858. 8.
5635. G. Phillips, vermischte Schriften. 2 Bde. 1856. 8.
5636. Lennh. I'appus, e|)itonie rer. germanicaruni, herausg. v.
L. Arndts. 2 Thie. 1856-58. 8.
5637. F. Bisehofl, oslerr. Stadtrechte u. Privilegien. 1857. 8.
5638. F. II. AI. Zippe, Gesch. der Jletalle. 1857. 8
5639. J. .Müller, d. Apothekerwesen in s. gesetzt. Bestimmungen.
2. Aufl. V. M. Macher. 1858. 8.
5640. K. Kink, die Kechtslehre an der Wiener Universität.
18.33. 8.
5641. F. W oll, über vvissenschaftl. Akademien. 1856. 8.
5642. J. fl. V. hremcr, d. longobaritisch-osterr. Lehenrecht.
2 rille. 1838. 8.
5643 Echte Lieder von Gudrun, nach MiillenhofTs Kritik v.
K. A, Hahn. 1853. 8.
5644. Auszwal ausz Gottfrids von Sraszburg Tristan, herausg.
von K. A. Ilalin. 1H55. 8.
k. k. Centralcommission z. Erforsch, u. Erhaltung
der Baudenkmale m Wien:
5615. Um»., Mmh.ili.ngin. Hedakt. K. W eifs. III. .lahrg. .Iiini.
18.58. 4.
C. C Meinhold dfc Söhne, llofbuchdruekerei, in Dresden:
564»i. (i. Kühler, das Klustur d. hl. Petrus auf d. Laulerberge
bei Halle. 18.37. 4.
.3647. F.Bülnu, d. deutsche Gesch. in Bildern. I. B<l 1. Il;drie,
u. 3. Bd. Lief. 1 — 10. 0. J. qu. 1.
G. H. Wigand, \ Crlagshdl., in Gollingen :
3648. (. W . M. (iruin, Bibliothek der angelsachs. Poesie.
2. Bd. Te\l IL 1858. 8.
C. Bertelsmann, BuchhdI., in (iüler^ll)h:
."i()19. rae.lrniin's des .\ngelsai'lisen liililische Itiehtuiisen. Hrsg.
V. K. W. Bouterwck. 1834. H.
5630. Der valerlaudisrhe Hausfreund. Hrsg. v. F. E. Keller.
I. u. 2 Bd. 1857. 8.
J. B. Metzler'.si'he Bnchhdl. in Stnllgarl :
5651. Gerir.ania. Hrsg. v. Frz. Pfeiller. III. Jahrg. 2. Hfl.
1 838. H.
Friedr. Regensberg, Bmhhdl., in Münster:
5652. L. Perger, Otto von Ritberg, Bischol v. Münster. 1858. 8.
Herrn. Böhlau, Verlagshdl., in Weimar:
5653. .\. Beck, Johann Friedrich der .Mittlere, Herzog zu Sach-
sen. 2 Theile. 1858. 8.
Hahn'sche Hiifbuclihdl. in Hannover:
.3654. Archiv der liesellseh. f. allere deutsche Geschichtkunde.
Hrsg. V. (i. H. I'erlz, 11. Bd. 5. u. 6. Hfl 1858. 8.
C. Th. Schlüter, VerlagshdI., in Altona:
5655. A. II. Hansen, Chronik von Wand.-,berk. 1834. 8.
5656 n. 57. 2 weitere Werke.
Brodtmann'sche Buch- und KunsihdI. in SrhafTtiauscn :
öfinS. Die .'^ihweiz. Monatsehrift von L. Eckardt 4- P. Voluiar.
.\r. li 11. 7. 18,38. 4.
Ad. Büchting, Verl. u. Anlii|n.-Ildl., in Kordhausen:
5659. C. Voeke, Sundershauscn u. s. Umgebungen. 1838. kl. 8.
Dr. J. H V Hefner- Alteneck, Prufcssur u. Couser-
valor, in .Miimlien:
5660. Job. Anricola , Sjbenliundert vnd Fiinlftzig Teütscher
Sprichwörter. 1534. 8.
F. Wiggert, Professor u. Gymnaslaldirector, in Magdeburg:
5661. Ders. , über Marlin Luthers Seliiilerlelien in Magdeburg.
1851. 4.
5662. W. F. Pax , Keile, gehalten auf d. Düingyinna.sium , zur
Vorfeier der tausendjahr. Selbständigkeit Deutschlands.
1845. 4.
Capaun-Karlowa'-elie Bnrhhdl. in Celle:
5663. W . \. Ilcidenlierg, \ irili ner (ieschicht.<()Uellen. 1. Heft.
1856. 8.
3664. Ders., Bremer Geschiclitsquellen. l.u. 2. Beitr. 1856. 8.
366."). D«rs., <lic Diöcese Bremen. 1858. 4.
Ignaz Seelos, Maler, m Bozen:
5I)(>6. I). v. (iidvanelli, iiIht die in d. k. k. Bibliiitli. zu Inns-
bruck befindl. Ära Dianae. 1824 8.
3667. Idea della storia. el delle rensiietvdini antielie della \ alle
l.agarina. 0 J. 1.
3668. Inleress. lieitr. z. e. Gesch. der Eriigiiisse in Tirol v.
10. April 1809 bis d. 20. Febr |K|(|. |S10. H.
3669. C. V. Eiberg, Tyrols Vertheid. geg. d. Franzns. in den
J. 1796 n. 97. 1798. 8.
5670. Tirol unt. d. baier. Kegiernng. l.Bds. 2. .Milli. l'-lß. 8.
567). 2 Aufrufe an die Tirnler. (). J. H.
Commission z Herauegabe bayer. u. deutsch. Quel-
lenschriften in .Miiuehen :
3672. Die.i., (,)ucllcn und Erörterungen z. bayer. u. deutsch.
Gesch. 7. Bd. 1858. 8.
273
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
274
K. Akademie d. Wissenschaften in Erfurt:
5673. 1'. «nssel, ubi-r lliüririgisclu' Orlsnaiiu-n. (1. Thl.) 1856. H.
G. D. TeutSCh, Üireclor d. Gymnasiums lu Schäfsburg:
5674. Lehcnrechl d. evaneel. Kirche a. B. in Siebenbürgen.
183H. 8.
A. VÖmel, BikIi- lind hunslhdl., in Krnnkfiirl a. M.:
5675. rii. Heller, d. vorkarolin^ischen chrisll. (ilaubenshelden
am Khein. 1858. 8.
C. F. Schmidt, Buchlidl., in Slrafsburg:
5676 Cb. Srhmidt, la vic et les travaux de Jean Sturm. 1855. 8.
K. Lorsch. Kaufmann, in Nürnberg:
3677. (J. C. Feuerlein), eataloRus disserlat. el Iraclat. refür-
iiiationern ft'oricam illustrantium. 1755. 8.
Dr. K. A. Barack, Bibliuthck-Secretair am germ. Mus.:
5678. H. L. Sehmitl, de Friderico Taubmanno adolescenle.
ISfiS. l
P. Dambacher, liihlicjtheksgi-li. am geriuan. .Museum:
6679. H. Curas, Einleit. z. Universal -Historie. 1727. 8.
lenaz Petters, (iyinnasialhhrer, in l.eitmeril/. :
568(1. It.Ts . Beitrag z. IJialekt - Korschung in Kord - B()hmen.
1858. 4.
K. Andrß, Buch- und Kunsllidl., in Prag:
5681. V. Merklas, Gemälde von Prag u. dess. Umgeh. 1858. 8.
5682. A. Aml)ros, der Dom 7.u I'rag. 1858. 8.
5683. Ders., der Führer durch den Dom zu Prag. 1858. 8.
5684. Prag- Dresdener- Panorama. 1858. qu. 8.
.■■1685. Prag im 19. Jahrb. 0. J. qu. i.
Heinr. Keller, BuehhdI., in Frankfurt a. M.:
5686. B. J. Homer- Buchner, die Wahl- u. Kriinungskirche d.
deutschen Kaiser. 2 Ahlh. 18,57 u. .58. 8.
Kais. Akademie d. Wissenschaften in Wien:
.5687. Dies., Silzungsher. XXIll.— .\XV. Bd. 18.37—58. 8.
5688. Dies., Fontes rcr. Austriac. 2. Abth., XIV. Bd., 3. Thl.
u. XV. Bd., 1. Thl. 1857. 8.
.5689. Dies., Archiv. 18. Bd. II. 1857. 8.
5690. Dies., Noliienblatl. 7. Jahrg. 1857. 8.
5691. Dies., monumenia Hnhshurg. 3. Bd. 1858. 8.
.5692. Dies.. Denkschriften. 8. Bd. 1857. gr. 4.
Gesammtverein d. d. Geschichts- u. Alterthums-
vereine in Hannover:
5693. Ders., Correspondenz-Blatl. i\r. 10. 1858. 4.
L'institut hlstoriquo in Paris:
5694. Dass., rhnestii;aleur. 282. u. 283. livrais. 1858. 8.
Magistrat der Stadt Sonneherg:
569.5. A. Si iiliicher, Volkstbümliches aus Sonneherg. 1858. 8.
L. Bechstein, llofralh, Bibliothekar und Archivar, in
Meiningen:
5696. Casp. Adler, von Almosen geben. Hin Sermon. 1533. 4.
5697. Ders., der Vier vnd Dreifsigsl Psalm, ausgelegt. 1533. 4.
5698. Ders (Aquila), ein sehr hoch nötige Erninnung, an das
kleine bl.idc verzagte Christlich heufflein. I5J8. .1.
5699. Bruch.slück einer Pgm.-H^. dis h. Georg v. Ucinhot >on
Durne. M. Jhdl kl. 4.
III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung.*)
J. Wemeck, Oekonom, in Frankfurt a. M. :
24 1'^. Bra( leal von K. Heinrich VI.
K. F. Walpuski, Kaufmann, in IVurnberg:
2419. .\bteisiegel von St. üeorgshcrg v. 1491.
Ign. Seelos, .Maler, in Bozen:
2420. Karte von Tirol v. 1797.
2421. 3 Holzschnitte v. 16. Jhdt.
2422. 16 osterr., ital. u. engl. Kupfermünzen v. 18. u. 19. Jhdl.
2423. Eine österr. Silbermünze v. 1795, eine lothringer v.
1756 und eine schweizer, v. 1850.
Dr. G. Schmitt in Zeilitzheim :
2124. Originalsiei.'el des (J. Reuller v. 15. Jhdt.
Auernhammer, Sludienlehrer, in Neustadt a. d. A. :
2425. Bayr. Silliermiinze v. 1525.
2426. Brandenburger Silbermnnze v. 1559.
2427. Ein Albus v. 17. Jhdt.
2128. Silbermünze v. K. Leopold I. u. Kupl'erjeton v. 1601.
2429. Kleine Denkmünze auf Franz Ludwig, Bisch. V.Bamberg.
Dr. H. Holder in Stuttgart:
2430. 28 (Jypsabgusse von Medaillen.
2431. 3 neuere Broncemedaillen und 1 Bleimedaille,
2432. 5 neuere Kupfermünzen.
Freih. V. Haller, kgl. bayr. Oberst, in Nürnberg:
2433. Pokal mit eingravierten Verzierungen v. 1619.
Meyer, Backermeister, in Nürnberg:
2433 a. Würzburger Kreuzer.
V. Grundherr, Uiltmeister, in Nürnberg:
243.il). lironiemiinze des Königs Kotys.
Oswald, Kechtsanwall, in Nordhausen:
2433 c. Siegel der Stadt Eisenach v. 12. Jhdt. Gybsabg.
2433 d. Lackabdrücke von 2 Siegelslöcken des 15. Jhdls.
Höstermann, Landgerichtsrath, in Saarbrücken:
2434. ^2 Landkarten v. 18. u. 19. Jhdt.
2135. 9 Schlachlplane v. 1(i— 19. Jhdt.
2436. 47 Zeichnungen mit Enlwurlin für Festungsbau, Ge-
schützwesen u. dergl. mit dazu gehörenden Abhand-
lungen.
St. Motz, Kanzleigeliülfe am germ. .Museum:
2437. Feuer;;ewchr mit eingel. Mclallvcrzicrungen. 18. Jhdl.
Eugen Wagler in Nürnberg:
2437a \(rscliiedene Rest« von Eisengerüthcn.
Jacob Huth, Kaufmann, in Leipzig:
2438. .3^0 millelaltcrliche und neuere Siegel In Gypsabgufs und
Lackalnlruck.
W. Tümmel, Huchdruckcrelbesilzer, in Nürnberg:
2439. 2 griifscrc iiinl ü kleinere Bronceringe und eine Messer-
klinge von Eisen, gefunden in einem Grabi' bei Uuissen-
liach, Landgerichl Ebermannstadt.
2440. .Mittelalterlicher Schlüssel von Eisen.
•) In dorn Oo«cllonkoY.-rtplrl.nlfn(. In Nr. B l«l <lor Nuno d«. Oob««
v.n Nr. S3<W In nDr. med. MUhlenbeln m Ur»an«cli»ol|i" «u
borlclitlKCn.
275
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
276
Handschuch, Gehülfe in der KunsUamnilung des gerninn.
2440 a. Landwitle vun H. Gustav Adolf von Meklenbiir^.
Wiggert. Direktor des Gymnasiums zu Magdeburg:
2441. 19 Magdeburger Braclealen von II.— 13. Jhdi.
2442. 2 V^ü^ttel^berger, 1 nürnberger, 1 Mainzer Silbermünte
V. 15.-17. Jhdt.
Cantler, Bezirksgerichtsassessor, in Nürnberg:
2443. Abbildungen der im Gange des 2. Stocks des Rathhauses
zu INürnberg angebrarhien Patrizierwappen. 3 Blltr.
Priem. Literat, in Nürnberg:
2443 a. Hayr. Kreuzer v. 4622.
Cohn. ßani|uier, in Nürnberg:
2444. Silberne Allegoriemedaillc v. 16 Jhdt.
2445. Oeälerr. Klippe v. 16Ü2.
Ungenannter in Nürnberg:
24lli .VriMilii Mjn Heidelberg, Kupfrst. v. M. Merian.
Udo Graf v. UexkUlI in liavensburg:
2447. 2 Bruchstücke einer geschnitzten Wandvcrtafelung vom
1(3. Jhdt.
Fr. Bauer, Buchbinder am german. Museum :
2447 a. Silberrnunze v. K. Leopold f.
Chr. Braunstein, Brbliothek,<gehülfe am germ. .Museum:
2417 1p H:iiiiliurj:ir Silberinüuze v. 1533.
Ungenannter in Nürnberg:
244H. 2 grofse Ansichten von Prag, Kpfrstche.
2449. 4 Bialter mit gemalten \Vappcn vom 16. Jhdt.
Buch- u. Kunsthandlung von K. Andre m Prag:
2450. I'anoriirna der ,\der>lia( her Felsen, Karbendruck von
A. Ilarlinger.
2451. 2 Panoramen von Prag, Kpl'rsl. v. Hybirka.
M, Stör in Nürnberg:
2432. 2 gestickte Hauben vom 18. Jhdt.
2153. Kanne von blauem Glase.
2451. W ilclennannsgroschen v. 1677.
J. Engert, Gypsgiefser, am german. Museum:
2454 a. Portrait des Konrad Grofs, Kpfrstch.
Eisenbart, .Vnlicpiar, in Würzburg:
245"). \erzierles Kästchen vom l.**. Jhdt.
Buch- u. Kunsthandlung von Mey & Widmayer
III Miinrlien:
2436. .\nsicht Min .München, Kpl'rsl. nach l'analetto , 1761. N.
Abdruck.
2457. Ansicht zweier Grabmaler im Dum zu Kegensburg, Stdr.
von II. Kühler.
riironik der lilsldrisdidi \>iTine.
S o c i e I e p o u r I a P u b I i e a t i o u de M e m o i r e s r e I a -
tifs ä l'Histoire de la Belgiijue. In Belgien, wo mit be-
sonderem Eifer und Unterstützung der königl. Regierung für die
Herausgabe bisher unzugänglicher Geschichtsquellcn gesorgt
wird, hat sich seit 1837 in Brüssel ein neuer Verein von Ge-
schichtsfreunden zur Veröffentlichung einer „Collection de Me-
nioircs sur IHistoirc de Belgique depuis le seizieme siede
juäi|u'a nos jours" gebildet. Der frühere Zusammenhang der
belgischen Gebiete mit dem deutschen Reiche gibt einem sol-
chen l'nternehmen auch für uns eine grofse Wichtigkeit, wie
auch die ersten bereits begonnenen Schriften des Vereins be-
weisen, die säninitlich der Zeil Karl's V. und Philipps II. ent-
nommen sind. Nach dem Prospekte sind die .Mitglieder, die
sich immer auf Perioden von 4 Jahren und zu einem jahrlichen
Beitrage von 30 Krcs. verbinden, in der Ab.-icht zusammen-
getreten, französische Originalmemoiren u. a. kleinere Schriften
zur (ieschichle Belgiens, dann franziisischc Uebcrselzungen der
in flamlandischer und anderen Sprachen geschriebenen Werke
mit oder ohne Urtext u. a. m. herauszugeben. An der Spitze
»lebt ein Coniitc von 15 Mitgliedern, die sowohl durch Stel-
lung wie durch schriftliche Leistungen für den Krfolg des (ian-
zen Bürgschaft geben. Der Prospektus führt als schon unter
der Presse belindlirhe Wt-rkc auf:
I. Lcs .Memoires non encore veues du Sieur I' iry ilctiiijoti
Kscuyer, Bnilli gentiral d'Anchin, hcrausgcg. von Herrn A. de
Bobaul\ dc'SouniOy. (Dieses Werk ist bereits crsihieiien und
wiril im Anzeiger noch besonders besprochen werden).
2. Memoire anonyme (atlribut- au presideiit \igliusj: la
äource et le commencement des troubles suscitez cz Pays-Bas,
soubs le gouvernement de la duchessc de Parnie par ceux qui
avaient pris le nom de geuex (1364 u 1573), herausgeg. von
Herrn Wauters. —
3. Recueil par forme de Memoire des acles et choses plus
notables quy sont advenues es Pays-Bas et especialement en
la ville de Tournay, depuis l'an 1565 mises et redigees par
cscript. , par Pasquier Delcbarre , herausgeg. vom Archivar
Pinchart.
4. Memoires de Jac(|ues de Wesenbeke conseiller et pen-
sionnaire de la ville d'Anvers, herausgeg. von II. Itahlenbeck,
mit geschichtlicher Einleiliing und Anmerkungen.
5. Jean de Poltor, relalion de ce qui s'est pa.-^se dans les
Pays-Bas et principalement dans la ville de Bruxciles depuis
1549 jusiju'en 15h2, aus dem Khiml. üliersetzt und herausgeg.
von Wauters.
6 a. Bricivc Memoire de la forme et des ressorts du
gouvernement pnlitique des Pays-Bas soubs l'oheissance de sa
.Majeste |iar le President Hovynes. — b. Considerations sur le
gouvernement de Pays-Bas, acheve le 15 Avril 1616, par
Lievin-Elicnne Vnn der Noot. — c. .Memoires sur le gouver-
nement de Pays-Bas nutrichiens, par le comle de \> ynonls,
berauatfcg. von F. lielemans.
7. De In guerre civilc aux Pays-Bas jusqu'u l'arrestntion
du Comle de .Montigny, par Pontus Payen, hernusg. von A.
Henne.
HräirSEBO. Das Abonnement des Blattes,
welches alle Monate erscheint , wird ganz-
Jährig angenommen und beträgt nach der
neuesten Postconvention bei allen Postäm-
tern und Buchhandlungen DcuficA/andJ incl.
Oestreichs i ü. 4Skr. im 24 a. • Fufs oder
1 Thlr. 16 Sgr.
Für Franireic/i abonnirt man in Strals-
bürg bei Gr. A. Alexandre, in Paris bei dem-
selben, Nro.üS. nie NotreDame deNazareth,
und bei der deutschen Buchhandlung von
FIK EMI DER
Nene Folge.
yZEICiER
K. KUnck^ieek , Nr. 11. rue de Lille, odar
bi'l dem PosUmt in Karlsruhe; für Eng'
land bei WilUuus & Norgate, 1-1 Henriette*
Street Covent-Garden In London; für Sord-
amrrika bei den Postämtern Bremen und
HamburK. —
Inserate, welche mit den Zwecken des
Anzeigers und dessen wissenschaftlichem
Gebiete in Verbindung stehen, werden auf-
genommen und der Raum einer Columnen*
reile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.
Fünfter Jahrgang.
OUGVN DES GEIIM AMSl HEX MLSELMS
1858.
^9 \).
St'püiiibcr.
Wisscnscliariliclie )lilllieiliiiiiien.
.tlbert, Erzblt^ciiui' von Ili^a, iiiitl Meine !^i|iitM€iiar( in aiilVteigeiider L.luie.
(Forlsetzung.)
Von E. F. Mooyer in Mindeo.
2. Irmgard (Erminfiirdis) hcilV( die Mutter ciiie.s II cm- wohl der Ileinricli v. Capcllc sein durfle, dessen am 20. März
rieh Capella. Der letztere >'ame stellt vielleicht absre- 1237 Erwalinuiiff geseliieht (Lübecker L'rk.-Buch, I, 64).
kürzt statt Capellanus, und in diesem Falle möchte er der Wenn jener etwa Domdechanl iu Hamburg war, dann wird
gleichnamige Kapellan Albreclifs, Grafen von Nordalbingien, seiner 1212 gedacht (l.appeiiberg, Urk.-Iiuch, I, 342, 343.
gewesen sein, dessen 1212 (das. I, 344. Gruber, 221. Staphorst, I, 63b, 039. Lnnig, XVI. Anh. 109. v. Eckhart,
Ileinze, Sammlungen lUr Geschichte und Staalswirthschaft, Hist. Princ. Sa.x. 564), und sein Tod erfolgte am 10. dkl.
I, 263) und um 1227 (Gruber, 251) gedacht wird, der vor 1221.
aber verschieden ist von demjenigen, der schon 1147 an- 3. Adelheid ist filr die gegenwärtige .>liltlieilung eine
getroffen wird (Erhard, Cod. II, 50.), wie er auch nicht wichtige Person; ihre Descendeuz mag hier folgen;
Adelheid.
Gem. N. N.
Albert, Eugelbeil. Dietrich. liotniiir. Her mann. Saluiiion. Juliiinii
Bischof von
Riga.
Dafs der Gemahl dieser Adelheid einer v. .\p eidern
und nicht v. ßu.Yliowderi war, erhellt aus den liezeich-
nungen der Kinder iintercinantler, namentlich daraus, dafs
der Sohn Johann ausdrücklich v. Apeldern (de Apel-
dcrlo) genannt wird (vgl. das. 293. Aiim. 10). .Man hat
luchlti .
Gem. Engelbert
V. Tisenhousen.
Goldenstedl, im oldenburgischen Amte Vcchic, das 134b
Apcldorn ( v. Ilodenbcrir, lloyer l'rk -Buch, 62b ) und 1354
Apellcrn (das. 633) beilVt , bald noch anderswo gc.-iiclit;
ich glaube aber nicht zu irren, wenn ich den fraglichen (»rl,
aus dem im Jiilue 1139 sieben Morgen Landes vom En-
den Ort, wonach sich letzterer schrieb, bal.l in Apeler in bischuf Adnlberl II. (1123 f 25. Aug. I Mb) an da^ bre-
der Grafschaft Schaumburg, bald in Apclern im Kirchspiel mensche Paulsklosicr gc.-clunKi «urdeii (l.appenberg, l'rk.-
291
Anzeiger für Kuiiiie ilor (Iculsclien Vorzeit.
292
Buch, 1, 150), in demjenig-en Dürfe suche, welches auf
einer alten Karte von 1767 Apiur genannt wird, zu der
hannoverischen Landdroslei Stade gehört, zw ischen Geesten-
dorf, Nuckel und Bexhöwede, und zw iscjien der Ltine und
Geeste liegt, ganz in der Nahe des Rohrbaches, jedoch von
Appelen im Kirchspiele Beverstädt zu unterscheiden ist.
Albert war anninglich Domherr in Bremen und nicht
unwahrscheinlich derjenige Albert, der urkundlich um 11S9
(das. 256), am 3. Juli 1194 (das. 264) und am 13. Aug.
1194 (das. 265) angeführt steht. Nachdem Berthold, Abt
in Loccum, dann Bischof in Kiga, am 25. Juli 1198 ersto-
chen worden war, wurde gegen Ende desselben Jahres
Albert sein Nachfolger (vgl. Allgem. VVelthistorie, L, 319.
Arndt, II, 301.), der jedoch erst im Sommer 1199 nach
Liefliiiid kam (Hiiirn, 95. Arndt, I, 22. Lisch, Jleckicnh.
Jahrh. XIV, 3. Suhm, Historie af Danemark, VIII, 497,
499.). Sein Tod erfolgte am 17. Jan. 1229 (Langebek,
Scr. rer. Danicar. V, 388; vgl. Napiersky, Inde.x Corp. bist.
ilipl. I.ivon. II, 356. Hiärn, 148. Allgem. Welthist. L, 367.).
Engelbert war Domherr in Neumiinster und folgte
1201 seinem Bruder Albert nach Liefland (Gruber, 21),
woselbst er bald darauf zum Propst des durch den Bischof
Meinhard (1192 f 12. Okt. 1196) zu Ue.vkul gegründeten,
von .\lberl aber im dritten Jahre seiner \\eihe nach Riga
verlegten Domstifts, welches der h. Maria gewidmet war,
erwiihlt wurde. Als solcher starb er schon 1208 (Grnber,
224. Arndt, I, 73), weshalb er nicht mit Engelbert, Bischof
von Kurland zu Pilten, verwechselt werden darf, der 1237
zu dieser Würde gelangte und 1245 vor dem 9. Okt. er-
schlagen wurde. Sein Nachfolger als Dompropst war (seil
1208) ein Johann, der noch 1231 genannt wird (Iliarn,
270. Czarnewski, de Semgalliae Episcopatu, 18), aber
1252 diese Würde nicht mehr bekleidete.
Dietrich blieb im weltlichen Stande, kam 1202 nach
Liefland (das. 99, Gruber, 23.) und verheirathete sich dort
mit Sophie, einer Tochter des Fürsten von Pobilzk, ( Gercike ),
Namens Wsewolod oder Wladimir (vgl (la>. 122, 14J,
119, Allg. Welthist. L, 337, 377), und wird von 1207
(Gruber, 57) bis 1230 (Hiarn, 149) namhaft gemacht.
Seine Wiltwc Sophie soll >puterhin (12(;9) der Sohn Engel-
berfs V. Tisenhauscn, Namens Johann, zur Krau genommen
haben (ilas. 180). Gleichwohl licifst es, Wladimir habe eine
zweite Gemahlin Euphrasia (Eiipraxia) gehabt, die vor 1243
getödtet worden sein soll (Mitthcil. aus dem Gebiete der
Gesch. Liv-, Esth- und Kurlands. VI, IL III, 335.).
(Schlufs folgt.)
leber die tinier ITIeltiler Felber und Fnlli.
Von Eduard Manch in Ulm.
Die in Nummer 8 dieses Blattes gegebene Abhandlung
,. Al)t>nlpiicrliclie Wehr" «iinscbt am Schlüsse nähere Auf-
klarung über die oben genaunicn Linier Meisler. Meine lang-
jährigen Forschungen in der schwäbischen Kunstgeschichte
gestatten mir, vorlaufig Folgendes milzutlieikn : Im Jahr
1416 baute ein Hans Felber von Ulm einen Wasserthurm
in Augsburg, und im Laufe der Jahre von 1423 bis 1427
wird der gleiche Name in der Geschichte Ulms, bald mit
dem Prüdicat ,, Bronnen- Meister '■■, auch „Büchsen -Meister"
und -Kanoncngiefscr" und bald nur kurzweg „\\'erkmann"
verbunden, aufgezählt. Von 1429 bis 1435 kommt ein
,. Hans von Vlm" als Meister in den Baureclinutiircn der
St. Georgskirche in Nördlingen vor, und ist dies ohne Zwei-
fel der soeben gedachte Hans Felber. Dieser Hans Felber
war also ein vielseitig gebildeter Mann und ist sicher der-
selbe „Meister Hanns Felber von Vlm'^ von welchem
als Verferliger eines abenteuerlichen Kriegswagens in dem'
Nürnberger Schreiben vom Jahr 1427 die Rede ist, zumal
die Geschichte Ulms weiter erzählt, dal's ein Hans Felber
im Jahr 1444 von dem Kaiser Sigmund nach Prcfsburg be-
rufen wurde, um daselbst ein ^^'erk zu verfertigen, dessen
Construction ein Geheiniiiifs bleiben solle und das also sehr
wahrscheinlich ein ähnliches Kriegs-Instrument war. Dafs
Hans Felber, oder, wie er auswärts genannt wurde, ,.Hanns
von Vlm", auch am hiesigen Münslerbau unter Ulrich Ensin-
ger arbeitete, ist sehr wahrscheinlich; ich habe mich darüber
in dem „Deutschen Kunstblatt", 1855, Nr. 48, näher ausge-
sprochen. Bei dem in der erwähnten Abhandlung weiter
genannten „Falben von Vlme" dagegen ist durchaus
nicht an eine Identität mit „Felber" zu denken. Das Ge-
schlecht der „Falb" oder „Falben" ist viel älter als das der
„F'elber", und dociimentiert ist, dafs im Jahr 1474 ein
„Georg Falw von VIni" eine grofse Veränderung der
Orgel im Münster zu Basel vor^renommcn hat. also ebenfalls
ganz sicher derselbe „Falb von Vlme" ist, welcher im Jahr
1476 eine Orgel in der St. Lorenzkirche in Nürnberg er-
richtete.
Biographie.
Künstler.
I>i<' llaiiilMflii-iriciiHitiiiiiiliiiiK «l4*H Keriiin-
nlMrli«'!! ^liiMeiiiiiN.
Von Dr. Karl Bartsch, Professor,"" in Rostock.
ISchlufs.)
VII. Ein Handschriften vcrzeichni fs der
St. Rii prechlskirche in Salzburg.
Das germanische Museum besitzt unter Nr. W74;i eine
Pergamenthendschrifl in schmal Folio, die auf 30 Blattern
Zastände.
Sprache u.
Schrill.
HandschrirteD-
kundo.
293
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
294
ein Verzeithiiifs der HaudMliriflcu der oben ^'tnaiiuten Kirche
eiilliiilt. Nach einer dem Calalog voraufgeheuden Notiz
wurde derselbe im Jiihre 1433 geschrieben, unter dem Erz-
biichof Johann , der noch als Probst der erwähnten Kirche
die Bibliothek gründete, die Bücher gröfstentheiis einbinden
und von zwei Kanoniliern, deren Namen nicht genannt wer-
den, und dem Magister Johannes Holveld ordnen und regi-
strieren liei's. Die Zahl der Handschriften, die in achtzehn
Reihen aufgestellt waren, wird in jener Vorbemerliung
auf 390 angegeben, dagegen ergibt die Summe der bei den
einzelnen Keihen augefuhrten Zahlen ohne die sechszehnte,
bei der keine Zahl notiert ist, schon 393 Volumina. Ich
hebe die interes>anteren llaud^chriften hervor.
33. Item Epislola Alquiiii Ad Kiuolum Iinperalorem.
35. Item de Inlroitu sancli Hudberti Ad Noricam Et
calhalogus Episcoporum sine .^bbatum Ecclesie S.
Jiiuauensis.
98. Item vila et Actus sancti Cudberti.
100. Item Ahpiinus de sauctn Trinitate libri tres.
118. Item Isidorus de ortu et obilu sanctorum patrum.
125. Item Kathalogus sumnKjruni pontiHcum.
145. Item Jeronimus de Liris lllustribus. Item Genadius
presbiter Massiliensis de Viris lllustribus.
146. Item epistole Albini Et in fine Quedam curiose Quil-
titates Et pulchri versus.
154. Item passagium Godefridi.
159. Cronica bcde de Genie Anglorum.
160. Epistole quedam .Mhini . . . Itein Epistole Karoli ad
Albinum.
165. Item epistola eiiisdeni (^Bernhardi) Ad Ilainricuni Seuo-
nensem Archiepiscopum.
185. Item passio Thiemonis Arcliiepiscopi Juuauensis.
192. Decreta conciliorum.
195. Regule Canonicorum secularium (|uas ludwicus Impe-
rator ordinäre fecit Anno Incarnacioni.« dominice oclin-
gentesimo Indicione decinia .\ano Impcrij sui tcrcio
Aquisgrani.
213. liclhorica Tulij velus libri duo.
219. Verschiedenes von Aristoteles.
224. Abbrcuiacio Cronice ab inicio mundi vsque ad Karo-
lum .Magnum. Item Breue Martirilogiiirii. Item Quedam
labule compotorum.
232. Uirgilius bucolicorum Georgicorum et eneidorum.
233. Seruius super Opera virgilij.
282. Tractatus Magistri fridrici doctoris dccrctorum Cano-
nici Babenbergcnsis de Miraculis faclis in pulka. item
tractatus fratris vlmanni Ordinis minornm de .Mirnculis
factis in pulka.
284 — 287. Prima, secunda, terlia, quarla pars speculi hysto-
rialis.
290. Kathalogus summorum pontificum. Item crouica de
Origine mundi.
292. Vitae sanctorum enthaltend.
294. Passionale quorundam sanctorum. Ebenso 295. 296.
297. Sulpicius seuerus de vita et virlutibus sancli Martini
Episcopi libri tres. Item legende Sanctorum Galli
Nicolai Rudperli et Lamperti confessorum. Item de
vita et uirtutibus sancti Vdalrici Episcopi. Item legende
Sancte AlTre et Sande Crucis.
298. Liber de vila sancti Germaui Parisiace vrbis Episcopi.
Et de translacione eiusdem.
299. Hjsturia de Furseo u. a. Heiligenleben.
300. De Saiicio Biidberto quouiodu veneril ad Juuauiuni et
de Successoribus suis Et Iiniieratoribus et Kegibus
Francorum Ac ducum Bauaroium.
302. Actus sancti Oswaldi regis Anglorum. Item legende
sanctorum Gothardi et Jodoci.
303. Vita et miracula quorundam sanctorum.
304. Legende sanctorum.
319. Breuis Cronica vsque ad Innocencium quarlum et an-
num domini M". CC". et XLIII".
Mit Nr. 350 hört die Bezifferung der Handschriften auf
in der sechszehnlen Reihe der Bücher.
Bl. 24 rw. Decretum nobis per reuerendissimum patrcm
et dominum dominum Fridericuni Archiepiscopum du-
natum An" domini etc. XLII°.
BI.26 rw. Liber yuonis. — Decreta conciliorum et syuodorum.
Bl. 27. Epislola Magisirj Hikhardi de Pofie super slilu
curie Romane. El super vniuersis litterarum formis
quas seruat ecciesia quarum Registrum in principio
carundcm annolatum est.
Bl. 27 rw. Summa composit» super vsibus feodorum |)er
dominum Odefridum. . . Item de pace Coiistaiicie com-
l>().-ila inter imperatorem Fridericuni et lilium eins
llaiiiriciini. Et (|lll).^dam nidules Alinoiiie e.\ viin parle
et ciuitates socielalis I.omhardie Murchie alquc Romar-
gine. . . . Item conswetiidines feodorum ... in linc
Ordo compilacionis feodorum secundum dominum Ode-
fridum. In line conlinelur te.vius fcudorum.
Bl. 28 rw. Item libros nnuolatos infra habet cnpilulum c.\lrii
libernriam pro leclione niense jn refeclorio.
Bl. 29. Item Actus sancli Siluestri episcopi vrbis Rome.
. . . Item vila S. Ileiiirici Regis. Ilcm qunlilcr pignorn
S. Ileriiielis Salczbiirgani sunt tran.'.lata Item (junliter
corpus beali Martini venit Snlczhurgnin El de alijs cor-
p(jril)us et reliipiijs iiuilliiriim .'•>iiutiiruiii qiic sunt in
295
Anzeiger für Kundf der ileutschen Vorzeit.
296
Literatur.
PoeJiie.
S«ge.
eadem urbe Item colleccio de tempore et de trans-
lacione fancti Riidperti. Item visio Hililegardis. Item
poesis Baltharij. (rw.) Item de Conriulu Anhiepistopo
Saiczeburgensi. Et de quibusdam suis successoribiis.
Die in Pertz' Archiv Bd. 9 und 10 mitsethcillen Sulz-
burger llundsihriftenvcrzeiclinissc stimmen zwar in einzelnen
Handschrirten zu diesem Cataioge, aber Vieles, was er ent-
halt, findet sich dort nicht verzeichnet. Es ist daher wohl
anzunehmen, dnTs die meisten dieser llandschriflen nicht mehr
in Salzburg sind und entweder gar nicht mehr e.xistieren,
oder zerstreut sind.
CäaiMl>riiiii«4.
Vom Archivar Herschel in Dresden.
In jeder der drei Ausgaben der verdeutschten „Chronica"
des Avcntinus von 1566, 1580 und 1622 (vergl. über sie
Wiedcmanns treffliches Werk über Aventinus; Freising, 1858,
S. 280 IT.) finden sich vorn die Holzschnitte der zwölf fabel-
haften Urküuige Deutschlands. Der siebeute derselben heilst
fiambrivius. Er trügt zwar keinen Bierkrng, sondern den
Ilclni in der Hand; im Hintergrunde aber sind Gerstenfelder
und Biergefafse zu erblicken, und in den Keimen unter dem
Bilde auch die Verse zu lesen:
„Er hat aus Gersten Mallz gemacht
Vnd das Bierbräuwen erst erdacht."
Dies alles unterstützt die Gräfse'sche Vermuthung (s.
Sp. 81 f. dieses Jahrg. des Anzeigers, und ilagegen Sp. 179),
dafs kein anderer als der Avontinische Ganibrivius der Ahn-
herr des vielbesprochenen Gambrinus sei.
Land u. Leute
Stüdtewcsco.
raiililtlorfor ^»tadtreriit.
Von Professor Dr. Gen gl er in Krhmgen.
f Kortsclzung.)
Wie nun die vorangestellte Inhalls-Uebcrsicht zciul, be-
zieht sich die grüfscre Zahl ilcr Arlilul .nif poliziilidic Gc-
gensLindc, vornehmlich da> Gewerli.'-wc>cn. und nur v eilige
processualischc (Arlt. IG, Od, 70), strafrechtliche (Artl. 21
bis 26, 64, 67, 69), ^()wic das Privatrecht berührende Be-
stimmungen (Arlt. 51, 62, 78, 87) sind (Inzwischen einge-
schaltet. Im Ganzen prngt sich übrigens das eigenthümlichc
politische Geschick des Städtchens Mühldorf, welches in den
Wirren des Mittelalters, schon durch seine Lage an der
Grenzmarke Salzburg'«, Oesterreich's und Bayern's allen
Gelüsten und Fehden der Fürsten blofsgestellt, fortwährend
einem Spielballe gleich hin und lur geschleudert, oft be-
lagert, bestürmt und crolicrl wurde, bis es endlich wieder
am Schlüsse des .\V. Jahrhuiideits dauernd unter die alt-
angestammle Schulz- und Oberherrlichkeit der ErzbischOfe
von Salzhuro- gelangte (PI. Stumpfs Bayern, S. 146), un-
verkennbar auch im Geiste und Worte der Statute aus, welche
in ängstlicher Besorgnifs vor den die Thore umlauernden
Feinden, neben dem stolzen Selbstgefühle des Bürgerlhums
doch keineswegs eine gewisse Schmiegsamkeit unter die
fiirstlichc Hoheit verleugnen können, als fänden sie gleich-
sam in derselben eine bessere Beschirmung der Stadt, denn
hinter ihren festen Mauern und Thürmen. Die Quellen der
Rechtssammluug mögen zunächst ältere stadiherrliche Privi-
legien , auf welche wohl die Worte des von der Nothwehr
sprechenden Art. 23: „nach dem allten statrecht , als sy
von (liMU fUrjitcn gesaczt ist mit alltenn rechten" zu deuten
sein dürften; ferner frühere Markt- und Handwerksordnungen,
welche sich z. B. noch in den umfassenden Arlt. 4 — 8 er-
kennen lassen ; dann städtische Observanzen und Gemcinde-
raths-lieschlüsse, endlich vielleicht auch der Schwabenspie-
gel, wenigstens in Ansehung der jüdischen Schwurformel
(Art. 90), gewesen sein, wogegen eine Entlehnung von
Satzungen aus andern Stadtrechten, z. B. dem Münchner,
an welches allerdings einige BeslimmunsrcN (Arlt. 48, 64,
67) erinnern, mit Sicherheil nicht behauptet werden kann.
Die Zusammenstellung jener Stücke zu einem Ganzen mufs
aber, wenn v. Kleinmayrn über das Aller der von ihm er-
wähnten archivalischen Handschrift nicht im Irrthum ist,
noch zu Ende des .\III. Jahrhunderts erfolgt sein. Ob jedoch
die vorliegende Museums-Handschrift eine reine Copie jenes
Code.x oder etwa eine jüngere Redartion des Statuts ent-
halte, vermag hier nicht entschieden zu werden. Nur soviel
darf als gewifs gellen, (l;lf^ das Stadiredil, « ic es sich in
gegenwärtiger Abschrift darstellt, in einer Periode entstan-
den sein müsse, da Muhldorf völlig der Ilerrschnfl Salzluirs's
unterworfen «ar, inilcni der vor dorn Rathe geleistete Bür-
gere id dahin Innlele: ,. ich schwer dem heilisreii hcrren sand
Rnedbrccht, \rin.-croni genediccn hcrren znc Sali zburg, dem
Capill ilasclhcn vnd iren rechten iiai lihdimii Irew vnd ffe-
horsam sein, als ein yeder seiner rechten herschafft schul-
dig ist." Ein solches Suhjcctious-Verhallnifs hat jedoch be-
reits von 1286 an längere Zeil hindurch obgewnitcf. Schlicfs-
lich stdlen nun einige der wichtigeren Artikel nach ihrem
vollständigen \\'ortlaule zur Probe mitgelheill werden.
24. Von dem recht. Schelltcr vnd srhclllerin die nicht
Ifcpucssen mugen jr pöse worl mit der zune an das schnei-
297
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
298
denl eysenn, zue der schraylat , das ist jr piiep vnd darzue
die Stadt verpoten.
•) „Schraitat, schraiat- — wofür im Art. 64 das ab-
gekürzte ^schray" be^e^net — ist der Schaudpfalil,
an welchen die (ilTenllirh auszustellenden Verbrecher
gebunden wurden. Grimm, R.-Alterlh. S. 725.
25. Wie man den passtain tragren sol. Welleich
ieichtweib patent mit den worten , die sy vermeiden sollen
wider ain burgerin, oder wider jr genossin, der sol der
fronbot den pagsfain an iren halls hencken vnd sol sy von
gassenn ze gassenn treiben, vmb ir vnnuczes pagen, mit
ainem gartt, vnd die Stat verboten, das ist ihr puejj.
*) „Pagen" bedeutet: schelten, schmähen, lästern. —
Der Pag-, Bsg- oder Pukstein, welcher auch im
^^'eislhume von Reichenau (in Obcrosterrcich) von
1495 allen mit ihrer Nachbarschaft unverträglichen
„Frauensbildem", dagegen im Ofener Stadirechte
§§. 155, 180 nur den böszüngigen Pfragnerinnen
und Salzhändlerinnen angedroht wird, scheint völlig
identisch mit dem im Anzeiger f. 1857 Sp. 86 ff.
ausführlich besprochenen Klapper- oder Lastersteine
zu sein. Vgl. Michnay u Lichner z. Ofner Stadt-R
§. 155. S. 97, 98.
50. Wer krawt, gras dem anderen nimbt oder
annder arbayf. Wer krawt gras oder annder arbayt dem
annderen nymbt auf dem veld, der das nicht vergellten mag,
denselben sol man dem Schorgen antwurfen. das er jm
darumb den palk per, oder der, dem er den schaden hat
geton, an wunten, vnd des beleih an schaden, oder stellen
auf den [iranger.
*) „Den palk pern" (bern) — cutem llagellare, ver-
berare, virgis caedere. Grimm, a. a. 0. S. 703.
51. Von dem burgkrechf. Burgkrecht verantwurten
nindert annderswo dann vor dem Statgericht. Niemand sol
scins biirckrechtz verkauffcn oder hingebenn kainem gaßt
an der hurger rat bei V tE den. vnd der chawf sol ab sein.
\Ncllicli burger seius burckreclitz siezet jar vnd tag in sei-
nen purckrecht, an ansprach vor dem, der bey jm in dem
land ist gewcsenn die Zeit, fürbas sol er sein pnrckrecht
von demsilben, der jn da anspricht, mit rue haben, spricht
er den burger darüber an, so sol er ihm seinen schaden
nblhucn. den er der Clasr nimlit. vnd dem riclilcr bei ij 5 den.
*) Fs ist hier von den im Snlzburgisclicn und Passaui-
sclien vorzugweise verbreitet gewesenen Burgrechte
(jus civile) die Rede, welchem jedoch nach dem
Mühldorfer Sladtrechte (s. auch Art. 12 ,.dic purck-
recht vnd hofstat jnncrthnlb der Stat habend'') eher
der Charakter eines F.rbpachtvcrhältnisses (emphy-
tensis), denn jener eines Rentenkaufes beigewohnt
zu haben scheint. Vgl. E. F. v. Hefs, das Burgrecht
dargestellt und erläutert, Wien 1853, S. 5 ff.
59 Wie der ricliter einen burger fahen soll.
Der Richter sol kainen burger der gesessenn ist vmb kain
inzicht noch durch hab nicht fahen, es bring ee der Richter
die inzicht haimlich an die genanten purger, wie der inzicht
sey, darnach was sy geratend daran, des sol der Richter
gefällig sein, er vach jn dan auf der rechten fraies, vnd
dannach sol jn der Richter auf gewishayt ausgeben , mit
leib vnd mit guet, auf das Recht.
*) „Fraies, freis^' — factum horribile. Haltaus, Glofsar.
col. 485. Das „Fahen auf der rechten freis" ent-
spricht wohl dem „begreifen an warer vnnd frischer
tadf des alt-bambergischen Stadtrechls Tit. VII. §.69.
— „Gewishayt" ist Sicherheitsleistung durch Pfand
oder Bürgen.
(Fortsetzung folgt.)
Ziiiii VoIpertMliNiiHer Fund.
Von Dr. J. Muller, Conservalor der Alterthumssammlung
des gernian. Museums.
Im dritten Theile seines fleifsigen Werkes über die deut-
schen Kaisermunzen des Mittelalters hat Cappe die ansehn-
liche 2ahl von 918 dahin gehörigen Münzen nachgeliefert.
Neben dem Saulburger Funde, der hier vielfach genauer
bestimmt wird, hat für uns besonders der zu Volperlshausen,
Kreis Wetzlar, gemachte ein näheres Interesse, von dem zu-
erst Paul Wigand im Feuilleton der Köluer Zeitung (22. Juni
1856) eine allgemeine >acliricht brachte. Von beiden Fun-
den gieng dum germiinischen Museum ein nicht unerheblicher
Antheil zu. vom Saulburger durch die Güte unseres Strau-
binger Agenten, des k. Advokaten Hrn. Lust, vom Volperls-
hauser durch die Freigebigkeit Paul Wigands und des Di-
rektoriums der Museen zu Berlin.
Cappe hat im dritten Theile seines Werkes die Haupt-
slücke des Volperlshäuser Fundes beschrieben und bestimmt.
Indem jedoch in der Münzsammlung des germanischen Mu-
seums ein paar unbeschriebene sowie Stempclversrhieden-
heiten sich linden, inOchte eine Mittheiinng derselben nicht
ohne Interesse sein, leb llicilc von den l'mscliriflcn nur
das mit, was auf unserii .»^liuluii wirklicb noi li sichtlinr ist.
Ileinriili \ I.
(Cappe III, Tnf. V, Ar. 60 IT.)
1. Ils. Der Kaiser nuf einem Bogen, mit zwei Fahnen.
Umscbr : NE — ND.
Leben.
Krzeugxing and
Erwerb.
299
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
300
Bs. Breites Kreuz, in jedem Winkel desselben eine
Kugel zwischen drei Kleebliilterii. L'mschr. : oNQ (um-
gekehrtes D). Gröfse: 16.
2. Hs. Der Kaiser ebenso. L'mschr. : NE — ND.
Rs. wie vorher. L'mschr.: o>'E o'SE — >!. Gr. 15.
3. Hs. der Kaiser ebenso. Lmschr. : NE — ND.
Rs. w ie vorher. Unist hr. : o.N o iN E o Nu ( umgege-
kehrtes D). Gr. 16.
4. Hs. Der auf einem Bogen sitzende Kaiser schultert
mit der Rechten ein Schwert und hiilt in der Linken
einen Reichsapfel. Neben dem Schwert ein Ringel.
Umschr.: N'a (umgekehrtes D) INfPNlQ (umgekehrtes
D) S. Der letzlere Buchstabe ist zweifelhaft.
Rs. Breites Kreuz, in dessen Winkeln eine dem
Kleeblatt ahnliche Figur. Umschr.: J^ .Na (umge-
kehrtes D) f NRf NEf NR. Gr. 16.
5. Hs. Der auf einem niedrigen Throne sitzende Kaiser
halt in s. Hechten einen langen Lilienstab, in der Lin-
ken einen Reichsaiifel. l'mschr.: 6CNR1V — O (um-
gekehrtes D) IN — R.
Rs. Ein breites Kreuz, in dessen Winkeln eine
dicke Kugel zwischen drei kleinem. Umschrift:
f ND|NEf RNfEIP. Gr. 17. Drei Stempelverschie-
denheiten.
6. Hs. Der Kaiser auf einem niedrigen Throne mit Hnnds-
kopfen sitzend, in der Rechten einen kurzen Lilienslab,
in der Linken einen Reichsapfel hallend. Ueber den
Schultern sowie neben der Krone Kugeln. Umschr.:
•J-INIR — VIN... Die Umschrift ist ziemlich unsicher.
Rs. Burg mit drei Thiirmen, in dem Halbbogen des
Portals ein gekrönter Kopf. Ohne Umschrift, der Rand
gestrichelt. Gr. 15.
Philipp.
7. Hs. Der Kaiser auf einem niedrigen Throne sitzend,
in der Rechten einen langen Lilienstab, in der Linken
einen Reichsapfel haltend. Ueber den Schullern je eine
Kugel. Umschr.: f R.X.IPV
Rs. Feld leer, gestrichelter und doppelt gcperltcr
Kreis. Umschr. : iMf M t- • '^ • Gr. IG.
8. Hs. Der Kaiser auf einem niedrigen Throne sitzend,
in der Rcclilcn einen lanuen Lilienslab, in der Linken
einen Rci(h>Bpfel hallend. Umschr.: Kft.X PIIII.-ll'PV.S.
Rs. Ein breites Kreuz, in dessen Winkeln cirif iluke
Kugel zwischen drei kleinem.
Umschr. : o. f BN f N . . . . D fNE. — b. | H ND f NE.
— c. f NDf NEf RNf NP. Andere Stücke lauten in
ihren Umschriften diesen dreien ilhnlicli. Gr. 15.
Otto IV.
9. Hs. Der Kaiser auf einem niedrigen Throne sitzend,
in der Rechten einen langen Lilienstab, in der Linken
einen Reichsapfel haltend.
Umschr. : j OTTO» — R«.\. — L
Rs, Ein Kreuz, in jedem U inkel desselben eine Kugel.
Umschr., IN.NI.NI.... Zwischen derselben lilienfür-
mige Zeichen. Gr. 11. Obol. Vgl. Cappe 611.
10. Hs. Der Kaiser auf einem niedrigen Thron sitzend, in
der Rechten einen langen Lilienslab, in der|Linken einen
Reichsapfel haltend. Umschr.: f ÜTTORE — .XHCC.
Hs. Ein breites Kreuz, in jedem Winkel desselben eine
dicke Kugel zwischen drei kleineren.
Umschr.: t Nif NEf Nif NE. Gr. 15.
11. Hs. Kaiser ebenso. Umschr.: f ONORE — XHtt.
Rs. wie vorher. Gr. 15'/j.
12. Hs. wie vorher. Umschr.: ONOR« — ....
Rs. wie vorher. Gr. 15'/j.
13. Hs. wie vorher, aber über den Schultern des Kaisers
je eine Kugel, f ONÜRE — XH. — R (?).
Rs. wie vorher. Gr. 15.
14. Hs. Der Kaiser, auf einem niedrigen Throne sitzend,
w ie vorher, aber zu jeder Seile des Kopfes ein Ringel-
chen. Umschr. : INO . . . ONQ — . . ü (?)
Rs. Ein breites Kreuz, in dessen Winkeln eine Kugel
von drei Ringelchen umgeben.
Umschr.: ...Ef NEf Nu... Gr. 15.
MeiitMclie R4>rlitMnlter(liüiiier niiw
>«rliiinl>oii.
Von A. Birlinger in Tilbineen.
1 . S c h a r 1 r i c h t e r r e c ii t e.
Der Scharfrichter war Freimann. Er halte Haus und
Hof die als unantastbar galten. In Hullenburg war vor Al-
ters, noch zu .los( phs IL Zeit, .-eine (ie« all eine ausgedehnte,
rniliinlcr •••elir gcfun biete. Er halle seinen eigenen Stuhl
auf der Miirincrseile der jetzigen Dnmkirchc, abgesondert,
doch hart neben den Sliiblen der (»bcranilsherrcn, aber zu-
unterst auf dem Fliitrel. Dahinein gieng Niemand und wcnn's
in der ganzen Kinlie kein Pliilzchcn mehr gegeben bulle.
Slnnls-
anslallen.
KechUscbutz.
301
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
302
Dieser Stuhl war Jedermann verpönt; des^leiclien dieSonder-
stülile seiner 2 Scherten, seiner Knetlile, in der Vorbiiline
auf der Mannerseite. Bei jeder Hochzeit einer „Jungfer"
erhielt der Scharfrichter 1 Mafs Wein und ein Viertel Brod.
Bei der zweiten und jeder fols^cndon Hochzeit fand dies
nicht mehr statt. Verbiirgtermasstn soll dieses Recht darin
seinen Grund haben: Vor Zeilen existierte eine Art Bordell
in Kotlenbiir? und über dieses stand dem Scharfrichter die
Oberg-cwalt zu. Als solchem waren ihm alle „Jungfern" Rot-
lenburgs einen Dank schuldig, weil sie vielfachen Gefahren
enthoben waren. Das Haus soll unter dem „Tliurm" ge-
standen haben, da, wo jetzt so beiläufig das Oberamlsgefang-
nifs steht. Sein Recht auf Selbstmorder war unum-
schriinkt. Jeder, der sich entleibte, war ihm verfallen. Niemand
durfte einen solchen berühren. Alsbald erschien der Scharf-
richter an Ort und Stelle mit blankem Schwert, stand ge-
nau an das Plätzchen der Schauerlbat und soweit er mit
dem Schwert reichen und es umkreisen konnte, war ihm
verfallner Grund und Boden und Gut. In dem Rottenburg
benachbarten Haillingen erhängte sich einer über seinem
Kornboden und 3 6 Schelfcl wurden Scharfriclilcrs Eigen-
thum. Den Entseelten zu verscharren, lag ihm allein ob;
dies geschah auf dem „Scbinderwascn". Manchmal , z. B.
im AValde, Gefundene wurden von ihm gleich dort ver-
scharrt, vor ^velclien Siclleu man sich sorgfältig in Acht
nahm. Von ihnen wurden WaldpUitze zur Erinnerung an
die Greueltbat benannt, z. B. Pelerslocb in der Rottcnburger
Markung etc. Die Zeichen solcher Stellen sind gewöhnlich
kleine steinerne Kreuze die man auf Feldern so gar häuflg
findet.
Des Scharfrichters Recht auf krepierte Thiere war ein
unumschränktes. Fiel ein Pferd, so durfte nicht ein Häricin
weggenommen werden. Ja, fiel es unter dem Reiter, so war
Geschirr und Schnallen, Reitzeug und Schmuck Eigenthum
des Scharfrichters. Wurde dagegen gebandelt, verheimlichte
man etwas, zog die Haut ab etc. und es wurde kundig, so
steckte der Scharfricbler ein Messer neben oder über des-
sen ThUre zum Zeichen, mit wem er es jetzt zu thun habe
und wessen Recht er angegriffen. Das Messer stak so lange,
bis es gelöst wurde. Die Lösung bestand in einem Ueber-
einkommen, demgemäfs Satisfaction dem Verletzten geschehen
mur<le. Deswegen nahm man sich wohl in Acht, todio llaus-
thiere .«ich selb.'^l zu >ulzen zu machen — So gefürchtet
des Scliarfric lilcrs Nahe, so verachtet «ar er alleiioils. Im
Wirlh>liau.-.c biilele man sich wohl, neben ihm zu >i(/.en.
NN'er mit ihm in Beriihrung kam, war unrein und unehrlich.
Wer von einer Innung, einer Zunft oder Gewerbe sich et-
was zu Schulden kommen liefs , ward für niiehrlich crklhrl
und es hielt oft schwer, bis die Erklärung für „ehrlich"
erfolgte. Ein Schuhmachergeselle, der einen Scharfrich-
ter vom Tode rettete, der beim Aufladen eines todten
Pferdes verunglückte, wurde von der Zunft zu 16 11. Strafe
verurlheilt. Ein anderer Lehrjunge, der zum Spafs im Schin-
derkarren über die NekarbrUcke fuhr, galt lang als unehr-
lich. — In den Jahren 1820 — 23 hörte in Rotfenburg das
Scharfrichleraml in seiner altern Bedeutung auf.
(Schlufs folgt.)
i\otlzeii ülicr Elielini'lgefirlite.
Von Dr. Julius Slaiidinger in Cadolzburg.
In einem mit der Jabrzahl 1332 bezeichneten Saalbucbe
des Richtcramles Rofsstall (in Franken) findet sich vorne
neben anderen Bemerkungen über Jurisdiklionsverbältnisse
eine förmliche Ehegerichtsordnung, welche nach einer dort-
selbst siebenden Bemerkung aus dem Gericblsbuchc an die-
sen Platz abgeschrieben ist. Letzteres selbst liegt nicht mehr
vor; jedoch sind E.xcerpte daraus in einem allen Aklenpro-
ducte des 17. Jahrb. „Beweisgründe über Rofsstall etc. betr."
zu linden. Dagegen habe ich ein anderes, leider höchst de-
fectes Gerichlsbucb zur Hand, welches auf das benachbarte
Geriebt Grofshabersdorf bezüglich ist und für die Geschichte
der Ehegerichte interessante Inscriplioncn, meist aus der
ersten Hiilfle des IG. Jahrb., enthiill. Weitere Aufschlüsse
hierüber geben ein Stadtbuch und ein Saalliiicb \ oii Lnugcii-
zenn, welche in der ersten Halfle des lü. Jahrb. geschrie-
ben sind, deren Bestimmungen und Bemerkungen über Ehe-
gericbte jedoch, wie es ausdrücklich auf S. 273 und 304
des Sladlbiiches heifsl , aus einer „sehr alten, doch glaub-
würdigen Copey" neuerdings abgeschrieben und „dieser alten
Ordnung gleichstimmig" sind, daher einer ungleich früheren
Zeit als jene Bücher selbst entstammen. Die Feststellung
der Rofsstallcr Ehegerichlsordnung, welche vielfach das
Gepräge eines Weisthums an sich trägt, fallt nach mehreren
in den oben angeführten Aktenstücken befindlichen Bemer-
kungen wohl auf das Jahr 1420. Dort beifst es nämlich:
,, llcrnacb alji man 1420 geschrieben, ist auslall defs vori-
„gen Sladigebrauchs ein Gericht durch Hrn. Peter Hollcr
„den jüngeren in Nürnberg angeordnet worden, doch i>l
„die Gcrichlsordniinir wie sie noch alle EbehnfTi verlesen
„wirdi, ans der Sl;iill Ordnung, weil Rofsslull ein Vojrl iiiul
,.Slaillralb ;.'clial)l. einDrunicn, wie dann im »llesicri (icnchts-
„bucli ad 1420 au.sl'iihrlicb beschrieben elc". forner: „NNio
„das Ehchafll ^ (in Ilnrri l'fliT llallcr wieder nufgcrichtcl
„worden seynd fidgcnde \\'ürl tu linden: „„Dem allmach-
Oerichu.
303
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
304
„tigen Gott zu lob und allem lliiiimlisehen Heer, da man besonders nach Ausweis der Geriditsbiiclier , die gleichen
„lehlt von Christi Geburt 1420 Jahr, da hielt lu)^er Herr Sachen abgewandelt, ja sogar im Ehegericht abgebrochene
„Peter Haller der jüngere, das Erste EhehalTtrecht am Milt- Verhandlungen im Nachgericht fortgesetzt. Der genaue
.,«ochen vor Oculi in der Fasten, »lul da ward auch diJJ Unterschied zwischen beiden liegt daher auch nicht in der
„Gerichtsbuch angefangen, und was dij5 Gericlils Keclit seynil, Competeuz. Nach der Etymologie (v. ahd. cwa, mhd. ewe,
„die stehen hernach geschrieben."" Hier scheint nun unsere e, Gesetz, Recht, Bund, Ehe; eliaft, ehehaft, rechlmiifsig,
Gerichsordnung angereiht gewesen zu sein. — gesetzlich, festgesetzt, lefiitimus) dürfte es vielmehr am
Aus diesen, fast durchweg uliercinstimmenden Quellen richtigsten sein, in den Ehegericlilcn nur solche Gerichte
heben wir Folgendes aus; zu erblicken, welche in besliinnilcr Zahl, zu regelmäfsigen
Bezüglich des Begriffes der Ehe- oder Elieliaftsgerichle Zeilen im Jalire al)t;tliaiten wurden, \v;iliren<l die aiilserdem
ist daraus zu entnehmen, dafs die von Kreili. v. Freyberg dazwischen nacli Bedurfnifs gehegten Gerichte, Nacligericlite,
(Münchner gel. .\nz. v. 1838, Tbl. II, S. lüS) aufgestellte Nachrechte oder Gerichte schlechthin hcifsen. Der liir Ehe-
Behauptung, es deute jener Ausdruck nur auf eine Aus- haflgerichte vorkommende Ausdruck: Judicium Icgitimum,
dehnung der Gerichtsbarkeit auch auf gemeindliche und po- legilimale ist dann wolil glücklicher als von J. Chr. v. Ilal-
lizeilicbe Angelegenheiten, mindestens keine allgemeine Rieh- 1er, diss. de jud. communit. , quae vulgo Ehaffl Gerichte
tigkeil bat, indem in der Rofsstaller Ehegerichlsordnung zwar dicuntiir; Altdorf t"45, 4. pag. VIII erkliirt und der iiribe-
von einigen |iolizeilichen, keineswegs aber vou gemeiud- streitbare Zusammenhang jener mit den allgernianischen pia-
lichen Gegenständen die Rede ist, letztere vielmehr laut der citis legilimis möchte auch eher in das rechte Licht treten.
Rofsstaller Gemeindeordnung von 1380 in der Gemeinde- Charakteristische Eigenthümlicbkeiten dieser letzteren (Wal-
versammlung abgemacht wurden. Zudem wurden in letzterer ter, deutsche Kechlsgesch., 2. Aufl., Bd. II, S. 316 IT.) lassen
auch sehr viele Frevel, besonders gegen die Dorfs- und unsere Quellen bei den Ehegerichten sehr ausgeprägt er-
Feldpolizei bestraft. Nach den Langenzenner Stadtbüchern kennen. Gleich den placitis legitimis werden dieselben zu
geschahen zwar die Bürgeraufnahmen im Ebegerichte, allein bestimmten Zeiten und in bestimmter Zahl gehalten und lin-
es spricht dica nicht für v. Freyberg, weil solche Keccptio- den, wie gewöhnlich, so auch in Rofsstall 3mal, in 1-augen-
oen auch bei anderen Gerichtstagen erfolgten. zenn dagegen 4mal im .lahrc statt. Nach der Rofsstaller
Weiter ist es sehr auffällig, dafs in den bezeichneten Ehegerichtsordnung waren, einem verbreileteii Herkommen
(^)ucllen neben Ebehaftsgcriclilen von Nacbgerichten oder entsprechend (Haller, a. a. ()., p. XXV.), je der nächste
Nachrechten die Rede ist. Es ergibt sich auch, dafs diese Mittwoch nach Obersten (Epiphanias), Set. Walburgis und
Ausdrucke keineswegs, wie v. Freiberg, I. c. S. ICG, will, Srt. Michaelis, in I.angenzeuu die Montage uaili Obersten,
sämmtlich weiter nichts als einen Gerichtstag überliaiipl Walburgis, Trinilalis (spater abgescliiilfl) und Michaelis als
bezeichnen, denn zwischen Ebegericlit und Nachgcriclil, amli Ehegerichlstage festgesetzt, „darauf alle die kummen und
Gericht schlechthin genannt, wird sorgfällis uulerscliieden. „dasselbig besuchen sollen, die dazu und darauf geboren."
In der Rofsstaller Ehegerichtsordnung heifst es: „Die Herr- Gericbtspllicbtig sind sonach aber nicht blos gewisse Grund-
„schaft hat auch des Jahres 3 Egericht und andere hur- holden, sondern alle Inwohner des Gerichtssprengeis, wie
„gerliche Gericht, so oft die Nothdurft solches erfordert." denn auch in den sog. Beweisgründen über Rofsstall be-
Fast dieselben Worte stehen im Langenzenner Stadthuche merkt ist: „Es haben auch vor Alters alle Inwohner
von 1530 und in den „Beweisgründen über Rofsstall" ist „zu Rofsstall die EhehalTt besuchen müssen, wie denn ein
bemerkt: „Zu anfangs de[i wieder angeordneten Gerichts „wollmershüusischer Untcrthan anno 1425 vor dem Ehe-
„sind de(5 Jahrs 3 gewohnliche Ehebafft und unmiltelst der- „gericht verklagt worden." Die von C. v. Vacchiery (über
„selben von 14 Tagen zu 14 Tagen andere Verhöre und die Eliehanicn und EbehalTtsgerichlc in Bayern, 1798, 4.)
„Klagetage gehalten worden, also wann in selben Tagen aufgestellte Ansicht, als seien die Ehegerichte von Anfang
„Richter .... ein oder die andere Sach nit erorllen kön- an nichts weiter als Conventikel zwischen der Grundherr-
„nen, ist solche bi|i ulf die EhehalTten, oder wie es itlicli
„mal genennet wird, ull sein volles Recht verschoben wor-
„den ; nach ^olchem (von 1510 an) hat man monatliche
„Klaglage und endlich zwischen den gewohnliilien EhelialT-
„ten Nach -Recht gehnilun . . . ." Hier wie dort werden,
Schaft und ihren Grundlioldcn gewesen, erleidet hiedunh
einen lieliaclillieben SUil's.
(Fortsetzung folgt.)
Vernntwortlirhi- Rednrtion:
Dr. Freih. v. u. i. Aufscs». Dr. A. v. Eye
Druck von Fr. Campo k Sohn In Nürnberg.
(Mit einer BeiInge.)
Dr. (i K. FroiiiiiiH n n.
i]i:ila(;e zlm anzeigek flu klnde \m\ iii:i isi iie\ \oiizeit
^^•^S- J\? 0. ScpfcmbiT.
llii'onilv des iriTmaiiisiiicn Musculus.
Wenn auch die diesjährige, auf den 20. bis 22. August
anberiMiinte Jahresconferenz durch zufalliges Zusannncnlrcflen
hindernder l'inslände von den Jlilpliedern des Verwaltungsaus-
scliusses, welche fast in allen deutschen Slaaleii zerstreut
leben, nicht so zahlreich wie früher besucht werden konnte,
und deshalb die Verwaltungsangelegenbeiten einer besondern
Commission überwiesen wurden, so war es doch sehr er-
freulich, dafs von Seite des Gelehrtenansschusses, sowie der
Agenten (Bevollniiichtiglen) und vieler auswärtigen Freunde
des Museums die Tage der Conferenz mannigfaltig belebt und
für die Zwecke des illiiseuins Iruchlhar gemacht wurden. Es
waren hiebei die verschiedensten Staaten Deutschlands ver-
treten, namentlich Oeslerreich, l'reufsen, Bayern, Sachsen,
Hannover, und fanden sich auch in den nachfolgenden Tagen
Freunde des .Museums ans der Nähe und Ferne, z. B. AViirt-
teniberg, der Schweiz, ein, welche mit den zurückgebliebenen
Gästen, in Gemeinschaft mit den Mitgliedern des Lokalausschus-
ses und den Museumsbeainlen die Sache unserer iVationalanslalt in
traulicher Weise weiter besprachen und dadurch manches För-
derliche für die Weiterentwickelung derselben anregten. Die
Erülfnungssitzung am 20. August, Vormittags, wurde vom I. Vor-
stande, Freiherrn v. Aufsefs, nach ßcgrüfsung der zahlreich
Anwesenden, gröfstenlheils durch die Bcrichterstaltung über
den Stand der Arbeiten, Sammlungen und Finanzen des .Mu-
seums, unter Vorlage der vollständig gcslelllen und revidierten
Rechnungen, ausgefüllt, worauf sodann der Abgeordnete des
Berliner Hiilfsvereins, Kreisgerichlsdireklor Odebrecht aus
Berlin, einen höchst anziehenden Vortrag über die Wirksamkeit
und das Gedeihen dieses Vereins hielt. Am Kachmittage, sowie
an dem folgenden Tage fanden gemeinsame Berathungen über
Förderung der Anstalt, dann Besichtigung und Priilung der
Sanurilungen und Arbeilen, naruitntlich der Kcpertorien des
Museums, dann auch die Ergänzungswahlen Kir den Gelebrlen-
ausschufs und Durchsicht der Jahresrechnungen stall, (iemein-
sanie .Miltagsmahle dienten zur Erholung und gegenseitigen ver-
trauten .Annäherung der Gäste, und die Abende wurden Ihcils
in den alterthumlichen Gärten und der Hausmeisterei der
Karlhause, theils auf dem Thicrgärtnerlhorlhurm , der Wiege
des gerinan. .Museums, recht heiler verlebt. Kaclidem der auf
den 22. August fallende Sonnlag mit Besichligung iler Merk-
würdigkeiten der Stadt zugebracht worden, endigle am Mon-
tage den 23., Morgens 10 Uhr, die allgemeine Schlufssilzung
der diesjährigen Conferenz mit einem von Direktor Oderecht
aus Berlin auf Sc. Majestät den Konig Maximilian II. von Bayern,
als den das deutsche K'alionalmuseum stets wohlwollend und
kräftig schützenden Landesvater, ausgebrachten dreifachen Hoch.
Als eine buchst erfreuliehe Kundgebung der Anerkennung
unserer Anstalt von Seite des hohen deutschen Bundes
Iheilen wir hier den Bcschlufs der Bundeslagssilzung vom
9. Sept. 1858 mit, welcher also lautet: ...„die Vorstellung des
Vorstandes des germanischen .Museums vom 14. Juli d.J., unter
Bezugnahme auf den Bcschlufs vom 6. i\ovcmber 1856, em-
pfehlend zur Kenntnifs der höchsten und hohen
Begierungen zu bringen, den Vorstand des german. .Museums
hievon mit dem Bemerken in Kenntnifs setzen zu lassen dafs
man aus den gemachten Vorlagen mit Befriedigung die
uuler seiner Leitung fortschreitende Entwicklun«' die-
ses nationalen Unternehmens vernommen habe.
Zu dem in unserer letzten Nummer, Beilage S, mil?ellieil-
tcu Votum der Berliner Sladiverordnelen mag es hier am Platz
sein, ein Schreiben des S I a d I -Magist ra ts zu Berlin vom
9. Sept. d. J. milzulheilen , in welchem gesagt wird: ,.Den
mittelst geehrten Schreibens vom 17. Juni d. Js. uns gefalligst
mitgelheilten inhaltsreichen dritten und vierten Jahresbericht
haben wir mit vielem Interesse enigegengenommen und finden
uns dadurch veranlafst, den erfolgreichen Bestrebungen unsere
gröfste Anerkennung zu Tlieil werden zu lassen."
Als nicht weniger erfreulich haben wir nachträglich zu der
bereits gemeldeten Beilragsbewilligung der Sladt Bonn zu
berichten, dafs in der belrellenden Sitzung die Stadtverord-
neten sich dahin aussprachen, „dafs die Stadt Bonn als Sitz
der rheinischen Liniversität besonders veranlafst sei, ihr Interesse
an dem für die Städtegeschichte unseres Vaterlandes hochwich-
tigen Institute zu bekunden," und den Wunsch äufserten, „dafs
die iVachbarstadte bald dem Beispiele der rlieinisehen .Metropole
auf dem Gebiete der Wissenschaft und des geistigen Lebens
folgen möchli n."
.Manche andere erfreuliche Beweise reger Theilnahine an
den Bestrebungen des Museums haben wir wieder zu berich-
ten. Aus Oehringen geht uns die IVachricht zu, dafs Hr. Or.
Eisen m enger, fürstl. hohenl. -kirchb. Ralh und Lcibmedicus,
eine .M ün zsaninil un g seines verstorbenen Sohnes dem Mu-
seum schenkungsweise überlassen wolle. — Eine unifangreiche
Sammlung wcrthvoller Schriften, welche die litera r- p ra k ti-
sche Bür g e r V e r b in d II ng ii. Ilr. K. Schi 1 ling inKiga als
Geschenk fiir die Bibliothek des .Museums ubersandi, verdient als
ein erfreuliches Zeichen der Theilnahnic, die unsere Bestrebungen
selbst in so weiter Ferne finden, um so mehr hier Erwähnung,
weil diese, die Geschichte der Ostsccprnvinzen belrenTenden
Schriften auf anderem Wege schwer zu erlangen gewesen waren.
— Se. Maj, Leopold I., Konig der Belgier, beslimmle zum
Ankauf der Schriften des german. .Museums jahrlich 50 Kran-
ken. — Se. köii. Hoheit der l'rinz von l'reufsen hat dem
Museum einen Beilrag von 1(X) Thir. und Se. kOn. Hoheit Prinz
Friedrich von Preufscn einen Beitrag zur Einrichtung der
Karthause von 80 11. gcwährl. Ebenso hat Bischof He i nrich
von Passau, der grofse Freunil und Gönner kirchlicher Kiiiisl,
dem Museum einen Beilrag von 2.') fl gescndil . desgleichen
Se. Erl. (Jraf Max. Aug. zu Torri ng-tiule uze II 2.'> II. und
Herr Graf L. Sarniho in in Bozen einen Jahresbeitrag von 25 11.
307
Anz(!iiiLT lur Kuiuk- der ilculsclu'ii Vorzeit.
308
Auch dif Beilrage der Städte mehren sich stets noch; Schwal).-
Gniünd hat 5, Höchste, Passau 5, Reutlingen 15 fl. jähr-
lich gezeichnet und I'irna cinii;c Privatzeichnungen übersandt.
Keue Agenturen wurden errichtet in Emden, Mainz
und Posen.
In Schriftenaustausch mit dem .Museum sind neuerdings
getreten:
Die Acad^niie royalc des scienccs in .Vnistcrdani und
der historische Fi lial verein in Neuhurg a. d. Donau.
Von neu beigetretenen Buchhand hin gen sind zu ver-
zeichnen:
350. George Jacjuefs ViTlagsbuchhandlung in Augsburg,
351. Gebruder Ilcintze in l.uxcmlmrg,
352. Gustav W. Seitz, Verlagshaiidlung in Hamburg,
353. Friedr. Schäffer & Comp., Buch-, Kunst-, Musik- und
Landkartenhandlung in Landsberg a. d. W.,
354. J. F. Steinbaus in Barmen,
355. Osiandersche Buch- u. Anliqu.-IIandlung in Tübingen,
356. Bibliographisches Institut in llil.lburghausen,
357. C. F. .Müllerschc llofbuclibandlung in Karlsruhe.
Im Beamtenstande des Museums sind kürzlich mehrere
Veränderungen eingetreten. An die Stelle des als ord. Prof.
nach Rostock abgegangenen Dr. K. Bartsch ist für unsere
Bibliothek Dr. A. Andrescn aus Schleswig angestellt worden ;
wogegen Jak. Falke, bisher Conservator an der Kunstsamm-
lung, als Bibliothekar des Fürsten Liechtenstein und Dr. H.
Burkhardt, bis jetzt Archivsecretar, als Archivar nach Weimar
berufen worden, erstercr auch bereits nach \Vieu abgereist ist.
Unter den hervorragenden Persönlichkeiten, die wir nicht
selten auf dem Museum zu begrüfsen das Glück haben, befan-
den sich in jüngster Zeil auch wieder einige fürstliche. Am
20. Aug. waren Se. Uurchl. Fürst Heinrich LXVH. j. L. von
Reufs, am 3. Sept. Sc. k. Höh. Grofsherzog Karl Alexander
von Weimar, am 4. Abends und 5. .Morgens Se. .Maj. König
Ludwig auf dem .Museum längere Zeit zur Besichtigung seiner
Einrichtung und seiner Sammlungen anwesend. Mit sichtbarer
Befriedigung scheinen diese hohen Herrschallen aus den Bäu-
men der Karlhausc geschieden zu sein, und e.s liifst sich liolTen,
dafs solche für den weiteren Ausbau derselben von guten Fol-
gen sein werde.
Dankbarst bescheinigen wir den Empfang nachstehender
Geschenke :
I. Für das Archiv.
J. J. MerlO, Rentner, zu Köln:
999. Urkunde des Baths zu Antwerpen üb. d. Zeugenaussage
des Küfers Jan Stuinpaert von da. 1504. Pgm.
1000. Conlirniation d. Privilegien d. S. Gereonskirche in Köln
durch den p^zbisrhof Hermann allda. 14«1. Pgm.
Baron V. Löffelholz, .\r<hivar, zu Wallerstein:
1001. Wappenbrief des Kaisers .Maximilian I. für Hans Smaller,
Schullheifsen zu Regensburg. 1504. Pgm.
1002. Kaufbrief des Hans Hilpert zu Mitlelrüsselbac h lur il;iiis
Kraufs allda über 2 Morgen Feld. 1575. Pgm.
1003. Kaufl)rief des Christ. Joach. Gugel zu >ürnlierg für Gg.
Loffler von da über einen Garten das. 1615. Pgm.
1004. Gcrichtsbrief d. P. Volkamcr, Richters zu Worlh, üb.
den Garlenverkauf des K. Vargelli zu Aürnb. 1615.
P^-m.
Ein Ungenannter zu Nürnberg:
1005. Beanaiiiguiigs- und Schulzbrief d. Kaisers Karl IV. für
das Kloster Bayring. 1389. Aelt. Pap.-Abschr.
Dr. Fr. Märcker, geh. Archivruth, zu Berlin :
IIKIH. Hl u'f-tu Hdnissico-Germanica. I. Theil. 752 — 999. Pap.
Bautenbacher, Beneliziat, zu Günzburg:
1(107. Schadlosbrief des Heinrich von Werdnau für s. Vetter
Hans von Werdnau. 1478. Pgm.
1008. Schadlosbrief des Ritters Jacob von Lan<lau für Hans
Rudolph und Eilelhans von Summerau. 1505. Pgm.
1009. Schadlosbrief des Kasp. v. Freyberg zu Eisenberg für
Sixt von Scheinen. 1516. Pgm.
Killl. Hevers des Martin v. Randeck lur Wiill v. Ileirn-lorfl'
beim Todesfall eines Bürgen. 1517. Pgm.
1011. Irlchdeliricf des Jos Schalhart von Pludesch zu IVenn-
zingen für Rudolph Grälen zu Sulz, i't'id. Pgm.
1012. Dulle des Papstes Pius IV. über die Ernennung des Joh.
Rud. Vogt von Summerau von Praspcrg zum Kanonikus
in Regensburg. 1563. Pgm.
1013. Urkunde des Grafen Johann von .Montlort über d. Sub-
stitution des Hang Vogt von Summerau zu Prasperg im
übermarsihallamt des Stifts Kempten. 1579. Pgm.
1014. Bestätigungsurkunde des Kaisers Rudolph II. über die
Vormundschalt von Albr. Schenks v. Stanfcnbcrg Kin-
dern. 1594. Pgm.
101,'). Vertrag der Acbtissin Margaretha von Werdenstein vom
Kloster Wald mit Hans Rud. von Prasberg wegen Auf-
nahme einer Convcnlsschwester. 1615. Pap.
1016. Gcrichtsbrief des H. Hecht, Gerichtsammans zu Kreuz-
ungen, über e. Weingartenverkauf des Joh. Kiisslung.
1643. Pgm.
1017. Gerichtshrief des Joh. Ludw. Rentz, Landrichters in
Schwaben, in Betr. d. Uebernahme v. Höfen durchs
Kloster Wald. 1660. Pgm.
Odebrecht, Kreisgerichtsdireclor, in Berlin:
1U1>. Kormular einer Eidesverwarniing u. Sirafsatze für K(ir-
pcrverletzungen. 16. Jahrh. Pap.
Nie V. Urbanstadt, Finanzbezirkscommissür, in Eger:
1019. Sdiriilicn des liillcrs Heinrich v. Aulsefs an d. Ralh zu
Eger. 1470. Pap.
1020. Schreiben des Wilhelm vom Wolfstein an Sigmimd Ste-
ger etc. 1171. Pap.
1021. Bohuslaw Joach. v. Hasrnstcins Privilegium lur d. Gut
Ulenbach 1603 und Verordnimg wegen d. Mulihauser in
Wohlan. 1609. A. Pap.-Abschr.
1022. Specification des 1639 u. 1640 durch das schwcd. Kricgs-
volk in Kadaii angerichteten Schadens. N. P.-Abschr.
1023. Specification d. Einkommens u. d. Schulden der Stadt
Kadan. 1658. N. Pap.-.\bsihr.
1024. Privilegien der Stadt Prefsnitz. N. Pap.-Abschr. 0. J.
1025. Privilegien di.r k. K. Birgsladl Simneuberg. >. Pap.-
Abschr. 0. J.
1026. Privilegien etc. aus d. im Obcrnnit Prefsnitz nufl)cwahr-
leii Urbarircgisicr. N. Pap.-Abschr. 0. J.
309
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
310
Baron v. Reitzenstein z. Z. in Weimar:
1027. PrivikgiiMu cl. kaisiTä Ferdinand III. für d. Sliick- und
Glockcngierser Leonh. Low. 1650. Pap.-Absihr.
Ein Ungenannter in Lcipzis;:
1028. Erlals des Kaisers Leopold 1. an den Kardinal Leopold
von Kollonich. ITOO. Pap.
1029. Revers d. Erzsbischofs Mattliias von .Mainz lur das Dom-
kapitel allda in BelrefT d. Prolslwahl. 1325. Pgm.
1030. Schiilzbricf d. Erzbisdiofs Ludwig von Mainz für d. Or-
den der Karmeliten. 1376. Pgni.
1031. Ouillung des Heinr. v. Morfsc, Bisihofs zu Munster, für
den Kalh der Stadt Köln. 1134. P<;m.
1032. Vergleich d. Käthes d. Stadt \\()rrijs mit Kriedr. u. Bech-
tolf V. Klerfsheim weg. e. Hofs in Worms. 15-13. Pgm.
1033. Lehenbrief des K. Matthias für Signi. Gab. Ilolzsiliuber,
Hieron. Tetzel u. Sigm. Hallcr zu Mirnberg. 16l3. Pgm.
Krämer, Schreibfedernfabrikant, zu Würzburg:
1034. Geburtszengnifs d. Amadeus von Meclard, sardinischen
Raihs 11. Richters, für Humbert .Mollie.\. 1(159. Pgm.
Ludwig Albert Freih. v. Gumppenberg zu Würzburg:
1035. Kaun)rief des Hainczcl ab der Mcrancz für Mkelein den
Polnekcr über 2 halbe Pfund Gelds. 1354. Pgm.
1036. Lehenbrief des Prob.stes Johann von Herlemlierg zu Itiu-
lelden für Frau Eisin v. ScbOnau. 1383. Pgm.
1037. Gerichtsbriel des Freigrafen Hugo van 0»tcrwyck zu
Recklinghausen in Belr. d. Klage d. Ritlers Thys van
Eyll. 1461. Pgm.
1038. Gerichtsbrief d. Freigralen d. krummen (Jrafschaft in Be-
trefl der von Hans Goll zu .Strafsburg angebrachten
Klage. 1464. Pgm.
1039. Bitte d. Vinctnz von Wyltenheini an den Bischof Caspar
von Basel wegen Bestätigung eines Pfarrers. 15(10 Pgm.
1040. Lehenbrief des Gg. Illsung zu Tratzberg, Landvoigts in
Schwaben, für (".allin Enderlin zu Wucliczenhoven. 1560.
Pgm.
1041. Revers des lacob ^^ erlin zu Heiteren fiir Egenolpli,
Herrn zu Rappoltstein, wegen 4 fl. Zins. 1571. I'giu.
1042. Kaulbrief des Hans Pfarrkirchcr in Täufers für Kunigunda
Innerpühler üb. c. halb. Gütl. in Pretau. 1579. Pgm.
1043. Pachtbrief d. Jac. Sigm. Humpis von Waltrambs für
Hans Aberlein über eine Tafcrno in Mereralzhofen.
1628. Pgm.
II. Für die Bibliothek.
J. C. Eisen's k. Hof- Buch- u. Kunslbdl. m Köln:
5700. F. C. Eisen, neueste Beschr. des Domes ru Küln. 2. Aud.
Ih57. 8.
Historischer Verein der fünf Orte in Lucern:
5701. Dcrs., der Geschichlsfrcund. 14. Bd. 1858. 8.
C. H. Beck'schc Bucbbdl. in INordlingen:
5702. Die dcul^chc^ Mundarten. Hcrausg. v. G. K. Frommann.
5. Jahrg. 2. Ili U IH5H. 8.
Dr. Theodor Herberger, Archivar, in Augsburg:
5703. Dl r,.., .la> IS.dIcUl und das Burgfeld. 1858. 8.
H. A Schmids Verlags -Conto in Ouerf'if'i:
5701. C. A. G. .Sturm, kleine Chronik d. Stadt u. Herrschaft
(Jurrfurlh. 1^17. 8.
Franz Kindacher, Gymnasiallehrer, in Zerbst:
5705. Beckcr's Zerbster Chronik. Bogen 8—24. 1858. 4.
5706. H. Lindner, Mitlheil. aus d. Anhalt. Gesch. 1. u. 2. Hfl.
1830. 8.
5707. (Ders.) Leopold Friedrich Franz, Herzog u. Fürst zu
Anhalt. 1840. S.
5708. Hilllei. randslied, rec. Lacbmann. 1833. 2.
Jos. Zahn, Proicssurskandidal, in Wien :
5709. J. J. v. Herrmann, Gesch. d. Israeliten in Böhmen.
1819. 8.
5710. Die Landstände von l!a\crn. 1800. 8.
Naturforschende Gesellschaft zu Görlitz:
5711. Dies., Allhandlungen, 4., 5., 6. Bd., 7. Bds. 1. H. u.
8. Bd. 1844—57. 8.
Wallishauser'sche Bucbbdl. in Wien:
5712. llcru]. Mcyncrl, d. Herz König Rudolfs I. 1856. 8.
G. Braun sriic HofbuchhdI. in Karlsruhe:
5713. Zeitschr. f. d. Gesch. des überrbeins. Hersg. von F. J.
Mone. 9. Bd., 4. H. 1858. 8.
G. RagOtzky. Pastor, zu Triglitz bei Pullilz:
5711. 1. Cburl. Constitution von Erbfellen. 2. Landrculer Or-
denung. 3. Churf. Edict weg. besuch der Audientien.
Pap.-Hdscbr. 17. Jahrb. 4.
5715. Doutl. lieschr. der bey Itziger Zeit bräuchlichen Artillerie.
Pap.-Hdschr. 18. Jahrb. qu. 8.
5716. Jobannsen Georgens Marggrafen zu Brandenb. Visitation
vnd Consistorial-Ürdenunge. 1590. 4.
5717. Friedrich Wilhelms, MarggralTcns z. Br. revid. Pauer-
Gesinde- Hirten- Schäfer- u. Muller-Ordennng. 1651. 4.
5717a. Friedr. Wilhelms. Verfassung, Wie es in Vns. Camnicr-
gerichl zu Colu nn d. Spree sol gchall. werden. 1658. 4.
K. k. Centralcommiss z Erforsch, u. Erhalt, d.
Baudenkmale in \Niin:
5718. Dies., Mitlheilungen. Redacteur: K. Weif.-. 111. Jahrg.
April. 18.58. 4.
K. k. mähr schles. Gesellsch z.Beförd. d. Acker-
baues, d. Natur- u. Landeskunde m Brunn:
5719. Dies., .\otizen-lilalt. Hcdig. v. Cbr>lu. irElverl. Nr. 1—6.
1858. 4.
5720. Dies., Mitlheilungen. Hanpireilaktcur : II. C. Weebcr.
Nr. 1—26. 1858. 8.
Mähr, stand. Landes- Archiv in Brunn:
5720 a. P. H. V. Chlunicky u. J. Cb>til, Bericht f. d. J. 1857.
I.S58. ^.
Anton Emmert in Inmi:
5721. Leon. Colonibino, il trionfo Tridcnlino. 1858. 8.
Bauer <t Raspe, liucbhdl. (Jul. Merz), in Nürnberg:
5722. Zcilscbr. 1. deutsche hullurgesch. Hersg. v. Job. Mül-
ler u. Job. Falke. 1858. Julihefl. 8.
Verein v. Alterthumsfreunden In d Rheinlanden
in luinn :
5723. Brnun, Achdles aul Skyros. 1858. 8.
311
Anzeiorer für K'imdr der (Ifiilsilu'ii Vorzeil.
312
G G Kallenbach, Professor, in Baiiibcrg:
5724. lltr.-. , Hiiir. z Virslutulnirs d. I\iii licn-Biiukuiisl. l.llfl.
1857. 8.
5725. Dtrs., dogiiialisch-liturgisch-sjuiliol. .\ulf,issung d. Uirciil.
Bnukunst. 1857. 8.
Dr Ernst Förstemann, üililiolhiLiir ii. Li-hnr am l.yceuin
zu \N tTinjit-rutlc :
5726. Uers.. alldeutsches n.-iiiienbuch. II. Bd. 7. Lief. 185». 4.
Wilh. Violet, Buchhdl. in Leipzig:
5727. üd. Fiedler, (iescli. d. volkslhünil. schottischen Lieder-
dichliing. 2. Ausg. 1. u. 2. Bd. 18.58. 8.
5728. Chrstn. Stein, d. Gesch. d. deutschen Bauernkriege. I. —
6. He(t. u. Bog. 19—25. 1849—50. 8,
5729. A. Tliierry, Entsteh, u. Ausliild. d. Tiers-Ktat in Krank-
reich. 1847. 8.
Dr. Herrn. Knothe, (ivinnasial-Professor, in Zittau:
57HO. Jalirl>. (l.-iilsrIuT Dirhlijni;, liersg. v. K. Weller. 1858. 8.
5731. .Mur. Ilorn, neue Dichtungen. 1858. 8.
5732. Ders., die Köhler von Burg. 1857. 8.
5733. Ad. ."ilern, Jerusalem. 1858. 8.
Aug Stöber, Professor, in .Mülhausen:
5734. Um., der Kochcrslierg. 1857. 8.
5735. Ders., die llexenprozesse im Elsafs. 1857. 8.
5736. Th. Klein, das Städtchen Buxweiler und die Bcrgveste
Lutzelstein. 1858. 8.
5737. Frd. Otle, die Abtei Murbach. 1857. 8.
5738. Elsafs. Sanistagsblatt, hrsg. v. Frd. Olle. 1856, 1857 u.
1858, Nr. 1-31. 4.
Dr. C. Schmidt, Professor, in Strafsburg :
5739. Ders., plaintes dun Laique allcmand du 14, siede sur la
decadence de la Chriitientc. 1840. 8.
5740. Ders., nouveaux details sur la vie de Guttenberg. 1841.8.
5741. Ders., Recensiun d. Werkes: Iconographie chretienne;
Ilistoire de Dieu. I'ar Didron. 1845. 8.
5742. Uers., Uebers. einigiT z. Kenntnifs d. religiös. Lebens
im Jliltelalter dienenden Werke. (1850.J 8.
5743. Uers., Bulmaun .Merswin , le fondateur de la niaison de
Saint-Jean de Strasbourg, ü. J. 8.
5744. Ders., die Gottcsfreunde im 14. Jalirli. 1855. 8.
5715. >oticcs sur le.^ Iluiiiani.'tcs Slrasbourgcois. 0. J. 8
Dr. Jul. Graf v. Wartensleben , k. preufs. Stadtge-
richlsrath, in Berlin:
5746. Ders., Nachrichten v. d. Gcschl. der Grafen v. Wartcns-
lelien. 1. u. 2. Bd. 2. Ausg. 1858. 8.
Dr. A. L. J. Michelsen, geh. Justiz- u. Oberappellations-
gcrichtsratli, in Jena:
5747. Ders., Johann Friedrich's des Grofainüthigen Stadtordnung
für Jon... l^r.H. 1.
Job. Pet. Bachern, \ crl.-Biii hhdl. m Köln :
5748. Rhein. Provinzial- Blätter. 2. — 4. Jahrg. Ilerausg. von
Jac. IN'öggerath. 5. u. 6. Jahrg. Hersg. von J. P. Ba-
chern. 1835—39. 8.
Karl Freih. v. Reitzenstein, ?.. Z. in W<im,ir:
5749. ihuringen und der Harz. 1.— 3'<. Ilft. 1839—42. 8.
5750. Alb. SchilTncr, Beschr. von Sachsen. 1840. 8.
,')75l. Thüringens .Merkwürdigkeiten. Hersg. von H. J. Meyer.
1. u. 2. Ilft. 1^26. 8.
5752. G. Landau, die Kitlcrgesellschaften in Hessen. 1840. 8.
5753. K. F. LeidcnIrosI, thurfursl Friedrich II. 1827. 8.
5754. G A. Wette, histor. Kachrichten von Weimar. 1737. 8.
5755. J. G. Liebknecht, de nonnvilis bracteatis nvmmis Has-
si.icis. (1716.) 4.
5756. J. A. Schmid, nvnivs bractcalvs Ilenrico II. vindicatvs.
1718. 4.
5757. F. th. Lefscr, Nachricht von den Müntzen der ausge-
storbenen Grafen von Hohnstein. 1748. 4.
5758. Casp. Sagiltarius hisloria Gothana. 1700. 4.
5759. .Merkw. u. auserics. Geschichte von d. Landgralschafl
Thüringen. 2 Ex. 1684 u. 1685. 4.
5760. Casp. Sagittarius, antiqvitates genlilismi et christianisnii
Tbvringici. 1685. 4.
5761. (G. P. Hiinn), Sachsen-Coburgische Hisloria. 1700. 4.
Ö7G2. Job. Seb. Guth, poiigraphia .Meiningensis. 1676. 4.
5763. \y. Kein, d. Dominikanerkloster zu Eisenach. 1857. 4.
Staatsrath V. Maltitz, k. russ. Gesandter, in Weimar:
5764. >otice sur la Kamille de Maltitz. 0. 0. u. J.
K. bayer. Akademie d Wissenschaften in München:
.576:i. Die<., Alihiindlunjrcn d. Iiisl. lla.-se. s. Jids. 2. Abth.
1857. 4.
5766. ¥. v. Kobill, Denkrede auf Johann >ep. v. Fuchs.
l«.ifi. \
5767. Konrad llofmann, iiber d. Gründung der Wissenschaft alt-
deutscher Sprache u. Literatur. 1857. 4.
5768. Frz. Liiher, d. deuLsche Politik König Heinrich I. 1857. 4.
5769. Frd. v. Tliiersch, über Uonisl. Mafsnabmen I. d. Gedeihen
der Wissenschaften. 1858. 4.
5770. Ders.j üb. d. Verhiiltn. d. Akademie z. Schule. 1858. 4.
5771. G. M. Thomas, über neuaufgefundene Dichtungen Fran-
cesco Pctrarca's. 1858. 4.
5772. C. PrantI, üb. d. geschichll. Vorslulcn dir neuern Rechts-
philo-iophie. 1858. 4.
G. Korscheit, Lehrer an der Bürger.scbule in Zittau:
5773. Ders., Aachtrag z. Gesch. von Berlbelsdorf. 1858. 8.
5774. Ders., d. IJeberfall bei Hochkirch. 1858. 8.
5775. F. Osw. Sperrhaken, Gesch. von Konigshain bei OstriU.
(1858.) 8.
5776. W. F. A. Eckhart, d. Löbauer fhronik. 1851. 8.
K. Studienanstalt zu Erlangen:
5777. .!;ilirrsl„.riclil. |w.>8. 4. 2 Ex.
Dr. Zöllner, praKt. Arzt, in Aub:
5778. H.Haas, die .\ustr(]-Burgundionen u. Logionen. 1856. 8.
5779. J. M. Schnielzing, Repertoriuiu d. Gesetze über die Me-
dicinal-Vcrfass. in Bayern. 1818. 8.
5780. Tod! wo ist dein Stachel? oder: medicin. Lehrgedicht.
1856. 8.
5781. Ch. F. Adler, d. Liebekunst. 1843. 8.
5782. Th. Galschenbcrger's ges. Gedichte. 1855. 8.
5783. Die .Mysterien der .Magnelomagic. 1851. 8.
5784. Aus d. Tornister einc^s Soldaten der Revolutions-Armec.
1856. 8.
5785. H. Dulon, v. Kampf um Volkerfreiheil. 1619— JÜ. 8.
.5786. Ch. Sainic-Foi, d. Buch der Volker. 1850. 8.
313
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
314
5787. A. Freiiniinil, pnlil. Volksl>üchlfiri. 0. J. ^.
578H. Diis Pianulorle, unler Hrdiiclioii v. Frz. Liszt. 1. Jahrg.
O J. ■>.
Dr. Paul Wigand, Sladtgericlilsdirelilor a. D., in >\ elzlar:
5789. Ders. , denkw. Beitrage f. Gesch. u. Rechlsalterlhiinier
18.-|*<. 8.
Dr. J. Marmor, pmUi. Arz.l, iii Ivuiisiaru:
5790. Uers., d. Konzil zu honstanz. 1858. 8.
Toll, .Major a. D., in hoblenz:
5791. Ein «arhalTter bericht V. d. Schlacht vor Prauia. 1525. 4.
5792. Aufäzuj; e. Briefes, wie einer so in d. Türokej wonhalTt,
seinem freundt in dise landt gesclirilieii. 1526. 4.
5793. Getrewe . . crjnnerung, von ilor Turcken Ordnung.
1542. 4.
5794. Warb. Zeitung Aufs Franckreich. 0. J. 4.
Rectorat d. k. Maximilian-Gymnasiums m München:
57>.ij. Ji.hrislitTii hl. |S.')S. I.
5796. F. .Minsinger, malheni. Geogr,i]iliie in Verliind. mit popul.
Iliminelskunde. 1858. 4.
Odebrecht, Kreisgericbtsdireklor, in Berlin:
5797. (i. .\. Will, kurze Nachricht von H. Siegniund Oerlel.
1754. 2.
5798. Fabianus Albjrus. ielir- u. sinnreicher [lerlzens-Spiegel.
0. J. qu. 8.
Königl. Akademie d. Wissenschaften in Amsterdam:
5799. Dies., \erslat'cn en inededeelingen. l.Ueel. 1855 — 58. 8.
5800. Catalogus van de boekerij . . 1. Ueels l.stuk. 1857. 8.
5801. A.C. Ilollms, het wisselrcgl in de XIV, eeuw. 1840. 4.
5802. lo. An. iNijhoH, beschrijving van een liandschrift afkonislig
van het Uloostcr Bethlehem bij Uoetinchem. 1857. 4.
5803 \V. Moll, de boekerij van het St. Barbara -Kloster tc
Delft. 1857. 4.
Jos Durig', Oberrealschullehrer, in Innsbrnck:
5815. (lirs., der Anwachs der geforsteten Grafschaft Tirol.
1858. 4.
Dr. Alex. Flegler, Professor, in Nürnberg :
5816. Ders., zur (;esrh. d. Posten. 1858. 4.
Karl Fri'ili. v. Reitzenstein, z. Z. in \\ciinar:
5817. Ders., Briefwechsel d. Kurfürsten Jnhann Kri< lirich des
GrofsNUithigen m. s. Sohne Johann Wilhelm, Herzog zn
Sachsen. 1858. 8.
5818. J. F. Bauniann, volvnt. imperii consortivni inier Frideri-
cvni Avsiriacvm et Ludovicvm Bavarvm. 1733. 4.
5819. Pelr. Kunz, Conradvm KavlTvngvm .. publ. sislit. 1712. 4.
5820. C. Ziegler, de singvlari elecloris Saxoniae eminentia.
174G. 4.
5821. W. Seyfried, de Johannis Hussi ortv . . Ed. IM. 1729. 4.
5822. A. G. Faher, familia Avgvsla Lvcenibvrgensis. 1722. 4.
5823. G. A. H. Stenzel, de ducuni Gcrmanoruni post tempora
Caroli Magni origine et progressu. 1716. 4.
5824. Ch. Schlegel, de cella veteri, ditionis ac dioeccscos
.Misnensis. 0. J. 4.
5825. Ders., de nvmniis antiqvis Gothanis. 1717. 4.
.5826. J. Ch. Olearius, spicilegiuni antiqvilatis. 1702. 4.
5827. C. S. Schurzfleisch, Wiiiekindvs Magnvs. 1698. 4.
5828. 0. Sperling, de numnioruin bracteatoruni et cavoruni
origine et progressu. 1700. 4. (Defect.)
5829. H. C. Hecker, Kachrichlen v. d. alten Herrschaft Star-
kenberg. 1741. 4.
5830. J. Z. Gleichmann, histor. ». polit. Remarquen v. d.
Thuring. Erb-Ilof- Aemtcrn. 1742. 4.
5831. J. T. Itunick, dipl. Nachlese z. Genealogie d. Grafen v.
Schwarzburg u. v. Kefernburg. 1755. 4.
5832. Eualuaciboucxkin. 1548. 8.
5804. G. de Wal, prijsverhandeling over het bestaan , den 5833. D'ögheualueerde gauden ende zelueren . Monte. 1551. 8.
aard en de behandeling van het Naiuurregt. 1833. 4.
5805. P. van Limburg Brouwer, overzigl van de gescbiedenis
der allegorische uitligging van de grieksche Mythologie.
1843. 4.
5806. P. Harling, de bodcm onilcr Amsterdam. 1852. 4.
Verein z. Ausbildung d. Gewerke in München:
5807. Ders., ZeiL^rhrifl. II, 1; V, 2 u. VIII, 1. 1852, 55 n. 58.
gr. 4.
Jak. Falke, Conservator am german. Museum:
5808. .\. Macchiavelli, liisloriae Florentinac libri oclo. 1658. 8.
Wenzel Grufs, Sekretür der Stadt Egcr:
5809. 7 Jahresberichte des Gyninas. in Eger. 1851 — 57. 4.
Nie. V. Urbanstadt, k k. Finanzbezirkscommissar, in
Eger:
5810. Bruchstuck eines Kalenders. Zwei Prgmlblttr. 15. Jahrb. 8.
5811. Notizen über einige liiphni. Ortschaften. Pap.-Hdscbr.
Hug'O Itiltcr V. Goldegg in Bozen:
5812. Doinin. Cuslos, Tirolcnsium Principum, Com]|\]n gc-
nvlnnc eicones. 1599. 2.
5813. Joh. Srht.pf, Guilrun. Schauspiel in drei Akten. 1858. 8.
K. k. Gymnasium in Bozen :
5814. Dass., VHI. Programm. 1858. 8.
5834. Des Kais. u. Reichs-Camnier-Gericbls Kalender. 1800. 8.
5835. Die l'ebcrschwenimiing Jena's am 4. Febr. 1850. 8.
Th. G. V. Karajan , Viceprasident der k. K. Akadirmie
d. V> . in W ien :
5836. Kaiser .Maximilians!, geheimes Jagdliuch u. v. d. Zeichen
des llirsclics. Hrsg. v. Tb. G. v. Karajan. 1858. kl. 8.
Ein Ungenannter in Nürnberg :
5837. Vorschlag des Kaisers Albrechl II. v. J. 1438, d. Reich
in Kreise einzutheilen. Pap.-Hdscbr. 15. Jahrh. 4.
5838. Hierin vcrzaichnet was mich l'aulus Behaim mein Gestech
in allen cosl hat ausgeben. Pap.-Hdscbr. 1546. 2.
5839. Sendlbrieir aus der Hellen Teulfcls Scblofs, an den
Schwäbischen Schund mjii llanii.« llarrern. Pap.-Hdsclir.
16. Jahrh. 2.
5840. Euangeliuin von dem selbst erbcngcklen GlosI lu Neiifs-
dorir zu Oesterreich. Pap.-Hdscbr. 1595. 2.
5841. Voigt hernach der aulflaulTso alliie In diefser Statt Nürm-
berg sich begeben vnd zugetragen hat Anno 1349 Jahr.
Pap.-Hdscbr. 1607. 2.
5842. Dafs Ziffer A. B. C. . . Durch welches Mariin l.ulhcr
vom H. Johanne in d. bninibl. Otfenb. angedeutet winll.
t Kill. O. 0. II. J. 2.
315
Anzeiger fiir KuikIi- dor drutsclion Vorzeit.
316
Verein f. Erdkunde i'ic in F)arinäi.-i(lt:
5843. Ikrs., liiilrHj;i-. Krgiinzmi}rsblalltr z. Notizblatt. 1. Ilft.
1858. -.
Antiquarische Gesellschaft in Zürich:
5814. Dies., Mailuiliingin. X.XII. 1858. gr. 4.
5845. ü. V. >Vjfä, Gesell, d. Alilei Zürich. BeiIngen. 1851 —
1858. 4.
5846. 13. Bcrirhr. (1858.) -1.
Ein Unbekannter:
5847. .Mognenlii Hhahiiiii .)I,iuri de laudibiis sanclae crucis, ed.
.\d. llcnzc. 1S17. (ir. 2.
Hessisch. Verein f. d. Aufnahme mittelalt. Kunst-
werke 7.11 Darnislndt:
5848. Der- , Denlinialei-. ti Blatter. 2.
Redaction d. numismat. Zeitung in Weifscnsce:
584".". l)w>.. niMni*iri.-,l. Zeiliing, IN'r. 9 u. 10. 1858. 4.
Dr. J. D. G. Brugger, Professor, in Heidelberg:
5850. Beschreibung d. Belagerung Freiburgs im Breisg. im J.
1744. Pap.-Udschr. 2.
Gebrüder Heintze, BuchhdI. in Luxemburg:
5851. N. Killes, .Maria, die machtige Patronin zur Eichi'.
1857. 8.
Trowitzsch <fe Sohn, Hofbuchdruckerci, in Frankfurt a/0.:
5852. Jldnalsschrilt f. deutsches Sliidte- und Gemeindewesen,
hrsg. V. A. Piper. Hell VIII. 1858. 8.
Polytechn. Verein zu Würzburg:
5653. Uers., Wochenschrift. Ar. 27—31. 1858. 8.
Verein f. thüring. Gesch. u. Alterthumskunde in
Jena;
5854. Johann Fricdrich's d. (irofsmüthigen Stadtordnung für
Jena, hrsg. v. A. L. J. .Michelsen. 1858. 4.
Du Mont-Schauberg'schc BuchhdI. in Köln:
5855. Organ f. (hristl. Kunst, hrsg. v. Baudri. Nr. 15 u. 16.
1858. 4.
Jos. Plafs. Schullehrcr, in Kastl:
5856. ((;. 11. Paricius), d. jetzt-Ieliende Hegensburg. 1722. 8.
H. Leitzmann, Buchbindermeister, in Nürnberg:
5857. Bibel allen H. neuen Testaments. 1596. 4. (Tilclbl. fehlt.)
Wendeborn'sche BuchhdI. in Allona:
5858. A. V. Warnstedt, Rendsburg, eine Holstein. Stadt und
Festung. 18.50. 8.
5859. Topographie d. Herzoglh. Schleswig. 2 Thle. 1853. 8.
5860. A. Ipsen, d. alten Landtage d. Herzogthümer Schlesw.-
Holstcin V. 1588— 1G75. 1852. 8.
5861. N. Faick, Beitr. z. Gesch. d. Schlesw.-Holsl. Landwirth-
schafl. 1847. 8.
5862. Ders., Snmml. d. wichtigst. Urkunden, w. auf d. Staats-
recht der Herzogth. Schleswig u. Holstein Bezug haben.
1847. 8.
5863. E. Wislinenufl, Gesch. der alten Dilhmnr.srhen. 18.j(l. 8.
5864. r. P. Hansen, Chronik d. Friesischen l ihlande. 1H56. 8.
5865. Ders., Friesische Sagen u. Erzählungen. 1858. 8.
5866. A. Burow, d. Kricgsthcnter d. dänisch. Halbinsel u. die
Festung Rendsburg. 1854. 8.
5867. P. B. Ilelincke, d. Belagerung Rendsburgs i. J. 1645.
1850. 8.
5868. G. Pasche, Chronik d. Kirchspiels Bornhovede. 1839. 8.
5869. J. Boojsen, Bcschr. d. Insel Silt. 1828. 8.
5870. Eckhoir, die Insel Führ u. ihr Seebad. 1833. 8.
5871. K. J. Clement, die Lebens- u. Leidensgesch. d. Frisen.
1845 8.
5872. A. Ipsen, Christian August, Prinz zu Schleswig-Holstein.
1852. 8.
5873. (P. Hanfsen), kurzgef. Nachrichten v. d. Ilolstein-Plöni-
schen Landen. (1759.) 4.
C. H. Tamms, Pastor zu St. Nicolai in Stralsund :
5874. Ders., Cmrad Schlüsselburg. 2. Ahth. 1858. 4.
Carl Tauchnitz, VcrIagshdI. in Leipzig:
ö875. G. A. H. Sienzel, Gesch. Deutschlands unlcr il. Frank.
Kaisern. 2 Bde. 1827—28. 8.
Friedr. Schäffer & C. , Buch-, Kunst-, Musik- u. Land-
kartenhdi., in Lanilsberg a. d. W.:
5876. .\. Engelien u. Fr. Henning, Gesch. d. Stadt Landsberg.
1857. 8.
5877. Plan d. Stadt Landsberg a. d. Warthe. 1855. 8.
Ferber'schc Universitätsbuchhdl. (Em. Roth) in Giefsen:
5878. J. F. Schulte, Handb. des kathol. Eherechts. 1855. 8.
5879. Ders., System d. allgeiii. katb. Kirchenrechts. 1856. 8.
5880. G. Engclbach, Philipp d. Grofsmuthige. 1856. 8.
L. W. Seidel, BuchhdI. in Wien:
5881. Th. Vernaleken, Alpensagen. 1858. 8.
5882. Formenlehre der deutschen Sprache. 2 Thle. 2. \iil\.
1858. 8.
5883. C. Schinil Ritler v. Tavera, Bibliographie z. Gesch. d.
österr. Kaiserstaates. 1. Ablh. 1. Hell. 1858. 8.
G. Fröbel, Verlagsbuchhdl. u. Hofbuchdruck, in Rudolsladt:
5884. Sagen und Kl.inge aus Thüringen. 1857. kl. 8.
5885. Album zum Gedachtnifs d. I). Erbprinzen Günther zu
Schwarzburg. 184().
5886. G. Frobel, Album der 4. Sacularfeier d Erlinduiig der
Buchdruckerkunst. (1840.) 8.
Eberh. Ludw. Kling, BuchhdI. in Tuttlingen:
5887. J. Ilarlniann, Gesch. v. Württemberg. 1856. 8.
5888. C. W. Hüsling, d. Lehre v. d. Saulenordnungen. 2. Ausg.
1858. 8.
K. Gesellsch. f. Samml. u. Erhalt, vaterl. Alter-
thiimer m Kid:
5889. Dies., Bericht. 1857. 18.58. 4.
Dr. Ludwig Häufser, Professor, in Heidelberg:
5890. Kits., (Uutsi lic Gesch. v. Tode Friedrichs d. Gr. bis
zur Grund, d. deutsch. Bundes. 1. Lief. 1858. 8.
Dr. Lud'wig Ettmiiller, Professor, in Zürich:
5891. Neujalirsliiiill hrsg. v. d. Slndtliiblioth. in Zürich auf d.
J. 1841. 4.
5892. Carminum cpicoriim germanic. saec. .\1I1. et .\IV. frag-
menla, ed. F. Dejcks. 1858. 4.
5893. Sacra saecularia tertia l'nivcrs. Jenensis jiie celebr. gra-
tulntur Rector et Senat. Ac»d. reg. Monnsleriensis.
1858. 2.
5894. Festgedicht auf Jena v. W. Schütz. (185k.) 4.
3r
Anzeiger tur Kunile der deutschen \orzeil.
318
III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung.
Kunstverlagshandlung von Artaria und Fontaine
in .M:inrihujiii :
245». Portral A. Uiirt-rs, Kpfsich. von F. Förster.
2459. Porträt H. Holbeins, Kpfrsl. von Fr. \\ elier.
24fiO. Portriit des Prinzen Wilhelm II. von Aass;iii, Kpfrslcli.
von Rapli. Morghen.
2461. Ansicht des SJrafsburgcr Münsters, Kpfrstch. v. Schnell.
C. Becker, kgl. pr. Steuerinspektor, in Wiirrliurg:
24tJ2. Gjpsahfjiils eines verzierten hastchens v. 14. .Ihdi.
2463. Ein Keiler, Federzchng. vom 16. Jhdt.
2464. 3 gemalte Wappen vom 17. n. 18. Jhdt.
2465. 6 Originalsiegel und 2 l.ackalidrüclic von Siegelstöckcn,
14.— 16. Jhdt.
2466. Siegcistock von Messing. 14. Jhdt.
L. Bechstein, ilulriith, Archivar ii. Bibliothekar, in Mei-
ningen :
2467. 17 Schriftproben vom 8.— 15. Jhdt.
J. Frank, Gehülfe in der Kunst- u. Allcrtliumssainmlung des
german. .Museums:
2467 a. Antiker Kopf; neuer Eisengufs.
Dan. Scheffler, Schrcinermeistcr. in ^'ürnberg:
2lii~. 2 \erzicrte Thürschlösser vom 16. u. 18. Jhdl.
Magistrat der Stadt Kordhausen :
24ti9. Speziestbaler der lieichssladt Kordhausen.
2470. Kleinere Silberinünze, desgl.
Dr. Vogelmann, Priiceptor, in Ellwangcn:
2471. (iiige vom 16. Jhdl.
Ludwig Erbgraf zu Pappenheim:
2472. Gypsabgufs einer .StatueUe des heil. Antonius. 16. Jhdl.
2473. 2 grafl. Pappcnheim'sche Silbermünzen vom Is. Jhdl.
2474. Geschlcchtstafel des erlauchten Hauses Pappenhciin vom
11. Jhdl. Ins nach der Mitte des 19. Jhdts.; Steindr.
Frhr. von Reitzenstein z. Z. in Weimar:
2475. 3 Originalsiegel v. 13. Jhdt.
2476. 154 Gypsabgüsse von mittelalterlichen und neueren Sie-
geln und Formen zu solchen.
2476 a. 19 Lackahdrücke von solchen.
2477. Grofsc Silhermediiille auf Herzog Job. Casimir v. Sach-
sen; v. 163U.
2478. Sächsischer Tbaler von 1542.
2479. 2 Zeichnungen nach Siegeln vom 13. Jhdt.
2480. Beispiel einer Wappcnfalschung von 1835.
.2481. 6 kleinoro Silbermünzen und 3 Kupfermünzen.
2482. St. Georg, kleine Bronceslatuc v. 15. Jhdt.
2483. Gypsabgufs eines Kardinalsiegels und einer verzierten
Zinnschüs.*el v. 16. Jhdt.
J. J. Merio, Itenlner, in Köln:
2484. Portral des Gerhard von Pilgruin , Bürgermeisters von
Kiiln; Sieingravicrung nach A. di' Bruyn.
2485. St. Antonius, St. B.irbara und St. Katharina, Sieingra-
vicrung nach A. v. Worms.
2486. Abbildung des 1496 auf dem Keumnrkl tu Köln stntlgc-
hnblcn Schiefsspiels ; Steindruck.
2487. Abbildung der Oberfläche des runden Eckthurins in der
alten römischen Stadtmauer, bei Sl. Ciaren in Kola;
Steindruck.
2488. 2 Steingravierungen nach einem span. Gemälde und einer
neueren llan.lzeiclinung.
Ungenannter in Nürnberg:
2489. 7 Blatter mit gemalten Wappen vom 16. u. 17. Jhdt.
2490. Ahnenprobe des Christoph vom Berg, Wassermalcrci v.
16. Jhdt.
2491. 4 Handzeichnungen v. 16. Jhdt.
2491 a. Medaillon des H. S. Behani und seiner Frau, Kpfrstch.
von W. Hollar.
2492. Text zu dem rad. Feuerwerke von J. Amman.
L. Bull, Kaufmann, in INürnberg:
2493. 1 romisrlic und 1 schwedische Kupfermünze.
H. Killer von Goldegg in Bozen:
2494. 49 Kupferstiche und Radierungen vom Ende des 16. —
18. Jhdts.
2494 a. 29 ältere und neuere Siegelabdrüeke.
Dr. Zöllner, prakt. Arzt, in .\ub:
2495. Ein l'islnl mit Kadschlofs.
Dr. O. Buchner in Giefsen:
2496. Altgerin. l'urleiihalsband.
2497. Model für eine Ofenkachel.
2498. Degenkorb und Sporn v. 17. Jhdt.
2499. 10 kleinere Silbermünzeu , 1 Kupfermünze u. 2 Kupfer-
jetoiis vom 16. — 18. Jhdl.
2500. Bruchstück eines kleinen broncenen Crucifi.ves.
M. Freih. von Berchem:
2501. 2 Abbildungen plastischer Denkniiiler aus dem ehemali-
gen Kloster zu Windberg; Tuschzchg.
Dr. J. H. v. Hefner- Alteneck, Prof. u. Conserv. der
verein. Samml. in München:
2502. 4 kleinere mitlelallerliche Silbermünzen, 1 Messingjeton
und 1 Kuplermiinze.
N. Urban von Urbanstadt , k. k. Cameralbezirkskom-
missär, in Eger:
2503. 24 Lackabdriickc von .ilteren und neueren Siegelstöcken.
R. von Rettberg in München:
2504. 2 Kuplersliche von A. Dürer; Bartsch >r. 59 u. 70.
2505. Ziukabgnfs einer Aledaille des Job. INeudiirfer. 1523.
Freih. v. Schirnding, kgl. Forstmeister, in >euhof:
2506. Ein in einem Dachsbau gefundener Broncegürtel vom
14. Jhdl.
Dr. Andresen, Conserv. der Bibl. des germ. .Museums:
2507. 19 Portraits aus der 1. Hälfte des 17. Jhdts. Kpfsichc.
2508. 40 Portrails aus spaterer Zeit; Kpfslche.
2509. 6 Alibildungen von architekton. Denkmiilcrn; Stahlstchc.
J. L. Bautenbacher, Bcneflzial, in (iünzburg:
2510. Silberniünzo von Kaiser Wenzel I.
Schick, Pfarrer, in Ellwangcn :
2511. 7 Silbermunzen vom 16. Jhdl. au» einem Funde bei
Archshofen.
2512. 2 Kupferstiche vom 1^. Jlull. Iliriog Karl in der Knrls-
schiile und Purlriil des C. Vnnloo.
319
Anzeiger für Kunde der deulsclien Vorzeit.
320
S^ve, Rrnincr, in Briisscl:
2513. 3 römische Kupferiiiiinzen.
Geyer, Oberpostkassier a. D., in IVürnberg:
2514. 2 Tassen von allem Porzellan in einer Lederkapsel.
2515. Reiseuhr mit vergoldetem ZifTerlilall, vom 17. Jhdt.
N. Besselich in Trier:
2516. 3 ci.^irrif Pfeilspitzen.
Dr. Ladner in Trier:
251". 33 Kupferstiche und Radierungen aus dem 17. — 19. Jhdt.
von -M. .Verian, B. Rode, G. Priniavesi,J. Wagner, Oester-
reich u. A.
2518. Die Weiber von Weinsberg, Ilolzschn. von J. F. L'nger.
2519. 2 kleinere Steindrucke von Slrixner.
Brückner, Chemiker, in Hof:
2520. (iestocliene Ku|i(erplatle mit .\bbildung einer .Vünze
N. 1622.
Krämer, Schreibfedernfabrikant, in Würzburg:
2521. 4 Pfeile vom 15. Jhdt.
Historisch -antiquarischer Verein der Stadt ScbafT-
hairsen :
2522. 13 Gypsabgüsse von mittelalterlichen Schweizersiegeln.
Lottes, Pfarrer, in Leerstatten bei Scliwabach:
2523. (irofser Glaspokal mit eingebrannten Malereien v. 1660.
riironik der liisldrisclicii Vorclne.
Die siebente Jahresversammlung des Gesanimt Vereins
der Geschichts- und Alterthunisvereinc wurde zu Berlin vom
15. bis IS. September d. J. abgehalten. Es waren ungefähr
hundert Forscher und F'reunde des Alterthums, der Geschichte
und mittelalterlicher Kunst Deutschlands erschienen, darunter
gegen 20 Deputierte einzelner Vereine. Der Ort war eben-
sowohl wegen der vorhandenen vielfachen Kunslscliatze , als
auch wegen einer nicht unbeträchtlichen Anzahl ausgezeichne-
ter Männer, welche dort ihren Wohnsitz haben und an dem
Congrcsse Theil nahmen, ein sehr gut gewählter; auch ward
Seitens der Behörden sehr Dankenswerlhes für die Annehm-
lichkeit und Kiitzliclikeit des Aufenthalts der Versammelten ge-
leistet. Anstatt des abwesenden .Ministerialvorstandes v. Braun
aus Hannover fiilirte der Generaldirektor von Olfers aus Ber-
lin den Vor.^ilz in den zwei Gencralversammhmgen, am 15. und
18. d. .M. In denselben wurden, aufser der Vorlesung des vom
Archivsekrelär Dr. Grotefcnd aus Hannover vcrfafstcn Ge-
schäftsberichtes des Gesammtvereins und eines interessanten
Abrisses der Geschichte Berlins vom Stadiarchivar Fidicin,
folgende Vortrage gehallen: vom Professor Hafslcr aus Ulm
über den Fortgang des Baues des beriilimten Doms daselbst;
von Dr. .Mommsen aus Berlin über die Inscriplionen Deutsch-
lands, besonders in Bezug auf die Handelswege der Römer
nach und in Germanien; von Dr. Mannhardt aus Berlin
aber die IVothwendigkeit und die Nützlichkeit alter Sagen
n. 8. w.; vom Kammerherrn, Freiherrn v. Eslorff aus Schlofs
Jägersburg über die von demselben übernommene Arbeil der
archäologischen (ommission, betreffend eine neue Classilikalion
und Terminologie der Denkmale und Anticaglien , sowie über
die im Auftrage des germanischen Kationaliniiseuiiis gemach-
ten Antrage des Herrn .M. Koch aus Heidelberg in Betreff
grüfserer Thüligkcit der Vereine (insbesondere in Oestcrrcich,
Miirltcmbcrg und Ungarn) für die vorchristlichen Alterthümer.
Die Vorträge des Archivars Landau aus Cnssel über deutsche
Gaugeographie und des Archivars Habe! aus Schierstein über
die Arbeiten der Limes - (ommission «urden in der betreffen-
den dritten und ersten Section gehalten.
In der ersten Section (unter dem Vorsitze des .Vrchivraihs
Dr. Lisch aus Schwerin) wurden bemerkenswerthe .Mitlhei-
lungen über merkwürdige archäologische Funde aus den Pfahl-
bauten im Bodensee, vom Schlosse Allenstein bei Bolzen, im
Grofsherzogthume Posen und im Meklenburgischen gemacht ;
in der zweiten Section (unter dem Vorsitze des Professors
Hafsler) wurden viele Fragen aus der Kunst des .Mittelalters
und in der dritten Section (unter dem Vorsitze des Staats-
Ministers von Wictcrsheim aus Sachsen und des Dr. Gro-
lefend) manches Historische, Germanisches und Slavisches,
erörtert. Das römisch -germanische .Museum halle einige sehr
gelungene Nachbildungen in Deutschland g<'fundener Alter-
thümer, sowie mehrere Vereine und Privaten interessante
archäologische Originale ausgestellt. In der Versammlung
der Deputierten der mit dem (iesammtvercin verbundenen histo-
rischen und alterthumsforschenden Vereine ward Slultearl als
geschaftsfiihrender Vorort, sowie in der letzten Generalver-
sammlung München zum nächstjährigen Versammlungsorte ge-
wählt.
Der Verein für ha m b iirg isch e Geschiilili' liiclt am
26. .Mai dieses Jahres, nachdem die für Hamburg erscliullern-
den Ereignisse im verflossenen Jahre eine Unterlirccliung ver-
ursacht hatten, seine diesjährige allgemeine Versammlung. Dr.
Lappenberg beriehtele über die indessen nicht unterbrochene
Thäligkcit des Vereines, der während der letzten Jahre durch
Dr. Geffcken einen neuen .\bdruck der ältesten hamburgi-
schen Gesangbücher in niedersächsischer Sprache hat be-
sorgen lassen und das 15. Heft der Zeitschrift heraus-
gegeben; l)r Buek bat ein Werk über die hamb. Oberalten
veriinciillichl und beabsicliligl, ilie V erzeichnifse der hohen
Beamten etc. Hamburgs folgen zu lassen, wahrend Dr. Be-
neeke auf Anregung des Senates die hamb. Raihs listen
herausgeben wird; Dr. Lappenberg selbsl hat eine Geschichte
des durch den Brand zerstörten hamb. Ralhhauses für
den Druck vorbereitet. Wahrend der letzten Winter wunlen
vom Vereine öffentliche Vortrüge über hamb. (Jrscliiclile ge-
halten, auch die Sammlung lianili. Alterthümer dem Publikum
321
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
322
an bestimmten Tagen geöffnet. Ein Bericht des Prof. Wurm
über die Tbäligkelt des verewigten Bürgermeisters Johann
Schmidt enthielt hauptsächlich aus den Jahren 1813—15 und
über damalige hanib. Verhitltnisse manche,'; Bemerkens« erthe.
Prot. Petersen berichtete sodann, dafs auch die Fortsetzung des
Lexikons der hamb. Schriftsteller bereits unter der Presse
sei, und machte .Millheilungen über den Zuwachs der Samm-
lungen etc., über Entdeckungen und Ausgrabungen in und bei
Hamburg, übi-r den Stand der Uechnungen und andere Vereins-
angelegenbeiten.
Die Verhandlungen des historischen Vereins für
K ie d erb ayc rn enthalten in ihren uns vorliegenden neuesten
Heften, Bd.\.. HU n. 1, 1858, aufser dem secbslen Jahre.-ibe-
richtc des Vereines für 1857 von Dr. Wiesend, für die (je-
schichtu des Lances: Verzelchnifs von Handschriften der kgl.
Hof- und Staatsbibliothek .^lünchen, welche die Geschichte von
Landshut berühren, mitgetheilt von Dr. Th. Wiedeniann. Histori-
sche Daten über das alle Prämonstratenser Kloster \> indberg,
gesauinielt und chronologisch geordnet von Josef Kornniüiler. —
Zur Kuustueschichte und Alterthumskunde: der Bau und die
Erbauer des t'hors zu St. Martin in Landshut von Job. Spurl.
Die römischen Denkmale in INiederbayern; 1. Abtheilung die
Schriftmale, von Prof. Josef von Heiner. Ueber ^amencrklä-
rungen, von Rektor Seb. Mutzl. l'elier den l'rsprung des pas-
saiiischen Stadtwappens, Min l)i. Krh.rrd.
\ a c h r i c li t c ii.
■jiteratiir.
Ken erschienene Werke.
67) Geschichte des Erzstifts Trier d. i. der Stadt
Trier und des Trier. Landes, als Churfdrstcnthuni und
als Erzdiöcese, von den ältesten Zeiten bis zum J. 1816
von J. Mar.\. Erster Band. Trier, Kr. Liniz. 1858. 8.
XV und 544 Stn.
Der Verfasser, Professor der Kirchengeschichte und des
Kirchenrechts am bischöflichen Seminar in Trier, hat sein \> erk
auf einen ans<linlichen Uuilang berechnet. Der vorliegende
Band, welcher die trier'sche Ijeschichle von der Zeil der Rü-
nierhcrr.-ichart bis zum Beginn der Regierung des letzten l'liur-
lursten behandelt, ist nur die erste Abtheilung desselben. Die
zweite Abtheilung wird die Geschichte der Abteien, Stifte und
Klöster des trier'schen Landes von ihrer Entstehung bis gleich-
falls zur Regierung des Churfürsten Clemens Wenzcslaus um-
fassen. Die Regierimg dieses letztern, die neuere Geschichte
Triers ist der dritten Abtheilung vorbehalten. Es ist kein
Zweifel, dafs die denkwürdige Geschichte Triers, das sehr früh
schon glänzend in unserer Geschichte auftaucht, einer so um-
fassenden historischen Behandlung wünlig ist, und da seit den
vortrefflichen noch heute unentbehrlichen Arbeiten Honthcim's,
Brower's und .Masen's siel» keiner in der trier'schen Geschichte
ein so weites Ziel gesteckt hat, so wird die Wissenschaft in
dem vorliegenden Werke eine sehr willkommene Erscheinung
begrüfsen. Dasselbe beruht auf lleif^igeii Studien, und wenn
.Manches, zumal in den allgemeinern Partien, weniger begrün-
det erscheint, so ist im Ganzen des Verfassers Streben nach
der thatsachlichen Wahrheit gebiihrend anzuerkennen.
681 Geschichte der l'rovinz Hanau unil der unteren
Maingegend von Carl Arnd. Mit 2 illuminirten Karten.
ILinaii, Friedr. Konig. 1858. 8. .\ und 611 Stn.
Seine Amtsgeschafte als Wasser-, Strafsen- und Landbau-
meisler machten den Verfasser vorliegenden Buches in einer
Reihe von 40 Jahren allmählich mit beinahe allen Thcilcn der
Provinz Hanau naher bekannt. Dies erweckte in demselben
natürlich ein liesonderes Interesse frtr ihre frühern und gegen-
wartigen Zustande. Aus der langjährigen Beschaltigung mit
ihrer Geschi<hte, aus den eigenen Anschauungen ihrer gegen-
wartigen Verhallnisse und den Untersuchungen noch vorhan-
dener Denkmäler des Alterthuiiis gieng das gegenw.irlige \> erk
hervor. Die Stellung des Verfassers gibt eine .\ndeulung, was
man an dasselbe für Ansprüche zu machen hat. Derselbe legt
selbst weniger Gewicht auf seine schriftlichen Quellen,
von denen er vorzugsweise nur die zuganglicheren benutzt hat,
als auf die noch \orliandenen Zustande und Denkmäler,
die er in seinem Buche nach bester Einsicht wissenschaltbch
zu verwertheu gesucht hat. Manche seiner Resultate bedürfen
darum einer genauem Prüfung, die wir baldigst angestellt
sehen möchten. Was die hanauische Geschichte selbst betrifft,
so ist die Darstellung derselben vielfach von grofser Scliwie-
rigkeit. So klein auch diese Provinz mit ihren 120,001) Ein-
wohnern ist, so ungleichartig ist der Stoff ihrer Geschichte ; ihr
Darsteller entbehrt daher ilen unschiiizbareii X'orllieil, die ein-
heitliche Geschichte eines gleichartigen \ DIki's dem Leser »or-
fiihren zu können. In ihrer heuligen (iestalt existiert diese
Provinz erst seit d. J. 1><21.
69) Beitrag zu einem Wörterbuch der deutschen
.Mundarten des uiigrischen Berg lau des. Von
Karl Julius Schröer. Wien, aus der k. K. Ilul- und
Staatsdruckerei. 1858. 8. 62 Sin.
Die deutschen Sprachinseln des anfserdeutschen Oesler-
reich, die sich in der Cmlliilhung von Italienern, Slaven, Min-
chen und Magyaren bis heule erhallen luiben, gaben in der
gelehrten Welt früher .\nlafs zu seltsamen Vermulliiingen , in-
dem man gern darin lebendige Denkmale iinlcutscher Sprach-
elemente erblickte. Kcuero Forschungen haben auch hierüber
grofseres Licht verbreitet. Die «. R. kimbrisrhe .Mundart der
\ll und Xlli Coiuimini hat in .Schmeller und Bergmann ;;rund-
liclie Bearbeiter gefiinden; die Sachsen in Siebenbiircen waren
in jung.-'ter Zeil haulig der Gegenstand gelehrter Untersuchungen.
323
Anzeiger für Kunde der deiilsclu'ii Vorzeit.
324
Der Verfasser liefen in seiner Schrift einen willkoiiiinencn Bei-
lrag rur Ergriindung des Ursprungs der deulsclnn Bewohner
des ungriii'hcn Birglandes, und weil auf dem Wege der Ge-
scbiihlsforscl'.ung wegen Mangels an srhrillliohen Zeugnissen
schwer zum Ziel zu gelangen war, so richtete er seine Auf-
merksamkeit auf das Sludiuui dir .Mundart. F> lindel, dafs
die Zipser und (irundener mitteldeutsch sprechen, und leitet
den Ursprung jener Ansiedelungen auf niederrheinische Aus-
wanderungen von 1141 — 61 zurück, ohne vielfache Einflüsse
der Umgebung und spaterer Zuwanderungen abzuweisen. Für
Iheilweise gleichen Ursprungs hiill er die VII Communi und die
Siebenbürgener Sachsen, und er ist der Ansicht, das Millel-
deutsche habe noch allgemeinere Verhreitune gcfundin. Das
Material zum WortcrluK he hat er fast nur Bucliern entnom-
men, die indefs grofslentheils noch unbekannt waren ; die Quel-
len finden sich S. 24 — 26 sammtlich angegeben. Die vorlie-
gende Abtheilung geht von .\ bis II; B und P, D und T sind
zusammengenouiTuen worden. Znr Erläuterung dienen Ver-
weisungen und t'ilalc; auch su( hl der Verf. die I.autverhall-
nisse festzustellen, und gelegentlich linden Gebräuche und .My-
thologie Berücksichtigung.
70) .loh an n Hecrnianns geistliche Lieder. Heraus-
gegeben von Philipp \Va ckerna gel. Stuttgart, Vir-
lag von S. G. I.iesching. 1856. 16. I.XXXVIII und
4.'?6 Sin.
In Zeiten poetischer Dürre geschah es nicht seilen, dafs
seitab von der staubigen Ileerstrafse der Brunnquell der geist-
lichen Liederdichtung recht klar und lieblich sprudelte. Als
einen solchen erquicklichen Sprudelborn mag man Johann
Heermann (geb. 1585, gest. 1647), den Zeitgenossen Opitzens,
mit Recht betrachten , eine um so erquicklichere Erscheinung,
je trostloser die Zeil war, in welche sie (iel, deren bitlern
Kelch der Dichter selbsl bis auf die Aeige austrinken sollte.
Seine Lieder zeichnen sich aus durch ungesuchleste, zum Her-
zen sprechende Einfaeliheit und Klarheit des Ausdrucks, durch
eine gewinnende .\nmuth und Anspruchlosigkeil , die Verse
durch Wohllaut, Flüfsigkeil und leichten Bau. Die Sprache ist
fast immer würdig und dem Inhalt angemessen.
Das vorliegende Buch bringt von seinen poetischen Wer-
ken die Haus- und Herz-Musika ganz, von andern (mit Recht)
nur Ausziige (im Ganzen 2(10 IVuininern). Von den beigegebe-
nen drei Anhangen entliall der erste: „Zur Bibliographie", eine
sehr fleifsige und äorglallige Arbeit, \%'ie sie von \\ ackernagcl
nicht anders zu erwarten war; der zweite: Einige Vorreden
Johann Heerinanns, und der dritte die Lesarten. Den Schlufs
bildet ein alphabetisches Licderverzeichnifs. Die Einleitung
enthalt eine mit Warme geschriebene Lebensgesehichle des
Dichter-i und endigt mit einem, vielleicht nicht ganz unlielange-
nen Urtheil über den Hang, den er unter den Dichtern S( hle-
siens einnimml, besonders Opitz gegenüber.
7\) Litnuische .Märchen, Spri<liwiirle , Halsel und Lie-
der. Gesammelt und übersetzt von August Schlei-
cher. Wehnar, Hermann Bohlau. 1S57. 8. X und
244 Stn.
Unter den Märchen begegnen uns viele alte Bekannte, nur
sehr Wenige sind ganz neu, andere nur landschaftlich gefärbt,
oder treten in neuer Fassung und Verbindung auf. Eine be-
trüchtliche Anzahl besteht aus Suhwanken und Schelmstücken.
Eine kleine Zahl zeichnet sich durch echt volksthumliche iVai-
velil und Poesie aus; alle sind gut erzählt. Der übrige Theil
des Buches isl eigenthümlicher, specilisch lithauischer. Einigen
der Daiuas, deren der Ueberselzcr in llücksicht seines Vor-
gängers INefselniaun nur wenige gebracht hat, sind Sing-
weisen heigegeben. Von den Dainas abgesehen, ist die vor-
liegende Sammlung, welcher ein lithauisches Lesebuch des
Sammlers zu Grunde liegt, die erste dieser Art, welche in
deutscher Sprache ans Licht tritt. Dafs sie besonders auch
den .Mythologen von Interesse sein mufs, bedarf kaum der Er-
wähnung. In der Vorrede gibt der Uebersetzer eine Andeu-
tung dariiber, wie der reiche Schatz der lithauisclien Märchen,
von welchem seine Sammlung nur einen kleinen Theil bildet,
vollständig gehoben werden könne. Es wäre zu wünschen,
dafs das Unternehmen die nöthige UnterstUlzung fände.
72) Alte Bergmau nsl ie d e r. Herausgegeben von Rcin-
hiild Köhler. Weimar. Hermann Buhlan. ISJS. 12.
XVI und 176 Stn.
Es handelt sich hier wieder um eine erscb(iplende Samm-
lung der volksthiimlichen Bergmannslicder, noch um die Heraus-
gabe vorzugsweise dem Munde des Volkes enlnummener, bis-
her unbekannt gewesener Lieder dieser Gattung. Der Heraus-
geber selbst nennt das Büchlein, das 42 Aummern zählt, welt-
lichen und geistlichen Inhalts, rine kleine Kachlese zu den
Sammlungen von Mosch (in dessen: Zur (ieschichle des Berg-
baus in Deulsihland. Liegnilz, 1829) und Di)riug (Saihsischc
Bergreyhen. Grimma, lb40. 2. HeftJ. Seine yuellen sind Iheils
geschriebene Liederbücher der Bergleute, thcils Druckwerke,
unter welchen ein „Neu-vermehrtes vollständiges Berg-Lieder-
Büchlein" (gedruckt in Sachsen, wahrscheinlich zu Anlang des
vor. Jahrb. I und „Der (ioll gelassene liergmaun. Jena, 16'J3''
die vorzuglichslen sind. Den Schlufs bildet ein „Berg-Keimen"
von 16.").'), in 64 Slriiphen, aus der „(untinuatio Metamurphosis
Tclae Judiciariae. Zum sechsteninal gedruckt. IVurnberg, in
Verlegung Johann Georg Endters, 1684", zwar bereits von
Gödeke neu verolfentlichl , hier jedoch mit berichtigtem Text
gegeben. Jedem Liede sind Erläuterungen beigefügl, bestehend
in Allgabe der Quellen und vcrscIiicMleneii Lesarten, Erklärungen
tcclinisi her Ausdrücke, historischen und andern iNotizen. Ein
alplialielisches Verzeichnifs der Liederanlange ist angehängt,
die Schreibung des Textes grufsteiitheils modernisiert.
Aufsätze in Zeitschriften.
Bund: Nr. 227. .Vus dem dreifsig^jahrigen Kriege, ein Beitrag
zur schweizer. IVeutralilatsgeschicIite. Kr. 243 u. f. Die
Liestnicr Kirchweihe von 1540. (Runge.)
Europa: Nr. 33. Geographische und geschichtl. Virbreilung
einiger bernuschenden Getriinke. I. Kr. 34. Das Fehde-
iind Fnnstrechl des .Mittelalters. (Kdsllin.) Geogr. und
gesell. Verbr. etc. II. Nr. 36. Bilder aus dem Jenaischen
Stiidenlenlebcn. I.Art. Geogr. und gesell. Verbr. etc. III.
Illiistr. Familienbuch: VIII, 11. Tyge Brahe. (v. Perger.)
325
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
326
Jag dzc'il u ng : Ar. 2. l'cber die Jiiftdorden. .\r. 4. Dir
kaiserliche Thicrgarlen bei Wien in Vergangenluit und
Gegenwart. Tir. 14. Die Sage vom Wernolf. Kr. 15. Die
allen Jagdbücher.
Allg. Ki rchen Zeitung: >r. 29. Die Kinhcil der evang.
Kirche in Oeslerreich.
Evang. Kirchenieitiing; Nr. 57 — 61. Die allsächsische
Evangelienharinonie. (Br.)
Bayer. Land Lote: I\r. 218. Betlelordnung in München zu
Anfang des XV. Jahrhunderts. Kr. 219. Slrarsenpflasterung
in .München. Nr. 226. Die Kirche zu Kaniniersdorr. Kr. 228.
Ueber verschiedene Spiele in München von Albrecht V.
bis 1740. Kr. 231. llalieni.sche Predigten in München
1589. Kr. 232. Gustav Adulph in der .St. MichaclisUirche
1632. Kr. 234. Die Stadlsuldner. Kr. 236. Die Ronilahr-
ten und das St. Kochusspital in .München 1589.
Minerva: II, 3. Die Universität Jena, (liicderniann.) Weimar,
thüring. Sacularerinnerungen.
Westerm. .Monatshefte: Kr. 23. Die Ilallstädter Ausgra-
bungen.
Monatsschrift des wissensch. Vereins in Zürich:
Kr. 7. 8. Ueber die Geschichte der drei Liinder Uri, Schwyz
und Untcrwalden in den Jahren 1212 — 1315. (v. Wifs.)
Deutsches .Museum: Kr. 32. Deutsche Volkslieder aus Sie-
benbürgen.
Frank f. Museum: Kr. 34. Zur Kestaurationsgesehichte der
Murburger Elisa bethkirche.
Berliner Kacrichten: Kr. Ihs 11'. Von Deutsch-Venedig zur
Pommerschen Grenze. Kr. 189. Zur (iründungsgeschichte
der Universität Jena. — Kurlurstl. Verbot gegen KoriKjdien
und Gaukelspiele 1629. (Schneider.)
Augsb. Postzeitung: Kr. 200. Beil. Conrad Pawniann aus
Nürnberg, Organist des Herzogs Albrecht IV. in Bayern.
Thcol. Quart alschrift: 3. Hfl. Ueber den Einllufs der Kirche
und ihre Gesetzgeliung auf (iesitlung, Humanität und Civi-
lisation im Mittelalter. (Kober.)
Berliner Kevue: 14, 5. Jobanniter-Orden. 14, 6. Das
Hochdeutsche und die Mundarten. — Johanniter- Orden.
14, 7. Hausgesetz der Grafen v. Giech.
Numismat. Bevuc: Kr. 2. 3. Cent deniers de Pepin, de
Carlonian et de Charlemagne, decouverts pri'S d'lmphy en
Kivernais. ILongpcrier.J
Bremer So nn t a gsbia tl: Kr. 31. Die Lebensbeschreibung
des Götz von Berlichingen. (Bergen.)
Regensb. Sonn tagsbla tt: Kr. 34. Beschreibung der Hoch-
zeit des Pfalzgrufen Philipp Ludwig Herzogs in Bayern
mit Anna Herzogin von Gulch-CIcve in Bergen. 1575.
Künigsberger Sonntags post : Nr. 31 — 33. Das 17. und
18. Jahrhund. IH.
Augsburger lagblalt: Nr. 229. 232. Da.s Augsbiirger
Stadtwappen.
Zcitschr. f. vergl. Sprachforschung: Kr. 5. lieber den
relativen Gebrauch des deutschen „und" mit vcrgleichung
verwandter spracherscheinungen. (L. Tobler. )
Zeitschrift für christl. W i.<is ensch u ft: Nr. 32. Wann ist
Luthers Lied: „Eine feste Burg ist unser Gott" gedichtet
worden? (GelTcken.)
Landsh. Zeitung: Kr. 199. Das KaUihaus in Wasserburg.
Nuihismal. Zeitung: Nr. II. .MünzsI.itte in Frankenhausen
1523. Kr. 12. 13. Beschreibung einiger in Wcstphalen ge-
fundenen .Münzen. Nr. 13. Münzen des Bislbums und der
Stadt Worms.
Neue Münch. Zeitung, Abend bl :i tt : .\r. 192. Skizzen
a. d. früh. Munch. Leben. XIV. Char^iktrr. Kr. 194. 195.
Die neuesten naturliistor. und antiijuiir. Kcimle im Diluvium
von Bamberg. (Haupt.) Kr. 196. Skizzen elr. XV. Johannes
Schildberger. Kr. 198. Das Augsburger Stadtwappen.
Nr. 213. Skizzen etc. XVII. Der Keferloher Markt.
Wiener Zeitung: Nr. 184. Zur Abwehr gegen „Ein Wort
über die historischen Studien in .München." (Frhr. v. An-
kershofen.) Nr. 197. Berichtigung zu dem Leichenfun')
bei Wels. Ottensheim bei Linz. — Die ältesten Grund-
plane von Wien. (Feil.)
VerniiMrIite Xarlii-iriiten.
91) In der Kahe von llcldburg, der sogenannten „fran-
kischen Leuchte", einer historischen Berühmtheit im Lande, fan-
den sich plötzlich sehr merkwürdige Duten und Bruch-
stücke des interessantesten Inhalts im Kleinhandel
vor z. B. ein Stück eines alten Protokolls aus einem Hexen-
prozesse, oder gar ein Aulographon Johann Kasimirs oder Ernsis
des Frommen u. dgl. So entdeckte Dr. Fried. Ilolniann noch
zu rechten Zeit einen reichen Schatz der kostbarsten Docu-
mente aus der Zeit des dreifsigjabrigen Krieges,
der gerade in der Gegend von Heldburg lurchlbar wülhcte.
Alle diese Scripturen stammen aus dem Archiv des Heldburger
Schlosses, welches die zuständige Behörde zum grofsen Tbeil
als Maculatur hat verkaufen lassen.
92) Bei Lechwitz hat ein Landmann Erdhöhlen ent-
deckt, die im Spitzbogen gewölbt, glatt abgeschaufelt und bis
auf den Grund trocken sind. Ihre Hohe variirt von S'/j bis
7 F'ufs. Der Sage und dem Kamen der Gegend „das iide
üorfl" zu Folge soll an diesem Hügel ein Dorf gestanden haben,
das in den Schwedenkriegen verschwand. Kichligcr durfte die
Ansicht sein, dafs Alt-Borolitz an diesem Orte gestanden
habe; doch ist dieses schon vor 700 Jahren zu Grunde ge-
gangen,
93 I In der Pfarre Gunskirchen bei Wels ist man beim
Schotlergraben auf ein ausgedehntes Leichenfeld geslofsen
und hat bereits 20 Gniber ausgegraben. Die Skelette, welche
sainintlich mit den Gesichtern abwärts liegen, sollen ungewuhn
lieh lange und dicke Gebeine haben. Die Gräber sind bei
3 Schuh tief im Schotter, oben auf den Skeletten lag schwarze
Erde. Man fand bereits Ohr-, Finger- und Armringe, Schwer-
ter iiiiil iiiidire unbekannte Gegenstände. Die Graber sind
ordentlich gereiht und lassen auf 20O lioffen.
94) In der Gemarkung von Ob e ro I lerbach bei Berg-
zabern wurde vor Kurzem eine grofse Anzahl aller (iold-
und S i I berm iinzen gefunden, zum fhcil aus dem 14. Jahr-
hundert. Die (iiildmunzen haben einen Metallwcrlh von ungefähr
327
Anzeiger fiir Kunde der dt'ulsihtn Vorzeit.
328
6 fl. |irr Stück nnil sind >un verschiedenem Gepräge. Der
Fimlcr wird siinin -Srhatz ganz oder aiich einzelne .''liickc
davon an Miinzliebhiilier verkaufen.
95) Zu l( lieinzaliern wurde am I. Sept. in einer liefe
von elwa 4 Kufs ein rüniisclier Adler von vergoldeter
UroDze gefunden. Er ist von sehr schöner Arbeit, etwas griifser
als eine Taube, mit gehobenen, nicht ganz ausgebreiteten Flü-
geln und fijr seine ürufse sehr schwer. Die Fufse fehlten ihm,
wurden aber auch gefunden. Die Theilc wurden zusammenge-
fiigl und der Adler ruht nun mit den Krallen auf einem runden
Postamente, worauf die Inschrift: L. VIII. G. deutlich zu lesen
ist (zu Rheinzabern war das Standlager der 8. Legion der
iMcnapierJ. Bei weiteren Nachgrabungen daselbst fand man
ungelalir 500 Kupfer- und 11 Silherniünzen , verschiedene
Schmucksachen, als Haarnadeln, liroclien, zum Theil in Thier-
form als F^rösche, Eidechsen, und einige Kopfe. Auch ein Brenn-
ofen ist ausgegraben , und zeigt so ziemlich noch die ganze
Einrichtung. .Man hofll, da die Nachgrabungen forlgesetzt wer-
den, noch auf reiche F'unde zu stofsen.
96) Bei den PP. Kapuzinern in Augsburg fand am 5. Sept.
die Feierlichkeit der Uebertragnng der l{eli(|uien der Hei-
ligen Lucius und Gualfarilus statt. Beide stehen zu der
Stadt in naher historischer Beziehung, da Lucius als einer der
ersten Glaubensbulen hier thatig war, Guallardus aber im
11. Jahrhundert zu Augsburg geboren wurde. Das Haus C. 35
am sog. Schwalbeneck wird durch sein Bildnifs und eine In-
schrift als dessen Geburtshaus bezeichnet. Vor 256 Jahren
w urden diese Keliquien durch den damaligen Bischof Heinrich V.
in die neuerliaule Kapuzinerkirche zu Augsburg übertragen,
von wo sie zur Zeil der Klosteraufhebung nach Dillingen ge-
bracht wurden.
97) In Berlin hat man beschlossen, von dem allen Katli-
haus, ehe es zum Zwecke der Erhauunc eines neuen nieder-
eerisscn wird , eine Photographic für das Stadtarchiv auszu-
luhren.
9''J Auch die Stadt Bautzen legt ein Stück nach dem
andern von ihrer Rüstung ab, mit welcher sie sich ehedem
mannhaft der äufsern F'cinde zu erwehren wufsle. So ist in
diesen Tagen das innere Lauenlhor und die in dessen A'iihc
behndliche, vom .\lter morsch gewordene Frohn feste ab-
getragen worden; der sog. Schützenzwinger neben diesem
Thore wird im nächsten Jahre folgen. Manches hingegen wiril
sich neu schmücken, wie das Gewandhaus zeigt, welches eben-
falls in den letzten Tagen ein helles Gewand angelegt hat, auf
dem die restaurierten Wappen in Blau und Gold gleich Or-
denssternen glänzen.
99) Die wendische Obcr-Lansitz wird in neuester
Zeit öfters von namhaften Mannern des Auslandes bereist, um
die Sitten und Gebrauche der dortigen \Venden kennen
zu lernen. Kürzlich besuchten wieder die Lansilz die Herren
Jezbiira aus Prag, Prof. Dr. Staneck aus Prag, .M. .Matejevic
Guscv, Observalcur in \Vilna, und .M. Boguslawski. .Mehrere
dieser Herren sind als Schriftsteller bekannt und gedenken in
Zeitungen oder slavischen Büchern über die Wenden der Lau-
sitz sich auszusprechen.
Inserate und Hekannlinaclinni^en.
12j Anzeige. Unter dem Titel: „Thüringer Ge-
schlechter in ihrer Vorzeit und Gegenwart" beab-
sichtigt Ludwig Graf Uetterodt zum Scharffenberg ein
umf.ingreiches Prachlwcrk herauszugeben, das nicht nur ur-
kundliche IVachrichten über die Geschichte der Familien, zahl-
reiche Genealogieen u. s. w., sondern auch liildliclut Darstel-
lungen in Farbendruck, wie Grabsteine, Siegel, Wappen u. s. w.,
bringen wird. Das Material, sowohl an Schrift wie an Bild,
ist gröfslentheils zusammengebracht.
13) Der Besitzer der seltenen kleinen Druckschrift: „Laus
urbis clara-, qua; Koenigsberga vocalur, agro in franconico
silic. Suinfurti, 1693. 4°." wird freundlichst ersucht, solche dem
gcrman. Mu.senm auf einige Wochen zur Abschrift leihen zu
wollen.
Ilj In der Stadlluliliotliek von Zürich lieflnilet sich eine
Wappen rolle aus dem 14. Jahrb., welche aus dem Nach-
lasse des bekannten IVaturlorschcrs und Sammlers Job. Jak.
Scheuchzer herstanunt. Wegen ihrer Wichtigkeil, indem sie
auf einer Liinge von 12 Fufs 10 Zoll un<l einer Breite von
5 Zoll 478 colorierle Wappen enthalt, wozu noch 109 dazu
gehörige in Copieti erhaltene kommen, hat die Gesellschaft für
vaterländische .VItertliumer in Zürich sich zu ileren Herausgabc
entschlossen. Das Werk wird 25 Platten in Farbendruck ent-
halten, wovon uns eine wohlgelungene als Probe vorliegt.
Dazu wird ein erläuternder Text mitgegeben. Der Subscriptions-
preis betragt 20F"rancs (9 (1. 20 kr.) ; man wendet sich deshalb an
Herrn Da\]d Friedrich Burkli, den .Vktuar der Gesellschaft.
Verantwortliche Redaclion: Dr. Frcih. v. u. i. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. (i. K. Fioniiiiann.
Druck voD Fr. Campo A Sohn in MUmbcrg.
KÜBNBEEO. Das AboDDement des Blattes,
welche» alle Monate erscheint, wird ganz-
Jährig angenommen und beträft nach der
neuesten PostconventioD bei allen Postäm-
tern und Buchbandlimgen />fu/jicA/andj incl.
Oestreichs 3 fl. 42 kr. Im 24 fl. • Fufs oder
1 Thlr. 16 Sgr.
Für Frankreich abonnirt man in Strafs-
burg bei Qr. A. Alexandre» in Paris bei dem-
selben, Kro.SS. rue NotreDame deNacaretti,
and bei der deutschen Buchhandlung von
kumm
m Kii\iiE m
Neue Folae.
y. KHncksleck , Nr. 0. rue de Lille, oder
bei dem Postamt in Karlsruhe; fUr Enff-
land bei Williams & Norgate, 14 Henriette-
Street CoTent-Oardon in London; für AVrd-
amenka bei den Postämtern Bremen und
Hamburg. —
Intitirate, welche mit den Zwecken des
Anzeigers und dessen wissenschaftlichem
Gebiete in Verbiudung stellen, werden auf-
genommen und der Raum einer Columuen-
seile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechuet.
^1 ^r/^iir^
l
rirn
OKGW DES (lEHMAMSdlEN MUSEUMS.
Fünfter Jahrgang.
1858.
JW 10.
Odobcr.
VVisseiiscIiarilicIie Millliciliiiiiioii.
Alhert, KrzliiHriiftf von ICisa« iiiid Meine
MipiiHrhni't In anfMleiKender Liinie.
fSclilufs.j
Von E. F. Mooyer in Minden.
Rotmar war bis 1204 Domherr in Segeberg- (vgl.
Gruber, 31. Lappenbeig, Urk.-Buth I, 29.3), gieng iliinn
nach Liefland llliarn, lOlJ, wird, mit Dietrich zusaniiiu-n,
1212 (Gruber, 99. Arndt, I, 113. Hiarn, 121) und am
29. Miirz, 1221 (das. 210. Lappenherg, 1, -IIG. Arndt, I,
209; II, 17.j ein Bruder Alberfs genannt, und wurde
1223 Dompropst in Dorpat (das. 31, 170. Hiärn, 142. vgl.
Arndt I, 42). .Sollte Hutmar zugleich mit der segebergi-
schen Domherrenw Urde vielleicht auch die eines Abts von
KeinFeld bekleidet haben? Dort finden wir am 3. u. 9. Febr.
1197 einen llartmann als Abt genannt (Lübecker L'rk. -Buch,
II, 1. Michelsen I, 451. Suhm, VIII, 404), dessen Todes-
tag, dem noch ungedruckten Nckrölogium des Klosters Loc-
cum zufolge, der 3. Miirz war; dann erscheint dort in dem-
selben Jahre (jedoch ohne Tagesangabe) in gleicher Eigen-
schaft ein Kolmar (Lunig, XVII, 296. Levcrkus, I, 22.
[Hansen], Nachr. v. den Holst. -Plunischen Landen, 115),
der dort noch am 11. Juli 1201 als solcher vorkommt
(Leverkus, I, 28), darauf aber aus der Geschichte ver-
schwindet, wogegen im Jahre 1208 ein Hartwig (Hedwicus)
als sein Nachfolger »iirtrill (l.appenberg, I'rk.-Bucli, I, 329.
Michelsen, I, 18). Zu unterscheiden ist er jedenfalls von
ßatmar, Abt des Klosters Loccum (in Alles und Neues, XI,
7, wonach er einer v. Escherde genannt wird), der urkund-
lich von 1203 (ungedr. Urk. des Klost. Loccum) bis 1222
(Origg. Guelf. HI, 614; vgl. 188) vorkommt, 1234 vor
24. Jnni resignierte (Weidemann, Gesch. des Kl. Loccum,
12), und am 7. April starb (ungedr. loccum. Nekrolog).
Hermann wird (1223) ein Bruder Albert's genannt
(Gruber, 166, 169), war anfänglich Abt des brcuiensclicn
Paulskiesters, woselbst wir ihn urkundlich im Jahre 1217
(Lappenberg, Urk.-ßuch I, 359; vgl. 293. Vogt, II, 419.
V. llodcnbcrg, Archiv des Kl. Ileiligcnrode, 18) und am
20. April 1218 (das. 362. Ehrentraut, fries. Archiv, II,
311. Arndt, H, 302; vgl. Gruber, 141) anIrelTen. Darauf
wurde er in demselben Jahre zum Bischof von Elisllaud (zu
Leal in der Wiek) ernannt (Hiärn, 131. .\llg. Wclthistor.
L, 347. Vogt II, 314. Gruber, 111, 112) oder 1220
(Chron. Alberti, f. 205"; vgl. Lappenberg, I, 293), wenn-
gleich er schon 1219 vom Papste bestätigt sein soll (Gru-
ber, 145; vgl. 148), wie er denn nach .\nderen erst 1223
zum Bisthum gelangt wäre (das. 163, 164, 166, 169.
Iliiirn, 139, 142. Allgem. WelthisiT L, 355), wenn dies
niiht auf einer Verwechselung beruht, da er am 15. Juli
1224 den Sitz nach Itorpnt verlegt bnl (Millheil ans dem
Gebiete elc . VI, Uli. III. 32;!. Allfj. \\ .llliist. L, 513).
331
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
332
Hier oiUsseo aber dennoch Irrlhiimer untergelaufen sein;
denn er soll erst am ti. Novbr. 1224 zum Bischof von Dor-
püt erwählt worden sein (Arndt, I, 209. 11, 302; vgl.
14, 16), halle aber schon 1220 vom maeileburijischen Erz-
bischof (Albrecht I, Grafen v. Kafernbcr^. 1205 f l.'j.Okl.
1233) die Wedie (Gniber , 142. Iliain. 1:51. Allg. Wolt-
hist. L, 347) und vom K. Ileinruli (VII.) am 1. Dezbr.
1224 zu Nürnberg, als erster Bischof von Dorpaf, die In-
vestitur erhalten (das. 202. Hiiirn, 144. Allg. Weithist. L,
360). Die letztere Urkunde (die Böhmer in seine Kaiser-
Regesleo nicht aufgenommen hat) fidirt die liomerzinszahl
(Indictio) XIV., welche auf das Jahr 1226 hinweisen würde.
Nun befand sich K. Heinrich am 28. iNovbr. 1226 in Wurz-
burg (Schöpflin, .Vlsatia dipl. I, 357. Stalin, Wirlenib.
Gesch. n, 340), im Jahre 1227 aber am 12. Novbr. in
Nürnberg (Trouillat, Monuments de l'hist. de Tancien eveche
de Bäle, I, 510) und cbendort am 27. Dezbr. (Neugart,
Cod. dipl. Alem. II, 154); zu diesem Jahre pafst indessen
die Indiklion nicht.
In Ehslland war sein Vorgänger Dietrich im Jahre 1218
erschlagen; Hermann selbst aber dankte als Bischof von
Dorpat im Jahre 1245 ab. Sein Vorgänger als Abt des
bremenschcn Paulskloslers war, wie oben gezeigt ist, Si-
gebodo von 1174 — 1207; sein dortiger Nachfolger Konrad
wird urkundlich zuerst 1225 erwähnt (Vogt, U, 205, 314).
Salomon ist sonst nicht weiter bekannt, wenn er nicht
etwa derjenige gewesen sein mochle, der uns in einer Ur-
kunde vom 1. Juni 1322 vorgeführt wird (Alichelsen, I, 194).
Johann war Ritter; er wird (1223) ein Bruder Alherl's
(Gruher, 16, 168. Iliärn, 141. Arndt, I, 196) und (1202)
mit Familiennamen v. Apeidern (de Apelderlo) genannt
(Lappenberg, Urk.-Buch, I, 293. Pralje, IV, 16.). Was aus
ihm geworden, wissen wir nicht; nur kann er nicht der
obengedaciite rigaische Dompropst Jobann sein.
Vorstehende Brüder hallen eine, dem Namen nacii nicht
bekannte Schwester, welche die Frau Engelberts v. Tisen-
hausen war (Gruher, 169), der vermulhlicb dem gleich-
namigen, zwischen Nienburg und Hollorp gelegen gewesenen
Orte entstammte. Des ebenerwühnlen Engclbert's Bruder
scheint Heinrich geheif.^en zu haben, den wir aus einer Ur-
kunde vom 27. Dezbr. 1215 kiriiieii lernen (Origg. Guelf.
IV, 149. V Hddefiberg. Arihiv des Kl. Mariensee, 15);
Engelbert dagegen tritt uns urkundlich 1209 (Gruber, 72.
lliarn, 112), 1215, 27. Dezbr. (Origg. Guelf. IV, 150.
V lloilenbert,', Ar(h. d^ Kl Mariensee, 15), 1223 (Gruber,
72, 169. lliarn, 1 I2j und noch am 18. März 1255 (v.
Hodenberg, Arch. d. Kl. Maricnsce, 52) entgegen. Sein
.Sohn Johann lebte 1269 (lliarn, 180), und als dessen
Brüder sind wol die am 31. Dezbr. 1258 erwähnten Hein-
rich und Gottfried zu betrachten (v. Spilcker, I, 226. v.
Hodenberg, Hoycr Hausarchiv, 14), von denen Heinrieb,
welcher Ritter war, im Jahre 1279 mit Tod abgieug (Hiärn,
183), wogegen derjenige Heinrich, dessen im Jahre 1302
Erwähnung geschieht (v. Spilcker, I, 273, v. Hodenberg,
Hoyer Hausarchiv, 14), ein anderer gewesen sein mufs.
Gottfried, ebenfalls Ritter, blieb im Vaterlande, wird bereits
1250 namhaft gemacht (v. Spilcker, I, 217), lebte noch
1276 (v. Hodenberg, Arch. d. Kl. .Mariensee, 73) und war
1281 mit einer Margarelha verbeirathel (Gruber, 212.
Wippermann, Urkundenb. d. Stiftes Obernkircheo, 33. Böh-
mer, Electa juris civil. III, 137. v. Spilcker, I, 77, aber
237 mit 1271). — Ein Knappe Heinrich Disch wird 1281
angeführt (v. Aspern, Cod. II, 280, 281), von dem ver-
mutbet wird, dafs er zu derselben Familie gehiirt habe.
Vorstehendes sind die von mir in aller Eile gesammel-
ten und zusammengestellten Nachrichten über Albert's Sipp-
schaft, welche vor Anderen der mit der liefländischen Ge-
schichte vertraute Hr. Dr. Napiersky in Riga in ihren ein-
zelnen Positionen mehr zu präzisieren und zu vervollstän-
digen im Staude sein dürfte. Möchte derselbe sich hier-
durch bewogen fühlen, die Ergebnisse seiner Forschungen
im Interesse der Wissenschaft den Liebhabern der Geschichte
vor Augen zu legen!
Kille neue llniiilMclirin von
Nie. V. aleroMCliin'M UeiitHCliorilennirlironik.
Von Oltni. Schunhuth, Pfarrer, in Edellingen.
Zu den neueren Abschriften, in welchen die von Franz
Pfeiffer im Auszug herausgegebene Deulscbordenschronik
des Nie. V. Jeroschin mehrfach auf uns gekommen ist (vgl.
Pfeiffer, a. a. ()., S. L.W), gebort auch eine in meinem
Besitze befindliche Handschrift, in welcher der Ritter Caspar
V. Flachslanil im J- 1601 die Geschichte seines Ordens
„renovierte''. Dieselbe umfafsl 273 Bialler in F'olio , in
2 Spalten mit je 30 — 32 Vcrszeilen beschrieben. Das erste
Blatt trägt den Titel: „Petri von Duisburg Chronicon car-
mine seu hjllimo Teulonico rcdditum a Nicoiao de Jeroschin.
Verdeutscht aus dem Lntyn Durch Nycolaus Jeroschin."
Dann folgt der Text auf 255 und das Register auf 15 Blat-
tern; letzteres mit der Ueberschrifl :
„Durch di|5 gescliriben Register
Hat man desto gewisser
Diser Cronika Gschicht
Sucht nach, es fehlet nicht."
Zustände.
Sprache u.
Schrift.
Handschrifton*
künde.
333
Anzeiger Air Kunde der deutschen Vorzeit.
334
Zur Verpleichung- mit dem von PfeilTer aus der Slult-
gorler Pergamentliandsihrifl des 11. Jahrlidls. gegebenen
Abdriiclie tlieilcn wir zunaclist den Anfang uoserer Hs. und
dann deren Scliliirs mit, der uns über die Entstehung der-
selben Auskunft gibt.
„Gol valir son lieiliger Geist
Gewaldis, «iliheit gute meist
Du hast ob allen dingen,
Ane dich volbringen
Mag sich keiner bände scliaft
In gotliiher niejsterscliafl
Hymel erde meris stan,
Vnde waz bevangen han
Di dry mit wcsins pflichte
Von nichle du zu ichte
Gar gewerden lize
Iz si weblen, ligge, vlize
Vliege, loufe, swimme
Kriche, slinge, wimme
Swaz ot ist creatur
Gehuyr vnd vngehuyre
Weglich vnd vnweggelich
Reglieh vnd vnreggelich
Dem hat die trinitas gegeben
Vrhab wesen vnde leben.
Dir Valir ist benant gewalt
Dir sone wijiheit zugezalt
Gute dir heiligem geiste
In göttlicher volleiste,
Di dry personell vnzuilitzt
Sin ein got gotlich vorvitzt,
Vz dem durch den in dem vrspring
Genumen luiben alle ding
Got vater mit gewalt vrhab
Allen creaturen gab
Got son in gotlicher wisheit
Mit wunderlicher vnderschcit
Sy bildet vnde formet
Got heiliger sy normet
In der naiurc grute
Daz zimet gotes gute
Suä allgeschaft volkumen stnt
Von dir o vrone Irinilal
lij « iiridcrtni gar ane lil
Wer yz rechte merken wil
Vnd ob al den wunderen
Has du dir bcsundcrcn
Nach dines rates milde
In einer volgc bilde
Den menschen glich gelirmet
Vnd des Vernunft bevirnet" etc.
Der Schlufs lautet :
„Ich llan[5 Caspar von Flachsland
Dem ritterlichen teulschen Orden verwandt
Sag lob vnd dank mein Herren Gott
Der mich also gewürdigt hat,
Dass ich ein bruder worden
In diesem rillerlichen Orden -
Desselben schwer! vnd Kleidt
Trag ich mit hochsler freidt
Mein leib vnd auch mein leben
Thue ich dem ganz ergeben
In aller ritterlicher That
Zu üben frü und spat
Mich hirin nit sparu
Gleichwie ich hab erfarn
Au|j einer lang verborgenen gschicht
Die ietzundt an dem tage ligt
Vnd zur Zeit in meine handt
Ist kommen, mir Flachsland vorgenandt
Als man zeblen thet fUrwar
Tausent sechshundert vnd ein Jahr,
Aip Ertzherzog Ma.xirnilian von Oestcrreich
Hocliloblicli des Orilens Oberster gleich
Ist diese rciioiiirl worden
In lob vnd ehr gedachtem ordeu
Vnd allen mein edlen brudern wehrt,
Sie tragen dises ritterlicii schwert
An solche alle ist mein bitt v
Die si werden versagen nit
Mir, vnd werden erkennen
Auch in brilterlicher lieb vfnemen
Diese Cronicam die berichl
Von allen vnserer brüdcr gschicht
Die vor vns gewesen sein
Die leset olTt vnd merckcl fein
Die Ankunft aller homeisicr her
Bruder, beiden nah und fehr
Deren namen zeigt sie an,
Darzu den ort auch nennen Iban,
An welchem sie gebohren sein.
Darnach Ihul sie auch briniren an.
All ihre nahmen, vnd die sag
Die Jahrzahl, monat, nuch die tag
335
Anzeiger für Kund(> der deutschen Vorzeit.
336
Lltermtar.
Poesie.
lo welchem sie ilir Ankutifl lian,
Ist alles liijtiu zu sehen an.
Auili wie lühllch viui maiilkh
Sie erhallen manchen sig
Vnd ihre feindt gerochen,
Die (Jen Chri^ten han abbrochcn
Ihr leben mit mordtlicher hand
Würl hierin weiller erkandl,
Wol, gotllüb dergleichen noch regiren
Den Orden, vnd land lüblich gubcrniren.
Den Gott geh alle zeit genad
Daji sie langer regiren durch gott
Vnd Gült allzeit mog gefellicb sein
Dafs sie friedlich regiren die gemein
Vnd dardurch auch gleichen lohn
Priiigen von Christo gottes Sohn
Die viiuerwälcklich Cron gar fein
Mit allen heiligen engelcin
Viid mögen hei diesen briidern zugleich
Leben im ewigen Himmelreich.
HiervT ich Ilaii|i Caspar von Flachslandt
Ein Kilter des Ordens vorgcnandt
Zu einem Trappirer erkorn,
Ehe dan ich hat verlorn
Da|i Odcnwiildiseh vherrculler ampt
Vnd noch beide in meiner hand
Auch nit druken vndcr
Gott des herren wunder
Sonder dieselhigen machen kunth,
Gleich wie dieses Cappellanes mundl
Darzu helfe mir die genad
DejJ heiligen geistcs früh vnd spat. Amen."
Kin BriicIiMlück eiiir» iiiliti. dletllchtes.
Von Dr. Ed. Kromecke in Warburg.
Welcher Dichtung das Bruchstück, welches ich hier mil-
tbeile, angehört, ist mir unbekannt; eben so wenig weifs ich,
ob dieselbe (Iberhaiipt bekannt ist. Das Fragment befindet
sich auf einem 4 Zoll hohen und G'/j Zoll breiten Pcrga-
meotstiicke, welches ich von einem werthlosen Buche ablö-
sete ; von dem zweiten Blnllc, auf welchem das Gedicht sich
fortsetzt, ist nur ein silimaler Streifen von 1 Vj '^"'l Breite
erhalten. Der untere Theil des Blattes ist abgeschnitten, so
dafs auf jeder Seite etwa 8 bis 10 Zeilen fehlen.
Erste Seite. Vnser vrauwen bilde
Dy in der zeit gar milde
Vor den äugen hyn vnde her
Was den cristen eyn gut wer
Dar zcu ir gnade mit volleist
Vnde ir hülfe allir meist
Ist von marien konien
Den cristen do zcu vromen
Merclichen das yes zcu brach
Vf dem vlise gcvrorcn s« ach
Do ynne dy beiden irtruncken
Von Wasser do vorsuncken
De cristen dar obir al
Gingen ane musal
Vnde abir dy toden
De se irslagen lioden
..... vnseu obirmut
Zweite Seile. Hat von gnaden gegeben
In den stril vf der streben
Vmme das der meister dusemer
Vnde dat zeit alle gebitiger
Warden mit rade yn eyn
Wy se marien der reyn
Zcu lobe vnde zc eren ton
Eyn loblich dinst machten schon
Ouch meister dusemer in der zeit
Von tan feit b rüder syfrit
Mit aller gebitiger vulbort
Eyn iuncfrouwen dosier so vort
Machten zc« K onnigisherge in d"stad
Vnde haben das alsampl besät
Ouch dem closter rente
Zcu erneni wissen presente
Gemacht vnde gegeben
Vorstehendes Briichslilck gehört, wie ans Form und In-
halt erhellt, offenbar zu der, von Franz PfeilTer in seiner
Ausgabe von Jeroschin« Deutschordenschronik (S. LXXI)
crwiihnten Fortsetzung dieses Werkes. Ueber den Deulsch-
ordcnsmeister Dusemer v. Arffberg (1.345 — 51) vergleiche
man Voigt'» Geschichte Preufsens, Bd. V, Sti und dessen
Namens-Codex, S. .36; über den obersten Marschall Sigfried
von Tahenfeld (1,347—59) on beiden Orten, Bd. V, 13
und S. 8. Zusatz der Redaction.
337
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
338
Drm KrucItHtück piner TTlHKdalenenleKendp,
von «eklieni Prof. ür. Kelle in Nr. 8, Sp. 255 — 256, den
AnTang und Schlufs milgetheilt hat, ist keineswegs unbe-
kannt, sondern geliort zu dem von K. A. Hahn (Frankf.
1845) herausgegebenen Theil des allen Passionais.
Die ersten 40 Zeilen stehen dort S. 383, 66 — 384, 9.
Die Schlufsz.eilcn dagegen bilden den Anfang einer Erziilrhing,
die in der Heidelberger Ilandsclirift, also aiirh im Hahnisehen
Abdrucke, fehlt und naihlraglich in v. d. Hagen's neuem
Berlinischen Jahrbuch VII, 269. 70 aus dessen Handschrift
verofTenllicht \> urde.
Wien, 28. August 1858.
Prof. Dr. Pfeiffer.
91ülildorrpr Stadtrecitt.
Von Professor Dr. Gengier in Erlangen.
(Forlsetzun^.)
62. Von den leybiosenn. VVelich burger, reicher
oder armer, leiblos wirt, er werd erslagen, erstochen oder
erhangen, auf desselben hab hat niemand zesprechen, nur sein
hawsfraw vnd seine kind, oder annder sein nagst erben,
ob er nicht hawsfrawen vnd chinder hat, also das sein hab
ledig vnd frey ist vor Richtern vor burgern vnd vor aller
mennigklichen seinen erben, wie er das leben verloren hat.
\\ ie ain hurger ainen lod^lag tuet oder ain annder ni.inn,
kunibl der ze tayding, der sol das der Slat vnd dem gericht
pessern mit XXX fB salczbur<;er den. vnd «hirnacli ist alle
seine hab ledig.
64. Von den dewben vnd von der dewf. Wer
den devvb haiml in sein baws mit wissen, der sol sein sel-
ber dewp, vnd wer (hawfTet dewf mit wissenn, der ist
selber deup. Dewp mit der banndhab sol der Richter auf
olTncw Strafs legen, an di stat, da das recht pangcricht ist.
Dewp vber Xij den. der nicht vergelten mag, der sol an das
haiß eysen, damit man den dewp mercken sol mit dem
prant, das man jn erkenn, das er dewp ist gewesenn. Dewp
hinder Xij den. der nicht vergelten mag, den sol man an
di schray pinden mit schießen. Hilner dewp, pritlclde«p
mit der hanlhalTt, die selber handhalTt sol der fronpot dem
dewp auf den ruck pinten, vnd gassenn ze gasscnn trcyben
mit schlcgen , das sich die Icwt wissen zeliuelen vnib den
dewp vnd auch erkennen, damit iiu.s der .Slal vnd nicht nier
darein, er gellt vnd geh dann wider.
•) „llandliah, liuiiilhafft-, Be« ei.'-zeichen. Vgl. Bamberg.
Stadt-Ii. (^. I JT niil Zcipil, .S. MO. — „Mercken
mit dem prant', hi anilmarkcn. S. Münchner .Sladt-R.
Anh. VII, §. 66 (Aucr, S. 283). — „.Schroy'^ s.
oben zu Art. 24. — „Pritteldewp", Zaumdieb (?)
67. Von pogundem blut. Pogen bluet mit wunten,
des pueji ist V ^. Fliessend bluet bey ij ft, dem Richter
sein recht. Item lemb wider lemb. Item aug'-wider aug.
Item fues wider fues. Item band wider hant, an alsuil, ob
er das nach genaden, als er des stat findet, an seinen frewn-
ten pessert mit seinem guet.
*) Die Begriffe „pogwunden" und „fliezzent wunden"
erläutert am besten das Münchner Stadt-R §§.405,
406 (Auer, S. 155).
87. Von der fraydigen hab. Wellicr burger ain
Ros kawITl, oder anndre kawfmanschalTt angefar, vnd sy in
seiner gewalt verfangen wurd , da sol er nimmer vmb ver-
liesenn, dann die fray4^ hab die im anbehabt wUrd mit dem
rechten, vnd kain scbub gehört auf kainen burger; das er
sich sein nicht vnderwinden sol mit den Rechten, von des
lands wegen.
*) „Fraydig", nuchtig, abhanden gekommen, entwen-
det.— lieber „schuh, schieben" s. Leman's ^^■urterb.
z. alten Kulm. Rechte (1838), S. 327, 328.
(Schlufs folgt.)
Xtir OeHpliirlitt* der Traeliten.
Von li. V. licttberg in München.
Wenn meine Bemerkungen in Nr. 7 des Anzeigers, be-
treffend das mittelalterliche Beinkleid, sich vor der Hand
nur auf die Bilder des Horlus deliciariim stützten, so ge-
schah dieses vorzüglich in Berücksichtigung des L'mstandes,
dafs eine Abbildung in dem \\'erke von Cli. M. Engelhardt,
„Hcrrud von l.andsperg und ihr \N'erk, Ilortus deliciarum"
(Slutlg. und Tuh. 1818) bereits vorlag, um bei dem ge-
neigten Leser meine Behauptung zu unterstützen. Da nun
aber die geehrte Redaktion dieses Bialtes sieb durch die
That geneigt gezeigt hat, gleich unmittelbar eine Zeichnung
beizugeben, so erlaube ich mir nachlrüglich , noch ein paar
solche beizufügen, die bis jetzt noch nicht bekannt oder
wenigstens noch nicht ediert sind, und welche den (iebrauch
der bereits besprochenen langen Strümpfe nicht blos für
das zwölfte, sondern auch vorwärts für das dreizehnte und
rUckwiirts für das elfte Jahrhundert und, wie der Horlus
deliciarum für das westliche, so auch für das üsiliche
Deut Scilla Nil beweisen.
Einen Beweis für das elflo Jahrhundert fand ich im
Evangelienbucli der .Miirichencr Bibliolhck aus 81. >ikulu
bei PussHU (cod 3, ciniel. 162, ful. »O"") bei dem Engel
und den drei Marien um (irahe Christi, welche sainmilich
silberne lleili<;enschciue haben. Der Engel in weifscr Tunik
und rothem Mantel, ein langes, wcifscs Stiibchcn mit drei
Leben.
I.cbonsbedarf.
KltfiduDg.
339
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
340
goldenen Blulhen hallend, Flügel oben braun mit weifsen blorse Beine, wie sie in miltelalterlichen Bilderhandschriflen
Schwungfedern. Die drei Frauen vorlrelllich gruppiert. oft genug vorkommen."
Die zwei Krieger, welche am Grabe noch schlafen, mit
laogeo Strümpfen der oben erwähnten Art, bei dem hier
mitgetheillen mennigrolb, der eingestopfte Theil weifs;
Tunik enffiirmelig, weifs; darüber Panzerhemd hellblau (nur
wenig in's Graue ziehend), kurz, an der Seite eingeschlilzl,
Aermel etwas weiter und kürzer als die der Tunika; Fan-
zerkappe daran und über dieser der Ilelm, silbern; Schild
rund, zinnoberrolli mit weif^em Rand ; Schwerlgriff schwarz
mit silbernem Knopf und Parierstange; Schwertscheide schwarz
mit weifsem Riemenwerk.
Den zweiten Beweis sodann für das dreizehnte Jahrhun-
dert fand ich dortselb-sl in einem Breviarium von Aldersbach,
Ende 13. Jahrhunderts (Aid. HO,
eim 163% fol. lO'J bei der Geise-
lung Christi, dessen Hiinde kreuz-
weis um eine dünne Siiule gebun-
den sind. Die zwei Juden, welche
ihn geisein, mit entschieden hühni-
schem und zugleich spezifisch judi-
dischem Ausdruck, mit weifsen Hüten
und grünen Ruthen, der eine auch
mit einer Geisel. Bei dem hierneben
mitgethcilten Juden ist die Tunika
so weil in die IlOlie geschoben, dafs
man wiederum das Ende des langen
Strumpfes sieht ; dieser ist purpur-
farben mit weifsen Scbrugslreifen
die Tunika hellblau, Bart hellgrau.
Wenn schliefslich die geehrte Redaktion der Ansicht ist,
dafs das von mir besprochene Beinkleid vorzugsweise von
Leuten gemeinen Standes getragen wurde (vgl. die Anmcrk.
zu Nr. 7, Sp. 219), so erlaube ich mir zu bemerken, dafs
solche Krieger, welche mit Schwert und Schild bewaffnet
sind, wol nicht unbedinci zu jenen Leuten zu rechnen sind.
Dageeen ist meine Verniuthung, dafs die Geringeren viel-
leicht niemals Pluderho.sen getragen, allerdings wol besser
80 zu fassen: „Geringcrc haben vielleicht nur selten Plu-
derhosen getragen, sondern mehr nur Slrilmpfe oder gar
Alte eiockenuiUHChrirt.
Von Dr. Ed. Kromecke in Warburg. *)
In Nr. 12 des Anzeigers vom vorigen Jahre, Sp. 401,
theilt Dr. Trofs eine alle Glockenumschrift aus Herringen
bei Hamm mit. Das an der Spitze derselben stehende .\.
ist offenbar Abkürzung von „Anno", und enthalten die
Worte: „Sanctus Victor f Bodo nos fundebat" die Jahres-
zahl 1216.
Religions-
anstalten.
Christliche
Kirche.
Kirchengerütbe.
Iteutaeli« KerlitMaKertliiimer anm
(tclitinht'ii.
Von A. Birlinger in Tübingen.
(Schlufs.)
2. Nach Buchloe, die Lisel küssen.
Ehmals, noch bis zum Ende des letzten Jahrhunderts,
halfen die Grafen von Dischingcn accordweise die Bestra-
fung schwerer Verbrecher von Oestreich übernommen. So
kommen alle Delinquenten der vorderoslreieh. Grafschaft
Hohenbcrg nach Buchloe in Oberbayern. Unter dem Volke
hiefs es nur „nach Buchele gehen"; dann wufsle Jedermann,
wie er daran war. In Buchloe, so eninchmc ich einer münd-
lichen Ueberlieferung von Rottenburg und Umgegend, war
in einem besonderen Gebäude eine hölzerne Weibsfigur, „die
schöne Lisel" geheifsen. Zu ihr wurden besonders schwere
Unzuchtsverbrecher geführt. Triit man in ihre Nähe, so stand
sie, durch Maschinerie getrieben, auf, uniarnitc ihr Ojifer so
gewallig, dnfs es Schreie ausslicfs, fiel mit ihm zu Boden,
so dafs die EinstandsprUgel, wie man sie hiefs, ihre rechte
Stelle nicht verfehlten, ^^'onn er nach onlsprechender Be-
arbcilnng Mieder los gcMorilcn und nufgcslaiiden war, hiefs
man ihn iin's Fenster gehen, „er möchte an die frische Luft
und sich abtrocknen." Kaum schaute er zum Fenster hinaus,
*) Wir (heilen diese Notiz mit, indem wir jedoch tuglelch
unser Bedenken aus-^prechen, ob jenes Spiel, die Jahres-
zahl in den Biichsliihcn cini-r Insrhrlft zu verslcrkcn,
wie CS mit dein 17. .hihrliiiiiilcrt nllgnnein gcbriiuchlich
wurde, schon im l!l. Jahrliiindrrl niizimchinrn sei.
An m. d. R eda clion.
341
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
342
so fiel ein Zwinger ihm um den Hals, der ihn so gewallig
prefste und zusammendrückte , dafs er wie festgenageil am
Fenster stehen nuifste und keine Bewegung machen konnte.
Sofort erfolgte eine zweite Tracht Prügel zum Willkomm
und Einstand, wie man sie nannte. Jetzt erst nahm seine
Strafe den Anfang. Andere Verbrecher wurden auch blofs
an eine Säule gebunden und so zum „Willkomm" geprügelt.
Id der Rege! kamen jährlich zwei solcher Transporte vor,
von Rottenburg aus. Es waren allemal etwa 7 Delinquen-
ten. Geschlossen in Ketten und Haadschcllen wurden sie
transportiert. Auf dem Marsche war für keine Sicherheils-
orte bei Nacht gesorgt; die Gefangenen wurden von ihren
Führern an Tische, Ocfen, Stubensiiulen etc. festgebunden.
Bei Oberkircliberg gicngs über die liier Buchloe zu. Auf
der letzten Station mufsten sich alle Transportierenden rasie-
ren; die Verbrecher nicht. Ein Rottenburger ^.Schiebel",
einer der Transporteure, unterliefs es aus Interessierlichkeit
und mit barter Mühe konnte er noch auf Versicherung seiner
Begleiter der Strafe entgehen. Die Verbrecher kehrten von
Buchloe nie wieder zurück und nicht seilen sahen Bekannte
und Freunde ihren vor ihnen abgeführten Freund noch am
Galgen hiingen. Einer der letzten Verbrecher , die nach
„Buchele" kamen, war ein Rottenburger, der den Botenwa-
gen angegriffen und geplündert hatte. Einer der letzten
Führer war ein Kalkweiler Mefsner.
Auch Geistliche, wenn sie ein Verbrechen begangen, wur-
den fortgeführt. Sie sollen nach Constanz gekommen und
dort entsprechend ihrem Stande bestraft worden sein. Auch
von ihnen kehrte keiner wieder.
3. Strafen für Felddiebe.
Eine auch in andern Gegenden vorkommende Strafe für
Felddiebe, eine Strafe ganz eigener Art, fand sich ehemals
iu Rottenliure und Tübingen. In der Nilhe des Silcherlhores
war im Sladlgrabcn der sogenannte Deichelweilicr. An der
Mauer über dem Wasser war ein Stein angebraclil von w e-
nigcn Fufs in der Länge. An dessen Ende, das über das
Wasser hinreichte, war ein Balken, einen rechten \\ inkel
mit dem Steine bildend, angebracht, und unter dem Ende
des Balkens eine Art Wage oder Korb, „Kralen" gehcilscn.
Der Fclddicb miirsle auf dem Steine hinaus auf den Balken
laufen, der plötzlich „pömzte oder schnappte", und im Nu
lag er drunten im Sum|)f und Wasser. Damit es aber keine
Gefahr brächte, waren ihm Seile um den Leib gebunden und
er wurde nach einiger Zeit wieder heraufgezogen. Knaben
standen schaarenweise schnn unloii herum und warfen ihn
mit Koth etc., wie überhaupt auch die Jugend bei den
übrigen Strafen eine grofse Rolle spielte. Ja, man liefs
Kinder bei solchen Gelegenheilen von der Schule fortgehen,
um ja ein Beispiel zu nehmen; was dazumal sehr gute
Wirkungen halle. Von dieser Strafe rührt noch heute der
Ausdruck im Volke Roltenburgs her: „dear ischt da Krate
nab!" den hat seine verdiente Strafe erreicht, der ist übel
daran, übel weggekommen.
Aehnlich war iu Tübingen ob der Schwemme beim
Spital eine Vorrichtung angebracht. Felddiebe mufslen auf
einem am Spital angebrachten Balken hinauslaufen, fielen
in eine Waage oder Korb, wurden eine Weile geschwungen
und plötzlich umgeworfen und der Delinquent lag in der
Schwemme. Auch hier üblen die Buben ihr Geschiift an-
gelegentlich, indem sie nicht erwarten konnten, bis er „pQ"-
dere". Diese Strafe hicfs mau „gissiblen".
lieber das Tk'elnsclienkeii In ^%'e8el.
Von Leop. Freiherr v. Ledcbur, Director der Kunsl-
kammer in Berlin.
„Ihm wurde zu Wesel der Wein geschonken" ; das ist
ein vielfach in v. Steinen's weslphäl. Geschichte vorkom-
mender Ausdruck, als sei hiemit eine allgemein bekannte
Sitte angedeutet, über die jedoch nirgends Auskunft ertheilt
wird. Vermuthlich ist ein Rechtssymbol bei Lehnsübertra-
gungen darunter zu verstehen. Es kömmt besonders seit
der Mitte des 14. Jahrhunderts und bis in die erste llallle
des folgenden zur Anwendung und zwar 1350 bei Swedcr
und 1391 bei Gert und Hermann v. Diepcnbrock; 1416
bei Wefsel v. Loe; 1389 bei Gosen, 139S bei Evert,
1401 bei Adolph und 1408 bei Hermann von der Reck;
1353 bei Godert und Baldcrich v. Steinhaus, sowie
1342 und 1345 bei Hermann, 1345 und I34G bei
Bernd, 1348 bei Heinrich und 1358 wieder bei Bernd
v. Strünckedc.
]\'otizen ülifr ElirlinftKerlrlite.
Von Dr. Julius Slaudingcr in Cadolzburg.
( Korlsiliuni!.)
Die Ehcgcrichle zu Lnngcnzcnn und Rofsstall sind ua-
gehotono Dingo, da sie ohne spezielle Ladung der einzelnen
OtrichU.
343
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
344
Dingpilichtigen lediglich durch Geläute zusammenbcruren
wurduD. Das Ausbleiben im Gericht mufsle gebüfst «erden.
„Item" so heiTst es in der Korsst. EGO, ,,alle Urtheiler, die
„zum Richter geschworen haben, wenn man ein Ehegericht
„halt, dafs sie sollen Kummen, wenn man die glock leitet,
„■wer das Verseumbt, und dafs drei Urtel gesprochen wer-
„den, naclidem als man auseeleilel hat, der ist verfallen
„Sechzig und drei Ffuud Heller, und alle die, die in das
„Gericht gebörea und zu Recht vorstehen sollen, die sollen
„da sein, ehe der Richter denselben Tag aufstehet, bei <ler
„obengenannten pue[J. Es solle auch der Riditer bei Son-
„nenscbein aufstehen furpa|5 allwege und niemand länger
„sitzen." Die Zahl der Sdiolfen war zwölf Das Gericht
begann nach althergebrachter Weise mit Fragen über die
Besetzung desselben. Umfang und Grenzen der Gerichtsbar-
keit und dergl. in den Langenzenner Buchern sind insbe-
sondere drei feststehende Fragen aufgeführt:
„Die erste Frag: ob das Egericht besezt sey, als
„wie gebrauch und vor alter Herkommen ist auf ein aidte
„zu fragen ?
„Die ander Frag: ob man nicht billig die Artickeln
„verlesen, damit sich ein jeder vor Schaden wissen zu ver-
„büten am Ayde?
„Die dritt Frag: ob eine oder mehr in solchen Fra-
„gen und artickeln, wie hernach folgt, bufswUrdig und un-
recht befunden würde" etc.
Jeder kouuie ohne besonderes Verbot sogleich im Ehe-
gericht zur Rede gestellt werden „ausgenommen die das
„Recht sprechen, dennen solle man allezeit des abcndts für
„gebieten und nicht an dem geritht."
Wurde Jemand im Gerichte vorgeboten, so mufste er
eine cigenmiiehligc Entfernung mit Geldstrafe hüfscn, welche
5 Pfund, halb an den Richter (Vogt) und halb an das Ge-
richt, betrug. Selbst mit Gewalt konnte er zurückgebracht
und dabei ungestraft verletzt werden.
Auf peinliche Sachen erstreckte sich die Ehegerichlsbar-
keit nicht. Zwei Gruppen von Angelegenheiten sind es,
die zur Verhandlung kamen: Privalreclitssachcn und mit ge-
ringeren Strafen zu ahmlcnde Frevel. In letzterer Hinsicht
sind besonders für Feldfrevel, Verstofse und Betrügereien
rUcksichtlich der Elle, des Mafses und Gewichts, linonliiuiiiien
beim Verkaufe von Lebensmitteln, Feierttiffsentheiligiing,
Beschimpfungen, Vorwarten, Schlilffc, Verwundungen, Wi-
dersetzung gegen den Büttel, Unziemlichkeiten vor ge-
hegtem Gerichte u. dergl. besondere ßul'^en festgesetzt.
Diese bestanden in bestimmten Geldsummen, welche entwe-
der der Geriehtsherrschafl, oder dem Richter, oder aber dem
Kläger selbst, aussehliefslich oder in Theilbetriigen, zullelen.
Auf die Hohe der Strafe gründet sich die Unterscheidung
zwischen kleinen und grofsen Freveln, indem diese mit 10,
jene mit hoelistens j ITiiud gebüfst wurden. Interessant
sind hiebei die besonderen Bestimmungen über die Bestra-
fung der Tbätliehkeilcn und Ehrcnbeleidigungen. Bei ersteren
ist zunächst mafsgebend, ob der Beklagte eine „trockene"
oder eine yfliefsende" Wunde verursachte. Dort war gleich-
niüfsig in I.angcnzenu wie In liorsstall eine Strafe von 2
Pfunden an den Richter fVogt) und 2 Pfunden an den Klä-
ger die Folge; hier, sowie bei Zufügung eines Wurfes,
trat, neben der Verbindlichkeit zur Bezahlung des Arztlohns,
eine Bufse von 4 Pfunden je an den Richter (Vogt) und
den Kläger ein. Die Strafe für fliefsende Wunden sollte
übrigens nicht gelten, wenn die Wunde grofs und gefähr-
lich oder mit einer Lähmung verbunden war, indem dann
besonders erkannt werden mufste, ..was Recht durumb sey".
— Ein Blick in die damaligen Volksanschauungen ist da-
durch gegeben, dafs, gleichwie in den alten Volksrcchten,
verschiedene Ausdrücke als injuriüs und strafbar besonders
bezeichnet, förmlich gegen einander abgewogen und darum
mit verschiedenen SIrafsätzen angesehen sind. Kach der
Rofsstaller EGO mufste, wer einen Andern Lecker oder
Schalk nannte, je 2 Pfund an den Vogt und au den Kläger
bezahlen, die Bezeichnung als Hure oder Kotze kostete 30
Pfennige an den Richter und an den Klager; die Ausdrücke
Ketzer, Fälscher und Verräther büfste man wie eine fliefsende
Wunde, die ungcgründcle Beschimpfung als Dieb oder Mein-
eidiger als grofsen Frevel mit je 10 Pfund an die Herrschaft
oder den Vogt und an den Kläger. Nach der Langenzenner
Skala kostete die Beschimpfung mit den Worten Schalk,
Lecker, Hure, Hurensohn 4 Pfund, mit Schelm B Pfund, mit
Ketzer, Dieb, Bösewicht, Verrälher, Fälscher, Meineidiger
(ausgenommen bei Begründung) 20 Pfund, alles lialb an den
Richter und halb an den Kläger.
(Scblufs folgt.)
fMil einer Beilage.)
Verantworlliche Kedaction: Dr. Krcih. v. u. i. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. (!. K. KroniniHQn.
Druck von Fr. Campo h Sohn In NUmborg.
BEILAGE ZI M WZEIGEIl FÜR klXDE I)EI{ HElTSdIEN \OI{/J:iT
1858. J\'? 10. »<'<obpr.
( lirdiiilv (los a;erinaiiis('li('ii Museums.
Auf eine wegen des jünpsl gefeierten siebenhundertjähri-
gen Jubiläums der Sladt .München von Seiten des gernian.
iMuseums an den Ulagislral der genannten SladI gerichtete
Glüi'kwunschadresse ist eine dankende Erwiderung ergangen,
in welcher jene Behörde, die sich um das Museum bereits nam-
hafte Verdienste erworben, die ehrenvolle Versicherung gibt,
dafs ihre ^.lebhafte Theilnahme für das kräftig aufblühende
Unternehmen des deutschen Nationalniuseums nie erkalten
werde."
Auch von andern Städten kommen uns noch fortwahrend
Beweise der Theilnahme zu; so hat die Stadt üuben (Preu-
fsen) einen Jahresbeitrag von 5 Rthir. und Lindau einen von
5 fl. jüngst angemeldet. Die Diözese Aalen (Württemberg)
hat sich mit einem jahrlichen Beitrage von 4 fl. beiheiligt.
Besonders hervorzuheben ist die von Sr. Durch!., Fürsten Karl
von Lö wenslein-» ertheim-Kosen berg dem Museum
zugewendete Unterstützung durch Zeichnung von drei Aktien
mit 300 fl. C.-M.
Agentiyen sind neuerdings errichtet worden in Gail-
dorf (Württemberg), üransee (Preufsen), Gunzcnhausen ,
Lindau, Lübeck und Worbis (Preuf.sen).
Folgende Buchhandlungen haben durch Erklärung den
frühern sich angeschlossen:
358. A. W. Unzer, Verlagsbuchhandl. in Königsberg,
359. Uslar'schc Hofbuchhsndlung in Pyrmont,
360. Gustav Grote, Buch-, Kunst- u. Musikhandl. in Hamm.
Für nachstehende Geschenke sprechen wir unsern aufrich-
tigsten Dank aus:
I. Für das Arcliiv.
Dr. L. Schmid, Ucillchnr, zu Tübingen:
1044. (iiriclit.sbrief des Graleu Johann zu LuplTcn , Landgr. zu
Slülingen, üb. e. Kauf d. Ulr. Mayer. 1 131. Pgm.
Lorber, Regierungsassessor, zu Ansb:ich :
1(14 j. Facsimile des Befehls zur Hinrichtung der Königin Marie
von Schottland. 1587. Pap.
Luz, Staatsanwalt, zu Nürnberg:
1046. Testament der Frau .Maria von Polhamb, geb. Kheven-
hnllrrin. 1615. Pgm.
Dr. Julius Staudinger zu Cadolzburg:
1UI7. Kaufbrief d. ileinr. vom Berg f. d. Burggr. Friedrich zu
iNürnherg üb. s. Burg. 1306. N. I'ap.-Absclir.
1048. Privilegium des K. Karl IV. f. d. Burggr. Jcdiann und
Albrecht v. Nürnberg. 1353. N. Pap.-Abschr.
1049. Privilegium des .Markgr. Albrecht d. Ä. S. d. Sladt
Langenzenn. 1443. IV. Pap.-Abschr.
Lust, k. Advokat, zu Straubing :
1050. Gericlilsbrief d. P. Perckanner, Unlerrichler.« zu Strau-
bing, üb. d. Klage d.Sallboger zu (;eldol(ing. 14:t:i. Pgm.
1051. IVotariatsin.<lriinient d. Andre Frech von Stein, Vidini. e-
Kaufbriefs für H. v. Satlbogen. 1470. Pgni.
1052. Kaufbrief des .M.Lcidrer im Pülrieh f. d. Kaplan Wolfg-
Schöndl zu Straubing. 1474. Pgm.
Freih. V. Reitzenstein , k. Kämmerer u. Oberiollrath , zu
■Muncheti :
1053. Kaufbrief d. Kcjur. v. Reitzenstein f. Heinr., Jan u. Heinz
v. Feilitzsch üb. d. Sitz z. IVempschkau. 1418. Pgm.
H. Neumann, Rechtsanwalt n. Landesbestellter, zu Lübben:
10:')4. Pafs d. Herz. Georg von Schlesien f. Götz v. Wilfersdorf
zu Girlilorf. 1566. Pap.
1055. Gcrichtsbrief d. SchölTen zu Schweidnitz üb. d. Ueber-
gabe e. Hauses an Job. Emricli. ItitO, Perg.
Löbnert, Inspektor, zu Nürnberg:
1056. Vertrag d. Joh. Christoph Ringauer u. s. Frau üb. gegen-
seitige Beerbung. 1750. Pap.
1057. Urkunde d. Raths zu Nürnberg üb. Testamentsübcrgabe
des J. Uhr. Ringauer das. 1796. Pgm.
1058. Urkunde d. Ratbs zu Nürnberg üb. Testamentsübergabe
d. Gg. D.in. Feuerlein u. s. Frau. 1799. Pgm.
Wilbelm Ebert, Schulseminarist, zu Altorf:
1059. Lehenbrief d. Markgr. Fricdr. Wilhelm zu Brandenburg
für Gg. Ern.<t Kabensiciner. 1656. Pgm.
II. Für die Bibliothek.
Rectorat der l'niversiiät Greifswald :
5895. J. G. L. Kosegarten , Gesch. d. l^niversilät Greifswald.
2 Thie. 1856—57. 4.
Ein Ungenannter in Nürnberg:
5896. G. I'rinuncsi, .\1I Ansichten d. Heidelberger Schlosses.
0. J. qu. 2.
Dr. K. Bartsch, Professor, in Rostock:
5897. Dil' Frldsung. Mit einer Auswahl geistlicher Dichtungen.
Ilcrausgeg. von K. Bartsch. 1858. 8.
Karl Freih. v. Reitzenstein, zur Zeit in Weimar:
5898. Das deutsehe Reich in seinen Gliedern, Standen tiiul
SiimIiiii dargeslellel. Uolor. Abb. 16. Jahrb. 2.
Jos. Lindauer'sche Buchhdl. (C. T. Fr. Sauer) in München :
5899. H.F.Marsmann, d. ulfenll. Turnanstalt z. München. 1838. 8.
F. Symon de Carneville, k. b. Hauptmann, in München:
5900. K. lu llf, (ic.-i b. (Irr i'rcnid-Tru(ppcn im Dienste Frank-
reichs etc., deutsch von Symon de Carneville; Bd. I,
1—7 u. II, 1 u. 2. 1850-1858. 8.
F. J. Lauth, l'riif. am k. Wilh.-Gyninas. in München:
ÖÜOI. DiTs . il;is "irrTKiii. Iliinen-Fudark etc. 1857. 8.
Dr. Isidor Silbernagl in .München:
5902. Ders. , Albrecht IV., der \> eise, Herzog v. Bayern, und
s. Regierung. 1857. 8.
347
AnzeiijL'r Im Kumle der doulsclieii Vorzt'il.
348
L'Institut historique <le Franre in Paris:
D9lKt. Dasv, l.iim.-liuaitur; T. \ III , 3 Ser., 284. livr. 1858. «.
Verein f. Gesch. d. Mark Brandenburg in Berlin:
59UI. KiiiUI, Cüil. ilipLirii. ürnnilinli. I. Ilaii|jllli. .\V. Bd.
185«. 4.
J. J. Lentner'silic Buclilidl. {E. Sl.nhl) in .Mümhen:
5905. Kiini v. d. Kosen, Kais. >hi\imilians I. lustiger Rath.
1841. kl. 8.
5906. J. Kreiilz, d. Ideal des cliristl. Kir, li. nlmiie.«. 1857. 8.
Historischer Kreisverein im Regierungsbez. von
Schwaben u. Neuburg m .Xusshurg:
5907. Ders., 2:1 Jahre.^-Berirlil I. d. J. 1857. 1858. 8.
Literar -praktische Bürgerverbindung in Riga:
59üj. (Ijadebuschj, .\lihaudl. v. Inland, (ieschichlsehreiljcrn.
1772. 8.
5909. Fr. Adelung, Siegm. Frcih. v. Hcrberslein etc. 1818. 8.
5910. Baltli. Bergmann, liefl. Adrefs-Kalender a. d. J. 1784. 8.
5911. (Lib. BergniaiinJ, rigisehes Adrefsbuch v. J. 1790. 8.
5912 Cl. Arrhenius, vita Ponti de la üardie etc. 1690. 4.
5913. Verm. Aufsätze u. Urlheile über gelehrte Werke etc.
2 Bde. 1774—83. 8.
5914. (Kerlen), Auszug a. d. Tagebuche eines Russen auf s.
Reise n. Riga. 1783. 8.
5915. R.Berens, Gesch. d. Familie Berens aus Rostock. 1812. 4.
5916. Benj. Bergmann, hislor. Schriften; 2 Bdchcn. 1806. 8.
5917. E. V. Derschau u. P. v. Keyserling, Beschreib, der Prov.
Kurland. 1805. 4.
5918. (J. ("hrph. Berens), Blatt zur Chronik v. Riga 1780. 4.
Mit 3 Beibanden.
5919. Bonhomien. 1s Profil. 1792. 8.
5920. H. V. Brackel, Carl Otto Transehc v. Roseneck. 1839. 8.
5921. J. Chr. Brolze, Rückblick in die Vergangenheit; 1. bis
8. Stck. 1805-14. 4.
5922. (v. d. Borch), histoirc de la vie de G. de Browne. 1794. 4.
5923. G. J. V. Buddcnlirock , .Samml. d. Gesetze, welche d.
heutige livl. Landrecht enthalt. I. u, II. Thl. (4 Bde.)
1802—1821. 4.
5924. Fr. G. v. Bunge, chrono!. Reperlor. der russ. Gesetze
u. Verordn. f. Liv-, Eslh- u. Curland ; 3 Bde. 1823 —
1826. 8.
5925. P. \V. V. Buxhüwden, Beitr. z. Gesch. d. Prov. Oesell.
1838. 8.
.5926. B. V. Cnmpcnhausen, liefl. .Magazin etc. l.Thl. 1803. 8.
5927. Liefl. landschafll. Credit-Regicment v. 15. Okt. 1802.
1803. 8.
5928. (K. V. Manleuffel), Etwas über Curland etc. 1791. 8.
5929. Gründl. Deduction der Unschuld lln. Juh. Reinhuld v.
Palkul etc. 1701. 4. Mit e. Beihande.
5930. Uiarium des den 25. .März 1795... limitirlen .. Landtages. 4.
5931. Fr. Eckardt, topogr. Ucbersicht der rigischcn Statthal-
terschaft in 25 Tabellen. 1792. 2.
5932. J. Ph. Ü. Ewers, des llrzglh. Ehslen Rilfr- und Land-
Rechte. 1821. 8.
5933. K. Faber, preuf«. Archiv. 1. .Samml. 1809. 8.
5934. Dion. Fabricii Livonicoe historinc compend. scrics, cur.
G. Bergmann. 1795. Ö.
5935. J. J. Ferber, Anni. zur ph)s. Erdlicschreib. v. Kurland.
1784. 8.
5936. G. Fr. v. Fircks, d. Letten in Kurland. 1804. 8.
5937. J. B. V. Fischer, liefl. Landwirihsrhallsbuch. 1772. 8.
5938. W. Chr. Friehe, phys. -likonom. u. statisl. Bemerk, v.
Lief- u. Ehstland. 1794. X.
,5939. Fr. K. Gadebusch, livliind. Bibliothek. 3 Thie. 1777. 8.
5940. Gedachlnifsfcier dem Andenken der Herzogin Dorothea
v. Curland geweihl etc. (1821). 8.
5941. A. Moller, zur Gesch. der Dornschule in Riga. 1804 — 41. 4.
5942. (v. Jannau), Gesch. d. Sklaverey, u. Charakter d. Bauern
in Liv- u. Ehstland. 1786. 8.
5943. Gesch. Ernst Joh. v. Biron , Herz, in Liefland etc.
2 Bde. 1761. 8.
5944. Gesetz -Samml. f. d. J. 1819; I. Buch, 2. Abth.: die
liefl. Bauer-Verordn. 8.
5945. Origines Livoniae sacrae cl civilis sev chronicun Livon.
vetvs; recens. J. D. Grvber. 1740. 2.
5946. A. Grüzmacher, (irundideen iibir Inilult und Zahlungs-
anstand. 1810. 8.
5947. ILindlungs- u. (Irenzconveniion etc. (1783.) 2.
5948. D. E. V. Heyking, Beanlwort. u. Widerleg, der . . Zu-
sätze zum Staatsrecht des geh. Tribunalraths v. Zicgcn-
horn. 1776. 8.
5949. A. \V. Hnpel, topogr. Nachr. v. Lief- u. Ehstland. 3 Bde.
1774—82. 8.
5950. Ders., diplom. Bemerk, aus d. liefl. Urkunden gezogen.
1791. 8.
5951. Dorpaler Jahrbücher f. Lit., Statistik u. Kunst; 1.— 3. Bd.
1833—34. 8.
5952. H.v. Jannau, Gesch. v. Lief- u. Ehstland. 2 Bde. 1796. 8.
5953. Chrn. Kelch, liefl. Hisloria clc. 1695. 4.
5954. Nachr. v. d. Fundalion d. Rigischcn Krainer-Comp. Stif-
tung f. Witlwi^n etc. 1779. 4.
5955. Dass., neuer Abdruck. 1804. 4.
5956. Schwedisches Landrechl etc. 1709. 4
5957. Lieffliind. Landes-Ordnungen. 1707. 4.
5958. Leges senatus Rigens. de officiis docentiuni in schola
Rig. 1696. 8. Mit 2 Beibändeu.
59.i9. Fr. D. Lenz, li^l. Lesebibl. 1796, 1.— 4. 0"- 8.
5960. (Tielemann), Livona, e. hislor. poet. Taschenbuch. 1812
u. 1815. 12.
5961. J. VV. L. V. Luce, d. Schlol's M.me auf Oesel. 1811. 8.
5962. „ „ „ „ „ topogr. Kachr. v. d. Insel Oesel. 1823. 8.
5963. G. v. Magnus, k. Darstellung des Badeortes Kernrnern in
Livland. 1838. 8.
5964. .Manifest e. h. Ritter- u. Landschaft der Hrzglh. Kurland
u. Semgallen etc. 1795. 2. Mit e. Beihande.
5965. G. Merkel, Beweis, dafs es halb so viel koste, s. Lan-
dereien von Tagelöhnern bestellen zu lassen etc. 1814. 4.
5966. G. Merkel, d. Letten, vorziigl. in Lfefland clc. 1797. 8.
5967. J. Chr. Fr. Moritz, Beitr. z. Liefl. Pädagogik. 1. Samml.
1781. 4.
5968. C. L. Moritz, spcciuien topogr. medicnc Dorpalens. 1823. 8.
5969. H. Müller, Burg Wenden. Gedreht. 1839. 8.
5970. Chr. H. Kielsen, d. Proiefs-Form in Liefland. 1825. 8.
349
Anzeiger für Kunde der deulsiiien Vorzeil.
350
5971. G. Paucker, Beälirnmunp inländ. Maafse u. Gewichte.
0. J. 8.
5972. G. P. .M. V. d. Recke, Auszug der wiihlrgslen Sachen,
sowohl aus d. landlägl. als auch Conferential- Schlüssen
etc. 179(1. 8.
5973. Reglement f. d. LIcent d. Stadt Riga. 1773. 8.
5974. Proj. Reglement des Kreditver. der Häuserbesitzer in
Riga. 1819. 4.
5975. Reglern, üb. d. Wic^deraufbauung der Rigaschcn Vor-
Btädle. (1813.) 8.
5976. G. Fr. Sahlfeldt, Kirchenordn. f. d. Protest, im russ.
Reiche. 1808. 8.
5977. (v. d. Recke), Samml. ehst-, liv- u. Kurland. Geschichl-
scbreiber. 1. Bd. 1791. 4.
5978. K. Chrn. Schiemann, Baldohn. 1799. 8.
5979. U. V. Schlippenbach, Erinnerungen v. e. Reise n. St.
Petersburg im J. 1814. 1. Thl. 1816. 8.
5980. U. V. Schlcppenbach, malerische Wanderungen durch Kur-
land. 1809. 8.
5981. J. C. Schiinmann, Rigaschcs Adrcfsbuch. 1810. 8.
5982. Der Reiche Schweden See-Recht etc. 0. J. 8.
5983. Sendungen d. Kurland. Gesellsch. f. I.it. u. Kunst 1. Bd.
1840. 4.
5984. (K. L. Grave), Skizzen zu e, Gesch. des russ.- franz.
Krieges i. J. 1812. 1814. 8.
5985. K. Ph. M. Snell, Beschr. der russ. Prov. an d. Ostsee.
1794. 8.
5986. W. SodofTsky, d. Seebad zu Dubbeln. 1839. 8.
5987. K. G. Sonnlag, d. russ. Reich etc. 2 Bde. 1791—92. 8.
5987 a. Statut der k. Univers. Dorpat. 1820. 4.
5988. Schul-Slatut f. d. Lehrbezirk d. k. Univ. Dorpat. 1820. 4.
5989. Der Stadt Riga Statuta u. Rechte. 1798. 4.
5990. Stendcr's Leben etc. 1805. 8.
5991. C. L. Tetscli, curländ. Kirchengesch. 1. Thl. 1767. 8.
5992. .>!. Thiel, Unterhalt, a. d. vaterliind. Gesch. 1814. 8.
5993. Uess. Buches 3. Aufl. 1828. 8.
5994. M. Thiel, Dr. Martin Luthers Leben etc. 1830. 8.
5995. 11. Fr. Tiebe, Liev- u. Esthlands Ehrenrettung etc. 1804.
8. Nebst Nachtrag. 1805. 8.
5996. G. Tielemann , Gesch. d. Schwarzen -Häupter in Riga.
1831. 2.
5997. J. N. Tiling, über d. s. g. biirgcri. Union in Kurland.
3 Thlc. 1792—93. 8. Mit 2 Beibänden.
5998. Napicrsky, Beilr. z. Gesch. d. Kirchen u. Prediger in
Livland. 1. II. 1843. 8.
5999. F. G. V. Bunge, Archiv f. d. Gesch. Liv-, Esth- und
Curlands. B. I— V, 1—2. VI— VIII, 1. 1842—56. 8.
6000. G. B. Jasclic, Gesch. u. Beschreib, der Feycriirhk. b. . .
Erofnung der . . . Univ. zu Dorpat. (1802.) 4.
6001. Nachr. v. d. f. Bekanntmachung der . . . der Univ. zu
Dorpat geschenkten Fundations-Akle. (1802). 4.
6002. Vorschriften f. d. Studierenden auf d. k. Univ. zu Dorpat.
1803. 4.
6003. Schweder, noch Etwas z. Gesch. unserer letzten cvang.-
Iiither. Vorstadt-Kirchen. IH13. 4.
6004. Der Stadt Riga Hnndels-Ordn. v. J. 1765. 1798. 4.
6005. A. \V. Hupel , neue nord. .Miscellaneen. 7. u. 8. Stck.
1794 8.
6006. (Sonntag), Inland. Blatter. 1814. 4.
6007. G. Balk, was war einst Kurland? etc. 1795. 8.
6008. Fr. D. Lenz, Skizze e. Gesch. d. Sladt Dorpat. 1803. 8.
6009. L. A. .Meilin, noch Einiges über d. Bauernangelegenb.
in Liefland. 1824. 8.
6010. .Monuinenla Livoniae antiqua, etc. 5 Bde. 1835—47. 4.
6011. G. Fr. Püschmann, Schulprogr. etc. enth. Einige histor.
Bemerk, in Beziehung auf das Schulwesen in d. Ostsee-
Provinzen, 2. Hft. 1806. 8.
6012. Fr. Rnmbach, Jac. Juh. Graf Sievers etc. 1809. 4.
b. K. W. Cruse, Balth. Rüssow in Erinnerung gebracht.
1816. 4.
6013. E. V. Rechenberg-Linten, üarstell. über d. . . . Reglement
d. Kurland. Kredilvereins. 1830. 8
6014. J. Fr. V. Recke u. K. Napiersky, allgcm. Schriftsleller-
u. Gelehrten-Lexikon etc. 4 Bde. 1827—32. 8.
6015. (Truharl), d. Reisegefährte auf d. Wanderungen in d.
r. Gegenden Lieflands. 1. W. 1804. 8.
6016. Statuten der Gesellsch. prakt. Aerzte zu Riga. 1824. 8.
Beigeb. 8 and. Statuten aus Riga.
6017. (v. Buddenbrock) , Tagesfarl nach Karlsruhe a. d. Am-
mat. 1794^ 12.
6018. (La Coste)' Rigisches Theaterblait. 1815. 4.
6019. Traktat zw. J. M. der Kaiserinn aller Reufsen u. S. M.
der Könige u. d. Republik v. Fohlen. 1773. 4.
b) Entwurf der Einrichtung des ... in Mitau neugcslifl.
Gymnasii acad. 1774. 4.
6020. (H. Trey), Verz. d. Aelterleute grofser Gilde in Riga
etc. 1829. 8.
6021. Einlad. z. Einvveih. d. Museums in Riga. 1858. 8.
6022. (Beise), d. k. Univers. Dorpat etc. (1852.) 2.
6023. „ d. zweite Jubelfest d. k. Univers. Dorpat. 1853. 4.
6024. Facultäts-Scliriflen der k. Univers. Dorpat etc. (1852.) 4.
6025. J. F. Wittram, theologuniena Tacili. 1852. 4.
6026. Liefl. . . . Credit-Reglemenl v. 15. Okt. 1802. 1803. 8.
6027. K. W. Cruse, Curland unter den Herzogen. 2 Bde.
1833 u. 37. 8.
6028. D. Landlag zu Wenden 16!t2. 1841. 8.
6029. D. livl. Landesprivilegien u. deren Conlirinalionen. 1841. 8.
6030. Darstellung d. lanilwirthschaftl. Verhältnisse in Esth-,
Liv- u. Curland. 1845. 8.
6031. Aur. Buddeus, Halbrussisches. 2 Thlc. 3. Ausg. 1854. 8.
6032. P. A. F. K. Possart, Statistik u. Geogr. d. Gou». Kur-
land. 1843. 8.
6033. H. Lulterolh, Hufsland u. d. Jesuiten v. 1720—1820.
1846. 8.
6034. eil. A. Tiedge, Anna Charlotte Dorothea, letzte Herzogin
V. Kurland. 1823. 8.
6035. Rufsland und Deutschland. 2 Thlc. 1847. 8.
6036. D. Gegenwart. 8. Heft. 1848. 8. (enth. „Die deiil.-ch.
O.stseeprovinzen Rufslands").
Reinhold Schilling, Literat, in Riga:
ti(P37. ,\. All.anus, Inl. .»«iMilliliitter. 1.— 3. Jiihrg. 1813-15.8.
6038. K. G. Alber«, nord. Almanach I. d. J. 1806 u. 1809. 8.
6039. Rigascher Almanach L 1858. 8.
35 i
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
352
6040. .\ls Kürst Barclay de Tollj's l.eiclie ilurdi Ki;;ii ;;efiihrt GU72.
ward. 0. J. (18I8J. 8.
6041. I.ivl. Agrar- u. Bauirn-Vrrordniing. IH.'jO. gr. 8. 6073.
6042. J. (;. .\rndt, dtr liefl. Chronik erster Tlieil. 1747. 2.
6043. K. (i. V. Bunge u. R. v. Toll, est- u. livland. Brieflade; 6071.
I, I u. 2. 1856-57. 8.
6014. F. G. V. Bunge, Einleit. in die liv-, islli-, u. lurland. 6075.
Rechtsgesch. 1849. 8. 6076.
6045. F. V. Bnxhövden, zweite Forts, v. d. II H. v. Hage-
meisters .Materialien zur Gütcrgesch. Livlands. 1P51. 8. 6077.
6046. G. V. Brevem, Studien z. Gesch. Liv-, Esth- u. Kurlands. 6078.
Bd. 1858. 8. 6079.
6047. Lib. Bergmann, Kragni. einer UrU. d. altest. livl. Gc- 6080.
schichte in Versen. 1817. 4.
b) C. E. Napiersky, Ditleb von Alnpckc etc. 1844. 4. 6081.
6048. de Bray, essai erit. sur l'hisloire de la Livonie. T. I — III. 6082.
1817. 8.
6049. J. G. Buhle, Versuch c. Uril. Lil. der russ. Geschichte. 6083.
II. ThI. 1810. 8. 6084.
6050. A. Burja, observ. d'un voyageur sur la Russie. 1785. 8. 6085.
6051. H. V. Bienenstamm, geogr. Abrifs d. drei deutschen 6086.
Oslseeprovinzen Hufslands. 1826. 8. 6087.
6052. H. V. Bienenstamm, n. geogr. stat. Beschr. des k. russ. 6088.
Gouv. Kurlands. 1841. 8.
6053. C. Bornli.iupt, Entwurf einer gegr.-stal.-histor. Beschr.
Liv-, Eh.sl- u. Kurlands. 1855. 8. 6089.
6054. Bertram, baltische Skizzen. 2 Bdchen. 1853—55. 8.
6055. C. A. Berkholz, Burkard Waldis im J. 1527 in -Riga. 6090.
1855. 4. 6091.
6056. C. A. Berkholz, d. evang. Kirche in Rufsland. 1857. 8.
6057. Lib. Bergmann, Jubel-Predigt etc. (1810.) 8. 6092.
6058. „ „ über Armen-Versorgung u.Unterstützungs-
Anslallen in Riga. 1803. 4. 6093.
6059. Fr. Busch, d. Fürst Karl Licven u. d. k. Univ. Dorpat. 6094.
1846. 2. 6095.
6060. (Eckardl), Inhalt der in d. rigischen Slntthalterseh. enian.
gedr. Patente v. 1710—1788. 0. J. 4.
6061. Gesch. Uebersicht der Grundlagen u. d. Enlwiikelung 6096.
des Provinzialrechts in d. Ostseegouvernenienis 2 Thie.
1845. 8. 6097.
6062. Fragmente. Aus d. Briefen eines Reisenden aus Lief-
land. 1805. 8. 6098.
6063. P. V. Götze, Albert Suerbcer, Erzbisch, v. Preufscn etc.
1854. 8. 6099.
6064. f(iravc), erste Rechenschaft d. Commiss. zur Unterstütz.
der Abgebraunten in d. Vorstiidten v^ Riga. 1812. 2. 6100.
6065. (Irundliuien des ord. livl. Civilprozesses. 1812. 8.
6066. H. v. Ilageuieister, Maler, z. c. Gesch. der Landgüter 6101.
Livlands. 2 ThIe. m. Forts. 1836-43. 8.
6067. E. Hennig, Gesch. d. St. Goldingen. 1809. 8. 6102.
6068. S. Henning, lilllimd., churliind. Chronica. 1590. 2.
6069 I). E. v. Ili'ycking, Ge.srh. d. Grund- u. Ilauptverfassung blO.'j.
der Prov. Curland und Semgallen. 1762. 8. 6104.
G070. A. W. Hupel, d. gegenw. Verfassung der Rigischen u.
d. Revalschen Stalthiilurschiift. Riga, 1789. 8. 6105.
6071. (Jannau), Provinzialbl. an d. lief- u. ehslländ. Publikum. 6106.
1. H. 1786. 8.
Journal der Kriegsoperationcn d. k. russ. u. d. verbünd.
Ariiuen etc. 1815. 8.
Der k. Universität Dorpat zu ihrem funfzigjahr. Jubel-
feste etc. 1852. 4.
Th. Jiingblut, d. Gründung d. ev. lulher. Kirchen in Rufs-
land. 1855. 8.
(Kairka), nord. Archiv v. 1803—5. 8.
0. Kienitz, vierundzwanzig Biicher d. Gischichte Liv-
lands. 1. Bd. 1847. 8.
0. Kienilz, d. Schlachten b. .Vaholm u. Pleskow. 1849. 8.
Fr. v. Klupmann, kuri Güti:r-Chrüuiken. l.Bd. 1856. 8.
Fr. Kruse, Urgesch. d. eslhn. Volksslainmes. 1846. 8.
H. C. Laurenty, saeculi nostri orientis, adolcscenlis, linea-
menta. 1829. 4.
G. E. Lenz, zum Gedächtnifs Alexanders I. 1826. 8.
E. Meyer, d. livl. Reimchronik v. Dittlieb v. Alnpcke.
1848. 8.
Chr. IVettelbladt, faseic. rer. Curland. I. 1729. 4.
H. Neus, Revals sämrnll. Namen etc. 1849. 8.
E. V. Noicken, Rufsland hat allein noch d.Wahi? 1857. 8.
Ostsee-Provinzen- Blatt f. d. J. 1823. 8.
Chrn. E. Pabst, bunte Bilder etc. 2 Hfte. 1856. 8.
J. L. v. Parrnt, Versuch einer Entwickl. d. Sprache,
Abstamm. Gesch. Mythol, u. bürgerliche Verhältnisse d.
Liwen, Latten, Esten. 2 Bde. 1828. 8.
Personalbestand der Behörden . . . der St. Riga f. d.
J. 1858. 8.
P. A. Pölchau, d. Gesangbuchlrage in Riga. 1854. 8.
G. F. Pöschmann, über d. Emflufs der abendländ. Kultur
auf Rufsland. 1802. 4.
P. A. F. K. Possart, Statistik u. Geogr. des Gouv. Esth-
land. 1846. 8,
Provinzialrecht d. Oslsecgouverncments. 2Thle. 1845. 8.
(F. E. Ranibach), Herrinann. I. ThI. 1813. 8.
K. Ralhlef, Skizze der orograph. u, hydrograph. Ver-
hältnisse V. Liv-, Esth- u. Kurland. 1852. 8. M. Karten
in gr. 2.
A. V. Riihter, Gesch. d. il. üstseeprovinzen. 2 Bde.
1857—58. 8.
C. G. Riicker, General- Karle der russ. Ostsee -Provin-
zen. 1854.
C. v. Rummel, d. Quellen des curl. Landrechts. Bd. 11, 1.
18.il. 8.
C. v. Rummel, Album academic. der k. Univ. Dorpat.
1852. 4.
E. Sartorius, Gutachten über d. jetzige d. Gesangbuch
in Livland. 1833. 8.
K. v. Schlüzer, Verfall u. Untergang der Hansa u. des
deutschen Ordens. 1853. 8.
E. v. Schulmann, Verzeichn. der livl. Gouv.-Regier.-
Patente etc. 1851. s
Scriptores reruui Livonicnr. 2 Bde. 1853 ii. 48. 8.
J. V. Sivers, Wenden, seine Vergangenh. u. Gegenw.
1857. 8.
K. G. Sonnlug, d. Polizei f. Livland ct.. l.ll. 1821. 8.
K. G. Sonntag, mehrere Predigten u. kl. Schriften (v. u.
über ihn) zusamuicrigeb. 1791 — 1829. 8.
353
Anzeiger für Kunde der deulsclicn N orzeil.
354
6107. K. Waller, livl. Landtagspred. 1856. 8.
6108. „ „ livl. Landlagspred. 1857. 8.
6109. 3. Wissinger, Trauerrede bei dem t. Leichenkondukle
weil G. V. Browne. (1792.) 4.
6110. Rigaisehe Sladl-BlaUer f. d. J. 1810—27. 18 Bde. 8.
6111. W. S. Slavenhagen, .\lbuin baltischer Ansichlcn. 2 Hfte.
iKf)". 4.
6112. A. Truhart, Fama f. Deutsch-Rufsl. v. J. 1807. 8.
6113. M. V. Wollfeldt, Miltheil. aus d. Strafrecht u. d. Straf-
prozefä V. Livlaiid, Ehstland u. Kurland. 3 Bde. 1848
—1853. 8.
6114. Belrachlungen ulier d. Beweis im Livl. Straf- Prozesse,
1857. 8.
6115. Chr. G. V. Ziegenhorn, Staats-Recht der Hrzgth, Curland
u. Senigallen. 1772. 2.
6116. V. E.Zimmermann, Versuch e. Gesch. d. Icll. Literatur.
1812. 8.
6117. (Jannau), Sitten u. Zeit etc. 1781. 8.
6118. 0. A. Wernich, d. Livlander J. R. v. Patkul u. s. Zeit-
genossen. 1. Bd. 1849. 8.
6119. ((". Woldeiiiar), über d. Heranziehung der Letten u. Esten
zum Seewesen. 1857. 8.
Plahn'sche Buchh. in Berlin :
6120. II. Alt, Theater n. Kirche in ihren gegens. Verhältniss.
hislor. dargestclU. 1846. 8.
6121. 0 Lanpu, d. neue Zeit u. d. Geschichtsunterricht. 1849. 8.
Aug. Speyer, Buchh. in Arolsen :
6122. B. l'lirn. v. Spilcker, Beitr. zur alt. deutsch. Gesch.
2 Bde. 1827 u. 32. 8.
6123. L. Curtze, Gesch. u. Beschreib, d. Fürstenth. Waldeck.
1850. 8.
K. k. GymnaBium in Gratz :
6124. D. Buswald, Leben, VVissenscb., Schule. 1858. 4. (Progr.)
Karl Preusker, Rentamtmann, in Grofsenhain:
t)125 IVbersicIil der ... . Preusker'schen Samml. Vaterland.
Altirihumer. 1856. 8.
Dr. Karl Weinhold, Professor d. Univ. in Grätz:
6126. Uers., über e. zu Slrafsengel aufgedecktes Grab. 8.
Brodtmann'sihe Burhh. in SchalThausen:
6127. l). Schweiz. .Monalsschr. etc. herausgeg. v. L. Eckardt
u. P. Volmar. Kr. 8. 1858. 8.
Rudolph Freih. V. Stillfried-Rattonitz, K. prcufs. w.
geh. Ualli, Kiiminerer etc. Evc, in Berlin:
(5128. Ders. , gesehichtl. Aachr. v. Geschlechtc Stillfried-Rat-
tonitz. 1S,5K. 4.
Ein Ungenannter in Aiirnberg:
6129. Ein Gcspriich d. Teulschen Lands, vnd der hoffnung
etc. 0. O. 1.546. 4.
6130. Die Ordnung wie maus hell wenn eine gehorsam tut.
Mscr. 15. Jhdt. 2 BItlr. 8.
6131. Fr. Chrn. Lcsser, Kaclir. v. denen sich nach u. nach
verlierenden Miintzen der aiisge.storb. (irafen v. Ilolien-
slcin. 1748. 4.
6132. Chr. Fr. Gugel, Der Hrn. Sauerziiptfen Stammen u. Ge-
schlecht Beschreibung. Pap.-Ildschr. 1692. 4.
6133. (Chr. Kr. (iugelj, der Herrn Trainer Geschlecht u. Stam-
men Beschreib. Pap.-Hs. 1693. 4.
6134. Geschlechtsbuch der Ocrlcl. Pap.-Hs. 17. Jhdt. 4.
J. E. Ritter V. Koch -Sternfeld in Tiltmonning:
6135. Ders., die altgefeyerle Dynastie des Babo v. Abensberg,
etc. 1857. 4.
6136. Ders., vier Vermachtnisse Behufs einer kril. und lohnen-
den Geschichtsforsch. u. Geschicblsschreib. in Bavern.
1858. 8.
6137. J. Stülz, Bericht des Landcshauptm. Sigm. v. Dietrich-
stein an den Erzherz. Ferdin;inil über d. Ueberfall zu
Schladming aoi 3. Juli 1525. (Sonderabdr.) 8.
J. Zeiser s Buch- u. Kunsthandlung in Kürnberg:
6138. \\. \. Kaulbach u. A. Kreling, Albrecht-Dürer-Album.
VI. Lief. 2.
Bauer <& Raspe, Burhhdl. |Jul. Merz) in Nürnberg:
6139. Zeilsclir. t. d. Kullurgcsch. , hgg. v. Joh. Müller u. Job.
Falke. Ih58. Augustheft. 8.
Ein Ungenannter in München:
6140. Wilh. Graf v. \\ ürllemberg, Wegweiser durch sämmll.
Miilcrschulcn ii. (ii-innldcianinil. li^lß. 8.
Fürstl. Jablonowski'sche Gesellschaft in Leipzig:
6141. Th. Hirsch. Handels- und Gewerbsgcsch. Danzigs unter
d. Herr..^ch. d. deutsch. Ordens. 1858. 8.
K. k. Centralcommission z. Erforschung u Er-
haltung d. Baudenkmale in Wien:
6142. Dies., Millheilungen ; Redakteur: K. Weifs. Hl. Jahrg.
Aug. 1858. 4.
Histor. Verein von u. f Oberbayern in München:
GI43. Ders., Überbayer. Archiv; Bd. .Wll, 3. u. XVIII, 1 u. 2.
1857. 8.
Histor. Verein f. Oberfranken zu Bayreuth:
til41. Ders.. Archiv etc. Bd. VII, 2. 1858. 8.
K. W. Dornick, Pfarrer, in Haynewalde:
6145. Ders, Jahrbu.hlein v. Haynewalde. 1858. 8.
6146. Chrn. Heckel, histor. Beschreibung d. wellbcrühnilcn
Festung Konigstcin. 1736. 4.
6147. G. Körner, das wegen seiner Berg- Spitzen- u. Borten-
werke im Seesen liegende meisnische Obererzgebirge
etc. 0. J. 4.
6148. Chr. G. Wilisch, d. gute Andenken der um die Stadt
Freylierg . . . wohlverdienten Manner etc. (1751.) 4.
6149. Vollstiind. Verzeichnifs derer Prediger in Leipzig etc.
1539—1751. (1751.) 4.
6150. D. T. .Müller, von denen Schutz-Gotlern u. Schutz-Palro-
nen derer Studie etc. 1754. 4.
Dr. Karl v. Raumer, Bergralh, Cniv.-Prof. in Erlangen:
(U.W. Allicriiis .llii);iius, liber niineraliuni. Oppenhejm, 1518. 4.
A. Radefeld, h. Seminnrlehrer, in Hildlmrghaugen:
6152. M. Luther, der Prophet Joel . . . in. e. Vorrede h.
Nielns V. AmsdorlT. 1553. 4. Beigebunden:
b) Ders. , etliche TrosIschrilTlen vnd Predigten ... in
druck gegeben d. I). Ca.'sp. l'rrulziger etc. 1554. 4.
355
Anzeiger für Kunde der deulst hon Vorzeit.
356
c) Joh. Amsttrdanius, dl. warhalTlige weifingiiiij;, vnd
fürneme •ipruche di'-s Ehrw. Valcrs, Herrn D. M. Lu-
thers eie. 1552. 4.
d) Andr. Musculuä, v. il. vnrerlrenl. voreynigung in
einer Person beider naturcn vnsers Herrn Jesu
Cbrisli etc. 1553. 4.
e) Jo. Pollicariuä, Historia v. d. Iiiinelfarl vnsers Herrn
etc. 1554. 4.
f) Erasm. Sarcerius, von Sjnodis vnd Prieslerlichtn vor-
sainlungen . . . Ralh vud bedcncken. 1553. 4.
6153. Abschicdl der Kö. Kay. .Mt. vnd gemeiner Sliin.l au(T
dem Keichslag lu Regenspurg im J. l'lir. 1654 vfl' ge-
richl 1659. 2.
6154. Indices reales . . . tum instrvrjienlor. pvlilicor. pacis
generalis. . . Osnabrugis et Monasterij a. 1648 s. ereotae
tum recesäus iniperii ... in comitii.s Ratisboncnsib. a.
1654. decreti. 1659. 2.
6154 3. Gemeine Bescbeydc , vvelcbe bcy dem hochlobl. k.
Cammer-Gericbt, von desselben Anfang bifs A. 166(1 .. .
eröffnet . . . worden. 1661. 2.
6155. P.Jovius, Ursprung des tiirkiscben Reichs etc. verdeutscht
durch Just. Jonas. (Anfang fehllj. 4.
b) iMelch. V. .Suydiitz, Beschreibung d. Wallfahrt nach
dem heilig. Lande etc. (Titel u. Schlufs fchll.J 15S0. 4.
6156. X. Bctuleii Aug. in .M. T. Ciceronis libros Hl de INatura
deorum 4 Paradoxa, Commentarij etc. 1550. 8.
Dr. Julius Stauding-er in Cadolzburg:
6157. lil riiark;;rall. brandcnb. Verordnungen v. 1744 — 97. 2.
Dr. William Bell in London:
6158. Pdf. Apianus, inslrvmentvm primi mobilis etc. 1534. 2.
L. Fr. Fues, VerlagsbuchhdI. in Tiibingen:
6159. L. Schmid, d. Kampf um d. Reich zw. d. rom. K. Adolf
v. IVasjau und 11. Albrechl v. Ocsterreich. 1858. 8.
K. Akademie d. Wissenschaften in Berlin:
fildli. Dies., pliiliii. u. histor. Ahhandl. a. d. J. 1857. 1858. 4.
Dr. J. Zöllner, prakt. Arzl, in Aub:
6161. J. V. .Müller, Entwurf d. gerichll. Arzneywissenschaft.
Bd. 2—4. 1798—1800. 8.
6162. Reisen in den Mond, irj mehrere Slcrnc ii. in d. Sonne
etc. 1846. 8.
6163. Priifet d Geister, ob sie aus Gott sind ! 3. Aufl. 1854. 8.
6161. D. Gralin Louise Danner, geb. Rasmussen, Dänemarks
Genius. 1855. 8.
6165. A. Marlin, Schematismus der im K. Bayern zur Praxis
bercchirgten Civil- u. Mililar-Aerztc. Jahrg. 1858. 4.
Tro^vitzsch d^ Sohn, llofbuchdruekerei in Frankfurt a/0.:
6166. Monatsschrift f. d. Städte- u. (iemeindewesen , herausg.
v. A. Piper. Jhrg. IV, 7, Juli, u. 9, .Sept. I8.")8. 8.
Gesellschaft f. sUdslavische Geschichte u. Alter-
thümer m Agram:
6167. Arkiv za poveslnicu jugoslavcnskn ; Knjign 1 — III.
lM,-i|_.^,.1, H.
C. M. Wiechmann-Kadow auf Kadow:
6I6B. Ders. , d. meklenh. Kormschneider des
(Sepnralabdruck.) I8,')8. 8.
16. Jahrhdis.
6169. Joach. Slütcr's allestes roslorker Gesangb. v. J. 1531
u. der dem», zuiuschrcihcnde Katechismus v. J. 1525;
h.<geg. V. C. .M. Wiechmann-Kadow. 1858. 12.
Sommer, k. Bauinspeklor, in .Merseburg:
6170. .Mi.scellanea varia. Pap.-Hdschr. 150 Sin. schni. 8.
Augf. Abel, Gymnasialpruf., in .XscbalTi'nburg:
6171. (\\ cm. Hole vi [ik), lasciculu.'i temporum. Argcntinc, 1487. 2.
Dr. Franz Streber, Univ. -Prof., in Jlunchen:
6172. Ders., il. ältesten von d. VVittelsbachern in d. Oberpfalz
geschlagenen .Mimzen. I. Ablh., 1. — 3. Abschn. 1858. 8.
Kreili. V. Reitzenstein, k. Kämmerer u. Oberiollrath, in
.München :
Ü173. Joachim Meyer, gründll. Beschreib, d. freyen Ritterl.
vnnd .\delichen Kunst des Fechtens. 1570. i|u. 4.
Polytechnischer Verein in Wurzburg:
6174. Ders., Wochcnschrifl. Nr. 32—35. 1858. 8.
6175. Ders., Jahresbericht. 1858. 4.
Dr. Robert Haas, Direktor, in Wiesbaden:
6176. Ders., Centralbl. des d. Cur- n. Badclebcns. 1858.
Nr. 18 u. 19. 4.
Freih. V. Reitzenstein, z. Z. in Weimar:
6177. Elligies Des. Erasnii Hoterodami lilerator. princ, & Gil-
berli Cognali Nozereni etc. 1553. 8.
6178. Anliquitales Heilsbronnenses a temporis insvltibvs . . .
vindicatae (1806.) qu. 2.
61711. Aiig-Iuirgcr (ü-sclilcchlerliuch. 1580. 2. (Defecl.)
Societä de la morale chretienne in Paris:
6180. Dies., Journ-il. Tome VIIL Nr. 4. 1858. 8.
Verein f. siebenb. Landeskunde in llermannstadt:
6181. Ders., Jahresher. 1^57-58. ><.
C. Bellmann's Verlag in Prag:
6182. Jos. Uenzig u. Joh. Knjci, d. Crngebungen Prags.
1857. 4.
6183. \. Gindely, Böhmen ii. Mahren im Zeitaller der Refor-
mation. 2 Bde. 1857. 8.
J. C. Hinrichs'sihe BuchhdI. in Leipzig:
6181. Kr. A. v l.angenn, Doclor Melchior v. Ossa. 1858. 8.
61K,"). Vierteljahrs-Catalog etc. Jhrg. 1858. gr. 8.
Ed. Trewendt, VcrIagshdI. in Breslau :
6186. Alihandl. d. hislor.-philos. (iesellsch. in Breslau. 1858. 8.
6187. II. Luchs, Breslau. 1857. 8.
Du Mont-Schauberg'sche BuchhdI. iii Köln:
6188. Organ f. christl. Kunsl, hersg. v. Fr. Baudri. Kr. 17.
1 '(.■.'< I,
Dr. H. F. Mafsmann, Cuiv.- Professor, in Berlin:
6189. Ders., d. hohe Schule. Ein Tranm. 1858. 8.
K. J. Schröer, Gymn.- Professor, in Presburg:
6190. Ders., Beilrng z. c. Wörterb. der deutsch. Mundarten
des nngrischin Berglandes. 2. Abth. iH.'iH. f.
H. Neumann, Rci:hlsanw. u. Lamlesbeslelller, in Lübbcn:
6191. Leidenrolh, welcher Art war d. Herrsch, des Sachsen-
herz. Widukind? (Jahresbericht über d. Schulen zu Lüb-
bcn.) 2 llfle. 18.57-58. 8.
6192. Th. Criiger, origines Lusaliau elc. Fnsc. I. 1726. 4.
357
Anzeiger für Kundf der deutschen Vorzeil.
358
b) Heinrich v. l'oser, des . . . Heinr. v. Poscr Lebcns-
u. Todfs-Geschichlc. 1675. 4.
Dr. A. C. Schott, prakt. Arzl, zu Frankfurt a. M.:
f>U(3. iJers. , Wililluid Sulzhrunn liei Kempten in Bayern etc.
1. Jalirl.urh. IH5«. 8.
Rath der Stadt Riga:
6194. Die Higische Rnthslinie v. J. 1226 bis auf die gegeii-
w.irligr Zeil. 1857. 8.
Edm. Götschel's liuchlidl. in Kiga:
6193. Chr. Aug. Berkholz, M. Herni. Samson, Rigascher Ober-
paslor elr. 1856. 8.
Dr. Napiersky, k. russ. Staalsralh, in Riga:
6196. (Dcrs.j, ein Brief dea rigischen Erzbisch. Sylvester v.
J. 1449 etc. 1833. 4. (Progr.)
6197. (Ders.), Abdruck zweier auf d. frühere Gesch. d. deutsch.
Ordens u. insbcs. s. Verhallen in Palastina Bezug haben-
den Urkunden. 1844. 4.
6198. Ders., Auotariuni indicis corporis hist.-diploin. et cpisto-
lar. Livoniae, Esthoniae, Curoniae; I u. II. (Sonderabdr.
1840—42.) 8.
6199. Ders., d. Griiber der Livcn. (Sonderabdr.) 1851. 8.
6200. Ders., d. Gildenhauser zu Higa. 1853. 'A Bgn. 8.
Gesellsch. f Gesch. u. Altertbumsk. d. russ. Ost-
seeprovinzen m Kiga:
6201. A. W. ilupel, nord. .Misccilanecn. St. 11 u. 12. 1786. 8.
6202. „ ,, „ neue nord. Jliscell. St. 13 u. 14. 1796. 8.
6203. Einladung z. Eiiiweihungsfeier des Museums in Riga.
1858. 4.
6204. IVaniens-Verzeichn. samnitl. Mitgl. d. Gesellsch. f. Gesch.
u. ,\lliTlbuiii.<k. d. Oslsee-Prov. (1857.) 8.
Dr. Aug. Buchholtz in Riga:
6205. A. VV. Hupel, nord. Miscell. St. 1 u. 2. 5 u. 6. 1781. 82. 8.
6206.
V n »
neue nord. Mise. Sl. 5 u. 6. 1794. 8.
6207. K. G. Sonnlag, Riga's Jubiliiumsfeier Im Julius 1810. 8.
6208. „ „ „ Riga's Wolthäligkeit u. Gcincinsinn. 1826. 8.
6209. G. Merkel, d. freien Letten u. Esthen. 1820. 8.
6210. A. Alhanu!!, Rede z. Secular- Feier .... im Gymn. zu
Riga. 1810. 8.
6211. J. Paucker, d. Literatur d. Gesch. Liv-, Ehst- u. t'nr-
lands a. d. J. 1836-1847. 1848. 8.
6212. J. Fr. BiinUau, Dondangen. 1855. 8.
6213. Luthers Aufenthalt in Worms. 1857. 4.
6214. Dr. Liborius v. Bergmann, weil. Ober-Paslor der Stadt
Riga. Ih23. 4.
III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung.
Wagner, Pfarrer, in Michcistadt:
2521. KiMTiur Thorschlüsscl v. 14. Jhdl.
Preusker, Renlaintniann, in Grofscnhain:
2525. Broncekcil.
2526. Broncesichel und vier Bruchstücke solcher.
Simon, Pfarrer, in .MirlicLstadt:
2527. Albus des Bischuls Johann Philipp v. Schunliorn v. J.
1666; Silbcrmunze K. Leopolds v. J. 1672.
I
R V. Rettberg in München:
2528. Chronulogi.'irhe Tabelle der Maler seil Cimabue« Zeiten
bis zum J. 1840. Zusammengestellt durch R. v. Retlberg.
2529. 2 Bausen nach dem Allarbilile in der Kreuzkirche zu
ll<'inno\ er.
Otto Knille, Historienmaler, in München:
2530. Abbildung eines am Strande der Nordsee aufgefundenen
Bronrehnrns. \^'a.•^serlllaIe^t*i.
Se. königl Hoheit, Grofsherzog Alexander von
Sachsen - Weimar :
2531. (iyp.saliguls eines romanischen Tympanon von der
Wartburg.
2532. Gypsabgufs eines .Modells der Wartburg.
J. Pauer, Apotheker, in Traunstein :
2533. Originalsiegcl des Kapitels des Klosters Im Holz, um
1400.
2534. 3 Lackabdriicke mittelalterlicher Siegelstöcke.
Fiirsattel, Bureaudiener am germ. Museum:
2535. (iesücktc Leinenhaubc v. 18. Jahrh.
C. Heffner, Magistralsralh, in \\urzburg:
2536. 51 Gypsabgiisse von mittelallerlichen u. neueren Siegeln.
V. Cuny, k. prcufs. Landgerichtsassessor, in Cleve:
2537. Federzeichnung nach dem Grabsteine des Ludolf v. Ai-
vensleben in Ziclilau.
Dr. A. V. Nitschke in Braunschweig:
253H. Ein C'onvolut von Almanachbliillcrn des vorigen Jahrhdts.
mit Kupferstichen von Gefsner, Ricpenhausen u. A.
C. W^. Sack, Registralor, in Braunschweig:
2539. 625 Lai k- u. Papiersiegel aus älterer u. neuerer Zeit.
Ein Ungenannter in Nürnberg:
2540. CalLiulariuiii perpctuum v. P. Pfinzing, 1623.
Rudolf Scheller, Kaufmann, in Hildburghausen:
2541. Ein in Litliographierstein geiiztes Hochzeitsgedicht vom
J. 1578.
A. Radefeld, Seminarlehrer, in Hildliurghausen :
2542. Jiilich-Clevcscher Stammbaum von 1740.
Freih. V. Reitzenstein, z. Z. in Weimar:
2543. 2 bischiill. Salzburg., 2 herzogl. bayr. u. 2 Regcnsburger
Silbcmiünzen vom 12. Jhdt.
2543 a. Braclent K. Otto's IV. u. ein anderer d. .\btci Kempten.
2543 b. Denar K. Friedrich's IL, ital.
Burkhart, Kegicrungsratb, in Nürnberg:
2514. 16 riiiiiischc Kupfermünzen.
2545. Broncemcdaille des W. v. Gruiiibach.
2546. 3 Kupferjelons \. Ifi. Jhdt.
2517. 14 dculsilie Kiipfermiinzen vor 1650.
2548. 130 deutsche Kupfermünzen nach 1650.
2549. 11 kleinere Silherniüiizen.
2550. 60 ausländische Kupfermünzen,
2551. 26 kleinere Kiipferinedaillen nach 1650.
Dr. Andresen, C'unsorv. an d. BiMiolh. des germ. Mus.:
2552. 11 Stuck Kupferstiche, Radierungen und Schwarikund-
blallcr vom Endo des 16. — 18. Jhdis.
359
Anzeigor für Kundo der deutschen Vorzeit.
360
Dr. Zöllner, prakl. .\rzt, in .\iib :
2553. 16 kleinere .Silheriniinien voiri 17. — 18. Jhdt.
2554. 11 Kupfermünzen vom 18.— 19. Jhdi.
2555. Bleiiiicclaillc auf das Wiirilmrger Gesangsfest von 1845.
Freih. V. Ledebur m Berlin:
2556. 3 l.ackabdriicke von Siegeln des 14. u. 16. Jhdts.
2557. (lypsabgufs des Thronsiegeis hurf. Friedrich's III. von
Brandenburg.
liUst, kgl. Advokat, in Straubing:
2558. 2 Silbermünzen aus dem Sauiburgcr Funde.
Dr. J. H. V. Hefner- Alteneck, I'rof. u. Conserv. der
vereinigten Saminlungen in München:
2559. Martyrium der 11000 Jungfrauen, Miniatur v. 16. Jbdl.
2560. 4 Blatter mit Abbildungen von Trachten u. s. w., Feder-
zeichng. u. Wasserinalerci.
Freifr. V. Fürer, geb. V Brandenstein, in Nürnberg:
2561. Spitzenmuster v. 17. JhdI.
Ein Ungenannter in Aürnberg:
2562. Pelrak'sihe ("opieen nach 3 selten vorkommenden Kupfer-
münzen von A. Dürer.
2563. Die Wappen der SfbeurI u. Geuder u. das Wappen des
M. Loflelholz, Holzschnitte v. A. üurer. IV. Abdr.
V. Budkowsky, Historienmaler, in Paris :
2564. Si(gel.stock von Bronce, 14. Jhdt.
Geyer, Bezirkskassierer, in Lindau:
2565. 2 Stühle mit geschnitzter Lehne v. 17. Jhdt.
Chronik der liistorisclien VeiTine.
Die Zeitschrift des Vereines für thüringische
Geschichte und A I te rthums ku n de, VII, 2 u. 3, enthält
für die Geschichte des Landes: Ergänzungen zum L'hronicon
Sampetrinum 1270 — 1330, von Dr. C. Grünhagen in Breslau,
lieber die Sage von der Flucht der Landgriifin Margaretha und
dem ßifs in die Wange, von dems. — F'ortsetzung der Eisenacher
Rath.^fasten von 1352 — 1500; niitgeth. von W. Rein. Zur Ge-
schichte alter .\dclsgeschlechter in Thüringen, von Dr. Funk-
biinel: 1. Nachtrag zu der .Mihnmllung über die Herren von
Schlothcim als ehemalige Erbtruclisesse der Landgrafen von
Thürmgen. 2. Das Wappen der ehemaligen Herren von Son-
dershausen. 3. Die Herren von Molschleben. 4. Die ehemali-
gen Herren von Almenhusen. — Zur Geschichte der Herren
von Schlotheim und .\lnicnhausen , von K. Aue. — Zur Ge-
schichte der Baukunst und Alterthumskundc: Die Hausbergs-
burgen bei Jena, von Dr. IIerrii:inn OrtlolT. l'eber einige Bau-
werke der romanischen Bauzeit in den östlichen Theilen Thü-
ringens, von H. Hefs. —
Der Jahresbericht des vaterliindisclicn Museums
Carolino-Augusteum der Landeshauptstadt Salzburg für
das Jahr 1857 enthalt aufser den Berichten der einzelnen
Sektionen und anderen Vereinsangelegenheiten als Anhang für
die Altcrlhumskunde: Die Grabdenkmäler der Franziskaner-
kirche zu Salzburg, von Anton Ritter von Scliallhammer. —
Die Zeitschrift d es F'crd in an d euins fürTirol und
Vorarlberg, dritter Folge II. 7, 1858, enthüll für die Lan-
üesgeschichte: licilriige zur Geschichte der Gymnasien in Tirol,
von Dr. Jacob I'robst. Der 27. Jahresbericht 1855/56 enihiill
Mitlheilungen über Vereinsangelegenhellen.
Die .Mittheil im gen der k. k. C'e nl ral k ommission
etc. enthalten im .Mailiefte des Hl. Jahrg., Wien I8ö8, für die
Geschichte der Baukunst: Die golhische Kirche zu Slrafscngel
in Steyermark, beschrieben von Karl Meifs. Die Stadtpfarr-
kirche St. Jakob zu Vilhich in Kiirnten , von Golll. Frhr, von
Ankershofen. Beschreibung der Baudciikniiile der Insel Schutt
in Ungarn etc. (Fortsetzung.) Für die .\llerthuinskunde : das
liurgundische Mefsornat des goldenen Vliefsordens in der k. k.
Schatzkammer zu \\ ien, von Ed. F"rh. von Sacken. — Aufser-
dem mancherlei Notizen. —
Das Archiv für die Geschichte der Republik
(iraubünden, herausgegeben von Konradin von Mohr, Prä-
sidenten der bündnerischen geschichlsforschenden Gesellschaft,
l'hur 1857, enthalt in II. 24 — 27, nach unediirlen italieni.sclien
Originaliiiiinuscripten und unter den Aus|picien der Gesi lls( liaft
gearbeitet: des .Marechal de Camp Ulysses von Salins-.Marsch-
lins Denkwiirdigkeiten (aus der 1. Hiilfte des 17. Jahrh.)
Der Geschichts freund, Miltheilungen des historischen
Vereines der 5 Orte Luzern , üri, Schwyz, IJntervvalden und
Zug enthiilt im XIV. Band, 1858, für die Landesgeschichte:
Urkundliche Geschichte der I'farrci Seinpnch als solcher bis auf
unsere Tage, von Jos. Biilsterli; erste .Alplliciliing. Ein Beleg
für das Ilypolhckarwesen im alten Lande Schwyz, aus dem
Eingange des 16. Jahrb. Historische Zeitbilder von 1736 —
1770, nebst Schilderungen der Unruhen in Zug von 1764 —
1768 in ihren Ursachen und Wirkungen, von C. Bossiird. Der
Krieg von 1712 von Lienhard Sladelin aus Sleina, mitgeth. von
F. D. Kyd. Das Jahrzeitbui h der St. Laurenzerkirclie zu Win-
lerthur. im ehemal. lii.-.lhiiiii Konstanz. Urkunilenlese aus Un-
terwalilen ob und nid dem Kernwalde, von 118) — 1512, mit-
geth. von J. Schneller (32 BriefeJ. Zur Geschichte der Orden:
Statuten oder Satzungen des St. Lazarus -Ritterordens von Je-
rusalem für die Iliiuser Gveen und Seedorf (1418J. Kür die
Allerthuniskunde: Die bronzene Merkur -Statuette von Olten-
hiisen, Kt. Luzern, von G. v. Bonsletlen. Die ältesten geist-
lichen Siegel im Lande Uri und jene Bischofs Elierhanl von
Konstanz, niilgelh. von J. Schmller. —
Der G ene ra Ibericht der Direktion des badischen
AI te rth u msv erein es über Wirken und Gedeihen der Ge-
sellschaft seit ihrer Gründung Im Mai 1844 bis Mai 1858, er-
stattet vom Vereinsdireklor Aug. von Bayer, K:irlsruhc 1858,
361
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
362
enthält die Berichte über die ThStigkeil des Vereins für Ent- Die zwölfte Veröffentlichung des Vereins für
derkung, Schatiung und Wiederherstellung von Landesaller- Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben ent-
thäiiiern etc., mit mamherlei werlhvolkn ^olizen über dicscl- hält in drei .Abbildungen den Marktbrunnen, sogen. Fischkasten,
ben, dann Berichte über Erwerbungen von Alterlhunisgcgen- in Ulm. —
standen etc. u. a. Vereinsangelegenheiten.
j\ a c li r i c li t (' n.
■..iteratiir.
Nea erschienene Werke.
73) Nachrichten von dem Geschlechtc der Gr.nfen
von Wartensleben. Von Dr. Julius Graf v. War-
ten sieben, königl. prcufs. Stadtgerichtsrath. Berlin,
1858. Albert Kauck u. Comp. gr. 8. — Erster Theil.
Urkundenbiich. Anbei ein Titelkupfer, 16 Ahnentafeln
und 2 Stammbäume. XXXII u. 388 S. Zweiter Th eil.
Biographische Nachrichten. Anbei 1 Titelblatt u. 9 Fa-
milien-Portraits. 321 S. u. 90 S. Kegisler.
Diese .Monographie darf vor ähnlichen .Arbeiten, dergleichen
in neuerer Zeit nicht wenige erschienen sind, manche Vorzüge
in Anspruch nehmen, vornehmlich den einer übersichtlichen
Anordnung des augenscheinlich mit vieler Mühe gesammelten
und mit Sachkenntuifs zur Darlegung des inneren Zusammen-
hanges sorgfaltig benutzten .Materials. Dasselbe ist vorzugs-
weise ein urkundliches, und geht diese Specialgeschichte
der Familie von Warlenskben von wahrhaften Quellen aus,
nicht aber von unbegründeten Behauptungen.
Der I. Theil, das „Urkundenbuch", gibt das Allgemeine
der Familiengeschichte mit vollständigen Belegen, und ist die
Anordnung dieses Stoffes als durchaus zweckmäfsig anzuer-
kennen. Zu den vorangestellten ältesten urkundlichen Nach-
richten, welche sich auf die Familie von Wcrdensleben beziehen,
deren Geschlechlseinheit mit den v. V^arteiislebcn nachzuwei.-icn
versucht und schliefslich als unzweifelhaft ('!) angenommen
wird, sowie zu der Abhandlung über das Wappen folgen im
n. Theile noch einige beachtenswerthe Zusätze. Die Nachrich-
ten über die Stanimgüter der Familie sind in vorzüglicher Voll-
ständigkeit gegeben, ebenso die über die lehcnsrechllichcn Ver-
hältnisse, über den (irundbesilz, über milde Stiftungen von
Familiengliedcrn, sowie über dergleichen für die Familie und
ihre Blutsverwandten, und endlich über die Ehrenrechte der
Familie. Die Ahnentafeln sind eine um so schätzbarere Zu-
gabe, als dabei auch die Grundsätze nachgewiesen sind, nach
welchen insbesondere die Johanniter-Ordens -Bailei Branden-
burg bei Aufnahme von Rittern hinsichtlich ihrer Ahnenprobe
verfahren ist.
Der II. Theil enthalt wesentlich nur die biographischen
Nachrichten, und zwar bei den Hauptpersonen in inleressauter
Darstellung und Ausführlichkeit und unter Beifügung wohlaus-
geführtcr Porträts. Die Ausstattung des ganzen Werks ist über-
haupt rühmcnswerth und die beigegebenen Inhaltsverzeichnisse
sind vorzüglich Ubersichtliih und vollständig.
74) Geschichte der liturgischen Gewander de»
Mittelalters von Fr. Bock. 2. Lieferung, enthaltend
die geschichtliche Entwicklung der Stickerei im Dienste
des .Altars. Bonn. Verlag von Henry und Cohen. 1858.
8. XII u. Ste. 123— 322. Mit 18 Tafeln in Farbendruck.
Nach zweijährigem Zwischenraum ist nun die zweite Lie-
ferung dieses vortrelTlichen Buches erschienen , der wir längst
harrend entgegengesehen haben. Auf den .seltensten Studien
und lebendiger Anschauung beruhend, die nur weite Reisen
ermciglichten, in den künstlerischen Beigaben mit einer Vol-
lendung ausgeführt, die dem Kenner fast die Originale zu er-
setzen vermag, indem sie die verschiedenen Weisen der Stickerei
und Wirkerei geschickt nachahmt, gewährt es den schätzcns-
werlhesten Beilrag zur Kennlnifs des mittelalterlichen Cultur-
lebcns; denn es enthält weit mehr als sein einfacher Titel
besagt. Es sind nicht blos die liturgischen Gewander, deren
Entstehung, Ausbildung und Verfall uns berichtet wird, sondern
auch die Geschichte aller Kunslubungen , welche mit ihr in
Verbindung stehen. So z. B. gibt diese zweite Lieferung eine
Geschichte der Stickerei oder der Nadelmalerei, wie sie der
Verfasset bezeichnend nennt, von ähnlichen Arbeiten des .\1-
tcrthunis an bis auf den Verfall in der Renaissance und die
ersten erneuten Anlange in der Gegenwart. Dieser Lieferung
sind 18 Blatter in Farbendruck beigegeben, nicht minder vor-
Irelflich ausgeführt wie die der ersten. Nur halten wir es,
späterer Bequenilicbkeit halber beim Zusammenbinden des gan-
zen Bandes, lieber gesehen, wenn eine fortlaufende Numme-
rierung stattgefunden hätte, anstatt dafs jetzt darin jede Lie-
ferung für sich steht. So ist dieser zweiten auch eine beson-
dere ausführliche Uebersiclit des Inhalts beigegehen. — Die
dritte Lieferung, welche die Beschreibung der priesterlichen
Gewander des mosaischen Opfercullus und die der romischen
Opicrpriesler enthalten wird, sollte noch im Laule des Sommer»
erscheinen.
75) Die Werkzeuge und Waffen. Ihre Entstehung und
Ausbildung. Von Dr. Gustav Klemm. Mit 342 in den
Text gedruckten Holzschnitten. Sondershausen , Verlag
von G. Ncuso. 1858. 8. 393 Sin.
Noch ist des Verfassers ausgedehntes Werk über die Frauen
nicht \ollenilet und schon beschenkt er mit einem neuen Buche
die Freunde des Altertliums und des \\ nlTenwerks. Seine
eigene reichhaltige und berühmte cullurhi.Hlorische Sammlung
lieferte ihm ein gute» Material, welchem die Dresdener ROst-
kaminer mit ihrer Fülle und Nielseitigkcit zu Hülfe kam. Der
363
Anzeiger fiir Kundn der deutschen Vorzeit.
364
SaimiieKleirs des Verfassers, die Genauigkeit seiner liestim-
niunjen und Besclireiliungfen sind liekanni jenug und bewahren
sich auf« Neue auch in diesem Buche. In der Anordnutip folgt
er derselben Weise, die er in seiner rultur(,'esrhichte beob-
aehtel hat, indem er die Volker in zwei Hanptgruppen scheidet,
in eine aetive und passive Ra^'C — eine Scheidung , welche
freilich der Physiologe wie der Menschenfreund in gleicher
Weise bestreitet — und die Völker der zweiten denen der
ersten auf der untersten Stufe ihrer Entwicklung gleichstellt.
Diese also zusammenbringend, amerikanische Indianer, Südsee-
insulancr, ^eger, alt- und neuasiatische Völkcrschaflen, Alt-
gernianen u. s. w. , verfolgt er die (Jcschicbte jedes einzelnen
Werkzeugs, jeder einzelnen Waffe. Doch ist es nicht ganz
leicIiC, sich darijber klar zu werden, welche Grenzen der Ver-
fasser hierin einzuhalten beabsichtigt, oder wie weit er über-
haupt seinen sehr ausdehnbaren Gegenstand zu beschriinkcn
beabsichtigte, und leider vermissen wir ein Vorwort, welches
uns ciaruber aufklarte, sowie ein Register, das uns die llcbcr-
sicht und Aufrinilung erleichterte. Wir biitten sonst wohl die
Frage gehabt, warum der Verfasser nicht tiefer in das unscrm
Interesse näher liegende .Mittelalter eingegangen und nament-
lich auch die Turnierwaffen eingehender besprochen. Die im
Text beigedruckten Holzschnitte sind zweckentsprechend aus-
geführt.
76) Geschichte des deutschen Gerichtsverfahrens
von Dr. Heinrich Siegel, a. ö. Professor des deut-
schen Rechts d. k. k. Universität zu Wien. Erster Band.
Giefsen, 1857. J. Ricker'sche Buchhandlung. 8. 285 Stn.
Eine Schilderung des altdeutschen Gerichtsverfahrens in
seinem Zusammenhange wird uns gegeben, der Gang uns vor-
stellig gemacht, den die Verfolgung eines Rechtsanspruchs nahm,
so lange die mit der Annahme des Chrislentliuins gesponnenen
und im Rechtsleben durch das frankische Koniglhum geltend
gemachten Anschauungen dem deutschen Volksgeiste noch fieind
waren. Die Lösung solcher Aufgabe mufstc um so schwieri-
ger sein, als die Quellen, aus denen der Verfasser zu schupfen
hatte, an sich unvollkommen sind und aufserdem den Reclits-
gang in seiner Ordnung nicht aufzeichnen. Das Verfahren in
seinem gesainmien Verlaufe anschaulich zu machen, wurde bis-
her nicht unternommen Der Darstellung des gerichtlichen Ver-
fahrens wird in vorliegendem Buche vorausgeschickt eine ein-
leitende Erörterung über die früheste Rechtsverfolgung bei den
Deutschen mittelst Eigenmacht. Als der Grundcharakter des
alldeutschen Verfahrens vor Gericht selbst aber wird erkannt
die unbeschrankte iiufserc und innere Selbständigkeit, mit
welcher die Partei ihr Recht gellend machte. Das Verf.ihren
ist öffentlich und mündlich, gemeinsam für bürgerliche Rechls-
streitigkeilen und Criminalsachen, gegliedert in das einleitende
Verfuhren, in das sogenannte erste Verfahren vor (Bericht, in
das Beweis- und beziehungsweise Befriedignngsverfahren. Dem-
nach macht uns der erste Abschnitt bekannt mit den Hand-
lungen , welche das Verfahren Vor und mit dem Gericht ein-
leiten, mit der Mahnuni;, der Kneblung resp lödliing iinil dem
Vorbringen des Getodlelcn, dem Aiiefang und dem Versprechen
vor Gericht zu kommen; der zweite Ahsrhnilt zunächst mit dem
ersten Verfahren, von der Kluge bis zum Urtlieil, dann mit dem
Beweisverfahren, dem Schwüre freier Männer und der Er-
bringung tMnes Ordals , und mit dem Befriedignngsverfahren,
der gutwilligen und zwangsweisen Befriedigung. .\uch wird
noch das Drilthand verfahren hervorgestellt. Historische und
kritische Beilagen, wie eine Tabelle, die Bestimmungen der
deutschen Volksrechtc über die Gröfse der Eide enthaltend,
vollenden das Ganze.
77 j Das Kloster Metten und seine .Xebte. Ein l'eher-
lilick iiber die Geschichte dieses alten Benediciiner-
stiftes verfafst von I'. Rupert M itl erni ü 1 1 er , .Mönch
desselben Klosters. Mit einer .Ansicht des Klosters.
Slraubing, 1857. Verlag der Schorner sehen Buchhand-
lung. 8. 342 Stn.
Auf 10 Jahrhunderte vertheilt sich die Geschichte des
Klosters Metten; diese Jahrhunderte geben auch den Einlhei-
lungsgrnnd lür vorliegenden aus den Quellen genommenen
manniglaltigen SlolT. Karl d. Gr. ist Stifter des Kloslcrs,
Utto der erste Aht, Ludwig d. Deutsche liifst sich die Be-
schützung des Klosters angelegen sein. In das zweite Jahr-
hundert fällt der Erwerb von Besitzungen und ständigen Ein-
künften, aber auch die Ungarngefahr. Im dritten Jahrhun-
dert seines Bestehens erhält das Kloster den l'fingstmarkl mit
Bann- und Zolirecht; das vierte erzählt ^■on freundlicher Be-
achtung Heinrichs Jasoniirgoll und der Babenberger Herzöge.
Ein heftiger Brand, die Gunst Papst Gregors X, der Erkauf
des Vogteircchts über .Metten zeichnen neben andern Begeben-
heiten und Erscheinungen das fünfte Jahrhundert aus. Aeufseres
und inneres Gedeihen, äufseren und inneren Verfall im Wech-
sel fuhren uns die folgenden Zeitabschnitte vor ; die Wogen
des dreifsigjährigen Krieges, des österreichischen Erbfolgekrie-
ges, der niipoleoiiischen Zeiten branden au den Klostermaiiern
und unterwühlen die (irundfesten. .\ber das zehnte Jahrluin-
dert, das von der Aulhehung des Klosters weifs, erzählt auch
von dessen Wiedcrhcrslellung. Verzeichnisse der Aebte und
Prioren sind dem Ganzen vorausgeschickt, 27 Beilagen an-
gefügt.
78) B i b I i o g r a p li i e der deutsche n R e c h t s g e s c li i c h 1 e
von Ethhin Heinrich Costa, Dr. der Philosophie
und der sanimtlichen Rechte, Geschäftsleiter und Sekre-
tär des historischen Vereins für Krain elc. Braunschweig,
C. A. Schwetschkc und Sohn (M. Briihn). 1858. 8.
342 Seiten.
Eine in systematischer Anordnung zu praktischem Gebrauch
handgerecht gemachte, niiiglichst voll-landi|,'e Bibliographie ist
hiemit denen geboten, widclie auf deutsche Rcchlsgcschichte
naher eingehen wollen. Nicht nur auf selbstiindige Werke ist
Bezug genommen, sondern auch auf Abhandlungen aus Snm-
nielwerken, Encyclopadien, Zeilschriften. Voraus sind die Quel-
len liir deutsche Rechtsgeschichlc verzeichnet: Qiiellensamni-
lungen im Allgi^meiiien, Tacilus, leges barbarorum, Tapilularien
lind Gesch. der Merovinger und Karolinger. Itcclilsbnctier des
.Millelalters , Quellen des öffentlichen Rechts, des Privalrechls,
("riminalrechts, Procefsrechls, Kirchenrechts, für volkswirth-
schaflliche Verhältnisse, für Kriegswesen, Landrechte, Stadt-
rechte etc. Der zweite llauplthcil bringt die Lilcrnlur zur
365
Anzeig'er für Kunde der deutschrn Vorzeit.
366
Geschichte der Rechtsquellen, nach demselhen Schema, der
dritte in einem ersten Abschnitt rechlshislorische Gesanimtdar-
stellungen, in einem rweiten dergleichen Monographieen. Das
beigelegte Register vervollkommnet die Brauchbarkeit des Buches.
79) Die vorkarolingischen christlichen Glaubens-
beldcn am Rhein und deren Zeit. Nebst einem An-
hang: Ucber Siegfried den ürachentodter. Nach den
Quellen dargestellt von P h. Heber. Franklurt a. .M.
Verlag von A. Vomel. 1858. 8. IV u. 370 Stn.
Das \\ irken vorwinfriedischer christlicher Apostel imd Ge-
nossenschaften am Rhein hin will uns vorliegende Schrift zu
deutlicherem Verslnndnifs bringen. Nachdeni ein Blick auf das
Heidenthum geworfen : die keltische und germanische Bevöl-
kerung des Rhcinlandcs und die Religion der allen Deutschen,
wird vorerst zum Beweise geschritten , daTs das Christenlhum
schon wahrend der Riimirzeit auf der rechten Rheinseile Be-
kenner halle. Die Kraft des Beweises wird hergestellt durch
.\nfiihrung dort aufgefundener Grabschriften aus der Rumerzeit,
mit den Worten hie quiescit in pace, dein Alpha und üuiega
darunter, nebenan zwei Tauben, in der Mitte die Christen-
signatur; durch die Aufschrift eines römischen Votivsteins aus
jener Gegend mit der Widmung deo invicto ; durch die In-
schrift in einem alten Römercastell am Otzberg numini auguslo(i)
deo invicto; durch die Thatsa(he, dafs dort aus schon christ-
lichen Landern recrulierlc t'ohortcn stationiert waren; durch
das Zeichen des Kreuzes und Fisches bei ausgegrabenen In-
schriften. Weiter lesen wir von Martin von Tours und von
seiner Thätigkeit, von der Pflanzung des Christenthums an der
Lahn, von den Burgunden und der Aufrichtigkeit ihres Bekennt-
nisses, von einigen allen Stiftern. Remigius Irill auf und Fri-
dolin, Chrotolil und seine Wormser, Goar, Rupert, Columban,
Galliis, Wendel, Odilie, Willebrord , l'irmin, Olmar. Der An-
hang behandeh die christgeschicblliche Seile der IVibelungen-
und Siegfriedsage: wesentlich religiös sei jene Sage, unter der
symbolischen Darstellung des Heidenlhums durch den besiegten
Drachen den Sieg des Evangeliums über das Heidenthum
feiernd. Einige Urkunden zur Geschichte von Guntersblumen,
Xanten, Worms, Lorsch schliefsen sich daran.
Aufsätze in Zeitschriften.
Bibliotheque univ.: 8. Bäle au 14°" siede. (Revillia.)
Blatter aus d. rauhen Hause: 6. Der Aberglaube. Der
Johannestag.
Bund: Nr. 2.58. Das allgemeine schweizerische Urkiiiiden-
Rcperluriuni.
Europa: Nr. 39. Die Tieflander und Ebenen der osterr.
Monarchie. III.
Die Grenzboton: Nr. 39. Die Landeskbisler in Meklenburg.
Frankf. Museum: Nr. 37. Der deutsche Adler. fE.)
Fränkisches .Museum: Nr. 2. Der l'hiinix im (bristenthuin.
(Friedreich.)
Berliner Nachrichten: Nr. 215. Des Kanzlers von dem
Borne Klage iiber den Verfall der Sitten in der Mark.
(L. Schneider.) Nr. 232. Aus Vorarlberg. Hohencmbs
und Feldkirch. fBl.)
Bremer Sonntagsblatt: Nr. 37. Das Kloster Loccuni und
die Cisterzienserkirchen. (H. \. .Muller.)
Augsburger Tagblatl: Nr. 253. Die Verdienste der Fug-
ger. (H.)
Tagblatt f. d. Kanton Schaffhausen: Nr. 210. (18.57.)
Der historisch-antiquarische Verein. Nr. 211. Antheil Schaff-
hausens an den italienischen Kriegen im .anfange des
XVI. Jahrb. Nr. 212. Zur Gesch. des Schlosses Herblingen.
Nr. 6 ff. (1858.) Zur ältesten Gesch. der Stadt SchalT-
hausen.
Zeitschrift f. deutsches Recht: XVllI, 3 Beilriige zur
Geschichte der Strafrechtspllcge in Schlesien, insbesondere
im 15. u. 16. Jahrb. (Abegg.)
Zeitschrift f. Stenographie: 5. Zur Runenlehre. (Lanth.)
Zeilschrift f. ehristl. Wissenschaft: Nr. 36 ff. Ueber
Meister Eckhart und die deutsche Mystik seiner Zeit.
(Hiillciiberg.)
Allgein. Zeitung: Nr. 285. Ausgrabungen in der Pfalz.
Neue Müncli. Zeitung, Abendblatt: Nr. 230. Abergläu-
bischer Spuck in den scandinavischen Ländern. Nr. 232.
Die Tilly-Monslranze in Breitenbrunn. (H. Weininger.)
Wiener Zeitung: Nr.211. Erwiderung an Frlirn. v. Ankers-
hofen vom Verf. der Schrift : Ein Won iiber die hislor.
Studien in -Mcinchen. Nr. 217. Das Vaterland. Museum in
Salzburg. Nr. 228. Kloster Lambach.
VerniiHrlite IVnrlirlrliten.
100) Das oberrheinische Departements-Archiv
in K olmar. Nach dem offiziellen Berichte des Hrn. Wry,
General-Inspectors der Archive Frankreichs, der im Laufe dieses
Sommers Inspection in den verschiedenen öffentlichen .Archiven
der Stadt Kolmar hielt, ist dasjenige des oberrheinischen De-
partements eines der reirbhaltiestcn und werthvollsten des
ganzen Landes. Namenilich gilt dies von den zwei- bis drei-
tausend Pergainenturkunden , die sich auf die alte, einst so
reiche und mächlige Abtei Murbnch beziehen. Sie beginnen
mit einem merov ingischen Documente vom Jahr 729;
worauf acht karolingi seh c Folgen; drei dieser letztem sind
von Karl dem Grofsen gegeben und mit dessen Insicgel ver-
sehen. Die ganze Sammlung begreift eine ununterbrochene
Reihe von beinahe eilf Jahrliunderlcn.
101) Im Scpicmlur dieses Jahres wurde der sogenannte
II ün c r hu b e I , ein gallisches lliigelgrab, im Ri\beimer
(;cmcinilc Walde , eine Stunde von .Miillianscn im Ober-Elsaf.s,
aufgedeckt. Es enthielt, aufser mehreren einzelnen Men.-cheii-
und Thicrknnchen, zerstreuten Gelafsescherben u. s. w. : zwei
menschliche Gerippe; das eine (gehörte einem starken
Kriegsnuinne au; über dessen Haupte lag ein grofser un-
bchiiuener Stein; am reihten Anne mehrere Stücke gewun-
denen, durch Oxydation dunkelgrün gewordenen Bronze«;
am rechten Fufse stand eine Urne von Thon 25 renliincler
hoch, und in derselben ein Scbüsselchen von 4 Centimclcr
Hübe; etwa einen Meter liefer kamen die gcsnmmten Bruch-
siacke eines gc|jen drei Schuh langen, doppcischneidigen eiser-
nen Schwertes zum Vorschein, dessen .Metnilkern mit der
367
Anzeiger für Kunde Her deutschen Vorzeit.
368
htilzerncn Schride und der Ichmarlipeti Erde, die es be-
deckte, eine Masse bildet. — Etwas liefer und in einer Ent-
fernung von 4 .Veter von jenem ersten, wurde ein weib-
liches Skelett gefunden; dabei lagen: ein Bronzering
unter der untern Kinnlade, jedoch nicht den Hals unischliefsend;
am Nacken ein kleiner Ring, wahrscheinlich ein Schieb-
rinc; zwei Agraffen: ein Leibgurte! von Bronze blech
dessen vordere Theile stückweise gesammelt werden konnten,
wahrend die am Rücken haftenden zerbr()ckelt Wiiren und nur
noch ihren grünen Abdruck auf dem Boden zurü( kliefsen ; am
Kufs lag ein Bronzering von der Gröfse des am Halse ge-
fundenen, von 5 Centimeter im Umkreis; dabei eine kleine
l'rne von der Höhe des oben berührten Schüsselchens, aber
von feinerer Erde und eleganterer Arbeit. Ein grofser Kalk-
stein befand sich unter den Fufscn des Skeletts. Eine nähere
Beschreibung des tuniulus und der darin aufgefundenen Gegen-
stände, sowie der näch.stcn Umgebung ditsselbcn, wird der
Unterzeichnete in kurzer Zeit in einem besonderen Schrifteben
mittheilen.
Mulhausen im Ober-Elsafs. Prof. Aug. Stöber.
102) In der Kreisstadt Chrudim sind bei den Grundgra-
bungen zum neuen Gerichtsgebäude mehrere heidnische
Grabmäler mit zahlreichen Aschenkrugen von grofsem
archäologischen Interesse entdeckt worden.
103) Bei Släflis hiit man kürzlich bei niedrigem Wasser-
stand des IVeuenbiirger Sees Allerthümer (Instrumente, Va-
sen etc.) der nämlichen Art gefunden, wie in den Seen von
Annecy, Genf, Biet und Zürich.
104) In Brunn ist ein Fund von hohem hi.'^torischen
Werthe, bestehend in einem Theile der Luxemburgischen Kanz-
lei des Markgrafen Jodok (1388 — 1407), gemacht worden.
Diese Aktenstücke sind diplomatische Relationen,
Gutachten etc., welche wesentlich da/u beilragen, manche
dunkle Partie der Geschichte des Herzogthums Luxemburg und
der Erbansprüche des Herzogs von Bourbon auf dieses Land
aufzuhellen. Ein zweiter merkwürdiger Fund ist sicherem
\ernulimen nach von dem strebsamen Archäologen Mauriz
Trapp gemacht worden, der in Borotitz (Znaiiner Kreises)
ungemein au^^gedehnle slavisehe H e ideiig rab e r entdeckt
bat, worunter namentlich einige Grabhügel deshalb b(ich.st in-
teressant sind, weil die Gerippe darin in bockender Stellung
gefunden wurden, was man bisher sehr selten beobachtete.
105) Auf einem Gute bei Padowitz in Posen entdeckte
der Oekonom einen merkwiirdigen Schatz. Derselbe stiefs
beim Pflügen auf einen wenig sorgfältig vergrabenen Kessel
und fand gegen 800 St. Silbermünzen in Grflfse der Kro-
nenthaler; aufserdem Geschmeide von Silber, und zwar Kelten,
Armbander, Ohr- und Nasenringe (?>, Alles von feinstem Silber,
Der Werlh des ganzen Schatzes wird auf 6000 Thir. angegeben.
lOK) Der Ausbau des R egensbu rg er Do mes wird nach
zuverlässigen OiK^Hen nächstes Frühjahr begonnen werden.
Se. .Maj. geruhten, die Vorlage eines aus der ersten Bauzeit
herrührenden Planes anzunehmen und den Wunsch des Aus-
baues huMvulist auszudrucken Wegen des Abbruchs des so-
genannten ilallerlhurms, eines Denkmais aus der Romerzeit,
sind einleitende Schritte geschehen.
107) In .Mainz wurde der erste Oi"'<'er»lein zur Restau-
ration des Domes auf dem nordöstlichen Scilenthuriiie ge-
legt. Die Höhe, in welcher der Neubau beginnt, beträgt fast
170 Fiifs vom Boden an gerechnet.
108) Durch Erlafs des erzbischöflichen Ordinariats in Frei-
burg wird angeordnet, dafs bei Restauration von Alter-
thüniern, Bildern, Kunstgegensländen etc. in den Kirchen die
Pfarrämter und Stiftungsvorst.inde vor Vornahme der fraglichen
Restauration an das Ordinariat berichten und ihre Vorschlage
vorlegen müssen.
109) In der Sitzung der Stadtverordneten zu Danzig
wurde der Antrag, den .Magistrat zu veranlassen, sich höch-
sten Orts für die Erhallung und zweckmäfsige Wiederher-
stellung des hohen Thors zu verwenden, einstimmig zum
Beschlufs erhoben.
110) Erzherzog Johann hat beschlossen, den grufsen Saal
in seinem Schlosse zu Schön a zu einer Ruhmeshalle für
alle berühmten und bewährten Tiroler umzuschalTcn.
Die Namen derselben werden auf .Marmor- oder Erzlafeln
prangen, die hervorragendsten Helden sowie die beriihinU-sten
Landesfiirslen aber in Porträts die Ruhmeshalle sclimücken.
Die Thaten dieser Manner sollen in einem eigenen Ehrenbi.che
aufgezeichnet werden. In Verbindung mit dieser Ruhmeshalle
stände eine „Bibliotheca tiroliensis" und ein Archiv,
für welches bereits eine bedeutende .Menge von Urkunden ge-
sammelt ist.
111) Der bekannte Schweizer Historiker Kopp sucht ge-
genwärtig im Vatican Urkunden und Regesten auf für die (ie-
schichte AIhrechts I. und Friedrichs des Schönen. Ehciidu-
selbst macht Prof. Mayer von W iirzbiirg Studien iiher Nicolaiis
von fusa, Fürstbischof von Brixcn, «elcher in Rom in seiner
Tilul.irkiri hc S. Peter iid Viiicula begraben liegt.
Iiiscralc liiid nckiiiiiiliiiiK-liiiiiiicii.
LI) Vom Ausschufs des Fcrdinandenms in Innsbruck wurde beit Aussetzte, folgendes Thema gegeben: „Geschichte der Enl-
fur die Bewerbung um den Preis von 25 Ducaten, Wicklung der tirobsclicn Slnmleverfass'ing vom II. Jahrhundert
welche der Erzherzog-Statthalter für die beste iii.storische Ar- bis zum olTeueii Landtag t7!tO einschliefslieb."
Veraolwortlichn Redaclion:
Dr. Freih. v. u. i. Auracsi. Dr. A. v. Eye.
Druck von Fr. Cainpo k Sotin In Ntlrnbcrf;.
Dr. G. K. Froiuihaan.
m^KBESO. Dad Abonnement des Blattes,
welches alle Monate erscheint , wird ganz-
jährig anKenommen und betragt nach der
oeuesten Potitconvention bei allen Poütäm-
tem und Buchhandlungen Deutschlands incl.
Oeatreicha St fl. ^iikr. im 24 fl. - Fufs oder
1 Tblr. 16 8gr.
Für Frankreich aboonirt man in Strafs-
burg bei Gr. A. Alexandre, in Pari« bei dem-
selben, Kro. 23. rue Notre Dame de Nazareth,
und bei der deutseben Buchhandlung von
Fll{ KÜ^iJE DE
Nene Foli>e
kmmm
K. Kliticlcfiieck , Nr. 11. rue de Lille, oder
bei dem Postamt in Karlsruhe; für Eng'
laud bei Williams & Korpate, 14 Heiiriette-
Ütreet Covent-üardeu in London; fUr Sord-
anitrika bei den Pontamtern Bremen und
Hamburg. —
Inüt-rate, welche mit den Zwecken des
Anxeigcrs und dessen wissenschaftlichem
Gebiete iu Verbindung stehen, werden auf-
genumraen und der Raum einer Columnen-
zeile mit 7 kr. oder 2 8gr. berechnet.
^ I)EITS(:IIE\ VOHZEIT.
Fünfter Jalngang.
()|{GA\ DES GEH)I AMSCIIEN MLSELMS.
1858.
JV? II.
Xovpnibcr.
VVisseiiscIiartlii'lie Hittlieiluiiüicn.
liiitlier'ii« faebiirtslinuM in EiMleben. und Unterstützung so heyliger NutliduriH Ihre liebe biuzu-
Milgetheilt von Trof. Dr. .loli. Voigt, k. pr. Regierungs- zutlum, Solche gegen Kirchen und Scliulen und armliaußern
Fiithe, in Königsberg.
Durchlanditig.sler Grofsmächtigster ChuiTiirst,
Gn;idig.ster Herr,
Ew. ChurfUrsll. Durchlaucht werden au(J hier beygeben-
den E.xemplarien Gnädigst ersehen, waßmaji des Secl. Her-
ren Doctor Martini I.utberi hauß in Ei|Meben darin Er ge-
boren und wieder gestorben Anno 1689 den 10 Jtilii
durch eine helTtige und grausabme Fcuershrunst zugleich
mit der ganzen Stadt in den Grund ahgebrandt.
Wan nun solhanes HaujS wieder aufTzubauen, und zu
Gottes Nahmen führe, und zur einer Bibliolhcc, arm Ikui|J
und Schule inangiiriren und einrichten zu lajien , fiir gut
befunden, und aber die Stadt, weilen die Einwohner Ao.
1693 daß ihrige abcrmahlen wieder im Feuer verloliren,
nicht vermag, selbiges armes hauß und die darin zu einer
gro(}eD anzabl bePindlicbe armen alp auch die daselbst ein-
gesetzte Schule wieder aulTzurichten und zu conserviren,
bezeigende hohe gnade wird der große Gott mit unendlichen
Seegen wieder ersetzen, getroste mich also gnädigster cr-
höruog und verbleibe
Ew. Churfürst. Durchlaucht
Unterthijnigster
Juhan. Ludwig Vulpius
Uepul. der Allenstadt
Ei|Sleben.
prst. d. 17. August. 1696.
.\u.ssclueib('ii der |MciilVis(ln'ii Reginiciitsräthe.
Demnach JohaH Ludwig Yulpiiis Abgeschickter von der
Allenstadt Eipkhcu mit ghuiliwnrdigen allestatis erwiesen, was
maßen die ganize Stadt Ejßlebeu und dariüen insonderheit des
theuren Werkzeuges seeL D"^' Martini Lulhcri llau|i in wel-
chem er gebohrcn und nachgchcnds gestorben. Anno 1689
danenhero die Ei(ilebischc Stadt mich unterschriebenen, laut den 10. Julii in den Grund ahgebrandt, und gedachtes H.iu|i
vollmacht, deputirel und abgeordnet, in der Christenheit zu Ausbreitung der Ehre Gottes, zur Rihliolhec, Allmosen-
dazu eine HüllTc zu colligiren. hanp, Schreib- und Rechen-Schule einzurichten vor gut be-
Diesemnach koiiie auch zu Ew. Cliurfdrstl. Durchlaucht fiinden, die Stadt aber Anno 1693 ahcrmalils abgehrandl,
hiemil in tiefster Demulh deroselhen bocIislUehendich und und zu Unterhaltung desselben nichts beyriilragcn vermag;
unterthiinigsl bittende, Sie geruhen gnadigst zur Subicvation .\l> wird iimb so viel mehr, da gedachte.-. ll«u|J ein Denk-
371
Anzeiffcr für Kunde der deulsiheii Vorzeit.
372
mahl ist der großen Gnade so Gott der Herr dunli diesen Mnrbiirff ist,*) bewahrt unten an der Westseite ihres Thiir-
Personen-
gejchichte.
Biographie.
KOmtltr.
theuren .llaH seiner Kirchen erwiesen, indem er durch Ihn
den Glanlz der Evangelischen Wnrhcit kiindl tinin lassen
und sein reines Wort ans I.icht gebracht, hit'n)il gnadij^st
verstallet, dajJ so woll bey denen Kirchen hiesiger Studie
und Freiheiten, alß auch aulTm Lamle und in kleinen Städ-
ten, wie auch bey denen Collegiis, Societatcu, ZunfTten und
Gewerkeo ein Zuschub zu solchem Gott gefälligen Werk ge-
saihelt werde, damit der Höchste auch durch solche Er-
kaiilliclikeit seiner crzeigeten Gnade Uns die tlieure Beylage
seines heiligen reinen NN'orts weiter 7.u erhallen bewogen
werde.
Sigualiini Königsberg d. 20. Augusti 1690
Landt- HolTmeister
Canzler.
Per Rescripliim an
Herrn Oberburggrafen: in line Weshalhen Unser gnädig-
ster Befehl an euch ergehet, auf
denen Freyheiten die Verfügung zu
thun, damit zu obigem BeliulTeinc
milde Beysteuer gesamlel und dem
Supplicanten zugeslellet werde.
Samländis. Consistorium: Solches denen Pfarrern hiesiger
Städte und Freyheiten kund zu lluin,
damit sie ihre Zuhürcr zu einer mil-
den Gabe anmahnen.
Städte Königsberg . . . : Wir zweilTeln nicht, ihr werdet
von Selbsten aus Liebe zur War-
heil dieses Werk eures Orihs zu
befördern euch angelegen seyn
lassen.
Dr. von Sauden . . . . : Die Versehung zu lliun, dafs die
Zuhörer eures Orths zu einer mil-
den Gabe angemahnet werden.
ner-, neben dem Eingaiigi', folgende Inschrift:
.TlelMter lleinrirli von lleMHerotlc.
Ein Beilrag zur hessischen Kunstgeschichte
von l)r Wilhelm I, olz in Cassel.
Die Sta<itkirche zu Iloinherg in Hessen, ein Gebäude,
welches nicht nur durch die gleiche lluhc sciner"chi(Te —
diese hat sie mit allen uns bis jrizl lirkannlcn nllhessischen
Kirchen der gothischeii Zeil gemein -- , Mindern iiuincnllich
auch durch die Gestaltung der inneren Pfeiler sich als Glied
jener Classc ausgezeichneter Gotteshäuser darstellt, deren
mit Recht berühmteste Vertreterin die Elisabethenkirche zu
anno. dui. fh. ccc. Ixx
qvarto. fe ia. I cia an
te. feslv. pelhecostf
Icepta. est. hec turrf
D henricu. de hesero
de. iiii m. fabrice.
Die stark vorstehenden Buchstaben, schöne gothische
Minuskeln, sind nur unbedeutend beschndigt. Mit Auflösung
der Abkürzungen lesen wir die Insehrifl also:
anno domini mccci.xx | quarto (l.*?"!) feria tercia
an- I tc festum penthecostes | incepta est bec turris | per
henricnm de hessero- | de, quartiim magistrum fabrice.
Wir erfahren hierdurch
1) den wahren Anfang des Thurmhaues, I.ITJ. der von
Wilhelm Dilicb, in dessen ,,neuer Chronica und Beschrei-
bung des Landes Hessen" von 1 fiO l und 1 OOS richtig an-
gegeben, aber durch eine Notiz in der neuesten Beschrei-
bung von Hessen zweifelhaft geworden war;
2) den Namen des Werkmeisters, Heinrich von Hesscrode,
unseres Wissens den einzigen sicher beglaubigten Namen
eines in Hessen selbst thätig gewesenen hessischen Archi-
tekten der gothischen Zeit. **)
3) Erholten wir einen freilich schwachen Anhaltspunkt
zur Bestimmung der Bauzeit der Kirche durch die Angabe,
dafs unser Heinrich der vierte Werkmeister des Baues ge-
wesen sei.
Fragen wir nun noch den Werken dieses bisher ganz
unbekannten Meisters, so ist es nölhig, zunächst den Thurm
der Ilombeiger Kirche mit seinem praclilvüllcn Porlaie zu
belrachlen. Die spitzbogige OefTnung des letzteren wird
durch einen Steinpfosten und einen wagrechlen Sturz in
zwei Eingänge und ein darüber belindliclies vicriheiliges
Fenster geschieden, welches die niedrige Thurmhalle be-
leuchtet. Die Gliederung des Pfostens cnihiilt in ihrer Mille
ein Soulchcn, welches in einen mit zwei Blallreiiien ge-
schmückten Tragstein von der edelsten Form übergeht. Dar-
über belinilel sich ein mil Fialen gekrönter Bolduchin. In
*) Ei gchiire» liiirliiii unler lindem ilic Sliflskirchen von
Hninn und Weller, dii' ler.stiirle Kirche von (irünlierg,
die .Marienkirchen ru Krnnkenherg und Marliurg, sowie
der Uoin im nahen WeUlar.
•*) Wilhelm von Marburg (f 1363 tu .Slrnfsliurg) war nach
Golbery (nnli(iuin!.< de l'Alsace, Band 1) Werkmeister
nni Chor der StifLskirche zu Colinar.
373
Anzeiger für Kmiili' der deutschen Vorzeit.
374
<len reicligcffliederlen Seitenwewändeii sind ziiniiclisl ilcn
Ein^iingea entsprechende Saukhen mit l.aiibkapiliilern anse-
braclit und über den zug-ehörigen Baldacliiiien eine grofse
Hohlkehle, die sich im Bojen fortsetzt und heiderseils mit
einem nach oben schreitenden Löwen, dann mit Blattern und
Spruchbänder hallenden Enjeln ircfüllt ist. Weiler nach
aufsen foli'l jederseils ein Poshimcnl von halb secll^ecki^er
Grirridform, darüber ein Baldailiin, der ziiffleich zum Fiifs-
ffestelj einer hoher stehenden Fiiriir heslimmt isl und doiii-
semafs einen zweiten Baldachin über sich hat. Von Icl/.lo-
reni geben aneinander o-ereilile Biuulhöiren aus, die, mit je
zwei Nasen eeschmückt und in l.ilioii cihIoikI . an clcin die
Portalhalle umfassenden Spitzbogen freischwebend befeslifft
sind. Zwei übcreckstchende schlanke Fialen, welche in der
Mitte ihrer Hohe Räume für je zwei übereinander stehende
Figuren enthalten, schliefsen das tranze Portal ein und dienen
einem mit Bliittern besetzten und mit einer sehr hohen
Kreuzblume bekrönten Wimberff in Eselsriickenform als \Vi-
derliiffer. Den Raum zwischen den Fialenriesen und der
genannten Kreuzblume ffliedern auf zierlichen Kar^steinen
aufscizcncle Pfosten, die mittelst der sie verbindenden Spitz-
bögen an ein zinnenförmig geführtes Gesims anstofsen. Die
Breite des Ganzen betragt 18 rheinische Fufs, die Höbe etwa
30 Fufs. *) Von den Statuen, deren 1 1 vorbanden waren,
ist jetzt leider keine mehr übrig.
Mit .Ausnahme des Westportales an der Elisabelhenkirche
zu Marhure ist uns in Hessen kein golhisches Portal bekannt,
welches mit diesem an Reiclilhum der Anlage verglichen
werden könnte. Einen Mangel linden wir in dem etwas zu
Massigen der Sebwebebösen, da bei ihnen, als rein dccora-
tiven Theilen, eine leichtere Bildung am Platze gewesen
wäre. Im Ganzen jedoch zeist das \^'erk bei sehr orisriuel-
ler Erfindung' für die Zeit seiner Entstehung eine bemerkens-
werthe Reinheit der Formen und besonders im Blatlwerk
einen sehr feinen Geschmack.
Der Thurm selbst mit seinen übereckstebenden Strebe-
pfeilern, die im dritten Geschosse in starken Fialen mit ge-
schweiften Giebeln enden, und seinen schmalen zweillieili-
gen Fenstern mit Fischmafswerk dürfte von unserni Meisler
schwerlich weil gefördert oder gar vollendet worden sein.
Er wird durch einen achleikigen Aufbau aus der Zopfzeit
entstellt.
Gewisse Eigenthiimlichkeiten erregen in uns die Ver-
mulhung, es möge die berühmte Kapelle in Frankcnhcrg,
welche um das Jahr ISbü begonnen wurde, gleichfalls ein
Werk des Meislers Heinrich von Hesserode sein. Wir meinen
namentlich mit Blatlwerk geschmückte Kragsteine, die an
ihrem unteren Ende in Kopfe ausgehen: Slabwerk, welches
dort wie hier im Verliällnifs zum Ganzen etwas zu schwer
gebildet erscheint; endlich den Charakter des zum Theil wel-
lenförmig gefalteten Blattwerks.
Sollte sich unsere Vermulbung bestätigen, so wäre Hein-
rich von Hesserode einer der bedeutendsten Architekten
seiner Zeit in Denlscbland. Leber seine Lebensumslämle isl
uns weiter nichts bekannt. Das Dorf llesserode, wahrschein-
lich sein Gehurtsorl, liegt 1 '/2 Stunden nördlich von Hom-
berg. Das dortige gothische Kirchlein, schmucklos wie es
ist, würde dem Ruhui unseres .Meisters, wenn es sein Werk
wäre, nichts hinzufügen, scheint auch erst aus dem 15. Jahr-
hundert zu stammen. Es entbehrt, obwohl sein Chor ge-
wölbt ist, gleich vielen kleinen golbischen Kirchen des Hes-
senlandes, der Strebepfeiler.
*) Wir haben .\libiMungen des Portals in dem von V. Slali
und G. Ungewillcr herausgegebenen gothiscbeii .Mii>ler-
buchc zu crwarUn.
jVu4iz«>ii Kill* CieNCliirlite der «leiilMt-lieii
l>i|>loiiiatik aiiH mielit'iiliiiftci'ii.
Von Friedr. .*s diu 1er von libloy, o. ö. Professor an
der k. k. Rccbtsakademie zu Hermannsladt.
Es ist bekannt, dafs Ungarn und Siebculiürgen in den
Herrscluiflskrcis der deutschen Diploniatik gehören, so
zwar, dafs sogar die Lehrbücher von Gallerer, Grnber,
S(bönemann u. A. mehr noch als Schwartner's _Intro(liiclio
In artem diplonialicam pratc. Hiiugaricam" hierzulande .\u-
wendbarkeit finden konnten. Was insbesondere die latein
abgefafsteu Urkunden betrifft, so sind, mit Ausnahme ge-
wisser magyarischer Barhnrismcn und Solöcismcn und eines
mitunter eigenlhümlichen Curialslyles, Orthographie, Fle.xion
und Construclioii. neue \\'orlbildung und Bedeutung. Vortrag
und Redensarien die nämlichen wie überhaupt im niillelaller-
licheu Deutschland; ebenso stimmen sehr überein die Schrifl-
perioden. die gesarnuile (irii|i|iik nach ihren charaklerislisrhen
Merkmalen der Brach) grapliie. der Zahlzeichen, sowie der
Sligmeologie und nur bezüglich der Semiolik und .Sphragi-
stik sind sclbslversläudlicb Unterschiede, welche in der Da-
tieruiigsformel abermals versch« iiiden, so daf^ nach diesem
Allem der gemeinschafllicbe Charaklcr in der Diplomalik der
r. kalholisrhcn Continenlalsinntcn auch hierinnds klar lier-
vorlrill. —
In den er«abuliii lleziehungeu gleicbiT .Art licfse sich
kaum für das Studium der deutschen Dipl< nialiU aus jenem
der ungarländisrhcn eine wesentliche Bereicherung gewinnen;
Zustände.
Spr.'u'he u.
Schrift.
Bipluluiitik.
375
Aiizeiffcr für KuucJe der deiilstlifii Vorzeit.
37(5
Hand-cliriftcn-
kunde.
doc!i bielen einige Parlliieen Vergleicliuiips- und Er^anzungs-
punkle dar, welclie wohl eine Aiikmipfung verdiciileii ; so
beispielsweise die Fragen :
I. Zeit der ältesten siebenbiirg. Urkunden in deutscher
Sprai'he und deren Ei^en thüin licbkeit ?
II. Papiergebr:uu'li als diplomatischen Scbreibmaterials
iu Siebenbilri.'Ln?
I. Die älte>ten Urkunden in deutscher Sprache belin-
deo sich im sächsischen Naiionalarchiv zu HcrmanuAtadt und
sind aus den Jahren 1401 und 1404 den llcrmaunstiidter
Kauricuten ausgestellte (Jcleilsscbcine vom Herzog Wilhelm
von Oeslreicli und di-m Wiener liiirgermeister Pericholdus,
dann ein aTntlicIies Sillcuzeugnifs der Ofeucr l.edercrzunft
vom .1. 1422 für dm Lederergcsellen Johann l'oldner. —
In dem reichhaltigen Bislrilzer Archive ist die älteste deutsche
Urkunde vom J. 1473 und im Kroristadter u. a. gar nur
erst aus dem 1 6. Jahrhundert. Das Vorherrschen der deut-
schen Sprache bei notariellen Protokollationen und Privat-
geschäften beginnt blos nach der Mitte des 16. Jahrliuiiderls
(wol in Folge der Reformation) , so in den Stadtbiicheru
Hermannstadts insbesondere seil 1556."^') Der r. kathol.
Cullus, das fortdauernde l-alein und Magyarisch als hiihere
Amtssprache waren dem Aufkommen der deutschen nicht
günstig, und wenn auch deren spärlicher Beginn auf den
Anfang des 15. Jahrhunderts zu setzen ist, konnte sie doch
umsoweniger Gellung erlangen, als selbst die einheimische
Mundart ihr geradezu fremd gegenüber stehen nuifste; doch
bleibt es immerbin merkwürdig, dafs der sachsische (dem
niederrheinländischen ähnliche) Dialect bis auf wenige Leliu-
worte nicht in der Schrift gebraucht wurde, vielmehr das
in's Hochdeutsch übergehende Oberdeutsch mit mehrfachen
schwabischen Anklängen.
(Schlufä folgt.)
Der fleii OrileiiMiiieiMterii lii IVeiilHrlilaiitl
ül>rr|C<>lieii«' Cuilcx <leH .TIeinorlnlH «It'M
MtrnrHhiirKtT JoliaiiiiitfrliMiiHfM.
V(in Profc-sür Dr. C. .Schmidt in .S(ralVburg.
Duiili Benützung bisher unbekannter Urkunden ist es
mir möglich geworden, zu verschiedenen Malen in die Ge-
schichte und die Lehre der Gottesfreunde des vierzehnten
Jahrhunderts einiges Licht zu bringen ; doch liegt noch man-
ches Dunkel über dem geheimnirsvollen Treiben dieses selt-
samen Vereins. Es fehlt noch immer eine der wichtigsten
Quellen, das Buch des iNiculaus >on Basel von den fünf
Jahren seines Anfangs oder von den zwei Man-
nen; nur ein Fragment daraus hat sich aufgefunden, das
ich in das 1856 erschienene Werk: „Basel im vierzehnten
Jahrhundert" konnte einrücken lassen. Die vollständige
Schrift hildcte einen Theil des Menmrials des SIral'shurger
Johanniterhauses zum GrUnen-WOrlli. In ilen noch vorhan-
denen Copieen dieses Memorials lindtt sie sich nicht; diese
L!.\emplare waren bestimmt, frommen Laien zur Erbauung
mitgetheilt zu werden ; die Erzählung des Mcolaus war eine
Geheimschrin, die ihnen vorenthalten blieb. Von dem voll-
ständisen Memorial wurden von den Plleüern des Grünen-
Wurtbs den Ordensmeistern in Deutschland besondere, mit
vieler Sorgfalt ausgeführte und mit Bildern sreschniuckte .\b-
schriflen zugeschickt; Konrail mm\ Braiiusberg {erwählt
1371), Friedrich Graf von Zollern (1394), Amandus Zu-
rhein (1408) erhielten solche. Sollten sie noch irgendwo
existieren? Sie wären für die Geschichte der Goltesfreunde
von dein gröfsten Interesse; zugleich wurden sie ohne Zwei-
fel zu den schönsten Handschriften ans dem Ende des 14.
Jahrh. gehören. Sie enthielten zehn Bilder, unter welchen
Heime standen, die wir hier so mittheilen, wie sie sich in
dem geheimen Briefbnche des Grüiien-N\ örths aufgezeichnet
linden. Voran steht in letzterem folgende Bemerkung:
„Dis sint figuren also sü in dcj obersten meisters me-
moriale hoch von des Grfinenwerdes stiftunge gemolel sint,
umbe daj es ime deste lustlicher und ahtberer sige dicke
sich darinne zii ergctzende und die matcrien zu lesende,
durch der geriimeten sprüche willen die bi iegelicher gemo-
lelen ligurcn hio und rot gesclinben slont. noch diser or-
denunge, alsus spreihende:
Grunewert.
Sunder gnode ist den beschert
Die diche sch5went diseo Grunenwert,
Sine stiftunge sullenl sü eren
Gelruweliche one abekcren.
Processic.
>Iit proccssien wellent « ir gon
Den (irunenwert lobelich underston.
Inneiininge des (iruiiwcrdes.
Der Grilnewcrt wurt hie ingegeben
Den Johansern iif ein gcordcnt leben
Von dem stifler Hulcman Mer.^win genant,
In des meisters von Brunspcrg honl.
(Schlufs folgt.)
*) Vcrgl. meine siebenbürg. Kechtigcschichte II, p. 355.
377
Anzeiorer für Kunde der deulschen Vorzeit.
378
Land u. Liule
Städte*vc(*eD.
Mülildorrer titndlrerht.
Von Professor Dr. Geiiffler in Rrlangen.
ISrhhirs.i
II. Der Beilagen zum Staliilenbiiche sind vier, von
welchen die erste demselben auf der Kehrseile von Bl. 1
vorauseehl. die übrigen drei auf Bl. 15 — 22 nachfolgen.
Die erste beginnt mit den zugleich die Ueberschrift bilden-
den Worten: ..Das puech so! man alle jar lesenn vor den
genanten vnd vor der Gemain. wail man die genanten seczl,
das man dcfst pas wisse was der Slat Recht seien", worauf
eine Satzung über die gefreylen Taire und Zeiten (§. 1),
ein Gemeindebeschlufs vom 12. Mai 1367. dem gemäfs
^Sjnion Eyran ewieklich in die vorgenant Stat Miildorf mit
wesenn nymcrmer chomen sei" (§. 2), und zwei Straf-
gebote wider die Uebertreter des Stadtrechts (§. 3) und
die Verletzer ihres Biirgereides (§. 4) sich anreihen.
Die zweite Beilage (Bl. 15') hat die Aufschrift ^Das
ist ein kayserlich brief vmb die Niderlegnng des Salcz ze
Miildorf", und enlliiilt die Verdeutschung eines Freibriefes
König Heinrich"s VI. v. 1190, worin dem Erzbischofe
Albrecht von Salzburg und seinen Nachfolgern die Gnade
verliehen wird: ,,das in seiner Stat ze Miildorf werd aus-
legung vnd niderlegung des Salcz, das da wird gefuerd von
Hall, die auch in tewtsch berenleide haysset, vnd wcilich
Salcz kauffenn wellen, die chomenn in die selbigen Stat vmb
es in der Stat ze kawffcnn." Das Privileg ist wahrschein-
lich eine Erneuerung des in der Juvavia S. 413 kurz er-
wähnten Freiheitsbriefes König Heinrich"s V. v. 1120. Beide
Urkunden scheinen übrigens noch ungedruckt zu sein und
werden auch in Böbmer's Regesten nicht aufgeführt.
Die dritte und umfangreichste Beilage (Bl. IS* — 20) ist
eine kleine Chronik Bayern's unter dem Titel: „Von Vr-
iprung des Landes vnd der Fürsten von Bayrcn ist ze-
merckenn" etc. Sie beginnt mit der Einwanderung des Fürsten
Babarus aus Armenien (,,armey") nach der Sündlluth („syn-
flucht") in die von da an nach ihm Barbarin gcheifsenen
Lande, und endiget mit dem Jahre 1428. Von 508 an sind
den berichteten Thatsachcn Jahrzahlen vorgesetzt; doch
springt die Erzählung von 985 sofort auf das Jahr 1331,
oder eigentlich, da die niichsten vier Millheilungen nicht
streng chronologisch geordnet sind, auf das Jahr 1313
über, und es nimmt von da an die Darstellung eine mehr
locale Fiirhung an, indem nur mehr von solchen Ereignissen,
aber um so weitläufiger, gehandelt wird, welche unmittel-
bar oder mittelbar die Stadt Mühldorf seihst berührt haben,
wie dies z. ß. bei der berühmten Schlacht I.iidwigs IV. mit
Friedrich dem Schönen „zo dem Doriibcrg" (auf der Vehen-
wiese) 1323, hei der Fehde lÜMliof Orlolf» von Salzburg
mit Mühldorf 1331, bei den Kämpfen der bayerischen Her-
roge mit dem Bisthume und mit Oesterrcich 1352, 1364
u. ». w. der Fall gewesen ist. In dieser Beziehung ist da-
her die Chronik nicht ganz ohne Werth. Insbesondere ver-
dienen die zum J. 1364 gegebenen Notizen über die bei der
Belagerung Mühldorfs durch „die Herren von Bayren" ge-
hrnuchten Fcld>reschütze („handwerhen, chaczen, trcybende
schermen, burlTen, fewr pfeil, pyclissenn") beachtet zu wer-
den. Vom rechtshistorischen Standpunkte aus mögen noch
zwei Angaben der Chronik Erwähnung finden, nämlich ad
a. 651 : ,. vnd sab Dagowerlus den Bayren leges vnnderm
Babst Martino vnnde kayser Archadio" ; ad a. 978: _Die
zeit wurden vij ireseczt, die ein Röiuischen kiiuig solen er-
wellen, die Ainble«t des kayserlumbs liaysseut, drey kancz-
ler, der von Mayniz vber dewtsche land, der von Trier
vber franckrcich, der von kölcii vber ytaliam, jleni vier
weltlich fnrsten, der von Peham Schenck, der herczog vom
Rein, Drugksiifs, der herczog von Sachssenn Harnaschmaister,
der Marggraf von Brandenburg kamrer." Dafs auch diese
Chronik eine Abschrift der bei v. Kleinmayrn genannten
GrilPschcn sei, unterliegt wol keinem Zweifel, nur kann
natürlich hier nicht bestimmt werden, in wieweit der Copist
sich Abiinderungen und Auslassungen erlaubt habe.
Endlich die vierte und letzte Beilage (Bl. 21, 22) ist
eine, vermutblich officielle Zusammenstellung des wesent-
lichen Inhalts der zwischen Salzburg und Bayern 1414 —
1442 über die Grenzen des Mühldorfer Burgfriedens, die
Competenz des allda errichteten erzstiftiscben Halsgerichts,
Zollverbiillnisse u. s. w. abgeschlossenen Vertriije und Ver-
gleiche, von welchen v. Kleinmayrn, a.a.O. §.302, S. 415
ausführliche Meldung thut.
Die Beilagen 1, 2 und 4 scheinen sich in dem Salzbur-
ger Archivs -Codex nicht zu finden.
Eine genaue Beschreibung einer anderen Handschrift des
Mühldorfer Sladirei bis gibt auch v. Koch-Stern fei d in den
Beitriigen zur deutschen Liindcr-Kunde, Bd II, S. 102 — 107.
Ich verdanke diese Notiz einer gcfiilligen Mittlieilung des
Hrn. Professurs-Candidaten Jos. Zahn in Wien an die Ro-
daklion des Anzeigers.
Die AiiMKruhiiiiicen zu KÜMMeiibncli.
Bericht von Dr. Job. Müller, Conservator der Altcrthums-
samniluni; des german. Museums.
(>1il einem lilnlle lilhogniphierter AbliiMungrn.')
Es ist längst bekannt, dafs die s. g. fränkische Seh« eil
nicht nur in naturhistorischcr, sondern auch in ethnographi-
scher lliiisiclil mannigfaltige und für die NNissenschnft »ehr
Iteligions-
nnslHJtcn.
lloi(l«>ntl)uni.
379
Anzeicrer fiir KuihI»; iIit deutschen Vorzeil.
380
erhebliche Ausbeute uibl. üocli bei weitiin mehr ist dort
für die Nadirwissenschafl als für die Kult(jrffes(hichle bis
jelit gewonnen und fiir diese warten noch bedeutende und
vielversprechende Untersuchungen ihrer Erledigung. Ver-
einzelt ist allerdings früher bereits Manches unternommen.
Schon in den J. 1825 — 1828 stellte der Freiherr Hans von
und zu Aufsefs in der unmittelbaren ^ähe seiner .Stanim-
hurir, da, wo noch jetzt alte Ueberlicferunsen und Teufels-
brunnen und Teufelsbolz auf eine vnrdenkliche Kultur hin-
deuten , w issenschaftlich betriebene iSachforschungen an,
deren Resultate in den ,.Nachrichten über erolTnele Grab-
hügel bei Aufsefs" (Arch. f. Gesch. u. AK. des Ober-Main-
Kreises I, 3, S. 79 (f.) ausfiihrlich miliretlieiit sind. Ob-
wohl von vornherein 7.u erwarten stand, dafs nach der von
Bauern der dortigen Gegend längst geschehenen Abtragung
der Grabiiügel, wobei die werihvollsten. leider sofort ge-
winnsuchtig verhandelten Alterthümcr gefunden waren, eine
reichliche Ausbeute nicht mehr gewonnen werden konnte,
so war doch auch jetzt noch das Gesammtergebnifs fiir die
Wissenschaft keineswegs unwichtig.
Reicher noch als jene Gegend an .Andeutungen ältesten
Lebens ist die Umgebung von Ebermannstadt und Mu2gen-
(lorf: die Heidensladt, der Druidenberg, die zahlreichen
Hiililen mit den darin gefundenen Scherben und Kohlen-
lagern, auch jene Stelle, wo ein Hcidentempel gestanden
haben soll, sind vollwichtige Belege dafür, dafs bereits früh
in diesen Thälern sich Ansiedler regten. In der Wilzcnliuhle
zeigt man noch einen Opfcrallar; mag dies allerdings auf
hlofser Sage beruhen, so viel ist bestimmt, dafs man niilor
demselben eine graue, mit Triinimern von Urnen und Meii-
schengebeinen vermengte Erde fand, .\chnliche Urnenscher-
ben IrllTt man in der Scliiinsleinshöble. So waren diese
Hohlen, die er.--t in neueren Zeilen, meistens durch Zufall,
wieder entdeckt sind, bereits vor langen .lirhrliiinclerlen den
allen Bewohnern der jetzieen sogen friiiiliiscliiii Schweiz
bekannt und wurden von ihnen besucht und benutzt.
Diese Spuren, wie namentlich noch vorhandene Todten-
iicker, mufften in ncucrn Zeiten verdiente Aufmerksamkeit
auf sich ziehen. Bei .Mistelgaii begann man bereits in der
Mitte des vorigen .Jahrhunderts die Nachgrabungen und fand
anfscr Arm- und Ilalsringen, Spangen und llcflnadeln, auch
Stücke eines Gürtels von Bronce, wie er noch heutzutage
in jenen Gegenden hie und da gelragen wird. Auch auf der
s. g. Spicgcllcilen ölTnele man „Heidengriiber" und erhielt
ähnliche Funde wie dort. Dekan Haas untersuchte die
Graber bei Schcfslilz; ungefähr dreifsig andere entdeckte
man auf dem l.öhlitzer .\iiecr bei VVeischenfcIcl . inihrerc
liei Mistclliarb und iiiidc'i'.-v\ n . und bei Allirriiclui f i~t die
s. g. lleidenstadt mit ahnlichen llugelu. die bereits 1GS4
der Muggendorfer Pfarrer Maier erwiihnt.
Nach solchen Spuren und Vorgängen war es bestimmt
gerechtfertigt, wenn das germanische Museum auf die er-
haltene Nachricht, dafs zu Russenbacli, Landgerichts Eber-
mannstadt, einige Grabhügel gefunden seien, diese versuchs-
weise zu untersuchen und zu offnen beschlofs. Und um so
gerechtfertigter war die Erwartung einer interessanten Aus-
beute, als eine nur oberniichliche Untersuchung mehrere
eigenthiimliche Geirenstiinde ohne Mühe zu Tase gefördert
hatte. In der Mitte Oktober wurde unter der Aufsicht eines
Beamten des .Museums und iinti^r Beirath des Freih. v. Estorff,
als .Mitgliedes des Gelehrlenausschusses, die Oeffnung vor-
genommen. Russenbacli ist ein kleines Dorf; das Schlofs
darin, welches einer längst ausgestorbenen Familie den Na-
men n-iili, ist zerfallen. Die Grabhügel, die geolTnet wer-
den sollten, liegen vom Dorfe ungefähr einen Buchscnscliufs
westlich. Es waren ihrer vier, die man vorerst zu offnen
beschlofs. Der erste gab keine Ausbeute. Der zweite ent-
hielt in geringer Tiefe das einer Lanzenspitze ähnliche Eisen-
stück Nr. 2, sowie menschliche Zähne und Röhrenknochen.
Nach Entfernung der Erde stiefsen die Arbeiter auf einen
regelniäfsigcn Sleinhügel, der aus horizontal liegenden Stein-
platten und kegelförmig darauf gestellten Bruchsteinen be-
stand. Unter den Steinplatten befanden sich dann drei Urnen
mit Kohlen und ferner Stückchen Bronccdraht und hierunter
wiederum ein Scherbcnlager, das sich in einer Breite von
zwei Tufs von Süden nach Norden durch den Hügel zog.
In einem dritten lumulus fanden sich nur Scherben und
Knochen. Dagegen lieferte ein vierter eine ziemliche Aus-
beute an Gegenständen, die wir der Ucbersichtlichkeit wegen
hier zusammen mit den übrigen folgen lassen.
Was die Urnen hetrilTt, .-.o waren sie siinimllich in ihrem
Lager so zerdrückt, dafs aus den Scherben eine ganze zu-
sammenzusetzen nicht gelang. Doch liil'st .sich aus den Trüm-
mern wenigstens die ungefähre Komi, sowie Höhe und Weite
entiK'hnien. Nr. I, stark iiusgclKiiichl , Hohe 4' 6", Weile
7" !) ", Fufsboden im Durchmesser 2 9'; schwarzgrauer
Tlion. Von einer zweiten ist die Höhe unbestimmbar, grölVle
Weite des erhaltenenen Stuckes 6" 9'", Fufsboden 3" 7'";
Thon ebenso. Die dritte ist eben so wenig zu bestimmen;
obere Weite ungefähr 3" stark ausgebaucht; Thon ebenso.
Alle übrigen Trümmer von gleicher Masse, mit Ausnahme
eines Bruchstückes von ziegelrothcr Farbe. — Unter den
ausgegrabenen Gebeinen ist besonders ein Schädeihrurhstuck
zu beaihlen, von einer Dicke von 4", sowie ein sterker
Unterkiefer, Durchmesser 4" 7", worin noch vier «nhl-
erhallene Anten- und Backenzähne stecken.
381
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit
383-
An Eisensaclien fand sich ein Stiiclt, einer Lanzen-
spitze ahnlich, wahrscheinlich zu einer Gürtelschliefse ee-
hörig(Nr.2), wie oben bereits erwähnt ist; dasselbegleicht
dem im Berichte des Freih. v. Aufsefs abeebildeten. Ferner
ein Tragring mit einer Stange zum Einlassen des Riemens
(Nr. 3.)
Von den Broncesachen sind vier gröfsere Ringe
Nr. 4) zu bemerken, die je zwei aufeinander lagen. Eigen-
Ihümlich sind auf der Oberseite die warzenförmigen Höcker
der einen, während die andern schlicht sind, so dal's sie
gut auf einander passen. Sie sind mit grünem Aeruffo nohilis,
stellenw eise mit Grünspan überzogen. Durchmesser 4" 6'".
Ferner sechs kettenarlig ineinander gehiingte kleinere Rinire.
Aerugo nohilis hellgnin. Die Aufsenseite gekerbt. Liingen-
durchmesser 2" 6'", Br. 1" 9'" (Nr. 5). Zwei Fibeln aus
einem Drahtgewinde. Die Spiralwindiing läuft achtmal
herum, eine Verbindungsstangc fehlt, der Bügel geht unter
den Spiralen her, die Lippe für die Nadel ist bohrerförmig
gekerbt; die Nadel selbst abgebrochen, aber vorhanden;
Aerugo nohilis zum Tlicil ffrünspaiiartie (Nr. 6). Eine an-
dere Fibel mit dreimaliger Spirale, das llanptstück in der
Mille breit, nach den Enden zu sich verjüngend, auf der
Mitte mit fadenartigem Ornament, das Ganze blattförmig;
die untere ItunHung vorn mil kleinen Rauten verziert, an
dem hintern Theile die Lippe für die Nadel. L. 1" 2'".
Aeruff. nob. hellerün. (Nr. 7) Dann ein Oehr, vielleicht
für einen Haken, wahrscheinlicher der obere Theil (Kopf-
stück) einer Nadel. L. 7'" (Nr. 8). Aufserdem zahlreiche
kleinere Bruchstücke von Broncesachen, ans denen sich je-
doch ihre ursprüngliche Form und Bedeutung nicht mehr
ermitteln läfst. Schliefslich sind noch zwei Gegenstände
zu erwähnen : einmal ein s. g. Donnerkeil (Belemnil) aus
Brauneisenstein, L. 1" 9'" (Nr. 9), ferner ein Stück-
chen Stalaktit, wahrscheinlich aus den benachbarten Höhlen
stammend.
Fast zu cleicher Zeil, als die An>!rrabungen zu Rüssen-
barb vorgenommen wurden, ward dem Museum ein Geschenk
mit dem Broncegefäfs Nr. 10 gemacht. Dasselbe wurde in
der Nähe von Halle am Ravcnsl)crge zwischen 1840- — 1842
bei der Anlage eines Viciniihvcgcs gefunden Ausgufsrinne
und HenkelölTnuns, letztere nnl |iiiiiklierter Ornamenlili. sind
oben am Rande. Dieser ist umiresclilagcn, weilet sich nach
der HcnkclorfiMing bin und hat eine mittlere Breite von 3'".
Aerug. nob. hellgrün. Höhe 4", Weite 8" 2'". Bemer-
kenswerlh ist die innere vortrcITliche Verzinnung. Bekannt-
lich kommen vasa stannea schon bei den Römern vor, aber
auch die Verzinnung ward von ihnen angewendet, die nach
der Angabe des Pliniiis die Gallier crfiindin hüben Hierüber
s. Beckmann, Beitr. z. Gesch. d. Erfindungen, Bd. IV, S. 321 IT.,
besonders S. 363.
Zusatz.
Es ist unzweifelbafi, dafs vorchristliche Denkmale im
südlichen Deulschland sellener als im nordlichen vorkom-
nun. und es ist daher doppelt interessant, in Gebirgsgegen-
den Süddeutschlands Denkmale heidnischer Zeit aufzufinden
und zu untersuchen. Jene bei Russenbacli ") am südlichen
qucllenreichen Abbange der s. g. Siebenmci! befindliche
Gruppe von Erddenkmalen besieht aus 7 künstlichen Hügeln,
wovon sich bereits vier durch den Inhalt als Grabhügel
dokumentiert haben und die übrigen drei mit gröfsler Wahr-
scheinlichkeit für solche zu erachten sind. Zwei in unmit-
telbarer Nähe vorkommende Erderliöhungen sind zweifel-
haft. Die Lage der GruhliuKcl in der Nahe von Wasser ist
interessant als neuer Beleg für die Vorliebe der Heiden,
ihre Todleudenkmale gern in derartigen Gegenden zu er-
richten. Drei der Hügel haben vorzugsweise eine tumulus-
artige üufsere Construction, wogegen die vier andern ein
mehr natürliches Ansehen zeigen. „Das einer Lanzeuspilze
ähnliche EisenstUck" ist nach meiner Ansicht ein GUrtel-
haken, dessen gebogenes knopfförniiges Ende abgebrochen
ist (vgl. Estorfl, heidn. Alltb. Atlas Taf. IX, Nr. 1—4.} —
Die Form sämmtiicher aus den 4 angegrabenen Grabhügeln
enlhobenen ziemlich zahlreichen Gefäfse von schwarzer Farbe
isl Siels dieselbe, was nach meiner bisherigen Erfahrung
nicht oft vorkommt. Diese Gefäfse werden, da in sämml-
liclicu aufgedeckten Hügeln nur Skelette vorkommen, wohl
nicht zur Aufnahme verbrannter menschlicher Knochen
gedient liabcn, dagegen isl es möglich, dafs sie die ver-
brannten Eingeweide der Todlen enlbicllen. Denn dafs eine
Verbrennung von Gcgenslanden bei der Beisetzung stallfand,
beweist deutlich eine scli"orzc Masse, worin die Gefufse
stehen. — Der Tragring >on Eisen, wahrscheinlich ein
\\'an'enriiig, ist ganz idinlicli dem in meiirem Atlas Taf. X,
Nr. 31 abgebildeten, welcher von Brouce isl.
Freih. C. v. Estorf f.
*) Nach der Sage dortiger Bewohner isl dieses Worl aus
Ricscnbacli enislanden, indem in fruhosler Zeil dorl
Riesen gewolinl biillin.
\otizrii iilit-r Eli*'linr<K<Tirli«r.
Von Dr. Julius S 1 u ud i iii; i- r iii ( .idoi/liurg.
(Schlufs.)
Von rrivatrechtsangclegcnhcitcn kamen im Ehcgerichle
nicht iillcin Sachen der streitigen, sondern, «le sich zwar
SlnllU-
HtlKUllen.
O »riebt*.
383 Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 384
nicht aus den Gerichtsorduungeii , wohl eher aus deu vor- „der Gerichts Knecht Ihme zum Pfandt Vcrhulireii hat, su
haiideuen Excerpten des Rofsslaller Geriihtsbuchs ergibt, „solle der Cliiger das Prnndt von Stunden dem Richter brin-
auch solche der freiwilligen Geriibtsharkcil: Vertragsab- n&s" > ^^ *""* '^^^ Richter nach zweyen geschwohrncn
Schlüsse, Erb- und Vormundschaflsangelegenheiten , vor. „schickhen und Ihine das Verkünden, und also mögen Sie
l'eber eigentliche Rechtsstreite finde ich mehrfache Restim- „wohl ein Viertel Wein trincklien, Darnach solle dasselbe
muugen. Unter 30 Pfennigen sollte Niemand verklagt wer- „Pfandt bey dem Richter Vierzehen tage wartten, ob jener
den. In diesem Falle schalTle der Büttel Recht; war niim- „das lösen wolle, und so Er das nicht in den Vierzehen
lieh der Beklagte „der Schuld im laugnen, so mag der Ge- „tagen gelost halt, so solle der Kliiger hienach öffentlich
ricbtsknecht dem der laugnct, ein Eydt uff dem Irisch „Vor Gericht aulfbiethen , loßet dann jener, defi das Pfand
Scheiblein („dritt SchauM" — „triltschoufelein") *) geben „ist, das soll scyn, loset ers aber nicht, so solle der Kläger
zu schwubren, bekennt er aber der Schulden, so soll ihm „denn Gerichts Knecht das Pfandl, al|i einem Unter Kaulfel
der Knecht Pfandt nehmen, und dem man schuldig ist, das- „zu Kauffen geben, der solle das auch Vierzehcnlag hallen
selbig Pfandt iiherantwortten und geben, so mag derselbig „ohne Schaden, und inn den vierzehen tag, soll der Knecht
solchs Pfandt über 14 Tag um sein Schuld versetzen und „das Pfandl dem eigen Herrn anbieten, Will ers dann losen,
verkauffen mit wißen des vogis." (Lgz. StB.) — „so solle man jenem Vierzehen tage losung dingen, und
„Warunib Einer dem andern zuspricht, es scy Viel oder „solle Ihme das zu wijScn Ihun, So aber der aigen Herr
wenig waji unib Schuldl ist, und besonders umb Ilaupiguth, „das l'fandt nicht löset, so solle dem Clager der Knecht
da mag Einer mit sein selbst liandl wohl fürkomnien, mit „das Pfandt wiedergeben, derselbe mag dann das Pfand
recht und nicht umb Schaden, Es sey dann das llanptgulh „umb sein Geld Versezen, oder gar Verkauffen, wo Er mag,
gar bezahlet, so mag Er Ihme wohl zusprechen, mit recht umb „es sey bey Juden oder Crislen vnd solle jenem Vierzehen
den Schaden und mag Ihme den Schaden hieheim geben, «tage losung dingen und solle Ihme das Verkünden, ob Er
AIIso Viel und nicht mehr, wohl mynder, dann Er genandt „das lösen wolle oder nicht, liiset Er dann das Pfand Vor-
halt." (Rofssl. EGO.) „stehen, so ist Ihme der Kläger oder Pfändler nichts darumb
Blieb der Beklagte auf ein ergangenes Vorbot aus und „schuldig. Wer mit einem ejJenden Pfandl, al|5 PfcrdI,
gab keine Antwort, so erfolgte unter Verhängung einer Bufse „Kühe elc. solle der Pfänder jenem übernächtig ohne Scha-
eine zweite und dritte Ladung je über 14 Tage und, wenn „den hallen, hinnach mag Er daßelbig, wann es jener nicht
auch die letzte vergeblich war, nach weiteren 14 Tagen „löset, umb sein Geldt Versezen, oder Verkauffen, und solle
Hülfsvorslreckung. Betrieb der Kläger eine angebrachte „jenem Zu Wißen Ihiin, ob Ers losen wolle, der Pfändter
Klage Jahr und Tag lang nicht, so gieng er der Klage ver- „solle Ihme Vierzehen tag losung dingen , läßt er dann
lustig. Beweis- und Saclifalligkeit halte für ihn eine Bufse „Verstehen, so sey Ihme der Kläger nichts schuldig."
von 8 IE r.nr Folge, „llcm wenn ein Bürger von Schul- Ganz ähnliche aber kürzer gefafsle Bestimmungen finden
„den wegen aus dem Gericht entweicht, so niügen sich Seine sich im Lang. StB. Hier steht auch folgende eigenlhnmliche
„Geldter mit dem Rechten al(5 deß seinen unterwinden, doch Vorschrift: „So Einer oder mehr schuldig wären und nicht
„müssen Sie nehmen sein laugnen oder Verjahen, waß Er „zu bezahlen hätten und sunst auch niemand andern nichts
„Ihme schuldig bleibt und das mag er zu dem hcyligen be- „zu gebiui vermöchten und Könnt solches bey seinen gc-
„balten, ob Er will und die geldter nicht.'' (Rofssl. EGO.) „lehrten Eyd erhallen, derselbig soll nach dreyen 14 Tagen
Heber die Hülfsvollslreckung finden sich besonders in „sich der Statt oder Fleckens enläufsern und enthalten, es
der Rofssl. EGO genaue Bestimmungen: „Item wann Einer „wäre dann Sach, dafs er sich mit seinen Schuldigern sezt,
„auff den andern nach clage mit gericht erfolget, dafs n)an „dafs er ihn Bleiben liefs, so aber keine Sazung geschehe,
„Ihme Pfandt zugeben Verhelffen mufs, Es wäre Plündern, „und sich also der Stall oder Fleckens enthielt, darnach
„Kleyder, Spann oder anderes, das nicht essendlc Pfandt „über Kurz oder lang so sie von ihren Schuldigem belret-
„wSren , so solle derselbe das Pfandl also hallen. Wenn „ton möchten werden, und ihre Schuld bey ihnen erlangten
„und ein schonen, dafs soll ihnen auch vergönnt seyn."
*) Vgl. Zeitschr. (. d. d. .Mundarten, III, 344. IV, 346. V, 370. (Mit einer Beilage.)
Ver»ntwortlirhi' Rrdarllon; I)r, Freih. v. n. r. \ufsc>». Dr. A. v. Eye. Dr. G, K. Frommnnn.
Druck Ton Fr. Campe * Sohn in NUmberg.
BEILAGE ZI M ANZEIGE» F\\\ IvLXüE l)EI{ l)ELT8tllE\ VOHZEIT
1858. J\^ 11. \ov('Uibpr.
Cliroiiik des i^crmauisdieii Museums.
Endlich sind auch die letzten Räume der K.'irthausi- , die
seither noch das k. Militär innehatte, am 23. Oklolier ^oll-
slandig eeräumt und übergeben worden, so dafs nun das (jor-
manisclie Museum sein ganzes ausgedehntes Eigenthuin zur
freien Verfügung hat. Die zuletzt ül)crgi-bcnen (7cb:(udr be-
stehen aus der grofsen, 148 Schuh hingen Kirche iin edlen deut-
schen Stile des 14. Jahrhunderts, mit einer Doppelkaiiellc und
einem daran stofsenden zwcislückigen Kebengebaude, alles im
Aeussern wohl erhalten, aus Sandstein-Quadern erbauet ; dazu
noch ein im Hofe stehendes Gebäude, bisherige Militiirschmiede.
Letztere Gebiiude werden zu Ateliers und Werkstätten , ein
Theil zur Ausstellung der Erzeugnisse der Gypsgiefserei be-
nützt. Die Doppelkapelle ist zur .Aulnahme kleinerer kirch-
licher Gegenstände und liturgischer Gerathe, die Kirche selbst
aber für gröfsere Gegenstände der Kunst und des christlichen
Allcrthums, Kopieen auf Leinen-Kartons von alten Wand- und
Glasmalereien, Gypsabgüsse grofser monumentaler Skulpturen,
Hochgraber, Brunnen, Thore, Tabernakel u. s. w. bestininil.
Bevor aber das Gebäude sich liiezu eignet, ist im Innern des-
selben eine gründliche Restauration der Kenster, Wände und
des Fufäbüdens vorzunehmen , mit der denn auch bereits vor-
geschritten wird und deren Kosten von ;iO0O fl. rhu. oder 1714
Thalern durch Nalionalheiträge gedeckt werden sollen,
wozu ein besonderer Aufruf erlassen ist, den Gott segnen wolle.
Als erfreuliches Zeichen fortgehender Anerkennung und
Theilnahme können wir melden, dafs die beiden städti-
schen Collegien zu Mirnberg, Magistrat und Gemeindebe-
vollmächtigte, einstimmig den Bescblufs gefafst bähen, dem
Museum einen jahrlichen Beilrag von 200 11. zü gewahren.
Auch hat die Stadt Zittau einen Beitrag von 10 Thir. , die
Stadt Cannstadt einen von 5 II. jahrlich zugesichert. Von
zahlreichen Privaten, welche dem Museum neuerdings Jahres-
beiträge zusicherten, heben wir Herrn Grafen Wladimir
Mittrowsky in Btünn mit 10 II. Beitrag heraus.
Eine sehr erhebliche Vermehrung gieng in diesem .Monate
der .Münzsammlung des gerni. Museums zu. Hr. Ralh Dr. Eiseii-
mengcr in Kirchberg a. d. Jagst gedachte durchl diese Schenkung
von ungcPähr 1500 Stück Gold-, Silber- und Kupfermünzen
das Andenken seines früh verstorbenen Sohnes zu ehren. In-
dem er, aus Pietät die Bestrebungen desselben achtend, das
von ihm liebevoll zusammengebrachte Gut einem Institute ein-
verleibte, durch welches es den weitesten Kreisen zur lehr-
reichen Benützung geboten wirdj setzte er ihm gewifs das
beste Denkmal.
Unter den iibrigen Geschenken für die Altcrlhtimssamni-
lungen nehmen die beiden von Herrn v. Schwarz auf lli'nfen-
fcld gesc4ienktcn Eiscngcschü tzc "auf Or iginalla f fe tten
aus der Mitte des 15. Jahrhunderts wohl den ersten Rang ein.
Unter .Mitwirkung des Kreiherrn von Estorff auf Jagers-
burg hat das .Museum untt^rnommen, die durch Gute des Buch-
druckereibesitzers Hrn. TOnimel zu Aürnbcrg angezeigten und er-
probten Heidengraber bei Rüssenbach in Uberfranken zu unter-
suchen. Einstweilen legten wir oben im Anzeiger Kr. 11
Sp. 378 If. die Resultate der Nachgrabungen vor und bitten um
allcnfallsigc Bemerkungen Sachkundiger darüber, da im Früh-
jahr die Arbeit forlgesetzt werden dürfte, wenn die Resultate
als lülincnd zu erachten sind.
Zum Beweise des wachsenden Vertrauens, dessen sich
das Museum auch in der Ferne zu erfreuen hat, mag hier
angeführt werden, dafs auf Wunsch des Herrn Stadtarchivars
Schneller zu Luzern, als Vorstandes des historischen Vereins
daselbst, das Museum den Vorstand seiner Kunst- und Alter-
thumssanimlungen , Hrn. Dr. A. v. Eye, absendete um an Ort
und Stelle über die Restauration der in der dasigen Still.^kirche
belindlichen .Mtäre ein Gutachten abzugeben. Letzteres wurde
sofort nach geschehener Untersuchung von dem Beauftragten
ausgearbeitet und nebst Kostenanschlag den Betheiligten vom
Museum zugesandt. Aufser den Anfragen über Kunst- und
Altertbumsgegenstände mehren sich in neuerer Zeit auch die
historischen und Rechtsfragen und erwachsen zu einer immer
grofsern Bedeulendhcit.
Zu den friilicr schon beigetretenen B u ebb a n d hi ngen ist
hinzugekommen :
36). Jac. Schorner, BuchhdI. in Straubing.
Neue Agenturen wurden errichtet in Höchst, Linz,
überndorf a. N., Rottweil, S ch wa rzenbach a. d. S.
Für nachstehende Geschenke haben wir verbindlichst zu
danken :
I. Für das Archiv.
Dr. Märcker, k. pr. geh. Archivrath, zu Berlin:
1060. Zcugnifs des Ritters Friedrieh v. Aufsefs über das bain-
bergische Geleile von Hollfeldt aus. 1413. N. Pap.Abschr.
Dr. Löhner, Inspcctor, zu Nürnberg:
1061. Tc^lament des Untergerichtschreibers Daniel hronuuer
zu Nürnberg. 1765. Gleichz. Pap.-Abschr.
II. Für die Bibliothek.
Dr. A. L. Warnkönig, geh. Ildfralb und Professor, in
Stuttgart:
6215. Seances et travaux de TAcademie des scienccs morales
et politiques. T. 7—28, T. 29. Aoflt et Sept., T. 30,
Nov. elDec, T. 31— 36, T. 37, Juillet, T.38-41, T. 12.
Nov. et Dec, T. 43—45. 1845—58. 8.
Frau KL Geith in Nürnberg:
6216. Hie hebt sich an von den wassern die man breul aut
den kreuttein etc. Pap.-Ildschr. 16 Blltr. 1549. kl. H.
387
Arizoiffer fiir Kunde der ileulsclii'ii N'urzcit.
388
Dr. K. W^agner, OluTiUidunriilli, in Unnnstadt:
6217. Dcrs., pnet. Gesch. der Deiilsihi-ri. 4. Aufl. 1858. 8.
6218. Derä., ülier Gustav Adolf Jim Rhein. 18 Jf). 8.
6219. Slalii sylvaruni lihri qvinqve, Thehaidos lihri dvodecim,
Achilleillos dvo. Venet., aed. Aldi, 1502. 8.
Gustav Grote, Buch-, Kunst- u. i^lusikhdl. in Hamm:
6220. G. Vincke, Sagen und Bilder aus Westfalen. 2. .Xud.
Comite Flamand de France in Dunkirc hen:
6221. Dass , Bulletin, ^r. 10. 185H. 8.
Ein Ungenannter in Nürnherg:
6222. UnlcrsucliiiDi; der Krage: Ol) I.ollc ein Feldgülze der
Kranken gewesen. 1769. 4.
6223. WarhalTtiser vnd erschrecklicher .\nirrhur ,zu Leiptzig
ctr, I.i93. 4.
Dr. Mayer, prakl. Arzt, in Oberndorf a. N.:
6224. Besrhreib. u. Gesch. einiger Städte des Wirtemhcrg'schcn
Olurlandcs u. Schuarzwaldes. 1.— 6. Flft. 1835-36. 8.
Dr. K. A. Barack, Bihliothck-.Sekretär am germ. iMuseum :
6225. Verzeichn. d. altdeutschen Schnilzwerke u. Jlalereicn in
d. St. Lorenzkapelle zu liollweil. 1857. 8.
6226. II. liuckgaher, Nachrichten üli. d. (Jyninas. n. d. Real-
schule in Rollwcil. 1858. 4.
KrÜU'scIie l'niv.-Bnchh. in Landshnt:
6227. J. .M. Sölll, d. frommen u. milden Stiftungen der VAil-
telshacher. 1858. 8.
6228. Joh. Gistel, .Münchshöfen in Kiederbayern. 0. J. 8.
W. Tiimmel, Buchdruckereibesitzer, in Nürnberg:
6229. L. A. \V. .Varx, Gesch. d. Reichsstadt Nürnberg. 1856. 8.
Feuerer, Lehrer, in Nürnberg:
623(1. .>. H.ias. d. allen Grabhiigel bei Schefslitz. 1829. 8.
Alb. FÖrderreuther, Kaufmann, in Kiirnberg:
6231. Joh. Wild, neue Reysheschrcibung eines Gefangenen
Chrislon. 1623. 4.
F.E.C Leuckart, Ruch-, Musik- u. LandkhdI. in Breslau:
6232. \\ . A. .Mozart, L)on Juan, iiberlragen nebst Bemerk, von
W. Viol. 1858. 8.
Friesische Gesellsch. f. Geschichts-, Alterthums-
U. Sprachkunde in Leenwardin:
6233. Dies., de vrije Kries. 1.— 6. Decl. 1839-53. 8.
6234. Dies., oude Friesche wetten. 1. u. 2. Dcel. 1846—51. 8.
6235. Kriesch Jierhoeckjen. 2.— 6. Jahrg. 1830—35. kl. 8.
6236. Worperi Taborilae Chronicon Krisiae. 1. — 4. i5uch.
1847 u. .50. 8.
6237. Fred, van Vervov, enigc gcdenckvveerdigc Gcschiedeniss
en hesehrcven. 1841. 8.
6238. P. Rixiel, Proeliarins of Slrijbock. 1855. 8.
6239. Verslagcn van hei Kriesch Genuotschap. 1828—41. 4.
ViTslag, I.5., 16., 18., 20.-29. 1843—57. 8.
6240. Die ülde Kreesche Cronike. 1853. 4.
6241. Üouwama, Janckü, Geschriften. 1849. 4.
Allgem. geschichtsforschende Gesellschaft dir
Scbwri/. :
6242. Dies., Archiv, 12. Bd. 1858. 8.
6243. Histor. Zeitung. Register lu 1853 u. 54. 0. J. 8.
qu. i.
Direktor d. publicist. Bureaus in \A ies-
Bauer Sc Raspe, Verlagsbiuhb. (Jul. .Merz), in Nürnberg:
6244. Ziilschr. f. deutsche Kullnrgcsch. herausg. v. Joh. Müller
u. Joh. K.ilke. 1858. Sept. 8.
Dr. G. Schmitt, prakt. Arzt, in Zeililzhcim:
6245. S. Siryk, examen juris feudalis. 1739. kl. 8.
6246. Les fahles * la vie d'Esopc. 1651. 8.
C. Otto, Geliülfe am gerni. .Museum:
6247. J. II. W(df, Ludwig I., Konig v. Bayern. IS41. er. 4.
E. F. Mooyer in .Alinden:
6248. Ders., d. vormalige Grafschaft Schaumliurg. 1858. 8.
6249. F. Schiern's Ueliersicht d. .\uswanderungen d. Normannen
nach Italien, übers, v. E. F. Mooyer. 1851. 4.
6250. J. A. Crusius, jus slatularium rei puhl. .Mindensis. 1674. 4.
6251. H. F. V. Dicz.Denkwürdigk.v. Asien. 2Tble. 1811—15. 8.
6252. Jochnius, d. Syrische Krieg. 1856. 8.
Hist. Verein für Krain in Laibach:
6253. Ders., .Milllieilunaen. Register zu 1857 u. Mai n. Juni.
18.")8. 4
Münz, Zeichner am sennan, Museum:
6254. Tob Majer, mathem. Atlas. 0. J.
Dr. Roh. Haas .
baden :
6255. Centralblatt d. deutschen Chur- u. ßadelebens. Nr. 20
u. 21. 18.58. 4.
Dr. Lust, k. .\dvokat, in Straubing:
6256. G. Kolb, Gesch. d. llnlerrichts- Anstallen in Slraul>ing.
1858. 8.
Mich. Wieland, Kaplan, in Würzburg:
6257. Ders. , Rötlingen. Ein Beitrag z. Gesch. dieser frank.
Landstadt. 1858. 8.
Ph. Körber, Cantor, in Wohrd:
6258. Bruchstücke einer Chronik v. Nürnberg. Pap. -Hdschr.
17. Jahrb. 2.
C. H. Beck'sclie Buchhdl. in Nordlingen :
6259. Die deulschen Mundarten. Ilrsgeg. v. G. K. Frommann.
5. Jahrg. 3. Hfl. 1858. 8.
Gesammtverein d. deutschen Gesch. u. Alterth.-
Vereine m Hannover:
6260. Dcrs., (.'orrespondcnz-Blatl. Sept. 1858. 4.
Ottmar Schönhuth, Pfarrer, in Edelfingen:
6261. Dir.s., Historie von Ueineke dem Kucbs. 1858. 8.
6262. Götz V. Berlichingen, Leben, hersg. v. 0. Schünhuth.
2. Ann. 18.59. 8.
Meyer <fc Zelle. Verlagslunbh. in Zmuh:
6263. J. H. Ildlebrand, deutsche Recblssprichwi.rlcr. 1858. 8.
6264. Orendcl u. Bride, berjig. v. L. Etimiiller. 1858. 8.
6265. G. v. Wyfs, üb. d. Gesch. d. drei Lander l'ri, Schwyz
u. Unterwaiden. 1858. 8.
6266. E. Oscnbrüggen, deutsche Rechtsnlierlhiiini-r ans der
Schweiz. 1. Hfl. 1858. 8.
J. Schneller, .\rcliivar, in Luzern:
6267. (Ders.), die 200jahr. Feier der Einweihung d. Stifts- u.
Pfarrkirche in Lucern. 1844. 8.
389
Anzeiger für Kiimle der (icutsolien Vorzeit.
390
T. Gar, SihiIi- BiMiothokar, in Tricnl:
6268. DiTS., bililiolheca Trenlina. Disp. 1—6. 185«. 8.
Dr. C. A. Pescheck, Archidiakonus, in Zittau :
6269. DiTS., Siiroiihiria hK.viipolilana. Pap.-Hilsclir. 185H. 4.
6270. Hers. , Aaclilrage lu in. Literatur der Olitrlausilzer.
.Mtcrlhümer. Pap.-Ild>clir. 1858. 4
Fr. Schreiber, Antiquar, in i\urnborg:
6271. Th. \aogeorgus, Paniniacliius, Bruchsl e. Ueliersttzung.
fO. 0. u. J.) 8.
6272 Rrurhsl.irk c. Katicliisnius 8 Ulllr. 0. 0. u. J. Hi.
Dr. Ed. Krömecke in Warburg;
6273. Dtrs., d. Grali-n von Dorliiiund. 1858. 8.
6274. W. E. Gibfers, d. Gelafs 1. d. hl. Oele aus d. AlLstadler
Kirclie zu Warburg. 1854. 8. 2 Ex.
Mohr, I)ivi?ion.svilrriniirarzt , in IViirnbrrg:
6275. Jac. Tbeodorns labernaenionlanus , Kathsrblag, >> ie der
jetzigen Pestilentzischcn Seucht . . . vorkommen soll.
1587. 8.
6276. Slatlb. Sebizius, berichl, rabl vnd liillT wider d. l'esti-
lentzischc Kraniklieil. 1586. 8.
6277. Jac. Sauler, Bericht, Was die jenigen, die Leibesgebre-
chen an jlinen befinden , dem .Artzt . . entbieten sollen.
1586. 8.
G. Braun'.sche llolbuchh. in Karlsruhe:
627>>. Zcitschr. t. d. Geschiclile des Oberrheins. Hersg. v. J.
K. J. .Mone. X. Bd. 1. Hit. 185-(. 8.
Gerstenberg'scbe Buobb. in llildesbeim :
6279. 11. A. Lünlzel, Gesch. d. Uiücesc u. Stadt Hildesheim.
6.-13. Hfl. 1858. 8.
Trowitzsch <fc Sohn, Holbuchdruckerei in Frankfurt a. 0.:
62-0. .Monal.-isclirirt f. dcutsrbi-.< Sliidte- u. Gemeindt'vvesen,
hersgeg. V. A. Piper, Jahrg. IV. Hfl. 10. 18.58. 8.
Polytechnischer Verein in \Mirzburg :
6281. D.rs., Wo. hens.hrilt. I\r. 36—39. 1858. 8.
W. Violet, Buchhdl. in Leipzig:
62«2. W. >;rhnb(Tl. 1). Johann Daniel KIngr. 1848. 8.
Gesellschaft f. nützliche Forschungen zu Trier:
6283. Dies., Jahresbericht v. J. 1857. 1858. gr. 4.
Soci6t6 archöologique de Aamur:
6281. Dies., Annali-s. T. rinciuieme. 2. n. 3. Livr. 1857— .58.
8. mit Rapport.
K. k. Centralcommission z. Erforschung u. Er-
haltung d. Baudenkmale >n Wien:
6285. Dies., Mitlhcilungcn. KediicUur: h. Weil's. III. Jahrg.
Sepl. 1858. gr. f.
Hahn'sibe Hofbuchhandlung in Hannover:
62H6. J. Ch. A. Hcyse's Fremdwörterbuch. 12. Aufl. hersg.
v. C. A. F. Mahn. 1. Lfg. 1859. 8.
Du Mont-Schaubergschc Rnchh. in K<dn:
6287. Organ f. ilinsll. Kunst, br.sg. n redig. v. Kr. Baudn,
>r. 19 u. 2(t. 1858. 4.
Redaktion d. numismat. Zeitung in Weifsensec :
62^^. Dies., miniisinal. Zeitung, Ar. 17—19. 1858. 4.
Dr. E. Förstemann, Bibliothekar ii. Lehrer am Lyceum
zu Wernigerode:
6289. Ders., alldc iilsch.-s nanienbuch. H. Bd C. Lfg. 1858. 4,
C. A. Händel, Verlagsbuchh. in Leipzig :
6290. Deutschland. Galerie pittoresker Ansichten. 1. — 51. Lfg.
1856—58. 4.
J. E. Ritter v. Koch- Sternfeld in Tittmonning:
6291. Ders., Biylrüge z. tculsrluii Lander-, Volker-. Sitli-n-
u. Staaten-Kunde. 1. u. 2. Bd. 1825 u. 26. 8.
6292. Ders., Grundlinien z. allgem. Staatskundc. 1826. 8.
6293. Ders., üb. d. Standpunkt d. Staalskunde. 1827. 8.
6294. Ders., das Pradialprinzip. 1833. 8.
6295. Ders., d. leutschen, insbes. d. bayer. u. oslerr. Salz-
werke. 1836. 8.
6296. Ders., Rhapsodien aus d. norisrhen .Mpcji. 1843. 8.
6297. Ders., Betrachtungen iib. d. Gesch. 1841. 4.
629S. Das geograph. Element im Welthandel. 1843. 8.
6299. üebcr d. Urkatastcr d. Künigr. Bayern. 1828. 8.
Dr. H. Meyer in Zürich :
6300. Ders., die Ortsnamen des Kantons Zürich. 1848. 4.
Vandenhoeck & Ruprecht, Verlagsbuchh. in Göltingeo :
6301. G Schinidl, bililiolheca historico-geographica. G. Jahrg.
1. Hfl. 1858. 8.
Falcke & Röfsler, Verlagshandl. in Leipzig:
6302. E. \\ ellcr, die falschen u. lingirten Druckortc. Deutscher
u. latein. Theil. 1858. 8.
K. k. Gelehrten -Gesellschaft in Krakau:
6303. Dies., liocznik lnwarzyshva naiikowcgo z uni\\ ersytelem
Jagiellonskim. üddzialu sluk i archeologu zeszyt I, II.
1851-52, u. T. I. 1858. 8. Mit Atlas. 2.
6304. Statuten. 1856. 8.
L'Institut historique in Paris:
6305. Dass., linvcsimau nr T. VHI. 3. Ser. 285 u. 286.
livrais. 1858. 8.
K. Gesellschaft der Wissenschaften m Güttinscn:
6306. \\. \\ allciibach, Dciilsililands (■cschichlsc|ucllen. 1858. 8.
Geschichts- u. alterthumsforschende Gesellschaft
in ..Mlciiliiirg :
6307. Dies., Mittheil. IV. Bd., 4, Heft. 1858. 8.
Buchner'sche Bnchhandluiig in Bamberg:
630^. I'. Iiorbcr. illuslr. Frcmdcnfiihrcr durch die trankischi-
Schweiz. (1858.) h
6309. G. K. Heinisch, Geschichte Bayerns. 2. Aufl. i858. 8.
Alterthumsverein m Lüneburg:
tiilU. Ders., die Alicrlhniiicr der Stadt Lüneburg. 4. Lief.
IS57. 2.
Fr Hurter'sche Buchhanill. in Schanhausen :
6311. h. Ilicmer, die Einführung des Christcnibuiiis in den
deutschen Landen. 4. ThI. 1858. 8.
Ein Ungenannter m ftnmbcrg:
6312. Eiius llahis der Mall .Viigspurg der Gczicrd >nil hley-
dungen halben auffgeriehlu PoliceyordnnUR. iri8.'. 2.
V. SebuB, k. Iiiiyr. Hniiplninnn, in .Nürnberg:
6313. Münz ndat d. Ilalhs der Stadt Aürnliern v. J. 1686. qu. 2.
391
Anzeiger für Kunde der deulschen Vorzeit.
392
QeOTg Muck, Pfarrer, in Hcilsliroiin :
6314. DiTs. , Beiträge zur Geschichte von Kloster Heilsbronn.
1i:>9. «.
J. Hach, Doirivicar, in Gcisfiiheini :i. I(h.:
6315. Uers., reliquairc byranlin de Linilii)ur(j-sur-l.alin. 1858.
.T. 4. 2 Ex.
Bauer & Raspe, BuchhdI. (Jul. Merz), in Niirnbcrg:
6316. Zeilschrifl fiir deutsche Kullurgcschichte. Herausg. v.
Joh. Müller u. Job. Kalke. Oklobcrhefl. 1858. 8.
J. B. Metzler'scbe Binbhdl. in Sliiltgarl:
6317. C.rnianir,. Ileraii.s!;. v. F. FfeiBTer. III. Jahrg. 3. Hft.
I85H. N.
Sev. Müller, .\rchivsl)ianilcr am gernian. Museum:
6318. Bihlia (sng. Churfürslunhibclj. 1693. 2.
C. H. Beck'sche Bucbhandl. in INördlingen :
63I'J. C. BcikiT, die bifliiniscben Reformatoren. 1858. 8.
6320. AbnTs des deutschen Miinzwesens. 1837. 8.
63>1. Dil- Hiilkniftc des kalten Wassers. 1839. 12.
Ein Unbekannter:
632Ü. Killtr-,\iimin der Ritlerkapclle zu Hafsfurt. 1858. 8.
Dr. Eisenmenger, Rath, in Kirchberg u. d. J.:
6323. L. W. Iloffinnnn, .Miinzschliissel. 1692. 4.
6324. Das l.and^erderblicbe .Miinlz- Wesen. 1690. 4.
6325. J. Sibniiulier, new Wapcnbiicb. 1605—9. qu. 4.
6326. J. Appel, Münzen u. Medaillen. 4. Bds. 2. Abtb. 1829. 8.
III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung. *)
Beda Franz, Slndlpfleger, in Itottweil:
2566. 2 Kiipferjelons und 1 llupferiiiünze v. 16. Jhdt.
2567. 2 kleine .Silliennüiizen v. 17. Jhdt.
A. Gutheinz, Kecblskonsulent, in Oberndorf a. N.:
256>*. Ti l'iipii r- und Lacksicgel älterer und neuerer Zeit.
Dr. H. Holland in .München ;
2569. Zeichen der Brüderschaft vorn heil. Michael, von Bronce.
2570. Karte des Amtes Ilcrsbruck, von I*. Pfintzing. 1596.
2571. 10 Karlen vom 18. Jhdt.
2572. Kelzersinnimbaum, Kpfrstcb. v. 17. Jhdt.
2572 a. Ansicht aus Nürnberg^u. Porträt des G. Ott, Kpfrstche
Dr. Staudinger in Kadolzburg:
2.')73. Biidisihe .Sdlieriiuinze v. 1637.
Dr. B^yerlacher, prakl. Arzt, in Nürnberg:
2574. 3 Thonperlen, ausj;egrahen b Medingen, Kgrch. Hannover.
2574 a. I'i.rlral Kr. Napoleons I., Kpfstcb.
2575. 8 romische Kupfermünzen.
2576. Broncemedaille auf die Schlacht bei Friedberg.
Chr. Braunstein am germ. Museum:
2'>77. HiirL'-r.illi.h mirnbcrg. Silbermünze v. 14. Jhdt.
Ein Ungenannter in Nürnberg:
2578. AliluMiini; d.-r soccn. faul, n Mette, einer Kanone zu
Brannschweijj; Kpfslch.
•) Barlchtlfcung. Bei Nr. 8562 ll<» Kopferatlchtu lUtt Kupfer-
mQnxeo.
2578 a. Ahnenprobp des Magnus Dilherr, Wsssernialerei vom
17. Jhdt.
Ign. Fr. Keiblinger, .'^liriskapilular u. k. k. em. Professor,
in Milk:
2579. Wappen der .\elite Thomas und l'rban II. von Melk,
Kpfrstche.
C. Frhr. V. Reitzenstein z. Z. m .München:
2580. BroncespaniTc ans einem (irabe bei Reichenhall.
2581. 8 Heilige, Ilolzschnille von Chr. v. Sichem.
C. F. Westermann in Bielefeld:
2582. Verzinntes Bruncegefafs mit altgerm. Verzierungen, aus-
gegraben am Ravensberge.
2583. Broncener Doppeladler von einem Kronleuchter des
16. Jhdts.
2584. Aslrolo^'. Medaille v. 16. Jhdt.
Dr. G. Schmitt, prakl. Arzt, in Zeililzheim:
2585. 2 Lackabdrücke eines alten Sicgelstockes.
Mauch, Obcrrenlanilinann, in Gaildorf:
2586. I.ai kaliilrüi ke zweier Siegel v. 14. Jhdt.
2587. Zeichnung eines Pokals v. 16. Jhdt.
2588. 2 Blätter mit Darstellung des grofscn Brandes zu lieut-
lingen im Jahre 1726, Kpfrstch.
2589. VVirlhskarte vom Gasthof „zum Bitlerbolz^ zu Nürnberg,
«pfrslcb. v. 18. Jhill.
A. Zemsch, Privatier, in Bamberg:
2590. R.ibinpli-nnig v. 16. Jhdt.
T. A. C Prestel, Kunsthändler, in Frankfurt a. M. :
2ri91 Kupferstich vom Meister B. S.
2.")9I a Portrait der A. Tiraquellus, Holzschn. v. J. Amman.
2ö9! b. Ein Blatt ans J. Ammans Wappenbuch. N. Abdr.
2591 c. Ilandziii hnnngsiniitalion v. J. T. Prestel nach einem
nlldeiitsihen Meister.
S. Handschuch, .Stud. med., in Erlangen:
2592. Prospekt des' Dorfes Kraflshof, Kpfrstch.
Fr. Bell, I. Staatsarchivar, in I.uzern :
2593. Laikabdruck des im Staatsarchiv zu Luzern aufbewahr-
ten goldnen Sicgelstockes H. Karls des Kühnen.
C- Becker, k. preufs. Steuerinspektor, in Würzburg:
2594. 4 llan.l/.cicbnungen v. 15. u. 17. Jhdt.
2595. Ansicht von Pnssau, Stahlstich.
2596. S Blätter mit Abbildungen aller Geräihe, Steindruck.
Mohr, Divisionsvelerinärarzt, in Nürnberg:
2597. Silbermedaille auf die Grimdsteinleeunir der heil. Drei-
faltiffkiilskirche zu Recensburg. Ili27
Se. kgl. Hoheit, Grofsherzog Alexander von Sach-
sen-Weimar:
2598. 7 Gypsabgüsse von romanischen Kapitalen aus Eisenach
und \nn der Wartburg.
Dr. Andresen, Consirvator nn d. Bibliotb. des g. Mu». :
2599. Silberne Jubelmedaille auf die llcfDrniation , Rothenburg
n. d. T. 1717.
V. Sebus, kgl bajr. Il:in|ilinann, in Nürnberg:
2600. 10 kleinere Silberniünzen v. 16 Jhdt. - 16.50.
2601. 12 dergl. von 1650 — 18. Jhdt.
393
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
394
2602 2 Kiipferjelons und rine Venelianer Kupferniünze vom
16. Jliill.
Dr. Ed. Krömecke in Wnrburg:
2603. 4 PadcrliorntT Kupferinünzen v. 18. Jhdt.
Prof. F. C. Mayer, Lehrer an d. Kiinstsrhiile In riürnberg:
2604. Lhi kahdruck eines Siegelstockcs des Stifts Ilildesheiin
vom 16. Jhdt.
V. Schvrarz, Gnlsbesitzer, in INiiriilierg :
2605. 2 \N:illl.cic hsen mit Gestellen v. K!. Jhdt.
Adler, K:inzleiralh. in Berlin:
26(16. 10 Piirtnils, Kupferstiche v. 18. u. 19. Jhdt.
K. Preusker, kgl. s. Rentamtmann, in Grofsenhain:
2607. 2 Brarlealen Dietrichs des Bedrängten, .Markgr. v. Mcifsen.
2608. Porträt des Gesehenkgebers, Stdrk.
Ein Ungenannter in Nürnberg:
260y. 4 üngiHiilsiegel v. 14. u. 15. Jhdt.
Lust, kgl. Advokat, in Straubing:
2610. Silberrriünze K. Heinrichs III. und Bischof Hortwig's von
Bamberg aus dem .Saulburger Funde.
2611. 2 römische Kuprermünzen.
Ein Ungenannter m \urnlperg:
2612. 2 Handzeichnungen v. 16. Jhdt., Landschaft u. Mnnatsbiid.
Dr. Beeg, Rektor der Gewerbschule zu Fürth:
2613. .Xbdruck eines Siegelstockes des Gaudcnz v. Rechberg
V. 1506.
Caselmann, Pfarrer, in Üielersdorf:
2614. Silbermedaille auf die Errichtung von Luther's Denkmal
zu Millenlicrc 1821.
Frhr. V. Reitzenstein, k. Oberzollrath u. Kammerer, in
-München :
2615. 3 Prager Groschen v. 14. Jhdt.
C. Frhr. v. Reitzenstein. z. Z. in .München:
2616. 13 gemalte Initialen auf i'ergament v. 12. 15. Jhdt.
26 17. Gemaltes Wappen auf Pergament v. 16. Jhdt.
Drei, .\nliquar, in München:
2li!8. Bleiinefhiille \on Kr. Karl V., durchbrochen.
Dr. Eisenmenger, Kalh, in Kirchberg a. d. J. :
2619. Eine iMunzfainndung von 1465 Stück Silber- u. Kupfer-
münzen aus allerer und neuerer Zeit (2 Goldmünzen
1119 Silbermünzen u. 344 Kupferniünzen).
lliroiiik (1er historischen Vereine.
Oherbayerisches Archiv für vaterlandische Ge-
schichte, Bd. XVII, H. 3 cnthiilt an Quellenbeiträgen zur
Landesgeschichte: Gefangenschaft des köuigl. schwedischen
Feldniarschalls Gustav Hörn im Schlosse zu Burghausen von
1634 — 41. Aus den Akten des k. Iiayer. Archivs mitgelheill
durch Graf Topor Morawitzky, k. Hauptmann. — Beiträge zur
Geschichte der Türkenkriege etc. von dems. — Ein Aktenstück
zur Geschichte der Sendlinger Schlacht, niitgcth. von Bibl.
Füringer. — Band XVIIl, H. 1 u. 2 enthalten für die Topo-
graphie und Landesgeschichte: (iescliichte der Pfaj-rci und des
Marktes Aibling, von Pfarrer Joseph Grassinger. F'ür die Ge-
schichte Bayern's zur Rümerzeit: üeber eine von IVassenfels
nach Manching über P'eldkirclicn ziehende Romerstrafse, von
Major H. Vogt in Bamberg, redig. ^on Jos. Hefner. — Ueber
das Segment einer römischen Verbindungs-Strafse von Ebers-
berg nach Erding und an die Isar nach Moosburg, von IJernli.
Zopf. — Ueber den zwischen Nassenfeis u. Wolkerlshofen ge-
fundenen und im k. Anliquarium in .München aufbewahrten
römischen Meilenstein, von Jos. v. Hefner. —
Drei und z w a n z i g s t e r J a h r e s b e r i c h t rl e s histori-
schen Kre is Vereines im Regierungsbezirk Schwaben und
Neuburg, für das Jahr 1837, enthalt aufser den Berichten
über die Gcsellschaft.<angelegenheilen verschiedene Berichte
über antiquarische Funde, über die Auffindung römischer Bau-
Überreste etc. von .M. .Metzger, über Funde beim Bau eines
unterirdischen Kanales ele. vom Bnurath Kollmann ; das Bnt-
feld und das Burgfeld in der Pfarrei Ehingen, von Archivar
Herberger. — Als Anhang: Der Pfahlgraben. Kurze allge-
meine Beschreibung des limes Rhaeticus und limcs Transrhe-
nanus des römischen Reiches, von James Yates. —
Das Archiv für Geschichte und Allerthumskunde
von Oberfranken, Bd. VII, H. 2, enthält für die Landes-
geschichte an Ouellenbeitr.igen : Diplomatuni ad terrae quon-
dani Baruthinae superioris histor. spectantiuni sunimac e Regestis
cura de Lang inceptis etc. eitcerplae (Forlsetzung). An .\b-
haudlungen: .M. Paulus Daniel Longolius, Rector des Gymna-
siums zu Hof, nach seinem Leben und Wirken dargestellt von
Prof. Dr. A. Nenbig. — Das neue Gravenreuth'schc Stift zu
St. Georgen bei Bayreuth, von Ph. Hirsch. — Kurze Beschrei-
bung der Landeshauptleute zu Hof, wie sie seit dem Jahr 1366
im Amle auf einander gefolgt sind, von H. von Sichart. —
Beitrage zur Geschichte der Grafen von Truliendingen in Ober-
fraiikeu, von Dr. Holle. — l'eber die verschiedenen Faniilien-
iiamen der oberlriinkisclien Adeligen in Einem Geschlechte,
von deins. — Zur Geschichte der Grafen von Andechs und
Herzoge von Mcran, von dems. — Geschichte der reforniirtcn
Gemeinde zu Baireuth, von Pf. Barth. —
Das Archiv für ScIi we ir eriscbe Geschichte, her-
ausgegeben auf Veranstaltung der allgemeinen geschichts-
forschenden Gesellschalt der Schweiz, Bd. XII, Zürich 1858,
enthalt aufser den Berichten und i'rolukollen der zwölften
all);enieinen Versammlung und der Versammlungen der Kan-
tnnalgesellschaflen von Bern, Basel, GrnulUnden an hi.ilnri-
schen Abhnnillimgen und Ouellrnbcitragen für die (irschichle
der Schweiz: Heber die politischen Verhallnisse zur Zeil der
Sempacher Schlucht, nuniinllich über die üeiichungen iwiiihca
395
Anzeiffci- IVir Kiimle liiT deutschi'n Vorzeit.
396
der Eirfjjenoästnsihnft iiml dem rifulsohen priifsen SlailtiLnindc,
von Prof. Dr. Hagen. — Beiträge lur .Schweizergesrhirhie aus
englischen .Manusiriplen, initgclh. von Dr. J. J. Bachoren und
Dr. Karl Stelilin. — l'rkunden : Urbarbuch der (irarcn von
Kiburg aus der .Mille des 13. Jalirh., von der Redaktion. —
Denkwürdiglieilen : papstliche Instruktionen, bctnlTend Villlin
auj der Zeil des Papstes Gregor XV. ; mitgelheill m>m .1. Ariilreas
von Sprecher. —
Die Historische Zeitung, herausgegeben von der all-
gcniein6n geschichtsforschenden Gesellschalt der Schweiz etc.
enthalt in ihrem letzten Hefte ein alphabetisches Personal- und
Sachregister zu derselben. —
Der Jahresbericht des Vereines für Siebenluir-
gische Landeskunde für das Vereinsjahr l«*'/,,,, Hcrniann-
stadt 1858, enlhall Berichte über Gesellscbaflsangelegenbeilen,
Verzeichnisse der .Mitglieder und korrespondierenden Akademien
und Vereine.
Abhandlungen der li i s t o r i s c h - p b il o s 0 p h i s c h e n
Gesellschaft in Breslau, erster Band, 18,")8, enthalt zur
Rechtsgeschichte von Prof. K. Ropell: L'eber die Verbreitung
des .Magdeburger Stadtrecbtes im Gebiete des alten polnischen
Keicbes ostwärts der Weichsel. — Von W. Watteubaeb: die
Slavische Liturgie in linbiiieri und die allrussische Legende
vom h. Wenzel. —
^ovus Codex (I i p 1 (1 m a 1 1 <• US B ra ri d en b urgensis
Erster Ilauptlhcil oder rrkundensainnilung zur Gescbicble der
gelsilichen Sliflnngcn, der adlirben Familien, sowie der Stadtu
und Burgen der Mark Brandenburg. Fortgesetzt auf Veran-
staltung des Vereines für (Jeschicble der .Mark Bran-
denburg. Von Dr. Adolf Friedr. Riedel. Bd. ,\V. : Samm-
lung der Urkunden, Chroniken und sonstiger Geschichtsquellen
•) Da uns von mehreren entfernteren Vereinen vollständigere Sclirif-
tensammtungen zugesendet worden sind, fügen wir die Angabe des
Inhaltes derselben in der bisher eingehaltenen Weise hier ein.
der Mark Branilenbiirg und ihrer Regenten. Die Allinark.
Stadt Stendal.
Das Archiv für die Geschichte Liv-, Esth- und
Curlands,*) hcrausgeg. von Dr. F. G. v. Bunge, Dorpat,
enthalt im 1. Bd. (I842J für die Landesgeschichte: Li\Iaudi-
sche Landescinigung vom J. 1 13.i, von Dr. C. E. \apier»ky. —
Tieleinan lin'dinbaclis Beschreibung des dritten livlandischen
Krieges gegen Kufsland vom J. 15.58 etc., aus dein Lat. ubers.
von L. V. Tiesenhausen. — Dr. Vhelings, berzogl. niecklenb.
Raths, Sendung durch Livland nach Nowgorod im J. 1572, niit-
getheill von H. v. Busse. — Zur Geschiebte der Städte: das
älteste unter Bischof .Mhert \. aufgezeichnete rigisrhe Stadt-
recht; herausgeg. v. L. INapiersky. Als Anbang: Auszug aus
dein Hapsal'srhen Stadlrecbte Bischofs Jakob von Oesel , vom
J. 1291. — .Materialien zur Geschichte der Sladt F'ellin. —
Beilrage zur Sitlengescbicble Revals, von Ed. Pabst. — Zur
Geschichte der Kirche: Protokoll der katholischen Kircben-
visilation in Livland v. J. 1613. — Kaihol. Kirchenvisilatiun in
Livland im J. 1583 od. 1584, v. C. V. Napiersky. — Urkun-
den zur Geschichte des Bislhunis Reval, mitgelh. von G. v.
Brevem. —
Band IL (I843j enlhall für die Landesgescliuhle : Die \er-
baiidlungen zu Rujen und W ulniar im J. 1526; niilgetb. von
(i. V. Brevem. — ' Relation von Odert Hasifers und Hinrich
Priefsmanns Gesandlschaft nach Moskau , wohin sie von König
Sigismund abgefertigl wurden, A. 1597. — Kurländische Lnnd-
tagsrczesse. — Beitrage zur Kunde der Oslseeproviiizen in
allen Zeilen, von Ed. Pabst. ■ — F'ur die Geschichte der Städte:
Ueber den Handel Rigas. — F'ur die Geschichte der Kirche
tmd Schule: lieber den liirchenzehnlen in Livland, von G. v.
Brevem. — F].\eculoriales Joannis V. episcopi Tarbalensis de
anno 1476. — Ueber die Stiftung des Sl. Michneliskiosters zu
Reval. — Verfassung und Einrichtung des GouvernemcnW-
Gymnasiuiiis zu Reval seit dessen Stiftung 1(531 — 1837, von
I'h. \Villi;;erod. — (Fortsetzung folgt. J
i\ a c h I' i c h l c n.
liKeratiir.
Neu erschienene Werke.
80) Zeitschrift für die Geschichte des Ober rlic ins,
herausgegeben von dem Landesarchive zu Karlsruhe,
durch den Direktor desselben F". J. Mone. 8. Bd.
519 S. 9. Bd. Heft 1—3. .384 S. 8. Karlsruhe, Druck
und Verlag der G. Braun'schen Hurbuchhandlung.
Es ist diese Zeilschrift schon hinlänglich allen Forschern
auf dem Gebiete der inneren deutschen Geschichte bekannt,
so dafs eine Empfehlung mit vielen Worten durchaus über-
flüssig erschoinl. Die ersten sieben Bande haben für die Ge-
schichte des Oberrheins und seiner Stadle, für die (ieschichlc
des Landbaues und der Gewerbe, für die .Munzgeschichte und
die Finanzwirlhscbafl, für den Waaren- und (icldbandel und
viele andere Zweige der Kulturgeschichte so viele und IrefT-
licbe Beiträge gebracht, dafs dadurch sich das Verhaltnifs dieser
Zeitsclirift zur Gescbicblswissensibaft als einer für Jeden un-
enlbehrliiheii Maleriallensamiiilung heraiisgeslellt hat. Die uns
vnrlieginden sieben Hefte enlballen wieder die gediegen.'itcn
Beiträtje nach denselben Ricbliingeii hin und wir heben daraus
lier\i>r fiir die piditische Geschichte des Oberrheins und seiner
Landi r und Städte: Verbreitung des landsassigeu Adels am
Oberrbein vom 13. — 17. Jahrb., Urkunden und Regesien xur
Gescbicble der Stadt Villingen vom 13. — 16. Jahrh , Urkunden
und Auszüge über F^lsafs und Lothringen vom 13. — 16. Jahrb.,
niirgerannahme vom 13. — 18 lahrh in Hheinpreiifsen, Hissen,
Bayern etc., zur Geschichte fränkischer Dynaslen 12.-15. Jahrb.,
397
Anzcig'er t'ur KtincJo der lirubchüii N oizfil.
398
Urkunden lur Geschichte der Grafen von Freiburg, zur Ge-
schichte von Worms. Für (he Geschichte iler Kirche und
Klöster: IVkundennrchive der Kloster Lichlenihiil , Herrenall),
Wonnethal, Kcgcsten iiher uassauische KUistcr, rtekrologiuni
von Weissenau. Für die Geschichte des Handels und der
ScbiflTidirt , des Geldes und der Finanzen: Finanzwesen vom
13. — 15. Jahrh. in der Schweiz, Baden, Bayern, Hessen und
Rheinpreufsen: die RhcinschiflTahrt vom 13. — 15. Jahrh., Geld-
kurs vnm 9. — 15. Jahrh., Geldkurs vom 14. — 16. Jahrh.; die
Mehcrei und ihre Beigewerhe in Baden, Elsafs, Bayern und
Hhcinpreufsen vom 14. — 16. Jalirh. Aufserdem: Beilrage zur
Kunstgeschichte in Baden, Elsafs, Bayern ; zur Gelehrten- und
Schulgeschichtc vom 14. - 1". Jahrh. ; über die Juden vom
13. — lö. Ji(hrh. in Württemberg elc. —
81) Denkwürdige Beitrage für Geschichte und
Rechtsalterlhümer, herausgegeben von Dr. l'aul
Wigand. Leipzig, Verlag von S. Hirzel. 1858. 8.
X. 286 S.
Der Herr Verfasser hat .«ich schon durch seine zahlreichen
Schrillen um die Geschichte des dentscben Hechtes, der deut-
schen Kultur und seiner westfälischen Heimath ein so allgemein
anerkanntes Verdienst erworben, dafs jeder auch diese neue
Schrift mit dem grüfsleu Interesse wird zur Hand nehmen.
Und der Inhalt derselben, meistens. Akten, Urkunden, Kelaliunen
u. ahiil. enthaltend, sorgfällig redigiert und auf's Sauberste
ausgestattet, mit sachgcmafsen Kinleitungen und Erliiulerungcn
versehen, befriedigt die Erwartung, die Titel und iVame er-
regen, vollkommen. Das Material, das uns hier gegeben wird,
umfafst verschiedene Zweige der Geschichte und des 'Lebens
und wird uns in einer diesem Umfange entsprechenden Ord-
nung gruppenweise vorgefiibrl. Mir linden zun:iclist zum Ge-
mälde des dreifsigjährigcn Krieges aus corvev'schen (Juellen
nach einer längeren Einleitung eine Anzahl urkundlicher Be-
lege und Berichte von Zeitgenossen, worunter sich auch Schrei-
ben von hervorragenden Persönlichkeiten, von Ferdinand I.,
Amalia Elisabeth, Tilly u. a. befinden; dann folgen nach einer
Anzahl corvey'schcr Urkunden aus einem alten Gedenkhuch
der Sladt Höxter die inleressantcsten Beiträge zur Geschichte
dieser und damit aller deutschen Sladle, der Fehdezeilen, des
Zunft- und Gildevvesens, ihrer Reclils\erlialtnisse, ihrer Lehns-
abhängigkeit vom Abte zu Corvcy etc. Die fulgimden Ab-
schnitte enthalten: das peinliche Halsgerichl zu Höxter 1605,
Hergewede und Gerade im Fürstenihum Paderborn , Urlheile,
schiedsrichterliihe Erkenntnisse und Weisthümer, Beiträge zur
Geschichte der Sitten und .Moden, der llexenpro/.esse, der
Schatzgräberei iiricl Mcle Kleinere Miscellen und llorgescliielileii.
82) Historia L m\ e m Im rg ensis, sen commenlarius quo
ducum Luxcmhurgensium ortns, progressus ac res gestac
elc. succincte persiringuntur. A D. J. Bertclio,
Epternacensis monaslerii abbate concinnata. Editiu re-
cognita a J. P. Brinimcyr el .Math. Michel. I.uxern-
burgi, V. Bück, 1856. 8, XXII u. 378 S.
In dem vornngestelllen Summarium vilac auctoris geben
die Herriusgeber von den Lebensumstanden des Verfassers eine
kurze Ucbersicht. Derselbe lebte zu den Zeilen K. Karls V-
und Philipps IL, er ward nämlich zu Löwen im J. 1544 ge-
boren und starb im J. 1607. Die hier vorliegende Geschichte
Luxemburgs ist sein Hauptwerk. Sie erschien zugleich mit
dem Büehelchen Deorum sacrilieinrumque gcntilium descriptio
im J. 1605 zu Köln, und dieser Ausgabe, die durch eine grofse
Zahl von Druc klehlcrn entstellt ist, folgte im J. 1635 die
zweite, die zwar besser als jene, aber, da sie nur einen Theil
des Werkes enthält, eine unvollständige ist. Aus diesem Grunde,
zumal das Buch für die gleichzeitige und Lokalgesehichle in-
interessanl ist, sahen sich die Herausgeber veranlafst, die vor-
liegende Ausgabe in correkter und eleganter \>cise zu ver-
anstalten. %
83j Geschichte der Metalle. Von Dr. F. X.M.Zippe.
Wien, 1857. \V. Braumiiller. 8. XV u 364 Stn.
Die Anregung zu vorliegender Schrift gab ein Vortrag des
Verfassers in einer feierlichen Sitzung der Wiener Akademie
der Wissenschaften, der zum Gigenstand eine Uebersicht der
geschichlliehen Verhältnisse der drei .Metalle Gold, Kupfer und
Eisen halle. Die Darslellung dehnt sich gegenwärtig in die-
sem Buche über alle Metalle aus. „Für geschichtliche Ereig-
nisse, welche sich im Leben und in der Bewegung ganzer
Völker sowohl, als in der Entwicklung wichtiger Zweige der
Wissenschaft auf .Metalle zurückführen lassen, diese Grimdlage
nachzuweisen, ist die für dasselbe gewählte Aufgabe." Der
StolT ist demgemäfs sowohl der (ieschichle , als der Aalurge-
schichte entnommen, die Behandlung monographisch, indem
die .Metalle je nach ihrem ersten Vorkon)men in der Geschichte
einzeln vorgeführt werden. Die geographischen Verhältnisse,
die ersten geschichtlichen Erwähnungen und Verwendungen,
die Arten der Ausheule, die Bedeutung in kulturgeschichtlicher,
wissenschaftlicher und technischer Hinsicht, dies Alles ist im
vorliegenden \\erke. das der Verfasser weniger einem gelehr-
ten, als uberhiiupl gebildeten Publikum bestimmt hat, zu einer
Uebersicht znsaniniengefafsl.
84) Homberg's Zcitschrifl für praktische Bau-
kunst. Zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse,
sowie der neuesten Erfindungen und Entdeckungen im
Gebiet des gesammtcn Bauwesens .... redigirt von
E. Knoblauch, königl. Baiirath u. s. w. (Jeder Jahr-
gang nmlalsl 24 Drnikbogen Text und 30 bis 40 Tafeln ).
Diese tüchtige, von Fachleulen redigierte und geschriebene
Zeitschrift kann als ein bewahrter Führer in allen Zweigen
der Bauwissenschafl und überhaupt lechnischer Ausführungen
iinil Erliiidungen für die Gegenwart lietrarhlel werden. Sie
oricnlierl uns über Alles, was sich Acues auf diesen (iebiclcn
zutragt, sowohl in ilen eigenen Abhandlungen ihrer .Mitarbeiter,
wie durch Zusammenslellungen aus deutschen, französischen
und englisilun Bliitlern. Sie verbindet abi-r die Vergangen-
heit mit der Gegenwart , tlieils , indem sie uns Geluuidc oder
Kunstgewerbsgcgenstandc, Allare i. B., io den alten Stil- .
arten vorgeführt, theil«, indem sie noch vorhandene Bau-
denkmäler des Mittelalters bespri.ht. So finden sich inte-
ressante Arbeilen ober die Kirchen zu Ilhcnburg und DrU- *
beck. iibir die Restauration di-r Kirche auf di'm l'eler»-
berg bei Halle u. a. Sehr bemcrkenswerth für die Bautechnik
399
Anzeiger für Kunde der deubelieii Voizeil.
4UÜ
des deutschin Miltelallcrs sind auch Aufsätze wie: Kursbuden-
mosaiken, Bemerkungen über den Bau mit Kropfsteinen u. a.
Die beigegebenen Zeichnungen in Sleinradierung, von den Ar-
chitekten selbst ausgeführt, sind ihren Zwecken vollkommen
entsprechend.
85) Gemälde von F'rag und dessen Umgebungen. Nach
der Natur geschildert und geschichtlich irkiulert. Ein
Führer für Fremde und Heimische von V. Merk las.
Siebente, gänzlich umgearbeitete Auflage von Gerle's
Prag. Prag, 1858. Verlag von K. Andr^. Mit Stahl-
stichen. 141 u. X Sin.
Prag im neunzehnten .1 a b rhu n d er t e. Verlag von
Karl Andre in Prag. HO Stahlstiche in qu. Fol.
Der Dom zu Prag von U r. A u gus t Am bros. Prag,
1858. Verlag von \i. Andre. Mit Stahlstichen. VIll u.
375 Sin.
Der Führer durch den Dom zu Prag von Dr. A.
Ambros. Wohlfeilste Ausgabe nach dessen grofsercm
Werk skizzirt. Mit zwei Ansichten und einem Grund-
risse. Prag, 1858. Verlag von Karl Andre. 137 Sin.
Panorama von Prag. Aus dem Excellenz Gräflich
Scbonborn'schen Garten iiufgenommen. Gestochen von
Rybicka. Verlag von Karl Andre. 1858.
Panorama von Prag. N.ich der Natur in) Viilks-
garlen aufgenommen. Verl.ig von K. Andre.
Der Zufall wollte, dafs gleichzeitig mit den aufgeführten
Ansichten und Beschreibungen der allen Königsstadt drei um-
fan"reicbr Pro.'ipekte derselben in Kupferstich vom 17. Jahrhdt.
in unsre Hände gelangten, und es ward recht ersichtlich, wel-
chen Eindruck von jeher jene durch Schönheit der Lage und
Pracht und Ehrwürdigkeit des Aussehens hervorgerufen. Sieben
die neueren Stiche den älteren auch an Grofsartigkeit nach
(der eine der letzteren, der dazu tiicht vollständig ist, mifst
6' 6" in der Länge und 3' in der Hohe) , so ist es doch er-
freulich zu bemerken , mit wie viel gröfserer Genauigkeit und
besserem Versländnifs der .■ihcrtliiiiiilicliin Kormen jene gefer-
tigt sind.
Die oben angeführten Bücher, namentlich das grofsere
Werk über den Dom zu Prag, zeichnen sich durch gewissen-
haftes Studium und elegante Darstellung vor der gewöhnlichen
Reisciileratur aus. In leliterem Werke sind bereits die For-
schungen des rühmlichst bekannlen Caplans Fr. Bock zu Coln
mit aufgenommen.
86) Preisschriften, gekrönt und herausgegeben von der fürst-
lich Jablonowskj 'sehen (Jcsellschafl zu Leipzig: VI. Theo-
dor Hirsch, Danzigs Handels- und Gewer bs-
geschichte unter der Herrschaft des Deut-
schen Ordens. Leipzig bei S. Hirzel. 1858. gr. 8.
XII u. 344 Stn.
Die Wissenschaft ist der fürstlich Jablonowski'schen Ge-
sellschaft zu grofscm Danke verpflichtet, dafs dieselbe ein
Werk hervorgerufen hat, welches einen nach so manchen Rich-
tungen hin noch nicht zu Tage gelegten Zweig der Gesebichts-
wissenschalt um ein Wesentliches bereichert und erweitert.
Wir erhalten ein vollstaniliges Itild vom Handel einer mittelalter-
lichen Seestadt, die nach allen Seiten mit den übrigen deutschen
Handelsgebieten in inniger Verbindung sieht und dennoch, als
der natürliche Stapelplatz des grofsen und fruchtbaren Weich-
selgcbietcs in durchaus selbständigem Aufstreben parallel und
entgegen der Hansa, der auch diese Stadt angehört, seine
Handelslinien zur See über saiiiintliche Küsten der Ost- und
der Kordsee zieht bis nach Lissabon, und zu Land nach Sud-
westen in das oberdeutsche Handelsgebiel bis über S.ilzburg
hinaus, nach Südosten tief in die russischen und slavisiben
Länder, deren Verbindung mit dem Nordwesten Europas zu
grofsem Thcile durch Danzig vermiltelt wird. Der Verfasser
schildert diesen Handel in seinem Aufblühen und in seinem fer-
tigen Bestände von der Zeit, da das alte Danzig durch den
Orden neu ersieht, bis zu dem Zeilpunkt, da es sich der Or-
densherrscbafl entzieht und der polnischen Scliiilzbcrrlichkeit
hingibt, vorni^hinlich also das 14. und 15. Jahrbiinderl. Nach-
dem die ältere Zeit Danzigs, deren (juellen in dem Sturm,
den das erste Festsetzen des Ordens über die preufsischen
Länder brachte, verloren gegangen sind, sowie die allgemei-
neren Zustände dieser Gebiete in der ersten Periode der Or-
densberrschaft geschildert sind, erzählt der Verfasser kurz die
ScbicKside der vier ursprünglichen sidbslandigen Beslandlheile
der lieichssladt Danzig, von denen aber nur die Jungsladt und
die Rechlstadt selbständige Bedeutung gewinnen, und beschreibt
dann nach allen Richtungen ringsherum die Linien, welche
Danzig, dessen Haiipl die Reehlstadl wird, im Handel gezogen
hat, zur See wie zu Lande. Gestützt auf ein Archiv, mit dem
er seit Jahren innigst vertraut geworden ist. fügt er zu den
Ergebnissen älterer Forschungen die erheblichsten Ergänzungen
und mitunter höchst werlhvolle Bericbligungeii, unter denen wir
beispielsweise hervorheben, dafs das im hansischen Seehamlel
so wichtige Baiensalz nicht, wie bisher allgemein angenommen
wurde, aus der Bai von Biscaja geholt wurde, sondern von
Baie, einem kleinen, jetzt verschollenen, damals aber lebhaft
besuchten Halenorte bei Bourgneiif an der \> estküstc von
Frankreich. Auch heben wir noch die Darstellung des Danzi-
<ier Handels nach Lilhauen und I'olen hervor, der seinen .Mit-
tel- und Stützpunkt im ursprünglich preufsischen, dann vorzugs-
weise Danziger Kontor zu Kauen (Kowno) fand und die haupt-
sächlichste Lebensquelle des aufstrebenden Danzigs zu bilden
die Bestii ung halte. Es folgen dann noch Abschnitte über
das kauliiiiinniscbe Leben in Danzig und die dasselbe fordernden
Institute, über Kredit und Wechsel, die vortrelTliihsten Beitrage
zur Kennlnifs der Wcrthverhällnissc von Miinzen und Waaren
und scliliefslich eine Anzahl bisher uubekannli r l'rknurlen und
Akten in sorgfaltigem Abdruck.
87) Die Diöcese Brennen und deren Gaue in Sachsen
und FriesKind, nebst einer Diüccsnn- und einer Gau-
karte von Wilhelm vo n Ho de nb e rg. Celle, Capnun-
Karlowa'sche Buchhandlung. 1858. 4. XXXVIII. 216Sln.
Das S tader Copiar und das Vorder Register des
Johannes .Mohde machten es dem Verf. möglich, die kirchliche
und politische Gcslallung der Diözese Bremen politisch zu be-
arbeiten, wobei er noch durch die vom Hadeler Propste, nach-
herigem Erzbischof von Bremen Johann Scblameslorn' verfaf-len
Kirchenregister v. 13H1 u. \i'H) unterslulzt wurde, welche sowohl
alle zur Bremer Doinkirche gehörigen Guter als auch die Archi-
401
Anzei<rer für Kunde der deutsclien Vorzeil.
402
diakonatc der Diozi'sc BreiiK'ii mit allen ihr iintersclpeneii Kir-
chen, Vicarien und Kapellen etc. vollständig verzeirhnet haben.
Zwölf in diesem Werke abgedruckte Urkunden „über die Ka-
nonikate und Obedienzien der Bremer Domkirrhe und die
Vrchidiiikonate in der Diorese Bremen" enthallcn die ()r<;;ini-
schen Bestiinmunfjen über die hier einschlagenden \'erhaifnisse
der Bremer Donikirche von 1230 in ausreichender Vollständig-
keit. Was der Verf. aurserdeni noch an Hülfsmitteln benutzte,
hat ir im Vorworte gewissenhaft verzeichnet. Die ganze Ar-
beit, in 2 Alischnitle: „Umfangsgren/.e etc., und .\rchidiakonale"
zerfallend, bildet mit der vortrefflicli ausgeführten Kurte ,.ül)er
die Umfangsgrenze und kirchliihe Gestaltung der Uüpcese Bre-
men" einen hcichsl brauchbaren, sorgfältigen Beilrag zu der
Geographie und Beschreibung Deutschlands im >liltcbilter.
88) Otto von Rilberg, Bischof von Münster (1301 — 1308).
Nach grörstentheils bisher ungedruckten Quellen dar-
gestellt von Dr. L. Perger. Münster, Fr. Regensberg.
1858. 8. VI» u. 88 Stn.
Dieser Erstlingsversuch des Verfassers gibt in durchdach-
ter und wohlgerundeter Ausfuhrung ein sehr interessantes Bild
aus der Münsterschen Geschichte. Der Mittelpunkt ist der be-
kannte Zwist des Bischofs mit einem Theile seines Domkapi-
tels, der schliefslich zu seiner Entsetzung durch den Erzbischof
von Köln führte. Die härtesten Bisclmldigungen : Verschleu-
derung des Kirchenguts, Meineid, Wortbrüchigkeit und Irregu-
larität luufsleu um so leichter diese letzte Folge nach sich
ziehen, als Otlo, im Bewufstsein vollsten Kechlcs, sich hier zu
verantworten weigerte. Er appellierte vom Kölner Richter-
sluble an den Papst. In ihrem Umfange ist uns freilich die
Entscheidung des letztern unbekannt, allein mehreren Umstän-
den läfst sich eine für den exilierten Biscbole günstige Gesin-
nung entnehmen. Diese wird auch von dem Verlässer zur
Wahrscheinlichkeit gebracht, sowie er auf der andern Seite
das ganze gerichllirbe Verfahren von Seiten des Domkapitels
gegen Otto in seiner iMchtigkeil klar entwickelt hat.
89) Weimar's Merkwürdigkeiten einst und jetzt. Ein
Führer für Fremde und Einheimische, von A. Scholl.
Mit einem Plan von Weimar. Weimar, Landes-Indiislrie-
fomploir. 1857. S. IV u. 363 Stn.
In diesem Bui'he linilet der Leser Alles, was er von einem
Fremdenführer billig erwarten darf, und noch etwas mehr.
Die Arbeit ist, würdig der Stadt Weimar, mit mehr Sorgfalt,
Kenntnifs und Befähigung ausgeführt, als man Werken dieser
Art gewöhnlich zugewendet sieht. Auch wird, wer etwa be-
sorgt hatte, Götlie und .Schiller möchten dem Uelirigen zu sehr
den Raum beengen, sich angenehm enttäuscht rinden. „\> ir
suchen in ihr (der Starlt Weimar)", sagt der Verf. zu .\nfang,
..diejenigen .Stellen auf, wo sich ans Anschauliche Krinneriing
und geschichtliche Bedeutung anknüpft", und so bringt denn
das gefallig ausgestalte Buch auch manches für unsern Zweck
Dienliche, namentlich bei Beschreibung der Gebäude, Denk-
male und Sammlungen.
iMl| Schwedische Volkslieder der Vorzeit. Im Vers-
mafs des Originals übertragen von R. Warren. -. Mit
einem Vorwort \on Dr. Ferd. Wolf. Nebst 49 .Melo-
dien. Leipzig, F. A. Brockhaus. IH.i". 8. XL und
347 Stn.
Die vorliegende Sammlung schwedischer Volkslieder um-
fafsl 46 einzelne Stücke, von denen einige in verschiedenen
Ver.-ionen aufgeführt sind. Sie sind dem grüfseren Sammel-
werke des Erik Gustav Geijer und Arvid August Afzelius ent-
nommen, das in den Jahren 1614—1616 zu Stockholm in drei
Bänden erschien. Im Vorworte des Dr. Ferd. Woll siml einige
treffliche (iedanken über das Wesen des Volkslieds niederge-
legt und als Anhang ist eine kleine Abhandlung von E. d.
Geijer über den Kehrreim in den allen nordischen Liedern bei-
gegeben. Den Schlufs bilden Erläuterungen und 49 vom llof-
kapellmcistir Ilallner harmonisch bearbeitete Melodieen.
Was die Uebertragung selbst anbelangt, so dürfte sie den bes-
seren Leistungen dieser Art unbedingt an die Seite zu stellen
sein; sie hat sich nicht blos die eigentbümlicheii geistigen Züge
des nordischen Lebens und die edle Eiulachheil seiner volks-
Ihiirnlichen Lieder mit grofseiii Geschick angeeignet, sondern
offenbart auch ein tiefes \erstandnirs der Sprache wie des
rylhmisch-musikalischen Reizes der Originale.
91) Martin Opitz. Eine Monographie von Friedrich
Strehlke. Leipzig, F. A. Brockhaus. 1856. 8. VIII
und 182 Stn.
Keine Periode der deutschen Dichtung ist gegenwärtig
geringer geachtet und weniger bekannt als das 17. Jahrhdt. ;
arm an ästhetischem Gehalt, hat sie wenig Interesse für die
künstlerische Betrachtung, mehr für die historische F'orschung.
Nun ist in letzterer Beziehung in neuester Zeit Bedeutendes
geleistet, und haben Manner wie Gervinus, Kurz und Andere
durch gerechte Würdigung der Verhältnisse vielfach zu einer
nahereil ßckanntschalt mit jener Periode angeregt; allein, was
sie gegeben und dem besonderen Zwecke ihrer Schrillen ge-
mafs nur gehen konnten, war mehr eine sich an das .Allgemeine
haltende Charakteristik der Dichter und ihrer Leistungen als
ausgeliilirte Schilderungen und bis ins Einzelne herab erschö-
pfende Darstellungen. Monographieen über die einzelnen her-
vorragenden Dichter werden daher immer noch erwünscht und
am Platze sein, zumal erkannt ist, dafs wir in der Literatur
des 17. Jahrhunderts die allgemeinen Grundlagen unserer neue-
sten Dicbliing zu suchen haben. — Eine solche .Monographie
ist nun die vorliegende, mit griindlicheni Fleifse und echt
wisseuschafllii'hcm Geiste ubgel'afste Schrift. Nachdem ihr
Verfasser einleitend aul die fremdländischen Einflüsse hinge-
wiesen, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhdls. eine Umge-
staltung unserer Literatur hervorriefen, fuhrt er uns im er.<ten
und zweiten Kapitel ein Bild von dem vielbewegten Leben
unseres Opitz vor die Augen. Darauf folgt ein Kapitel über
die Kinlheiliing seiner Schriften und über die tiesammlaiisgii-
beii der.-ellien , woran sich eine krilisclie Musterung der vor
Giittsched über ihn erschienenen Schriften nnschliefst. Ausführ-
lich werden dünn seine didaktischen und beschreibenden (ie-
diclitc besprochen, und in einem weitem Kapitel ebeiifidl« dir
lyrischen, denen jedoch, und zwar ganz mit Kechl, ein geringerer
NN erth beigelegt wird. Das siebente hiipilel würdigt Opiu «la
Gelehrten und Prosaiker, und da« achte brmgt ein Gesaminl-
403
Anzeiger für Kunde der dciitsclien Noizeil.
404
urthfil über ihn. Nachtröge, Anmerkungen unil Bflcpc bilden
den Schlufs.
92) K.iiscr Karl V. in IVurnlierg. Zur Kriegs- und
Sittengeschichte des 16. Jahrhuniicrls. Nach archiva-
lischen Quellen bearbeilel M)n Kranz Ludwig Krei-
herrn von Soden, fürsll. Schwarzb. Major a. D. Nürn-
berg, Job. Ph. Raw'sche Buchhandlung (X. A. Braun).
1858. 8. 169 Stn.
Der Verf. , schon bekannt durch seine Beitrage zur Ge-
schichte des 16. Jahrbunderls und der Beformation , bereichert
auch durch diese kleine Schrill die historische Literatur wieder
in wesentlich ergänzender , brauchbarer Weise. Nach vorauf-
gegangenen Einladungen und Verhandlungen des Kalbes von
Nürnberg und nach Versprechungen und Freihellsbestäligungen
von Seiten Karls V., hiell dieser am 16. Febr. 1541 seinen
ersten Einzug in die Reicbstadl mit 400 Keisigen, feierlich ein-
geholl von Kalb und Burgerscbafi, nahm am 19. Febr. im fest-
lich geschmückten Ralhhaussaale die Huldigung in aller Form
entgegen und verweilte dann unter mancherlei Verhandlungen
mit der Stadt und den kommenden und gehenden Fürsten des
Reiches in Nürnberg. Später, wie die damaligen politischen
Kriegsverhiillnisse es erforderten, wiederholte der Kaiser den
Besuch und die dubei slatlgefundenen Empfangs- u. a. Feier-
lichkeiten. Die verschiedenen durch den schmalkaldischen Krieg
und damit zusammenhängende Verhältnisse bedinnten Verhand-
lungen schildert der Verfasser auf Grund der ihm zu Gebote
gestandenen authentischen Akten und llüHsinittel. Zur beson-
deren Geschichte des Kaisers, zu der Enlvvicklung der inneren
Verhältnisse der Eeicbsstadl Nürnberg und der Sitten und Ge-
wohnheiten ihrer Einwohner, zu der Geschichte des schmal-
kaldischen Krieges und der Slellung Nürnbergs zu demselben
und zu den kriegführenden Mächten linden wir in der Schrift
eine gute Anzahl brauchbarer und interessanter Miltheilungcn.
93) Gallensteins Ermordung. Ein gleichzeitiges ita-
lienisches Gedicht. Herausgegeben, eingefiihrl und mit
anderen unbekannten handschriftlichen Belegen ausge-
staltet von Dr. Georg MnrtinThomas. München, 1858.
Giel'sche Buchhandlung. 4. 24 Sin.
Der Verf. hat dieses Gedicht auf den Tod Wallrnsleins
einem italienischen Codex der Müncbencr liibliolhek entnom-
men. Die Schrift deutet auf das 17. Jahrhundert, doch eine
Angabe des Urhebers fehlt. Das Gedicht, aus zehn in Bau
und Keim durchaus ungleichartigen Strophen bestehend, nennt
der Verf. einen „rhetorischen Monolog" des Wallenstein, worin
er den vor ihm stehenden Mürder anredet und ausspricht, was
zwischen dem ersten Blick des Morders und seinem Slofs mit
der Parlisiine duich die Seele des grofsen verlassenen Mannes
ziehen niochle. Einen gcscb irhtlich en Werth legt selhst-
vcrslandlich der Verfasser dem Gedieht nicht bei, hebt dagegen
mit Hecht hervor, welche» Interesse dieser Schinerzesausdruck
eines Zeitgenossen über den Tod des Feldherrn, dessen .Mafs
von Schuld oder l'nsrhiild noch keineswegs genügend nn das
Licht gestellt ist, gewahrt. Er schreibt das Gedicht dem Gra-
fen Fulvio Testi zu, dir, geboren 15513, gest. 1616, nl» Dichter
jener Zeil sich Kuf erwarb und in Briefen und Oden Wal-
lenstein und andere Zeitgenossen feierte : mit verschiedenen
Gründen sucht der Verf. die Richtigkeit dieser Ansicht zu be-
weisen. Beigefiigl sind dem Gedichte verschiedene andere,
italienischen Manuscripten entnommene Aeufserungen über den
Tod Wallensteins und im .Anhang einige lateinische, denselben
Gegenstand behandelnde Verse. —
94) Neues allgemeines deutsches Ad e Is-Lc x icon im
Vereine mit mehreren Historikern herausgegeben von
Prof. Dr. E. H. Kncschkc. Erste Abtheilung ferste
Lief.: Aa — Aulsefs). Leipzig, Fr. Voigt. 8. XVI u.
144, Nachträge 7 Sin.
Bereits im J. 1719 gab der Pastor Gauhe in erster Auf-
lage sein bekanntes Adelslexikon heraus, der im J. 1740 — 47
die zweite folgte. Dasselbe umfafst gegen 7000 Familien.
Auf Gauhe folgte v. Krohne, auf diesen v. Hellbach, dessen
Arbeit in zwei Bänden gegen 16000 Rubriken miltheilt. Sie
erschien in d. J. 1825 und 1826, so dafs also gegenwärtig
über dreifsig .lalire nach dem Erscheinen verflossen sind. Mit
Rücksicht auf die gerade in diesem Zeiträume gemachten um-
fassenden und eingehenden Forschungen — wir verweisen
beispielsweise nur auf die Werke von Fahne, v. Lcdebur,
Grote — sowie auf das lebhafte Interesse, welches Sphragistik
und Heraldik, die Geschichte des Adels im Allgemeinen gegen-
wärtig in weitern Kreisen erregen, ist ein Unlernehmen wie
das vorliegende sowohl zeilgemäfs als erfolgversprechend. Die
erste Lieferung, mit einer kurzen Einleitung iiber die bisheri-
gen Leistungen auf diesem Gebiete bevorwortet, zeugt von
dem Streben des Herausgebers, den beutigen Anforderungen
Genüge zu thun; wenn trotzdem und ungeachtet der dringend
angesprochenen Unterstützung Anderer in einzelnen F-ällen das
Gebotene noch dürftig ist, so fallt dies mehr dem .Mangel an
geeigneten .Millheilungcn als dem Herausgeber zur Last. Wir
wünschen in dieser Rücksicht der Bitte des Herausgebers um
allgemeinere Unlerstulzunp den besten und verdienten
Erfolg.
95) Die Allertbümer unserer heidnischen Vorzeit.
Nach den in oflentlichen und Privntsamnilungcn [belind-
lichen Originnlien zusammengestellt und herausgegeben
von ileni riimisch-germanisilien Ceutralmuseuin in .Mainz
durch dessen Conservalor L. Lindenscb mit. 1. Ilft.
1858. Verlag von V. v. Zabern in Mainz. 4. 1- Lief.
10 Stn. 8 Taf. mit Text.
Im Vorworte dieser für unsere altern Zustande wichtigen
Publikation wird kurz die Gründung und der Zweck des Main-
zer Centralmuseums berührt. Dieser letzte besieht wesent-
lich darin, durch eine ZusammenslelUing unserer alleslen Denk-
mäler über ihren Ursprung und Bedculung helleres Licht, als
es bisher der vereinzelten Forschung möglich war, zu verbrei-
ten. Dieses Ziel verfolgt das Museum durch Abformen in
Gyps, indem es hierzu die Originale aus allen ihm zugäng-
lichen Sammlungen benülzt. „Eine so umfassende Arbeit kann
jedoch, wie leichl zu ermessen, nur in einer längeren Reihe
von Jahren zu ihrer vollen Bedeutung gelangen und das, wn.i
bis Jetzt nach den gegebenen .Mitteln zu leisten mc-lich war,
nur als ein Tlieil der Grundlage, als der Anfang de» Ganzen
403
Anzeiger für Kunde der deulsclien Vorzeit.
406
betrarhlcl wcrdt-n. Dennoch schien es an der Zeit, die Ver-
ölTenllichung unserer San^nilnng zu beginnen, um zugleich bei
Bckannlgeliung des schon vorhandenen auch mit der rasch zu-
wachsenden Fülle des Materials cinrneriiiarsen gleichen Schritt
halten zu könmn." Im Allgcjnelnen soll sich der Stört auf den
Bereich der heidnischen Allerlluimer Deutschlands heschriinkcn,
nimmt jedoch einerseits noch die üebergangsperiode in das
Christenthuni (ö. — 8. Jahrhundert) mit auf und zieht anderer-
seits zur Vergicichung aus den Alterthümcrn der Nachbarländer
dasjenige heran , was über unsere eigenen Fundsliickc .Auf-
schlüsse zu geben vermag. Der so begrenzte StolT soll nach
der bekannten Hauplcinlhcilung so geglicderl werden: A. Stein-
periode. B. Erzperiode. C. Eisenperiode, denen noch D eine
fränkisch -alamannischc Periode angehängt wird. Die Einthei-
lung der Tnleln ist dem entsprechend. Kur hätten wir ge-
wünscht, dafs im Texte überall bei den einzelnen (legenstän-
dcn das iMetall angegeben wäre. Der mitgegebene Text ist
kurz, berührt nebenbei die Terminologie, besonders aber die
Fundorte und gegenwartigen Besitzer. Die brennenden Fra-
gen der heidnischen Alterlhümer bleiben unberührt; hier soll
nur eine eingehende Vergleichung von Form und Technik mög-
lich gemacht werden. Die Abbildungen sind zwar klein, aber
genau.
Aufsätze in Zeitschriften.
Nürnberger Anzeiger, L'nterhaltnngsblatl, Kr. 4. Die
Symbolik des germanischen Bausljis, nachgewiesen an
der Nürnberger I.orenzi- Kirche.
Der Bund: Nr. 279. Die Kopp'schc Auffassung der Schweizer-
Geschichte. Nr. 292. Des grofscn Christoffels in Bern
Herkunft. Schicksale und mutbmafsliches Ende. (Hidber.)
Europa: Nr. 41. Burg Karlstein in Böhmen.
Die Grenzbolen: Nr. 40. Sieirisches Almleben.
Jahrbuch des gem. deutschen Rechts; II, 3. Eine neue
Lombardenhandschrift zu Augsburg. (Anschülz.)
Neue Jahrbücher f. Philologie u. Pädagogik: 77. u.
78. Bd., 8. Hft. Römisch-german. Altcrthümer. (J. Becker.)
Evang. K irch en zcitu n g: Nr. 76 — 78. Ulrich v. Hüllen u.
s. Stellung zur Reformation.
Korrespondent v. u. f. Deutschland: Nr. .")33. Zur (Je-
schichte der Stadt Nürnberg.
Deutsches Kunstblatt, Septemb. : Ausstellung von Antiqui-
täten zu Amsterdam, II.
Weslermnnn's Monatshefte: Nr. 25. Aus dem Familien-
leben des Ifi. Jahrb. Von alter Kncbwi^ise. (J. Miiller.)
lieber einige Formen d. mitteldeutschen Bauernhauses. (Peel.)
Morgenblatt f. gebildete Leser: Nr. 39(T. Besteigung des
Belchens im Schwarzwald. Schottische Volkslieder, mit-
gelh. V. J. Rodenlicrg. Nr. 41 IT. Troubadours und Minne-
sänger.
Deutsches Museum: Nr. 44 IT. Die Sccstaaten Italiens im
Mittelalter. I. (K. Hopf) Die deutsche Literatur im Kampfe
gegen den Hcxenglauben. III. IV.
Augsb Pnstzcitung: Nr. 211. Zur Gesch. der Bayerischen
Kloster im 16. u. 17. Jahrh. Nr. 214. Uebcr das Hcxen-
und Zauberwesen im XV. Jahrh. Nr. 234. Der dreifsig-
jahrige Krieg und die allgem. Zeitung.
Neue preufsische Provi nzi al -B I ätter: 2. Bd. 2. Hfl.
Alterlliüinerfund hei Danzig. 3. Hft. Zur preufsischen .Münz-
kunde. .Münzfund. (Nefselmann.) Auffindung eines niuth-
mafslichen heidnischen .\lterlhums bei l'ilenwangen.
Bremer So n n tags b I a tt : Nr. 40. Die norddeutschen Mar-
schen.
Wo che n- B 1 at t f. d. k. Landgerichte Allütting etc.: Nr. 44.
Ein „.Marc-.Aurel" (MünzeJ vom Jahr 164 n. Chr. zu Tilt-
manning gefunden.
Allgem. Zeitung, Beil. zu Nr. 3(i9. : Handschriftenkatalog
der Hof- und Slaatsliibliolbek in .München.
Landshuter Zeitung: Nr. 240. Burg Linden im bayerischen
Wald.
Neue München er Zeitung: Abendblatt zu Nr. 243. Aus
der Gesch. der Eroberung .Magdeburgs. Nr. 246. Das Rath-
haus zu München. Nr. 251 (f. Der Parzival des Wolfram
von Eschenbach. Nr. 254. Die Erwerbungen der k. Hof-
und Staatsbibliothek zu München im Verwaltungsjahre
1857/58. Nr.256ir. V..n Sinzing nach Laber. (H. Wcinin-
ger.) Das Archiv zu Rom in der St. Ruperts -Frage.
Nr. 262 IT. Von Laber nach Hcgensburg. (H. Weininger.)
Nr. 263 ff. Das Bittrich-Nonnenkloster zu .München. Nr. 268.
Die Münzenfunde von Gagers und Irsching. Der histor.
Verein von übcrpfalz u. Regensburg. (H. Weininger.)
Wiener Zeitung: Nr. 240. Der Todestag der Königin .Maria
von IJngiirn. Ar. 245. Ueber den Fund von Ileidengrä-
bern in Borotilz. Berichtigung. Nr. 248. Die Itcstauralion
des St. Stephansdonies. Nr. 249. Neu-Habsburg am Vier-
waldstiitlersec. (Feierabend.)
Vernili^elite ^^aclirieliten.
112) Bekanntlich wurde das alte furstbischöflichc Schlof»
in Heilsberg, nach der Marienburg das bcdeutendsti' Bau-
denkmal aus der Ordenszeit in Preufsen, durch die besondere
F'ursorge des Bischofs von Erniland, Dr. Göritz, durch l'm-
wandhing in ein Krankenhaus vom gänzlichen Verfall gerettet.
Die beiden Flügel des Schlosses, die vier Eckthürme und der
alte achteckige llaupltliurm wurden renoviert, der alte kupfer-
gedeckte (ilockenthurm jedoch abgebrochen. Die Bildnisse
sämmtlichcr Bischöfe des Ermlands, welche früher den soge-
nannten grofscn Rillersaal schmiickli'n, sind nach Frauenburg
gebracht worden.
113) Die Domkirche in Sl. I'dllen i>t nach iwcijahri-
gem Schlüsse wieder dem Besuche geöffnet worden. Das Ge-
bäude ist im Innern von Grund aus restauriert, und es erregen
sowohl die neuen, wie die allen wicderhergcstelltcD Bild-
werke und ürnamenle die allgemeine Bewunderung.
114) Die Thürme am Rcgcnsburger Dom sollen nun
doch ausgebaut werden, und es wird nächsten« der lu bildende
Verein mit einem Aufrufe nn die Oeffentlichkcil treten und
seine Thatigkeil entfallen, um dieses durch die (irofumulh de»
407
Anzeiger für Kuniie der deutschrn Vorzeit.
408
Königs Ludwig im Innern restaurierte iiiicl mit den pradil-
vullsten (Jliisfpnstern seschmücklc Meisterwerk deiilsrher Biiii-
kunsl zur Vollendunji zu bringen, in dcmsellicn Stil und (ieiste,
wie es der Bischof Leo Thundorfrr am 2'^. April 1275 be-
gründet und sein Nachfolger Heinrich IL (iral vim liotlencck
furlgcjctzt hat.
115) Das Museum Kra neisco- C.i ro ii n u m in Linz
wird bald das fünfundzwanzigsle Jahr seines Bestandes
feiern. In dieser Periode hat die vaterländische Anstalt viel
Anerkennungswürdiges geleistet , indem sie zahlreiche Srhiitze
von Antiquitäten sammelte, einen trofsen Thcil ihrer Th.ilig-
keit aber der l'rkundcnsamnilung zuwendete, wodurch allni.ih-
lich ein sehr srhalzcn.«wcrthes Uiplomiitarium entstand, welches
für kiinlti^'e Historiker von hohem Werlhe sein wird.
llfi| Der historische Verein in Gratz hat nunmehr
seine siimmtlirhen l'rkunden und Alterthünier an das Johan-
neum, und zwar hauptsächlich wegen Mangels an Kaum, abge-
geben. Die Menge der in letzter Zeit von allen Seiten an-
langenden örkunilen ist so grofs, diifs die Erwerbung einiger
.Monate der von frühern Jahrzehnten gleichkommt. Uebrigens
werden noch manche Jahre vergehen, bevor dieses Material
zur Ge-chichtschreibung lieniil/,t werden wird.
117) In Trier ist die .städtische Bibliothek, eine so
reichhaltige und werthvolle, wie sie nur wenige Städte be-
sitzen mögen , auch in den letzten Jahren vielfach vermehrt
worden. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung von Incuna-
beln, und es wurde ein Theil der davon vorhandenen Doublet-
len vor einigen Jahnen (jlTentlich versteigert. INeben diesen
Schätzen besitzt die Sladt in der aus der Verschütlung viillig
ans Tageslicht getretenen kolossalen Porta nigra, der durch
edlen Stil und (iröfsc gleich au.sgezeichneten Basilika und dem
im }. 1853 bei IVennig aufgefundenen Mosaikbuden seltene
Denkmäler römischer Baukunst.
HR) Der zu VVcsterhofen unweit Ingolstadt aufgefun-
dene römische, circa 700 Q' grofse Mosaikboden, wel-
cher bekanntlich sogleich nach seiner Entdeckung die gröfste
Aurmerksamkeit in Anspruch nahm, ist neuerlich durch den
Aufseher und rühmlichst bekannten Restaiirateur der Vascn-
samniliing, Hrn. Pleillncr. nach Miinchen gebracht worilpn, nach-
dem sich einer früher versuchten Transferierung uiiiibcr« ind-
bare Hinilernisse in Folge INichtberücksichtigung klimatischer
Einflüsse entgegenstellten. Der in seinen Dimensionen aufser-
ordentlich bedeutende Mosaikboden wurde nach gehöriger Trock-
nung von seiner breiten l'nterlage befreit , so dafs nur das
eigentliche Mosaik blieb, und Parcellen verschiedener Grofse,
auf Leinwand geklebt, in die Arl>eilsräume nächst der Vasen-
sammlung der alten k. Pinakothek gebracht.
119) Die k. Akademie der Wissenschaften verkündigt,
dafs Se. .Maj. der König geruht haben, unter den in den Jahren
1853 bis Ende 1867 öffentlich in Druck erschienenen Werken
aus dem Gebiete der deutschen Geschichte dem Werke des
ordenti, Professors der Geschichte an der Universität zu Königs-
berg, Wilhelm Giesebreeht: „Geschichte der deut-
schen Kaiscrzeil" in zwei Bänden, den im Allerhöchsten
Patente vom 18. Juni 1844 bestimmten Preis von Eintausend
Thalern Gold nebst einer goldenen „Denkmünze auf den Ver-
trag von Verdun" zu ertheilen.
120) Prof. Kopp von Luzern hat in Rom eine Ausbeute
für seine historischen Studien gemacht, die seine Hoffnungen
noch übertraf. Der gelehrte Präfekt der geheimen Archive,
P. .\ug. Theiner halte die Güte mit der emsigsten Sorgfalt
Alles aufzusuchen , was für sein rühmliches Unternehmen för-
derlich sein konnte. Bei dieser Gelegenheit fand P. Theiner
fünf bisher noch unbekannte Briefe des grofsen Kaisers
Rudolph von llabsburg, die demnächst Herr Kopp in sei-
ner Geschichte der habsburgischen Kaiser verolTentlicheu wird.
121) Gregorovius befindet sich in Florenz, um in den
dortigen Archiven Nachforschungen für eine (Jeschichle
Roms im .Mittelalter zu halten.
122) Bei der im Monate September zu Carlsruhe abge-
haltenen 34. Versammlung deutscher Aerzte und IVatiirlorschcr
wurde unter andern auch ein Vortrag über die Bedeutung
der altgermanischen V olksh eil ku n de von Prof. Moll
gehalten.
123) Die bekannte grofse heraldische Saniinlung des
vormiiligen Postcommissärs Lippe in Chemnitz, bestehend aus
etwa 40.000 Stück Siegelabdrücken sammt dazu gehöriger
Bibliothek von etwa 400 Bänden, wird von dem Sohne des
Sammlers, Hugo Lijipe in Chemnitz, fi'ilgeboten.
124) In der an alten seltenen Drucken reichen Bibliothek
des voriges Jahr in Strafsburg verstorbenen .Moriz Kngilhardt,
des Heransgebers ilcr Ilerrad von Landsperg, befand sich ein
von ihm verloren geglaubtes Original- Manuseripl des bekann-
ten .Mystikers Ruolmann Merswin. Es kam in gute Handc.
Prof. Karl Schmidt, der Verfasser von Tauler's Leben und
Lehren, der Gottesfreunde u. s. w., erstand es imd wird es
hoflentlich bald ans Licht treten lassen.
Inscralo und li('kaiiiilniii('liiiiii>;n).
16) Die Seclion für Archäologie und schone Kiinste der Ausstellung archäologischer und kuns t h is torischer
Krakauer k. k. Gelehrten- Gesellschalt hat in Krakau, im Gegenstande veranstaltet, welche bis zum II. Decbr. 1858
Pataii Sr. Durchlaucht Georg Füriten von Lubomirski eine dem PiililiKum geöfTnet bleibt.
Verantwortliche Redaetion; Dr.
Frcih. V. u. I. Aufsess. Dr. A. v. Eye.
Druck Ton Fr. Campe * Sohn In Nürnberg.
Dr. ft K. F r ü m m a n n
NÜRNBERG. Das Abonnement des
Blattfü, W(.k'h<_-8 alle Monate erKeh<-int,
wird iranzjiihri^ aniJ^t'nüinnien und betrugt
nach (Ltr neuesten PoHtt'onventbm bei allen
Postanttt-rn und Uucbhandlun^^en üfutsch-
landa \i\\:\. Ot'stroicbs 3ti. at>kr. im :*! M.-
Ful's oder 2Thlr. preuls.
Für Franlreith abonniert man in
Strarsbur^ bei C. K. Schmidt, in Paris
bei der deutschen Uuchhandluii);; von F.
Klineksieek, Nr. 11. ruc de Lille, oder
AMZEICiER
FÜR kl;\DE »ER
bei dem Postamt in Karlsruhe; für Knj-
land bei Williams Ä: Nor;;at«-, II Hen-
rittte-Strr-ftCovent-Garden inLondon; für
\orihtineriln bei den Postiimt'Tn Hrcmen
und Uuuibur^. —
Insi-rate, welche mit df*n Zwecken
des Anzcif^ers und dessen wissenschafV
lichi-ni (iebicte in V'i-rbindunK' steheo,
worden aufgenommen und der Raum ei-
ner Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 B^.
berechnet
DEmilE\ VORZEIT.
Neue Folge. '^ÜK^ii^^t^xvv Sechster Jahrgang.
ORGAX DES (iERHAMSCHEX MISEOIS.
1859. JS^ 12. Deeember.
Wisseusciiallliclie Mitüieiluuji^eu.
Die AbManiiuuns des Astronomen
Herscliel.
Von Archirar Herschel in Dresden.
Die in England erschienenen Lebensbeschreibungen
des Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel sind mir
nicht znganglich geworden. Von den in deutscher Sprache
geschriebenen kenne ich drei : Die vom Gymnasiallehrer
Job. Georg Friedr. Kraft zu Bayreuth in einem Scbul-
programm zum 6 Juli 1787 gelieferte, die in Zach's mo-
natlicher Korrespondenz, Band V, S. 70 befindliche und
endlich die Gartzens in der Ersch und Gruher'schen En-
cyklopadie (II. Sektion, Band VII, S. 39) enlhallene. Sie
alle berichten nur soviel, dafs Herschel am 15. ^ovem-
ber 1738 zu Hannover geboren worden sei, ohne über
die Herkunft seiner Familie Etwas hinzuzufügen, lieber
diese letztere mag hier folgende Nachricht Plalz finden,
welche freilich bis jetzt urkundlich nicht belegt, sondern
nur auf FamilienUberlieferung gegrtlndet werden kann.
Unter den zahlreichen >'ichtkathuliken , welche die
Osterreichische Gegenreformation des 17. Jahrb. nach
Kursachsen trieb, befanden sich auch drei Gebrüder Her-
schel aus Slahren, von welchen zwei in Schmilka utid
Postelwilz, Eibdörfern unweit Scharidan, sich iiiKsiedelten,
der dritte aber in Pirna sich niederliefs und Gärtnerei
trieb. Dieser letztere wandle sich später von Pirna nach
Hannover und ist der Stammvater des Astronomen Herschel.
So habe ich von meinem aus Schmilka stammenden
Grofsvater (f starb am 27. Sept. 1805 als Amtsregistra-
tor in Pirna), ingleichen von meinem Vater (j 7. März
1825 als Protonolar des damaligen Überhofgerichts zu
Leipzig) wiederholt erzählen und versichern horen. Beide
wufslen auch, dafs Herschel in Slough diese obersächsi-
sche Herkunft seiner Voreltern wohl kannte und im Jahre
1789 einem Dresdener Drechsler, Namens Siegel, welcher
zu jener Zeit bei ihm beschiftigt gewesen, bei dessen
Uückkebr Auftrag erlheilt hatte, nach seinen Verwandten
in der Umgegend von Pirna sich zu erkundigen. Die un-
zureichenden Verkehrsmittel jener Zeit, sowie die krie-
gerischen Erelgnis.se vereitelten jedoch lange Zeil jeden
Versuch der deutschen Verwandten, mit Herschel in Eng-
land eine Verbindung anzuknüpfen. Erst im Jahre 1819
fand mein Vater eine Gelegenheit, ihm die gewünschten
Fomilienriachrichlen auf sicherem Wege zugehen zu las-
sen. Er empfieng hierauf unter dem 19. Juni lbl9 voa
dem Sohne, dem Baron Job. Friedr. VVilh. Herschel, eine
dankende Antwort mit der Meldung, dafs sein Vater die
Unterlagen zu seiner ausführlichen Lebensbeschreibung
geordnet habe. Ob eine solche iu England nachmals ver-
öffentlicht worden sei, ist mir nicht bekannt.
Bekanntlich laut der in diesen Tagen ver>torbene Dr.
Pescheck in Zittau ein sehr eingehendes gesrhichtlichef
Werk über die böhmischen Exulanten in Sach.im (Leip-
zig, 1857) geliefert. Kommt darin in dem Abechmtle
443
Anzeiger für Kunde der deulscliea Vorzeil.
4i4
Biographie.
Künstler.
Pirna, S. 30, der Name llerschel nicht vor, so ist der
Grund wahrscheinlich in dem Umstände zu suchen, dafs
die Trager desselben als arme und g^eriiige Leute unter
der grofseu Zahl bedeutender und bemittelter Auswande-
rer unerwähnt blieben. Uebrigeus war Pescheck, wie er
mir brieflich erolTiiet hat, seihst weit entfernt, seine Unter-
suchungen für erschöpfend und abgeschlossen zu achten.
Schlierslich noch die Bemerkung, dafs die beiden Ge-
brüder Harschel, deren Hormayr's Chronik von Ilohen-
schwangau, S. 159, beim Jahre 1461 als in Diensten des
bayerischen Herzogs Wolfgang gedenkt, hierher durch-
aus nicht zu gehören scheinen.
?IIeiMter llaiii« Felber von Ulm.
Von Professor Dr. K. Ilafslcr in Ulm.
Der Aufforderung des Herrn Boctors Lochner in Nr. 8
des Anzeigers von 1858, Sp. 2tJJ, in Belreff des Ulmer
Meisters Hans Felber, war ich schon vor Idiigeicr Zeit
im BegrifT zu entsprechen, als ich erfuhr, dafs es bereits
durch einen Landsmann, Herrn E. Mauch (a. a 0. Nr. 9,
Sp. 292), geschehen sei. Sein Artikel, mit welchem
übrigens Weyermann's Neue Nachrichten (Ulm, 1829),
Sp. 95 f. zu vergleichen sind, ist mir jedoch erst in die-
sen Tagen zu Gesicht gekommen und veranlafst mich,
nicht etwa, weil er unvollständiger ist, als der Weyer-
mnnn'sche, und, vielleicht absichtlich, eine Notiz über
Hans Felber zurückhält, welche in Hrn. Mauch's eige-
nem Buche (Gruneiseii und Mauch, Ulms Kunstlebeu im
Mittelalter, S. 17) zu lesen ist, sondern, weil ich holTe,
einige neue Aufklarungen geben, andere vielleicht da-
durch herbelluhreti zu können, zu folgenden Jlitlhcilun-
gen in möglichst urkundlicher Gestalt. Ein Auszug aus
dem Steueramtsprotokoll S. 160 v Jahr 1424 lautet :
„Anno 1421 vor Andree rerdingten wir Ulrichen Kuch-
lln lijC Buchsenstaiii vnd gehen ihm von jedem stain be-
sunder ain Schilling Die gehürcnt ijr die vier Buchsen,
die Meistor Hanfs h'elher gegossen hat." Hiernach
erscheint er in diesem Jahre als Büchsenmeister, wobei
naturlich in dieser Zeit nicht an Buchsenmacher in un-
serem Sinne, sondern an Stück- oder Kononenaicfser zu
denken ist. Aber eine, wie mich dünkt, höhere Stel-
lung weist ihm schon ein Jahr zuvor folgende Urkunde
an : ,.Vf sant Aufrenlage. Ano MCCCCXXiij'" sind min
Herren von Vlme vberainkommen mit iVIaister Uswalten
dem Büchsenmaister von Kotwyle. Also dofs er In gies-
sen soll ain grufs Buchse vnd zwo Kennbuchsen der nine
by fünf vnd zwainzig Zentnern habe Vnd wie ImMaistcr
Hanns Fei wer an allen dryen Buchsen den zolle Wylin
lengin vud gröfsin pulfcrsacks muntlochs vnd anders
git Also sol och er si gifsen. Vnd si gebeut Im von ye-
dem Zentner der grofsen vnd der amen Bennbüchse zwen
guhlin ze lone Vnd legenl Im allen geziuge dar. Aber
umb die ainen Hennhuchse sol man Im nicht Ionen vnd
er sol die umbsufs giefsen. Wers aber, ob die buchsen
mifsrieten, so sol er sin aiheit verlorn han, vnd sol sie
anders giefsen welich mifsrieten vmh den vordem lone,
dafs Im min Herren von Ylm den geziuge darlegen Sül-
len vnd niht mer gepunden sin ane alle geverde." Hier-
nach scheint Hanns Felber nicht blos Giefser, son-
dern, wenn man damit zusammenhält, dafs nur ein paar
Jahre später (1426) die Herren von Ulm in ganz ähnli-
cher Weise, wie den Meisler Oswald von Rollweil, einen
Buchsenmeister Franz Blattner von Augsburg auf zwei
Jahre bestellen, mehr der Inspector und Director des
Giefswesens, und, wenn man seine sonstige so vielsei-
tige Thätigkeit in Betracht zieht, das gewesen zu sein,
was die moderne Zeit in dem umfassendem BegrifT des
Ingenieurs zusammenfafst. Hierfür spricht vor Allem seine
gleichzeitige Thäligkeit als Architekt, vorausgesetzt, dafs
der in den Banrecliiiungen der Georgskirche zu Nördlin-
gen vorkommende „Hans von Ulm'' identisch mit uuserm
Hans Felber sei. Die Uotersuchung hierüber zum Ab-
schlul's zu bringen, oder sie doch demselben entgegenzu-
l'Uhren, kann vielleicht Folgendos dienen. Bekanntlich
soll er auch Baumeister der interessanten Kirche zu Waib-
lingen im Kemsthale gewesen sein, welche 1488 vollen-
det wurde. Dies fuhrt freilich, wenn er die Vollendung
des Baues noch erlebt haben soll, zu der übrigens nicht
unmöglichen Annahme, dafs er ein sehr hohes Aller er-
reicht habe. Dies vorausgesetzt, dürfte ein Sleinmelz-
oder vielmehr Meisterzeiclien — denn es lindet sich in
einem VVappenschilde — welches ich selbst in der Waih-
linger Kirche mehrfach angetroffen habe, Beachtung ver-
dienen. Es hat folgende Gestalt ] 1 und (indct sich
eslalt 7 / und (indi
aufser an der Kanzel anch über dem zweiten Fenster des
sUdlichiMi SeitenscbilFs zugleich mit der Jahrzahl 1488,
und besonders in der sogenannten llappeiikapelle über
dem Verbiudungsgurle iu Verbindung mit einer bärtigen
männlichen Figur, ohne Zweifel den Kirchenmeistcr dar-
stellend, auf dem Wappcnschilde zugleich inil der Jahr-
zahl 1489. Es wäre nun von Interesse, zu erfahren, ob
wol dasselbe Meislerzeicheii auch in der Georgskirche zu
Nordlingen sich linde. Im bejahenden Falle wurde dann
die Identität der beiden Baumeister zur Gcwifsheit. die
Annahme, dafs es unser Hans F<lber gewesen sei, zur
höchsten Wahrscheinlichkeil erhoben. Will man aber
44Ö
Anzeiger für Kumle der deutschen Vorzeit.
446
ein so hohes Alter dem Manne nicht zugestehen, so
könnte immerhin ein gleichnamiges jüngeres Glied der-
selben Familie die Kirche lu Waibliiiij-en gebaut haben,
denn die Wahrnehmung, dafs im Mittelalter nicht selten
gewisse Berufsarteu in den einzelnen Familien durch
ganze Generalionen, ja selbst Jahrhunderte hindurch sich
erhalten haben, findet ihre Bestätigung auch hier, in-
sofern noch viel spater, ndnilich im Jahre 1526, aber-
mals ein Hanfs Felber B ü c li s e n ni e i s ter in den
Steuerbüchern dahier urkundlich vorkommt.
Zustände. Zur KedeutuiiK «le« Titelii ,,llerp" Im
Sprache und ITIIttriHlter.
Von Dr. Frhr. Uolh v. S ehre ckenstein.
Das germanische Museum besitzt das Original eines
Gerichtsbriefes des Schultheifscn Conrad I'finzing zu Nürn-
berg und der Schollen daselbst, in Betreff der Irrungen
des Juden Selkmann von Neuniarkt mit der Judenschaft
zu Nüiiiberg, vom 2. Juli 1320. In diese Urkunde ist
eine illere von 1314 (frytag in der oslerwochen) voll-
ständig aufgenommen, und zwar ein Spruch des Schult-
heifsen Chunrat Eseler zu Nürnberg, ebenfalls die Ge-
rechtsame lind Zwisliglieilen der Nürnberger Judenschuft
betnfrend. Hier erhallen nun verschiedene Juden ur-
kundlich den Titel „her". Der Schultheifs bestätigt
nämlich, dafs vor ihn gekommen seien ,,Moyses der bi-
BchülT, Svzkint von Uiiolspach und Bendit hern Michel-
trauts svu die Juden, von aller Juden wegen gemeinilich
zu Nüremberg." Im weiteren Verlaufe der Urkunde wer-
den die vier Meister der Jiidenschule zu Nürnberg nam-
haft gemacht. Sie heifsen : ,,hcr l.ezir, her Ysac hern
Bonfantes eidem von Erfurt, her Merklin und her Svz-
kint von Onolspach." Zu bemerken ist, dafs die als Schöf-
fen beigezogenen Geschlechter in der Urkunde den Titel
„her" nicht erhalten. ,,Do sant ich (der Schultheifs)
nach Gramlieben minem bruder, Herdegen viid Friedrichen
den Holtschuhern, Berchlold viid Fritzen den l'hinzingen"
u. s. w.
Wie kömmt es nun, diil's Juden, die im Mitlehiller
bekanntlich mifsuchlet wurden, einen Titel erhalten, der
um jene Zeit ein l'räroijaliv des hohen Adel.'*, hoher Ma-
gistratur u. 8. w. zu sein pflegte. Selkmann, der die
Irruiieen veranlafsle, hrifst in der Urkunde einfach „Selk-
mann der jnile." Erhielten die vier Meisler den Herren-
titel etwa in ihrer Eigenschaft als Vorstände der Syna-
goge ?
Eine IlMfitlMrlirlfl drM Han« Roariiplüt. Qandschriften-
kunde.
Von Dr. Adelb. v. heller, Univtrsilalsprofessor, in Tubingen.
(Schlufi.)
75) Bl. 381. Priameln:
a) Ein sewhirtt der do hult pei körn. Vgl. Keller,
das. 1163, 73. 1107, 201. 1339, 87. 1369, 35.
b) Ein zymmernian dem die spen in cleidern han-
gen. Vgl. Keller, das. 1103, 61. 1333, 34. 1309,
36. 1435, 22.
c) Ein schweigender sihuler. Vgl. das. 1371, 98.
76) Bl. 382. Kosenplüt: Von unser Lieben Frauen
(Von unser Frauen Schönheit). Vgl. das. 1330,
18. 1380, 39. God. 96, 3.
77) Bl. 390b_ Kosenplüt; Von der vil Hantwercken.
Gedr. Keller, 1135 ^abweichend). Vgl. das. 1331,23.
78) Bl. 395. Priameln und Sprüche:
a) Von dreien Dingen wirl man schwach. Gedr.
Keller, Schwanke, 30. Vgl. Fastn. 1167. 204.
1342, 123. 1343, 133. 1370, 54.
b) Nach dreyen dingen wirt man starck. Gedr. das.
31. Vgl. Fastn. 1167, 204. 1370, 55.
c) Kumt kunst für ein haus. Gedr. Eschenb. 404.
Vgl. das. 1163,57. 1166,171.1336,54. 1369,45.
d) 0 werlt dein nani heifst spolhilt. Gedr. Eschenb.
405. Vgl. das. 1163, 05. 1337, 69.
e) Wo albeg gut gericht ist in einer slat. Vgl.
das. 1103, 60. 1166, 178. 1343, 134. 1309, 18.
Gedr. Keller, Schwanke, 51.
f) Ein Richter der do richtet recht. Gedr. das. 48.
Vgl. Fastn. 1166, 169. 1369, 30.
g) Ein schweigender schuler; (ebenso oben Nr. 75 c).
h) l'oßheit vnd grintig pader. Vgl. Keller, Fasln.
1371, 99.
i) Slaup lauch vnd rauch. Vgl. das. 1371, 101.
k) Seit das man die roten enge srhülech erdacht.
Gedr. Keller, Schwanke, 44 (abweichend). Eschenb.
400. Vgl. Fastn. 1163,77. 1165,144. 1435,19.
I) Wer alle lag wil ligen jm luder. Vgl. das 1162,
31 110 1, 96, 1371, 100. 1450, 30.
m) Serlit wo der suii fnr den valer gat. Vgl. das.
1107, 184. 1309, 2«. 1439, (i8. Gedr. Keller,
Schwanke, 42
n) Die knaben in den hohen hUtcn. Vgl. das. 1103,
59 1101, 91 1165, 109 1337, 73 I30'.l, 43.
Gedr. Eschenb 105.
o) Ein vesnnc hl vnd ein frolikeit. Gcdr Keller,
Schwanke, 20. Vgl Keller, Fastn. 1102,32,
1100, 129. 1370, 63 1450, 27.
447 Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 448
p) Wer gern spilt vud vngero gilt. Vgl. das. 1163, mm) Ein paur dem got solch kunst wol fugen. Vgl.
59. 11C4, 97. 1369, 44. a. a. 0. 1340,90. Üedr. im Bericht an d. Mitgl.
q) Hültschuher vud truckner wegk. Vgl das. 1163, der d. Ges. 1840, 41.
33. 1456, 28. od) Ein suiider der iu sein sUndeo verzagt. G«dr.
r) Wer ein pferdt bat Hos hinckt. Gedr. Keller, Keller, Schwanke, 47. Eschenb. 403. Vgl. a. a.
Schwanke, 25. Vergl. Fastn., 1163, 34. 1456, U. 1164, 84, 1166, 180. 1369, 21. 1435, 26.
31. 1370, 50 79) Bl. 405. Spruch von einer Dirn. Anfang: Zu
») Welcher man wer als faul vnd als treg. Gedr. lichtmeß sei man heben an.
Keller, Schwanke 33 (abweichend). Vgl. Fastn. 80) Bl. 405 b. Spruch von difsen Puch. Anfang: Wer
1163, 44. 1371, 85. 1456, 32. das puch lesen oder hören wil.
t) Wer auf einem weichen meß «il stelczen. Vgl. 81) Bl. 405 b. Priamelu:
Fastn. 11G5, 106. 1370, 81. a) Ein man der mil einem ist vnd trinckt. Vgl. a.
ü) Ein hubscher weidman vnd ein jeger. Gedr. a. 0. 1371, 112.
Keller, Schwanke 58. Vgl. Fastn. 1163, 35, b) Ein fruiTie frau in eelichem standt. Das. 1371,
1165, 132. 1333,38. 1370,64. 1439,71. 1456,25. HO.
v) Welcher prister sich des vermeß. Vgl. das. 1163, c) Ein man der mit einem ist vnd trinckt (wie oben, a).
54. 1165, 142. 1336, 56 1369. 41. 1436, 37. d) Ein fruiTie frau an eren steet. Dos. 1371, 113.
w) Wer einem plinten winckt. Vgl. das. 1163, 36. e) Wer frauen vud prisler ert.
1164, 105. 1338, 75. 1370, 82. f) Wenn ein reicher ein armen verschmecht. Das.
x) Wer sich einer solchen sach verme(i. Gedr Kel- 1371, 118.
ler, Schwanke, 23. Vgl. a. a. 0. 1163, 37. 1165, g) Ein frumme frau mit frOlichem mut.
140. 1370, 83. b) Ein steleuder dip vud ein putel. Gedr. Keller,
y) Wer hat ein hennen die nicht legt. Gedr. Eschenb. Schwanke, 18. Vgl. a. a. 0. 1162, 2. 1370,56.
403. Vgl. a.a.O. 1163,38. 1165,123. 1370,49. 82) Bl. 407. Das lidlein von der saw . Anfang; Ich
z) Ein zaghafftiger Streiter vnter eines fursten pa- kam dort hin auf einen mist.
nir. Vgl. das. 1163, 11. 1165, 119. 1338, 83. 83) Bl. 410b. Rosenplüt (?) : Spruch das alles in
1370, 57. der Welt gut gehet,
aa) Jaghunt vnd alt basen. Vgl. das. 1162, 16. 84) Bl 413b. Rosenplüt (?) : Das lid von den hei-
1165, 117. 1337, 67. 1370, 59. 1456, 23. ligen Der paurencalender (bricht unvollendet ab),
bb) Lederer vnd löchert heut. Gedr. Keller, Fastn. 1103.
cc) Ein Richter der da siezt an einem gerichl. Gedr. ,: ^
Keller, Schwanke, 49. Vgl. a. a. 0. 1164, 76.
1166, 162. 1369, 22. 1439, 66.
dd) Ein fruiTier man der gern recht thett. Gedr. a. A'euaiifKefiiiideiie AoteilHtürkp zur HiinHt-
a. 0. 46. Vgl. a. a. 0. 1167, 186. 1369, 28. und KulturseMcliIrlite deM 16. Jnlirli.
(Schlufs.)
1435, 21.
ee) Ein spiler der da spil hat gctriben an. Vgl. a.
a. 0. 1163, 74 1167, 188 1369, 31. 1435,23. Nach diesen vorhiuHgen Bemerkungen kehren wir zu
IT) Ein kremer der da nymer nichtz leugt. Gedr. unserni Inventare zurück und fuhren mit kurzen Motizen
Keller, Schwanke, 60. Vgl. a. a, 0. 1163, 62. die einzelnen Abtheilungen auf, um anzudeuten, was aus
1167, 189. 1333, 40. 1369, 32. 1435, 24. demselben zu entnehmen ist:
gg) Ein arczt der zen wee kunt vertreiben (s. oben 1. Ur- und ahnherrliche Mannlehen, darunter
Nr. 15, b). Giechischc, Leonrodtische, Truchsefs'sche und Bambergi-
hh) Welcher mensch den Erczten wirt zu teil (s. sehe Lehen. Gcsammtwerth 1400 (1.
oben Nr. 15, c.) II. Eigene Guter, Rentzinsen und Gniten auf
ii) Ein seiihirt der do hat pei körn (8. oben Nr. 75, a). dem Lande. G. W. 6000 11.
kk) Ein lymermann den die spcn in cicidtrn hangen III. Liegende Guter in und vor der Stndt
(9. oben Nr. 75, h.) Nürnberg. G. W. 10,362 0.
II) Wer hoch auf einen paum wil purczcin. Vgl. IV. Eigenzinsen und Ga tt e r s ch a f len in der
a. a. 0. 1164, 99. 1370, 80. Stadt. G. W. 431811.
/yrfi.
/»«;
449
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
'»50
V. Augelcgle Gelder. G. W. 30,835 0., darun-
ter 1G,000 fl. auT Gewinn und Verlust im Handel. - —
Die Zinsen sind zu 5 vum Hundert gerechnet, werden
aber auch in Festgesetzten Naluralliererungen gezahlt.
VI. baarschaft im Hause = 693 0
VH. Silbergeschirr, dazu P a te rn us ter und Ko-
rallen. G. W, 2538 0. — Es befanden sich im Hause
des W. Imhof nicht weniger als 9 vergoldete Doppcl-
becher (Scheiern), 43 kleinere Becher (Maigelein) und
26 silberne und vergoldete Trinkgeschirre von verschie-
dener Gestalt.
VHI. Goldene Hinge und ,,Sch il li nge" (Gna- <
den- und Patheupfennige, welche man an Ketten um den
Hals trug), gefafste und geschnittene antike und
neuere Steine. G. W. 203 D. — Eine antike Camee
wird bis zu 40 fl., ein neuerer geschnittener Stein, wenn
es kein Edelstein ist, bis zu 6 fl. gerechnet.
IX. Goldene, silberne, messingene und ku-
pferne romische Medaillen. G. W 1791 fl. .^ Dar-
unter befunden sich 57 goldene, 651 silberne, 79 grie-
chische, wahrscheiulich silberne, Stucke. Unter Medail-
len werden hier wol gröfsere Münzen zu verstehen sein;
wenn nicht, so gehörte W. Inihof ohne Zweifel zu den
Kunstfreunden , die damals schon von italienischen P'äl-
schern hintergangen wurden. Wir wissen anderswoher,
dafs er seine Medaillen, soweit er sie nicht von seinem
Grüfsvater ererbt, grOfstenlheils in Lyon gekauft hatte.
X. Antike und neue Br o n cef i g uren. G. W.
UOfl.
\I. Plastische Arbeiten in Marmor, Alaba-
ster und Gyps. G. W. 975 0.
XII. GemäldeinOel- und Wasserfarben, Wap-
pen, Kupferstiche u. s. w. G W. 1490 0. — Die-
ses Verzeichnifs umfafst allein 16 Folioseiten und wird
um so interessanter, da eine spatere Hand, wahrschein-
lich eines Sohnes des Willibald Imhof, zu den einzelnen
Nummern Randbemerkungen Über das Schicksal derselben
beigefügt hat. Wir erfahren hieraus unter Anderm, was
Kaiser Rudolf H. aus der Imhollschen Sammlung erwarb,
worüber Heller iinr unvollstündig ^ach^i(-ht geben konnte.
XIH. Die Bibliothek im Werth von 552 0.
XIV. Elen-, Hirsch- und andere Geweihe.
G. W. 231 D. — Es ist bezeichnend für jene Zeit, dafs
zwei grofsc Hirschgeweihe gerode so hoch im Preise
standen, wie Durer's sümmtliche Werke in Kupferstich
und Holzschnitt, nämlich 36 fl.
XV. Po rz e I la nge füfse, Majoliken, veuetia-
nische Schalen, Glaser und irdenes Geschirr.
G. W. 17O0
XVI. Zinngeschirr. G W. 154 0.
XVII. Messinggeschirr. G. W. 32 0.
XVIII. KupfergeschM I. G. W. 59 0.
XIX. Mannskleider. G. W. 315 0. — Eine für
die Geschichte der Tracht ergiebige Abtheilung. Wir
ersehen unter Anderem daraus, dafs eine Schaube, wie
sie um die Mitte des 16. Jahrh. ein vornehmer Nürnber-
ger trug, auf 80 0. kam.
XX. Harnische, Wehr, Tartsc hen, Geschosse
und was zur Reiterei gehörig ist G. W 310
. — Ein weifser, geatzter Harnisch mit Helm, Handschu-
hen und sonstigem Zugebor kostete nur etwas Über 13 0.
XXI. Bettstiitte und Federwat. G. W. 715 0.
XXII. Leinen und Tuch. G. W. 949 0.
XXIII. Allerlei schOne, kunstlich gewirkte
und ausgenahte türkische und andereHängtep-
piche. Banklegen, KücktUcher, Tischteppiche
Bettdecken, genahte Kissen ii. dgl, — Das Ver-
zeichnifs des Einzelnen und die Werthaiigabe des Gan-
zen ist leider mit den beiden letzten Blattern verloren
gegangen.
Die aufgeführten einzelnen Summen betragen insge-
sammt 63,965 0., wobei jedoch zu bemerken, dafs Bruch-
tlieile von Gulden nicht mitgerechnet sind. Setzeu wir
den alten Gulden um 1580 auch nur zu 3 0. unseres Gel-
des an, was um etwas zu gering angenommen ist, so be-
trug die Hinterlassenschaft des W. Imhof gegen 192,000 0.,
deren wahrer Werth sich übrigens erst herausstellen
wurde, wenn das VerhSltnifs des Geldes zu den Lebens-
bedürfnissen und Luxusgegenständen in jeuer Zeit genauer
festgestellt wäre. Dafs dieses reichhaltige Inventar mit
seineu vielseitigen Preisangaben, wovon wir nur wenige
Frohen mitgethcilt, hierzu Bedeutendes beizutragen ver-
mag, dürfte eine Seite seines Uauptwerthes ausmachen.
Dir alten Cäewerkkirolleii zu CarelTituRld. Leben.
Von Dr. J. G. L. hosegarten, Universilaisprofessor, in ' "kV-^J.'"?!, ""''
Greifswald. /.iinftwe».ii.
Im Greifswiildcr Slndlarchive befindet sich ein Folio-
band : Memdriiliiliciilmrli Nr. 6 Er enthalt einnirdiirun-
zig Pergamentblatler , auf welchen verschiedenartige alle
stiidli.<rlie Anfzeichnnirgeii stehen Mit Fol, 2 beginnt
eine Reihe Gewe rksrollen für verschiedene Innungen ; die
ersten haben keine Bezeichnung des Jahres : die vierte
ist von ao. 1397; die dann zunflrhst folgenden sind aus
dem ruiifzehnlen Jahrhundert Dieinnnngen bildeten im )lil-
telalter fest geschlossene Genossenschoflen. deren Arbeits-
gebiete gleiehwiilil sich bisweilen nahe berührten Es wird
daher schon damals nothwendig, die Grenzen zwischen
•iol
Anzeitjur für lüinile der dcutsclieii Vorzeit.
«5
den Arbeitsgebieten der einzelnen Iniiuiig^en möglichst
scliai-r zu bestimmen, damit keine luuting die andere be-
einträchtige. Diese Rücksicht sehen wir deshalb in den
alten Gewerksrollen oft hervortreten. Ich lasse hier ei-
nige jener Greifswalder Rollea füllen. Die erste betrifTt
die Abo^renziing zwischen den Sattlern (gedelercn) und
den Riemenschneidern (rcmcnsnyderen).
Hie incipit über de concordiis officinriim
et divcrsorurii nicniiii ialiiim nostre civitatis.
1.
Nota de zedelere unde de remensnydere nzcr slad
tome grippswolde scholen aldns holden ere fndracbt, dat
de zedelere scholen unde moghen vorkopen to dcme sa-
dele alle gherede wijt unde unbeslaghen , dat se sulven
maken ; unde wat Ihn dorne zadele hört, dat se sulven
maken , schichleddere, jeglienleddere , gorde unde over-
ghorde, de se sulven maken, moghen se hutene deme za-
dele vorkopeii, alse vor deme zadele unde no demc sa-
dele, unde anders nicht Wcre ok dat se beslaghen ghe-
rede vorkopen wolden tnmc zadele, edder butene deme
zadele, de scolen se van den remensnyderen, de in uzer
stad wonaflich synd, kopen, unde anders nicht, alzo dat
de zedelere nyn buslagben werk kopen scholen butene
edder bynnene van ghesten, dat ze vort mit zedelen ed-
der ane zedele vorkopen. Ok scolen de zedelere uscr
stad den remensnyderen user stad butene nenen schaden
dün. Ok so scholen de remensnydere nyne detasschen
vorkopen anders mer den zedelcren uzer stad. Dar bo-
vene schal erer een des anderen ammet nerghenc mede
anverdighen vurdcr wen hir vorescreven stcyt.
Das Wort schichlediierc bedeutet : Scheuleder, vor den
Augen: wie millelhochdeiilsch : schtech, scheu. Dilnsschen,
Lendenlaschen, Sallcllaschen , die an der Lende hangen, von
dee, Lende. Anders mer, anders als. Anterdighen, angreifen.
2.
Weten schalme, dat wy umme de schelinghe, de de
kremere unde scrodere tho samende hebben ghehaad, se
vorschedcn hebben an desser wijs, dat de scrodere scho-
len nynen tzeter edder kogheler, edder sarduk, vorkopen.
Ok .scholen de scrodere nytie bendele, nyne syde, nyn
florsgarne, vorkopen, mer allene oft se wes haslcghen
scholdeo rede maken, dar moghen se hendeleti, syden
unde florsgarne thu hebben, unde dal scholen se doch
io van usen kremeren kopen, unde de scholen en red-
delken kop gheven. Weret ok, dat se snlven tvvenie
verwen, den moghen se vorneyen ; vurder scolen se ny-
nen verweden Iwerne, des se sulven nicht cn verwen, vor-
kopen, men allene den se von uzeren kremeren kopen, unde
nicht van ghesten, unde scholen en reddelken koop gheuen.
Tteler, lockere Leinwand. Knghelcr , l'nrehenl. Sarduk,
.VlIiLs . Sarsche. Bi-ndetc, Blinder. Hasleyhen, hastig, rasch.
Tirirnr, Zwirn. Schelinr/he, Streit.
3.
Das dritte Stuck handelt von Schuhmachern und Gerbern.
Der schomaker rechlicheyt unde der gerwer.
Witlik sy dal wy de schumakere und de gherwere,
de wonaflich synd an uzer slad, hebben vorscheden unde
entweygh ghesproken umme de schelinghe unde twedracht,
de se tho samende hebben, also dat de schomakere mo-
ghen gheren an eren husen, dar se wonen, und eres sul-
ves knechten, unde anders nicht, also vele ledders, also
se sulven dorven , unde moghen vormaken. Dar scolen
so ok nyne gherwerknechte sunderghes thu meden unde
holden. Ok schulen se nyn ledder unvormaket vorkopen,
unde scolen ok uyniande ledder gheren umme vrnntscop
willen, edder umme ghelt, mer allene also vele also se
sulven budorven. Ok scolen se nyn roo ledder kopen, mer
allene also se van uzer vrowen daghe erer hemmelvart
vort bette to sunte michelis daghe kopen moghen, unde
anders nicht, umme dat loo thu kopende.
Gheren, gar machen, gerben. Dorven, bedürfen. Vorma-
ken, verarbeiten. Budorven, bedürfen. Loo, Lohe, Gerberrinde.
4.
Dies Stück betrifft wieder die Hiemcnschneider.
Wytiyk zy dat den rSmsnyderen uzer stad gheghunt
ys Ihur tyd desser slukke unde arlicle, de hyr na scre-
ven stau, 'fhunie ersten. VVe ere ammet wyl wynnen,
de schal en tho vorcn lim zegghen dre vernddelyares,
unde de ^chal hebben veflbeyn mark unvorborghen ; de
schal he bewyzen myt tuen bedderven luden. Zynl ze
erfzelhen, zo schal dat thu eren slychlhen worden slan;
zynl ze umbezelhcn, zo scholen ze dat zegghen by eren
eden. Item dat he hule brevc, dar he lest ghedeent
heft. Item zo schal he maken Iwe stukke Werkes up
der olderlude werkstede, dat he enen yewelken bedder-
uen manne ane moghe vul duu. Item wy an ere am-
met unde kumpenye kunipt, de schal en ene mark sun-
dcsch gheven. Ihn eren boldeke unde liebten, unde cn
punt vvasses, unde ene tunne bdrs, de schalen ze myd
vruiilscop vndc vrowden drynken. Datum anno domini
ni".ccc".xcvij" sabbalo post feslum asrensionis domini.
Ok schal numment veylinghe hebben hijr in desser
slad Io niarkede, edder in anderen sieden, dal ruren
mach in ere anipl, utenomen den jarmnrket, unde dre
daghe dar hüten. Scriptum anno domini m" cccrxxv". sexta
friia ante feslum .lobaiinis bnplisle.
Item wy an ere unimel unile kumpenie kunipt, de
schal hebben en verdick armborst, mil ."Syriern takelle,
eueii schilt, unde enen lirtd Anno domini m" crcc".!'"".
feiia (|uarta jiost uculi.
453
Anzeiger für lv\iiiilt' dor deutschen N'orzeil
454
Da der erste Satz dieser Bestimmungen von ao. 1397
ist, so ist zu vermutben, dars auch die drei vorhergehendeu
Kümmern aus dem vierzehnten Jahrhundert sind. VerndJil-
yar, Vierteljahr. Slijchl, einfach. Dar he lest, wo er zuletzt.
Vul dun, genügen. Sundesch, Stralsundisch. Boldehe, Decke
für die Bestattung. Veyliughe, feile Waare. Ruren, berühren,
betreffen. Takel, Gerälh, Ausrüstung.
5.
Von den kratncren.
Notandum dat dar nemant schal kramerye vorkopen.
ane id kome em Ute vlandereii ; uiidc was, dat ute lyflande
kumniel, dat syn egheiie is, dat mach een islik vorku-
pen wor hc kau. Ok de jene dce mede bruweo, mogheii
ere was vorkopen wo se willen. L'nde de jene, den
krdd Ute vlaiideren kumuict, de schulen beneddeiie enein
punde nicht weghen. Unde andere kremere, de hyr lo
markede stan, de schulen beneddeiie eneme verndele van
encme punde nicht weghen. Vortmer de piutzenpautzere
unde de luttiken kremere, de moglien stau uppe dem
markede, uppe den kerkhoven, in den keiken, wor unde
wen eer dat se willen . unde de moghen veyle hebbeii,
dat me hfit spisserye, aise hufbendelen, iiatelen, kemme,
börste, scheren, blakhorne. Ok borghere, dede maken sy-
dene bendele. bürden mit golde edder mit sulver, der
moghen se sik hruken na erme willen, dar umme se
den kreeracren nicht dorven wes to bode slan. Ok mo-
ghen de sulveii weghen lode unde qweiilyne wyroli, an-
iiys, calamus, rartkomeii, unde wilde krude. Meii |)eper,
peperkomiMi unde kramkrude moglien se nicht weghen sun-
der se hebben der kremere kninpanie. Vortmer de pint-
r.enpantzere, dede gaii in den Straten bv huse lank, de
mogheii weghen piider by loden unde qweutynen, alse
lee aldus langhe ghedaen hebben , unde ere spisserye
moghen se vorkopen. Vortmer schal nyn kreemer hü-
ten deme jarmarkede lenk slan uppe deme markede wen
dre daghe, he vortelde edder nicht. Vortmer de der
kremere am|it unde knmpanie winnen wil, de schal dat
bewysen, dat he echte unde rechte boren is, unde van
gnter liandeliiighe ; de schal de knmpanie es.schen to
dren verndel jars. Wil dat ampt unde knmpanye dat
jemandc körten, dat steyt to cn. De jene de also
winiiet, de schal gheven dei kum|iunieii eiie mark to bol-
deke, uiide to hariische, unde een puiid wasses to eren
lichten, unde ene gude tuniie börs ; dar Scholeii ze sik
vrolik over makin unde driiikcu. ük schal iiyu kremer
mecr hoiiniglics kopen wen he sulven dnr( to syiier egbc-
iieii hehiif to vorbruwende.
Hede hruaen, Mcth aus Honig brauen. Kruiid, (icwürz.
Benedden, unter. Weghen, auswiigen zum Verkanfe. I'inlieu-
panlzer, kleine Händler, welche spxsserle, Spilzerci, verkaufen,
nuinlich : llaubeubauder, Nadeln, hiimme, Bürsten, Scheeren,
Tintenfasser; was französisch quincaillcrie heifst. Nicht dor-
nen ues, nicht dürfen etwas, elwessen, in Bezug auf etwas.
Wes ist Genitiv von ir«fj etwas. Lenk slaan, langer stehen.
He vortelde edder nicht, er schlüge ein Zelt auf, oder nicht.
Die icrorHeii willimifii f><>lilHliirke <Ipm
.niKelnllerM.
Von Kcchnungsrath Schlickeysen in Berlin.
Obgleich Rehlmeier in der 1722 erschieneneu braiin-
schvveig-liineburgischeii Kronik durch Beschreibung und
Abbildung darauf aufmerksam gemacht hat, dafs unsere
Vorfahren im Mittelalter sich schwerer, grofser Geldstucke
von Silber bedient haben, so ist doch seine Mittheiluug
von den Münz- und Alterthiimsforschern im vorigen und
in der ersten Hälfte unseres Jalirliuuderls nicht beachtet
worden, und verschiedene, nach und nach aufgernndenc
derartige Geldstücke sind ohne weitere Untersuchung
in die Schmelzticgel gewandert. Herr Stadtdirector Dr.
Bode in Brannschweig hat das Verdienst, in seiner 1847
erschienenen werthvolleii Schrift: „Das ältere Munzwe-
sen der Staaten und Städte Niedersachseos" auf diesen
Gegeiislaiid wieder aufniciksam gemacht zu haben. Der-
selbe hat durch die beigcbrachteu urkundlichen Nachrich-
ten und durch den Abdruck einer Urkunde v. J. 1382
uns eine klare Kinsicht in die damaligen Geldverhältnisse
bereitet. Durch diese Urkunde haben die Städte Goslar,
Braunschweig, Hildesheim, Einbeck, Hannover, Wernige-
rode, Osterode, Haiherstadt, Quedlinburg, Ascherslebeu,
Göttiugen und Hameln auf vier Jahre das Uebereinkom-
men getroffen, gegossene Markstücke „zu dre verdinge
um jjj queutin finen sülvcrs" (d. i. zum Feingehalte
von 12'* Lolh) in Umlauf zu setzen. Diese Mark.'ilucke
sollten mit dem Stimpclzeichen derjenigen Stadt, iii wel-
cher sie bereitet, und mit dem des ,,tekemesters", von wel-
chem sie untersucht wurden, versehen werden. Mau
nannte ein solches werlbvolles Stuck „ene geteknete
Ilark," in Urknuden „marcu urgeiiti iisualis signala", und
es vertraten diese Usualmarken von der Mitte des 13.
bis Ausgangs des IT). Jalirlu die (hiimils fihlendi-n grö-
beren Silberniuiiziii
Im .1. Ihlb wurde auf dem Doraanenhofe des Stifts
Gandersheini ein Munzliiiid geniuchl, der auch 3(i gröfsere
und kleinere Stucke gegosseneu Silber.«., zn^umnu■n b';»
Pfund wiegend, enthielt. U-tztere bestanden aus mehre-
ren ganzen Mai ksttickeii, einem halbdurrlischnilleiieii Mark-
stücke und alliieren kleinen iingeslenipelleu Briichtheilen.
Diesen Fund lint der verewigte SchonemHiin in seiner
Hiuidi].
ItaiKtclsinittt'
455
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
456
Lebensweise.
Sociale Ver-
hültniue.
.Sphrn^istik.
Schrifl : Zur valerliridischen MunzkuiiHe (Wolfenbiitlel,
1852. 4 ), S. 75 und 76 beschrieben.
Im 3. I85G kamen beim l'mbau eines Stalls auf einem
dem ReichsTreiherrn Grote ru Schoueu gehörigen Gute zu
Dardesheim, Im Kreise llalberstadt, zehn Markstücke der
Stadt Braunschweig an das Tageslicht, weUhe Herr C.
E. Grotefend zu Hannover in der numismatischen Zeitung
von 1858, S. 5 bis 8 beschrieben hat. *) Abbildungen eines
halben Markstückes und der Zeichen von 7 ganzen Mark-
stücken befinden ?ich auf der dabei ausgegebenen Tafel I,
sowie auch Herr Bode die Abbildung zweier Markstücke
auf Tafel X seiner vorgedachten Schrift gegeben hat.
Diese Markstucke sind linsenförmig, der Durchmesser
ihres kreisförmigen Umfanges ungefähr 2'/« Zoll, ihre
Dicke in der Mitte, der erhabensten Stelle, 3 — 4 Linien.
Sie sind nicht von gleichem Gewichte, 2 — 3'/» Loth un-
ter der cölniscben Mark; auch ist ihr Feingehalt, nach
der Zeit und dem Orte ihres Bereitons, verschieden, ihrMe-
tallwerth zwischen 9 bis 10 Thaler (16 bis 18 Gulden).
Es ist für die vaterländische Munzgeschichte wichtig,
festzustellen, ob nur in dem nordöstlichen, oder auch im
westlichen und südlichen Tbeile unsers Vaterlandes der-
gleichen Markslücke in Umlauf gewesen sind. Möchten
doch hierüber Nachforschungen in den Archiven der grös-
seren Städte, namentlich in Cöln, Mainz, Strafsburg, Ba-
sel, Zürich, Nürnberg, Ulm und .\ugsburg, angestellt und
die Ergebnisse in diesen Blattern mitgelheilt werden.
Zugleich hat der Einsender den Wunsch, durch ge-
genwärtige Zeilen die Freunde der vaterländischen Ge-
schichte auf diese Geldstücke aufmerksam zu machen,
damit, wenn einzelne noch aufgefunden werden, ihnen mehr
Benrhtung gewidmet werde, so dafs sie in ölTentliche
Sammlungen und nicht sofort in die Schmelztiegel gelan-
gen. Bis jetzt werden, soviel bekannt, dergleichen Geld-
stücke nur in den königlichen Münzsammlungen zu Ber-
lin und Hannover aufbewahrt
Ein ReltersleKel der FHinille Thumb
V. ^euburic«
Von Dr. Frhr. Holh v. Schreck e n s t e in.
Durch Auffindung eines im Landesarchive zu Karlsruhe
befindlichen Beitersiegels der Thumben von Neuburg war
*) Vgl. Zeilschr. d. hisl. Vereini f. Niedersachten, Jahrg.
1855 (Hannover, 1857), S. 374.
für die einstmals dynastische Stellung dieser Familie die
grofsle Wahrscheinlichkeit vorhanden. Es wird aber diese
Annahme beinahe zur völligen Gewifsheit durch die mehr-
fachen VerschwSgerungen mit ganz entschieden dyna-
stischen Häusern und durch eine Urkunde Kaiser Karls IV.
Das sehr gut erhaltene Beitersigel hängt an einer Ur-
kunde von 1293 „dat. in Veitkirch pro.vima die ante ka-
tbedram S. Peiri," die bei None, Zeilschrift, HI, 242, als
Hegest gegeben ist. Fridericus dictus lumbe de Nuwen-
burch gestattet seinem minister Burcardus dictus Bern-
zinch, dafs er für 13*1 Guter an Kl, Salem frei verkaufe.
Das Siegel hat die Umschrift: j- S. FBIDERICI TVNBO-
NIS. DE. NVNBVRCH. Der Reiter, mit gezogenem Schwerte,
trägt das Kleinod der Familie, zwei Schwanenhälse, auf
dem Helme ; auf der Brust führt er einen Dreieckschild mit
dem Slammwappen, zwischen den Beinen des Pferdes steht
abermals ein kleiner Dreieckschild mit dem Wappen, und
endlich befindet sich dasselbe mehrfach auf der Decke
des Streitrosses.
Den Uerreostand der Familie bezeugt eine Urkunde
K. Karls IV., Prag Dunnerstag nach Mariae Himmelfahrt
1361. — Der Kaiser nimmt „die edlen Swigger und
Ilug die Tummen gebrüder sezzheftig zu der Nuwenburg",
für ihre Person und Guter in seinen und des Reichs beson-
deren Schutz. Die Verbindungen mit Dynasten sind be-
zeugt durch eine Urk. v. 1391 Montag nach St. Lorenz:
Bischof Hartmann von Chur (ein Graf von Werdenberg)
schirmt seinen lieben Oheim Haus Tumb und dessen
Hausfrau Anna, GräCu v. Aichelberg, rücksicbllich deren
Rechte auf Neuenburg; eine Urk. v. 1394 auf Cosmas und
Damianus : Marlin, Prior, und Cunvent des Ordens unserer
Frowen bruder zu Efsliugen bekennen, dafs Frow Anna
geborene von Aichelberg, des erbarn vesteii knechts Jun-
kers Hansen Domen ehel. Wirtin, eine Jahrszeit gestiftet
hat für ihren Vater, den Grafen AIhrecht v. Aichelberg
sei., ihren Bruder, den Grafen Courat von Aichelberg,
ihre Mutter, Frau Gutta von Landaw sei., Herrn Lutzen
von Landaw (ihren Oheim) u. s. w. Stalin III, 649 fuhrt,
nach Gabelkhüfer, eine Urk. gleichen luhalls aber zum
Jahre 1393, Juli 28. an.
Referent gibt obige Regesien nach den im Archive der
Freiherrn Thumb v. Neuburg befindlichen Originalbriefen.
(Mit einer Beilage.)
Vernnlwnrllirhp Redaclion : Dr. Freih. v. u. z. Aufsefs. Dr. A. ▼. Eye. Dr. G. K. Frommann.
Verlag der literarisch -artistischen AnsUll iles germanischen Museums in Nürnberg.
ü. K. .S cb nid 'ictic Uuclidruckcrci.
BEILAGE ZL>1 ANZEICiEi; Fl H KUNDE DEU I)ELTS111E\ VORZEIT
1858. J\? 12. Deftmber.
Cliroiiik (los geniianischeii >Iiis(Minis.
Wie der Bericht über die Jahreskonfereni (Beil. ru ^r. 9)
bereits ir«iihnle, niufstin wogen uiiiureichender Vcrirelung
des Verwaltungsausschusscs die Gesclialle dissellicii einer be-
sondern Conimission überwiesen werden. Aachdeni die \> ahl
dieser Coinmission , die nach §. 27 des Organismus aus 7 Mit-
gliedern zu bestehen hat, in der Weise zu Stando gekommen
war, dafs 4 auswärtige (Dr. E. Förster, Prof. Dr. üengler,
I'rof. Dr. V. Uiriiur-AIleneck, Freih. v. LolTeUiolz) und 3 hie-
sige (Direktor Krciiiig, Advokat Merck, Rtcblsrath Seiler) Aus-
schufsniilglieder gewählt wurden, trat dieselbe am 27. Kovhr.
am Sitie des Museums zusammen und erledigte vollstiindig die
im §. 28 des Organismus aufgezahlten Geschäfte. Um lur künf-
tige Fälle die jahrliche und regelmiirsige Erledigung dieser
Geschäfte bei der Schwierigkeit einer alljährlich in heschlufs-
fähigcr Anzahl sich einfindenden Versammlung zu sichern, wurde
beschlossen, dafs die im §. 27 bezeichnete Wahl einer Coni-
mission von 7 .Mitgliedern des Verwalluiigsausschusses bis auf
Weiteres als Regel zu gellen habe, eine Versammlung des
ganzen Verwaltungsausschusscs aber nur alle 3 Jahre einzube-
rufen sei. Zur Erleichterung des Erscheinens der Mitglieder hie-
be!, wie auch bei den Commissionssilzungen , wurde ihnen für
die Zukunft Reisegeld nebst täglich 4 fl. Diäten während der
Confercnzzeit aus der Muscumskasse bewilligt.
Die Commission sprach ihre volle Zufriedenheil über Ge-
schäftsführung, Rechnungswesen, Arbeiten der Beamten, Werk-
stätten und Bauwesen aus und stellte den Etat für das Rech-
nungsjahr 185ft/9 fest, bei dem freilich auf einige KKKl 11.
neue Zuschüsse gerechnet werden mufs, wenn er kein Deficit
behalten soll.
Die von der Confcrenz des Gelehrlenausschusses im August
(s. Anzeiger, Beilage zu IVr. 9J vorgenommenen Krgaiizungs-
wahlen des Gelehrtenausschusses erhielten ihre BcslUtigung und
sollen, sobald die Erklärungen der Gewählten eingegangen sind,
bekannt gemacht werden.
Leider hat der Gelehrtenausschufs abermals aus den Reihen
seiner älteren Mitglieder zwei durch den Tod verloren:
Rcgierungsrath Dr. Jos. Chmel, Viccdirector des k. k.
geh. Hau.*-, Hof- und Staatsarchivs, in Wien und
Slaatsarchivar G. v. Meyer v. Kiionau in Zürich.
Auch haben wir den Verlust des Kiinslb-rs Fried ricli
Unger aus Hof zu beklagen, weldier, nachdem er dem Mu-
seum während 4 Jahre als Zeichner eine rühmliche Tbaligkeit
bewiesen, am 16. Dee. in geniüthskrankcm Zustande den Tod
gesucht hat.
Es ist ein gutes Zeichen, dafs, niichderu die oben bezeich-
nete Commission in der neuen Etatsstcllung hat sagen müssen,
neue Zuschüsse seien nuthig, wenn nicht bei den sich stei-
gernden Anforderungen an das Museum ein Deficit herau>k(im-
men sollte, unmittelbar darauf, gleichsam wie von Oben, Hiilfe
erschien. Zuerst kam der Magistrat der Stndt Nürnberg,
dem das germ. Museum schon manche Förderung und l'nler-
slutzung verdankt, mit einem Jahresbeitrag von 200 fl ; dann
von der königl. würllemb. Regierung, Departement des Kirchen-
und Schulwesens, die Kachrichl, dafs Se. Maj. der Konig von
Württemberg dem .Museum eine S taatsun te rstützuog
von jährlich 5U0 fl. gewährt habe; Se. kön. Hoheit der Groft-
herzog von Baden übersandte aus seiner Handkasse einen
Beitrag von 400 fl. und genehmigte eine Unterstützung aus der
Staatskasse von 2.')0 fl. jahrlich. Se. kun. Hoheit Prinz h arl
von Bayern hat einen Jahresbeitrag von 200 fl. zugesichert
und I. Hoheit die Herzogin - Mitregentin von .\nhall- Bernburg
einen desgleichen von 15 Thlr. Von Sr. Durchl. dem Fürsten
Camill von Roh an in Prag ist dem .Museum ein Beilrag
von 100 fl. o. W. zugesandt worden. Erwahnenswerth sind noch
der von dem Fabrikbesitzer Hrn. Rudolph Weifs in Langen-
salza gezeichnete Jahresbeitrag zu lORthlr. und der des Herrn
Grafen Alfred von Oberndorf in .Mannheim zu lOfl. Als eine
schon früher bewilligte Unterstützung ist hier nachzutragen der
Jahresbeitrag der Stadt Nordlingen von G fl.
Die Gemeinde Cadolzburg überliefs dem Museum, unter
Vorbehalt des Eigenlhumsrcchts, zur Aufstellung eine Parthie
interessanter Folterwerkzeuge. Der vom Museum für Eger
Bevollmächtigte, Herr Finanzbezirks-Comiuissar iV. U. v. U rb a n -
Stadt machte un.serer Bibliothek eine derselben schon früher
zur Einsicht geschickte Handschrift eines geistlichen Dramas
aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zum Geschenk, und
ein wohlbekannter, doch stets ungenannter Freund des .Museums
eine Pergamenlhandschrifl des II. Jahrb. von des Helpcricus
Schrift de arte caiculatoria. Wir behalten uns vor, diese Werke
später im Hauplblalt weiter zu besprechen. Auch ein von
Herrn E. .Manch in Ulm als Geschenk eingesandtes metallenes
Crucifix verdient wegen seines hohen Allers und Kunstwerthes
hier besondere Erwähnung.
In Sehriflentausch mit dem .Museum sind neuerdings fol-
gende Vereine getreten:
L i t e r a r i s c h - g e s e 1 1 i g e r Verein in Stralsund,
geographische Gesellschaft in Wien und
k. k. G ele hr tcn - G ese 1 Ischa ft in Krakau.
Den beigetretenen Buchhandlungen sind weiter zuzahlen:
362. C. Hingst, Buch-, Musik- und Kiin-thandliing in Stral-
sund, und
363. ,). (i. Heyse, Buchliaiidlung in Hnnien.
.\u9 Mannheim ist uns die vnrlaufige Nachricht zuge-
gangen, dafs daselbst am 12. Dccbr. ein HUlfsvcrein, unter
Zugrundelegung der Statuten des Berliner Verein», sich ge-
bildet bat, an dessen Spitze Prof. Dr. Fickler als Vorstand und
Dr. KolTlui als Schriftfiihrer stehen,
Kelle A g rn tiiren wiirilen errichtet in Brüssel, l'orch-
heim, Mühlheim a. d. Ruhr und Worms.
427
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
428
Der Einpfang narhslthender (jesilienkf wird diinkrnil be-
I. Für das Archiv.
Bäumler, Kunsthändler, zu i\ürnber|; :
1062. Tarif über die Erhebung des Landfriedeniolls v. d.
Fürsten etc. die in den Landfrieden zu Franken und
Bayern gehören. 1393. Verg.
1063. Vortrag der SchofTen zu Keuhof an d. Rath z. Nürnberg
wegen e. Klage d. H. Hofniann z. IVeuhof. 1491. Pap.
Baron V. Reitzenstein, z. Z. in .Miinrhen:
1064. Urkunde d. Ables Johann zu llersfeld üb. d. Festsetzung
e. Leibgedinges durch Berlh. (iansouge. 1351. N. Pap.-
Abschr.
1065. Urkunde d. Ablis Birilt zu llersfeld üb. e. Verkauf d.
Berth. (Jansouge zu Grofsen-Beringen. 1377. K. Pap.-
iVbsrhr.
Bechstein, Hofralh, Bibliothekar u. Archivar, zu Meiningen:
106t;. Farsirnili' c. Urkunde d. Thiite v. d. Stajn ÜIi. Eignung
p. Hofes zu Srhinalkaldcn. 1337. Pap.
Dr. Julius Staudinger zu Cadolzburg:
1067. Ehevrrtrag d. Tob. Preu z. Weifsenburg u d. Sns .Si-
bylla, Witlwe d. Job. Ludw. Schnitzlein. 1741. Perg.
Nicolaus von Urbanstadt , F'inanzbezirkskommissar, zu
Eger:
1068. Schreiben des Ralhcs der Neustadt Prag an diri Halb
zu Eger wegen e. Schuld des VVeckil Beck. (). ,1. Pap.
1069. Scliadlosbrief des Linhard v. Schaniberg für Friedrich
von Wrrsperger. 1425. Perg.
1070. Vollmacht des IVicolaus Plerrer von Wunsicdel für seinen
Sohn Hermann Plerrer. 1452 Perg.
1071. Fehdebrief des Hans Dürr an den Ralh der Stadt Eger.
1472. Pap.
1072. Erlafs des Kaisers Friedrich an den Balh zu Eger we-
gen begehrter Abstellung e. Vorladung 1475. Perg.
1073. Gerichlsbrief des N. L(ibl zur Neuenstadt üb. d. Klage
des H. Uschalk zu Weiden. 1177. Pap.
1074. Schreiben des Rallis zu Nürnberg an den Rath zu Eger
wegen c. Forderung d. Jac. Puck v. Niirnherg. 1478.
Perg.
1075. Schreiben d. Hauptmanns u. d. Schichtmeister zu Schnee-
berg a. d. Rath zu Eger in Bergvverkssachen. 1479. Pap.
Schreiben d. Heinrieb von Starschedel, Hauptmanns zu
Schneeberg, an den Rath zu Eger. 1487. Pap.
Schreiben d. Rnthes d. Neustadt Prag an d. Rath der
Stadt Eger. 1487? Pap.
Schreiben d. Kalbs zn Nürnberg a. d. König Wladislaus
zu Biihmen. 1487. Perg.
Schreiben des Benescb, Herrn v. d. Waylnmubl, Burg-
grafen zum Karlstein, an d. Rath zu Eger. 1489. Pap.
1080. Schreiben des Bathes d Stadt Prag a. d. Rath zu Eger
weg. Forderung d. M. Huler. 1489. Pap.
1081. Schreiben d. Rathes d. Stadt Tachau a. d. Rath zu Eger
weg. Forderung d. W. Rofsncr. 1489. Pap.
1082 Kauftirief d. Sebasl. v. Egloflslein für Albr. v. Wlr^perg
üb. Schmolz etc. 1490, Perg.
1076.
1077
1078.
loT'.l.
1083. Schreiben d. Ralhes zu Ludilz an d. Ralh zu Eger weg.
e. Forderung an Nie. Au. 1491. Pap.
1084. Schreiben d. Raths zu Elbogen a. d. Rath zn Eger weg.
e. Schuldfordcrung des Wenzel v. Hormer. 1491. Pap.
1085. Schreiben d. Raths zu Zwickau an den Ralh zu Eger
wegen e. Erbschaft der .\larg. Cuniz. 1491. Pap.
1086. Lehenherrl. Consens il. K. Maviinilian f. Ballh. (Jraf z.
Sihwarzbiirg weg. Verpfändung v. Leuteuberg. 1495. Perg.
1Ü87. Vidimus d. Uomthurs iMc. Sachs zu Eger v. c. Confir-
niationsurk. des K. Sigmund für d. Markt Redwilz.
1546. Perg.
1088. Schreiben d. Raths z. Neukirchen an d. Ralh zu Königs-
wart weg. Verkündnng v. .Märkten. 1596. Pap.
lO'^O. Schreiben d. Grafen Wenzel v. Kokorzowa a. d. Ralh
zu Konig>warl weg. Erbschaftssireiligk. 1722. Pap.
II. Für die Bibliothek.*)
Dr. Baierlacher, prakl. Arzt, in Nürnberg:
6327. .M. Englniayr. Chronik d Pfarre Zell am See im Pinz-
iiaii. I'-l'^, 12.
Smithonian Institution in Washington:
6328. Annual reporl. 1857. 8.
Karl Freih. V. Reitzenstein z. Z. in .München:
6329. 2 gedruckte L rl.iunlen zur Gesch. d. Geschl. der Gans-
auge. l>-58. 2. 5 E\.
6330. .Mehrere Bruchslücke alter Handschriflen. 8 etc.
R. V. Rettberg' in Mimchen:
6331. Ders., Uebersicbtstafeln i. Begründ. e. Gesch. d. chrisll.
Kunst in Oberbayern. 1858. qu. 2. 2 Ex.
F. Symon de Carneville. k. h. Hauptmann, in München :
6332. E. KicITc, (iescb d. Kreind - Truppen im Dienste Frank-
reichs. Deutsch V. F. S. v. Carneville. II. Bd. 10. u.
11. Lief. 1858. 8
V. Olfers, k. pr. Geh.-Rath u. Gen -Direklor, in Berlin:
6333. Fidiciii, d. Haiipliiionienle aus d. Gesch. Berlins. 1858. 8.
H. Föringer, Blbliolbekar, in .München :
6334. Ein Aetenslück z. Gesch. d. Sendlinger Schlacht. 1858.
gr. 8.
Carl Elis, Lehrer an d. höh. Töchlerscbule, in Halbersladt:
6335. Melissantes |J. G, GregoriiJ, d. erneuerte Alterlhuni.
1713. 8.
6336. Entwurf e. Historie .derer Pfaltz- Grafen zu Sachsen.
1710. 4
Matth. Riger'sche Buchh. in Augsburg:
6337. Fr. Schi.nwerth, aus d. Überpfalz. 2 Bde. 1857—58. 8.
6338. G. C. .Mezger, Gesch. der vereinigten k. Kreis- u. Sladt-
Hililiolh. in .\ugsburg. 1842. 8.
ri339. Der-., üb. d. l nlcrrichl in der Gesch. 1857, 8.
J, L. Schmid's Verlagsbuchh, in Nürnberg:
6340, A. V, Eye u, Jac. Falke, Gallerie d, .Meisterwerke alt-
deutscher Holzschneidekunst, 7. Lief, 1K58. gr. 2.
') In ilt^r BolliiKO zu Nr. 9 sind S'SO uixl ^:33 lioichiMikc' v. Adolf
Stern In Zittau, 5731 u, 33 von AssoHnur Morls Hörn lUnvlbiit.
429
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
43a
Bauer <fc Raspe (Jul. MeriJ, Verlagsh. in Nürnberg:
6341. Zeiläihrifl f. d. Kulturgesch. Ilerausg. v. Joh. Müller u.
Joh. Falke, ^oveml.. 1858. 8.
J. E. Ritler V. Koch-Sternfeld in Tiltinanninß;
6342. Ders., Begruinliingiii i. jllcslcn frofau- unrf Kirchen-
gcsch. V. Oeslerr. u. Bayern. 1854. 8.
6343. Dcrs., d.is Chrislenlhum u. s. Ausbreitung. I85ö. 8.
Meyer'srbe Ilorbuchhdl. in Detniuld:
6344. A. K. Poll, etjniolog. Kdrsrhungen. 2. Aufl. 1859. 8.
Bist. Verein von u. für Oberbayern in München:
6345. E. (itifs, die Reihenfolgen der Pfarr- u. Ordensvorstände
.Münchens. 1858. 4.
Bauer <& Raspe (Jul. Merz), VerlagehdI. in ^iirnherg:
6346. Alliiirri d. literar. Vereins in Nürnberg. 1843—58. 8.
Dr. Spengler, HoTrath, in Ems:
6347. Th. Spengler, Gesch. d. Kirche u. d. Hauses zu Marien-
thal. 18js. s.
Carl Köhler jr., Buch-, Kunst- u. .MusikhdI. in Darmstadt:
6348. W. Buchner, deuUche Ehrenhalle. 1. u. 2. Lief. (1858.)
gr. 4.
A. Bielefeld, HofbuchhdI. in Karlsruhe .-
6349. Schuch, histor.-topogr. Gemälde d. Grofsherzogth. Baden.
0. J. 8.
6350. K. Schöchlin, Gesch. d. Herzogth. Baden v. 1830-1852. 8.
Alex. V. Briesen in ROdchcn bei \Vallershausen:
6351. Ders., \N apin iihu( h d. ritterl. Ordens St. Johannis vom
.Spital 711 .!crii.-.iil. Ballcy Brandenburg. 2. Illt. (1858.) 4.
Ad. Krabbe, Verlagshuchhdl. in Stuttgart:
6352. H. Zopfl, deutsche Rechtsgesch. 3. Aufl. 1858. 8.
V Hoiningen gen. Huene, U. pr. Bcrgmeisler, in Siegen:
6353. I'uInIk-, hisluirc, trailuilu par V. Thuillier. T. 1 — 6.
Mit Suppl. 7 Bde. 1759-69. 4.
6354. J. D. A. Hiick , Handbuch d. neuesten Erdbeschreib,
u. Statistik. 1802-3. 8.
6355. J. E. Fahri, Elemenlargeographie. 1.— 4. Th. 1794—
1803. 8.
6356. Ders., Handbuch der neuesten Geographie. 1795. 8.
Iilnz, Landgerichtsralh a. D., in Koblenz:
6357. C'hur-Trier'scbe Verordnungen. 35 Kascikel. 2.
6358. Kassau-Usingen-Weilburg'sche Verordnungen. 1 Fase. 2.
6359. Cülnische Verordnungen. 1 Fase. 2.
6360. Die im Kürstenth. Neuwied noch gellenden Haupl-Ver-
ordn , V\ alilvergleiche u. s. w. 1 Fase. i.
6360a. Solms- Braunfels'sche u. Solms-Liih'sche Veronln. 2
Fase. 2.
6361. Furstl. Sajnische Vcrordn. I l'asc. 2.
J. W. Spaarmann, Buchb. in Murs :
63li2. Der ■>'). Mar/. I7(V2. Eine Denkschrift. 18ö2. 8.
6t6;i. Kiindatinn il. scel. H. I'ctri Harizingh. 1845. 8.
Direction des grofsb, Lyceums zu Heidelberg:
63fi4. Kies., Jahresbericht. 1858. 8. 2 Ex.
63fiö. Kr. K"iT>iriz. de suprenia Christi coena. 1858. 8. 2 Ex.
G. P. Aderholz, \ crlag^buchlidl. in Breslau:
63(i6. Ruiiibart Km hs, iilicrsclzl v. A. F. II. Gcjder. 1844. 8.
6JI67. J J. Ritter, Gesch. d. Didcese Breslau. 1. Thl. 1845. 8.
6368. H. Wasscrschleben, Beilrage z. Gesch. d. falschen Dekre-
talen. 1844. 8.
6369. A. W. E. Th. Henschel, z. Gesch. d. Medicio in Schle-
sien. 1. Hfl. 1837. 8.
6370. M. T. Cicero, oratio pro .Milone. Ed. Guil. Freund.
1838. 4.
6371. Apparatus Pinrtarici svpplementvm cd. C. E. Chrph.
Schneider. 1844. 4.
G. Braun'sche HofbuchhdI. in Karlsruhe:
6372. K. Zell, üb. d. Iliade u. d. Nibelungenlied. 1843. 8.
6:^73. Ders., d. Furstenliichler d. Hauses Baden. 1842. 8.
6374. Hof- u. Staals-Ilandbuch d. Grorshrzgths. Baden. 1858. 8.
Stahel'sche Buchhdl. in \>ürzburg:
6375. K. Ilildenlirand, l'ntcrsuch. üb. d. gerinan. Pönitential-
bucher. 1851. 8.
6376. Das llOOjahr, Jubiläum d. Weihe d. heil, Burkhardus.
1841. 8.
H. Laupp'sche Buchh. in Tübingen:
6377. F. J. Hülzwarth, Ludwig u. Edellrudu. 1. ThL 1858. 8.
Dieterich'sche Bu( hh. in Goltiniien :
6378. G. Schöne, Edda-Sagen. 18,58. 8.
6379. Hild. Bodeniejer, Hannover'sche Rechlsallerth. 1. Beitr.
1857. 8.
6380. F. W. Unger, d. altdeutsche Gerichls-Verfassung. 1842. 8.
6381. Guil. Friiliner, inscriptiones terrae cociae vasorum. 1858. 8.
6382. Zeilschrift f. d. Mythologie. Ilr.^g. v J. W. Wolf. 1. u.
2. Bd. Hrsg. v. W. Mannhardl. 3. Bd. u. 4. Bds. 1. u.
2. Hft. 1853—58. 8.
6383. R. Wagner, zur Erinnerung an G. E. F. Hoppenstcdt.
1858. 8.
Hahn'sche HofbuchhdI., in Hannover:
6384. U. Rhegius, weifischer Katechismus, hrsg. v. A. WclI-
hausen. 1858. 8.
6385. C. Jacobi, das 10. Armee-Corps. 2. .\ufl. hrsg. >. B.
Jacobi. 1858. 8.
6386. W. Junghans, neuer Liederhain. 4. Abth. 1. u. 2. Hfl.
1858. gr. 8.
6387. J. Helmes, das Wetter nnd die Welterprophezeiung.
|H5.'<. 8.
Polytechnischer Verein in Würzbnrg:
6388. Ders., Wochenschrift. Nr. 40-44. 1858. 8.
Du Mont-Schauberg'scbc Buchhdl. in Küln:
fia^it. Organ f. cbrisll. Kunst, lirs;i. v. Kr. Baudri. Nr. 21.
18-,«. 4
K. k. Centralcommission z. Erforsch, u. Erhalt,
d. Baudenkmale m NNicn:
63911. MiUlicilungcii. Hedakl. Weifs. III. Jahrg. Okt. 1858. 4.
Direktorium des Gymnasiums zu Giefsen:
6391. C. Glaser, z. Ges. h. d. Klosters Wirbrrg. 1856. 4.
Bauer & Raspe (Jul. .Merz), Verlagshdl. in Niirnherg:
6392. Zeitschr. f. d. Kulturgesch., hrsg. v. Joh. .Müller ii. Joh.
Kalke. Drcemb.-Ilen. 1858. 8.
Dr. Frd. Blume, geb. Ileg-llnlh u. Professor, in Bonn:
63;»3. Ders., iler itniicvin. 4 Bde. 1824—36. 8.
431
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit.
432
6394. Ders., d. westgothische Anliqva. 1847. 8.
Dr. Alex. Ziegler in Dresden :
6395. .Millhtilungin nuä Just. Perthi-s ecogr. .■Vnstalt. 1858. X. 4.
Franz Duncker, Vcrlagshdl. in Berlin:
6396. F. (jeislieim, d. Hohenzollern am h. Grabe zu Jerusalem.
1858. 8.
Dr. Rud. V. Raumer, Univers. -Professor, in Erlangen :
6397. üt-rs., Ki-di- biiin Atitrilt des Prorektorats. 1858. 4.
Dr. C. A. Pescheck, Archidi.iconus, in Zittau:
6398. Ders., die Auswanderung glauiienstreuer Protestanten aus
ßuliiiien und Sachsen. 1858. 8.
Gesammtverein d. deutsch. Geschichte- u. Alter-
thumsvereine in tl.mnuver:
6399. Deri., (orrcsponilinz-lilalt. 7. Jalirg. Nr.l. 1858. 4.
64'-K). Kidicin, d, Hauptiiioinuiite aus d. Gl'scIi. Berlins. 1858. 8.
Wittenberger Verein f. Heimathkunde des Kur-
kreises in \\ itti-nherg:
6401. DiTi., J. Jahrislieriolit. fISöH.) 4.
Directorium des Gymnasiums zu Arnstadt:
6402. H.illen.sleben, Bcilr. z. CharakteristiU Hölderlins. 1849. 4.
6403. Ulihvorm, Beitr. i. Gesch. d. Gymnas. 2. Th. 1853. 4.
6404. Eincrt, üb, d. hohe Bedeut., w. d. Grofsthaten Friedr. II.
im 7j;il\r. Krieg f. d. Entwickl. d. deutsch. Literal. ge-
habt haben. 1858. 4.
6405. E. W. Fischer, Bemerk, üb. d. sogen. Reformat. Friedr. III.
1858. 4.
6406. H. Funkhanel, Beitr. z. Gesch. d. Schule (in Eiaenach),
III. Th. 1854. 4.
6407. Fr. Geldner, Joh. Chrsln. Wagner u. seine Dichtungen.
1856. 4.
6408. Schrader, über Angelus Sileslus u. s. Mystik. 1853. 4.
6409. Witzschel, d. Fest der Sonnenwende. 1858. 4.
6410. Vogel, z. fesll. Feier d. SOjahr. Jubil. d. ersten Bürger-
schule z. Leipzig. 1853. 4.
6411. P. Möbius, 1. Bericht der Lehranstalt f. Buchhandlungs-
lebrlinge. 1854. 8.
Rectorat d. Lyceums , Gymn. u. d. lat. Schule in
Baniliirg :
6412. A. .Mariinet, (iesch. d. Stillung . . . der alnia Academia
Otloniana zu Banilicrg. 1847. 4.
6413. L. C. Schmitt, Gesch. d. Ernestin. Klerikal-Seminars zu
Bamberg. 1849. 4.
6213 a. Jahresberichte von 1840—58. 4.
Dr. Ernst Zober, Professor u. Bibliothekar, in Stralsund:
6411. Dir.-., S|iuillirilcr d. evangel. Slralsunder auf d. runi.-
kathol. Priesterschaft. 1855. 8.
6415. Ders., urkundl. Beilr. r. Gesch. d. Slralsunder Ver-
fassung. 1846. 4.
6416. Ders., Beitr. z. Gesch. d. Schülzengesellschafl u. d. Vo-
gelsrhiefsen.4 z. Stralsund. 1853. 4.
6417. Ders., d. deutsche Wanderer. 1826. 8.
6418. Ders., einige Tage aus m. Jünglings- u. Mannesleben.
1 8.53. 8.
6419. Die Jubelfeier SOjahr. Senator. Arntsfiihrung des D. C.
G. Schwing. 1855. 4.
6420. I. d. erste preufs. Seekanonenboot. II. Der Slrela-Sund.
1818. 4.'
Literarisch -geselliger Verein in Stralsund:
6421. Ders., Bericht, I^XI. 2 Bde 1837—58.
N. V. Urbanstadt, k. k. Finanibezirkskomissär, in Eger:
6422. Luilus de creatione niundi. Pap.-Hdschr. 15. Jahrh.
schm. 2.
6423. Der Jud stellt seyn synne tag vnd nacht Wie er den
cristen verderben mag. Pap.-Hdschr. 2 BIttr. 16. Jhdt. 2.
6424. 2 Mandate von Kaiser Ferdinand I. u. Ferdinand II. qu. 2.
6425. 3 weitere Schriften. 4. u. 8.
III. Für die Kunst- u. Alterthumssammlung.
Dr. Baierlacher, prakt. .\rzt, in IVurnburg:
2620. Kleines Vogelbauer in Gestalt eines altdeutschen Hauses,
von Draht geflochten.
Elia, Lehrer u. Conservator des Domschatzes in Halberstadt :
2621. 1 Papier- und 6 Lackabdrücke niittelallerlicher Siegel.
2622. 3 Bracteaten vom 12. u. 13. Jhdt.
2623. 3 kleine Silbermunzen vom 16. u. 17. Jhdt.
Mauriz Trapp zu Schlofs Lissitz :
2021. 6 liiliiii;rapli. Ahliilrlurigen zu des Hrn. Geschenkgebera
archiiulog. Studien aus dem 2. Bande der Prager archäol.
Museumsheltc u. a.
C. Heffner, Magistratsralli, in Wiirzburg:
2625. 99 (iypsabgüsse von älteren und neueren Siegeln.
Chr. Riedt, Kupferstecher, in i\urnberg:
2620. Ansicht der Wall'enhalle im gcrrnan. .Museum, Stahlstich.
Dr. Frommann, Vorstand der Bibliothek u. des Archivs
am gerni. Museum:
2627. 3 kleinere Silbirmünzen vom 17. u. 18. Jhdt.
Chr. Handschuch, Archivgchülfe am gernian. Museum :
262«. Nürnberger Kupferkreuzer v. 1622.
Rascher, Eisenbahnbcamter, in IVürnberg:
2629. lUis.sisches Messingtriplychon.
Dr. Ernst Förster in München :
2030. riiotdgraphie nach dem von den Brüdern van Eyk zu
(ient ausgeführten grofscn Altarwerke.
Dr. J. H. V. Hefner- Alteneck, Prof. u. Conserv. der
vereinigten .^arnriilijngin in .>Iünilun:
2631. 2 Alldrücke von ^icllen des 16. Jhdt.
2632. 4 Blalter mit Zeichnungen nach Hüstungen, Waffen u. s. w.
Lippert, kgl. Advokat, in Herzogenaurach:
2633. 4 landschaftliche Darstellungen, Oelgemälde v. Ende des
10. Jhdis.
Ein Ungenannter in Darmstadt:
2031. .') Kieiiic ,'^illiiriiiiiiizen v. 17. u. 18. Jhdt.
Dr, Otto Buchner m (iicfsen:
2635. 4 mm., auf deutschem Boden gefundene KupfermQnien.
2636. 2 Me.<singjelons v. 16. u. 2 v. 18. Jhdt.
2637. Kleine polnische Silberniünze v. 1627.
V. Sebus, kgl. bayr. Hauptmann, in Nürnberg:
2638. Zweiniariengroschenstück von 1680.
433
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil.
434
Beda Franz, Sladipfleger, in Rotlweil:
26:t9. 87 Abdriiike von Holzslookin des 17. u. 18. Jhdts.
N. V. Urbanstadt, k. k. Finanrhczirkskoinmissar, in Eger:
2640. Bischöfl. Olniülzer Silberniiinze v. 167Ü.
2641. 27 Lackabdrücke von alteren und neueren Siegeln.
2642. 6 Blällir in Kupferstich, Holisohnitt u. Steindruck: Bi-
bliolheksieichen, Wappen u. s. w.
Chronik der liistorischeii Voreine.
Wir l.-iliren in der Darlegung des Inhalts des Archives
für die (jeschiclite Liv-, Estli- und Kurlands fort.
Band III, 1844 enthalt für die ynillcnkunile: Nachrichten
über ilas alte Archiv des Rathes zu Heval, von ür. v. Bunge.
Zur Geschichte des Landes: Die Anlange der deutschen Ilerr-
schafl in Livland: einige kritische Versuche von Ed. Fabsl. —
Zur Geschichte der Sladtc: Beitrage zur Geschichte des Ralhs
in Reval von W. Arndt. — Die Willküren und Burspraken
des Ralhs zu , Reval; aus dem Revaler Archiv mitgeth. von
W.Arndt. — Tuckum'sche Stadtordnung. — Die politische Stel-
lung der livlandischen Sladle im i'*!. A., von G. v. Brevem. —
Bischof Jakobs Stadirechl für Hapsal vom Jahre 1294, von
Dr. V. Bunge. — Zur Geschichte der Literatur: Vier politische
Gedichte, Livland in der 2. Hallte des 16. Jabrh. betreffend;
mitgeth. und erläutert durch Ed. Pabsl. —
Band IV, 1845. Zur Quellenkunde: Aeu entdeckte liv-
landische Chroniken. 1. Kleine Dunamunder Chronik von 1211
bis 134s. — 2. H. v. Brevern's Auszüge aus Joh. Herknianns
Chronik der St. Riga 1574—1589. — 3. u. 4.: Herrmeisler-
chronik und Chronik der rigischen Erzliischiife. — Des hollandi-
schen Gesandten von Brederode Reisen durch Esthland, nach
der niederdeutschen Urschrift von v. Busse. — Zur Geschichte
des Landes: die Anfänge der deutschen Herrschaft etc. (Forl-
setzung in folgenden Banden. J. — lieber Konig Yngvvars Zug
nach Esthland und das angebliche Konigsgrab zu Kiwidepnh;
ein histor. Versuch von Joh. van der Smissen. — l'lan zur
Eroberung Livlands durch die Ilansa aus der 2. Hallte des
16. Jhilts., inilgeth. von W. Arndt. — Zur Geschichte der Städte:
Kachtriige zur Geschichte des rigischen und hapsalischen Stadt-
rechtes, von Dr. v. Bunge. — J. C. Gadebusch: Auszüge aus
den älteren Verordnungen für die Stadt Narva , mitgeth. von
v. Busse. — Akten der k. Kommissarien Bonar und Sapieha
über den sogen. Kalenderslreit in Riga vom J. 1589, nelist
einer Einleitung von J. C. Brotze. Zur Geschichte des Rech-
tes: Die Strafe des Diebstahls nach Land- und Stadtrechlcn
der Ostseeprovinzen; historisch beleuchtet nach Land- und Stadt-
rechten des 13. Jhdts. von C. J. A. Paucker. — Die älteren
rigischen Bauersprachen. — Zur Geschichte der Literatur und
Wissenschaft: Karva literata sive Catalogus crudiloruiii N'ar-
vensiuui, mitgeth. von Dr. v. I'ott. —
Band V, 1846. Zur (.»iielleukunde: (Jilherts von Lannoy
Reise durch Livland in dem Herbst und Winler 1413 auf 1414;
von W. Ilillner. — Forlgcselzic .MItlheiluug kurzgelal'ster alter
Chroniken. Darunter Chronica Episcoporum lligensiuni. —
Urkunden zur Geschichte der Unterwerfung Esthlands »n Schwe-
den. — Zur Landesgeschichtc : Erdniann Tolgsdorfs (beschichte
des Marien- Magdalencn -Jungfernklosters in Riga seit der Re-
formation. — Die Liven an der Kordküste Kurlands. — Zur
Rechtsgeschichte : Zur Geschichte des Reichs-Justizcollegiurus und
der in Liv-, Esth- und Finnland gi'llcuden Rechte. — Bericht
des livlandischen Holgerichts au das Reichsjustiz-Cullegiuiu über
die in Livland gellenden Rcchlsquellen. — Urkunden zur Ge-
schichte des Gesauinithandrechts. —
Band VI, 1851. Zur Ouclleukunde: Fortgesetzte Milthei-
lungen alter livländischer Ordenschroniken. — Kurländische
Landlagsreccsse, mitgetheilt von Freiherr v. Klopniann. — Zur
Landesgeschichte: Verhandlungen über Livland auf dem Reichs-
tage zu Worms 1495, mitgetheilt von v. Busse. — Verzeich-
nifse der Schbisser und Güter in Livland zu Ende der Ordens-
zeit, mitgetheilt von Dr. v. IVapiersky. — Bedenken gegen
Piltens Vereinigung mit dem Herzogthum Kurlind und Scin-
gallen, 1655, mitgetheilt vom Freiherrn von Klopmann. — Zur
Geschichte der Städte: Zur Feier des Gedächtnisses des am
15. .März 1248 der St. Reval verliehenen lübischen Rechtes,
von Dr. v. Bunge. — Zur Geschichte der Kirche und Schulen:
Entwurf (zur Kirchen- und Religionsgeschichte Esthlands, von
Propst Gustav Carlblom, foriges, von Dr. Jul. Paucker. —
Zur Ailerlhumskunde: Mittheilung über alte Gruber in der
Umgegend Werro's, von Dr. F'. Kreulzwald. —
Band VII, 1856: Zur Quellenkunde: Livländische Ordens-
chronik, aus einer zu Mergentheim verfafstcn Handschrift. —
Auszüge aus livland. Landlagsverhandlungen, 1643 — 1659. —
Konigl. Schreiben an den Onlensvogt zu Sonneburg Heinrich
von Lüdinghausen gen. WolfT, nachher konigl. danischen Slaal-
halter aufOesel und an dessen Gebiet, a. d. 2. Hälfte des 16. Jhdt.
mitgetheilt von Freih. von Klopmann. — Revidierte Landesord-
nung von 1645, publiciert von Gustav Oxenstierna, inilgetheilt
von V. Brevem. — Zur Geschichte des Landes : Historische
Darstellung über des Erzbischofs Sylvester Streitigkeiten mit
dem Orden in Livland, mitgetheilt von Dr. v. Aapiersky. —
Vertrag der Königreiche Schweden und Danemark hinsichllich
der vom rom. deutschen Kaiser dem Kernig von Danemark ver-
liehenen Schutzhcrrschaft über das Stift Oesel nebst der Wieck,
und das Bislhum Reval nebst der .Abtei Padis zu Stettin, 8.
Dec. 1570, mitgetheilt von V. Brevem. — Geschichte der Städte:
BegrUuzuug der milaiiischen Stadtlaudereien, nach einer Original-
L'rkunde milgelheill von Freih. v. Klo|iinann. — Revals hricgs-
drangsale in der 2. Halflc des 16. Jhdis. von lialtliasiir Russuw
— Zur Rechlsgeschichte : Der Huf Angern; estlilandl. liechu-
verhallnisse der alteren Zeit, mit 5 urkundlichen Beilagen von
V. Busse. —
Band VIII. Heft L 1856. Zur Quellenkunde: Kleine Ordens-
chroniken: 1. Latein. Chronik vom deutschen Orden in Preufsen
und Livland aus dem Ende des 16. Jhdts. von Dr. Paucker.
435
Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeil.
436
2. Deulsche Chronik ilrs Ordens der Schwerlbrüdir und Bru-
der dos deulsilicn Hauses in Livlnnil, aus dem wurllenilierni-
schen Slniitsarehivc milKelheilt von Ur. v. iNiniierslij . — Zur
Landesgescliiclite : Ueduluion der iilten lirenzen l.ivinnds nus
einem allen Aktenslüeii niilgetlieill von Dr. l'aucker. — Zur
Kirchcn-resehicIUc: Die Einfiihrunj; der evangcl. Lehre Dr. Mar-
tin I.ulhers in Liv-, Ehsl- und Kurland, von Th. Haller. —
Vorn Allerthums vereine in Lüneburg werden lier-
ausKegehen : D ic A 1 1 e r t h üni c r der S tad t L im ebu rg n ri d
des Klosters Lunc, von denen bisher ersehienen sind:
Lieferung 1—4, 1852— ISÖT. Lieferung I, IH')', enlliall in Ab-
bildungen: Der Springbrunnen auf dem Markte zu Lüneburg;
ällesle .\nsi('lil der Sladl aus dem 15. Jlull. ; llaupifeiister im
Kreuigange Kilasmalerei) des Klosters Lune ; Kronleuehler aa(
dem Kurslensaale des Kalthauses zu Lüneburg; Eisengiller des
liathhauses. Lieferung II, 1854: Haus auf der neuen .Sülze in
l.iinehurg im Ziegelrennissancestil; silberne Konfektsi hüssel des
Kathhauses vom J. 1450; das Innere der Miehaeliskirchc in
Lüneburg vor dem Jahr 1792. Lieferung III, 1856: Geschiehte
und Beselireiliung des Ralhhauses zu Lüneburg ll'/il5og. Teiil
mit vier .Vliliilrlungen). Lieferung IV, 1857: Zwei Bürgerhäuser
der Sladl Lüneburg; Anlipendium des Altars der Kirche im
Kloster Lune. —
Nachricht c ii.
■.ilterntiir.
Neu erschienene Werke.
96) Gedichte in triersclier .Mundart. Von l'h. Laven.
.Mit angehängtem (jlossar. Trier, 1858. 12. XXXVII u.
291 Stn.
Eine ansprechende Saniiiiluns von Gedichten fselbstver-
fiifslen), Liedern (worunter einige Bearbeitungen und Nach-
bildungen von VolksliedernJ, Keimen in der Weise der Sclina-
derhüpfel und gereimten Sprii hworlern. Die Vorrede gibt
eine Charakteristik der trier'schen Mundart, eine Anilculung
ihrer Lautunterschiede vom Hochdeutschen und die Darlegung
ihres Wohllauts. In besonderen „Bemerkungen" wird eine An-
leitung zum richtigen Lesen der Gedichte inilgetheilt. Das an-
gehiingte Glo.ssar erklärt säninilliche im Buche vorkommenden
muiidarlliclien Ausdrucke. So zeigt sich also in kleineiu Itali-
nien hier Alles vereinigt, was dazu dienen kann, dem Leser
ein getreues Bild der trier sehen .Mundart vurzulühren.
97j Monumenla Zollerana. L'rkundenbuch zur Ge-
schiclile des Hauses Holienzollern. Herausgegeben von
Rudolph Freilierrn v. Stillfried und Dr. Traugott
Ma reker. Vierler Band. Urkunden der frankischen
Linie. 1363 — 1378. Berlin, in Coiumission bei Ernst
und Korn. 1858. 4. 439 Seiten.
Nachdem der erste Band dieses Werkes dem regen Interesse
für die Kenntnifs der Vorzeit des preufsischen Künigsgeschlechls
die Urkunden der schw.ihisrhen Linie von 1095 — 1418 geboten
halte, der zweile die Urkunden der fränkischen Linie von 1235
— 1332, der dritte von 1332—1363, finden wir in diesem vier-
ten Bande 395 Urkunden der fränkischen Linie von 1363 — 1378.
Wir treffen unter den Personen bei den inannichfachsten Rechts-
geschäften den Burggrafen Friedrich V., die Burggrülin Sophia,
Burggräfiii Klis:ibetli, W itlwe Johanns IL, Burggrülin Anna, Aeb-
tissin zu Birkenfeld, Kaiser Karl I\ ., König Wenzel, die Kur-
fürsten Ruprecht den Aellern unil den Jungern von der l'falz
dii' Herzoge von Bayern- Ingolstadt, den Herzog Stephan von
Bayern, Herzog Friedrich zu Teck, den .Markgrafen Friedrich
V. .Mcifaen, Bischöfe und Eribischöfe, Städte, Bürger etc. Von
Siegeln finden wir das Secrelsiegel, das kleinere und das grofse
Reitersiegel von Burggraf Friedrich V. , das Secretsiegel der
Burggräfin Elisabeth geb. Gräfin von Ilenneberg, die .Mliance-
Siegel der Burg;;räfin Sophie geb. V. Henneberg, der Herzogin
Anna v. Pommern geb. Burggrälin, der Herzogin Beatrix zu
Oesterreich geb. Burggräfin, der Burggräfinnen Elisabeth der
Jungern geb. .MarkgrUlin >. .Meifsen, und Anna, Aeblissin zu
Himiiielkron , der Herzogin .Margurctha v. Bayern geb. Burg-
grälin, der Markgräfin .Margaretha v. .Meifsen, das Siegel der
Burggräfin Anna, .\eblissin, das zollerisch-schauinbergische .M-
liance-Sicgel der Gräfin Elisabeth.
Aufsätze in Zeitschriften.
Hamelnsche Anzeigen: 19. Sept. Hamelnsche Merkwür-
digkeiten. 2. Der DoppelkopL
Histor. polit. Blätter: Nr. 42. Die Gegenkonige Albrecht
v. Habsburg und Adolph v. Nassau. Im Lichte ihrer Li-
teratur.
Europa: Nr. 49. Luther und Vergerius.
Illustr. Familienbuch: I.\, 1. llft. Die (ieselzgeber in der
Weltgeschichte. (Frz. Löher.)
Hausblätter: 24. Hft. Aus der Vergangenheit. Episode aus
einem Fürstenleben. (Joh. .Müller.)
Jagdz eilung: Nr. 20. Kurze Daten zur Geschichte der Fal-
kenjagd.
Evangcl. K irche nz eitn n g: Nr. 47. Ulrich von Hüllen und
seine Stellung zur lielormatinn.
Deutsches Kunstblatt, Oktober: Die ,\piislelkirche in Köln.
(G. Eckcrtz.)
Mittheilungen etc. v. A. l'etermann : 1858. X. Coliiiiibiis und
Martin Itehaim. (Alex. Zicgier.j
W es le r III a nn 's che Monatshefte: Nr. 26. Hollanils erste
vierhundert Jahre. (Lidier. |
.Monatsschrift f. deutsches Sla die wes cn : 11. llft. Die
Gemcinile-Archi\e. ( Ih. Oelsner.)
437
AiizeiüfLT liir Kundi' der deutschen Vorzeit.
438
Monatsschrift d. wissL-nschaltl. Vcrcintä in Zürich:
Nr. 9 ff. Der Klapperstein und der LäJterslein. (Osen-
brüegen.)
Augsb. Poslieitiine: >r. 263. Einen apokryphen Burggra-
fen von Nürnberg belrcfTeiid. (Tb. v. Koih-Sternfclil.)
La libre Recherche: Od. Lcs origincs du Kausl. flirün.)
Revue numismat.: Kr. 4. Deniers de Waifre, diic d'Aiiui-
laine. Mon^taires de Pcpin et de CharicTnairne. iLcng-
pirier.)
Hildesh. Sonn la gsblat t : Nr. 36. Alte Sagen und Ge-
schichten.
H an n ovcr'sche Tagepost: Nr. 19". Itannover'.'iihe Sagen.
(F. Voigts.)
Unterhaltungen am hausl. Herd: Nr. 10. Strafsburg, ein
Sladtebild. (Ad. Slern.)
Zeitschrift für Protestantismus: l. I.ullurs Ehcrechts-
weisheit.
Zeilschrift f. histor. Theologie: 1859. 1. Hfl. Beitrage
I. Gesch. der mysl. u ascet. Literatur, Forts. (L. Pcrtz.)
Ungedruckte Briefe und Bedenken .Melanllions. Aus den
im Dresdener Hauptstaatsarchive belindl. Originalien. (J.
K. Seidemann.)
Ijlustr. Zeitung: Nr. 7S3. Johann Kepler. Nr. 784. Die Re-
stauration der VVeifsfrauenkirche in Frankfurt a. M. Städte-
wahrzeichen. Vnr Berlin: 5. Das Rofs nebst der Frauen-
geslall am kgl. Schlofsc. Nr. 785. Das kgl. Schlofs Tc-
gernsec. Schlofs Lichtenslein. Sliindhild Ludwig iles Keiihen
in Liindshut. Stadlewahrzeiclien. VIIL Berlin: 6. Das
Haus mit den Widderskopfen. Nr. 786. Ein Tag in Nürn-
berg. Die Steinbrüche zu Nii'dermonding und Mayen.
Nr. 787 u. 788. Slädtewahrzeichen. IX. Köln: 1 u. 2. Die
Wahrzeichen am Dome. Die nassauischen Bäder. Nr. 788.
Eine AVanderung durch das Riesengebirge. Nr. 790. Die
Jubelfeier der Univcrsitiit Jena: L Vorgesch. der Univer-
sität. Nr. 791. Der Bürsenbrand von Antwerpen. Nr. 794.
Slädtewahrzeichen. IX. Köln: 3. Die beiden Rofskcipfe
am Dnchgiebelfenster des Hacqucnay'schen Hofes auf dem
Ncuniarkte. Reinhardsbrunn und der Inselsberg. Das
ehemalige Cisterzienserstift Räuden in Oberschlesien. Das
Berghaus auf d. Niesen im Berncr Oberlande. Nr. 795.
Slädtewahrzeichen. IX. Köln. 4. Der Loweukampf am
Rathhause.
N. Hannover'schc Zeitung: Nr. 319. Hnnnover'sche Kul-
turliildcr. 5. Hochzeiten. Nr. 436. Archäologischer y\mi\
bei Stolzcnau.
Neue Münch. Zeitung, Abendblatt: Nr. 279. Frühern
Kleider und Trachten in München. Nr. 283 ff. Zur Ge-
schichte der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz.
Wiener Zeitung: Nr. 254. Die ehemalige Stifts- und Krii-
nungskirchc deutscher Könige zu Aachen in ihrer heuti-
gen baulichen Wiedirherslellung. Nr. 264. l'elier da.« Ent-
stehen des Vorarlberger .Museums- Vereines zu Bregenz.
Nr. 270. Ueber die Kunstsammlungen auf Schlofs Signia-
ringen. Nr. 272. Wildbald Gastein.
VernilMehte IVarlirlrliten.
125) Bei Gelegenheit einer Nachsuchung nach den Reliquien
des heiligen Burkhardus in Würzburg, welche seit dem Schwe-
denkriege abhanden gekommen sind, fand man in der Statue
des Heiligen , welche sich in der von ihm gestifteten Kirche
des vormaligen geistlichen Ritterstiftes, nunmehr Pfarrei St.
Burkhard befindet, ein bleiernes Kästchen mit andern Re-
liquien und einer Uebcrsclirift aus dem 14. Jahrhundert. Eine
beiliegende Urkunde vom J. 1751 bezeichnet dieselben naher.
126) In Straubing soll nach eingetrodener Allerhöchster
Entschliefsung der obere oder T heres ie n - Th u r m abgebro-
clicn werden; ebenso verlautet aus l'assau, dafs die allerhöchste
Genehmigung zum Abbruch der Thormauer am Karolinen-
tliore eingetroffen, der Abbruch des Thurms aber nicht be-
willigt worden sei.
127) In der Stadtverordneten -Sitzung vom 19. Ort. zu
Danzig kam u. A. auch die Angelegenheit rcsp. die Restaurie-
rung dis ehemaligen F ra nci s k a n erk losters auf Grund einer
Begutachtung der Herren Stuler und von Quast zur Sprache.
Dieses Denkmal alter Baukunst wurde im J. 1431 erbaut und
diente bis 1555 seiner ursprünglichen Bestimmung; im J. 1558
wurde es das Lokal für das akademische Gymnasium. Die Stadt-
verordneten erklärten auf Restaurierung hir .Museums- oder
Schulzwccke nur dann eingehen zu können , wenn dieselbe
ganz dem freien Ermessen der städtischen Behörde überlassen
würde.
128j Bei der im Fortschreiten begriffenen Restauration
der Frauenkirche in München sind in der (nächst der Sa-
kristei gelegenen) Preisingrapelle die von dort aus bereits früher
(in der Neuen Müncbencr Zeitung v. 22. Jan. 1853) angedeu-
teten Freskobilder zum Vorschein gekommen und ihrer
Tünche entledigt. Die sehr scboiien Bilder geluiren den Jahren
1510 — 15 an und erstrecken sich über die ganzen Wandflachen
bis last ans Gewölbe. Darunter liefindet sich auch in riesiger
Grüfse ein heil. Cbrislophorus. Bekanntlich war im .Mittelalter
die Ansicht gäng und gäbe, dafs Niemand an dem Tage, wo
man das Bild dieses Heiligen geschaut,' eines gaben Todes ster-
ben könne. Daher malten unsere Vorfahren überall sein Bild-
nifs in gewaltigen Dimensionen; ein im Jahre I4;'9 zu Erfurt
gemaltes Bild nahm fast die ganze Hohe des Dome; ein; zu
Strafsburg, wo er auch in einem Fenster abgemalt war, slanil
eine 36 Fufs hohe Statue, welche im Jahre 1531 aus dem
Münster ins Spital wandern niufsle, wobei man ihr Hände und
Füfse abschlug, um sie durch das Thor zu bringen. Dafs die-
ser Heilige auch zu München in hohen Ehren stand und des-
halb eine eigene Bruderschaft sich gebildet hatte, wurde in
der Gescbicblc des niltriilier Nonnenklosters (1858, Nr. 246
des Abendbl. der Ni'uen Miinilicner Zig | dargelegt. Huircul-
lich werden diese Bilder erhalten bleihen und gleichfalls einer
tüchtigen Restanration unterzogen werden. Eine griifsere Aus-
beute von F'reskubildcrn sieht noch in Aussicht, wenn die
Tünche auch in anderen Capellen einmal untersucht und ab-
gelöst werden wird, so dafs München, in dieser Betiehullff
arm, einen rcii blichen Schatz zu gew:irtigen hat.
439
Anzeig-or für Kunde der di'utschen Vorzeit.
440
129) Auf Anregung des K ope rn ik us- Verein s fiir Wis-
Bensihaft und Kunst in Thorn hat Hie stHdtisrlie Behurde mehr-
mals den Antrag auf Herstellung eines städtischen Museums
gestellt, Tür welches im Rathhause eine passende und ausrei-
chende Lokalität vorhanden ist. An geeigneten Gegenständen,
welche für die Loknlgeschichle Bedeutung und;einen hlslo^i^c h-
antiqnarischen Werth haben, fehlt es auch nicht. Die Sladt
besitzt schon eine rcspect;rMe Sammlung solcher (»egenst.'inde,
welche sich täglich durch (Jcschenke von l*ri\alpers(incii mehrt
und in dem licschränkten Räume der Ralhliaus-ßililiolhek auf-
bewahrt wird.
130) Die VVei hnachtsspiele in Oberufer — drei bis
vierhundert Jahre alte Schauspiele , die mit allen millelalter-
liclien .Sitten und Gebräuchen bei der Darstellung sich dort er-
halten haben und zwar in solcher Vollstamligkeit, dafs alle
sonst gefundenen Ueberresic von VVeihnachtsspielen nur wie
Bruchslijckc dieser allen Dichtungen erscheinen — werden
heuer wieder eingeübt und sollen in herkömmlicher Weise an
den Aachmillagen der Sonn- und Feiertage vom ersten Ad-
vent bis h. Ureikonig zur Aufführung kommen.
131) Im .Archiv zu Hossach, welches Schlofs der von Götz
von Berlichingen abstammenden Linie der Familie von Ber-
licliingen angehört, hat sich die älteste Handschrift der
Selbstbiographie des Ritters aufgefunden. Dieselbe hat
am Schlüsse einen Brief von Philipp Ernst v. B., einem Enkel
Götzens, vom Jahr 1577, in dem er an Herzog Luilwig von
Wurllcmberg schreibt, dafs er ihm anmit eine gewünschte Ab-
schrift des Lebens und der Fehden seines geliebten Altvaters,
des Ritters Götz, sende. Doch das wichtigste dieser zuver-
lässig ältesten Handschrift ist, dafs sie gleichfalls am Schlüsse
ein wohl von Götz selbst verfafstes Verzeichnifs aller Furthen
und Hallslallen bei Bamberg und i\ürnberg enlhält, also eine
Anweisung lur Wege und Stege, die ihm bei seinen sogenann-
ten Keiter.-Iü( kli'in dienlich gewesen. Auch dieses interessante
Actenslück wird die illustrierte Ausgabe der Autobiographie
Götzens v. B. bringen, mit welcher Frhr. Friedrich von Ber-
lichingen, österreichischer Rittmeister und Kammerherr zu .Mann-
heim, denmachst die Freunde deutscher Vorzeit erfreuen wird,
eine Arbeit, die er schon seil vielen Jahren mit vieler Mühe
und Kosten vorbereitet hat.
132) Aus den Archivalien seines Geschlechts hat in diesen
Tagen der hiesige .Major Frhr. v. Schilling in der österreichi-
schen Militarzeitung merkwürdige Briefe des Johanni-
tercomthu rs und späteren Provinciais Georg Schilling,
dessen Lebensskizze vor nicht langer Zeit Bader in seinen
Fahrten und Wanderungen gegeben hat, nicht nur vcrölTent-
lichl, sondern auch mit einem Commenlar versehen; sehr be-
deutende Aclenslucke für die Geschichte des sechzehnten Jahr-
hunderts, da sie von einem der vier Görge herrühren, welche
die Regierung Karls V. verherrlichten.
Inserate und l]elvaiiiilinacliuni>en.
17) £s ist schon in einem der letzten Blatter des Anzei-
gers (i\r. 9, Sp. 32H) iiuf die Herausgabe der allen Züricher
>\ a ppcii r ol le, welche von der Gesellschaft für vaterlandische
Alterlhumer in Zürich unternommen wurde, aufmerksam ge-
macht worden. Nachdem ich aber eine Probe aus dem ange-
kündigten Werke gesehen und mich von dem Keiclithum seines
Inhaltes naher unterrichtet habe, darf wol auch ich den Ge-
genstand und zwar zu dem Zwecke hier berühren, dafs noch
mancher der zahlreichen Freunde mittelalterlicher Heraldik lür
ein \\ erk sich thälig interessieren mochte, das eines ihrer
schönsten und wichtigsten Denkmale zum Gegenstande bat.
Die Herausgabe desselben erfordert bedeutende Opfer, und es
verdient die genannte Gesellschaft lebhaften Dank dafür, dafs
sie solche gröfsentheils zu bringen entschlossen ist. Bei dieser
Opferwilligkeit darf sie aber um so mehr Anspruch auf die
Tbcilnahme desjenigen Publicums machen, in dessen Interesse
sie vorzugsweise thatig ist. Die Züricher \> appenrolle, ent-
standen in sehr früher Zeit (spätestens in der Mitte des XIV.
Jahrb.), ist aufserordentlich wichtig für die Geschichte der
Heraldik überhaupt und für die heraldische Kunst, nicht minder
aber für die Entwicklungsgeschichte der Wappen einzilner
Geschlechter. Was die Wappen ausgestorbener Familien be-
triffl, so wird ihr kaum etwas anderes an die Seite zu setzen
sein, und eben solchen gehöret eine grofse Anzahl der in ihr
für unsere lienntnifs geretteten Wappen an. Sind ja doch die
noch erhaltenen .Monumente mit heraldischem Schmucke der
vor Beginn des XV!. Jahrb. erloschenen Geschlechter über-
haupt nicht zahlreich und noch seltener diejenigen, welche di'e
Wappen vollständig und in ihren cigenthümlicbcn Farben dar-
stellen, und wie oft ist ein unNollkommnes Siegel, immer ohne
Farben, hiiulig ohne das Helmkleinod, unsere einzige (luelle I
Die Züricher Rolle gibt alle Wappen, die sie uns mittheill.
vollständig in Farbe und mit Helinschmuck, und wir diirfen
annehmen, dafs der alte Künstler, der zu einer Zeit, da jedes
Wappen und jeder Theil desselben grofse Wichtigkeit halte,
mit der Ausführung eines so bedeutenden Werkes betraut ge-
wesen ist, auch mit Sachkcnnlnirs und Sorgfalt verfahren sein
wird. Da aber auch die nun unlernommene Vervielfältigung
der Rolle von Sachkenntnifs geleitet, und mit gewissenbafler
Treue ausgeführt wird, so diirfen wir darauf rechnen, ein horhst
werthvolles heraldisches Quellenwerk zu erhalten. .Mochte
eine recht zahlreiche Subscription es möglich machen , dafs es
bald Gemeingut werde !
Wallerstein, im INovembcr 1858.
\\ ilbelm Freiherr von Löffelholz von Kolbcr;.
Da mit dieser Nununcr der Jahrgaug 1858 des Anzeigers geschlossen ist, so wird
die gefallige Bestellung der Fortsetzung desselben hiemit in Erinnerung gebracht.
(Halbjahrige Abonnenten werden nicht angenommen.)
Verantwortliche Redaction: Dr. Freih. v. u. z. Aufsess. Dr. A. v. Eye. Dr. G. K. Frommann.
Dniclc von Fr. C&mpe k Sohn In Nürnberg.
Al|iliahelisclies Uesisler
zum
füiirteit Baude
des
Anzeigers für Iviiinle der üeutsilieii Vorzeil.
Vorbemerkung: Mit B sind die Bekanntmachungen und Inserate, mit L die Uterarisclicn Anzeigen unterschieden.
Abenberg s. Alonunienta.
Adels-Lej-icon, deutsches. L. 404.
Agricola'a Sprichwürter : Anfragen über die niederd. Aus-
gabe ders. B. 247 f.
Albert, Erzbiscbof von Riga, und seine Sippschah. 169 ff. 209 ff.
249 IT. 289 ff. 329 ff.
Albrecht- Dürer -XWmm. L. 170.
Album des litlerarischen Vereins in Bern. L. 36 f.
ylMuin- Blatter in mittelalterlichem Style. L. 202.
Alexander, a. Ulrich v. Eschenbach.
Alisa, römisches Kastell, und das varianische Schlachtl'clil. 115 f.
L. 129.
Alpcnsaf/eri. L. 99 f.
Allargemiilde in der Kirche zu Artclsholcn. 179 f.
Altenberg, Kloster, bei Wetzlar. 409 11.
Alterthümtr unserer heidnischen Vorzeit. L. 404 f.
Altkumistica (satir. Gedicht v. Joh. Clai). 49.
Altsicert, Meister, (""litlelhochd. Dichter). 79 ff. 112 ff. 142 ff.
177 ff
Anhalt: Christian der Jüngere, Kiirsl, s. Tagebiuh.
Aniheil der Deutschen an der Entdeckung von Südamerika.
L. 69.
Architectur, s. Baukunst.
Artehhofen, s. Allargemäldc.
Aschuffenburg, s. Bau-Ornamenic.
Aufsatze in Zeilschriften. 38. 71 f. 101. 133 f. 174 f. 204 f.
242 f. 285 f. 324 f. 36') f. 400 f. 436 f.
Ausgrabungen \u:'\ Rüssenbach (mit I Blatt lithogr. Ahhidgn.) 378 ff.
Aussprache des Mittelbochdeutscheii. I,. 28.')
Ausstellung archäolog. und kunstbistor. Gegi;nstande in Krakau.
B. 407 f.
Baiiler, Simon, Bildhauer: BerichtiuuMg seines Wamens. 7(i f.
Barenfang im Fichtelgebirge, (iir. Abbild. J 116 ff.
Bart der Deutschen im .Mittelalter, s. Haar.
Baukunst, s. Kirchenbaukunst.
„ 8. Slyliirten.
„ f. Zeitschrift.
Bau- Ornamente an Gebäuden der Stadt Aschnffcnburg. L. 284.
Bauirerke, Üanzigcr. L. 100.
Beiträge, denkwürdige, für Gcscliirhte und Rechtsaltcrthümer.
L. 397.
Beiträge lur Kcnntnifs des Harzes. L. 169.
Bennohuhle, s. Inschrift.
Bergmannsliedcr, alte. l.. 324.
Bern, s. Album.
Berthold der Bartige, s. Ziiringcn.
Berlhold von Holle. L. 131.
Beza, Theodor, s. Prishachius.
Bibliographie der deutschen Rechtsgeschichte. L. 364 f.
Bilderrathsel des 16. und 17. Jahrhdts. (mit lith. Beil.) 256(1.
Bildhauer der Kon.stanzer Domtbüren : der wahre Name dess.
76 f.
Biihmen, s. Exulanten.
Breckerfeld: Pfarrkirche daselbst. 144 f.
Bremen, die Diöcese, und deren Gaue in Sachsen und Fries-
land. L. 400 f.
Bücherpreise, alle. 419 f.
Buchloe, s. Lisel.
Canonisation der Heiligen: Frage nach einem Werk über dies.
L. 136.
Chronica Montis sereni, s. Conrad.
Chronicon Siincli Michaelis. L. 69.
Chronik des Deutscbordens, s. Jeroscbin, Nie. v.
Chronik, Woriiiscr, von Friedr. Zorn. L. 35.
Clui, Johannes, s. AllKtimistica.
Cluny, Abtei, s. Gescbicbte.
Codex des Memorials des Strafsburger Johanniterhauses. 375 f.
415 ff.
Comc<en- Literatur: Beilrag zu ders. 215.
Conrad, chronica .Monlis sereni : Kachfrage nach weiteren Hand-
schrifleii ders. B. 136.
Danzig, s. Bauwerke.
„ s. Ilamlels- und Gewcrbsgescbichte.
Deutschland: Hobenslaulen, s. Gescbicbic.
„ Kaiser, s. Geschichte.
„ Kaiser und Krtnigc s. Miinzcn.
„ K^rl \'., Kaiser, in Nürnberg. L. 403.
Deulschiirdin: l'bronik des Nie. von Jeruscbin, s. Handschrift.
Dichlinigeu, deutsche, von Wicodenius Frischlin. I,. 34.
Dingoißng: Stadt und lluigebnng, s. Geschichte.
Diplonuitik, deutsche, aus Siebenburgen : Notizen zur Gcschichio
ders. 374 f. 412 f.
Dom zu .Mainz. ].. 33.
„ „ Prag, 8. Führer.
Domthürtii, lionsliin/.cr : der wahre Name des Bildhauers der«.
76 f.
Dresden, s. Gemiildegalleri»*.
Durer, .\lbreclil, s. Alhrrcbt- Durer- .\ll i.
443
Alphabetisches Register zum Anzeiger füi KiiikIc der deutschen Vorzeit.
444
Dürer, Albrechl, s. Handzeichnungcn.
Ehehaflf/erichle : Nolizcn über dies. 302 ff. 342 ff. 382 ff.
Eicht, die breite, s. Freistuhl.
Eichiludt, s. Geschichte.
Eideshülfe, zur Geschichte ders. 424.
Einirohneridhl der elicmal. Keichssladt IViirnberg. L. 241.
Eislehen, s. Lulhcr's Geburtshaus.
Enenkel's Wellchronik: Bruclistück. 212 f.
Erfurt: Universität. L. 169.
Eriilanlen, böhmische, in Sachsen. L. 171.
Fehmgerichle. L. 240.
Felddiebe: Strafen ders., s. Strafen.
Fichlelgebirge, s. Biirenfang.
Forschungen, mythologische; Anliiindigung. B. 71 f.
Freimarkl: über die Bedeutung dcss. 109 II'. 173 ff.
Freisluhl an der breiten Eiche. 118 ff. 150 ff.
Friesland, s. Bremen.
Frischlin, Nicodemus, s. Dichtungen.
Führer durch den Dom zu Prag. L. 399.
Fund, s. iMunzfund.
Gallerie der .Meisterwerke altdeutscher Holzschneidekunst. I,.32f.
Oambrinus. 81 f. 179. 295.
Gänye, unterirdische. 1 15 f.
Gedicht, niilleihnchd.: Bruchstück. 335 f.
Gedichte in trierscher Mundart. L. 435.
Gefanijennehmxing des Grafen Reinhard von Solms. 105 (I. 137 ff.
Gemälde von Prag. L. 399.
Gemüldeyallerie zu Dresden: Bemerkungen über die neue Auf-
stellung, Beleuchlung und t'atalogisirung ders. L. 282.
Gemeindeinslilut der IVachliarschaft. 147.
Gemeindeiresen, s. iMonatsschrill.
Gericht, freies, von Kaichen, s. Geschichte.
Gerichtsrerfahren, s. Geschichte.
Geschichte der Abtei Cluny. L. 202 f.
„ der Stadt Dingolfing und ihrer ITuigebung. L. 34.
„ des Hnchstifles und der .Stadt Eichstadt. L. 239.
„ des deutschen Gerichtsverfahrens. L. 363 f.
„ der liturgischen Gewänder des Mittelalters. L. 362.
„ der freihcrrl. von Hammerstcinschen Familie. L. 173.
„ der Provinz Hanau. L. 321.
„ der Edlen Herrn von Heyden. I,. 170 f.
„ der Hohenstaufen und ihrer Zeit. L. 66 f.
„ des freien Gerichts Kaichen. L. 172.
„ der deutschen Kaiserzeil. L. 67 ff.
„ des Kletl>;aues. L. 239.
„ der deutschen Literatur: (Irundrifs ders. L. 2^0.
„ der Metalle. L. 398.
„ der ehemal, Cistcrzicnsernbtci Randen : Ankündigung.
B. 175 f.
„ der Stipendien und Slifkingen an ileiii Grofsherzogl.
I.yceuui und der l'niversilal zu Heidelberg. L. 32.
„ der Entwicklung der lirolischen Slündcverfassung.
(Preisauf:;abe.) 367 f.
„ des Erzstifls Trier. L. 321.
„ der Kloalcrschule zu Wnlkenricd. L. 132 f.
„ 8. Beitrage.
„ 9. Hislnrin.
„ 9. Judenrecht.
Geschichte s. Trachten.
Geschlechter, Thüringer, in ihrer Vorzeil und Gegenwart. B. 327.
Gesellschaft, ndeliche, „lum Sünffzen" in Lindau. 50 ff.
Getriinder, liturgische, s. Geschichte.
Oeicerbsgeschichte Danzigs, s. Handelsgeschichte.
Glasmaler, s. Hermann.
Glaubenshelden, vorkarolingische, christliche, am Hhein. L. 365.
Gliiubit/er, s. Schuldiger.
Glochenunischrift, 340.
Haar und Bart der Deutschen im Mittelalter, (m. Abbildungen.)
8 ir. 62 ff 82 ff
Haider, Jakob, s. Bildhauer.
Hammerstein, freiherrliche Familie, s. Geschichte.
Hanau: Provinz, s. Geschichte.
Handels- und Gevverbsgeschichte Danzigs. L. 399 f.
Handschrift, neue, von Aic. von Jeroschin's Deutschordenschro-
nik. 332 ff
„ 8. Luarin.
Handschriften der Nürnberger Stadlbibliuthek. 46 ff. 77 ff.
„ s. Museum, geriiiaiiisi'lies.
der Sl. Uuprechlskirche in Salzburg. 292 (I.
lliindieicknuiKjin von A. Durer, einige unbekannte. 417 ff.
Hars, s. Beitrüge.
Hafs, Kunz, s. Spruch.
Hauptportal der Klosterkirche zu Paulinzelle. 259 f.
Heermann, Johann : geistliche Lieder. L. 70.
Heidelberg: grofsherzogl. Lyccuin und Universität, s. Geschichte.
Heilige, s. Canouisation.
Heinrich von Hesserode, Meister. 371 (I.
Hermann, Meister, ein deutscher Glasmaler des 14. Jahrb. 73 ff.
Hexenproiessc, s. Pachlcrin.
Heyden, Herreu von, s. Geschichte.
Historia Lu.\eniliurgcnsis. L. 397 f.
Hohcnzollern, s. Quellensammlung.
Hohenstaufen, s. Geschichte.
HohschneidehuHst, altdeutsche: Meisterwerke ders., s. Gallerie.
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»?,U.I1"'^T" LIBRARY
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